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Wandstärke eines Kajaks nachmessen

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Jochen Schmidt

unread,
Mar 4, 2001, 2:29:06 PM3/4/01
to
Wer hat eine Idee, wie man, ohne Löcher zu bohren, die Wandstärke eines
PE-Kajaks im Bodenbereich nachmessen kann?
Prijon behauptet 4,5 mm; glaube ich aber nicht! An den Seitenwänden, wo die
Prallplatte angeschraubt ist, stimmt die Wandstärke, im Boden ist sie aber,
glaube ich, geringer.
Dadurch hat sich der Sitz ziemlich durchgedrückt, aber Prijon verweigert die
Einhaltung der Garantie. Dabei ist das Problem bei einem Teil der Serie
"Taifun Combi" bekannt!
Hat jemand weitere Informationen zu diesem Thema?
Danke! Jochen Schmidt


Christian LUKSCH

unread,
Mar 4, 2001, 3:06:03 PM3/4/01
to
Warte bis der Boden durch ist und reklamiere dann,
bei 5 Jahren Garantie hälts entweder oder er ist sicher durch bevor die
Garantie ausläuft.
Mein Boxer hatte ein Loch nach 1 1/2 Jahren und ich hatte keine Probleme mit
der Garantie.


--
Servus

Christian & Regina

"Jochen Schmidt" <jub.s...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:97u523$p4s$07$1...@news.t-online.com...

Erich Walchhütter

unread,
Mar 5, 2001, 4:32:18 AM3/5/01
to


"Jochen Schmidt" <jub.s...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:97u523$p4s$07$1...@news.t-online.com...

Hi Joxchen!

Es gibt dafür verschiedene Varianten dies nachzumessen.
Die technisch am aufwendigste Variante ist ein kleines Ultraschall -
Thickness- Messgerät. Wo mann die Dichte des Materials einstellen muss (bei
PE bei Booten von 0.375 Kg/dm3 bis 0.460 kg/dm3) und ein Messgel am
Messpunkt aufetragen wird (Haarshampoo geht auch). Dieses Gerät kann man
sich abei Kunststofffirmen evtl. für diese 10 min. ausborgen.

Die weitere einfachere Methode ist eine mechanische Abtastung mit einem
Aussentaster. Dieser sieht in deinem Fall wie eine 8 aus, nur dass am oberen
und unteren Ende die Tastpunkte bzw. Messpunkte sind. Dieser Taster ist im
Kreuzungspunkt (8) wie eine Schere gelagert.
Ich hoffe du kannst meiner "komischen" Beschreibung folgen, denn dieser
Taster ist einfach aus einem Stück Blech oder aus einem stärkeren Stück
Draht selbst herzustellen.

Grüsse, Erich


Franz Mock

unread,
Mar 5, 2001, 4:18:51 PM3/5/01
to
Jochen Schmidt wrote:

Hoi Jochen,
Kunststoffverarbeiter haben Geräte mit denen die Wandstärken ohne
Zerstörung gemessen werden kann.
Pfiati
Franz

>


Askan Worms

unread,
Mar 7, 2001, 2:51:22 AM3/7/01
to

"Jochen Schmidt" <jub.s...@t-online.de> schrieb
im Newsbeitrag
news:97u523$p4s$07$1...@news.t-online.com...
> Wer hat eine Idee, wie man, ohne Löcher zu
bohren, die Wandstärke eines
> PE-Kajaks im Bodenbereich nachmessen kann?

Es funktioniert mit einem Magnet in einem
skalierten Röhrchen und einer Stahlkugel.

In einem Kunststoffröchen steckt ein Magnet der
Höhenverstellbar ist, das Teil wird von der einen
Seite
gegen das Material gehalten. Von der Gegenseite
haftet die aufgrund der Magnetkraft. Jetzt
schraubt man den
Magnet soweit ins Gehäuse bis die Kugel abfällt.
Wenn an jetzt eine Referrenzmesungan einem
ähnlichem Stück Kunststoff vornimmt erhält man die
Wandstärke. Ein solches Gerät läßt sich einfach
herstellen.

P.S. ich glaube auch nicht das die Wandstärke bei
geblasenen Booten an der Stelle mit dem größten
Umfang
genauso dick ist wie an der Spitze, Im
Gegegnsatz zu wirbelgesintertem Boot.

Askan


Peter Keresztes

unread,
Mar 7, 2001, 5:21:31 AM3/7/01
to
Askan Worms wrote:

> In einem Kunststoffröchen steckt ein Magnet der
> Höhenverstellbar ist, das Teil wird von der einen
> Seite
> gegen das Material gehalten. Von der Gegenseite
> haftet die aufgrund der Magnetkraft. Jetzt
> schraubt man den
> Magnet soweit ins Gehäuse bis die Kugel abfällt.
> Wenn an jetzt eine Referrenzmesungan einem
> ähnlichem Stück Kunststoff vornimmt erhält man die
> Wandstärke.

Genial!
Es geht auch ohne Referenzmessung mit einem ähnlichen Stück
Kunststoff. Miss 1x mit Kanu, und 1x ohne - die Differenz an der
Magnet-Röhrchen-Skala gibt dir die Wandstärke direkt an.

--
Peter Keresztes

Jens W. Klein

unread,
Mar 7, 2001, 5:45:05 AM3/7/01
to
Askan Worms wrote:
[..]

> P.S. ich glaube auch nicht das die Wandstärke bei
> geblasenen Booten an der Stelle mit dem größten
> Umfang
> genauso dick ist wie an der Spitze, Im
> Gegegnsatz zu wirbelgesintertem Boot.

Sie ist nicht nur genauso dick, sondern je nach Modell sogar noch
dicker.
Die Wandstaerke bei geblasenen Booten nach dem Prijon/Eskimo-Verfahren
laesst sich sehr genau steuern.
Hier wird ja ein PE-Schlauch aufgeblasen. Dieser Schlauch wird aus
zaehfluessigem HD-PE aus einer Duese ausgelassen. Durch Steuerung der
Duesenauslassspindel (oder wie auch immer das Ding in der Mitte der
Duese heisst, damit's 'nen Schlauch wird) kann man sehr gut die
Materialstaerke des Schlauchs an allen Stellen beeinflussen.

Wenn Du's immernoch nicht glaubst: Prijon in Rosenheim macht IIRC auch
Werksfuehrungen wo man sich die riesigen Blasmaschinen auch in Betrieb
anschauen kann :-)

Jensens

Franz Mock

unread,
Mar 7, 2001, 6:36:44 PM3/7/01
to
Jens W. Klein wrote:

> Askan Worms wrote:
> [..]
>
>> P.S. ich glaube auch nicht das die Wandstärke bei
>> geblasenen Booten an der Stelle mit dem größten
>> Umfang
>> genauso dick ist wie an der Spitze, Im
>> Gegegnsatz zu wirbelgesintertem Boot.
>
>
> Sie ist nicht nur genauso dick, sondern je nach Modell sogar noch
> dicker.
> Die Wandstaerke bei geblasenen Booten nach dem Prijon/Eskimo-Verfahren
> laesst sich sehr genau steuern.

Hoi Jens,
ich bin nicht ganz Deiner Meinung, die Wandstärken-Regelung bringt zwar
einiges, ist aber nicht das Ei des Kolumbus. Die Wandstärke in
verschiedenen Bereichen eines geblasenen Hohlkörpers, hängt sehr stark
von seiner Geometrie ab. Ohne jetzt die Geometrie des angesprochenen
Bootsmodelles genau zu kennen, wage ich zu behaupten, daß ein Kajak
nicht gerade eine "blasfreudliche" Form hat. Dazu kommen die Massen die
relativ schnell bewegt werden müssen. Zweifel an einer gleichmäßigen
Wandstärke über das ganze Boot sind durchaus berechtigt.
Pfiati
Franz

Jens W. Klein

unread,
Mar 13, 2001, 11:46:52 AM3/13/01
to
Hi Folks,
weil's mich persönlich sehr interessiert hat, habe ich bei Prijon, den
Bootsbläsern, mal nachgefragt wie das Verfahren denn nun funktioniert,
und mich natuerlich dabei auf die Diskussion in de.rec.outdoors bezogen
und die letzten Posting des Threads zitiert.

Toni Prijon persönlich hat sich der Sache angenommen und schrieb mir
folgendes zurück:
<zitat author="Toni Prijon">

Servus Jens,

die Wandstärke bei unseren Booten wird über ein
Wanddickenprogramm geregelt. Dieses unterteilt die
Schlauchlänge in 64 Teile, und jedes Teil läßt sich separat
regeln. Die Änderung erfolt ( wie du richtig bei Jan
aufgepaßt haßt) über eine konische Düse, die je nach Bedarf
auf oder zu fährt und dadurch den Ringspalt größer oder
kleiner macht. Diese Regelung ist sehr genau und wenn einmal
eingestellt und programmiert immer gleich. Natürlich
unterliegt eine Anlage dieser Größe thermodynamischer
Schwankungen, die sich in einem Gewichtsunterschied der
Teile von 3-5 % be- merkbar macht. Über diese
Wandstärkenregelung hinaus haben wir Bläser noch die
Möglichkeit den Ring manuell zu verstellen, d.h. wir können
z.B. über die gesamte Schlauchlänge das Unterteil dicker als
das Oberteil machen. Ich kann dem Kommentar von Franz Mock
auch nicht zustimmen, daß das Kajak ein blasunfreundliches
Produkt sei.
Ideal ist immer ein Zylinder, und davon ist das Kajak nicht
so weit entfernt. Wenn man bedenkt, daß Kraftstofftanks von
PKW´s geblasen sind, dann sich Kajaks ein leicht zu blasenes
Teil. Grundsätzlich ist es beim Blasformen so, daß sich bei
Sicken das Material verstreckt, also verdünnt und beim
Rotieren gerade da anhäuft, also verdickt.

Eine Anmerkung zum Schluß.
Wesentlich bemerkbar wie die unterschiedliche
Wandstärkenregelung der beiden Verfahren macht sich das
einsetzbare Material. Beim Rotieren kann nur Polyethylen mit
ca. 10 fach kürzeren Molekülketten als beim Blasformen
eingesetzt werden. Dies ist verfahrenstechnisch nicht anders
möglich. Das Material muß beim Rotationsprozess nahezu
flüssig sein, und nicht so hochviskos( zäh, wie Kaugummi)
wie beim Blasformen. Dieser Materialunterschied macht sich
sehr viel wesentlicher auf die Festigkeit bemerkbar, deshalb
sind die meisten rotierten Boote in der Regel um ca. 5%
schwerer als die geblasenen, und es gibt auch meines
Erachtens keinen Hersteller, der 5 Jahre Garantie auf die
Hülle erteilt Auf Wunsch kann die Anlage bei uns gerne
jederzeit nach Absprache besichtigt werden.

Ich hoffe, Dir hiermit ein wenig geholfen zu haben,

Viele Grüße nach Innsbruch

Toni Prijon

P.S Übrigens hat die Brandenberger am Wochenende schon
tolles Wasser gehabt
<zitat\>

Das lasse ich mal unkommentiert ...

Gruesse aus dem herrlich sonnigen Innsbruck

Jensens

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