nachdem mich seit einiger Zeit der Ray Way fasziniert, hab ich´s dann
doch mal probiert, das mit dem Kilt. Über Christi Himmelfahrt waren
wir an der Nordsee. Bedingungen: kälteste Nacht mit 9 Grad und kräftig
Wind, niedrige Luftfeuchtigkeit, Familienzelt, 5 Testnächte. Also
richtig weichgeeiert, muß ich zugeben. Den Schlafsack (TNF Blue Kazoo)
habe ich komplett geöffnet, dabei bleibt unten eine Fußbox übrig. Als
Unterlage hielt meine 25mm dicke Thermarest her, geschlafen habe ich
in T-Shirt und leicht angeflauschter langer Radsporthose.
Es war erstmal ungewohnt: soviel Platz, Wärmeregulierung mal eben
machbar, endlich mal in Rückenlage die Beine anwinkeln können (meine
desolate LWS mag das sehr). Bei angewinkelten Beinen ist der
Schalfsackkilt im Kniebereich nicht breit genug, so das kalte Luft
eindringt. Wenn es mir zu kühl wurde, habe ich die Kapuze lose um´s
Gesicht gelegt, die Decke im Schulterbereich enger gezogen und im
Beinbereich besser abgedichtet. In der stürmischen Nacht mußte das
etwas sorgfältiger geschehen, war aber problemlos. Dank Fußbox waren
die Füße angenehm warm, der Sack konnte sich nicht in beliebige
Richtung verdünnisieren.
Morgens kamen dann meine beiden Söhne (1,5 und 4,5 Jahre) zum
kuscheln. Immernoch Platz satt und Wärme im Überfluß. War das schön.
Ein Kilt holt sicherlich nicht das lezte bischen Wärme aus dem
vorhandenen Material. Andererseit habe ich im Zelt selten so angenehm,
uneingeengt und gut geschlafen. Für kalte Nächte würde ich eine
geeignete Kopfbedeckung brauchen und statt dessen auf das Kapuzenteil
des Schlafsacks verzichten. Wenn Kilt, dann müßte er für mich
besonders im Kniebereich breiter und im Nacken- bzw. Schulterbereich
bequemer abzudichten sein. Dafür dürfte gerne der Reißverdruß
;-) fehlen. Irgendwie habe ich das schonmal gehört&gesehen....
Wenn mir das einer vor ein paar Jahren erzählt hätte, den hätte ich
achteckig in die Wüste geschickt. Kilt, tzzzz.
Gruß
Andreas
Am 27 May 2004 03:49:47 -0700, schrieb Andreas Hein
[...]
Schöner Bericht, aber ich könnte deinem Text sicher mehr
abgewinnen, wenn du erklärst worum es geht.
Danke,
Christof
--
** "Trying is the first step towards failure." **
**** ( Homer J. Simpson ) ****
******* Die FAQ zur Newsgroup de.rec.outdoors ******
********* http://www.amelunxen.net/drofaq/ *********
> Am 27 May 2004 03:49:47 -0700, schrieb Andreas Hein
>
> [...]
>
> Schöner Bericht, aber ich könnte deinem Text sicher mehr
> abgewinnen, wenn du erklärst worum es geht.
Wenn ich jetzt nicht genau wüßte, daß etwas ganz Abgefahrenes, noch nie
Dagewesenes und allem Bisherigem überlegenem kommen würde, würde ich
sagen, daß er sich auf der Isomatte mit dem offenen Schlafsack zugedeckt
hat. :)
--
Tschö
C a r s t e n
Am Thu, 27 May 2004 18:00:15 +0200, schrieb Carsten Boecker
>>
>> [...]
>>
>> Schöner Bericht, aber ich könnte deinem Text sicher mehr
>> abgewinnen, wenn du erklärst worum es geht.
>
> Wenn ich jetzt nicht genau wüßte, daß etwas ganz Abgefahrenes, noch nie
> Dagewesenes und allem Bisherigem überlegenem kommen würde, würde ich
> sagen, daß er sich auf der Isomatte mit dem offenen Schlafsack zugedeckt
> hat. :)
Ach so. Naja, für sowas Verrücktes fehlt mir wahrscheinlich einfach
die Phantasie ;-)
> Ein Kilt holt sicherlich nicht das lezte bischen Wärme aus dem
> vorhandenen Material. Andererseit habe ich im Zelt selten so angenehm,
> uneingeengt und gut geschlafen. Für kalte Nächte würde ich eine
> geeignete Kopfbedeckung brauchen und statt dessen auf das Kapuzenteil
> des Schlafsacks verzichten. Wenn Kilt, dann müßte er für mich
> besonders im Kniebereich breiter und im Nacken- bzw. Schulterbereich
> bequemer abzudichten sein. Dafür dürfte gerne der Reißverdruß
> ;-) fehlen. Irgendwie habe ich das schonmal gehört&gesehen....
Ich hatte vor 2 Jahren mit dem Yeti Magic Sac geliebäugelt. Das ist
quasi eine rechteckige Daunendecke, in die man an der Rückseite eine
25mm Thermarest-Matte hineinschieben kann, meiner Meinung nach das
optimale Teil.
Leider war es eine Fehlkonstruktion, da die Tasche für die Matte 2cm zu
kurz war. Quetschte man die Matte trotzdem hinein, gab es immer irgendwo
einen Knick, der beim Liegen störte.
Als ich bei Yeti deshalb angerufen habe, erklärte man mir, daß es
Thermarestmatten gäbe, die etwas länger seien - man könnte sich das auch
nicht erklären. Seltsam: alle Thermarestmatten in meinem Bekanntenkreis
haben die angegebenen 193cm Länge - ich habe noch nie eine um 2cm
kürzere gesehen.
Also war der Magic Sac untauglich. Ich habe mir dann einen andern
Yeti-Schlafsack gekauft, der aber wesentlich komfortabler geschnitten
ist, als der Kazoo, den ich (genau wie Du) vorher hatte. Im Yeti
Schlafsack kann ich nun auch die Beine gut anwinkeln und da der
Reißverschluß komplett um das Fußende herumgeht, kann ich ihn in warmen
Nächten ganz als Decke öffnen.
Andreas
--
funktion und design ____ www.andreas-hollmann.de
sportliche radtouren ___ www.der-bergschreck.de
Jetzt mal im Ernst: Ich bin genauso verwirrt wie die Anderen. _Was_
genau hast du mit deinem Schlafsack gemacht?
Nach der Lektüre würde ich auf *Schlafsack nicht zugemacht* tippen.
Gruß, Jens.
> Ach so. Naja, für sowas Verrücktes fehlt mir wahrscheinlich einfach
> die Phantasie ;-)
Naja, beim mir war´s eben genau so: Mir fehlte die Phantasie dazu,
einen Schlafsack nicht als solchen zu gebrauchen und dabei noch
Vorteile zu haben. Für mich war das ein Aha-Erlebnis, daß sicherlich
die Profis hier langweilt und mich der Lächerlichkeit preisgibt. Die
Idee mit dem Kilt fand ich so bekloppt, daß sie nur probiert habe,
weil es nichts kostet. Und dafür war es ein voller Erfolg.
Den Designvorgaben der allwissenden sicherheitsbewußten
übertechnisierten Outdoorbranche (asüO) werde ich künftig mit
äußerster Skepsis entgegentreten. Ich muß halt nur meine (asüO)-Denke
der letzten 20 Jahre leicht revidieren, sonst nichts.
Andreas
Am 28 May 2004 02:29:42 -0700, schrieb Andreas Hein
> Christof Amelunxen <ne...@amelunxen.net> wrote in message news:<slrncbc3p...@homer.amelunxen.net>...
>
>> Ach so. Naja, für sowas Verrücktes fehlt mir wahrscheinlich einfach
>> die Phantasie ;-)
>
> Naja, beim mir warŽs eben genau so: Mir fehlte die Phantasie dazu,
> einen Schlafsack nicht als solchen zu gebrauchen und dabei noch
> Vorteile zu haben.
> Für mich war das ein Aha-Erlebnis, daß sicherlich
> die Profis hier langweilt und mich der Lächerlichkeit preisgibt. Die
> Idee mit dem Kilt fand ich so bekloppt, daß sie nur probiert habe,
> weil es nichts kostet. Und dafür war es ein voller Erfolg.
Ich habe es immer noch nicht ganz verstanden, was denn nun dein "Kilt"
für eine unglaubliche Entdeckung ist, sorry. Geht es wirklich nur
darum, dass du den Schlafsack nicht zugemacht hast?!?
> Den Designvorgaben der allwissenden sicherheitsbewußten
> übertechnisierten Outdoorbranche (asüO) werde ich künftig mit
> äußerster Skepsis entgegentreten. Ich muß halt nur meine (asüO)-Denke
> der letzten 20 Jahre leicht revidieren, sonst nichts.
Der Reißverschluss ist ja keine Designvorgabe sondern ein Angebot. Du
musst ihn nicht benutzen, wenn du nicht willst.
Christof
P.S.: Ich glaube heute lass ich einfach mal meine Jacke offen - ich sch***
auf die Modeindustrie und ihre Designvorgaben!
> Also war der Magic Sac untauglich. Ich habe mir dann einen andern
> Yeti-Schlafsack gekauft, der aber wesentlich komfortabler geschnitten
> ist, als der Kazoo, den ich (genau wie Du) vorher hatte. Im Yeti
> Schlafsack kann ich nun auch die Beine gut anwinkeln und da der
> Reißverschluß komplett um das Fußende herumgeht, kann ich ihn in warmen
> Nächten ganz als Decke öffnen.
Das Anwinkeln der Beine bekomme ich nicht hin, weil wahlweise der
Schlafsackstoff auf der Isomatte oder die Socken auf dem
Schlafsackstoff zu gut rutschen. D.h. die Beine bleiben nur mit
Anstrengung in der angewinkelten Position. Beim Kilt ist das kein
Problem.
Mein Ziel ist es Volumen, Masse und Komplexität zu reduzieren und
Vielseitigkeit und Wohlbefinden zu erhöhen. Wegen V, M, K würde dein
Schlafsack vermutlich ausscheiden (laaanger RV, Kapuze,
Schnürzüge...). Aber man weiß ja nie :-)
Andreas
Hi,
da ich gerade in einer ähnlichen Testphase wie Andreas (brauchts denn
den RV wirklich oder kann man sich die paar Gramm auch sparen?) stecke
kann ich vielleicht zur Klärung beitragen.
Bei der ganzen Sache gehts mal wieder um die viel diskutierte
Grammschinderei. Ray Jardine (Autor eines Buches über Lightweight
Hiking, für alle die noch nix von ihm gehört haben. Seine Methode wird
eben auch Ray-Way genannt) hat sich eine Kufa-Schlafdecke (Quilt) mit
Fußfach genäht, dabei auf den RV über die ganze Länge verzichtet und
auch die Kaputze weggelassen (Mütze hat man doch sowieso dabei). Nur
das Fußende läßt sich mit einem RV öffnen oder schließen,
hauptsächlich um den Quilt tagsüber besser trocknen zu können.
Von unten isoliert sowieso die Isomatte, also kann man sich da auch
nochmal etwas Material sparen.
Ich bin derzeit auch am überlegen, mir so ein Ding zu basteln, aber da
tauchen doch einige Fragen auf: Strampel ich mich jede nacht unter der
Decke frei? Wie breit und lang muß das Teil sein, damit ich keinen
kalten Hintern bekomme? Wie groß muß der Sack für die Füße sein?
Wenns mal kälter wird, bekommt man die Ränder so dicht, dass keine
Luft reinzieht? Und bevor ich die Schere ansetzte, teste ich das doch
lieber ertmal mit meinem "normalen" Schlafsack aus.
>Ich hatte vor 2 Jahren mit dem Yeti Magic Sac geliebäugelt. Das ist
>quasi eine rechteckige Daunendecke, in die man an der Rückseite eine
>25mm Thermarest-Matte hineinschieben kann, meiner Meinung nach das
>optimale Teil.
Bei der Konstruktion dürfte das Problem sein, daß der Schlafsack fest
auf der Matte fixiert ist und man recht schnell die Füllung
plattdrückt, wenn man mal die Hintern etwas weiter rausstreckt.
Außerdem dreht sich die Kapuze so nicht mit, wenn man die
Schlafstellung wechselt. Oder stelle ich mir das jetzt falsch vor?
Viele Grüße, Martin
------------ http://www.extremtextil.de ------------
------- Versand für Outdoor-Stoffe und Zubehör ------------
Ah, jetzt komme ich langsam dahinter, danke.
Ich muss gestehen, dass sich mir der konkrete Vorteil nicht so recht
erschließen will. Bei tieferen Temperaturen (unter null) taugt die
Methode sicher nicht besonders, denn da zieht die Kälte durch jede noch
so kleine Lücke - und die entstehen zwangsweise bei der Konstruktion
wenn ich sie jetzt halbwegs richtig verstanden habe.
Bei Temperaturen über null reicht sowieso ein 500g Schlafsack
(z.B. der Pound von Yeti) und ob ich da nochmal den Reissverschluss
abschneide und ein wenig Stoff...das ist nun wirklich Erbsenzählerei.
Aber vielleicht geht es ja genau darum ;-)
Christof
> Jetzt mal im Ernst: Ich bin genauso verwirrt wie die Anderen. _Was_
> genau hast du mit deinem Schlafsack gemacht?
Getestet, ob Ray Jardine mit seinem Kilt-Geschwafel noch alle Tassen
im Schrank hat. Für Null Fragezeichen. Und: er hat.
> Nach der Lektüre würde ich auf *Schlafsack nicht zugemacht* tippen.
Exakt. Nichts weltbewegendes also.
Allerdings fand ich es frappieren, wie präzise die Beschreibungen aus
Beyond Backpacking in Sachen Kilt bei meinem kleinen Test eintrafen.
Das läßt für die Anwendung bei niedrigeren Temperaturen sowie für die
weiteren Aussagen im Buch, Gutes hoffen. Frappierend ist, wie gläubig
ich den allgemein gültigen Outdoorindustrie-Weisheiten in den letzten
gut 20 Jahren gefolgt bin. Frappierend ist auch, mit wie winzigen
Änderungen in der Benutzungsart (Decke statt Sack) ich zu genau den
Ergebnissen gekommen bin, die ich vorher als radikal und dubios
abgelehnt habe (siehe Verzicht auf langer RV, Kapuze, Schulterkragen,
Schnürzüge). Insofern hat sich da für mich schon etwas bewegt.
Andreas
Kann es sein, dass du Quilt mit Kilt übersetzt? Das wäre grob falsch.
Quilt ist eine Stepdecke, kein Schottenrock. Damit wäre der größte Teil
der Verwunderung hier erklärt.
Ciao Henning
>
> Ah, jetzt komme ich langsam dahinter, danke.
> Ich muss gestehen, dass sich mir der konkrete Vorteil nicht so recht
> erschließen will.
Gewichtsersparnis, mehr Platz unterm Quilt.
> Bei tieferen Temperaturen (unter null) taugt die
> Methode sicher nicht besonders, denn da zieht die Kälte durch jede noch
> so kleine Lücke - und die entstehen zwangsweise bei der Konstruktion
> wenn ich sie jetzt halbwegs richtig verstanden habe.
Ray Jardine ist mit dieser Methode auch in der Arktis gepaddelt.Von daher
gibts bestimmt Menschen, bei denen das funktioniert.
Ich persönlich wälze mich im Schlaf recht viel. Wenn das Quilt genügend
groß ist, müßte aber auch das funktionieren.
>
> Bei Temperaturen über null reicht sowieso ein 500g Schlafsack
> (z.B. der Pound von Yeti) und ob ich da nochmal den Reissverschluss
> abschneide und ein wenig Stoff...das ist nun wirklich Erbsenzählerei.
Och, Reißverschlüsse sind schwer. Der Versuch den einzusparen ist sehr
sinnvoll. Im übrigen ist dein Yeti sehr eng geschnitten, ein Quilt
gleichen Gewichts ist demnach auch bequemer.
Steffen
> Ich bin derzeit auch am überlegen, mir so ein Ding zu basteln, aber da
> tauchen doch einige Fragen auf: Strampel ich mich jede nacht unter der
> Decke frei?
Eigentlich nicht. Das Problem ist eher, daß kalte Luft in den Sack
einströmt, wenn du dich umdrehst.
> Wie breit und lang muß das Teil sein, damit ich keinen
> kalten Hintern bekomme?
Die Größe eines schmalgeschnittenen Schlafsacks reicht dicke aus.
> Wie groß muß der Sack für die Füße sein?
So groß wie wie der Fußssack eines gewöhnlichen, schmalgeschnittenen
Schlafsacks
> Wenns mal kälter wird, bekommt man die Ränder so dicht, dass keine
> Luft reinzieht?
Solange du dich nicht bewegst, ist das ganze dicht.
Golite hatte bei ihrem Quiltversuch Klettband an den Rändern angebracht.
Ist aber sicher nicht der letzte Schrei, ich denke bei optimaler Breite
kann man drauf verzichten.
Steffen
... ahhh! Ja, so würde ein Schuh 'draus.
Gruß, EJns.
Ich wollte, ich hätte ein Photo, wie sich das Fragezeichen über meinem
Kopf in ein Rufzeichen verwandelt hat :)
Interessant wäre allerdings jetzt, was Herr Jardine genau
gemacht/postuliert hat. Ich finde, dass uns Andreas hier grob
überschätzt, wenn er glaubt, dass wir hier alle wissen, wer das ist und
was er so schreibt. Wenn ich mir sein Posting nochmals lese, dann fehlt
irgendwo die halbe Information. Bei Ray Way dachte ich an Strahlen und
Erleuchtung. sorry, bekennder Banause, was Outdoor-Koriphäen betrifft.
Scheinbar geht es darum, dass Jardin meint, eine Decke sei auch für
tiefe Temperaturen genauso geeignet wie ein Schlafsack, was zB meiner
Ansicht widerspricht. Ich habe aber auch noch nie darüber nachgedacht.
Wenns warm ist u ich irgendeine Decke zum unterlegen habe, damit ich
nicht nackt auf der Isomatte liege (schwitzen u picken), nehm ich den
Schlafsack immer als Decke. Wenns aber kalt ist, dann muss ich den
Schlafsack zumachen, weils unter der Decke links u rechts immer
reinzieht, sobald ich mich irgendwie rühre. Und wenns ganz ganz kalt
ist, dann möchte ich meine Kapuze, die ich bis auf ein 3-cm-loch
zumachen kann auf keinen Fall missen. Eine Kapuze ist was anderes als
eine Haube. Vor allem ist die Haube oft nassgeschwitzt vom Tag und mit
der Goretexjackenkapuze, die ich am Abend aufhabe, möchte ich nicht
schlafen ;)
peter
Am Fri, 28 May 2004 15:12:45 +0200, schrieb Steffen Schwientek
>
>> Bei tieferen Temperaturen (unter null) taugt die
>> Methode sicher nicht besonders, denn da zieht die Kälte durch jede noch
>> so kleine Lücke - und die entstehen zwangsweise bei der Konstruktion
>> wenn ich sie jetzt halbwegs richtig verstanden habe.
>
> Ray Jardine ist mit dieser Methode auch in der Arktis gepaddelt.Von daher
> gibts bestimmt Menschen, bei denen das funktioniert.
>
> Ich persönlich wälze mich im Schlaf recht viel. Wenn das Quilt genügend
> groß ist, müßte aber auch das funktionieren.
Das geht mir genauso. Bei meiner Schlafweise müsste die Decke (nennen wir
das Kind beim Namen) wahrscheinlich eh mindestens so groß sein wie ein
"offener" Schlafsack. In dem Punkt spare ich also nichts.
Ich sehe dabei auch ein anderes Problem: wenn das Platzangebot größer ist,
bedeutet das im Umkehrschluss eigentlich auch, dass die zu erwärmende
Luftmasse größer ist - und das sorgt am Ende für weniger Wärme.
Oder mach ich hier einen Denkfehler?
>> Bei Temperaturen über null reicht sowieso ein 500g Schlafsack
>> (z.B. der Pound von Yeti) und ob ich da nochmal den Reissverschluss
>> abschneide und ein wenig Stoff...das ist nun wirklich Erbsenzählerei.
>
> Och, Reißverschlüsse sind schwer. Der Versuch den einzusparen ist sehr
> sinnvoll. Im übrigen ist dein Yeti sehr eng geschnitten, ein Quilt
> gleichen Gewichts ist demnach auch bequemer.
Ok, ich denke nur das man es mit der Gewichtsparerei auch ziemlich
übertreiben kann. Aber wem das Spass macht will ich nicht davon abhalten.
Ich bin froh dass mein Schlafsack einen Reissverschluss hat und trage sein
Gewicht gerne dafür durch die Gegend ;-)
Bis denn,
> nachdem mich seit einiger Zeit der Ray Way fasziniert, hab ich´s dann
> doch mal probiert, das mit dem Kilt.
Bin etwas irritiert von diesem - doch schon verhältnismäßig langen -
Thread. Nur kurz die Frage, ob ich das richtig verstanden habe:
Geht's hier um nichts anderes, als darum, im Schlafsack zu schlafen, und
diesen nicht zu schließen?
Fragt, leicht zweifelnd,
Jochen
>>Wenn mir das einer vor ein paar Jahren erzählt hätte, den hätte ich
>>achteckig in die Wüste geschickt. Kilt, tzzzz.
>
> Jetzt mal im Ernst: Ich bin genauso verwirrt wie die Anderen. _Was_
> genau hast du mit deinem Schlafsack gemacht?
Er hat seinen Schlafsack zu einem Schottenröckchen umgearbeitet... ;-)
Kilt:
http://www.kilt-shop-scotland.com/images/the-kilt-pic.jpg
Quilt:
http://www.newsushi.net/quilt.html
--
"sitzt der penner in der ecke dann sieh ihn dir an
es könnte ich sein vielleicht bist du es irgendwann"
-- Die Fantastischen Vier
> Geht's hier um nichts anderes, als darum, im Schlafsack zu schlafen, und
> diesen nicht zu schließen?
Pardon, hatte den zweiten Teil des Threads noch nicht entdeckt. Frage
damit erledigt.
Schönen Gruß,
Jochen
> Hallo,
>
> Am Fri, 28 May 2004 15:12:45 +0200, schrieb Steffen Schwientek
>>
>>> Bei tieferen Temperaturen (unter null) taugt die
>>> Methode sicher nicht besonders, denn da zieht die Kälte durch jede noch
>>> so kleine Lücke - und die entstehen zwangsweise bei der Konstruktion
>>> wenn ich sie jetzt halbwegs richtig verstanden habe.
>>
>> Ray Jardine ist mit dieser Methode auch in der Arktis gepaddelt.Von
>> daher gibts bestimmt Menschen, bei denen das funktioniert.
>>
>> Ich persönlich wälze mich im Schlaf recht viel. Wenn das Quilt genügend
>> groß ist, müßte aber auch das funktionieren.
>
> Das geht mir genauso. Bei meiner Schlafweise müsste die Decke (nennen wir
> das Kind beim Namen)
Seit wann haben Decken Fußboxen?
> wahrscheinlich eh mindestens so groß sein wie ein
> "offener" Schlafsack. In dem Punkt spare ich also nichts.
Ich setze meinen Pound fast immer als Quilt ein. Ich denke, diese Größe ist
absolut ausreichend.
> Ich sehe dabei auch ein anderes Problem: wenn das Platzangebot größer
> ist, bedeutet das im Umkehrschluss eigentlich auch, dass die zu
> erwärmende Luftmasse größer ist - und das sorgt am Ende für weniger
> Wärme.
>
> Oder mach ich hier einen Denkfehler?
Schlafsackdenken. Bei einem Quilt berührt der Rand irgendwann den Boden.
Golite hat den Quilt mit Klett direkt neben den Schläfer fixiert. Der
Schwachpunkt ist eben, während der Nachts stattfindenden Drehung relativ
wenig Luft reinzulassen. Laut Ray passiert das automatisch durch den
Schläfer, ich selbst habe eine andere Erfahrung gemacht.
>>> Bei Temperaturen über null reicht sowieso ein 500g Schlafsack
>>> (z.B. der Pound von Yeti) und ob ich da nochmal den Reissverschluss
>>> abschneide und ein wenig Stoff...das ist nun wirklich Erbsenzählerei.
>>
>> Och, Reißverschlüsse sind schwer. Der Versuch den einzusparen ist sehr
>> sinnvoll. Im übrigen ist dein Yeti sehr eng geschnitten, ein Quilt
>> gleichen Gewichts ist demnach auch bequemer.
>
> Ok, ich denke nur das man es mit der Gewichtsparerei auch ziemlich
> übertreiben kann.
Es gibt Leute, die geben für 200g Wenigergewicht beim Schlafsack 200€ aus.
Da sind alternative Konzepte wesentlich preiswerter, zudem sie auch noch
andere Vorzüge aufweisen.
Steffen
> Mein Ziel ist es Volumen, Masse und Komplexität zu reduzieren und
> Vielseitigkeit und Wohlbefinden zu erhöhen. Wegen V, M, K würde dein
> Schlafsack vermutlich ausscheiden
V = 4l
M = 800g
K = tja, ich da eigentlich nichts komplexes dran finden...
Am Fri, 28 May 2004 16:58:29 +0200, schrieb Steffen Schwientek
>>>
>>> Ich persönlich wälze mich im Schlaf recht viel. Wenn das Quilt genügend
>>> groß ist, müßte aber auch das funktionieren.
>>
>> Das geht mir genauso. Bei meiner Schlafweise müsste die Decke (nennen wir
>> das Kind beim Namen)
>
> Seit wann haben Decken Fußboxen?
Ein Quilt hat auch keine Fußboxen. Der Begriff hat schon genug Verwirrung
gestiftet..ich hatte bei "Kilt" auch erst den "Schlafsackrock" im Kopf ;-)
>> wahrscheinlich eh mindestens so groß sein wie ein
>> "offener" Schlafsack. In dem Punkt spare ich also nichts.
>
> Ich setze meinen Pound fast immer als Quilt ein. Ich denke, diese Größe ist
> absolut ausreichend.
Sag ich ja. Ausreichend als Schlafsack und als Decke.
>> Ich sehe dabei auch ein anderes Problem: wenn das Platzangebot größer
>> ist, bedeutet das im Umkehrschluss eigentlich auch, dass die zu
>> erwärmende Luftmasse größer ist - und das sorgt am Ende für weniger
>> Wärme.
>>
>> Oder mach ich hier einen Denkfehler?
>
> Schlafsackdenken. Bei einem Quilt berührt der Rand irgendwann den Boden.
> Golite hat den Quilt mit Klett direkt neben den Schläfer fixiert. Der
> Schwachpunkt ist eben, während der Nachts stattfindenden Drehung relativ
> wenig Luft reinzulassen. Laut Ray passiert das automatisch durch den
> Schläfer, ich selbst habe eine andere Erfahrung gemacht.
Das heißt du hast die Erfahrung gemacht, dass die Luft reinkommt oder nicht?
Aber auch wenn die Decke den Boden berührt schließt sie doch nicht so eng
ab wie ein Schlafsack. Und wenn sie es tut ist das "mehr Platz" Argument
zumindest nicht haltbar.
>> Ok, ich denke nur das man es mit der Gewichtsparerei auch ziemlich
>> übertreiben kann.
>
> Es gibt Leute, die geben für 200g Wenigergewicht beim Schlafsack 200€ aus.
> Da sind alternative Konzepte wesentlich preiswerter, zudem sie auch noch
> andere Vorzüge aufweisen.
Ok, das stimmt. Nur weist der Schlafsack mit Reißverschluss den
(für mich entscheidenden) Vorzug auf, dass ich ihn zuziehen kann ;-)
Ray Jardine ist der Autor von "beyond backpacking" und der Erfinder des
Ultralight-Hikings. Nach seiner zentralen These sollte man die
Ausrüstung so leicht wie irgendwie möglich bekommen, um mehr Spass am
Wandern zu haben.
Daraus haben seine Jünger eine Religion gemacht ...
> Ich finde, dass uns Andreas hier grob
> überschätzt, wenn er glaubt, dass wir hier alle wissen, wer das ist und
> was er so schreibt. Wenn ich mir sein Posting nochmals lese, dann fehlt
> irgendwo die halbe Information. Bei Ray Way dachte ich an Strahlen und
> Erleuchtung. sorry, bekennder Banause, was Outdoor-Koriphäen betrifft.
Google hilft.
> Scheinbar geht es darum, dass Jardin meint, eine Decke sei auch für
> tiefe Temperaturen genauso geeignet wie ein Schlafsack, was zB meiner
> Ansicht widerspricht. Ich habe aber auch noch nie darüber nachgedacht.
> Wenns warm ist u ich irgendeine Decke zum unterlegen habe, damit ich
> nicht nackt auf der Isomatte liege (schwitzen u picken), nehm ich den
> Schlafsack immer als Decke. Wenns aber kalt ist, dann muss ich den
> Schlafsack zumachen, weils unter der Decke links u rechts immer
> reinzieht, sobald ich mich irgendwie rühre.
Und ich als bekennend unruhiger Bauch- bis Seitenschläfer habe mit allen
lockeren Decken ein echtes Problem. Und wenn ich dann auch noch (wie
meistens) meine uralte Ridge-Rest-Matte dabei habe, dann brauche ich die
Schicht zwischen mir und der Matte, damit ich nicht mit einem lustigen
Muster in der Haut aufwache.
> Und wenns ganz ganz kalt
> ist, dann möchte ich meine Kapuze, die ich bis auf ein 3-cm-loch
> zumachen kann auf keinen Fall missen. Eine Kapuze ist was anderes als
> eine Haube. Vor allem ist die Haube oft nassgeschwitzt vom Tag und mit
> der Goretexjackenkapuze, die ich am Abend aufhabe, möchte ich nicht
> schlafen ;)
Für solche Touren bin ich zu sehr Schön-Wetter-Outdoorer. Zelten im
Schnee hab ich nur mal unfreiwillig gemacht, als in Juni im Hochgebirge
plötzlich doch noch mal Schnee fiel.
Ciao Henning
> Henning Schlottmann wrote:
>>
>> Kann es sein, dass du Quilt mit Kilt übersetzt? Das wäre grob falsch.
>> Quilt ist eine Stepdecke, kein Schottenrock. Damit wäre der größte Teil
>> der Verwunderung hier erklärt.
>>
>
> Ich wollte, ich hätte ein Photo, wie sich das Fragezeichen über meinem
> Kopf in ein Rufzeichen verwandelt hat :)
>
> Interessant wäre allerdings jetzt, was Herr Jardine genau
> gemacht/postuliert hat.
Habe ich letztes Jahr hier schon mal geschrieben.
> Scheinbar geht es darum, dass Jardin meint, eine Decke sei auch für
> tiefe Temperaturen genauso geeignet wie ein Schlafsack,
Ein Quilt ist keine Decke. Die Fußbox ist wichtig, da sich die Füße aus
einer Decke rausarbeiten können.
> Wenns aber kalt ist, dann muss ich den
> Schlafsack zumachen, weils unter der Decke links u rechts immer
> reinzieht, sobald ich mich irgendwie rühre.
Geht mir genauso. Als Maßnahme kann man Klettband an den Rändern anbringen
und so das Quilt an die Isomatte/Untergrund fixieren. Laut Ray sorgt der
Schläfer aber selbst für die richtige Position, so daß es nicht kalt wird
(bei Ray hat das auch so funktioniert)
> Und wenns ganz ganz kalt
> ist, dann möchte ich meine Kapuze, die ich bis auf ein 3-cm-loch
> zumachen kann auf keinen Fall missen. Eine Kapuze ist was anderes als
> eine Haube. Vor allem ist die Haube oft nassgeschwitzt vom Tag und mit
> der Goretexjackenkapuze, die ich am Abend aufhabe, möchte ich nicht
> schlafen ;)
Ray schleppt eine extra Schlaf/Ruhehaube mit. Für den Tag verwendet er
weniger isolierendere Kopfbedeckungen.
Steffen
>
> peter
"Kilt" ist nach langer Diskussion mit Ahas und Ohos wohl aus dem
Rennen. Ists nun ein Qulit oder eine Decke?
Mr. Jardine hat den "Quilt" wie fast alle Teile seiner Ausrüstung
selber geschneidert. Um die Isolation zu fixieren, hat er durch Ober-
und Unterstoff und die Füllung durchgenäht (mit lockerer Naht um die
Füllung nicht zu komprimieren), wie man es nun mal eben bei einem Quil
macht. Daher der Begriff.
Gruß, Martin
Am Fri, 28 May 2004 18:35:46 +0200, schrieb Martin Gaebert
> Kilt, Quilt oder Decke?
>
> "Kilt" ist nach langer Diskussion mit Ahas und Ohos wohl aus dem
> Rennen. Ists nun ein Qulit oder eine Decke?
>
> Mr. Jardine hat den "Quilt" wie fast alle Teile seiner Ausrüstung
> selber geschneidert. Um die Isolation zu fixieren, hat er durch Ober-
> und Unterstoff und die Füllung durchgenäht (mit lockerer Naht um die
> Füllung nicht zu komprimieren), wie man es nun mal eben bei einem Quil
> macht. Daher der Begriff.
Danke, noch ein Rätsel gelöst in diesem Thread ;-)
wie so oft kommts bei der ganzen Sache auf den Einsatzzweck an.
Angeblich soll es ja Sommer werden (in BLN merkt man das noch nicht so
richtig . . .), und für den Fall reicht denke ich meistens eine Decke.
Wenn ich im Winter/Herbst losziehe packe ich (bisher zumindest) auch
lieber meine Daunentüte ein, bei der ich alles bis auf die Nasenspitze
einmümmeln kann. Aber bei Temperaturen um 10 Grad stört es mich kaum
wenn mal ein Windhauch durchzieht.
>Ein Quilt hat auch keine Fußboxen. Der Begriff hat schon genug Verwirrung
>gestiftet..ich hatte bei "Kilt" auch erst den "Schlafsackrock" im Kopf ;-)
Sieh an anderer Stelle des Threads.
>
>>> wahrscheinlich eh mindestens so groß sein wie ein
>>> "offener" Schlafsack. In dem Punkt spare ich also nichts.
Nach ersten Test könnte ich durchaus 20 cm sparen. wäre dann 115 cm
breit.
>>> Ich sehe dabei auch ein anderes Problem: wenn das Platzangebot größer
>>> ist, bedeutet das im Umkehrschluss eigentlich auch, dass die zu
>>> erwärmende Luftmasse größer ist - und das sorgt am Ende für weniger
>>> Wärme.
Der Teil desder KiltsQiultsDecke (um es allen recht zu machen), unter
der man gerade nicht liegt, liegt auf dem Boden auf. Daher ist da auch
keine Luft zu erwärmen.
>>>
>>> Oder mach ich hier einen Denkfehler?
>>
>> Schlafsackdenken. Bei einem Quilt berührt der Rand irgendwann den Boden.
>> Golite hat den Quilt mit Klett direkt neben den Schläfer fixiert. Der
>> Schwachpunkt ist eben, während der Nachts stattfindenden Drehung relativ
>> wenig Luft reinzulassen. Laut Ray passiert das automatisch durch den
>> Schläfer, ich selbst habe eine andere Erfahrung gemacht.
Der Nachteil von Klett ist Denke ich mal, daß derdie QuiltDecke fest
an einer Stelle fixiert ist. Also aus mit der Bewegungsfreiheit. Wenn
man sich doch mal zu viel bewegt, geht der Klettverschluß auf und man
muß ihn wieder dranfummeln. Ich überlege mir, die Ränder zu
beschweren, damit derdie QuiltDecke bei Bedarf am Rand besser
abschließt.
>Das heißt du hast die Erfahrung gemacht, dass die Luft reinkommt oder nicht?
>Aber auch wenn die Decke den Boden berührt schließt sie doch nicht so eng
>ab wie ein Schlafsack. Und wenn sie es tut ist das "mehr Platz" Argument
>zumindest nicht haltbar.
>>> Ok, ich denke nur das man es mit der Gewichtsparerei auch ziemlich
>>> übertreiben kann.
>>
>> Es gibt Leute, die geben für 200g Wenigergewicht beim Schlafsack 200€ aus.
>> Da sind alternative Konzepte wesentlich preiswerter, zudem sie auch noch
>> andere Vorzüge aufweisen.
Jep, sowas in der Art hätte ich hier auch geschrieben.
Ich will am Dienstag mal den Globi Jubiläums-Sack holen und
"aufwerten". Mal sehen was er vorher und nachher wiegt (ob ich wohl an
die 600 g rankomme?). Kosten wir er 25 Euro, hält sich also im Rahmen.
Gruß, Martin
>Ok, das stimmt. Nur weist der Schlafsack mit Reißverschluss den
>(für mich entscheidenden) Vorzug auf, dass ich ihn zuziehen kann ;-)
>
>Christof
Ein Schlafsack ist sehr eng geschnitten und dafür rund um den Körper.
Ich habe daher beim Schlafen unter mir zusätzlich zur Isomatte auch noch
meine Daunenschicht als Isolationsschicht. An den Kontaktpunkten ist
diese wohl ziemlich plattgedrückt - dort gibts also eher Kältebrücken,
aber sonst bin ich rundum isoliert.
Ein Quilt hat vermutlich ein wenig weniger Fläche als ein Schlafsack,
aber es fällt die Isolierung unter mir. Ist die wichtig? Prinzipiell
interessante Frage. Weil sonst frage ich mich, warum Schlafsäcke nicht
"unten" viel dünner sind als "oben" (Ich bin Rückenschläfer, als gibts
echt ein oben u unten)
Was mir dazu auch einfällt ist, dass mein alter Ajungilak in Argentinien
einen Reissverschlussdefekt hatte. Ich musste den Schlafsack also auch
als Decke nehmen (Fussbox inklusive, weil der Zip nicht bis zu den Zehen
geht), was bei Temperaturen knapp über null (also wirklich nicht extrem)
zu ziemlich kalten Nächten geführt hat. Ich hab den Schlafsack dann
irgendwie zugenäht und beim Aussteigen die Naht immer wieder zerissen ;)
peter
>Steffen Schwientek wrote:
>>
>> Ein Quilt ist keine Decke. Die Fußbox ist wichtig, da sich die Füße aus
>> einer Decke rausarbeiten können.
>>
><skip>
>>
>> Geht mir genauso. Als Maßnahme kann man Klettband an den Rändern anbringen
>> und so das Quilt an die Isomatte/Untergrund fixieren. Laut Ray sorgt der
>> Schläfer aber selbst für die richtige Position, so daß es nicht kalt wird
>> (bei Ray hat das auch so funktioniert)
>>
>
>Ein Schlafsack ist sehr eng geschnitten und dafür rund um den Körper.
>Ich habe daher beim Schlafen unter mir zusätzlich zur Isomatte auch noch
>meine Daunenschicht als Isolationsschicht. An den Kontaktpunkten ist
>diese wohl ziemlich plattgedrückt - dort gibts also eher Kältebrücken,
>aber sonst bin ich rundum isoliert.
>
>Ein Quilt hat vermutlich ein wenig weniger Fläche als ein Schlafsack,
>aber es fällt die Isolierung unter mir. Ist die wichtig? Prinzipiell
>interessante Frage. Weil sonst frage ich mich, warum Schlafsäcke nicht
>"unten" viel dünner sind als "oben" (Ich bin Rückenschläfer, als gibts
>echt ein oben u unten)
So Teile gibts schon (Frag mich bitte nicht nach Name Hersteller
Baujahr). Nachteil beim geschlossenen Schlafsack: wenn man beim
Schlafen nicht wie festgenagelt am Boden liegt sondern sich auch mal
rumdreht dreht der Schlafsack mit und unten ist auf einmal oben - und
schon wirds frisch. Bei einem Quilt der unten offen ist passiert das
nicht.
Bei der prinzipiell interessanten Frage sollte man vielleicht noch
zwischen KuFa und Daune unterscheiden. Daune läßt sich sehr gut
komprimieren, also ist auch nicht mehr so viel Luft drinnen die noch
isolieren kann. Bei KuFa ist das anders. Frage ist, ob sich das
auswirkt... Bei einer guten Isomatte sollte das aber eh egal sein.
>Was mir dazu auch einfällt ist, dass mein alter Ajungilak in Argentinien
>einen Reissverschlussdefekt hatte. Ich musste den Schlafsack also auch
>als Decke nehmen (Fussbox inklusive, weil der Zip nicht bis zu den Zehen
>geht), was bei Temperaturen knapp über null (also wirklich nicht extrem)
>zu ziemlich kalten Nächten geführt hat. Ich hab den Schlafsack dann
>irgendwie zugenäht und beim Aussteigen die Naht immer wieder zerissen ;)
Einfach so um den Körper wicklen hat nicht gereicht? Wenn du eh nur
auf dem Rücken schläfst kannst Du den Sack doch ganz gut fixieren.
Gruß, Martin
> Hallo,
>
> Am Fri, 28 May 2004 16:58:29 +0200, schrieb Steffen Schwientek
>>>>
>>>> Ich persönlich wälze mich im Schlaf recht viel. Wenn das Quilt
>>>> genügend groß ist, müßte aber auch das funktionieren.
>>>
>>> Das geht mir genauso. Bei meiner Schlafweise müsste die Decke (nennen
>>> wir das Kind beim Namen)
>>
>> Seit wann haben Decken Fußboxen?
>
> Ein Quilt hat auch keine Fußboxen. Der Begriff hat schon genug Verwirrung
> gestiftet..ich hatte bei "Kilt" auch erst den "Schlafsackrock" im Kopf
> ;-)
Nö. Ein Quilt ist in diesem Fall eine Decke mit Fußbox. Ray hat das Ding
nach der Stepptechnik benannt.
>>> Oder mach ich hier einen Denkfehler?
>>
>> Schlafsackdenken. Bei einem Quilt berührt der Rand irgendwann den Boden.
>> Golite hat den Quilt mit Klett direkt neben den Schläfer fixiert. Der
>> Schwachpunkt ist eben, während der Nachts stattfindenden Drehung relativ
>> wenig Luft reinzulassen. Laut Ray passiert das automatisch durch den
>> Schläfer, ich selbst habe eine andere Erfahrung gemacht.
>
> Das heißt du hast die Erfahrung gemacht, dass die Luft reinkommt oder
> nicht?
Solange ich mich nicht bewege, nein.
> Aber auch wenn die Decke den Boden berührt schließt sie doch nicht
> so eng ab wie ein Schlafsack. Und wenn sie es tut ist das "mehr Platz"
> Argument zumindest nicht haltbar.
Schau dir einfach mal eine normale Decke an.Die liegt ziemlich nah des
Körpers auf.
Steffen
> Hi,
>
> wie so oft kommts bei der ganzen Sache auf den Einsatzzweck an.
> Angeblich soll es ja Sommer werden (in BLN merkt man das noch nicht so
> richtig . . .), und für den Fall reicht denke ich meistens eine Decke.
> Wenn ich im Winter/Herbst losziehe packe ich (bisher zumindest) auch
> lieber meine Daunentüte ein, bei der ich alles bis auf die Nasenspitze
> einmümmeln kann.
Ray Jardine hat den Quilt auch in großer Kälte eingesetzt. Er hat nur die
Dicke der Oberschicht variiert.
Wenn man schon ein solches Konzept ausprobiert, dann bitte nicht nur in
warmen Sommernächten. Selbst auf Sommerurlauben muß mein Schlafsack -5°
abkönnen. Ansonsten baut man ein Ding mit zu sehr eingeschränkten
Einsatzbereich.
> Aber bei Temperaturen um 10 Grad stört es mich kaum
> wenn mal ein Windhauch durchzieht.
>
> Der Nachteil von Klett ist Denke ich mal, daß derdie QuiltDecke
Nenn das Ding einfach Quilt.
>
fest
> an einer Stelle fixiert ist. Also aus mit der Bewegungsfreiheit. Wenn
> man sich doch mal zu viel bewegt, geht der Klettverschluß auf und man
> muß ihn wieder dranfummeln.
Der Klett geht nicht wieder auf, wenn man ihn verschließt. Zumindest nicht
unabsichtlich.
Steffen
>
> Ein Schlafsack ist sehr eng geschnitten und dafür rund um den Körper.
> Ich habe daher beim Schlafen unter mir zusätzlich zur Isomatte auch noch
> meine Daunenschicht als Isolationsschicht. An den Kontaktpunkten ist
> diese wohl ziemlich plattgedrückt - dort gibts also eher Kältebrücken,
> aber sonst bin ich rundum isoliert.
Am Boden ist die Dicke nahzu nicht mehr vorhanden. Bodenisolation kommt
nahezu) außschließlich von der Isomatte und dem drunterliegenden Boden.
>
> Ein Quilt hat vermutlich ein wenig weniger Fläche als ein Schlafsack,
> aber es fällt die Isolierung unter mir. Ist die wichtig? Prinzipiell
> interessante Frage. Weil sonst frage ich mich, warum Schlafsäcke nicht
> "unten" viel dünner sind als "oben" (Ich bin Rückenschläfer, als gibts
> echt ein oben u unten)
Manche sind unten dünner als oben.
Eine andere Sache ist: Du schwitzt auch nach unten. Ist unten Isolation, so
schwitzt du die Isolation voll, dein Rücken bleibt aber trocken. Bei der
Quilt Methode klebt die Isomatte in der Nacht am Rücken.
Steffen
> Kilt,
Quilt muß es natürlich heißen.
Das war war eine Schlampigkeit Sondershausen von mir.
Dank an alle, die meiner Ignoranz auf die Sprünge geholfen haben.
Den Satz heiße Ohren habe ich mir redlich verdient.
Andreas
>
> Bei der prinzipiell interessanten Frage sollte man vielleicht noch
> zwischen KuFa und Daune unterscheiden. Daune läßt sich sehr gut
> komprimieren, also ist auch nicht mehr so viel Luft drinnen die noch
> isolieren kann. Bei KuFa ist das anders. Frage ist, ob sich das
> auswirkt... Bei einer guten Isomatte sollte das aber eh egal sein.
>
Bei Schnee ist eine dünne Isomatte (Thermarest Ultralight) zu wenig. Ich
denke ja auch, dass der Körper beim Schlafen nicht flächig am Boden
aufliegt, sondern dass es einige wenige Punkte gibt, die das Gewicht
primär tragen und sonst sind vermutlich bis zu 1cm frei, die dann von
der Daune schön ausgefüllt werden. Ob das natürlich die Gesamtisolation
erhöht ?
>
>>Was mir dazu auch einfällt ist, dass mein alter Ajungilak in Argentinien
>>einen Reissverschlussdefekt hatte. Ich musste den Schlafsack also auch
>>als Decke nehmen (Fussbox inklusive, weil der Zip nicht bis zu den Zehen
>>geht), was bei Temperaturen knapp über null (also wirklich nicht extrem)
>>zu ziemlich kalten Nächten geführt hat. Ich hab den Schlafsack dann
>>irgendwie zugenäht und beim Aussteigen die Naht immer wieder zerissen ;)
>
>
> Einfach so um den Körper wicklen hat nicht gereicht? Wenn du eh nur
> auf dem Rücken schläfst kannst Du den Sack doch ganz gut fixieren.
>
nein, ich liege zwar brav am Rücken, aber ich bin "unruhig" und strample
ein wenig hin- und her. Ich rotiere auch um einen gedachte Achse durch
meinen Nabel :) Ich denke, wenn man mal schlaft, dann ist das mit dem
Quilt wohl ok, weil man sich dann eh selber so richtet, aber wenns beim
Einschlafen, wo man ohnehin oft ausgekühlt ist, irgendwo reinzieht, dann
ist das ganz schlimm ...
peter
--
http://www2.goldfisch.at/know_list
http://leblogsportif.sportnation.at
> Ich persönlich wälze mich im Schlaf recht viel. Wenn das Quilt genügend
> groß ist, müßte aber auch das funktionieren.
Wenn es genügend groß ist, ist es aber auch schwerer, wodurch die ganze
Gewichtsersparnis ad absurdum geführt wird. Die obere Hälfte eines
Schlafsacks, der z.B. 80cm breit ist, würde niemals als Decke
ausreichen. Also muß man die Decke deutlich breiter machen und hat zum
Schluß kein Gewicht gespart :-(
> Kann es sein, dass du Quilt mit Kilt übersetzt? Das wäre grob falsch.
> Quilt ist eine Stepdecke, kein Schottenrock. Damit wäre der größte Teil
> der Verwunderung hier erklärt.
Ach so. Wenn man dann den Dudelsack zuhause lassen kann, hat man in der
Tat deutlich Gewicht gespart.
Obwohl: ein Rock, den man auch als Decke benutzen kann, wäre doch auch
nicht schlecht. Dann kann man seinen "Schlafsack" auch tagsüber als
Kleidungsstück tragen.