ich moechte euch hier eine Beschreibung des tragischen Unfalls
eines Paddlers geben, der am Samstag, den 7.8.1999 Lech toedlich
verunglueckt ist.
Ich halte dies fuer noetig, da bereits einige falsche Reportagen und
Berichte in den Medien auftauchen und um ein Diskussion anzuregen wie
bei solchen Unfaellen besser reagiert und schneller Hilfe geleistet
werden koennte.
Wir waren an diesem Tag mit einer Gruppe von 9 Paddlern in 5 Kanadiern
auf dem Lech im Rahmen eines Wildwasserkurses unterwegs. Wir starteten
um ca. 11:00 Uhr einige km oberhalb von Elbigenalp bei schoenstem
Wetter und niedrigem, fuer einen Kurs optimalen, Wasserstand. Da wir
an jedem Kehrwasser unsere Uebungen machten kamen wir nur langsam voran
und erreichten am spaeten Nachmittag die Bruecke von Haeselgehr.
Die Gruppe des verunglueckten Paddlers sahen wir auf der Strecke mehrfach.
Sie bestand aus zwei Solokanadierpaddlern und einem Schlauchkanadier
besetzt mit 2 Personen. Der Verunglueckte fuhr solo. Sein Boot hatte
kleine aufblasbare Auftriebskoerper (Spitzenbeutel) und er trug eine
orange Kragenschwimmweste. Wo er an uns vorbei fuhr machte er keinen
besonders sicheren Eindruck, beherrschte aber Kehrwasser ein und
ausfahren und schien keine Probleme zu haben.
Wir ueberholten die 4er Gruppe das letzte mal an der letzten grossen
Kiesbank vor Haeselgehr wo sie sich vor der Durchfahrt anscheinend
nochmals trafen. Wie wie spaeter erfuhren haben sie sie Stelle bereits
beim rauffahren besichtigt
Unsere Gruppe legte ca. 100m vor der Bruecke in Haeselgehr am linken
Ufer an um die Durchfahrt zu besprechen , als die andere Solopaddlerin
der 4er Gruppe auf der auch von uns gewaehlten Route die Durchfahrt
sicher bewaeltigte. Wir diskutierten noch ueber die Fahrtroute als der
Paddler in die Stelle einfuhr. Am ersten Hindernis auf der linken
Flussseite (einer Walze) kam er gut vorbei. Nun haette er einige Meter
nach links paddeln muessen um einem grossen Stein auszuweichen, der
im rechten Drittel des Flusses liegt. Der Paddler machte allerdings
keinerlei Anstalten seinen Kanadier am Hindernis vorbeizusteuern
und prallte mit der Spitze dagegen. Das Boot kenterte sofort stromauf
und der Paddler wurde unter Wasser gezogen.
Alle starrten gebannt auf den Fluss und warteten dass er stromab
auftauchen wuerde. Nichts passierte. Dann wurde die orange Schwimmweste
sichtbar und er zog sich am Stein und am Boot mit dem Kopf ueber die
Wasseroberflaeche. Auf Zuruf schrie er dass er eingeklemmt sei, was
allerdings wegen des lauten Flusses kaum zu verstehen war. Dann flogen
bereits die ersten Wurfsaecke, die er allerdings nicht greifen konnte.
Auch war die Entfernung vom linken Ufer an der Grenze der
Wurfsackreichweite so dass dies wenig Erfolg versprach. Wir, die zwei
Kursleiter, und einige Teilnehmer rannten zu den Booten, da uns klar
war das die Rettung nur gelingen konnte, wenn wir auf den Stein kaemen.
Ein Kanadier mit K. und einem erfahrenen Kursteilnehmer an Bord fuhr
stromab um zu dem Stein zu gelangen. Ich lief mit einem Wurfsack ueber
die Bruecke ans andere Ufer. Gerade als K. auf den Verunglueckten
zupaddelte verlor dieser seine Schwimmweste, die Flussab trieb. Alle
dachten er haette sich befreien koennen aber die Weste war leer. Der
Kanadier wurde am rechten Ufer wieder hochgezogen. Mittlerweile
passierten etliche Paddler (meist Raftkunden un 2er Schlauchbooten)
die Ungluecksstelle, die meisten reagierten allerdings nicht auf
unsere Zurufe. Der Mann war zu diesem Zeitpunkt bereits unter Wasser
und nicht mehr sichtbar. Jedenfalls gelang es keinem in das Kehrwasser
hinter dem Stein zu kommen. Ploetzlich war eine Person auf dem Stein,
der stromab dorthin geschwommen war. Er versuchte den Mann unter
Wasser zu greifen hatte aber wohl keinen Erfolg. Mittlerweile war
der Kanadier wieder ein einem Kehrwasser oberhalb des Steines und
K. und ich faehrten zu dem Stein wo der Verunglueckte eingeklemmt war.
Sofort versuchten wir den Koerper des Mannes in der Stroemung zu ertasten
und wir bekamen einen Arm, dann den Kopf zu fassen. Er erschien bereits
leblos und offensichtlich mit den Fuessen unter einem Querholm eingeklemmt.
Wir bekamen den Oberkoerper nicht aus dem Wasser. Der erste Mann schrie
nach einer Saege, die wenig spater angebunden an einen Wurfsack
heruebergeflogen kam. Nun ging K. daran den Holm durchzusaegen. In
der vollen Stroemung war es wahnsinnig schwierig sich nicht selbst zu
verletzen oder die Saege zu verlieren. Mittlerweile waren 5 Personen, alles
Paddler, auf dem Stein und ich wurde abgeloest den Kopf des Mannes
ueber Wasser zu halten. Ich hatte einfach keine Kraft mehr.
Nach einiger Zeit war die Strebe durch und mit viel Muehe gelang es uns
den Mann auf den Stein zu ziehen. Sofort begannen zwei mit der
Wiederbelebung. Mittlerweile waren Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei
und ein Hubschrauber vor Ort. Hunderte Schaulustige standen auf der Bruecke.
Es wurde versucht eine Raftbruecke ans linke Ufer zu installieren, den
um den Stein gewickelten Kanadier mittels Winde wegzuziehen, alles
gleichzeitig und leider vergeblich. Am Ufer entschieden sich die
Rettungskraefte den Mann mittels des Hubschraubers und seiner Seilwinde
vom Stein abzubergen. Nur die zwei Mann die Wiederbelebung machten durften
auf dem Stein bleiben. Der Rest von uns schwamm stromab zum rechten Ufer.
Es wurde ein Sanitaeter vom Hubschrauber herabgelassen, er haengte den
Mann ein und er wurde ans Ufer geflogen, wo er sofort versorgt wurde.
Leider vergeblich, er kam nicht mehr zu Bewusstsein.
Was ich mich frage ist, wie haette man besser und vor allem schneller
reagieren koennen und wie koennte unsere Sicherheitsausruestung vervoll-
staendigt werden um besser helfen zu koennen. Vielleicht habt ihr Meinungen
dazu. Den Kurs haben wir im Einverstaendnis mit allen Teilnehmern nicht
fortgesetzt.
Ich moechte hiermit mein tiefes Mitgefuehl der Familie, den Verwandten
und Freunden des mir unbekannten Mannes zum Ausdruck bringen und ihnen
versichern das wir das uns Moegliche getan haben um ihm zu helfen. Ob
das genug und richtig war kann ich nicht beurteilen, wir taten was wir
konnten.
Stefan Schaub
--
steve
Wie kann das passieren, dass man seine Schwimmweste verliert?
Ich kenne die Westen der Paddler nicht, aber die der Segler wird man
kaum los. Sind die so lose, damit man sich noch genug bewegen kann?
Oder hatte er sie vielleicht nicht richtig angelegt (zu locker oder so)?
Jens
Er trug eine leuchtend orange Rettungsweste mit Kragen, keine der sonst im
Kanusport uebliche Rippen oder Plattenwesten. Die Weste war sicherlich nicht
richtig angepasst oder angelegt. Er war auch etwas dicker, so dass sie wohl
keinen richtigen Halt hatte.
Eine gut angepasste, ordentlich sitzende Paddlerschwimmweste loest sich
nicht so leicht vom Koerper.
Haben Rettungswesten fuer Erwachsene eigendlich Beinschlaufen? Die fuer
Kinder haben welche, das weiss ich. Diese haetten das Abstreifen sicherlich
verhindert.
--
steve
meine Segle - Helly Hanson - Schwimmweste schon - das ging bei dieser gar nicht anders, da wenn man ohnmächtig ist, man
ansonsten leicht rausrutschen würde - v.a. kann man beim Sport einen möglichen Hüftgurt nicht x-beliebig eng machen
Josef
[... Dein sehr ausführlicher Bericht ...]
>
> Was ich mich frage ist, wie haette man besser und vor allem schneller
> reagieren koennen und wie koennte unsere Sicherheitsausruestung
vervoll-
> staendigt werden um besser helfen zu koennen. Vielleicht habt ihr
Meinungen
> dazu. Den Kurs haben wir im Einverstaendnis mit allen Teilnehmern
nicht
> fortgesetzt.
>
Was hattet ihr denn dabei? Wurfleinen, Karabiner, Seilrollen,
Rettungswesten ...
Habt ihr danach die Situation in eurer Gruppe besprochen?
Wir hatten nach einem nicht so schweren Unfall (zwei Verletzte,
etliche Boote zu Bruch) die Situation ausführlich besprochen,
mit dem Resultat, daß alle Teilnehmer heute die eigenen
Sicherheitsansprüche sehr hoch geschraubt haben.
> Ich moechte hiermit mein tiefes Mitgefuehl der Familie, den Verwandten
> und Freunden des mir unbekannten Mannes zum Ausdruck bringen und ihnen
> versichern das wir das uns Moegliche getan haben um ihm zu helfen.
Dem möchte ich mich anschließen.
> Ob das genug und richtig war kann ich nicht beurteilen, wir taten
> was wir konnten.
Ist für einen Außenstehenden noch schwieriger, zu entscheiden ob
eure Maßnahmen richtig waren. Nach deinem Bericht kann ich aber
kein Punkt erkennen, wo ihr falsch agiert hättet.
Grüße,
Jürgen
Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Share what you know. Learn what you don't.
Es gibt Rettungswesten für Erwachsene mit Beinschlaufen, es gibt auch
welche ohne. Richtig funktionieren können die nur mit.
Bin ich mir leider nicht so sicher - warum haben _Rettungswesten_ sonst
die Schrittgurte? Vielleicht sollte man mal mit Weste vom Dreier
springen, um den Wasserdruck zu simulieren?
>
> Haben Rettungswesten fuer Erwachsene eigendlich Beinschlaufen? Die fuer
> Kinder haben welche, das weiss ich. Diese haetten das Abstreifen sicherlich
> verhindert.
Gute Rettungswesten haben Beinschlaufen, genau um das Verlieren der
Weste zu verhindern. Wenn die Beingurte angelegt sind, ist es fast
unmöglich, die Weste zu verlieren, unabhängig vom Körperbau.
Aber: vielleicht gibt es auch billigere Fabrikate ohne Beinschlaufen und
vor allem - in Rettungswesten ist man in der Bewegungsfreiheit sowieso
eingeschränkt, weshalb sie zum Paddeln normal auch nicht verwendet
werden. Und irgendwie sind die Beingurte immer zu kurz, behindern
zusätzlich und kneifen im Schritt, so daß ich viele kenne, die sie nicht
benutzen (beim Segeln). Könnte leider auch hier der Fall gewesen sein,
ist aber lediglich Spekulation.
Alexander
Hallo Stefan,
gerade gefunden bei Kronen Online vom 09.08.1999:
[Zitat]
WILDWASSERKANU: Bei einem Kanuunfall am Lech hat am Samstag ein
49jähriger Deutscher sein Leben verloren. Der Urlauber wurde
nach Angaben der Gendarmerie zwischen seinem Boot und einem
Stein eingeklemmt. Der 49jährige JK aus Rosenheim
war mit drei Bekannten am Lech unterwegs. Er steuerte allein
einen "offenen Kanadier" von Stockach flußabwärts. Bei der
Häselgehrer Brücke stieß er gegen einen großen Stein in der
Mitte des Flusses und kenterte. Durch die starke Strömung wurde
ihm die Schwimmweste weggerissen und er selbst unter Wasser
gedrückt. Erst durch Entfernung einer Querstrebe aus dem Boot
konnten seine Begleiter ihn aus dem Wasser ziehen. Die
belebungsversuche des Notarztes konnten das Leben des Mannes
aber nicht mehr retten.
[!Zitat]
Grüße
> Bin ich mir leider nicht so sicher - warum haben _Rettungswesten_ sonst
> die Schrittgurte? Vielleicht sollte man mal mit Weste vom Dreier
> springen, um den Wasserdruck zu simulieren?
Autsch!
Manches sollte man sich fuer den Notfall vorbehalten. ;-)
> Gute Rettungswesten haben Beinschlaufen, genau um das Verlieren der
> Weste zu verhindern. Wenn die Beingurte angelegt sind, ist es fast
> unmöglich, die Weste zu verlieren, unabhängig vom Körperbau.
Um auf die Frage zurueckzukommen, wie man solche Ungluecksfaelle wie
den geschilderten verhindert:
Ich habe bis hierher den Eindruck, dass das einfachste waere (ist),
wenn man die richtige Rettungsweste richtig anlegt, auch wenn das
unbequem ist. Evtl. muss man den Veranstalter der Fahrt/den Verleiher
der Ausruestung auch etwas nerven, bis man das _richtige_ Zeugs bekommt.
Oder woanders hingehen, falls der's nicht hat.
Nachtraeglich ist man immer klueger... Aber um diesen Lerneffekt geht
es uns ja hier gerade.
Jens
Richtig - vor allem _mit_ Schrittgurten :-)
_Wenn_ jemand den Versuch machen will, dann bitte _ohne_Schrittgurte -
ich stelle mir das automatische Ausziehen der Weste auch so unangenehm
genug vor. Vielleicht hätte ich doch den Smiley setzen sollen im
Orig-Posting...
> Ich habe bis hierher den Eindruck, daß das Einfachste wäre (ist),
> wenn man die richtige Rettungsweste richtig anlegt, auch wenn das
> unbequem ist. Evtl. muss man den Veranstalter der Fahrt/den Verleiher
> der Ausruestung auch etwas nerven, bis man das _richtige_ Zeugs bekommt.
> Oder woanders hingehen, falls der's nicht hat.
> Nachtraeglich ist man immer klueger... Aber um diesen Lerneffekt geht
> es uns ja hier gerade.
>
Prinzipiell richtig und zu unterstützen, aber:
- mit reiner Unbequemlichkeit kann man leben, daher volle Zustimmung,
sobald es auch nur _etwas_ kritisch wird.
- wenn die Beweglichkeit betroffen wird, kann es erst dadurch zu
Unfällen kommen. So gibt es (Segler-)Rettungswesten, in denen man nun
wirklich nicht mehr paddeln kann - sind natürlich schon das Optimum an
(passiver) Sicherheit.
Man kann sicher drüber streiten, ob Rettungswesten(=ohnmachtssicher,
d.h. der bewustlose Mensch wird im Wasser so gedreht, daß das Gesicht
über Wasser ist, er also nicht ertrinkt) im Bach wirklich notwendig
sind. Zumindest scheinen +90% der (WW-)Paddler dies nicht zu meinen,
denn sie tragen alle nir Schwimmwesten, die lediglich Schwimm_hilfen_
darstellen. Handeln die alle verantwortungslos?
Sich selbst fragend, wo da der IMHO notwendige Kompromiß liegt,
Alexander
> Man kann sicher drüber streiten, ob Rettungswesten(=ohnmachtssicher,
> d.h. der bewustlose Mensch wird im Wasser so gedreht, daß das Gesicht
> über Wasser ist, er also nicht ertrinkt) im Bach wirklich notwendig
> sind. Zumindest scheinen +90% der (WW-)Paddler dies nicht zu meinen,
> denn sie tragen alle nir Schwimmwesten, die lediglich Schwimm_hilfen_
> darstellen. Handeln die alle verantwortungslos?
>
> Sich selbst fragend, wo da der IMHO notwendige Kompromiß liegt,
Wenn ich das System richtig verstanden habe funktionieren diese
ohnmachtsicheren Westen wahrscheinlich auch nur in eher ruhigem
Gewässer, oder nicht? Dann hätte das in dem vorliegenden Fall
wahrscheinlich auch nicht geholfen.
Und wer fährt schon alleine? Somit sollte immer irgendwer in der Nähe
sein, der einem aus dem Wasser zieht wenn man denn "nur" treibt. Denn
wenn man eingeklemmt ist, dann hilft einem der Kragen wohl auch nicht
weiter. Ist evtl. sogar eher hinderlich (könnt ich mir vorstellen,
obwohl das reine Spekulation ist). Ich war glücklicherweise noch nie in
so einer Situation.
Bye
Michael
Moeglicherweise kann man im Kanadier ja mit Beinschlaufen fahren, im
Kajak ist das aufgrund der Spritzdecke nicht moeglich.
Ich persoenlich halte Beinschlaufen aber auch fuer komplett
ueberfluessig. Wieder ein paar Baender mehr, mit denen man irgendwo
haengenbleiben kann
Eine passende kajaktaugliche Paddelweste ist auch nur eine Schwimmhilfe
(=haelt ueber Wasser, ist aber nicht Ohnmachtsicher) und rutscht dennoch
nicht ueber den Kopf weg, wenn sie denn passt. Ich wuerde mein HF(AKC)
Multisafe auch nie gegen eine Seglerweste eintauschen wollen.
Fuer jede Anwendungsfall gibt es halt spezielle Westen.
Auch fuer Kanadier gibt es Westen, die meist laenger geschnitten sind
als Kajakwesten, die ja sonst auf die Spritzdecke druecken wuerden.
Bei dem geschilderten Unfall - denke ich - haette eine andere
Schwimmweste wohl nicht wesentlich die Chancen verbessert.
Mein Beileid
Jensens
Ich in mit meiner Weste (HF-Multisafe) schon desoefteren von Felsen in
Fluesse gesprungen - und die waren einiges hoeher als 3m (bis ca.8-10m).
Allerdings in voller Montur (Helm, Neoprenschuhe, -anzug, Spritzdecke,
Paddlejacke [unter der Weste natuerlich]). Immer Fuesse vorran.
Die Weste hat da nie anstalten gemacht sich zu bewegen. Einem Freund
hats mal den Helm dabei ausgezogen.
Meine Meinung: Eine passende Weste zieht sich nicht selbstaendig aus.
Jensens
> Es gibt Rettungswesten für Erwachsene mit Beinschlaufen, es gibt auch
> welche ohne. Richtig funktionieren können die nur mit.
>
beim Wildwasser- Kanufahren trägt man nur Schwimmwesten, ohne Beinschlaufen,
eine Ohnmachtsichere Weste gibt nur wenig Sinn, da man bei den
Strömungsverhältnissen nicht davon ausgehen kann das der Kopf über Wasser
bleibt. Weiter soll die Rettungsweste ausziebar sein, gedacht für den Fall,
das man mit der Weste irgendwo hängen bleibt (Ich glaube diese Schwimmwesten
sind auch nur als Schwimhilfen gekennzeichnet)
Ich kann mir leider gut vorstellen, das im die Weste vom Wasser ausgezogen
wurde Schuhe verliert man selbst im einfachen WW sehr schnell. der Test vom
3m Brett ist sicher zu harmlos für solche Situationen im WW.
Hat schon jemand eine Ohnmachtsichere Weste im Handel gesehen, die die fürs
WW Wasser benötigte Ausrüstung (Schleppleine, Halterung für Karabiner etc.)?
Björn Otten
Die Gruppe des ertrunkenen Paddlers hatte wohl in ihren Booten Wurfsaecke.
Sie beteiligten sich aber nicht an der Aktion, da bereits genuegend
Leute auf dem Stein waren.
> Habt ihr danach die Situation in eurer Gruppe besprochen?
> Wir hatten nach einem nicht so schweren Unfall (zwei Verletzte,
> etliche Boote zu Bruch) die Situation ausführlich besprochen,
> mit dem Resultat, daß alle Teilnehmer heute die eigenen
> Sicherheitsansprüche sehr hoch geschraubt haben.
Am Abend wurde der Unfall etwas besprochen, da aber alle noch unter
Schock standen ist eine rechte Diskussion nicht in Gang gekommen.
Jeder hat mehr oder weniger seinen Gedanken nachgehangen.Allerdings hat
jeder mitbekommen worauf es uns ankam. Ohne weitere Personen zu gefaehrden,
besonnen und mit den zur verfuegung stehenden Mitteln soviel zu tun
als moeglich. Es findet wohl in einigen Wochen noch ein Treffen der
Teilnehmer statt an dem wir die Vorgaenge nochmals besprechen werden.
Als sehr wichtiges Werkzeug zur rettung Eingeklemmter hat sich die kleine
Klappsaege erwiesen, die es in jedem Gartenmarkt und Outdoorgeschaeft fuer
ca. 20-30 DM zu kaufen gibt. Ich jedenfalls werde keinesfalls mehr ohne
zum Paddeln gehen.
> Grüße,
> Jürgen
> Sent via Deja.com http://www.deja.com/
> Share what you know. Learn what you don't.
Darum gehts mir hier.
Gruss, Stefan
>Hat schon jemand eine Ohnmachtsichere Weste im Handel gesehen, die die fürs
>WW Wasser benötigte Ausrüstung (Schleppleine, Halterung für Karabiner etc.)?
Von Secumar gibt es IMHO ein oder zwei solcher Westen.
So long,
Tobias
> Bei dem geschilderten Unfall - denke ich - haette eine andere
> Schwimmweste wohl nicht wesentlich die Chancen verbessert.
Ich hatte die Schilderung so verstanden, dass das Opfer sich erst dann
nicht mehr ueber Wasser halten konnte, als er die Schwimmwester verlor.
Da haette eine passende Weste die Chancen aber erheblich verbessert.
Abgesehen davon denke ich schon auch, dass es immer Unfaelle geben kann,
die so ungluecklich laufen, dass eben keine Sicherheitsvorkehrung hilft.
Es ist ja auch ein riesen Zufall, dass man ausgerechnet eingeklemmt wird.
Jens
Josef
>Was ich mich frage ist, wie haette man besser und vor allem schneller
>reagieren koennen und wie koennte unsere Sicherheitsausruestung vervoll-
>staendigt werden um besser helfen zu koennen. Vielleicht habt ihr Meinungen
>dazu. Den Kurs haben wir im Einverstaendnis mit allen Teilnehmern nicht
>fortgesetzt.
Hallo Stefan,
ich glaube, daß von den Helfern wohl alles versucht wurde und auch das
richtige Material dabei war (sogar eine Säge).
Vielmehr sehe ich das Problem in der Vorabsicherung der Strecke. Gerade
Kanadier sind wegen ihrer Länge und Verklemmungsgefahr im WW für ungeübte
Paddler besonders gefährlich . Hätte übrigens zuerst getippt, daß das Opfer
im Schlauch-Kanadier gesessen hätte. Können sich regelrecht mit Insassen um
einen Stein wickeln. Wenn also unerfahrene Paddler dabei sind, und ich nehme
an, daß der 49-jährige nicht besonders sicher war, so hat die mitfahrende
Gruppe die Pflicht, jede auch nur in etwa gefährliche Stelle richtig
abzusichern. Dies bedeutet hier, daß vor der Durchfahrung Leute auf dem
Stein oder in direktem Einflußbereich von Verklemmungsstellen hätten stehen
müssen (damit meine ich seine Gruppe), um sofort reagieren zu können. Die
Stelle war ja wohl auch wegen ihrer Gefährlichkeit bekannt gewesen. Alle
steigen aus, schauen es sich an, und was passiert? Nichts! Sie fahren ohne
direkte Absicherung! Wurfsäcke helfen bei Verklemmungsstellen wenig.
Mein Beileid, Robert!
Ich habe niemand bemerkt der gesichert hat. Die erste Paddlerin waertete wohl
im linken Kehrwasser unterhalb (dort habe ich sie reinfahren sehen) und der
Schlauchkanadier fuhr noch auf die Stelle zu. Wie gesagt, wir standen nur
zufaellig dort. Von fast allen Gruppen wird ohne Sicherung dort gefahren.
Eigentlich ist es ja auch nicht besonders schwierig dort glatt
hindurchzukommen, die sichere Route ist immer einige Meter breit. Wir
konnten uns alle nicht erklaeren warum er nicht die 2-3 Paddelschlaege
gemacht hat, die gereicht haetten um weit vor dem Stein ausweichen zu
koennen.
In unseren Kursen sichern wir die Stelle an beiden Flusseiten im unteren
Teil mir je einem Boot links und rechts ab. Zuerst fahren die Lehrer vor
und uebernehmen die Sicherung mit 2 der besten Teilnehmer. Dann fahren die
schwaecheren und zum Schluss das beste Kursteilnehmerteam. So verfahren
wir auch auf der Strecke. Mit der Ausnahme dass dann ein Ausbilder die
Linie vorfaehrt und einer den Schluss macht.
Uebrigens war es nach Aussage des Campingplatzbesitzers der erste schwere
Klemmunfall an dieser Stelle. Geschwommen wird dort staendig, aber eher wegen
eines weiter unten liegenden ueberspuelten Steins mit einem Loch dahinter.
Gruss, Stefan
--
steve
Gute Kajakwesten haben so verstaerkte Traeger dass man sehr stark daran
ziehen kann, ohne dass sie abreissen. Weiterhin haben solche Westen Brustgurte
die u.A. fuer solche Faelle gedacht sind. Dazu muss die Weste aber so angepasst
sein, dass die auf keinen Fall nach oben rutschen kann. Wir haben mal versucht
eine Multisafe durch Ziehen vom Koerper zu bekommen, es gelang uns nicht.
Gruss,
--
steve
> Vielmehr sehe ich das Problem in der Vorabsicherung der Strecke.
> Gerade Kanadier sind wegen ihrer Länge und Verklemmungsgefahr im
> WW für ungeübte Paddler besonders gefährlich . Hätte übrigens
> zuerst getippt, daß das Opfer im Schlauch-Kanadier gesessen hätte.
> Können sich regelrecht mit Insassen um einen Stein wickeln.
> Wenn also unerfahrene Paddler dabei sind, und ich nehme
> an, daß der 49-jährige nicht besonders sicher war, so hat die
> mitfahrende Gruppe die Pflicht, jede auch nur in etwa gefährliche
> Stelle richtig abzusichern. Dies bedeutet hier, daß vor der
> Durchfahrung Leute auf dem Stein oder in direktem Einflußbereich
> von Verklemmungsstellen hätten stehen müssen (damit meine ich
> seine Gruppe), um sofort reagieren zu können. Die Stelle war ja
> wohl auch wegen ihrer Gefährlichkeit bekannt gewesen. Alle
> steigen aus, schauen es sich an, und was passiert? Nichts!
> Sie fahren ohne direkte Absicherung! Wurfsäcke helfen bei
> Verklemmungsstellen wenig.
Du beschreibst hier das korrekte Verhalten an solchen Stellen.
Möglicherweise wäre der Unfall dann nicht passiert. Aber das ist
Spekulation.
Aber wie ist es zu diesem Unfall gekommen?
Ungesichert in eine Stelle eingefahren ohne sich über die richtige Route
im klaren zu sein. Die Stelle ist bei der Anfahrt zwar besichtigt worden
(von der Brücke aus?), aber gerade Unerfahrene sind nicht in der Lage
sich die richtige Route zu merken.
Selbstüberschätzung, Euphorie (ging doch bis jetzt ganz gut),
Unaufmerksam und Müde, nicht geeignete Ausrüstung.
Was war das für ein Boot, welche Auftriebskörper, Sitzkonstruktion und
Position, Querstrebe ...
War das Boot nicht mehr zu steuern weil es zu viel Wasser übergenommen
hatte?
Grüße
Jürgen
Mein Heimatverein Kanu-Club Darmstadt ist jetzt Online:
http://home.t-online.de/home/umschmahl/homepage.htm
Hi,
gibt es technisch gesehen keine bessere Möglichkeit die Streben
anzubringen z. B. mit einem Schnellverschluß oder ähnlicherem.
Auf einer Kajak(wander)tour packt man natürlich auch sehr viel Sachen
zwischen die Beine, mit dem entsprechenden Problem, schnell
herauszukommen.
Vielleicht sollten Anfänger mehr auf größere Einstiegsluken achten und
Unterbringung der Sachen in Fässer auf dem Boot.
Je nach Bootstyp sollte man verschiedene Ausstiegstechniken üben, bzw.
das Entfernen von Streben und anderen Hindernissen und wie Stefan
schon schrieb, auf das Mitnehmen von Utensilien für eine potentielle
Rettung hinweisen.
--
Bis dann Guido <;-)) se...@foni.net
http://www.home.foni.net/~geink/outdoor.htm
Nein. Selbst die einfachsten sollten auf den allermeisten Bächen mit
Wellen <2-3 m funktionieren. Und dann gibt es noch Profiexemplare, die
tun das selbst im Orkan im Atlantik. Das ist nicht das Problem.
> Dann hätte das in dem vorliegenden Fall wahrscheinlich auch nicht > geholfen.
Schwer zu sagen, vielleicht haette der Auftrieb, insbesondere im Kragen,
gereicht, um den Kopf selbst im eingeklemmten Zustand über Wasser zu
halten. Da kann aber sicher der Augenzeuge mehr zu sagen. Hängt im
Zweifel aber auch vom Typ der Weste ab.
Ich denke aber auch, daß der Einklemmfall wahrscheinlich der Wichtigste
ist, bei dem der Kragen Sinn macht, da IMHO die Wahrscheinlichkeit, beim
"normalen" Paddeln ohnmächtig zu werden, eher klein ist, einen korrekt
sitzenden Helm (und logischerweise Mitpaddler zu Rettung)
vorausgesetzt. Ansonsten fällt mir höchstens noch ein, daß man schon
halb ertrunken und dadurch ohnmächtig ist. Der größere Auftrieb der
Rettungswesten im Vergleich zu den normalen Paddler-Schwimmwesten könnte
sich sicher an "absaugenden" Stellen als nützlich erweisen.
Bleibt immer noch das Argument mit der Beweglichkeit:
- beim Aussteigen, wenn man sich eventuell gegen die Strömung drücken
muß (mit Rettungsweste hat man doch gewisse Ähnlichkeit mit dem
Michelin-Männchen) und
- (zumindest beim Kajak) beim Rollen: eine Durchrollen unter dem Boot
dürfte mit Rettungsweste fast unmöglich sein.
Mein Fazit: nur Schwimmweste, Rettunsweste kann einige kritische
Situationen erst erzeugen und ist nur in wenigen hilfreicher.
Any comments?
Alexander
Alexander
>
> Ich in mit meiner Weste (HF-Multisafe) schon desoefteren von Felsen in
> Fluesse gesprungen - und die waren einiges hoeher als 3m (bis ca.8-10m).
(...)
Das ist interessant zu wissen - und ziemlich beruhigend.
> Immer Fuesse vorran.
> Die Weste hat da nie anstalten gemacht sich zu bewegen. Einem Freund
> hats mal den Helm dabei ausgezogen.
Wie geht das, wenn der mit Kinnriemen ordentlich gesichert ist? Tut
bestimmt ziemlich weh, aber das der sich auszieht?
Alexander
> Was war das für ein Boot, welche Auftriebskörper, Sitzkonstruktion und
> Position, Querstrebe ...
Ein Dagger Reflection 15 (?16?), Flechtsitze, ein Tragejoch/Strebe , zwei
kleine aufblasbare Auftriebskoerper (Spitzenbeutel), die den Raum von der
Spitze bis zu den Sitzen ausgefuellt haben. Die waren allerdings gleich weg,
anscheinend waren sie nicht richtig eingebunden .Der Paddler kniete/sass
in der Mitte des Bootes warscheinlich auf der Strebe oder einem
zusaetzlichem mittleren Sitz. Konnte man nicht mehr erkennen, da es
unter Wasser war. Alles nichts aussergewoehnliches fuer Kanadierpaddler.
So fahren jede Menge Paddler den Lech, die Ammer und andere Wildfluesse.
Ob das allerdings vernuenftig ist bezweifele ich jetzt noch mehr wie ich
es vorher tat. Da gibt es auch im "Wanderkanadier" bessere Methoden.
Ganz ausschliessen kann man allerings so eine Verklemmgefahr nicht,
da bauartbedingt Streben vorhanden sein muessen.
>
> War das Boot nicht mehr zu steuern weil es zu viel Wasser übergenommen
> hatte?
Er hatte sicher kein Wasser im Boot, da an der Walze vorher gut vorbei kam.
Das Boot lag weit aus dem Wasser heraus.
Wenn ich Deinen Bericht so lese, sehe ich keine Möglichkeit von Deiner
Seite etwas zu ändern. Ihr hattet Wurfsäcke dabei und habt alles
Menschmögliche versucht, den Mann zu retten!
Hier kommt es mir so vor, daß ein relativ unerfahrener Paddler in eine
Situation gekommen ist, die er nicht bewältigen konnte.
Es nutzt die beste Schwimmweste nichts, wenn man einen Fluß, Bach etc.
nicht beherrscht. Ich als Trainer für Kanuslalom stelle mir jedesmal die
Frage, ob meine Schüler das Gewässer beherrschen (für mich stelle ich
die Frage auch jedesmal neu). Beim kleinsten Zweifel wird umtragen.
Andere schwierige Stellen werden erkundet, besprochen und abgesichert.
Über den richtigen Umgang und das richtige Anlegen von Schwimmwesten
wurde in der KM 02/99 auf Seite 42 ff. berichtet. Dort steht auch, daß
Schwimmwesten nicht abrutschen dürfen und wie man es verhindert trotz
teilw. fehlenden Beingurtes.
Es besteht leider keine Möglichkeit den Unfall rückgäng zumachen, es
sollte aber für alle der warnende Hinweis sein, sich nicht selbst zu
überschätzen, denn das kann leider zu schweren Unfällen, ja auch zum Tode
führen.
mein Beileid an alle Betroffenden
Thomas Werk
[Annahme]
Ich denke er fuhr das Boot mit dem Heck voraus und saß/kniete
auf dem dann hinter der Strebe liegenden Bugsitz. Durchaus
üblich, wenn einen C2 alleine fährt. Bei dem frontalen Aufprall ist
er dann nach vorne bis zur zentralen Strebe gerutscht. Sich aus der
Stellung selbst zu befreien ist selbst auf dem Trocknen nicht ganz
einfach. Im WW eingeklemmt wohl mit eigener Kraft nicht zu machen.
[!Annahme]
> So fahren jede Menge Paddler den Lech, die Ammer und andere
> Wildfluesse.
> Ob das allerdings vernuenftig ist bezweifele ich jetzt noch mehr wie
> ich es vorher tat. Da gibt es auch im "Wanderkanadier" bessere
> Methoden.
> Ganz ausschliessen kann man allerings so eine Verklemmgefahr nicht,
> da bauartbedingt Streben vorhanden sein muessen.
Ich weiß auch nicht ob wir im Notfall aus unseren uralten geschlossenen
Slalom C2 (Bj. ca. '74) raus kämen. Wahrscheinlich würde das Teil
bei heftigem Felskontakt auseinanderbröseln. Da wir aber derzeit eher
auf unseren heimischen Kleinflüssen unterwegs sind und die Besatzung
Mutter/Tochter noch nicht WW-tauglich ist, sehe ich da noch kein
Problem. Später müssen wir uns schon Gedanken machen, ob das Boot
WW-tauglich ist. Vieleich wirds dann ein offener C2 mit 2 Sattelsitzen.
Grüße
Jürgen
> Vieleicht
> würden einkonstruierte Sollbruchstellen Abhilfe bringen?
IMHO etwas riskant, so eine Sollbruchstelle. Entweder sie bricht zu frueh
oder zu spaet... Aber die Grundidee ist gut, man koennte ja vielleicht
auch eine Konstruktion machen, die man schnell der Festigkeit berauben
kann, indem man einen Splint zieht oder so.
Jens
Genau, im Wildwasser C1 (offen) sind meist 2 Streben im Abstand von ca.
1m eingebaut. Die Auftriebskoerper ragen vom Bug und Heck meist noch
im einiges mehr in der "Faherraum" hinein, um den Platz fuer eindringendes
Wasser zu vermindern. D.h. die Streben sind meist weit genug von den
Auftriebskoerpern abgedeckt um Verklemmen zu vermeiden. Bei manchen
Sattelsystemen ist der Sattel so lang, das er die 2 Streben abstuetzt, um
den Rumpf auch bei einem solchen Unfall stabil und den "Fussraum" offen
zu halten. Ob's funktioniert weiss ich allerdings nicht.
> Bei unserem Wandercanadier von Gatz gibt es keine Streben, die
> Bootshülle wird durch die herausnehmbaren Sitzbretter stabilisiert.
>
Leider baut Gatz die Sitze sehr tief ein. In Verbindung mit der
Persenning kommt man dann sehr schlecht aus dem Boot wenn man vor dem
Sitz kniet. Ich paddelte mal waehrend eines Moving Water Kurses mit
einem Teilnehmer in seinem Gatz Mohawk und wir haben als erstes beide
Sitzbretter entfernt (was zum Glueck leicht moeglich ist) und uns aus
zusammengerollten Isomatten 2 Saettel gemacht, die dann hervorragend
funktioniert haben. Eine ganz gute Methode einen Wanderkanadier zeitweise
fuer den Wildwassereinsatz umzuruesten.
Gruss, Stefan
--
steve
st...@tep.e-technik.tu-muenchen.de
http://www.tep.e-technik.tu-muenchen.de/~steve
Dieses Dokument wurde komplett ohne Microsoft Produkte
erstellt und uebermittelt.
> Ich denke aber auch, daß der Einklemmfall wahrscheinlich der Wichtigste
> ist, bei dem der Kragen Sinn macht, da IMHO die Wahrscheinlichkeit, beim
> "normalen" Paddeln ohnmächtig zu werden, eher klein ist, einen korrekt
> sitzenden Helm (und logischerweise Mitpaddler zu Rettung)
> vorausgesetzt. Ansonsten fällt mir höchstens noch ein, daß man schon
> halb ertrunken und dadurch ohnmächtig ist. Der größere Auftrieb der
> Rettungswesten im Vergleich zu den normalen Paddler-Schwimmwesten könnte
> sich sicher an "absaugenden" Stellen als nützlich erweisen.
>
> Bleibt immer noch das Argument mit der Beweglichkeit:
>
> - beim Aussteigen, wenn man sich eventuell gegen die Strömung drücken
> muß (mit Rettungsweste hat man doch gewisse Ähnlichkeit mit dem
> Michelin-Männchen) und
>
> - (zumindest beim Kajak) beim Rollen: eine Durchrollen unter dem Boot
> dürfte mit Rettungsweste fast unmöglich sein.
>
> Mein Fazit: nur Schwimmweste, Rettunsweste kann einige kritische
> Situationen erst erzeugen und ist nur in wenigen hilfreicher.
>
> Any comments?
>
Wenn ich im WW schwimmen muss versuche ich immer auf dem Ruecken, Fuesse
nach vorne zu schwimmen. Wenn dann ein Kehrwasser in Sicht kommt muss
ich oft schnell vorwaerts schwimmen um es zu erreichen. Gerade diese
Flexibilitaet hat man in einer Rettungsweste nicht. Ausserdem daempft
der Schaum am Ruecken einer WW-Weste auch Schlaege durch Steine wenn
man durch Stromschnellen getrieben wird. Bei Beinschlaufen haette ich
immer Bedenken an irgendeinem Ast oder Draht unter Wasser
haengenzubleiben.
Beim Kanadierpaddeln ist eine Rettungsweste auch eher hinderlich, da
bei uebergegriffenen Schlaegen der Kragen im Weg ist. Im Seekajak
koennte ich mir so eine Weste viel eher vorstellen.
Ich glaube schon, dass moderne Wildwasserwesten die optimale Sicherheit
in diesem speziellen Bereich bieten.
Ich halte das fuer wirklich nicht sinnvoll. Wenn ich im Wildwasser
_aktiv_ schwimmen muss um rauszukommen nuetzt mir eine Weste die mich
immer auf den Ruecken dreht gar nichts. Wie immer brauchen spezielle
Sportarten spezielles Material. Geh mal paddeln und lerne Schwimmen im
Wildwasser - als gut gemeinter Vorschlag! - und schon wirst Du komplett
anders denken, da dass wenig mit dem herkoemmlichen schwimmen zu tun
hat. Wenn Du mit den ueblichen Sicherheitsketten beim Wildwasserfahren
vertraut waerst, wuerdest Du sicher auch feststellen, dass man nicht
stundenlang bewusstlos im Wasser treibt, wie ein ueber Board gegangener
Segler.
[..]
> Stelle mir
> z.B. einen Paddelunfall so vor, daß man zuerst mit dem Kopf gegen den Felsen
> schlägt, benommen oder bewußtlos ist (v.a. bei seitlichem Aufprall), und dann im
> relativ stillen Wasser danach ertrinkt, nur weil man am Bauch treibt.
[..]
IMO: Sehr konstruiert. Moeglich ist sicher alles, aber wenn das passiert
sollte die Gruppe in der Lage sein ihn rauszuziehen (im stillen Wasser
sowieso). Andernsfalls haette sich die Gruppe nicht der
Ueberforderungssituation stellen duerfen; der Fehler waere dann sicher
nicht die falsche Weste, sondern der Übermut.
> Ist mir schon klar, daß es Fälle gibt (wie diesen tragischen) wo auch das
> wahrscheinlich nicht helfen würde.
Eben. Wildwassersport _ist_ nunmal eine Risikosportart. Man kann das
Risiko eben nur minimieren, aber nicht auschliessen.
> Josef
Btw: ein Ohnmachtkragen behindert sicherlich extrem beim Rollen und
stellt somit ein zusaetzliches Risiko dar. Hochrollen und im Boot
bleiben ist immer sicherer als Schwimmen.
Jensens
> Wenn Du mit den ueblichen Sicherheitsketten beim Wildwasserfahren
> vertraut waerst, wuerdest Du sicher auch feststellen, dass man nicht
> stundenlang bewusstlos im Wasser treibt, wie ein ueber Board gegangener
> Segler.
naja - wenn man Pech hat, reicht ein einziger totaler Wasser-Atemzug
>
> Btw: ein Ohnmachtkragen behindert sicherlich extrem beim Rollen und
> stellt somit ein zusaetzliches Risiko dar. Hochrollen und im Boot
> bleiben ist immer sicherer als Schwimmen.
wäre eine Aufgabe für Techniker.
1. Paddler-übliche Schwimmweste - kombiniert mit:
2. eine automatische-halbautomatische Weste, die sich
2a) auf bewußte Anforderung aufbläst
2b) auch dann aufbläst, wenn z.b. innerhalb von 30 sec. unter Wasser der
'Not-Aus-Button' nicht betätigt wird
josef
Im Wildwasser (so "richtiges" ab WW3 aufwaerts) bist Du eigentlich immer
unter Wasser, grade mit den modernen kleinvolumigen Kayaks,
rollenderweise auch durchaus mal mehr als 30 Sekunden, und da bin ich
dann mit allem anderen beschaeftigt als nen Notaus zu betaetigen, nein,
ich denke das wird so wohl nix. Wenn son Ding im falschen Moment
ausloest kann das wohl eher Lebensgefaehrlich werden.
Mit nem Lebensueberwachungssystem gekoppelt, dass ausloest wenn man
bewusstlos ist ... (wat fuer'n Mediziner)
Ich denke man kanns auch uebertreiben.
Frei nach dem Motto: Je mehr Technik man einbaut, desto mehr Technik
kann auch nicht funktionieren/ kaputtgehen.
Ich fahre Wildwasser in meiner Koennensstufe. Nicht drueber. Da
behersche ich mein Boot und da reicht mir die High-Tech-Weste
HF-Multisafe vollkommen aus. Ich denke ein eingeschaltetes Gehirn ist
besser als eine vor Kontrollsystemen ueberladene Schwimmweste.
Wildwasserfahren setzt auch immer ein gutes Team vorraus, jeder hilft
jedem und helfen wird geübt. Vertrauen ist auch wichtig, sich nicht zu
ueberschaetzen, Situationen einschaetzen zu lernen, auch mal eine Stelle
zu tragen und ein Team das einem dann sagt: "Richtig so".
Wildwasser wird ja leider in den letzten Jahren modern, v.a. Dank der
Raftingtourimusindustrie. Vielen Neulingen wird ein Wildbach als
Schwimmbad verkauft. Ich denke diese Entwicklung ist eher das Problem.
Ich halte diese ganze Techno-Diskussion fuer etwas uebertrieben.
Jensens