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DAUNEN-INFO 2

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Juergen Jakobi

unread,
Feb 16, 2000, 3:00:00 AM2/16/00
to
Wie versprochen hier die Info.

Vorab erstmal noch eine Ergaenzung/Berichtigung zur Loft-Messung wie sie
in der jetzigen FAQ beschrieben ist.

Die tatsaechliche Methode ist folgende (Kurzfassung):

Nach Trocknen der Probe und Akklimatisierung erfolgt kurzes Aufmischen.
Messung bei 21 Grad und 65% rel. Luft-Feuchte
3 Messzyklen. Messdauer um 1 Minute/Zyklus.
Jeweils (Lorch-Methode) absenken des Gewichtes mit def. Geschwindigkeit.
Die wird ueberwacht und sobald der Gegendruck (loftbedingt) bremsend
einsetzt, startet die Messung bis zum Stillstand des Gewichtes.
Mittelwert aus drei End-Messwerten ergibt Loft.
Differenz von Lofteinsatz und Endwert sagt was ueber (Langzeit-)
Qualitaet aus.
Je kleiner die Differenz bei moeglichst grossem Loft umso besser die
Daune und ihre Langzeit-Loft-Stabilitaet.

Christof wird diese Korrektur demnaechst einbauen.
Weitere Details zu diesem Thema bei Interesse.

Unter der folgenden URL ist der Entwurf zur Daunen-Info nachzulesen.
(Ich hoffe Christof verzeiht mir das Vorpreschen) :-))

http://www.amelunxen.onlinehome.de/drofaq/schlaf-neu.html


Und fuer die Nur-Newsreader-Gemeinde hab ich den Text hier angehaengt.

Vorbemerkung zum folgenden Text :

Auch wenn man mit dem Wissen jeden "Fachverkaeufer" verblueffen kann, es
nutzt in der Praxis nur bedingt etwas.
Praktisch Alles was wir kaufen ist Fertigware, die Daune schon drin und
damit leider nicht ueberpruefbar. Trotzdem denke ich dass das Wissen
nicht schaden kann.

Disclaimer : Auch wenn ich imText die Firma Rab erwaehne, ich habe da
keine Aktien, allerdings haben wir deren Jacken und Hose aus der Exped.-Serie.
Rab ist fuer mich beispielhaft fuer vernuenftige Information : zur
Herkunft der Daunen, zu den unterschiedlichen Qualitaeten im Sortiment
und zum Messverfahren. Diese Kompetenz und Serioesitaet hat sich auch am
Telefon mit Rab-Mitarbeitern bestaetigt. Und der oefter erwaehnte
"Haendler meines Vertrauens" Gaertner hat deren Daune (anlaesslich von
Aenderungen an einer Rab-Jacke) als allererste Sahne beurteilt.

Eine Bitte : Kritik, Fragen, Anregungen bitte hier ins Forum.

Also dann.....

Alles, was wir in Katalogen etc. über Daune lesen können, stimmt mehr
oder weniger, meist geschrieben von Marketing-Leuten.

Daher im Folgenden einige Hintergrund-Info’s zum Thema Daune.

Die normalgebraeuchlichen und am haefigsten anfallenden Daunen sind
heute die von ausschliesslich zur Fleischproduktion gezuechteten Enten
und Gaensen, vom 3.Rupf (etwa nach 7 Monaten) bzw. vom 4.Rupf nachdem
die Tiere geschlachtet wurden.
Diese Art der Produktion finden wir vor Allem in China, aber auch in
Europa, (Ungarn,Polen,...).

Massenzucht wird mit Herdengroessen von 15.000 und mehr betrieben, in
China zum Teil auf grossen Fluessen.

Es stimmt zwar, prinzipiell ist Daune von Gänsen grösser als die von
vergleichbaren Enten, dennoch, die hochwertigste Daune ist die von
wildlebenden Eiderenten. Diese stehen unter Naturschutz, sind nicht
züchtbar und die Daune gewinnt man durch Sammeln der Nester nach der
Brutzeit. Lieferländer sind Island/Grönland, Jahresproduktion ca.
2000Kg, nur ca.40% davon gelangen in den Export.

1Kg erstklassige Gänsedaune hat ca. 500.000 Flocken, 1Kg Eider-Daune
dagegen kommt mit 300.000 aus, die Struktur der Eider-Daune ist anders, ihr
Loft gut doppelt so gross wie bei bester Gänsedaune. Der Preis ist
inzwischen allerdings zur Zeit (1999) 4-5 mal so hoch. Eine Bettdecke mit
Eiderdaunen für 5000.- DM und mehr ist (k)einWitz!

Eine Alternative dazu ist Karelische Daune oder Sibirische Daune.
Beide Daunensorten sind in geringeren Mengen am Markt verfügbar und
kommen der momentan ueberteuerten Eider-Daune sehr nahe.

Generell :

Bekleidungstechnisch auf Grund der Groesse sind Daunen von
Wasservoegeln, die im Norden bzw. in kaltem Klima leben, interessant.
Also Enten und Gaense, aber keine Huehner. (Findet man trotzdem manchmal
als Zusatz bei Billig-Daunen)

Karelische, sibirische,kanadische......Daune

Karelien und gemaessigtes Sibirien (und auch teilweise Kanada) stellen
die noerdliche Grenze fuer Gaense-Zucht dar. (Nicht verwechseln mit
Wildgaensen, also Zugvoegeln).
Daunen von solchen Gaensen aehneln auf Grund der noerdlicheren Lagen in
ihrem Verhalten eher der Eider-Daune als dem ueblichen Zeug, aber Du
findest da keine industrielle Massenzucht, entsprechend gering ist das Jahresaufkommen.

Wenn Du Dir die Preise fuer Daunen-Jacken und Westen anschaust ist klar,
dass da in aller Regel keine hochwertige Ware dieser Art zum Einsatz kommt.
Die Kilopreise der Daunen-Massen-Ware liegt bei max. 300.- DM pro Kilo,
bei 80/20er Ware, bei Billig-Daunenprodukten meist WESENTLICH drunter,
bei China-Qualitaet 60/40 von Schlacht-Enten, zum Beispiel.
Der Kilo-Preis fuer Sibirische Daune liegt bei ca. 750 DM, Karelische
Daune kommt etwa auf 500 DM, Endverbraucherpreise 1999.


Die Edel-Daune aus den Pyrenaen, Karelien und Sibirien bzw. Polen
(Masuren) stammt von kleineren Betrieben mit entsprechend langer
Tradition und sowohl exzellenter Kenntnis ueber optimalen Rupfzeitpunkt
als auch mit der entsprechenden handwerklichen Faehigkeit beim Rupfen.
Das macht den Preis aus.

Hier finden wir lange, traditonelle Gaense-Zucht, in Frankreich
(Pyrenaen, ergo Pyrenaen-Daune), in Polen (beste kommt aus Masuren), in
Boehmen (da gab es frueher getrennte Teiche fuer Fleisch- und
Daunen-Produktion, sog. Federnteiche, die Tiere wurden bis zu 20 Jahre
alt, fleischtechnisch unbrauchbar, daunentechnisch eine heute nicht mehr
erreichte Qualitaet).
Um die Jahrhundert-Wende und noch vor ca.40 Jahren waren die Wiener
Tageszeitungen z.B.voll mit Inseraten fuer die begehrte Boehmische
Daune, fuer Bettdecken und Kissen der besseren Gesellschaft

Je weiter Du jetzt nach Norden gehst, also Sibierien,
Karelien(Sued-Finnland), und natuerlich Island und Groenland, umso
besser (Groesser, mehr FP) wird die Daune, klimabedingt.

Fangen wir in Island/Groenland an:
Hier gibt es keine Gaense, aber hier lebt und bruetet die unter
Naturschutz stehende Eider-Ente.
Lateinisch : Somateria Molissima = die mit dem molligsten Koerper.
Besonderheit :
Die Eiderente zupft sich aus dem Brustgefieder Daunen zum Nestbau.
Bei den dortigen Windverhaeltnissen muss das Nest sicher vor Verblasung sein.
Die Ente bzw. ihre Daunen sind dem angepasst und unterscheiden sich
grundsaetzlich von allen anderen dadurch dass die feinen Haerchen am
Ende gekruemmt sind und hakenaehnlichen Aufbau besitzen.
Zudem setzt das Tier beim Nestbau offenbar noch ein Sekret zu das
diesen Effekt unterstuetzt.

Daher das eher "Endlos-Watte"-Verhalten wenn Du sie anfasst und ziehst.
Nach Brutende werden die Nester der unter Naturschutz stehenden Tiere
gesammelt und nur grob gereinigt um den Hafteffekt nicht zu zerstoeren.

Man kann das selbst in einem Bettwaren-Fachgeschaeft, das diese
Qualitaeten fuehrt, testen :
Ein Griff in eine normale Daunen-Mischung foerdert etwa soviel zutage
wie man mit der Hand erfasst, ungefaehr wie Wattebaellchen.
Eiderdaune hingegen verhakt und man zieht viel mehr heraus, etwa so wie
bei Endlos-Watte.
Karelische und insbesondere Sibirische Daune zeigt ein der Eider-Daune
sehr aehnliches Verhalten, die Daunen sind ebenfalls wesentlich groesser
als bei Standard-Ware.

Eider-Daune wurde schon frueh fuer Expeditions-Ausruestung verwendet,
aber auch einige Inuit verwenden sie statt Eisbaer oder Rentier-Fell-Bekleidung.

Zitat aus einer Inuit-Projektarbeit:
Eine Minderheit, die keinen Zugang zu Karibus haben, wie z.B. die
Bewohner der Belscher-Inseln verwenden besonders die Eider-Ente.
Zitat Ende.


Daunen sind vom chemischen Aufbau identisch mit Federn, im Wesentlichen
Keratin, aehnlich dem Haar beim Menschen.
Daune ist nichts anderes als eine Feder, bei der der Kiel auf
Punktgroesse reduziert ist und daher ein eher kugelfoermiges Gebilde mit
rundherum abgehenden feinen Haerchen bildet.
Diese bildet das Tier unter den sogenannten Deck-Federn zum Schutz aus.
In diesem feinen Geaest (das man bis heute mit keiner Kunstfaser
nachbilden kann) wird die Luft stehend gebunden. Das ergibt den
Iso-Effekt der Daune, es findet kaum Temperaturverlust ueber die
Aussenluft jenseits des Daunenkleides statt.
Sozusagen Wind-Chill-Faktor 0 plus Zusatz-Isolation, abhaengig von der
Daunen-Groesse und Dichte.
Feuchtigkeits-Schutz wird durch Fetten der Daune erreicht, was bei
Wasservoegeln lebensnotwendig ist. Lebende Tiere erneuern den Schutz
natuerlich regelmaessig durch koerpereigenes Fett aus der sogenannten
Birzel-Druese, da Fett durch den Aufenthalt im Wasser mit der Zeit
ausgewaschen wird, bzw.neu nachwachsende Daunen gefettet werden muessen.

An der Stelle scheint mir ein Hinweis zur GEWINNUNG und BEHANDLUNG von
Daune wichtig.

Wasservoegel zeigen Mauserverhalten, die erste Mauser nach ca.12
Wochen, danach etwa alle 6-8 Wochen.

Handrupf:
Gerupft wird in der Mauser!
Macht man es zu frueh, ist der Daunenkern (in der Haut des Tieres) noch
mit dem Blutkreislauf des Vogels verbunden.
Macht man es zu spaet, reisst man den nachwachsenden neuen Kern mit heraus.
Deshalb ist das Timing so wichtig.
Optimal dann, wenn das natuerliche Mauserverhalten (natuerlicher Ausfall
der Daune) stattfindet.
Dieser Zeitpunkt wird in gut gefuehrten Betrieben von Tieraerzten ueberwacht.
Der 4.Rupf findet in der Regel statt wenn die Tiere zuvor im Wasserbad
per elektrischem Schlag getoetet wurden, zum Teil dann auch maschinell.
Fuer den Maschinenrupf muss das Gefieder allerdings nass sein (heisses
Wasserbad), es ist die technisch gesehen schlechteste Methode weil
dabei auch natuerlich grosse Federn mit ausgerissen werden und auch
Haut-Teile.

Und fuer alle Tierschuetzer:
Handrupf zum richtigen Zeitpunkt von Fachkraeften durchgefuehrt
beeintraechtigt das Tier in keiner Weise.
Gaense schnattern und fressen danach genauso weiter wie vorher, es ist
praktisch schmerzfrei, vergleichbar mit leichtem Zwicken in die Haut, da
die Daune zu diesem Zeitpunkt ja bereits vom Versorgungskreislauf des
Koerpers getrennt ist und fast schon von alleine ausfaellt.
Rupf wird deshalb angewandt weil Hinterherlaufen und Aufsammeln bei
500.000 Daunen pro Kilogramm doch etwas muehsam waere.
Die wirkliche Tierquaelerei ist das (in Deutschland und Oesterreich
verbotene) Stopfen von Gaensen zur Vergroesserung der Leber. (Gaenseleber-Pastete)

Waescht man frische Daune zu sehr aus, verliert sie jeglichen
Restfettanteil, der Loft wird messtechnisch groesser, die
Langzeitstabilitaet allerdings nimmt ab.
Ausserdem muss man dann chem.Fette zusetzen (Aversin, Nocar) damit ein
Minimal-Schutz vorhanden ist. Der natuerliche Restfettgehalt hingegen
kommt der Elastizitaet und dem natuerlichen Feuchtigkeits-Schutz zugute.

Aversin, Nocar oder andere chemische Ausruestung von Daunen:
Das Zeug nimmt man fuer Krankenhausbetten. Im Krankenhaus-Bereich
(Fieber, starkes Schwitzen, staendig wechselnde Benutzer) macht es aus
hygienischen Gruenden Sinn. Hat aber bei Daunen-Artikeln für den
Individual-Gebrauch meiner Meinung nach nichts verloren.

Also nix mit Aversin, Nocar etc. wie bei Firma XYZ, (die auch noch zu
Allem Ueberfluss auf ihrer Webseite erklaeren wie wichtig es ihnen ist
dass die Tiere nicht ausschliesslich zur Daunengewinnung gehalten
werden, sonder Daune ein "natuerliches Abfallprodukt" sein soll. Eine
tollere Umschreibung von Massenzucht zur Fleischproduktion hab ich bis
heute noch nicht gelesen).

Die Roh-Daune wird gewaschen und nach dem sogenannten "Rösten"
(erhitzen auf 120 Grad zur Keimabtoetung) anschliessend einer
Sortier-Anlage zugefuehrt.

Im Prinzip wird hierbei die Ware einem Luftstrom ausgesetzt bei dem
die schweren Teile ,wie etwa Federn, nach kurzem "Flug" in eine Kammer
fallen, leichtere Teile, eben Daunen, aufgrund des niedrigeren Gewichtes
weiter "fliegen" koennen und in anderen Kammern landen.
Die letzte Kammer auf der Flugstrecke enthaelt somit die besten Daunen
plus einem kleinen unvermeidlichen Restanteil an sehr, sehr kleinen Federchen.
Erreichbar ist bei diesem Verfahren eine Qualitaet von etwa 95/5.
Handauslesen dieser Federchen koennte theoretisch 100% reine Daune
ergeben, macht aber niemand.
Und entgegen vielfach zu lesender Behauptung sind Federn-Anteile nicht fuer
den Loft notwendig, das ist eher eine Schutzbehauptung zur Verteidigung
weniger guter Mischungsqualitaeten.
Eine gute Daune braucht keine Federn fuer Loft, siehe Eider-Ente.
Federn setzt man in Kissen bedingt ein damit durch das Auflagegewicht
des Kopfes trotzdem noch eine gewisse Polsterung erhalten bleibt, das
hat aber nichts mit Loft zu tun, sondern mit Bequemlichkeits-Aspekten.
Beim Schlafsack wird dieser Effekt durch die Liegeunterlage erreicht,
neben der Bodenisolation durch die Liege-Matte. Ausserdem wird hier bei
guten Konstruktionen der Kopfbereich sowieso staerker gefuellt.

Angegeben wird immer das Verhaeltnis von Daunen zu Federn, und zwar in
GEWICHTS-Prozenten, nicht etwa in Volumen-Prozenten.
Alles andere ist irrefuehrend, wie die veralteten Bezeichnungen
Halb-Daunen, die zum Teil noch in der Bettwaren-Industrie ueblich sind.

Daune, die z.B. als Gaensedaune bezeichnet wird, darf laut Norm
(nationale,europaeische und internationale sind z.Zeit noch leicht
unterschiedlich) im Moment bis zu 25% Fremd-Anteile z.B. von Enten enthalten.
Wird (insbesondere bei China-Ware) nicht immer so genau genommen.
Manchmal findet man da auch Huehnerfedern (oh Graus), Quelle siehe IDFL.
Die Bezeichnung reine Daune darf (in Oesterreich) nur bei einer 95/5er
Mischung verwendet werden.
Die amerikanische Federal Trade Commission und die EU arbeiten momentan
an allgemein verbindlichen Normen und Labeln zur Bezeichnung.

1993 enthielten noch 87% der getesteten Samples wenigstens 90% und mehr
Daune der jeweils spezifizierten Art, 1998 waren es noch ganze 57%
aller Samples, soviel zum Verfall der Qualitaeten! (Quelle IDFL, Report Nr.13)

Im Bekleidungs- und da insbesondere im Outdoor-Bereich sind Mischungen
ab 60/40 gebraeuchlich, Qualitaetsware beginnt meines Erachtens aber
erst bei 80/20.
Wobei eine gute 80/20er Gaensedaune wiederum besser sein kann als etwa
eine 90/10er von Enten.
Mischungsverhaeltnis alleine sagt nicht viel aus.
Macht nur Sinn in Kombination mit der Fillpower-Angabe, entscheidend ist
letztlich der Loft, und zwar nicht der unter Messbedingungen mit einer
Einzelprobe erzielte, sonder das, was davon im Normalgebrauch unter
realen Bedingungen uebrig bleibt. Gemessen wird bei 21 Grad und 65%
Luftfeuchte, ein nicht unbedingt gebrauchs-nahes Verfahren.
Da diese Werte kaum nachpruefbar sind bleibt der Erwerb von
Daunen-Artikeln immer auch Vertrauens-Sache.
Manche Hersteller sind mit ihren Informationen glaubwuerdig, manche
machen ueberhaupt kaum Angaben zur verwendeten Daunenqualitaet, und
manche verbreiten schlichtweg Unsinn oder Halbwahrheiten.
Wer sich umfassend informieren will sollte ein alteingesessenes
Bettfedern-Fachgeschaeft aufsuchen und am Besten dessen Besitzer fragen.
In dieser Branche sitzen naemlich, wenn ueberhaupt, EXPERTEN, und nicht
oder nur sehr selten, im Outdoor-F(l)ach-Handel.


Eine umfassende Abhandlung über Daune ergäbe leicht ein Buch, daher
beschränken wir uns im Folgenden auf eine stichwortartige Auflistung ( Gänse-
bzw. Enten-Daune)
Quellen :
IDFL (International Down & Feather Testing Laboratory)


http://www.idfl.com/


IDFB (International Down&Feather Bureau)

Bjoern Gaertner / Geschäftsführer Fa. Gärtner

ca. 50% der Weltproduktion stammen aus klimatisch gemässigten
Gebieten Chinas, hauptsächlich Qualitäten um 500-600er Fillpower, Enten- und
Gänse-Daune.
Fillpower-Messungen (FP) werden unterschiedlich, s.a.
Rab-Homepage, vorgenommen. IDFL benutzt die LORCH-Maschine (Made in Germany),
in USA gibt es eine abweichende Methode, die ab 600er FP bis
zu 5% hoehere Werte ergibt, Japan ermittelt eher geringere Werte mit eigener
Messmethode.
Ost-Europa (Polen, früher auch Böhmen) hat eine lange
Tradition in Gänsehaltung und liefert hochwertigste Ware in 750er FP bei
Mischungen bis
95/5 bzw. 96/4, Lieferanteil am Weltmarkt von ca.30.-40.000
Tonnen jährlich beträgt etwa 25%, der überwiegende restliche Teil kommt ebenfalls
aus Ost-Europa (Ungarn...), erreicht aber meist nicht die
Qualität polnischer Daune.
Mit 96/4 ist die Grenze bei normaler Verarbeitung erreicht.
Handauslesen von Rest-Federn, die man übrigens NICHT für den Loft
braucht, könnte
fast reine Daune ergeben, macht aber niemand.
Hochwertige Daune hat eine Lebensdauer von weit über 10
Jahren, in Bettdecken bei taeglicher Benutzung, wohlgemerkt! Wenn also
der eigene
Schlafsack nach 5 Urlauben den Loft verliert, wurde er
entweder nass, falsch gelagert oder die Daune ist minderwertig. Die
Daunenqualität von
vor etwa 30-40 Jahren, von Gänsen, die bis zu 20 Jahre alt
wurden, wird heute leider nicht mehr erreicht.

Wer einmal eine Daunenjacke Made in China (und das sind fast alle heute
angebotenen) im direkten Vergleich mit z.B. einer Rab Carrington gesehen hat,
erkennt mühelos die dazwischen liegenden Daunen-Welten.
Der grösste Anteil der Weltmarktproduktion geht nach wie vor in
Bettwaren, gefolgt von Alltags-Bekleidung, Outdoor-Kleidung ist eher ein
(wachsender) Nischen-Markt.


1.6 Schlafsackpflege

Am wichtigsten ist, den Schlafsack locker und luftig zu lagern - also
entweder frei hängend oder in einem weiten Aufbewahrungsbeutel.
Keinesfalls darf
er im Kompressionsbeutel bleiben oder im Schlafsackfach des Rucksacks.
Unterwegs sollte man den Schlafsack so oft wie möglich aufschütteln, trocknen
und lüften. Vor allem bei Daunenschlafsäcken ist das wichtig. Auch
sollte man den Schlafsack in den Packsack stopfen und nicht
zusammenrollen, wie bei
älteren Modellen zum Teil notwendig.

Waschen sollte man einen Schlafsack möglichst selten. Dazu gibt es
spezielle Daunenwaschmittel (auch für Kunstfaserschlafsäcke). Eventuell verbessert
sich durch Waschen mit einem Daunenwaschmittel das Bauschvermögen von
Kunstfasern. Wegen des großen Volumens und der komplizierten Trocknung
bringt man den Schlafsack besser in einen öffentlichen Waschsalon mit
genügend großen Maschinen und Trockenmöglichkeiten. Manche Wäschereien
bieten auch die Reinigung von Daunenartikeln an.

Um die Leichtgängigkeit des Reißverschlußes auf Dauer zu erhalten sollte
man ihn von Zeit zu Zeit mit Grönlandwachs (normalerweise zum
Imprägnieren von Kleidung gedacht) oder mit Graphit einreiben (z.B. mit
einem Bleistift drüberstreichen).

Ergänzende Hinweise zur Pflege von Daunenschlafsäcken von Jürgen Jakobi

Bei Schweissaufnahme und Abgabe der Feuchtigkeit an die Aussenluft
bleibt ein kleiner Teil Schweiss-Salze und FETTE in der Daune. Dadurch wickeln
sich mit der Zeit die feinen Daunen-Härchen um den Kern, der Loft nimmt
ab, je kleiner die Daune desto schneller. Ein Inlett verzögert diesen Prozess
etwas, kann aber die Beschädigung der Daune (abbrechen kleiner
Verästelungen) natürlich auch nicht verhindern. Das ist neben
Verschmutzung der zweite Gebrauchs-Effekt.

Bei hochwertiger Daune dauert das so 6-8 Jahre (bei täglicher Benutzung
einer Daunendecke, beim Schlafsack eher länger, bei mir 10 Jahre). In einer
Daunen-Reinigungsmaschine, und nicht etwa in einer Reinigung, wird das
Füllgut durch Gummischlägel herumgewirbelt, unbrauchbare und
abgebrochene Teile werden abgesaugt. Danach wird das Material mit
Heiss-Dampf ca.5 Minuten lang besprüht um Schweissreste auszuwaschen.
Anschliessend wird bei 120 Grad getrocknet und zum Schluss mit UV-Licht
antistatisch behandelt, da das Federkeratin durch Ionisation aufgeladen
wurde.

Bei Schlafsaecken ist dieses Verfahren allerdings nicht anwendbar, man
muesste dazu den Schlafsack komplett oeffnen/entleeren.
Gerade bei wirklich gut konstruierten Schlafsaecken geht genau das nicht:
Hier laesst man naemlich bei jedem Zwischensteg eine kleine Oeffnung zur
naechsten Kammer. Dadurch kann man von einer einzigen Stelle(Naht) aus
in saemtliche Kammern mit einer Fuell-Sonde gelangen und ganz gezielt
ohne grossen Auwand nachfuellen.

Was lernt uns das das Alles ?

1. Die Daunenqualität (Grösse der Daune) entscheidet über Lebensdauer
und spürbaren Loft-(Verlust). Das ist nicht unbedingt mit
Fillpower-Angaben zu
verwechseln, man kann wie gesagt durch übermaessiges Auswaschen der
Roh-Daune kurzfristig die FP erhöhen, allerdings auf Kosten von
Lebensdauer und
langfristigem Loft. Sogenannte waschbare Ausrüstung (Aversin, Nocar,..)
ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Dabei wird die Daune mit einem
chem. Film überzogen der die Feuchtigkeitsaufnahme der Daune herabsetzt,
aber gerade diese Eigenschaft ist einer der wichtigen Vorteile von Daune
im Vergleich zu Synthetik mit Blick auf das Schlafklima bzw.
Schlafkomfort. In letzter Zeit kommt gehäuft verunreinigte und
minderwertige Rohware auf
den Markt, vor Allem aus China, siehe hierzu :

http://www.IDFL.com

2. Selbst-Wäsche oder in einer normalen Reinigung ist nicht vergleichbar
mit den Reinigungs-Verfahren wie sie Daunen-Spezialisten anwenden, und
auch nicht
empfehlenswert, dann doch besser beim "Haendler deines Vertrauens" mit
der entsprechenden Ausruestung und Erfahrung.


Hoffe, dass damit die wichtigsten Dinge in puncto Daune geklärt
sind,.... für den Schlafsack-Kauf nutzt das Wissen leider eher weniger,
fertig konfektionierte
Ware ist kaum überprüfbar,..... es sei denn man kennt den Hersteller
und seine Bezugsquellen, Messmethoden und Verarbeitungsverfahren.


Ergänzende Hinweise zum Thema Inletts in Daunenschlafsäcken

Ein Durchschnittsmensch schwitzt ca. 0.2-0.5 l Wasser pro Nacht aus, im
Normalzustand, also kein Fieber oder so. Ein Baumwoll-Inlett ändert an dem
Feuchte-Problem wenig bis garnichts. Wenn man Feuchtigkeit fernhalten
will, bleibt nur ein Vapour Barier Liner. Und das macht nur im Winter
Sinn, wenn der Schlafsack nur unzureichend getrocknet oder gelüftet
werden kann, dafür liegt man im eigenen Saft, was nicht jedermanns
Geschmack ist.

Würde sich die Menge von 0.5 l im Inlett sammeln, wäre man morgens nass
wie in einem Vapor Barrier Liner, wobei das nicht ganz so schlimm ist
wie es sich anhoert.. Lass mal ein Baumwoll-Inlett test-halber diese
Menge aufsaugen. Fleece -Inlett als Schmutz-Schutz / Zusatz-Isolation
ja, wobei Verschmutzung nennenswert
normalerweise nur da stattfindet wo nackte Haut (mit ihrem Fettfilm)
direkten Kontakt mit dem Schlafsack hat, und im Kopfbereich sind es die
Haare.

Verdächtig schmutzgefährdet ist deshalb der Kapuzenbereich, dafür
macht das normale Fleece-Inlett eher Sinn.
Dauerhaft geschädigt wird Daune nicht durch reine Feuchtigkeit (sofern
der Schlafsack immer wieder trocken wird), sondern durch Salze und Fette im
Schweiss, die die Daunenhärchen mit der Zeit (einige Jahre) verklumpen lassen.

Auch ein dünnes Baumwoll-Inlett leitet Schweiss durch Verdunstung weiter
und speichert ihn nicht etwa. Die Energie dafür liefert der Körper.
Sonst hieße die einfache Loesung ja Baumwoll-Innenbezug oder
Baumwoll-Unterwäsche als Schlafanzug-Ersatz.

Wollte man das verhindern, müsste man reine Wolle in ziemlicher Dicke
nehmen um in etwa auf das Feuchte-Speichervermögen von 0.5 l zu
kommen,(Daune kann das), ohne das Gefühl zu haben im Nassen zu liegen.
Dann könnte man aber auch gleich auf einen Schlafsack verzichten.
Feuchtigkeit soll schliesslich raus, und nicht drinnen, wo auch immer,
bleiben. Neben den bekannten Vorteilen von Daune ist es ja gerade das im
Vergleich zu Synthetik bessere Schlaf-Klima durch das Speicherverhalten
von Daune : Daune SOLL Feuchtigkeit aufnehmen, und natürlich auch wieder
abgeben können, das allerdings kann sie besser als jedes andere
Material.

Polyamid-Fasern schaffen 1/3 davon, Polyester weniger als 10% von Daune,
gleichzeitig ist der Isolationswert gerade mal halb so hoch wie der von
Daunen. Schlafklima-technisch gesehen wäre reine Seide zwischen der Haut
und dem Schlafsack das Optimum........kein Schmutz - prima Klima.
Ajungilak preist seine Fleece-Inletts gerade WEGEN dem
Feuchtigkeitstransport an, (Der Körper bleibt trocken, man friert
weniger) und nicht etwa
wegen Speicherung. Im Gegensatz zu früher benutzt man bewusst kaum mehr
Baumwoll-Innenbezuege, sie verschmutzen schneller, sind schwerer und
schnell "klamm", wer den Kuschel-Faktor will sollte Seiden-Inletts
nehmen.

Zwischen Dich und Deine Daunenbettdecke legst Du ja auch kein Inlett,
trotzdem hält die (bei guter Qualität) 6-8 Jahre und länger. Das ist
doch schon was.
Im Unterschied dazu liegt man beim Schlafsack allerdings auch AUF den
Daunen, dadurch entstehen im Laufe der Zeit mechanische Beschädigungen,
dennoch ist die Lebensdauer eines Daunenschlafsackes gut doppelt so hoch
wie bei Synthetik.

Wer trotzdem auf Baumwoll-Inletts schwört sollte natürlich dabei
bleiben, auch wenn es gegen feuchte Daunen nicht hilft.......juergen

Guido Eink

unread,
Feb 17, 2000, 3:00:00 AM2/17/00
to
Am Wed, 16 Feb 2000 19:19:30 +0100 hast Du (Juergen Jakobi)
geschrieben:

Hi Juergen Jakobi,

[Daunen-Info]

für ein Buch reicht es vielleicht noch nicht, aber ein kleines Booklet
kann es durchaus schon sein. :-))

--
Bis dann
Guido guido...@outdoor-infos.de

http://outdoor-infos.de

Juergen Jakobi

unread,
Feb 17, 2000, 3:00:00 AM2/17/00
to
Guido Eink wrote:
>

>
> Hi Juergen Jakobi,
>
> [Daunen-Info]
>
> für ein Buch reicht es vielleicht noch nicht, aber ein kleines Booklet
> kann es durchaus schon sein. :-))
>

Hi Guido,

meine Infos reichen aus um ein etwas groesseres Booklet draus zu machen :-))

Ich habe ein wenig Hemmungen die Laenge meiner Beitraege noch weiter zu
steigern. Bei entsprechendem Interesse kann ich das aber nachholen.
Z.B. habe ich Konstruktion/Verarbeitung/Einsatzbereiche von
Daunenequipment ausgelassen.......neben zusaetzlichen Faktoren wie
Oxygen Number, chem.Zusammensetzung,
Schlafklima-Betrachtungen....Hersteller/Verarbeiter, Fachverbaende,
Gutachten, Sachverstaendige.....koennte man was draus machen.

juergen..... heute mal daunenmaessig gut drauf

Maico Schulz

unread,
Feb 17, 2000, 3:00:00 AM2/17/00
to
Im Artikel <38AAEA2F...@takeit.co.at>, Juergen Jakobi
<juergen...@takeit.co.at> schreibt:

>Wie versprochen hier die Info.

_Sehr_ interessant. Meine nächste Schlummertüte wird garantiert mit Daunen
sein...

so weit
Maico

--
keep your dogs happy...
...and mush

Juergen Jakobi

unread,
Feb 19, 2000, 3:00:00 AM2/19/00
to
Hallo Maico,


>
Snip

> Naja, bei einer anstehenden kleinen Rhöntour von kommenden Mittwoch bis Sonntag
> werde ich wieder das Vergnügen einer Grundsatzdiskussion über den Eigentum und
> das Nutzungsrecht meiner Schlummertüte mit meinen Hunden haben.....


Wo genau willst Du da hin ?
Ein alter Freund von mir ist Naturschutzwart im Naturschutzpark Hohe
Rhön, die Hochflaeche oberhalb Fladungen ....da war ich frueher alle 4
Wochen bevor ich Skandinavien "entdeckt" habe.

juergen...neugierig

Maico Schulz

unread,
Feb 19, 2000, 3:00:00 AM2/19/00
to
Im Artikel <38ADD15B...@takeit.co.at>, Juergen Jakobi
<juergen...@takeit.co.at> schreibt:

>

Skandinavien ist ok, aber diesmal regiert der magere Geldbeutel, außerdem ist
es ja nur kurz... Wir wollen irgendwo in Thüringen das Auto abstellen,
wahrscheinlich irgendwo Unterkatz oder Oberkatz (wir lassen uns dort von der
Nase leiten) und dann erstmal Richtung Süden - gen Bayern, etwa auf die Ecke
Fladungen / Urspringen, von da langsam Richtung Hessen (Heimatscholle), etwa
Gersfeld, und dann wieder irgendwie gen Auto.
Ferner ist meine Bekannte noch nie "so" unterwegs gewesen - also noch nie
gewandert und einen Packtaschenhund am Bauchgurt, und das Wetter ist derzeit ja
auch nicht gerade für Schönwettercamper konzipiert. Muß ich also etwas
Rücksicht nehmen. Die Gute kennt nur bescheidene Wanderungen im heimischen
Vogelsberg. (Und da ich sie mal für eine Lappland - Skijöring oder Pulkatour
mit meinen Hunden gewinnen will, ist diese Rhöntour quasi eine Generalprobe)

so mit zwei neugierigen Huskies kämpfend, die ahnen warum ich das Auto mit
solch lustigen Dingen belade: "Nein, heute noch nicht.."

Juergen Jakobi

unread,
Feb 19, 2000, 3:00:00 AM2/19/00
to
Hallo Maico,

>
> Skandinavien ist ok, aber diesmal regiert der magere Geldbeutel, außerdem ist
> es ja nur kurz... Wir wollen irgendwo in Thüringen das Auto abstellen,
> wahrscheinlich irgendwo Unterkatz oder Oberkatz (wir lassen uns dort von der
> Nase leiten) und dann erstmal Richtung Süden - gen Bayern, etwa auf die Ecke
> Fladungen / Urspringen, von da langsam Richtung Hessen (Heimatscholle), etwa
> Gersfeld, und dann wieder irgendwie gen Auto.

Rhoen ist auch ok....:-))

Ich fahre da manchmal noch zum Zwischenstop nach/von Skandinavien vorbei.
Um diese Zeit ist es da ja auch schoen ruhig, im Gegensatz zum Sommer/Herbst.
Die Hochflaeche ist insofern interessant als dort im Zuge der
Naturparkausweisung alle ehemaligen Parkplaetze beseitigt wurden, das
heisst, Zugang nur noch zu Fuss via Fladungen, Rhoenparkhotel oder Rhoenhaeuschen.
Dadurch ist es im Gegensatz zur Wasserkuppe geradezu einsam.......bis
auf den Durchgangsverkehr auf der Strasse.
Und im Winter kann es auf der Hochflaeche ziemlich kalt werden, -30 sind
fuer die geringe Hoehenlage schon beachtlich. Hatten wir mehrfach.
Neben den Klassikern rotes und schwarzes Moor gibt es, abseits der
Wanderwege, noch das sog. kleine und grosse Moor, auf der Karte 1:50.000
Hochrhoen zu finden. An der Abzweigung zum Rhoenparkhotel auf der
Hochflaeche in die Gegenrichtung gehen...

Wo liegt die Heimatscholle ?
Meine liegt bei Limburg.

Gruss..juergen

Guido Eink

unread,
Feb 19, 2000, 3:00:00 AM2/19/00
to
Am Sat, 19 Feb 2000 00:10:25 +0100 hast Du (Juergen Jakobi)
geschrieben:

Hi Juergen Jakobi,
>

>> Naja, bei einer anstehenden kleinen Rhöntour von kommenden Mittwoch bis Sonntag
>> werde ich wieder das Vergnügen einer Grundsatzdiskussion über den Eigentum und
>> das Nutzungsrecht meiner Schlummertüte mit meinen Hunden haben.....
>
>
>Wo genau willst Du da hin ?
>Ein alter Freund von mir ist Naturschutzwart im Naturschutzpark Hohe
>Rhön, die Hochflaeche oberhalb Fladungen ....da war ich frueher alle 4
>Wochen bevor ich Skandinavien "entdeckt" habe.

ich habe gerade mal auf der Karte nachgeschaut, Fladungen liegt
oberhalb Würzburg.
Wenn Ihr beide Euch dort so gut auskennt, sollte dort eine
Wochenend-dro-Wanderung mal möglich sein, zumal es ziemlich zentral in
D liegt.

Maico Schulz

unread,
Feb 19, 2000, 3:00:00 AM2/19/00
to
Im Artikel <38AE7C41...@takeit.co.at>, Juergen Jakobi
<juergen...@takeit.co.at> schreibt:

>


>Rhoen ist auch ok....:-))
>
>Ich fahre da manchmal noch zum Zwischenstop nach/von Skandinavien vorbei.
>Um diese Zeit ist es da ja auch schoen ruhig, im Gegensatz zum Sommer/Herbst.
>Die Hochflaeche ist insofern interessant als dort im Zuge der
>Naturparkausweisung alle ehemaligen Parkplaetze beseitigt wurden, das
>heisst, Zugang nur noch zu Fuss via Fladungen, Rhoenparkhotel oder
>Rhoenhaeuschen.
>Dadurch ist es im Gegensatz zur Wasserkuppe geradezu einsam.......bis
>auf den Durchgangsverkehr auf der Strasse.
>Und im Winter kann es auf der Hochflaeche ziemlich kalt werden, -30 sind
>fuer die geringe Hoehenlage schon beachtlich. Hatten wir mehrfach.
>Neben den Klassikern rotes und schwarzes Moor gibt es, abseits der
>Wanderwege, noch das sog. kleine und grosse Moor, auf der Karte 1:50.000
>Hochrhoen zu finden. An der Abzweigung zum Rhoenparkhotel auf der
>Hochflaeche in die Gegenrichtung gehen...
>
>Wo liegt die Heimatscholle ?
>Meine liegt bei Limburg.

Limburg bin ich letzten Sommer als Betreuer einer Jugendgruppe 2 Tage gewesen.
Wir sind die gesamte Lahn mal langgepaddelt - Marburg - Lahnstein. Unsere
Jugendlichen waren allesamt kaum belastbar (Omegaschleife bei Camberg mit etwas
Gegenwind, Riesengejammer). Zudem hatten wir in dieser Gruppe grandiose
Idioten. Manche glaubten uns es wirklich, als wir aus Jux in Leun / Solms
meinten: "Kinders, dieser Fluß ist weltweit der einzige, der ab Leun bis nach
Runkel bergauf fließt!"...
Naja, und unsere Jugendlichen mußten natürlich selbst kochen - du ahnst, was
Jugendliche unter Kochen verstehen? - und so genossen wir (drei der fünf
Betreuer) leckeren Limburger Kebab. War spassig, weil unsere zwei
zurückgebliebenen Betreuer nicht mit dem Gaskocher klarkamen und so nix zum
essen auf dem Tisch war. Und wir pappensatt und nach Knoblauch stinkend :-)))
(Ich sollte erwähnen, diese zwei unfähigsten Betreuer waren:
Sozialpädagogikstudentinnen, hehe.) So macht man sich beliebt...
Meine Heimatscholle is nicht mal so weit weg, du mußt nur übern Taunus hüpfen
und dich gen Nidda halten - ja, dieses poppelige Nidda an dem gleichnamigen
Fluß am Fuße des Vogelsberges. Naja, so poppelig isses auch nicht, vorallem
wenn man in einem kleinen Stadtteil davon wohnt. Hier hats halt schon einige
Musher, darunter viele, die auch größre Gespanne fahren und nicht nur
Skandinavier wie ich. Autos mit einem Schlitten auf dem Dach sind also kein so
seltener Eindruck.

Zu dem roten oder / und schwarzen Moor wollte ich auf jedenfall, und ansonsten
mich halt - je nach Laune meiner Bekannten und der Hunde von mirakulösen Wegen
auf meiner Karte leiten lassen. Wir Hessen sind ja sehr flexibel... :-)
Die Wasserkuppe ist wirklich ein Ort zum Abgewöhnen. Ähnlich schlimm wie der
Taufstein auf dem Vogelsberg. Da hat es sagenhaft gute Loipen, aber fahren mit
Hunden kannste vergessen, weil dir tausende Leute entgegenkommen, manche
blutige Anfänger und sehr schreckhaft, wenn zwei Huskies mit Volldampf um die
Ecke schießen..
Naja, und der Taunus... :-(

so weit

Maico Schulz

unread,
Feb 19, 2000, 3:00:00 AM2/19/00
to
Im Artikel <uJeuOE5ZdPZmTp...@4ax.com>, Guido Eink <ge...@telda.net>
schreibt:

>
>ich habe gerade mal auf der Karte nachgeschaut, Fladungen liegt

>oberhalb W=FCrzburg.


>Wenn Ihr beide Euch dort so gut auskennt, sollte dort eine

>Wochenend-dro-Wanderung mal m=F6glich sein, zumal es ziemlich zentral in
>D liegt.

Klingt interessant.
Die Rhön ist ein zudem sehr gutes Wandergebiet...

Juergen Jakobi

unread,
Feb 19, 2000, 3:00:00 AM2/19/00
to
Hallo Guido,


>
> ich habe gerade mal auf der Karte nachgeschaut, Fladungen liegt

> oberhalb Würzburg.


> Wenn Ihr beide Euch dort so gut auskennt, sollte dort eine

> Wochenend-dro-Wanderung mal möglich sein, zumal es ziemlich zentral in
> D liegt.
> --

Gute Idee.

Highlight damals war fruehmorgens vor den Touristen mit dem
Naturschutzwart frei durchs Hochmoor abseits der
Holzbohlen-Stege,...Sonnenaufgang ueberm Moor, glitzernde
Tautroepfchen,...und aufpassen wo man hintritt, die "Wasserloecher" sind
tief und schmal, beim (frueheren) Torfabbau hat man einige Moorleichen
(gut konserviert im sauerstoff-armen Wasser) gefunden.....
die Hochrhoen hat was.......

Es gibt im Schutzgebiet 3 alte Stallungen mit angebautem Wohntrakt.
Stammen aus der Zeit als dort noch auf den Sommerweiden Pferde gehalten
wurden. 1 verfaellt, 1 gehoert einem Wanderschaefer.
Die 3. gehoert einem oertlichen Skiverein der sie nur 1x im Jahr benutzt.
Liegt in der Naehe von Oberoelsbach, am suedlichen Rand der Hochflaeche.
Im Ort ist das Naturschutz-Zentrum, da gibts die Infos.
Hatte dieses Gemaeuer mal ein paar Tage als Basislager gemietet,
...Holzofen, kein Strom, Wasser "near by"...billigst ueber den
Naturschutzwart vermittelt.
Der heisst Juergen Holzhausen und ist Mitglied im Skiverein......

Das waere vielleicht was, 2 Raeume, einer als Aufenthaltsraum fuer 6-8 Leute.
Im Nebenraum BW-maessige Stockbetten, 3 oder 4, bin nicht mehr sicher.
Koennte aber ein guter Ausgangspunkt fuer eine Rundtour ueber die
Hochflaeche sein, kleine Runde 25 Km, groessere etwa 40 Km.

Guido, uebernehmen Sie...:-))

juergen....bin dabei

Rosi Boehm

unread,
Feb 19, 2000, 3:00:00 AM2/19/00
to

Hallo Jürgen und Guido -

> Guido, uebernehmen Sie...:-))
>
> juergen....bin dabei

Dem kann ich mich nur anschließen - das wäre genau das Ding, daß wir
brauchen. Wenn jetzt das Team Jürgen und Guido weiterplant und bald
einen passenden Termin aussucht - wird bestimmt toll, ich freue mich
schon.
Rosi

Carsten Boecker

unread,
Feb 20, 2000, 3:00:00 AM2/20/00
to
Juergen Jakobi schrieb:

> [...]
> Wann ist denn Pfingsten in diesem Jahr ?
> Juni waere guenstig, vor den Sommerferien jedenfalls.

Pfingsten (10.06-13.06 bei mir frei) finde ich gut, in den Sommerferien
vom 3.08 bis zum 23.08.

--
Tschüs /"\ ASCII ribbon campaign
Carsten \ / ---------------------
X against HTML mail
/ \ and postings

Guido Eink

unread,
Feb 20, 2000, 3:00:00 AM2/20/00
to
Am Sun, 20 Feb 2000 09:52:44 +0100 hast Du (Rosi Boehm) geschrieben:

Hi Rosi Boehm,

>Ist das Deine Methode eine "Frau fürs Leben" zu finden? :-)
>Ich wünsche Dir auf alle Fälle Spaß auf der Tour.

drum prüfe wer sich ewig bindet :-))

Viel Spaß beim "Testen" und natürlich Erfolg.
Wann wird denn gepoltert, aber das kennt man ja hier im Schwabenländle
ja nicht? ;-(

Frank Ullmann

unread,
Feb 21, 2000, 3:00:00 AM2/21/00
to
Hallo,

> Wenn Ihr beide Euch dort so gut auskennt, sollte dort eine
> Wochenend-dro-Wanderung mal möglich sein, zumal es ziemlich zentral in
> D liegt.


Stimmt. Und daher bei mir um die Ecke.
Ich wäre (wenn´s terminlich passt) auch gerne dabei.

Gruß
Frank Ullmann

Markus Laux

unread,
Feb 21, 2000, 3:00:00 AM2/21/00
to

Juergen Jakobi schrieb:

>
> Ein alter Freund von mir ist Naturschutzwart im Naturschutzpark Hohe
> Rhön, die Hochflaeche oberhalb Fladungen ....da war ich frueher alle 4
> Wochen bevor ich Skandinavien "entdeckt" habe.

hallo dro!
nachdem ich mich mittlerweile durch ca. 200 posts (richtig?) gefressen
habe, habe
ich nun
endlich auch mal zeit, eine frage zu stellen:
kann man in diesem naturschutzpark auch "wild" zelten bzw. sich nur mit
penntüte in
den wald legen? vielleicht kannst du oder
dein freund (der naturschutzwart) ja diese frage beantworten. ziel ist
nämlich eine
kleine survival tour mit 14jährigen pfadfindern. oder ist das zu
gefährlich? wenn ja , kennst du ein adäquates alternativgebiet (so im
westen des landes?)
würde mich über infos sehr freuen!

in diesem sinne
m.

p.s.: ich bin froh bei dro reingeschaut zu haben!!!!!

Juergen Jakobi

unread,
Feb 22, 2000, 3:00:00 AM2/22/00
to
Hallo Markus,

> hallo dro!
> nachdem ich mich mittlerweile durch ca. 200 posts (richtig?) gefressen
> habe, habe

Man koennte auch von "postings" reden.....

> ich nun
> endlich auch mal zeit, eine frage zu stellen:
> kann man in diesem naturschutzpark auch "wild" zelten bzw. sich nur mit
> penntüte in
> den wald legen?

Na ja, kommt drauf an, alleine sicherlich, mit einer ganzen Gruppe
sollte man vorher mal in Oberelsbach beim Info-Zentrum des Parks nachfragen.
Es gab mal einen extra Jugendlagerplatz im Park. Ich weiss nicht ob es
den noch gibt.Westlich der langen Rhoen am Kreuzberg gibt es sowas, habe
aber keine Adresse, Gemeindeverwaltung Bad Brueckenau oder Bischofsheim
fragen, das Gebiet dort gehoert nicht mehr zum Naturschutz-Park.


> kleine survival tour mit 14jährigen pfadfindern. oder ist das zu
> gefährlich?

Kommt drauf an was Du unter einer kleinen "Survival-Tour" (ich hasse
diese Bezeichnung) meinst.
Lass Dich mal naeher aus was genau Du machen willst, Gruppengroesse, Dauer...

Gruss...juergen

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