Michael Nesmith gestorben

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Johann Schmitz

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Dec 16, 2021, 5:18:00 AM12/16/21
to
Er starb am 10. Dezember im kalifornischen Carmel.

Hatte ich gar nicht mitbekommen, aber ich bekomme so vieles nicht mit.

h.



https://www.youtube.com/watch?v=w9qsDgA1q8Y
https://www.youtube.com/watch?v=RP5D2wAY0NY

Frank Hucklenbroich

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Dec 16, 2021, 8:12:54 AM12/16/21
to
Am 16 Dec 2021 13:00:13 GMT schrieb Stefan Ram:

> Johann Schmitz <hannes-...@mail.de> writes:
>>Er starb am 10. Dezember im kalifornischen Carmel.
>>Hatte ich gar nicht mitbekommen, aber ich bekomme so vieles nicht mit.
>
> Damals hatte ich das auf einer englischsprachigen
> Nachrichtenseite kurz gelesen. Ich erinnere mich noch
> (dunkel), weil die Überschrift etwas eigenartig war:
>
>|Michael Nesmith, the Monkee for all seasons, dies at 78
>
> . Da ich jedoch mit Nesmith und den Monkees nichts verbinde,
> hatte jene Nachricht für mich keine Relevanz.

Du hast nie die Fernsehserie gesehen? Die lief auch im deutschen Fernsehen,
irgendwann in den 80ern (da war sie aber schon alt). Das war so eine
Comedy-Serie über die Band. Die übrigens als erste Casting-Band gilt, die
Musiker hatte man nach verschiedenen Chrakteren zusammengecasted, eben für
die Fernsehserie. Daß sie dann auch noch einen Hit landeten mit "I'm a
believer", war eher ein Nebeneffekt.

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Monkees

Grüße,

Frank

Peter Wannemacher

unread,
Dec 16, 2021, 2:03:37 PM12/16/21
to
Am 16.12.2021 um 14:00 schrieb Stefan Ram:


> . Da ich jedoch mit Nesmith und den Monkees nichts verbinde,
> hatte jene Nachricht für mich keine Relevanz.

Immerhin sahen das sowohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung als auch
die Süddeutsche Zeitung anders. Beide widmeten ihm am 13.12. im
Feuilleton eigene Artikel.

Grüße

Peter

Johann Schmitz

unread,
Dec 16, 2021, 2:49:22 PM12/16/21
to
Am 16.12.2021 um 14:00 schrieb Stefan Ram:
> Johann Schmitz <hannes-...@mail.de> writes:
>> Er starb am 10. Dezember im kalifornischen Carmel.
>> Hatte ich gar nicht mitbekommen, aber ich bekomme so vieles nicht mit.
>
> Damals hatte ich das auf einer englischsprachigen
> Nachrichtenseite kurz gelesen. Ich erinnere mich noch
> (dunkel), weil die Überschrift etwas eigenartig war:
>
> |Michael Nesmith, the Monkee for all seasons, dies at 78
>
> . Da ich jedoch mit Nesmith und den Monkees nichts verbinde,
> hatte jene Nachricht für mich keine Relevanz.

Der Typ war ein wirklich guter Musiker und hat feine Platten gemacht.

h.

Johann Schmitz

unread,
Dec 16, 2021, 4:31:29 PM12/16/21
to
Am 16.12.2021 um 21:17 schrieb Stefan Ram:
> Johann Schmitz <hannes-...@mail.de> writes:
>> Der Typ war ein wirklich guter Musiker und hat feine Platten gemacht.
>
> Also, ich habe mir einmal ein zufälliges Lied ausgewählt und
> mir "Joanne" angehört. Ja, es ist vom Text her gelungen, wie er
> seine Geschichte mit Joanne mit einer gewissen künstlerischen
> Abstraktion erzählt. Aber die Musik dazu klang konventionell
> und unauffällig.

Schöner Jodler. :-)

h.





BTW: Ich konnte früher mit Country Music auch eher wenig anfangen;
inzwischen mag ich sie - spätestens seit mal während einer langen
Autofahrt im Radio die LP "Trio" mit Dolly Parton, Emmylou Harris
und Linda Ronstadt vorgestellt wurde.
https://en.wikipedia.org/wiki/Trio_(1987_album)

Aber z.B. die Byrds, die Eagles und auch Little Feat haben ja im
Grunde auch Country Rock gespielt.

Die Beatles und die Rolling Stones haben sich genauso von Country
inspirieren lassen.

--
Trio
https://tinyurl.com/yztzddp4
Man - Country Girl :-)
https://www.youtube.com/watch?v=FW7tjZYEM2M

Başar Alabay

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Dec 17, 2021, 1:23:14 AM12/17/21
to
Stefan Ram schrieb:

> |Michael Nesmith, the Monkee for all seasons, dies at 78
>
> . Da ich jedoch mit Nesmith und den Monkees nichts verbinde,
> hatte jene Nachricht für mich keine Relevanz.

Ach, die Monkees, die deutschen Beatles … ich habe eine alte Platte von
denen – ziemlich gut.

B. Alabay

Johann Schmitz

unread,
Dec 17, 2021, 4:25:16 AM12/17/21
to
"The Monkees" waren eine gecastete US-Boygroup und eine TV-Serie!

h.




BTW: Lief bei uns damals immer Samstags im Nachmittagsprogramm:
<https://tinyurl.com/58rs54ys>

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 17, 2021, 4:41:51 AM12/17/21
to
Die waren nicht deutsch.

Du meinst vermutlich "The Lords".

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 17, 2021, 9:12:43 AM12/17/21
to
Am Fri, 17 Dec 2021 08:15:22 -0500 schrieb Andreas Kohlbach:
> Oder "The Teens", wenn es um deutsche Boy Groups geht? ;-)
>
> <https://www.spiegel.de/geschichte/deutschlands-erste-boygroup-a-948159.html>

Hmm, aber eine Beatles-Kopie (siehe oben, "deutsche Beatles") waren die
wohl weniger, als "The Teens" auftraten, waren die Beatles schon lange
Geschichte.

Merkwürdigerweise kann ich mich da überhaupt nicht mehr dran erinnern.
Vielleicht habe ich es aber auch nur sehr erfolgreich verdrängt ;-)

Grüße,

Frank

Başar Alabay

unread,
Dec 17, 2021, 12:03:33 PM12/17/21
to
Johann Schmitz schrieb:

> Am 17.12.2021 um 07:23 schrieb Başar Alabay:
>> Stefan Ram schrieb:
>>
>>> |Michael Nesmith, the Monkee for all seasons, dies at 78
>>>
>>> . Da ich jedoch mit Nesmith und den Monkees nichts verbinde,
>>> hatte jene Nachricht für mich keine Relevanz.
>>
>> Ach, die Monkees, die deutschen Beatles … ich habe eine alte Platte von
>> denen – ziemlich gut.
>>
>> B. Alabay
>
> "The Monkees" waren eine gecastete US-Boygroup und eine TV-Serie!

Äh, stimmt. Wie komme ich denn jetzt auf deutsche Beatles?! Mit
irgendwas habe ich das durcheinandergeschmissen.

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Dec 17, 2021, 12:04:51 PM12/17/21
to
Frank Hucklenbroich schrieb:
Kann sein, ja. Irgendwas habe ich durcheinandergeschmissen, aber heftig
:-)

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Dec 19, 2021, 2:55:58 AM12/19/21
to
Stefan Ram schrieb:

> Andreas Kohlbach <a...@spamfence.net> writes:
>>The Teens gingen wohl eher in Richtung Baycity Rollers, wurden zumindest
>>"Spree City Rollers" tituliert, weil aus West-Berlin.
>
> Teilweise aus meiner Schule (ein oder zwei Mitglieder der
> Band). Zumindest ein Gesicht aus der Parallelklasse war
> mir vom Pausenhof vertraut. Daher kannte ich auch zwei
> Mitglieder der Einstürzenden Neubauten und besuchte eines
> ihrer ersten Konzerte im Jazzkeller am 12. Juli 1980, bei
> dem es nur wenig Zuschauer gab - also bevor sie richtig
> bekannt wurden.

Bei mir war (vor meiner Zeit) einer von Tangerine Dream auf meiner
Schule. Mein Deutschlehrer war sein Musiklehrer gewesen und hat mir vom
Moog erzählt, den sie auspackten :-)

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Dec 19, 2021, 4:38:16 PM12/19/21
to
Andreas Kohlbach schrieb:

>> Bei mir war (vor meiner Zeit) einer von Tangerine Dream auf meiner
>> Schule. Mein Deutschlehrer war sein Musiklehrer gewesen und hat mir vom
>> Moog erzählt, den sie auspackten :-)
>
> In meiner Schule wurde von zwei der drei MusiklehrerInnen klassische Musik
> gelehrt. Das Neueste war Westside Story. BOOOORING!

Also, bei uns waren Tangerine Dream und Pink Floyd Pflichtprogramm.
Beide galten als elektronische Pioniere. Was ich bei Pink Floyd nicht so
ganz verstand, aber das Anschauungsobjekt war On The Run auf der Dark
Side, insofern stimmt es schon … das war recht experimentell.

> Aber einer der Lehrer war in den späten 70ern und 80ern ein
> Computer-Nut. Er konnte es kaum erwarten, als 1977 der Apple II verfügbar
> wurde, und hat wohl mehrere Monatsgehälter dafür hingelegt.

Hehe, so einen IIer hatten wir anscheinend auch in der Schule.
Vielleicht war es auch ein IIIer, er hatte jedenfalls noch keine GUI.
Auf dem lernte ich Basic.

> Er brachte auch zwei Mini-Moogs in die Schule, auf denen ich außerhalb
> des Unterrichts (herum)spielen durfte. LFOs und so, Neuland für mich,
> aber superinteressant. Plötzlich hatte ich statt 4er auf einmal 1er auf
> meinem Zeugnis. :-)
>
> Als ich 2000 dort weg zog, wohnte Xavier Naido in unmittelbarer Nähe. Mit
> seiner Musik und dem Hype in den frühen 2000ern konnte ich nichts
> anfangen. Und wie ich neulich las, ist er über die folgenden Jahre wohl zu
> einem Arschloch verkommen.

Ich denke, der hatte schon immer gewisse Probleme, die jetzt vielleicht
etwas manifestierter sichtbar werden.

> Als ich Jahre später nach Kanada ging, war meine "nächste Nachbarin", die
> Weltruhm besitzt, Celine Dion. Ich habe einfach kein Glück. ;-)

Die kenne ich nicht, daher kann ich nichts dazu sagen. Außer, daß ich
ein paar Mädels (na ja, Frauen) kenne, welche sie schätzen.

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Dec 19, 2021, 4:40:47 PM12/19/21
to
Stefan Ram schrieb:

> Andreas Kohlbach <a...@spamfence.net> writes:
>>Er brachte auch zwei Mini-Moogs in die Schule, auf denen ich außerhalb
>>des Unterrichts (herum)spielen durfte. LFOs und so, Neuland für mich,
>>aber superinteressant. Plötzlich hatte ich statt 4er auf einmal 1er auf
>>meinem Zeugnis. :-)
>
> Ich hatte in den frühen 80er Jahren mit einem eigenen Korg
> MS-20 herumgespielt. Da die Ergebnisse polyphon waren, vermute
> ich, daß ich ein Tonbandgerät verwendete, um mehrere Aufnahmen
> übereinander einzuspielen. Aber die Ergebnisse, welche ich auf
> einer Kompaktkassette im Freundeskreis verteilte, waren nicht
> besonders gut.

Du hattest einen eigenen MS-20? Boah.

> Aus heutiger Sicht würde ich sagen, daß meine Fähigkeit zur
> Selbstkritik damals zu schwach ausgeprägt war und mir
> außerdem die Entschlossenheit fehlte, mich ganz dieser Sache
> zu widmen und ein Risiko damit einzugehen. Außerdem war ich
> schon froh, wenn ich es schaffte, so zu klingen wie andere
> (epigonal), anstatt zu versuchen, etwas Neues zu machen.

Alles egal, Hauptsache, es gefällt einem selbst.

> Mein großes Vorbild war damals John Foxx und sein Album
> "Metamatic".

Der olle Foxxy. Das war auch eine spannende Granate. Vielen ist gar
nicht klar, daß er die Ultravox mitbegründet hatte.

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Dec 20, 2021, 2:22:58 AM12/20/21
to
Andreas Kohlbach schrieb:

>> Also, bei uns waren Tangerine Dream und Pink Floyd Pflichtprogramm.
>> Beide galten als elektronische Pioniere. Was ich bei Pink Floyd nicht so
>> ganz verstand, aber das Anschauungsobjekt war On The Run auf der Dark
>> Side, insofern stimmt es schon … das war recht experimentell.
>
> Kommt sicher auf den Lehrkörper an. Der unten beschriebene "modernere"
> Lehrer erwähnte gerne oft aktuell erfolgreiche Gruppen, wie Jethro Tull,
> Thin Lizzy oder Emerson Lake & Palmer.

Jethro Tull und ELP wurden auch (teils) durchgekaut, ja. Thin Lizzy
nicht. Darüber hinaus konnte jede/r auch eine Platte (haha) mitbringen.
Man hörte sich ein modernes Stück an und diskutierte das dann. Ich weiß
noch, daß Foreigner lange analysiert wurde.

>>> Aber einer der Lehrer war in den späten 70ern und 80ern ein
>>> Computer-Nut. Er konnte es kaum erwarten, als 1977 der Apple II verfügbar
>>> wurde, und hat wohl mehrere Monatsgehälter dafür hingelegt.
>>
>> Hehe, so einen IIer hatten wir anscheinend auch in der Schule.
>> Vielleicht war es auch ein IIIer, er hatte jedenfalls noch keine GUI.
>> Auf dem lernte ich Basic.
>
> Wir hatten (zumindest bis 1987, als ich abging) keine schuleigenen
> Computer. Aber ich lebte auch auf dem "Dorf".

Wir hatten auf alle Fälle den einen Apple. Ich weiß gar nicht, ob es
noch weitere Rechner gab, ich glaube, nein. Der Apple muß unglaublich
teuer gewesen sein – da erinnere ich mich noch dran. Das war eine
thronende Wunderkiste. Und ja, es war schon eine spannende Welt, da
Dinge hineinzutippen und damit etwas zu erreichen.

>>> Als ich 2000 dort weg zog, wohnte Xavier Naido in unmittelbarer Nähe. Mit
>>> seiner Musik und dem Hype in den frühen 2000ern konnte ich nichts
>>> anfangen. Und wie ich neulich las, ist er über die folgenden Jahre wohl zu
>>> einem Arschloch verkommen.
>>
>> Ich denke, der hatte schon immer gewisse Probleme, die jetzt vielleicht
>> etwas manifestierter sichtbar werden.
>
> Mag vielleicht daran liegen, dass er diesen Problemen erst durch seine
> Bekanntheit besser in der Öffentlichkeit auszuleben versuchte.

Keine Ahnung. Vielleicht haben alle »Berühmten« irgend ein Problem – die
eine weniger, der andere mehr. Die Frage ist, in welche »Richtung« das
dann im gesellschaftlichen Sinne ausschlägt. Siehe Nina und Nena. Die
ach so verrückte Nina scheint (?) pandemiefester zu sein als die ach so
nette Nena. Aber man kann es nicht generalisieren. Die meisten Punks
(Altpunks) und Gruftis, die ich kenne, sind sehr »vernünftig«. Einer
denkt quer. Bei dem denkt man aber auch »irgendwie kein Wunder« – er war
schon immer quer und asozial im wahrsten Sinne des Wortes. Also,
spannend ist das allemal, insbesondere in Subkulturen. Das gilt ganz
besonders für die Eso- und Schwurbelszene. Manchmal kann man Wetten
abschließen, manchmal irrt man sich.

B. Alabay

Andreas Kohlbach

unread,
Dec 20, 2021, 9:13:57 AM12/20/21
to
On Mon, 20 Dec 2021 07:22:56 -0000 (UTC), Başar Alabay wrote:
>
> Andreas Kohlbach schrieb:
>
>>> Also, bei uns waren Tangerine Dream und Pink Floyd Pflichtprogramm.
>>> Beide galten als elektronische Pioniere. Was ich bei Pink Floyd nicht so
>>> ganz verstand, aber das Anschauungsobjekt war On The Run auf der Dark
>>> Side, insofern stimmt es schon … das war recht experimentell.
>>
>> Kommt sicher auf den Lehrkörper an. Der unten beschriebene "modernere"
>> Lehrer erwähnte gerne oft aktuell erfolgreiche Gruppen, wie Jethro Tull,
>> Thin Lizzy oder Emerson Lake & Palmer.
>
> Jethro Tull und ELP wurden auch (teils) durchgekaut, ja. Thin Lizzy
> nicht. Darüber hinaus konnte jede/r auch eine Platte (haha) mitbringen.
> Man hörte sich ein modernes Stück an und diskutierte das dann. Ich weiß
> noch, daß Foreigner lange analysiert wurde.

Das erinnert mich gerade an eine meiner "klassischen"
Musiklehrerinnen. Sie war voll gegen die gerade (frühe 80er) in der Pop
Musik aufkommenden Synthesizer; sie werden [vom Klang her] niemals
natürliche Instrumente ersetzen.

Überhaupt sei heutige Musik unerträglich, und brachte als "Beweis" eine
Platte (ja, haha!) von Grauzones "Eisbär" mit, spielte aber nur den
Anfang mit den "schrägen" Tönen. Als ob das ein typisches Beispiel
aktueller Musik wäre.

>> Wir hatten (zumindest bis 1987, als ich abging) keine schuleigenen
>> Computer. Aber ich lebte auch auf dem "Dorf".
>
> Wir hatten auf alle Fälle den einen Apple. Ich weiß gar nicht, ob es
> noch weitere Rechner gab, ich glaube, nein. Der Apple muß unglaublich
> teuer gewesen sein – da erinnere ich mich noch dran. Das war eine
> thronende Wunderkiste. Und ja, es war schon eine spannende Welt, da
> Dinge hineinzutippen und damit etwas zu erreichen.

Ja, der ][ war König in den späten 70ern und sehr frühen 80ern. Es gab ja
kaum anderes. Mitte der 80er war dann eine dieser "Projektwochen". Einer
der reicheren Schüler brachte seinen Mac mit. Es staunten so viele
Schüler und Lehrer, dass es mir nicht gelang, mehr als drei Meter ran zu
kommen. Damals hatte ich nicht mal Ahnung, was das war. Konnte gerade
sehen, dass die Oberfläche (GUI) anders als von den meisten anderen
Computern aussah.

>>>> Als ich 2000 dort weg zog, wohnte Xavier Naido in unmittelbarer Nähe. Mit
>>>> seiner Musik und dem Hype in den frühen 2000ern konnte ich nichts
>>>> anfangen. Und wie ich neulich las, ist er über die folgenden Jahre wohl zu
>>>> einem Arschloch verkommen.
>>>
>>> Ich denke, der hatte schon immer gewisse Probleme, die jetzt vielleicht
>>> etwas manifestierter sichtbar werden.
>>
>> Mag vielleicht daran liegen, dass er diesen Problemen erst durch seine
>> Bekanntheit besser in der Öffentlichkeit auszuleben versuchte.
>
> Keine Ahnung. Vielleicht haben alle »Berühmten« irgend ein Problem – die
> eine weniger, der andere mehr. Die Frage ist, in welche »Richtung« das
> dann im gesellschaftlichen Sinne ausschlägt. Siehe Nina und Nena. Die
> ach so verrückte Nina scheint (?) pandemiefester zu sein als die ach so
> nette Nena. [...]

Neulich hatten wir ja Frau Merkels Wunsch zum Zapfenstreich erwähnt, man
solle Nina Hagen spielen (ich sollte mich endlich mal um ein Video
besorgen, in der das wohl eine Blaskapelle spielte...). In dem Bezug fand
ich ein englisches Video von jemandem, der das etwas aufdröselte. Zum
einen wurde als möglicher Grund angegeben, dass Frau Merkel in den 70ern
in einer Bar in der DDR arbeitete, wo man hin und wieder "Du hast den
Farbfilm vergessen" hören konnte.

Dann den Ausraster von Nina Hagen in einer Talkshow von 1992, als sie der
Meinung nach, Schocktherapie würde gegen ein bestimmtes Problem (schon
vergessen) helfen. Mit in der Talk-Runde saß auch Angela Merkel.

Bei Interesse (und genug Englischkenntnissen) versuche ich das Video zu
finden.
--
Andreas

Başar Alabay

unread,
Dec 21, 2021, 2:45:43 AM12/21/21
to
Andreas Kohlbach schrieb:

> On Mon, 20 Dec 2021 07:22:56 -0000 (UTC), Başar Alabay wrote:
>>
>> Andreas Kohlbach schrieb:
>>
>>>> Also, bei uns waren Tangerine Dream und Pink Floyd Pflichtprogramm.
>>>> Beide galten als elektronische Pioniere. Was ich bei Pink Floyd nicht so
>>>> ganz verstand, aber das Anschauungsobjekt war On The Run auf der Dark
>>>> Side, insofern stimmt es schon … das war recht experimentell.
>>>
>>> Kommt sicher auf den Lehrkörper an. Der unten beschriebene "modernere"
>>> Lehrer erwähnte gerne oft aktuell erfolgreiche Gruppen, wie Jethro Tull,
>>> Thin Lizzy oder Emerson Lake & Palmer.
>>
>> Jethro Tull und ELP wurden auch (teils) durchgekaut, ja. Thin Lizzy
>> nicht. Darüber hinaus konnte jede/r auch eine Platte (haha) mitbringen.
>> Man hörte sich ein modernes Stück an und diskutierte das dann. Ich weiß
>> noch, daß Foreigner lange analysiert wurde.
>
> Das erinnert mich gerade an eine meiner "klassischen"
> Musiklehrerinnen. Sie war voll gegen die gerade (frühe 80er) in der Pop
> Musik aufkommenden Synthesizer; sie werden [vom Klang her] niemals
> natürliche Instrumente ersetzen.

Das war von manchen Elektronikpionieren auch gar nicht intendiert. Und
hatte sie denn eine Meinung zu experimentellen synthetischen
Klangerzeugungen jenseits des Pop? Mir fällt spontan İlhan Mimaroğlu
ein.

> Überhaupt sei heutige Musik unerträglich, und brachte als "Beweis" eine
> Platte (ja, haha!) von Grauzones "Eisbär" mit, spielte aber nur den
> Anfang mit den "schrägen" Tönen. Als ob das ein typisches Beispiel
> aktueller Musik wäre.

Haha, schön wär’s gewesen :-) Wo hat die denn diese Perle her gehabt?!

Vielleicht werde ich Altersmilde, aber sind wir heute nicht vielleicht
ein wenig ähnlich? Kann ich was mit diesem Plastikcremekack aus den
Handies von »Jugendlichen« anfangen? Ist das fair? Wird der Retortenmist
(aus meiner Sicht) vielleicht für andere genauso Kult sein wie der
Retortenmist (aus z. B. der Sicht der Lehrerin) für mich heute? War
Eisbär nicht stümperhaft lächerlicher Scheiß für klassikverwöhnte Ohren?

>>> Wir hatten (zumindest bis 1987, als ich abging) keine schuleigenen
>>> Computer. Aber ich lebte auch auf dem "Dorf".
>>
>> Wir hatten auf alle Fälle den einen Apple. Ich weiß gar nicht, ob es
>> noch weitere Rechner gab, ich glaube, nein. Der Apple muß unglaublich
>> teuer gewesen sein – da erinnere ich mich noch dran. Das war eine
>> thronende Wunderkiste. Und ja, es war schon eine spannende Welt, da
>> Dinge hineinzutippen und damit etwas zu erreichen.
>
> Ja, der ][ war König in den späten 70ern und sehr frühen 80ern. Es gab ja
> kaum anderes. Mitte der 80er war dann eine dieser "Projektwochen". Einer
> der reicheren Schüler brachte seinen Mac mit. Es staunten so viele
> Schüler und Lehrer, dass es mir nicht gelang, mehr als drei Meter ran zu
> kommen. Damals hatte ich nicht mal Ahnung, was das war. Konnte gerade
> sehen, dass die Oberfläche (GUI) anders als von den meisten anderen
> Computern aussah.

Das Seltsame, fast Ärgerliche war, daß ich im Jahr 1986 bin … und dieser
Apple – kein Mac – eben noch keine GUI hatte :-) Aber vielleicht hat das
auch Vorteile gehabt. 1991 war ich erneut mit Computern konfrontiert –
seltsamerweise mit zwei Gegensätzen: DOS zum Programmieren und Verwalten
und AutoCAD-Monster zum Zeichnen. Windows gab es da noch nicht so
wirklich. Privat hatten die Leute Amigas oder Ataris (in meinem Umfeld).
Ich entschied mich etwas später für zweiteres.

>> Keine Ahnung. Vielleicht haben alle »Berühmten« irgend ein Problem – die
>> eine weniger, der andere mehr. Die Frage ist, in welche »Richtung« das
>> dann im gesellschaftlichen Sinne ausschlägt. Siehe Nina und Nena. Die
>> ach so verrückte Nina scheint (?) pandemiefester zu sein als die ach so
>> nette Nena. [...]
>
> Neulich hatten wir ja Frau Merkels Wunsch zum Zapfenstreich erwähnt, man
> solle Nina Hagen spielen (ich sollte mich endlich mal um ein Video
> besorgen, in der das wohl eine Blaskapelle spielte...). In dem Bezug fand
> ich ein englisches Video von jemandem, der das etwas aufdröselte. Zum
> einen wurde als möglicher Grund angegeben, dass Frau Merkel in den 70ern
> in einer Bar in der DDR arbeitete, wo man hin und wieder "Du hast den
> Farbfilm vergessen" hören konnte.

Na, beide sind im Osten aufgewachsen, was gibt es denn da groß zu
analysieren? Ich habe mir letztens erst die Amiga-Platte von Ninachen
jekooft :-)

> Dann den Ausraster von Nina Hagen in einer Talkshow von 1992, als sie der
> Meinung nach, Schocktherapie würde gegen ein bestimmtes Problem (schon
> vergessen) helfen. Mit in der Talk-Runde saß auch Angela Merkel.

Was für Schocktherapie? Elektrokrampftherapie? Hilft gegen Depression,
ja ;-) Aber EST wurde damals (wie vieles anderes im Psychiatrischen)
auch zum Foltern und Bestrafen benutzt. Daher sind manche Dinge heute
sehr gefürchtet. Nina fand das schlimm oder gut?

> Bei Interesse (und genug Englischkenntnissen) versuche ich das Video zu
> finden.

Englischkenntnisse sind hier vorhanden :-)

B. Alabay

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 21, 2021, 5:21:52 AM12/21/21
to
Am Sun, 19 Dec 2021 17:56:16 -0500 schrieb Andreas Kohlbach:

> On Sun, 19 Dec 2021 21:38:15 -0000 (UTC), Başar Alabay wrote:
>>
>> Andreas Kohlbach schrieb:
>>
>>>> Bei mir war (vor meiner Zeit) einer von Tangerine Dream auf meiner
>>>> Schule. Mein Deutschlehrer war sein Musiklehrer gewesen und hat mir vom
>>>> Moog erzählt, den sie auspackten :-)
>>>
>>> In meiner Schule wurde von zwei der drei MusiklehrerInnen klassische Musik
>>> gelehrt. Das Neueste war Westside Story. BOOOORING!
>>
>> Also, bei uns waren Tangerine Dream und Pink Floyd Pflichtprogramm.
>> Beide galten als elektronische Pioniere. Was ich bei Pink Floyd nicht so
>> ganz verstand, aber das Anschauungsobjekt war On The Run auf der Dark
>> Side, insofern stimmt es schon … das war recht experimentell.
>
> Kommt sicher auf den Lehrkörper an. Der unten beschriebene "modernere"
> Lehrer erwähnte gerne oft aktuell erfolgreiche Gruppen, wie Jethro Tull,
> Thin Lizzy oder Emerson Lake & Palmer.
>
>>> Aber einer der Lehrer war in den späten 70ern und 80ern ein
>>> Computer-Nut. Er konnte es kaum erwarten, als 1977 der Apple II verfügbar
>>> wurde, und hat wohl mehrere Monatsgehälter dafür hingelegt.
>>
>> Hehe, so einen IIer hatten wir anscheinend auch in der Schule.
>> Vielleicht war es auch ein IIIer, er hatte jedenfalls noch keine GUI.
>> Auf dem lernte ich Basic.
>
> Wir hatten (zumindest bis 1987, als ich abging) keine schuleigenen
> Computer. Aber ich lebte auch auf dem "Dorf".
>
>>> Er brachte auch zwei Mini-Moogs in die Schule, auf denen ich außerhalb
>>> des Unterrichts (herum)spielen durfte. LFOs und so, Neuland für mich,
>>> aber superinteressant. Plötzlich hatte ich statt 4er auf einmal 1er auf
>>> meinem Zeugnis. :-)
>>>
>>> Als ich 2000 dort weg zog, wohnte Xavier Naido in unmittelbarer Nähe. Mit
>>> seiner Musik und dem Hype in den frühen 2000ern konnte ich nichts
>>> anfangen. Und wie ich neulich las, ist er über die folgenden Jahre wohl zu
>>> einem Arschloch verkommen.
>>
>> Ich denke, der hatte schon immer gewisse Probleme, die jetzt vielleicht
>> etwas manifestierter sichtbar werden.
>
> Mag vielleicht daran liegen, dass er diesen Problemen erst durch seine
> Bekanntheit besser in der Öffentlichkeit auszuleben versuchte.

Irgendwann ca. 2002 gab er ein Interview auf MTV, da hat er schon
herumgeschwurbelt, daß sich die Balken biegen. Da erzählte er dann von
seiner Spiritualität, daß er regelmäßig mit Gott spricht, und die Bibel
viel besser versteht als die Kirchen. Seitdem weiß ich, daß der völlig
durch den Wind ist, auch wenn das noch vergleichsweise harmlos war.

Grüße,

Frank

Andreas Kohlbach

unread,
Dec 21, 2021, 1:02:32 PM12/21/21
to
On Tue, 21 Dec 2021 07:45:42 -0000 (UTC), Başar Alabay wrote:
>
> Andreas Kohlbach schrieb:
>
>> On Mon, 20 Dec 2021 07:22:56 -0000 (UTC), Başar Alabay wrote:
>>>
>>>
>>> Jethro Tull und ELP wurden auch (teils) durchgekaut, ja. Thin Lizzy
>>> nicht. Darüber hinaus konnte jede/r auch eine Platte (haha) mitbringen.
>>> Man hörte sich ein modernes Stück an und diskutierte das dann. Ich weiß
>>> noch, daß Foreigner lange analysiert wurde.
>>
>> Das erinnert mich gerade an eine meiner "klassischen"
>> Musiklehrerinnen. Sie war voll gegen die gerade (frühe 80er) in der Pop
>> Musik aufkommenden Synthesizer; sie werden [vom Klang her] niemals
>> natürliche Instrumente ersetzen.
>
> Das war von manchen Elektronikpionieren auch gar nicht intendiert. Und
> hatte sie denn eine Meinung zu experimentellen synthetischen
> Klangerzeugungen jenseits des Pop? Mir fällt spontan İlhan Mimaroğlu
> ein.

Klar. Die Musiklehrerin ging aber bei der "natürlichen Musik" vom Nabel
der Welt aus. Damit (vom Klang her) hatte sie zumindest bis in die 80er
Recht. Danach nicht mehr.

>> Überhaupt sei heutige Musik unerträglich, und brachte als "Beweis" eine
>> Platte (ja, haha!) von Grauzones "Eisbär" mit, spielte aber nur den
>> Anfang mit den "schrägen" Tönen. Als ob das ein typisches Beispiel
>> aktueller Musik wäre.
>
> Haha, schön wär’s gewesen :-) Wo hat die denn diese Perle her gehabt?!
>
> Vielleicht werde ich Altersmilde, aber sind wir heute nicht vielleicht
> ein wenig ähnlich? Kann ich was mit diesem Plastikcremekack aus den
> Handies von »Jugendlichen« anfangen? Ist das fair? Wird der Retortenmist
> (aus meiner Sicht) vielleicht für andere genauso Kult sein wie der
> Retortenmist (aus z. B. der Sicht der Lehrerin) für mich heute?

Denke ich auch schon. "Früher war alles besser". Ich mag diesen ganzen
Autotune-Müll nicht. Heute braucht man Zero Skill, um in die Charts zu
kommen.

Dann aber auch wieder nicht. Alben von Pink Floyd, Prince oder Michael
Jackson sind stehen heute noch mit ihren Verkaufszahlen oben an, wenn es
auch einige neuere "Werke" dahin schafften. Und auch, wenn man sich
dieses unsägliche Formatradio betrachtet, ist deren Slogan heute meist
noch "Das Beste der 80er und 90er". Schon seit den späten 90ern, wenn
"90er" damals auch durch "von heute" ersetzt wurde. Die 00er und 10er
bleiben völlig außen vor.

Nicht nur in Kanada. Wenn ich mich schlecht fühlen will, höre ich per
Stream auch mal bei deutschen Formatradios, wie ffn, rein, wo der Slogan
auch heute noch kommt. Oder ist die Zielgruppe der Dudelfunker nur die
über 40-Jährigen?

> War Eisbär nicht stümperhaft lächerlicher Scheiß für klassikverwöhnte
> Ohren?

Vermutlich für jedes Ohr. Sie wollten damit vermutlich auffallen. Was
ihnen geglückt ist. IIRC gab es in den 90ern gar mal einen Remix.

>>>> Wir hatten (zumindest bis 1987, als ich abging) keine schuleigenen
>>>> Computer. Aber ich lebte auch auf dem "Dorf".
>>>
>>> Wir hatten auf alle Fälle den einen Apple. Ich weiß gar nicht, ob es
>>> noch weitere Rechner gab, ich glaube, nein. Der Apple muß unglaublich
>>> teuer gewesen sein – da erinnere ich mich noch dran. Das war eine
>>> thronende Wunderkiste. Und ja, es war schon eine spannende Welt, da
>>> Dinge hineinzutippen und damit etwas zu erreichen.
>>
>> Ja, der ][ war König in den späten 70ern und sehr frühen 80ern. Es gab ja
>> kaum anderes. Mitte der 80er war dann eine dieser "Projektwochen". Einer
>> der reicheren Schüler brachte seinen Mac mit. Es staunten so viele
>> Schüler und Lehrer, dass es mir nicht gelang, mehr als drei Meter ran zu
>> kommen. Damals hatte ich nicht mal Ahnung, was das war. Konnte gerade
>> sehen, dass die Oberfläche (GUI) anders als von den meisten anderen
>> Computern aussah.
>
> Das Seltsame, fast Ärgerliche war, daß ich im Jahr 1986 bin … und dieser
> Apple – kein Mac – eben noch keine GUI hatte :-) Aber vielleicht hat das
> auch Vorteile gehabt. 1991 war ich erneut mit Computern konfrontiert –
> seltsamerweise mit zwei Gegensätzen: DOS zum Programmieren und Verwalten
> und AutoCAD-Monster zum Zeichnen. Windows gab es da noch nicht so
> wirklich. Privat hatten die Leute Amigas oder Ataris (in meinem Umfeld).
> Ich entschied mich etwas später für zweiteres.

Der GS kam 1986 und hatte eine GUI. Sollte wohl gegen Atari ST und Amiga
antreten.

>> Neulich hatten wir ja Frau Merkels Wunsch zum Zapfenstreich erwähnt, man
>> solle Nina Hagen spielen (ich sollte mich endlich mal um ein Video
>> besorgen, in der das wohl eine Blaskapelle spielte...). In dem Bezug fand
>> ich ein englisches Video von jemandem, der das etwas aufdröselte. Zum
>> einen wurde als möglicher Grund angegeben, dass Frau Merkel in den 70ern
>> in einer Bar in der DDR arbeitete, wo man hin und wieder "Du hast den
>> Farbfilm vergessen" hören konnte.
>
> Na, beide sind im Osten aufgewachsen, was gibt es denn da groß zu
> analysieren? Ich habe mir letztens erst die Amiga-Platte von Ninachen
> jekooft :-)

Aber warum Angela gerade Nina wollte. Als Grund vermute ich Nostalgie.

Ich vertrete die These, dass bei fast jedem Menschen ab etwa dem Alter
zwischen 30 und 35 nostalgische Gefühle entstehen. In diesen sehnt man
sich "nach der besten Zeit seines Lebens" zurück, die ich zwischen 10 und
20 (+/- 2) festmachen wollte. Wer in den 1950ern geboren wurde, liebt
vermutlich alles der 70er. Wer in den 1960ern aus dem Ei schlüpfte, wird
die 80er lieben. Menschen aus den 1970er halt die 90er, und so
weiter. Ich hatte diese These neulich mit einer Person (über das Telefon)
getestet, die 1943 geboren wurde. Ich fragte, was sie für Musik
mag. Konnte sie nicht sagen. Dann habe ich die deutschen Charts der
späten 1950er und frühen 1960er durchwühlt, und Dinge von Freddy Quinn,
Dalida, Bill Ramsey oder Conny Froboess über das Telefon gespielt. Sie
war begeistert. Dann auch einiges aus den 80ern, die ich mag. Kannte sie;
ich konnte aber keine Begeisterung feststellen.

So wird das auch bei Frau Merkel sein. Sie war 19 oder 20, als sie in
besagter Bar arbeitete und "Du hast den Farbfilm vergessen", was von 1974
ist, wieder und wieder gespielt wurde. Passt von der Zeit her mit meiner
These zusammen, und dürfte der alleinige Grund sein, warum Merkel sich
dieses Lied zu Zapfenstreich wünschte.

Wäre ich Bundeskanzler, würde es wohl "Relax"von FGTH sein. ;-)

>> Dann den Ausraster von Nina Hagen in einer Talkshow von 1992, als sie der
>> Meinung nach, Schocktherapie würde gegen ein bestimmtes Problem (schon
>> vergessen) helfen. Mit in der Talk-Runde saß auch Angela Merkel.
>
> Was für Schocktherapie? Elektrokrampftherapie? Hilft gegen Depression,
> ja ;-) Aber EST wurde damals (wie vieles anderes im Psychiatrischen)
> auch zum Foltern und Bestrafen benutzt. Daher sind manche Dinge heute
> sehr gefürchtet. Nina fand das schlimm oder gut?

Weiß gerade nicht mehr genau, für welche kontroverse Therapie gegen was
sie sich aussprach. Ist aber in entsprechenden Diskussionen - in einer
wohnte auch Angela Merkel bei - ausgerastet, wenn jemand eine andere
Meinung hatte.

>> Bei Interesse (und genug Englischkenntnissen) versuche ich das Video zu
>> finden.
>
> Englischkenntnisse sind hier vorhanden :-)

<https://www.youtube.com/watch?v=59OiXs9nfiM>
--
Andreas

Heiko Kürschner

unread,
Dec 21, 2021, 3:43:51 PM12/21/21
to
Am Tue, 21 Dec 2021 13:02:30 -0500 schrieb Andreas Kohlbach:

> Aber warum Angela gerade Nina wollte. Als Grund vermute ich Nostalgie.

Vielleicht aber auch, weil es nur zwei ostdeutsche Frauen gab, die
Weltbekannt waren und auch in der Welt rumgekommen sind.

Die dritte wäre evtl. noch Tamara Bunke. Andere fallen mir spontan nicht
ein.

Grüße
Kürsche

Başar Alabay

unread,
Dec 21, 2021, 5:16:31 PM12/21/21
to
Heiko Kürschner schrieb:
Tamara Danz.

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Dec 22, 2021, 1:43:34 AM12/22/21
to
Andreas Kohlbach schrieb:

> Dann aber auch wieder nicht. Alben von Pink Floyd, Prince oder Michael
> Jackson sind stehen heute noch mit ihren Verkaufszahlen oben an, wenn es
> auch einige neuere "Werke" dahin schafften. Und auch, wenn man sich
> dieses unsägliche Formatradio betrachtet, ist deren Slogan heute meist
> noch "Das Beste der 80er und 90er". Schon seit den späten 90ern, wenn
> "90er" damals auch durch "von heute" ersetzt wurde. Die 00er und 10er
> bleiben völlig außen vor.

Och nö, ich kriege vereinzelt schon auch die 60er (wenig) und 70er im
Radio mit. Ist sicherlich alles einer Zielgruppenanalyse unterworfen.
Die 00er und 10er werden irgendwann auch wichtig, nur sollte man nicht
vergessen, daß gerade in der guten alternativen Musik diese Jahrzehnte
wieder einen großen Aufwärtstrend bargen. Ich habe das Gefühl, nur die
90er waren wirklich katastrophal.

> Nicht nur in Kanada. Wenn ich mich schlecht fühlen will, höre ich per
> Stream auch mal bei deutschen Formatradios, wie ffn, rein, wo der Slogan
> auch heute noch kommt. Oder ist die Zielgruppe der Dudelfunker nur die
> über 40-Jährigen?

Ich weiß nicht, ob signifikant Jüngere jetzt so unglaublich radioaffin
sind :-) Ich freue mich ja immer wieder, wenn Twens und leicht darübere
von Vinylplatten schwärmen. Und es gibt gerade bei der Jugend einen
Retrotrend … analoge Fotographie z. B. Aber wenn man sich mal vor Augen
hält, wie sehr die Senderabschaltung von UKW herumdiskutiert wird.
Widerlich. mensch, ich schmeiße ab und zu noch die Röhrenkiste an, und
im Alltag habe ich den Transistor-Direktnachfolger aus den 60er Jahren
an. Ich habe keine Lust, alles nur via DAB zu müssen/dürfen. Hab ich
auch, nutze ich ca. 1x die Woche.

>> War Eisbär nicht stümperhaft lächerlicher Scheiß für klassikverwöhnte
>> Ohren?
>
> Vermutlich für jedes Ohr. Sie wollten damit vermutlich auffallen. Was
> ihnen geglückt ist. IIRC gab es in den 90ern gar mal einen Remix.

Wieso denn für jedes Ohr?! Dem kann ich mich jetzt nicht anschließen.

>> Das Seltsame, fast Ärgerliche war, daß ich im Jahr 1986 bin … und dieser
>> Apple – kein Mac – eben noch keine GUI hatte :-) Aber vielleicht hat das
>> auch Vorteile gehabt. 1991 war ich erneut mit Computern konfrontiert –
>> seltsamerweise mit zwei Gegensätzen: DOS zum Programmieren und Verwalten
>> und AutoCAD-Monster zum Zeichnen. Windows gab es da noch nicht so
>> wirklich. Privat hatten die Leute Amigas oder Ataris (in meinem Umfeld).
>> Ich entschied mich etwas später für zweiteres.
>
> Der GS kam 1986 und hatte eine GUI. Sollte wohl gegen Atari ST und Amiga
> antreten.

Den hatten wir da wohl noch nicht.

> Aber warum Angela gerade Nina wollte. Als Grund vermute ich Nostalgie.

Spekulatius. Ehrlich gesagt, vermute ich weit mehr – aber es bleibt uns
eben nur zu vermuten, Insofern, ejal.

> Ich vertrete die These, dass bei fast jedem Menschen ab etwa dem Alter
> zwischen 30 und 35 nostalgische Gefühle entstehen. In diesen sehnt man
> sich "nach der besten Zeit seines Lebens" zurück, die ich zwischen 10 und
> 20 (+/- 2) festmachen wollte. Wer in den 1950ern geboren wurde, liebt
> vermutlich alles der 70er. Wer in den 1960ern aus dem Ei schlüpfte, wird
> die 80er lieben. Menschen aus den 1970er halt die 90er, und so
> weiter. Ich hatte diese These neulich mit einer Person (über das Telefon)
> getestet, die 1943 geboren wurde. Ich fragte, was sie für Musik
> mag. Konnte sie nicht sagen. Dann habe ich die deutschen Charts der
> späten 1950er und frühen 1960er durchwühlt, und Dinge von Freddy Quinn,
> Dalida, Bill Ramsey oder Conny Froboess über das Telefon gespielt. Sie
> war begeistert. Dann auch einiges aus den 80ern, die ich mag. Kannte sie;
> ich konnte aber keine Begeisterung feststellen.

Bei mir setzte die Nostalgie ziemlich genau mit 6 ein. Das weiß ich sehr
genau, weil es da einen Umzug gab, der mir gar nicht paßte.

> So wird das auch bei Frau Merkel sein. Sie war 19 oder 20, als sie in
> besagter Bar arbeitete und "Du hast den Farbfilm vergessen", was von 1974
> ist, wieder und wieder gespielt wurde. Passt von der Zeit her mit meiner
> These zusammen, und dürfte der alleinige Grund sein, warum Merkel sich
> dieses Lied zu Zapfenstreich wünschte.

Das glaube ich irgendwie nicht, dazu ist der Text viel zu anspielig.

> Wäre ich Bundeskanzler, würde es wohl "Relax"von FGTH sein. ;-)

Haha ;-) Ja, das war/ist/bleibt ein Knaller. Aber nee, wenn, dann müßte
das ein Übermonster sein. Stell Dir mal einen Zapfenstreich mit Joy
Division vor. Hätte Merkel »She’s Lost Control« gewünscht, wäre ich …
keine Ahnung, was ich wäre.

Joy Division. Oder vielleicht Laibach? Oder – und das hätte
Kunstanspruch – Frank Zappa. Haha, man stelle sich »Purple Lagoon« beim
Zapfenstreich vor. Kann ich irgendwie sogar …

>>> Dann den Ausraster von Nina Hagen in einer Talkshow von 1992, als sie der
>>> Meinung nach, Schocktherapie würde gegen ein bestimmtes Problem (schon
>>> vergessen) helfen. Mit in der Talk-Runde saß auch Angela Merkel.
>>
>> Was für Schocktherapie? Elektrokrampftherapie? Hilft gegen Depression,
>> ja ;-) Aber EST wurde damals (wie vieles anderes im Psychiatrischen)
>> auch zum Foltern und Bestrafen benutzt. Daher sind manche Dinge heute
>> sehr gefürchtet. Nina fand das schlimm oder gut?
>
> Weiß gerade nicht mehr genau, für welche kontroverse Therapie gegen was
> sie sich aussprach. Ist aber in entsprechenden Diskussionen - in einer
> wohnte auch Angela Merkel bei - ausgerastet, wenn jemand eine andere
> Meinung hatte.

Na ja, Nina eben. Man kann froh sein, daß sie derzeit nicht falsch
abgebogen ist. Ich weiß nicht, erinnert mich irgendwie auch an Blue
Öyster Cult … vielleicht ist das auch dieses Exaltierte, sich
narzißtisch so in den Vordergrund zu stellen und dabei die hystrionische
Kurve nicht ganz im Griff zu haben.

> <https://www.youtube.com/watch?v=59OiXs9nfiM>

Schlimm :-)

B. Alabay

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 22, 2021, 3:35:40 AM12/22/21
to
Am Tue, 21 Dec 2021 13:02:30 -0500 schrieb Andreas Kohlbach:

> Ich vertrete die These, dass bei fast jedem Menschen ab etwa dem Alter
> zwischen 30 und 35 nostalgische Gefühle entstehen. In diesen sehnt man
> sich "nach der besten Zeit seines Lebens" zurück, die ich zwischen 10 und
> 20 (+/- 2) festmachen wollte. Wer in den 1950ern geboren wurde, liebt
> vermutlich alles der 70er.

Ein Bekannter von mir macht manchmal DJ auf Hochzeiten, der brachte das
sehr schön auf den Punkt: "Die Leute stehen auf die Art von Musik, die sie
in Ihrer 'Balzphase' gehört haben". Also so zwischen 14 und 20.

Er hatte irgendwann mal eine Party, da waren die Gäste schon älter, und
irgendwie wollte keine rechte Stimmung aufkommen. Bis sich dann einer Deep
Purple gewünscht hat, da war die Tanzfläche plötzlich voll. Dann wusste er,
was er den Rest des Abends spielen musste.

> So wird das auch bei Frau Merkel sein. Sie war 19 oder 20, als sie in
> besagter Bar arbeitete und "Du hast den Farbfilm vergessen", was von 1974
> ist, wieder und wieder gespielt wurde. Passt von der Zeit her mit meiner
> These zusammen, und dürfte der alleinige Grund sein, warum Merkel sich
> dieses Lied zu Zapfenstreich wünschte.

Das Lied enthielt wohl auch durchaus subtile DDR-Kritik, wenn man zwischen
den Zeilen lesen konnte.

> Wäre ich Bundeskanzler, würde es wohl "Relax"von FGTH sein. ;-)

Das stelle ich mir sehr cool vor, von einer Bundeswehr-Kapelle gespielt.
Doch, echt!

Kennst Du "The Heimatdamisch"? Das ist eine bayrische Blaskapelle, die
Rockklassiker in Bierzeltversionen darbietet.

z.B: "Sweet Child 'O mine":

https://www.youtube.com/watch?v=wbsEZzgCwmI

Ist nicht nur unterhaltsam, sondern die sind auch richtig gut an ihren
Instrumenten.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Dec 22, 2021, 3:42:45 AM12/22/21
to
Am Wed, 22 Dec 2021 06:43:32 -0000 (UTC) schrieb Başar Alabay:

> Andreas Kohlbach schrieb:
>
>> Dann aber auch wieder nicht. Alben von Pink Floyd, Prince oder Michael
>> Jackson sind stehen heute noch mit ihren Verkaufszahlen oben an, wenn es
>> auch einige neuere "Werke" dahin schafften. Und auch, wenn man sich
>> dieses unsägliche Formatradio betrachtet, ist deren Slogan heute meist
>> noch "Das Beste der 80er und 90er". Schon seit den späten 90ern, wenn
>> "90er" damals auch durch "von heute" ersetzt wurde. Die 00er und 10er
>> bleiben völlig außen vor.
>
> Och nö, ich kriege vereinzelt schon auch die 60er (wenig) und 70er im
> Radio mit. Ist sicherlich alles einer Zielgruppenanalyse unterworfen.
> Die 00er und 10er werden irgendwann auch wichtig, nur sollte man nicht
> vergessen, daß gerade in der guten alternativen Musik diese Jahrzehnte
> wieder einen großen Aufwärtstrend bargen. Ich habe das Gefühl, nur die
> 90er waren wirklich katastrophal.

In den 90ern waren aber auch Bands wie Nirvana und Pearl Jam aktiv, dann
kam irgendwann die Nu Metal-Welle. Das war durchaus stilprägend für vieles,
was später kam.

>> Nicht nur in Kanada. Wenn ich mich schlecht fühlen will, höre ich per
>> Stream auch mal bei deutschen Formatradios, wie ffn, rein, wo der Slogan
>> auch heute noch kommt. Oder ist die Zielgruppe der Dudelfunker nur die
>> über 40-Jährigen?
>
> Ich weiß nicht, ob signifikant Jüngere jetzt so unglaublich radioaffin
> sind :-) Ich freue mich ja immer wieder, wenn Twens und leicht darübere
> von Vinylplatten schwärmen.

Hm, mein Sohn ist 22, der hört vor allem Spotify. Vielleicht im Auto auch
mal 1Live.

> Und es gibt gerade bei der Jugend einen
> Retrotrend … analoge Fotographie z. B. Aber wenn man sich mal vor Augen
> hält, wie sehr die Senderabschaltung von UKW herumdiskutiert wird.
> Widerlich. mensch, ich schmeiße ab und zu noch die Röhrenkiste an, und
> im Alltag habe ich den Transistor-Direktnachfolger aus den 60er Jahren
> an. Ich habe keine Lust, alles nur via DAB zu müssen/dürfen. Hab ich
> auch, nutze ich ca. 1x die Woche.

DAB+ nutze ich im Auto und im Küchenradio täglich. Der Empfang ist damit
einfach besser.

>> Wäre ich Bundeskanzler, würde es wohl "Relax"von FGTH sein. ;-)
>
> Haha ;-) Ja, das war/ist/bleibt ein Knaller. Aber nee, wenn, dann müßte
> das ein Übermonster sein. Stell Dir mal einen Zapfenstreich mit Joy
> Division vor. Hätte Merkel »She’s Lost Control« gewünscht, wäre ich …
> keine Ahnung, was ich wäre.
>
> Joy Division. Oder vielleicht Laibach?

Ui, gespielt von einer Stahlhelmkapelle mit Fackelträgern. Das könnte sehr
falsch verstanden werden (aber das wurden Laibach ja auch gern).

Grüße,

Frank

Heiko Kürschner

unread,
Dec 22, 2021, 7:58:53 AM12/22/21
to
Am Tue, 21 Dec 2021 22:16:30 -0000 (UTC) schrieb Başar Alabay:

>>> Aber warum Angela gerade Nina wollte. Als Grund vermute ich Nostalgie.
>>
>> Vielleicht aber auch, weil es nur zwei ostdeutsche Frauen gab, die
>> Weltbekannt waren und auch in der Welt rumgekommen sind.
>>
>> Die dritte wäre evtl. noch Tamara Bunke. Andere fallen mir spontan
>> nicht ein.
>
> Tamara Danz.

Sie war zweifellos eine gute Sängerin und Musikerin.
Aber sie hatte nicht die Weltbekanntheit und den Ruhm von Nina Hagen, die
neben Patti Smith den Beinamen 'Godmother of Punk' trägt.

Ralph Angenendt

unread,
Dec 22, 2021, 8:31:48 AM12/22/21
to
Well, Frank Hucklenbroich <huckle...@gmx.net> wrote:
> Am Wed, 22 Dec 2021 06:43:32 -0000 (UTC) schrieb Başar Alabay:
>> Och nö, ich kriege vereinzelt schon auch die 60er (wenig) und 70er im
>> Radio mit. Ist sicherlich alles einer Zielgruppenanalyse unterworfen.
>> Die 00er und 10er werden irgendwann auch wichtig, nur sollte man nicht
>> vergessen, daß gerade in der guten alternativen Musik diese Jahrzehnte
>> wieder einen großen Aufwärtstrend bargen. Ich habe das Gefühl, nur die
>> 90er waren wirklich katastrophal.
>
> In den 90ern waren aber auch Bands wie Nirvana und Pearl Jam aktiv, dann
> kam irgendwann die Nu Metal-Welle. Das war durchaus stilprägend für vieles,
> was später kam.

Blur, Pulp, Radiohead, Britpop im allgemeinen. Buckley, TripHop
(Portishead! Lamb! Morcheeba!), bzw. Bristol im allgemeinen. Mazzy Star,
Massive Attack! Fugees! Masters of Reality & Kyuss!

Da war wirklich *etliches* in den 90ern, das viel geprägt hat, was
später kam.

Ralph
--
Übervaterlandverräter und Mutterkornblumenblau

Andreas Kohlbach

unread,
Dec 22, 2021, 10:22:49 AM12/22/21
to
On Wed, 22 Dec 2021 09:35:41 +0100, Frank Hucklenbroich wrote:
>
> Am Tue, 21 Dec 2021 13:02:30 -0500 schrieb Andreas Kohlbach:
>
>> Ich vertrete die These, dass bei fast jedem Menschen ab etwa dem Alter
>> zwischen 30 und 35 nostalgische Gefühle entstehen. In diesen sehnt man
>> sich "nach der besten Zeit seines Lebens" zurück, die ich zwischen 10 und
>> 20 (+/- 2) festmachen wollte. Wer in den 1950ern geboren wurde, liebt
>> vermutlich alles der 70er.
>
> Ein Bekannter von mir macht manchmal DJ auf Hochzeiten, der brachte das
> sehr schön auf den Punkt: "Die Leute stehen auf die Art von Musik, die sie
> in Ihrer 'Balzphase' gehört haben". Also so zwischen 14 und 20.

Danke für die Bestätigung. :-)

> Er hatte irgendwann mal eine Party, da waren die Gäste schon älter, und
> irgendwie wollte keine rechte Stimmung aufkommen. Bis sich dann einer Deep
> Purple gewünscht hat, da war die Tanzfläche plötzlich voll. Dann wusste er,
> was er den Rest des Abends spielen musste.

Ja, man sollte das Alter der Mehrheit einschätzen. Vom Geburtstag 15
Jahre drauf rechnen und entsprechende Musik spielen. Sollte immer passen.

1980 durfte ich abends auf einem Schulausflug mal DJ machen. Die hatten
da zwei Plattenspieler. Mixen bekam ich aber nicht in den
Griff. Musiktechnisch (was sollte ich spielen) war es nicht einfach, die
"richtige" Musik zu spielen, weil wir selbst alle noch Teens waren, also
keine Nostalgie kannten. Dumm zudem für die meisten anderen, dass etwa
fünf der Schüler, inklusive mir, gerade in einer Heavy-Matal Phase
steckten, was wohl auch daher rührte, dass Bon Scott von AC/DC wenige
Monate vorher betrunken an seiner eigenen Kotze erstickt ist. Und mir das
Album Back In Black zur Verfügung stand. Also spielte stand einfach alle
Songs des Albums, sodass Headbanging bis zum Ende anstand, auch wenn das
~80% der Schüler nicht zusagte. *g*

>> So wird das auch bei Frau Merkel sein. Sie war 19 oder 20, als sie in
>> besagter Bar arbeitete und "Du hast den Farbfilm vergessen", was von 1974
>> ist, wieder und wieder gespielt wurde. Passt von der Zeit her mit meiner
>> These zusammen, und dürfte der alleinige Grund sein, warum Merkel sich
>> dieses Lied zu Zapfenstreich wünschte.
>
> Das Lied enthielt wohl auch durchaus subtile DDR-Kritik, wenn man zwischen
> den Zeilen lesen konnte.

Sagt auch der englische Kommentar des Youtube Videos. Nachdem man aus dem
Lied zwischen den Zeilen heraushören konnte, dass man Farbfilme am
Urlaubsort [1] nicht mal eben kaufen konnte (sonst wäre das Vergessen ja
kein Problem gewesen), war man bei ORWO (vermutlich durch einen Agenten
der Regierung "ermuntert") schnell, Nina Hagen und Band (aber nicht der
Nina Hagen Band,weil es die noch nicht gab ;-) schnell, eine Tour durch
eine Fabrik (mit Kameras des Fernsehen begleitet) zu geben, in der man
auch die Produktion von Farbfilmen zeigte.

>> Wäre ich Bundeskanzler, würde es wohl "Relax"von FGTH sein. ;-)
>
> Das stelle ich mir sehr cool vor, von einer Bundeswehr-Kapelle gespielt.
> Doch, echt!

Steht Olaf Scholz vielleicht auf Death Metal? Ich stelle mir seinen
Zapfenstreich dann lustig vor, dort ein Lied mit Bläsern und Pauken
umzusetzen. *g*

> Kennst Du "The Heimatdamisch"? Das ist eine bayrische Blaskapelle, die
> Rockklassiker in Bierzeltversionen darbietet.
>
> z.B: "Sweet Child 'O mine":
>
> https://www.youtube.com/watch?v=wbsEZzgCwmI
>
> Ist nicht nur unterhaltsam, sondern die sind auch richtig gut an ihren
> Instrumenten.

Kannte ich nicht, danke. Diese Experimente sind immer interessant.

Neulich einen Youtube-Channel gefunden, wo man "neuere Musik" auf
Instrumenten spielte, die in den 1930ern benutzt wurden. New Orders Blue
Monday kam gut rüber.

[1] Bei meinem ersten Spanienbesuch tat ich mich anfänglich schwer, weil
es zunächst so aussah, als müsste man Fotozubehör in fast jedem Shop
kaufen können. Denn fast jeder Shop hatte was mit "Dias" als Werbung im
Fenster. Schien auch nicht so weit hergeholt, da es sich um eine
Tourismus-Hochburg handelte. Wenn man überall Dias kaufen kann - so
dachte ich - kann man sicher auf Negative erwerben. Aber es stellte sich
schnell heraus, dass man in einer Bäckerei dann doch keine Filme
bekommen konnte.
--
Andreas

Başar Alabay

unread,
Dec 22, 2021, 11:21:40 AM12/22/21
to
Ralph Angenendt schrieb:

> Well, Frank Hucklenbroich <huckle...@gmx.net> wrote:
>> Am Wed, 22 Dec 2021 06:43:32 -0000 (UTC) schrieb Başar Alabay:
>>> Och nö, ich kriege vereinzelt schon auch die 60er (wenig) und 70er im
>>> Radio mit. Ist sicherlich alles einer Zielgruppenanalyse unterworfen.
>>> Die 00er und 10er werden irgendwann auch wichtig, nur sollte man nicht
>>> vergessen, daß gerade in der guten alternativen Musik diese Jahrzehnte
>>> wieder einen großen Aufwärtstrend bargen. Ich habe das Gefühl, nur die
>>> 90er waren wirklich katastrophal.
>>
>> In den 90ern waren aber auch Bands wie Nirvana und Pearl Jam aktiv, dann
>> kam irgendwann die Nu Metal-Welle. Das war durchaus stilprägend für vieles,
>> was später kam.
>
> Blur, Pulp, Radiohead, Britpop im allgemeinen. Buckley, TripHop
> (Portishead! Lamb! Morcheeba!), bzw. Bristol im allgemeinen. Mazzy Star,
> Massive Attack! Fugees! Masters of Reality & Kyuss!

Ey Mann … da sind etliche Bands, die in den 80ern angefangen haben.
Nicht in den 90ern. Dass man sich in den 90ern nicht aus Höflichkeit mal
kurz auflösen kann, ist ja klar. Die 90er waren einfach nicht wie die
80er. Der gute Teil war dann auch eher Post-80er. Doch dann kam der ewig
gleiche Plastikmüll. Mit Räpp-Einlage (dünnes Süppsche).

> Da war wirklich *etliches* in den 90ern, das viel geprägt hat, was
> später kam.

Ich war auch in den 90ern. Trotzdem geht meine Bandgründung (Gott sei
Dank) auf die 80er zurück. Sonst müßte ich mich ja glatt schämen :-)

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Dec 22, 2021, 11:27:10 AM12/22/21
to
Andreas Kohlbach schrieb:

>>> Wäre ich Bundeskanzler, würde es wohl "Relax"von FGTH sein. ;-)
>>
>> Das stelle ich mir sehr cool vor, von einer Bundeswehr-Kapelle gespielt.
>> Doch, echt!
>
> Steht Olaf Scholz vielleicht auf Death Metal? Ich stelle mir seinen
> Zapfenstreich dann lustig vor, dort ein Lied mit Bläsern und Pauken
> umzusetzen. *g*

Bliebe zu klären, ob mehr so Bolt Thrower Style oder doch eher
Cryptopsy.

Napalm Death ist kein Death Metal … aber man stelle sich den Wunsch
You Suffer vor. Hoho :-)

B. Alabay

Andreas Kohlbach

unread,
Dec 22, 2021, 5:36:10 PM12/22/21
to
On Wed, 22 Dec 2021 16:21:39 -0000 (UTC), Başar Alabay wrote:
>
> Ralph Angenendt schrieb:
>
>> Well, Frank Hucklenbroich <huckle...@gmx.net> wrote:
>>>
>>> In den 90ern waren aber auch Bands wie Nirvana und Pearl Jam aktiv, dann
>>> kam irgendwann die Nu Metal-Welle. Das war durchaus stilprägend für vieles,
>>> was später kam.
>>
>> Blur, Pulp, Radiohead, Britpop im allgemeinen. Buckley, TripHop
>> (Portishead! Lamb! Morcheeba!), bzw. Bristol im allgemeinen. Mazzy Star,
>> Massive Attack! Fugees! Masters of Reality & Kyuss!
>
> Ey Mann …

Voll krass, Alder! ;-)

> da sind etliche Bands, die in den 80ern angefangen haben.
> Nicht in den 90ern. Dass man sich in den 90ern nicht aus Höflichkeit mal
> kurz auflösen kann, ist ja klar. Die 90er waren einfach nicht wie die
> 80er. Der gute Teil war dann auch eher Post-80er. Doch dann kam der ewig
> gleiche Plastikmüll. Mit Räpp-Einlage (dünnes Süppsche).

Rave und Euro-Dance dürfte ab 1993 bis fast Ende des Jahrzehnts die
deutschen Charts bestimmt haben. Heute so tot wie wohl fast alles
anderes, was als Neu in den 1990ern aufkam. Ein kurzer Hype.

Kam eigentlich irgendwas Erwähnenswertes während der 00er und 10er?
Etwas, was heute (20er) nicht schon vergessen ist?

Für mich "hörte Musik" in den 90ern auf. Wenig dabei, was ich auch heute
noch höre, siehe meine (nicht mehr wirklich aktuelle) Playlist auf
<http://ankman.de/playlist.html>.

Oh, Warren G mit Regulate fand ich toll. Hörte sich auch 1994 noch so
80er-Jahre an. *BOOM* Neulich erst durch Zufall herausgefunden, dass das
ein Cover (man bediente sich zumindest an der Melodie) von Michael
McDonald's Song "I Keep Forgettin' (Every Time You're Near)" von 1982.
--
Andreas

Başar Alabay

unread,
Dec 23, 2021, 5:11:49 AM12/23/21
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Andreas Kohlbach schrieb:

> Rave und Euro-Dance dürfte ab 1993 bis fast Ende des Jahrzehnts die
> deutschen Charts bestimmt haben. Heute so tot wie wohl fast alles
> anderes, was als Neu in den 1990ern aufkam. Ein kurzer Hype.

Es gab nur ganz wenig gute Rave-Sachen. Spontan fällt mir nix ein.

> Kam eigentlich irgendwas Erwähnenswertes während der 00er und 10er?
> Etwas, was heute (20er) nicht schon vergessen ist?

Ja, haufenweise. Aber nicht in den Charts. Placebo (neunziger), Sigur
Rós (auch neunziger), Tool (neunziger …), White Lies (!), Editors,
Interpol (neunziger) …

> Für mich "hörte Musik" in den 90ern auf. Wenig dabei, was ich auch heute
> noch höre, siehe meine (nicht mehr wirklich aktuelle) Playlist auf
> <http://ankman.de/playlist.html>.

Nee, nee. Es gab in den 90ern einen Haufen guter Gründungen, die aber
erst in den nullern zum Zuge kamen. Die nuller waren teils fast schon
wieder so spanndend wie die 80er. Und das geht weiter so, finde ich.
Aber wer kennt schon so krude Bands wie Balthazar etc.

> Oh, Warren G mit Regulate fand ich toll. Hörte sich auch 1994 noch so
> 80er-Jahre an. *BOOM* Neulich erst durch Zufall herausgefunden, dass das
> ein Cover (man bediente sich zumindest an der Melodie) von Michael
> McDonald's Song "I Keep Forgettin' (Every Time You're Near)" von 1982.

Wie gesagt, es gab für mich in den 90ern noch einige wenige
Postachtziger Sachen. Aber die klassischen 90er waren wirklich
unerträglich! Auch der ganze Grunge geht eigentlich auf die 80er
zurück. Das war vielleicht die letzte mittelgute bis gute Zuckung der
90er. Dann oben genannte Gründungen. Einige, Editors und Coldplay z. B.
haben ihren Zenit leider schon fast überschritten. Coldplay isnd ähnlich
wie U2 super gestartet und schmalzomatig geendet. Aber wer weiß, was
noch kommt. Es gab auch Bands, die toll anfingen, total schrottig
wurden, um dann wieder phoenixartig aufzusteigen. Mir fällt spontan kein
Beispiel ein, aber es gibt sie. Ich stelle das immer wieder fest. Ach,
ein bißchen trifft das sogar auf Sting zu :-)

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Dec 23, 2021, 5:37:59 PM12/23/21
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Andreas Kohlbach schrieb:

> On Thu, 23 Dec 2021 10:11:47 -0000 (UTC), Başar Alabay wrote:
>>
>> Andreas Kohlbach schrieb:
>>
>>> Kam eigentlich irgendwas Erwähnenswertes während der 00er und 10er?
>>> Etwas, was heute (20er) nicht schon vergessen ist?
>>
>> Ja, haufenweise. Aber nicht in den Charts. Placebo (neunziger), Sigur
>> Rós (auch neunziger), Tool (neunziger …), White Lies (!), Editors,
>> Interpol (neunziger) …
>
> Die 90er liegen schon vor den 00ern und 10ern...

Ich hoffe, Du hast dann die folgenden Sätze noch gelesen. Zwei der
Genannten sind auch Postneunziger gewesen. Notfalls fände ich Dir auch
mehr.

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Dec 24, 2021, 5:02:16 AM12/24/21
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Andreas Kohlbach schrieb:

> gelesen. Darin bestreite ich nicht, dass es in den *90ern* etwas
> Erwähnenswertes gab.
>
> Aber gab es was in den 00ern und 10er (wie ein neues Genre oder eine
> Band, die keine Eintagsfliege war)?

Hast Du White Lies und Editors übersehen? Um nur zwei richtig gute Bands
zu nennen. Des weiteren Bloc Party. Und … Adele, Linkin Park, Franz
Ferdinand, Wir sind Helden, Die Nerven, All diese Gewalt, Prag, … und
und und. Seit 2000 ist das Abseits des Mainstreams besonders gut
bedient.

Was neue Stile anbegeht: Die Frage ist natürlich, ab wann Stile wirklich
neu sind. Punk und New Wave hat es auch schon vor den 1970ern als
Vorwegnahme gegeben. Ich denke, die großen Stationen waren nach der
»Klassik« Jazz, Rock’n’Roll und Rock. Schon bei Techno wird es
schwierig, ob der wirklich neu war. Es gibt bestimmt schon x Taxonomien
dazu, aber lustig ist das Thema allemal.

B. Alabay

Frank Hucklenbroich

unread,
Jan 5, 2022, 8:04:44 AMJan 5
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Am Thu, 23 Dec 2021 19:15:41 -0500 schrieb Andreas Kohlbach:

> Aber gab es was in den 00ern und 10er (wie ein neues Genre oder eine
> Band, die keine Eintagsfliege war)?

Foo Fighters? Klar, das ist kommerziell, trotzdem hauen die auch immer mal
wieder so Sachen wie "White Limo" raus (im Video mit Lemmy als Chauffeur).

Grüße,

Frank
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