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Bühnen- und PA Sound... Zwei Welten treffen aufeinander?

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Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 4:15:14 AM6/28/03
to
Hallo Mitmusiker,

bei einem unserer letzten Konzerte hatte ich wieder das Vergnügen mich mit
einem Mixermann auseinanderzusetzen, über den Streitpunkt: "wohin richte
ich meinen Amp und wie laut spiele ich".

Ich bin total ein Anhänger des "additiven" PA Mixings! D.h. bei kleineren
und mittleren Locations hat sich der Mixerman gefälligst anzuhören was von
der Bühne kommt, und was dann noch fehlt (z.B. bei der Guitare noch'n
bischen mehr Bass oder Aufteilung in der Breite) dazuzumischen. Wie soll
ich eine ordentliche show abliefern, wenn mein Amp kastriert in der Ecke
steht, und sein Sound über den Monitor auch nicht besser wird?

Welche Erfahrunen habt ihr zu diesem Thema gemacht?
--
See you

Werner "Werner" Hammer
Soulmatic
fine'n phunky soul stuff
http://www.soulmatic.com


Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 6:03:25 AM6/28/03
to
* Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:

> bei einem unserer letzten Konzerte hatte ich wieder das Vergnügen mich mit
> einem Mixermann auseinanderzusetzen, über den Streitpunkt: "wohin richte
> ich meinen Amp und wie laut spiele ich".

Tja, das kennen wir Mischer leider zur Genuege.

> Ich bin total ein Anhänger des "additiven" PA Mixings! D.h. bei kleineren
> und mittleren Locations hat sich der Mixerman gefälligst anzuhören was von
> der Bühne kommt, und was dann noch fehlt (z.B. bei der Guitare noch'n
> bischen mehr Bass oder Aufteilung in der Breite) dazuzumischen. Wie soll
> ich eine ordentliche show abliefern, wenn mein Amp kastriert in der Ecke
> steht, und sein Sound über den Monitor auch nicht besser wird?

Indem Du professionell bist. Du spielst fuers Publikum, oder? Wir
Mischer stehen leider oft vor dem Problem das gewisse Instrumente
leider in kleinen Clubs _zu_laut_ von der Buehne runter kommen. Man
kann aber leider nicht "subtraktiv" mischen. Ich hasse die endlosen
Diskussionen mit Veranstaltern die dann am Mischpult auftauchen,
sich lauthals beschweren es seie zu laut, ich ihnen das Pult zeige
"ich hab eh nur noch Vocals offen", er einem das nicht glaubt ("Du
bist der Tonmann, mach das leiser!") und ich ihm nicht erklaeren
kann dass man Fader nicht weiter runter als -inf ziehen kann, und
er sich bitte an die Herren "Performer" auf der Buehne wenden soll
wenn er es leiser moechte (was die meisten Veranstalter sich nicht
trauen und deshalb leider uns Mischer weiter nerven die wir nix dafuer
koennen).

Ich habe schon mit einigen Bands dieses Thema ueber laengere Zeit
durchkauen muessen, aber es hat noch so ziemlich jede eingesehen dass
es einfach besser fuer sie ist wenn das Publikum nicht 5 Meter
Abstand von der Buehne nimmt weil es zu laut von der Buehne droehnt
weil jeder meint "er muesse so laut spielen sonst kommt kein Feeling
auf". Irgendwann haben dann auch Gitarristen gerafft das ein Amp
seitlich und hoeher gestellt richtung Ohren gerichtet auch das Monitoring
vereinfacht und den Gesamtlaermpegel auf der Buehne senkt. Den besseren
FOH Sound bekommen sie allerdings nur indirekt mit, als gelegentliches
Lob vom Publikum.

> Welche Erfahrunen habt ihr zu diesem Thema gemacht?

Immer wieder die gleichen. :-)

Versteh mich nicht falsch... ich bin selbst Gitarrist und weiss dass
nen Roehrentop mit 2x4x12" viel Spass machen kann - aber auch verdammt
egozentrisch ist wenn es um Livegig fuer Publikum geht. :-)


Gruss,
Daniel

Detlef Gessau

unread,
Jun 28, 2003, 6:17:30 AM6/28/03
to
Am Sat, 28 Jun 2003 10:15:14 +0200 schrieb Werner "Soulmatic" Hammer:

> [...]


>
> Ich bin total ein Anhänger des "additiven" PA Mixings! D.h. bei kleineren
> und mittleren Locations hat sich der Mixerman gefälligst anzuhören was von
> der Bühne kommt, und was dann noch fehlt (z.B. bei der Guitare noch'n
> bischen mehr Bass oder Aufteilung in der Breite) dazuzumischen. Wie soll
> ich eine ordentliche show abliefern, wenn mein Amp kastriert in der Ecke
> steht, und sein Sound über den Monitor auch nicht besser wird?

Genau dieser Meinung bin ich auch: Die Band muß sich schließlich so hören,
wie sie's gewohnt ist. Wenn der Sound auf der Bühne anders ist als vorher
im Übungsraum, kann keiner mehr vernünftig spielen. Das läuft dann
höchstens noch auf ein Abspulen des Repertoires hinaus, wo jeder in der
Band nur damit beschäftigt ist, den nächsten Einsatz nicht zu verpassen.
Das eigentliche Bandgefühl und das Anliegen, die Songs so rüberzubringen,
wie man es vorhatte, ist dann dahin.

Der Mixmensch, der, wie ich annehme, samt PA gemietet war, sollte sich
nach den Vorstellungen der Band richten. Schließlich fällt 'ne schlechte
Show auf die Band zurück und nicht auf den PA-Verleih.

Gruß
Detlef

--
HERBSTMANØVER: Tanzmusik für Minenfelder
--> http://www.herbstmanoever.de


Tobias Heide

unread,
Jun 28, 2003, 9:03:42 AM6/28/03
to
Daniel Roesen wrote:
> * Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> > bei einem unserer letzten Konzerte hatte ich wieder das
> > Vergnügen mich mit einem Mixermann auseinanderzusetzen, über
> > den Streitpunkt: "wohin richte ich meinen Amp und wie laut
> > spiele ich".
>
> Tja, das kennen wir Mischer leider zur Genuege.

Oh jaa...

> Indem Du professionell bist. Du spielst fuers Publikum, oder? Wir
> Mischer stehen leider oft vor dem Problem das gewisse Instrumente
> leider in kleinen Clubs _zu_laut_ von der Buehne runter kommen.

Genau dieses Phänomen kenn ich von einem Schulgig. Wir Techniker ham denen
gesagt, dass sie ihre Amps leiser drehen sollen, weil wir mit Ohrenstöpseln
schon einen halben Gehörschaden davongetragen haben. Haben sie dann auch
gemacht, jedenfalls beim Soundcheck. Nacher bei der Aufführung hatten sie
dann aber alle Knöppe wieder auf 10, und wohin kamen die Leute ("mach doch
mal leiser")... Ach ja, natürlich waren die Amps direkt aufs Publikum
gerichtet... sonst "hört man ja nix"... seufz....

Das Beste war noch, dass der Frontman dauernd dem Publikum gesagt hat, sie
sollen doch näher an die Bühne kommen. Und hinterher hat er sich noch
beschwert, dass die Vocals zu leise waren. Tja, mehr als +10dB an allen
Vocal-Reglern geht eben auch nicht...

Gruß,
tobi


Niels Ott

unread,
Jun 28, 2003, 9:18:14 AM6/28/03
to
Tobias Heide wrote:
> Aufführung hatten sie dann aber alle Knöppe wieder auf 10, und wohin kamen
> die Leute ("mach doch mal leiser")... Ach ja, natürlich waren die Amps
> direkt aufs Publikum gerichtet... sonst "hört man ja nix"... seufz....

Vielleicht wäre das ein Argument, für Schülerbands die POD-Benutzung zur
Pflicht zu machen... ;-)

Zumindest insofern es günstige Geräte wie den Line6 POD gäbe, die nur aus
Distortion und Clean Channel + Boxensimulatione und NIX WEITER bestünden...

Übrigens, das Prob hatten wir irgendwie auf Schwanenholz ja auch, was den
"Bühnen"(/Schotterplatz)-Sound anging.

Allerdings halte ich es für utopisch, draußen auf der Gass mit
Proberaumgewohntem Sound zu spielen.

Grüße,

Niels

--
Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.
-> http://tomixyz.de/niels/ -> http://band.quexilver.de/

Erik Hüther

unread,
Jun 28, 2003, 9:19:39 AM6/28/03
to
"Tobias Heide" <tucks.r...@gmx.de> schrieb:

> Genau dieses Phänomen kenn ich von einem Schulgig. Wir Techniker
> ham denen gesagt, dass sie ihre Amps leiser drehen sollen, weil
> wir mit Ohrenstöpseln schon einen halben Gehörschaden
> davongetragen haben. Haben sie dann auch gemacht, jedenfalls beim
> Soundcheck. Nacher bei der Aufführung hatten sie dann aber alle
> Knöppe wieder auf 10, und wohin kamen die Leute ("mach doch mal
> leiser")... Ach ja, natürlich waren die Amps direkt aufs Publikum
> gerichtet... sonst "hört man ja nix"... seufz....

Es geht aber auch annersrum, wie ich letztens bei einem unserer Gigs
erfahren musste. Vier Bands an einem Abend, wir als letzte
("Rausschmeißer"), die erste Band so um neun.
PA von anno dunnemals (noch mit Glühbirnen drin als Überlastschutz!),
klang auch "sehr gut"... Unfähiger Mischer, der der Meinung war, sein
Mischpult auf der Bühne(!) aufbauen zu müssen statt davor, die
Ampmikros auf die Mitte des Lautsprechers(!!) richtet und sich dann
wundert, daß es pfeift und mumpft, sich aber auch nicht belehren lassen
will.
Resultat: Zwote Band hat ganz diszipliniert die Amps schön leise, mit
dem Ergebnis, daß man nur Gesang gehört hat (wenn die Sängerin sich mal
nah genug ans Mikro getraut hat) und ansonsten n bissl mumpfen vom Bass
und Snare und Becken, die Bassdrum konnte man so erahnen.
Zwote bis vierte Band haben dem Mann dann gesagt, er soll das mit der
Ampmikrophonierung lassen, weil er's eh nicht auf die Reihe gekriegt
hat. Da war der Sound dann sogar halbwegs passabel, auch wenn die
"Gesangsboxen" (lief ja sonst nix mehr über die PA) permanent
geleuchtet haben. :-)

> Das Beste war noch, dass der Frontman dauernd dem Publikum gesagt
> hat, sie sollen doch näher an die Bühne kommen. Und hinterher hat
> er sich noch beschwert, dass die Vocals zu leise waren. Tja, mehr
> als +10dB an allen Vocal-Reglern geht eben auch nicht...

Kann auch an einer schwächlichen PA liegen, s.o. Ich glaube, da wäre
unsere PA im Probenraum lauter gewesen.

Gruß Erik

--
["Internet geht wieder"]
"Puh. Das war knapp. War schon kurz davor, was zu lernen..."
[Peter Kondensi in wohnheime.net]
----+|+---- http://www.Ostertaler.de ----+|+---

Andreas Jaeger

unread,
Jun 28, 2003, 9:53:18 AM6/28/03
to
"Werner \"Soulmatic\" Hammer" schrieb:

> Ich bin total ein Anhänger des "additiven" PA Mixings! D.h. bei
> kleineren und mittleren Locations hat sich der Mixerman gefälligst
> anzuhören was von der Bühne kommt, und was dann noch fehlt (z.B. bei
> der Guitare noch'n bischen mehr Bass oder Aufteilung in der Breite)
> dazuzumischen. Wie soll ich eine ordentliche show abliefern, wenn
> mein Amp kastriert in der Ecke steht, und sein Sound über den
> Monitor auch nicht besser wird?

In erster Linie bin ich als Musiker zu 150% daran interessiert wie es
fuer das Publikum klingt. Alles andere ist mal zweitrangig. Wie ich mich
auf der Buehne mich hoere auch.

Ich muss mich einigermassen orten koennen auf der Buehne und brauche die
anderen Instrumente noch dazu um mich zu platzieren. Aber ob das nun
"schoen" oder grausig klingt ist erstmal egal. Natuerlich fuehlt man
sich besser wenn alles schon auf der Buehne fein ist aber da man zum
Spielen ohnehin die Musik "von innen nach aussen fliessen" laesst und
die Toene schon im Kopf bildet die man spielt kann man so ueber manche
Unzulaenglichkeit im Monitorsound laechelnd hinwegsehen(-hoeren) wenn
dafuer der Sound vorne besser ist. Von Proberaumsound auf der Buehne
halte ich nix und habe es dort gerne so leise wie irgend moeglich. Ich
will meine Ohren noch ein paar Jahre benutzen ;)

Ich bin extrem anspruchslos was meinen Monitorsound anbelangt und drehe
meinen Amp meist nur so laut wie es unbedingt noetig ist. Da bei vielen
kleineren Lokalitaeten eh fast nur Gesang ueber PA kommt und irgendwie
schon das Antippen der Bierglaeser zu laut klingt finde ich
Selbstbeschraenkung ziemlich wichtig. Weil - man spielt zumeist fuer die
Leute da vorne die so rumzappeln ;)


> Welche Erfahrunen habt ihr zu diesem Thema gemacht?

Ich habe Bands erlebt die Soundcheck und Konzert nach dem Schema "Sound
is kacke - mach' ma lauter..." gestaltet haben und denen ich (damals am
Pult) am liebsten die Amps in den... ach lassen wir das ;) Hier muss der
Soundmann oft erklaerend und massregelnd eingreifen damit wenigstens ein
letzter Rest an Sound vorne rauskommt und nicht dem Hang zur extem-
extrovertierten klanglichen Selbstdarstellung ueber Dezibel zum Opfer
faellt ;)

Ich habe bei keinem Konzert/Gig bei dem mein Bass ueber Anlage kam
meinen Turm zur Frontbeschallung einsetzen muessen. Unseren Gitarreros
ging es gleich - entweder kommt Gitarre ueber PA oder ueber die eigenen
Boxen. Beides zusammen war aus meiner Erfahrung heraus noch nie eine
segensreiche Verbindung.


Andreas
--
prog / cover
www.silent-lucidity.de / www.funkyflow.de

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 9:56:13 AM6/28/03
to
"Daniel Roesen" <d...@bofh.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrnbfqp...@homebase.cluenet.de...

> * Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> > bei einem unserer letzten Konzerte hatte ich wieder das Vergnügen mich
mit
> > einem Mixermann auseinanderzusetzen, über den Streitpunkt: "wohin
richte
> > ich meinen Amp und wie laut spiele ich".
>
> Tja, das kennen wir Mischer leider zur Genuege.
>
> > Ich bin total ein Anhänger des "additiven" PA Mixings! D.h. bei
kleineren
> > und mittleren Locations hat sich der Mixerman gefälligst anzuhören was
von
> > der Bühne kommt, und was dann noch fehlt (z.B. bei der Guitare noch'n
> > bischen mehr Bass oder Aufteilung in der Breite) dazuzumischen. Wie
soll
> > ich eine ordentliche show abliefern, wenn mein Amp kastriert in der Ecke
> > steht, und sein Sound über den Monitor auch nicht besser wird?
>
> Indem Du professionell bist. Du spielst fuers Publikum, oder?

Richtig! Somit habe ich auch bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Meine
Pflicht besteht darin eine gute Performance rüberzubringen. Zitat Luke
Saitenwalker "Möge die Macht mit uns sein".
Ich muß frei und ohne Beschränkung den Stier bei den Hörner packen und den
Tiger reiten...
"Rockn' Roll!!!"

Wir
> Mischer stehen leider oft vor dem Problem das gewisse Instrumente
> leider in kleinen Clubs _zu_laut_ von der Buehne runter kommen.

Das Problem ist hier eher, das die Drums ungerichtet, und die Amps gerichtet
arbeiten. Auf der Bühne sind die Drums entsprechend laut, 5 Meter vor der
Bühne klapperts nur noch.
Additiv heißt hier die ungerichteten Gescxhichten nach vorne zu holen.

> Versteh mich nicht falsch... ich bin selbst Gitarrist und weiss dass
> nen Roehrentop mit 2x4x12" viel Spass machen kann - aber auch verdammt
> egozentrisch ist wenn es um Livegig fuer Publikum geht. :-)

Hier ist, denke ich ein entscheidender Punkt. Bei kleinen und mitleren Gigs
spüle ich in der Regel über eine 60Watt Marshall COMBO oder alternativ über
einen VOX AC30. Den Stack behalte ich mir für Bühnen vor, wo ich selbst
"weit" ab vom Amp stehe.
Ein Stack ist konstruiert für große Bühnen und gehört nicht in den Club!
Eine "leistunsschwache" Combo ist stark genug um den Club zu füllen, und
bekommt evtl. noch etwas Unterstützung von der PA hinsichtlich Bass oder
Breite (schon erwähnt).

Daniel,da sind wir einer Meinug, daß ein zu lauter sound seitens der
Guitaren keinen sinn macht.

Henrik Baartz

unread,
Jun 28, 2003, 10:11:00 AM6/28/03
to
Detlef Gessau schrieb:


> Am Sat, 28 Jun 2003 10:15:14 +0200 schrieb Werner "Soulmatic" Hammer:
>
> > Wie soll ich eine ordentliche show abliefern, wenn mein Amp
> > kastriert in der Ecke steht, und sein Sound über den Monitor auch
> > nicht besser wird?
>
> Genau dieser Meinung bin ich auch: Die Band muß sich schließlich
> so hören, wie sie's gewohnt ist. Wenn der Sound auf der Bühne anders
> ist als vorher im Übungsraum, kann keiner mehr vernünftig spielen.

NACK. Die Akustik auf ner Bühne ist zwangsläufig(!) deutlich anders
als im Probenraum, und dies a) zu kapieren und b) sich entsprechend
drauf einzustellen gehört IMHO zur professionellen Einstellung einer
Band.

> Der Mixmensch, der, wie ich annehme, samt PA gemietet war, sollte
> sich nach den Vorstellungen der Band richten.

Und was macht er, wenn die Herren Künstler mangels gedanklicher
Auseinandersetzung mit dem Thema reichlich abgehobene und
PA-technisch überhaupt nicht zu realisierende Vorstellungen haben?


Gruß,
Henrik


Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 10:04:04 AM6/28/03
to

> Allerdings halte ich es für utopisch, draußen auf der Gass mit
> Proberaumgewohntem Sound zu spielen.

Hier wird das grundsätzliche Problem klar. Im Proberaum und auf der Bühne
bestimmt das Drum-set die Lautstärke. Das direkte Ausrichten der Amps auf's
Publikum halte ich bei "ohrenhohen" Bühnen auch nicht für sinnvoll. Vielmehr
sollte sich die Band einen angenehmen sound auf der Bühne ähnlich wie im
Proberaum kreieren, d.h. die Amps stehen in der Regel in Richtung der
eigenen Ohren. Bei niedrigen Club-Bühnen richtet man eben abgestimmt ins
Publikum, desto weniger wird die PA "belastet".

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 10:07:18 AM6/28/03
to

>
> Der Mixmensch, der, wie ich annehme, samt PA gemietet war, sollte sich
> nach den Vorstellungen der Band richten. Schließlich fällt 'ne schlechte
> Show auf die Band zurück und nicht auf den PA-Verleih.
>
> Gruß
> Detlef

Wie wahr , wie wahr! Die Band macht den Sound und nicht die PA! Die PA kann
sie nur so gut wie möglich rüberbringen.

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 10:17:50 AM6/28/03
to
> NACK. Die Akustik auf ner Bühne ist zwangsläufig(!) deutlich anders
> als im Probenraum, und dies a) zu kapieren und b) sich entsprechend
> drauf einzustellen gehört IMHO zur professionellen Einstellung einer
> Band.

Warum ist die Akustik auf einer Bühne deutlich anders wie im Proberaum?
Wenn die Band in einem einigermassen großen Raum probt, ich denke so ab 6x6
Meter, so ändert sich die Akustik auf der Bühne eigentlich nur durch das
nichtvorhandensein einer Wand.

> Und was macht er, wenn die Herren Künstler mangels gedanklicher
> Auseinandersetzung mit dem Thema reichlich abgehobene und
> PA-technisch überhaupt nicht zu realisierende Vorstellungen haben?

Als Künstler möchte ich mich auf der Bühne wohl fühlen. Durch Anpassung
meines Equipments an die Bühnensituationen (im Club halt NICHT den
Doppel-Stack mit Hiwatt 200Watt Topteil) kann ich eine angenehme Lautstärke
und Sound darstellen, und dann soll mich kein Mischer mit seiner Vorstellung
nerven er könnte den neutralen sound nach vorne raus erfinden.

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 10:40:34 AM6/28/03
to

> In erster Linie bin ich als Musiker zu 150% daran interessiert wie es
> fuer das Publikum klingt. Alles andere ist mal zweitrangig. Wie ich mich
> auf der Buehne mich hoere auch.

Du spielst also auf Verdacht, mir kommt da so ein bischen das Bild von dem
Strauß mit dem Kopf im Sand in den Sinn...


>
> Ich muss mich einigermassen orten koennen auf der Buehne und brauche die
> anderen Instrumente noch dazu um mich zu platzieren. Aber ob das nun
> "schoen" oder grausig klingt ist erstmal egal.

Aha, so ganz auf Verdacht dann wohl doch nicht


Natuerlich fuehlt man
> sich besser wenn alles schon auf der Buehne fein ist aber da man zum
> Spielen ohnehin die Musik "von innen nach aussen fliessen" laesst und
> die Toene schon im Kopf bildet die man spielt kann man so ueber manche
> Unzulaenglichkeit im Monitorsound laechelnd hinwegsehen(-hoeren)

Nee, ich spiele nicht in meinem Kopf sondern mit meinen Mitmusikern
zusammen. Hey ich muß sie hören, und sie mich, und mich muß mich selbst und
meinen Klang kontrollieren/abstimmen können.

wenn
> dafuer der Sound vorne besser ist.

Wie soll der Sound vorne besser sein, wenn er schon auf der Bühne Scheisse
ist?
Kommt da irgend so ein Zampano und gleicht die Unsauberkeiten im gemeinsamen
Groove, im gemeinsamen Sound wie durch ein Wunder wieder aus - wie soll das
gehen?

> Ich bin extrem anspruchslos was meinen Monitorsound anbelangt und drehe
> meinen Amp meist nur so laut wie es unbedingt noetig ist.

Tja, genau das mache ich auch. Im Club steht meine Röhren-Combo (30 oder 60
Watt) dann so etwa auf 70% Leistung. Im Feedback geht auch mal was mehr.


>
> Ich habe bei keinem Konzert/Gig bei dem mein Bass ueber Anlage kam
> meinen Turm zur Frontbeschallung einsetzen muessen. Unseren Gitarreros
> ging es gleich - entweder kommt Gitarre ueber PA oder ueber die eigenen
> Boxen. Beides zusammen war aus meiner Erfahrung heraus noch nie eine
> segensreiche Verbindung.

Das ist richtig, bei den meisten Gigs in Clubs ist die Lautstärke der
Verstärker für Bass oder Guitare völlig ausreichend. Natürlich muß man sich
als Saitenquäler darüber Gedanken machen wie laut man rüber kommt. Und wenn
man mit Kanonen auf Spatzen schießt (d.h. zu großer zu lauter Amp auf der
Bühne) dann kann das nicht gut gehen.

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 10:57:27 AM6/28/03
to
* Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> Wie wahr , wie wahr! Die Band macht den Sound und nicht die PA! Die PA kann
> sie nur so gut wie möglich rüberbringen.

Nicht, wenn die Band das mit ihrem Egotrip auf der Buehne sabotiert.
Aber ueblicherweise ist das meist antiproportional mit der
Professionalitaet der Band. Mit Profis hatte ich eigentlich noch nie
Probleme und das sind eigentlich meist die entspanntesten und fuer
alle erfolgreichesten Gigs. Uebel sind die Anfaenger, die gerade
von Plattenfirmen hochgehypten Anfaenger und die Halbwissenden.

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 11:02:05 AM6/28/03
to
* Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> Warum ist die Akustik auf einer Bühne deutlich anders wie im Proberaum?
> Wenn die Band in einem einigermassen großen Raum probt, ich denke so ab 6x6
> Meter, so ändert sich die Akustik auf der Bühne eigentlich nur durch das
> nichtvorhandensein einer Wand.

*HUST*

Sorry, Du hast offenbar keine Ahnung von Akustik und Psychoakustik.

> Als Künstler möchte ich mich auf der Bühne wohl fühlen.

Du redest immer nur von DIR. Ich dachte Du spielst fuer ein Publikum?
Oder sind die nur zum Ego-Massieren da? Muessen die sogar noch dankbar
sein Dich hoeren zu duerfen?

> Durch Anpassung meines Equipments an die Bühnensituationen (im Club
> halt NICHT den Doppel-Stack mit Hiwatt 200Watt Topteil) kann ich eine
> angenehme Lautstärke und Sound darstellen, und dann soll mich kein
> Mischer mit seiner Vorstellung nerven er könnte den neutralen sound
> nach vorne raus erfinden.

Komm mal von Deinem hohen Ross herunter. Und am besten beschraenke
Dich auf Proberaumarbeit, ggfs. mit Applaus von der CD garniert.

Mich kotzt es an fuer Egotrips irgendwelcher Amateuere auf der Buehne
Pruegel von Publikum und Veranstalter zu kassieren. Aber ich weiss
schon warum ich immer waehlerischer werde fuer welche Bands ich
arbeite.

Andreas Jaeger

unread,
Jun 28, 2003, 11:07:44 AM6/28/03
to
"Werner \"Soulmatic\" Hammer" schrieb:

> > In erster Linie bin ich als Musiker zu 150% daran interessiert wie
> > es fuer das Publikum klingt. Alles andere ist mal zweitrangig. Wie
> > ich mich auf der Buehne mich hoere auch.
>
> Du spielst also auf Verdacht, mir kommt da so ein bischen das Bild
> von dem Strauß mit dem Kopf im Sand in den Sinn...

Na - auf Verdacht nicht ;) Wuerde ich auf Verdacht drauflosgurken waere
der Klang fuer das Publikum vermutlich nicht optimal...


> > Ich muss mich einigermassen orten koennen auf der Buehne und
> > brauche die anderen Instrumente noch dazu um mich zu platzieren.
> > Aber ob das nun "schoen" oder grausig klingt ist erstmal egal.
>
> Aha, so ganz auf Verdacht dann wohl doch nicht

Natuerlich nicht. Ich muss mich und alle anderen von der Band so gut
hoeren wie irgend moeglich. Wobei gut != laut. Aber ich habe es schon so
oft erlebt, dass viele viele Musiker auf der Buehne sich so laut drehen,
dass weder sie selber noch sonstwer in 5 km Entfernung eine Chance noch
was anderes zu hoeren. Vor allem bei Keyboardern ist es mir extrem
aufgefallen.


> > Natuerlich fuehlt man
> > sich besser wenn alles schon auf der Buehne fein ist aber da man
> > zum Spielen ohnehin die Musik "von innen nach aussen fliessen"
> > laesst und die Toene schon im Kopf bildet die man spielt kann man
> > so ueber manche Unzulaenglichkeit im Monitorsound laechelnd
> > hinwegsehen(-hoeren)
>
> Nee, ich spiele nicht in meinem Kopf sondern mit meinen Mitmusikern
> zusammen. Hey ich muß sie hören, und sie mich, und mich muß mich
> selbst und meinen Klang kontrollieren/abstimmen können.

Richtig. Absolut und vollkommen richtig. Nur fahre ich eben damit am
untersten Limit da mir persoenlich das Risiko zu hoch ist wem in die
Quere zu kommen. Und ich hoere mich immer so gut, dass ich die Kontrolle
habe. Waere ich lauter wuerde ich Kontrolle abgeben.


> wenn
> > dafuer der Sound vorne besser ist.
>
> Wie soll der Sound vorne besser sein, wenn er schon auf der Bühne
> Scheisse ist?

Ich sagte nicht, dass ich versuche einen moeglichst beschissenen und
leisen Sound auf der Buehne zu haben ;)

Aber interessanterweise klingen Bands mit lauterem Buehnensound oft
schlechter (weil undifferenzierter) als die, die moeglichst leise fahren
wollen. Wie gesagt - so leise wie moeglich bei guter Hoerbarkeit.


> Kommt da irgend so ein Zampano und gleicht die Unsauberkeiten im
> gemeinsamen Groove, im gemeinsamen Sound wie durch ein Wunder wieder
> aus - wie soll das gehen?

*lol* Waere eine neue Berufssparte - Groove-Elfe oder sowas.


> > Ich bin extrem anspruchslos was meinen Monitorsound anbelangt und
> > drehe meinen Amp meist nur so laut wie es unbedingt noetig ist.
>
> Tja, genau das mache ich auch. Im Club steht meine Röhren-Combo (30
> oder 60 Watt) dann so etwa auf 70% Leistung. Im Feedback geht auch
> mal was mehr.

...so spielt aber eben leider nicht jeder Gitarrist. Oftmals wuchten
dann die jungen Kerle ihre goilen Stacks auf eine aechzende Buehne und
blasen schon beim Soundcheck die Tueren aus den Angeln. Hinterher
beschweren sie sich ueber matschigen Sound vorne...


> > Ich habe bei keinem Konzert/Gig bei dem mein Bass ueber Anlage kam
> > meinen Turm zur Frontbeschallung einsetzen muessen. Unseren
> > Gitarreros ging es gleich - entweder kommt Gitarre ueber PA oder
> > ueber die eigenen Boxen. Beides zusammen war aus meiner Erfahrung
> > heraus noch nie eine segensreiche Verbindung.
>
> Das ist richtig, bei den meisten Gigs in Clubs ist die Lautstärke der
> Verstärker für Bass oder Guitare völlig ausreichend. Natürlich muß
> man sich als Saitenquäler darüber Gedanken machen wie laut man rüber
> kommt. Und wenn man mit Kanonen auf Spatzen schießt (d.h. zu großer
> zu lauter Amp auf der Bühne) dann kann das nicht gut gehen.

...und genau das meinte ich :) Und im Zweifelsfall entscheide ich mich
fuer das Publikum und strenge mich eben mehr an besser zu hoeren und
mich besser zu konzentrieren als matschig zu klingen. Wenn's matschig
klingt groovt es auch nimmer ;)

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 11:22:17 AM6/28/03
to
* Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
>> In erster Linie bin ich als Musiker zu 150% daran interessiert wie es
>> fuer das Publikum klingt. Alles andere ist mal zweitrangig. Wie ich mich
>> auf der Buehne mich hoere auch.
>
> Du spielst also auf Verdacht,

Er sagte "Wie" er sicht hoert, nicht "ob". Das ist der Unterschied
zwischen einem Amatuer und einem Profi. Dem Profi reicht es zur Not
(wenn es sachdienlich ist) sich gerade so zu hoeren das er _kontrolliert_
spielen kann. Der Amateur meint auch noch das ultra-Wohlfuehl-Gefuehl
haben zu muessen (unbedingt!), sonst koenne er keinen guten Gig spielen.

Und natuerlich muss er diesen Bombensound mit seiner Backline gemacht
haben, und konnte dafuer nicht auf die Faehigkeiten des/der Mischer(s)
zurueckgreifen der ihm das auch ggfs. ueber die Monitoranlage (die
schraeg nach oben (Wedges) oder seitlich (Sidefills) richtung Musiker
und nicht richtung Publikum (dafuer ist der FOH Mann zustaendig, damit
sich dann auch das _Publikum_ wohlfuehlt beim Hoeren) blaest.

> Nee, ich spiele nicht in meinem Kopf sondern mit meinen Mitmusikern
> zusammen. Hey ich muß sie hören, und sie mich, und mich muß mich
> selbst und meinen Klang kontrollieren/abstimmen können.

Deinen Klang - eingeschraenkt. Deine Lautstaerke - nein. Wofuer gibts
ne Monitoringanlage? Warum musst Du die gesamte Buehne bedroehnen (und
damit dann auch den Saenger der eh schon ueblicherweise genug mit dem
Radau der Drums hinter sich zu kaempfen hat)? Die Monitoranlage is
dazu da jedem der Mitmusiker das zu geben was er braucht, UND NICHT
MEHR (im Sinne von "zu viel ist schaedlich").

> Wie soll der Sound vorne besser sein, wenn er schon auf der Bühne
> Scheisse ist?

Sound ist abhaengig von Lautstaerke. Je lauter desto beschissener
ueblicherweise der Sound. Je mehr Brei auf der Buehne, desto beschissener
der Frontsound. Sound auf der Buehne kann klasse sein OHNE laut zu
sein.

> Tja, genau das mache ich auch. Im Club steht meine Röhren-Combo (30 oder
> 60 Watt) dann so etwa auf 70% Leistung. Im Feedback geht auch mal was
> mehr.

60 Watt roehre auf 70% Leistung ist verdammt viel. Ich hab damals
mein 100W Roehren-Top nie lauter als 1.5 (auf der Volume-Skala bis 10)
gefahren, das hat mehr als gereicht. Und ich hab mich pudelwohl
gefuehlt. Meine Ohren uebrigens auch.

> Das ist richtig, bei den meisten Gigs in Clubs ist die Lautstärke der
> Verstärker für Bass oder Guitare völlig ausreichend.

Um nicht zu sagen voellig uebertrieben.

> Natürlich muß man sich als Saitenquäler darüber Gedanken machen wie
> laut man rüber kommt.

Katastrophaler Irrtum. Das ist Sache des Mischers das musikalisch
ausgewogen und im Sinne des Songs rueberzubringen. Es ist NICHT Sache
der Musiker auf der Buehne durch ihre Backline die Mindestlautstaerke
im Publikum vorzugeben.

> Und wenn man mit Kanonen auf Spatzen schießt (d.h. zu großer zu
> lauter Amp auf der Bühne) dann kann das nicht gut gehen.

Ein Amp ist so laut wie man ihn macht. Ein Vox AC30 ist eine Waffe
und das Problem des "klingt nur gut wenn aufgerissen" ist bekannt
und wird ueblicherweise von Profis(!) mittels Powersoak in den
Griff bekommen - im Sinne der eigenen Ohren und dem Publikum zuliebe.


Daniel

Niels Ott

unread,
Jun 28, 2003, 11:50:43 AM6/28/03
to
Andreas Jaeger wrote:
> Natuerlich nicht. Ich muss mich und alle anderen von der Band so gut
> hoeren wie irgend moeglich. Wobei gut != laut. Aber ich habe es schon so
> oft erlebt, dass viele viele Musiker auf der Buehne sich so laut drehen,
> dass weder sie selber noch sonstwer in 5 km Entfernung eine Chance noch
> was anderes zu hoeren. Vor allem bei Keyboardern ist es mir extrem
> aufgefallen.

Naja ich bin's vom Proberaum her gewohnt, mich zwischen dem Krach der
anderen selbst ausfindig zu machen... ;-)

Aber vielleicht liegt's auch daran, daß diverse Mischlinge offenbar meinen,
Keyboards wären zwar nett anzuschauen aber hören müßte man die eigentlich
nicht wirklich?!

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 11:42:25 AM6/28/03
to

"Daniel Roesen" <d...@bofh.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrnbfrb...@homebase.cluenet.de...

> * Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> > Warum ist die Akustik auf einer Bühne deutlich anders wie im Proberaum?
> > Wenn die Band in einem einigermassen großen Raum probt, ich denke so ab
6x6
> > Meter, so ändert sich die Akustik auf der Bühne eigentlich nur durch das
> > nichtvorhandensein einer Wand.
>
> *HUST*
>
> Sorry, Du hast offenbar keine Ahnung von Akustik und Psychoakustik.

Es wäre sehr nützlich nicht persönlich zu werden, sondern einfach meinen
Einwand zu berücksichtigen.. Nochmal, wo ist bitteschön der akustische
Unterschied zwischen einem grösseren Proberaum und einer Bühne in einem Club
( bis auf die Tatsache, das er meist nach einer Seite hin größer ausfällt) ?


>
> > Als Künstler möchte ich mich auf der Bühne wohl fühlen.
>
> Du redest immer nur von DIR.

Da ist nicht richtig. Ich kann aber nur für mich selbst sprechen bzgl.
meiner fehlenden masochistischen Veranlagung in Verbindung mit Bühnensound
:) .

Ich dachte Du spielst fuer ein Publikum?

Natürlich spiele ich für's Publikum.

> Oder sind die nur zum Ego-Massieren da? Muessen die sogar noch dankbar
> sein Dich hoeren zu duerfen?

Der Künstler auf der Bühne und das Publikum stehen in einer
Wechselbeziehung. Seitens des Künstlers ist kein Ego-Trip sondern Demut
nötig. Das Publikum spürt ganz genau wer da vor ihm steht. Letztendlich
kehrt man ja sein Innerstes nach außen und gibt sich dem Publikum preis.
Das dazu (zumindest auf der Bühne) eine extrovertierte Persönlichkeit
gehört, liegt inder Natur der Sache. Wie kann man erwarten, das das Publikum
Spaß hat , wenn man nicht selber Spaß hat? Und natürlich sind die Leute
dankbar wenn sie sich freuen können.

>
> > Durch Anpassung meines Equipments an die Bühnensituationen (im Club
> > halt NICHT den Doppel-Stack mit Hiwatt 200Watt Topteil) kann ich eine
> > angenehme Lautstärke und Sound darstellen, und dann soll mich kein
> > Mischer mit seiner Vorstellung nerven er könnte den neutralen sound
> > nach vorne raus erfinden.
>
> Komm mal von Deinem hohen Ross herunter. Und am besten beschraenke
> Dich auf Proberaumarbeit, ggfs. mit Applaus von der CD garniert.

Kann leider nicht reiten. Tut mir leid, aber da ist die Katastrophe schon
weiter fortgeschritten. Applaus von der CD macht wenig Sinn im Vergleich zu
den 3000 begeisterten Besuchern bei unserem Konzert gestern Abend in der
Oberstadt von Siegen.

>
> Mich kotzt es an fuer Egotrips irgendwelcher Amateuere auf der Buehne
> Pruegel von Publikum und Veranstalter zu kassieren. Aber ich weiss
> schon warum ich immer waehlerischer werde fuer welche Bands ich
> arbeite.
>

Was hast Du gegen "irgendwelche" Amateure? Klar, wenn zu große Verstärker in
zu kleinen Räumlichkeiten zu laut gefahren werden, dann ist das nicht in
Ordnung. Aber wenn die Band einen ordentlichen Bühnensound hat, und da nicht
zu laut ist geht doch alles klar?! Dann ist es natürlich notwendig, das der
Mischer sich mal auf die Bühne bemüht und ein klärendes abstimmendes
Gespräch führt, und auch ers mal HÖRT was auf der Bühne passiert.
Ab einem bestimmten Rahmen wird sowieso ein eigener Bühnenmischer
eingesetzt, und dann entspannt sich die Situation sowieso :)

Adrian Knoth

unread,
Jun 28, 2003, 11:52:31 AM6/28/03
to
Detlef Gessau <ne...@DetlefGessau.de> wrote:

> Genau dieser Meinung bin ich auch: Die Band muß sich schließlich so hören,
> wie sie's gewohnt ist. Wenn der Sound auf der Bühne anders ist als vorher
> im Übungsraum, kann keiner mehr vernünftig spielen.

Das ist ja wohl die gurkigste Argumentation, die ich je gehört habe.
Das würde bedeuten, daß die Band nicht mal eben mit anderen Musikern
spielen könnte, weil das ja vom Proberaumsound abweicht.

Wie läuft das bei uns ab?

Der Gitarrist nimmt seinen 4x12 Hughes&Kettner (oder so, keine Ahnung),
hängt ein Großmembran-Mikro mit Spinne davor und dreht es weg oder hin
oder wie auch immer - völlig egal, das Mikro nimmt auch den leisen Amp
auf.

Dann geht das zum Pult und dort wird der Sound für die PA fertig gemacht.
Im Aux-Weg kommt das Signal zurück. Für jeden Musiker einzeln (separate
Aux-Wege), nur dessen jeweiliges Instrument. Auf der Bühne kann sich jeder
einen Mix aus Stereo-Summe, Ticker und seinem Aux-Kanal für das
Inear-Monitoring basteln.

Fertig. Der Knackpunkt ist eigentlich das IEM. Ohne spiele ich nur
noch in klassischen Besetzungen am Flügel, wenn ein Chello oder so
am Start ist - aber sobald ein Drumsetz und ein Amp auf der Bühne
auftauchen, habe ich die Dinger drin und will von dem Stagesound nichts
mehr wissen, da mixe ich mir mein eigenes Signal (meistens höre ich
eh nur Summe, um den Gesamteindruck bewerten zu können)

Es schont die Ohren, das Publikum und es klingt geiler als so ein
brummender Monitor, der einem "das Blech wegpustet". IEM ist Qualitäts-
steigerung. Auch im Proberaum.

--
mail: a...@thur.de http://adi.thur.de PGP: v2-key via keyserver

Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Thomas Brandt

unread,
Jun 28, 2003, 12:17:01 PM6/28/03
to

"Werner "Soulmatic" Hammer" schrieb:

> Hallo Mitmusiker,
>
> bei einem unserer letzten Konzerte hatte ich wieder das Vergnügen mich mit
> einem Mixermann auseinanderzusetzen, über den Streitpunkt: "wohin richte
> ich meinen Amp und wie laut spiele ich".
>
> Ich bin total ein Anhänger des "additiven" PA Mixings! D.h. bei kleineren
> und mittleren Locations hat sich der Mixerman gefälligst anzuhören was von
> der Bühne kommt, und was dann noch fehlt (z.B. bei der Guitare noch'n
> bischen mehr Bass oder Aufteilung in der Breite) dazuzumischen. Wie soll
> ich eine ordentliche show abliefern, wenn mein Amp kastriert in der Ecke
> steht, und sein Sound über den Monitor auch nicht besser wird?
>
> Welche Erfahrunen habt ihr zu diesem Thema gemacht?

Ich sehe schon, eher eine Diskussion für die Gitarristen. Als
Schlagzeuger kann ich mit meiner, wohl spärlicheren, Erfahrung sagen,
daß ich entweder Mikros und PA brauche (bei großen Bühnen/Hallen) und
bei mittleren und kleinen Clubs mit Freuden auf das Gebaumel am Sets
verzichte. Ich bin soundso schon immer furchtbar laut, was manchmal
hinderlich sein kann, aber man gibts sich Mühe es einzuschränken. Die
Lautstärke verdanke ich übrigens einem eogmanen Gitarristen gegen
dessen 150 Watt + KleinPA ich im Probenraum regelmäßig kämpfen durfte.
:)

Der Sound von der Bühne sollte also bei kleinen und mittleren Konzerten
so gestaltet werden, daß die PA mit den nicht-abgenommenen Drums
klingen. Bei größeren Sachen bin ich dafür auf den Mischer zu hören.

Mein Senf...

Gruß Thomas

--
Sagt die schizophrene Forelle zum
beschäftigten Karpfen:

"Stöhr ich?"

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 12:32:20 PM6/28/03
to
"Daniel Roesen" <d...@bofh.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrnbfrc...@homebase.cluenet.de...

> * Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> >> In erster Linie bin ich als Musiker zu 150% daran interessiert wie es
> >> fuer das Publikum klingt. Alles andere ist mal zweitrangig. Wie ich
mich
> >> auf der Buehne mich hoere auch.
> >
> > Du spielst also auf Verdacht,
>
> Er sagte "Wie" er sicht hoert, nicht "ob". Das ist der Unterschied
> zwischen einem Amatuer und einem Profi. Dem Profi reicht es zur Not
> (wenn es sachdienlich ist) sich gerade so zu hoeren das er _kontrolliert_
> spielen kann. Der Amateur meint auch noch das ultra-Wohlfuehl-Gefuehl
> haben zu muessen (unbedingt!), sonst koenne er keinen guten Gig spielen.


Ich denke, hier eine qualitative Abstrafung zwischen Profi und Amateur
vorzunehmen, ist nicht richtig. Was ist der Unterschied zwischen Amateur und
Profi? Der Profi verdient mit dem was er macht seine Brötchen, der Amateur
nicht. Das hat nicht unbedingt was mit der Qualität zu tun.

>
> > Wie soll der Sound vorne besser sein, wenn er schon auf der Bühne
> > Scheisse ist?
>
> Sound ist abhaengig von Lautstaerke. Je lauter desto beschissener
> ueblicherweise der Sound.

Kann man das so pauschal sagen? Du meinst bestimmt das dies nur für die Band
gilt. Du bist also der Meinung das die Band auf kleinen leise weinenden
Vertärkern spielt, die dann über die Riesen-PA verstärkt werden, weil ja da
erst der Sound gemacht wird....

>Je mehr Brei auf der Buehne, desto beschissener

Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Aber woher kommt der Brei? Bei unserem
letzten größeren Open-Air-Einsatz vor 3 Wochen hatten wir einen eigenen
mischer für den monitor sound. Die Taktik war ganz klar: einstellen der
Back Line wie gewohnt - Einstellen der vocals - was dann noch fehlt wird
noch v o r s i c h t i g ergänzt. Tenor hier z.B.: der Bassist empfindet die
Kick als etwas zu leise und umgekehrt der Drummer hätte gern etwas mehr
Bass.... usw.
Vom Prinzip her also eher eine Abstimmung um die Anderen besser hören zu
können als seinen eigenen Amp.

> der Frontsound. Sound auf der Buehne kann klasse sein OHNE laut zu
> sein.

Yap, wenn man Harfe spielt :)


>
> > Tja, genau das mache ich auch. Im Club steht meine Röhren-Combo (30 oder
> > 60 Watt) dann so etwa auf 70% Leistung. Im Feedback geht auch mal was
> > mehr.
>
> 60 Watt roehre auf 70% Leistung ist verdammt viel. Ich hab damals
> mein 100W Roehren-Top nie lauter als 1.5 (auf der Volume-Skala bis 10)
> gefahren, das hat mehr als gereicht. Und ich hab mich pudelwohl
> gefuehlt. Meine Ohren uebrigens auch.
>
> > Das ist richtig, bei den meisten Gigs in Clubs ist die Lautstärke der
> > Verstärker für Bass oder Guitare völlig ausreichend.
>
> Um nicht zu sagen voellig uebertrieben.
>
> > Natürlich muß man sich als Saitenquäler darüber Gedanken machen wie
> > laut man rüber kommt.
>
> Katastrophaler Irrtum. Das ist Sache des Mischers das musikalisch
> ausgewogen und im Sinne des Songs rueberzubringen. Es ist NICHT Sache
> der Musiker auf der Buehne durch ihre Backline die Mindestlautstaerke
> im Publikum vorzugeben.

Darum dreht sich doch die ganze Diskussion, das genau d i e s imVerhältniss
zu Open-Airs bei kleineren Örtlichkeiten nicht möglich ist. Die PA und die
Backline können in kleinen Räumlichkeiten klanglich nicht voneinander
getrennt werden. Aber einige Mischer träumen genau davon, und meinen der
Band auf der Bühne ü b e r t r i e b e n e Vorschriften hinsichtlich der
Lautstärke machen zu müssen.

>
> > Und wenn man mit Kanonen auf Spatzen schießt (d.h. zu großer zu
> > lauter Amp auf der Bühne) dann kann das nicht gut gehen.
>
> Ein Amp ist so laut wie man ihn macht. Ein Vox AC30 ist eine Waffe

yop, Hände hoch!!

Im Club bei kleiner, niedriger Bühne genau das richtige Teil, weil die Höhen
sich meist doch in den Hosenbeinen verlieren... Bei höheren Bühnen drehe ich
das Teil mehr vom Publikum weg.

> und das Problem des "klingt nur gut wenn aufgerissen" ist bekannt
> und wird ueblicherweise von Profis(!) mittels Powersoak in den
> Griff bekommen - im Sinne der eigenen Ohren und dem Publikum zuliebe.

Mmmmm, hab noch nie einen VOX AC 30 mit Power-Soak gesehen. Bin jetzt ja
auch kein Profi.... :) Aber wie gesagt das Teil hat eigentlich genau die
richtigen Dimensionen für einen gig in einer kleinen Halle oder einem Club.

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 12:50:18 PM6/28/03
to
* Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
>> > Warum ist die Akustik auf einer Bühne deutlich anders wie im Proberaum?
>> > Wenn die Band in einem einigermassen großen Raum probt, ich denke so ab
> 6x6
>> > Meter, so ändert sich die Akustik auf der Bühne eigentlich nur durch das
>> > nichtvorhandensein einer Wand.
>>
>> *HUST*
>>
>> Sorry, Du hast offenbar keine Ahnung von Akustik und Psychoakustik.
>
> Es wäre sehr nützlich nicht persönlich zu werden,

Well, Ahnung zu haben oder nicht ist nunmal ne persoenliche Sache
und laesst sich nicht unpersoenlich bewerten. :-)

> Nochmal, wo ist bitteschön der akustische Unterschied zwischen einem
> grösseren Proberaum und einer Bühne in einem Club
> ( bis auf die Tatsache, das er meist nach einer Seite hin größer
> ausfällt) ?

Genau das ist der Punkt. Ausserm: wie baut ihr euer Zeug im Proberaum
auf, und wie auf ner Buehne?

> Natürlich spiele ich für's Publikum.

Dann wuerde ich sagen richte doch Deine Handlung darauf aus, dem
Publikum ein bestmoegliches Erlebnis zu geben. Und da steht der
tolle laut Buehnensound erstmal recht weit hinten an.

Anyway, ich denke you don't get the point, insofern ist das reiterieren
von Argumenten recht sinnfrei.

Erik Hüther

unread,
Jun 28, 2003, 1:02:57 PM6/28/03
to
Niels Ott <niels-...@tomix.de> schrieb:

> Aber vielleicht liegt's auch daran, daß diverse Mischlinge
> offenbar meinen, Keyboards wären zwar nett anzuschauen aber hören
> müßte man die eigentlich nicht wirklich?!

Fast richtig. Aber sie sind nicht nett anzuschauen.

SCNR

Erik

--
That's inhuman, it's like... Hong Kong!
[Leela in Futurama]
----+|+---- http://www.Ostertaler.de ----+|+----

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 1:11:01 PM6/28/03
to
http://www.soulmatic.com

"Daniel Roesen" <d...@bofh.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrnbfrh...@homebase.cluenet.de...

> * Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> >> > Warum ist die Akustik auf einer Bühne deutlich anders wie im
Proberaum?
> >> > Wenn die Band in einem einigermassen großen Raum probt, ich denke so
ab
> > 6x6
> >> > Meter, so ändert sich die Akustik auf der Bühne eigentlich nur durch
das
> >> > nichtvorhandensein einer Wand.
> >>
> >> *HUST*
> >>
> >> Sorry, Du hast offenbar keine Ahnung von Akustik und Psychoakustik.
> >
> > Es wäre sehr nützlich nicht persönlich zu werden,
>
> Well, Ahnung zu haben oder nicht ist nunmal ne persoenliche Sache
> und laesst sich nicht unpersoenlich bewerten. :-)
>
Wenn mancher Mann wüßte, wer mancher Mann wär, gäb mancher Mann manchem Mann
manchmal mehr Ehr.

> > Nochmal, wo ist bitteschön der akustische Unterschied zwischen einem
> > grösseren Proberaum und einer Bühne in einem Club
> > ( bis auf die Tatsache, das er meist nach einer Seite hin größer
> > ausfällt) ?
>
> Genau das ist der Punkt.

Genau! Also, nu sach schon wo ist der gewaltige Unterschied?


Ausserm: wie baut ihr euer Zeug im Proberaum
> auf, und wie auf ner Buehne?

Unser Proberaum ist gottseidank recht groß, so daß wir ähnlich unserem
Bühnenaufbau stehen.


>
> > Natürlich spiele ich für's Publikum.
>
> Dann wuerde ich sagen richte doch Deine Handlung darauf aus, dem
> Publikum ein bestmoegliches Erlebnis zu geben. Und da steht der
> tolle laut Buehnensound erstmal recht weit hinten an.
>
> Anyway, ich denke you don't get the point, insofern ist das reiterieren
> von Argumenten recht sinnfrei.

Es geht um den tollen, nicht um den lauten Bühnensound, und der der ist im
Club fast eins. Je größer die Location um so mehr trennen sich die Bereiche
Bühne und Publikum, wobei eine völlige Trennung erst ab Stadiongröße
gewährleistet ist.

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 1:18:28 PM6/28/03
to
* Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> Ich denke, hier eine qualitative Abstrafung zwischen Profi und Amateur
> vorzunehmen, ist nicht richtig. Was ist der Unterschied zwischen
> Amateur und Profi? Der Profi verdient mit dem was er macht seine
> Brötchen, der Amateur nicht. Das hat nicht unbedingt was mit der
> Qualität zu tun.

Es war die qualitative Bedeutung von Amateur und Profi gemeint, nicht
die (ebenfalls moegliche) Bedeutung "verdient damit seine Broetchen
oder nicht". Aber das sollte aus dem Kontext heraus ersichtlich gewesen
sein.

>> Sound ist abhaengig von Lautstaerke. Je lauter desto beschissener
>> ueblicherweise der Sound.
>
> Kann man das so pauschal sagen?

Mit meiner bewussten Einschraenkung "ueblicherweise"? Ja.

> Du meinst bestimmt das dies nur für die Band gilt.

??? Nein, auch FOH-Sound wird meist mit Lautstaerke schlechter.
Dummerweise gibt in kleineren Locations meist der Buehnenlaerm
die Grundlautstaerke vor.

> Du bist also der Meinung das die Band auf kleinen leise weinenden
> Vertärkern spielt, die dann über die Riesen-PA verstärkt werden,
> weil ja da erst der Sound gemacht wird....

Hae? Ich kann Dir nicht folgen.

>>Je mehr Brei auf der Buehne, desto beschissener
>
> Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Aber woher kommt der Brei?

Ueblicherweise vom Backline-Ruestungswettbewerb der Band und falscher
Herangehensweise an das Thema "Buehnensound". Manchmal natuerlich
auch von Monitormischern die weder nen musikalisches Gehoer haben,
noch mit dem Zeug umgehen koennen. :-P

> Bei unserem
> letzten größeren Open-Air-Einsatz vor 3 Wochen hatten wir einen eigenen
> mischer für den monitor sound. Die Taktik war ganz klar: einstellen der
> Back Line wie gewohnt - Einstellen der vocals - was dann noch fehlt wird
> noch v o r s i c h t i g ergänzt.

Open Air ab einer gewissen Groesse ist ein GANZ anderes Thema. Da
kommen auch ganz andere akustische Probleme zum Vorschein.

Dadurch das die Buehne akustisch sehr offen sein kann, geht viel
Schall reflektionslos verloren. Das fuehrt dazu das man deutlich
hoehere Pegel fahren kann/muss, ohne dass der Sound zum Brei wird
und der FOH-Mann Probleme mit zuviel Direktschall von der Buehne
und Einstreuung in die Gesangsmikros und Overheads bekommt.

Die "Offenheit" der Akustik fuehrt allerdings gerade auch auf grossen
Buehnen auch schnell dazu, dass sich jeder Musiker nur sehr "isoliert"
vorkommt. Ich hab das Gefuehl auch nicht gemocht. IEMs helfen da
deutlich (wenn der Mon-Mischer weiss wie man DESSEN Isoliertheit
[Stichwort Publikumsreaktionen, Raeumlichkeitsgefuehl] wieder in
den Griff bekommt [z.B. durch Ambience-Mics etc.]). Da is dann der
gute Monitor-Mann gefragt den Buehnensound "rund" zu machen. Backline
aufreissen wie doof hilft dann erst recht nicht.

Alle Location-Arten haben teilweise krass unterschiedliche akustische
Gegebenheiten und Probleme. Den Unterschied zwischen 6x6m Proberaum
und Club als fast nicht vorhanden hinzustellen ist schon arg daneben.
Je nach Club kommen dann auch noch so Challenges wie Fensterflaechen,
Spiegel, glatter Fliessen-Boden und wenig Publikum und Aehnliche
Spaesse dazu, die man in Proberaeumen ueblicherweise nicht hat.

> Vom Prinzip her also eher eine Abstimmung um die Anderen besser
> hören zu können als seinen eigenen Amp.

Moment. Erst erklaerst Du lange und breit das Du Deinen Amp fett
hoeren willst, nun ist das Ziel die anderen besser zu hoeren?
Fuer mich ist das ein Widerspruch der in unendlicher Lautstaerke
resultiert wenn man den Weg "lauter machen" einschlaegt.

>> der Frontsound. Sound auf der Buehne kann klasse sein OHNE laut zu
>> sein.
>
> Yap, wenn man Harfe spielt :)

Weia.

>> Katastrophaler Irrtum. Das ist Sache des Mischers das musikalisch
>> ausgewogen und im Sinne des Songs rueberzubringen. Es ist NICHT Sache
>> der Musiker auf der Buehne durch ihre Backline die Mindestlautstaerke
>> im Publikum vorzugeben.
>
> Darum dreht sich doch die ganze Diskussion, das genau d i e s imVerhältniss
> zu Open-Airs bei kleineren Örtlichkeiten nicht möglich ist.

Mit einer gewissen Disziplin der Musiker ist das sehr wohl moeglich.
Und das haben auch schon sehr laute Bands eingesehen, die mir jetzt
fuer das Vermitteln dieser Erleuchtung (in langen erhitzen Diskussionen
mit gelegentlicherer Verstimmung) mitterweile dankbar sind.

> Die PA und die Backline können in kleinen Räumlichkeiten klanglich
> nicht voneinander getrennt werden.

Richtig.

> Aber einige Mischer träumen genau davon, und meinen der
> Band auf der Bühne ü b e r t r i e b e n e Vorschriften
> hinsichtlich der Lautstärke machen zu müssen.

Der Knackpunkt ist was man als uebertrieben ansieht. Die Ansichten
darueber scheinen deutlich zu differieren.

>> Ein Amp ist so laut wie man ihn macht. Ein Vox AC30 ist eine Waffe
>
> yop, Hände hoch!!
>
> Im Club bei kleiner, niedriger Bühne genau das richtige Teil, weil
> die Höhen sich meist doch in den Hosenbeinen verlieren... Bei
> höheren Bühnen drehe ich das Teil mehr vom Publikum weg.

Warum dann nicht immer tun, und dem Mischer helfen weniger
Krisenmanagement, aber dafuer besseren Sound zu betreiben?

> Mmmmm, hab noch nie einen VOX AC 30 mit Power-Soak gesehen.

Brauchst Du Fotos? :-) Oft liegen die Soaks eh hinterm Combo weils
eh in den Speakerfeed eingeschleift wird.

> Aber wie gesagt das Teil hat eigentlich genau die richtigen
> Dimensionen für einen gig in einer kleinen Halle oder einem Club.

Jo, und der Powersoak laesst es klingen ohne zu viel Laerm zu machen.

Uebrigens bitte ich Dich, Dich an die Usenet-uebliche Gepflogenheit
zu halten, maximal ca. 72 Zeichen pro Zeile zu schreiben. Habe wenig
lust staendig umformatieren zu muessen beim Beantworten, damit es keine
haesslichen Umbrueche bei 80 Zeichen gibt beim Quoten. Danke!


Daniel

Volker Gringmuth

unread,
Jun 28, 2003, 1:36:32 PM6/28/03
to
Werner "Soulmatic" Hammer (wer...@soulmatic.com) wrote:

> Wenn die Band in einem einigermassen großen Raum probt, ich denke
> so ab 6x6 Meter, so ändert sich die Akustik auf der Bühne
> eigentlich nur durch das nichtvorhandensein einer Wand.

^^^
Meine Fresse ... YMMD.


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Wenn Du noch Dein Geburtsdatum einfügst, kann man als Gnus-User noch einen
Timer anzeigen lassen, der sekündlich Dein genaues Alter anzeigt."
(Oliver Much in dcsnr über Marco Stielows hyperfluide X-Header)

Detlef Gessau

unread,
Jun 28, 2003, 1:52:00 PM6/28/03
to
Am Sat, 28 Jun 2003 15:52:31 +0000 schrieb Adrian Knoth:

> Detlef Gessau <ne...@DetlefGessau.de> wrote:
>
>> Genau dieser Meinung bin ich auch: Die Band muß sich schließlich so hören,
>> wie sie's gewohnt ist. Wenn der Sound auf der Bühne anders ist als vorher
>> im Übungsraum, kann keiner mehr vernünftig spielen.
>
> Das ist ja wohl die gurkigste Argumentation, die ich je gehört habe.
> Das würde bedeuten, daß die Band nicht mal eben mit anderen Musikern
> spielen könnte, weil das ja vom Proberaumsound abweicht.

Ich meinte es so, daß die Band sich vorher wochen- oder monatelang
Gedanken gemacht und geprobt hat, um ihre Vorstellungen von ihrer Musik
dem Publikum darzubieten. Dazu gehört für mich auch der Gesamtsound der
Band, wie sie ihn sich vorgestellt und eingeübt hat. Wenn jetzt ein Mixer
kommt und von der Band verlangt, daß alles so eingestellt wird, wie es
tontechnisch (für ihn) am günstigsten ist, ohne Rücksicht darauf, was die
Leute auf der Bühne hören, dann wird es vielleicht für's Publikum ganz
nett klingen. Die Band wird aber bestimmt nicht zu ihrer Hochform
auflaufen, da sie gar nicht wissen, wie's im Publikum klingt.

> Wie läuft das bei uns ab?

> [...] IEM ist Qualitätssteigerung.

Stimmt. Ihr habt eben schöne Technik.

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 1:34:23 PM6/28/03
to
* Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> Wenn mancher Mann wüßte, wer mancher Mann wär, gäb mancher Mann
> manchem Mann manchmal mehr Ehr.

Dummschwatz is immer noch Dummschwatz, auch wenn auf der Visitenkarte
Doktortitel stehen. Respekt verdient man sich durch Leistung, nicht
durch Positionen.

>> > Nochmal, wo ist bitteschön der akustische Unterschied zwischen einem
>> > grösseren Proberaum und einer Bühne in einem Club
>> > ( bis auf die Tatsache, das er meist nach einer Seite hin größer
>> > ausfällt) ?
>>
>> Genau das ist der Punkt.
>
> Genau! Also, nu sach schon wo ist der gewaltige Unterschied?

Erm, ich habe es lang und breit ausgefuehrt, warum ignorierst Du
das?

> Ausserm: wie baut ihr euer Zeug im Proberaum
>> auf, und wie auf ner Buehne?
>
> Unser Proberaum ist gottseidank recht groß, so daß wir ähnlich unserem
> Bühnenaufbau stehen.

"aehnlich"? D.h. ihr steht alle Richtung eines virtuellen Publikums,
d.h. hoert die Kollegen ueblicherweise von der Seite, unterschiedlich
weit weg, die Amps sind nicht richtung Raummitte, sondern richtung
einer Wand gerichtet, der/die Saenger(inn[en]) haben die Drums im
Ruecken?

Der Hoereindruck im Proberaum ist ein ganz anderer als auf so ziemlich
jeder Buehne.

> Es geht um den tollen, nicht um den lauten Bühnensound, und der der
> ist im Club fast eins.

I violently disagree.

> Je größer die Location um so mehr trennen sich die Bereiche
> Bühne und Publikum, wobei eine völlige Trennung erst ab Stadiongröße
> gewährleistet ist.

Nah, bei Open Airs so ab 10.000 Leute wirds schon hinreichend weit
entkoppelt dass man als Mischer wirklich unabhaengig vom Buehnenlaerm
wird (was den Mix zwischen Buehnenlaerm und Front-PA angeht - die
Buehnenmikros koennen immer noch viel Muell aufsammeln und dann ueber
die PA wiedergeben). Aber in der Groessenordnung wirds wirklich schon
relaxed (es seie denn Du hast so Bands wie Oasis an der Backe und
hinreichend ordentliches Material vorausgesetzt), aber dann faengt es
an das man wirklich kreativ guten Sound machen kann und weniger
Krisenmanagement ("Retten was zu retten ist") betreiben muss.


Daniel

Adrian Knoth

unread,
Jun 28, 2003, 1:34:55 PM6/28/03
to
Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com> wrote:

>> Er sagte "Wie" er sicht hoert, nicht "ob". Das ist der Unterschied
>> zwischen einem Amatuer und einem Profi. Dem Profi reicht es zur Not
>> (wenn es sachdienlich ist) sich gerade so zu hoeren das er _kontrolliert_

> Ich denke, hier eine qualitative Abstrafung zwischen Profi und Amateur
> vorzunehmen, ist nicht richtig. Was ist der Unterschied zwischen Amateur und
> Profi? Der Profi verdient mit dem was er macht seine Brötchen, der Amateur
> nicht. Das hat nicht unbedingt was mit der Qualität zu tun.

Doch. Der Profi beherrscht das Zeug blind und kommt zur Not mit einem
Ticker als Monitor aus. Den Rest spielt er wie immer.



>> > Wie soll der Sound vorne besser sein, wenn er schon auf der Bühne
>> > Scheisse ist?
>> Sound ist abhaengig von Lautstaerke. Je lauter desto beschissener
>> ueblicherweise der Sound.
> Kann man das so pauschal sagen?

Aber sicher doch. Oder halt - machen wir es anders: Das Empfinden des
Frequenzbandes ist lautstärkeabhängig. Deswegen bootest du bei niedriger
Lautstärke Bässe und Höhen - die EQ-Einstellung ähnelt einer durchhängenden
Wäscheleine (Kettenkurve, cosh). Je lauter du wirst, desto weniger
"Tal" bekommt die EQ-Linie in der Mitte.

Ergo: der Gitarrist, der seinen Sound durch einen Amp erzeugt, spielt
diesen idealerweise in Abstimmung mit dem Pult-EQ (das ja auch mit
dem Abnahme-Mikro konfiguriert werden muß). Die Lautstärke ist da
eher sekundär.

Fakt ist aber auch, daß der Mischer das klangliche Erscheinungsbild
der Band nach vorn heraus bestimmen muß. Das ist bei OpenAirs leichter,
in kleinen Räumen schon schwieriger - aber er muß es können. Wenn
er den Fader runter zieht, muß es in irgend einer Form nach Ruhe
klingen - also bestenfalls Kofferradio oder sowas.

Wir haben letztes Wochenende einen Gig auf einem OpenAir gemacht,
bei dem wir spontan die komplette Bühne abgebaut hatten, unser
eigenes FOH aufgezogen, eigenes Multicore, Effektrack, Inear-Monitoring
und Instrument gestellt haben und wir dann mit der Proberaum-Pulteinstellung
ohne Soundcheck gegiggt haben. Das alles in 30min Umbaupause zwischen den
Bands. Und es wurden tatsächlich sieben Autos an Technik in dieser Zeit
verbraten, inklusive Wechsel des Drumsets zu einem Rack-Schlagzeug.

>>Je mehr Brei auf der Buehne, desto beschissener
> Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Aber woher kommt der Brei?

Brei kommt überall her. Insbesondere durch Frequenzüberschneidungen.
Deswegen sortiert man die Instrumente erstmal im Stereo-Panorama und
macht dann den Keyboardern (ich bin selbst einer) klar, daß sie bitte
nicht 15-fach-polyphon über das ganze Spektrum hinweg spielen :)

Akustische Monitore und Gitarren-Backlines können Brei machen, müssen
sie aber nicht. Bei uns gibt es keine akustischen Monitore und
die Ketarre wird gezügelt, der Bass-Amp hat zwar eine Box darunter, die
ist aber abgedreht (Master auf null)

Im Grunde muß der Signalpegel stimmen. Und zwar im Pult. Idealerweise
würden die Instrumente dann drum herum keine Geräusche mehr erzeugen,
so wie ein Keyboard oder halt ein stummer Line-Bass.

Von meiner Rockband möchte ich behaupten, daß wir keinen speziellen
Live-Sound haben, sondern live wie im Proberaum mit gleichbleibend
qualitativ hochwertigem Studio-Sound daherkommen. Ja, man könnte auch
das Mehrspur-Recording wiedergeben, aber der Spaß kommt nicht durch
laut&hell, sondern durch die Moderation und das Anpassen/Integrieren
der Band in die Veranstaltung.

> Mmmmm, hab noch nie einen VOX AC 30 mit Power-Soak gesehen. Bin jetzt ja
> auch kein Profi.... :) Aber wie gesagt das Teil hat eigentlich genau die
> richtigen Dimensionen für einen gig in einer kleinen Halle oder einem Club.

Ich habe am Dienstag eine Band erlebt, die wir auch schon zu anderen
Gelegenheiten gebucht hatten. Die Party mit einem Budget von ca. 60 kEUR
für 350 Personen hat für 60min Auftrittslänge 5500 EUR an die Band
gezahlt, den Gitarristen haben sie extra per Hubschrauber aus London
eingeflogen und ansonsten waren das alles amerikanische Profimusiker.

Als ich den Gitarrero das erste Mal gesehen habe spielte er, wie
Dienstag auch, einen kleinen (vielleicht 30W) Peavy mit einem lose
herabbaumelnden Mikro (à la SM57), dazu eine Fender. Der Mann, etwa
Mitte 50, hat dann total die Bude gerockt, Qualität vom Feinsten.

Manchmal unauffällig leichte Fill-Ins, dann nur Wechselschlag auf einer
Seite, um direkt in ein hammerhartes Solo überzugehen. Den Verstärker
hast du nicht gehört - er hat ihn bestenfalls gerade so wahrnehmen können,
und die Location war dermaßen klein, daß da nicht viel hätte pusten
dürfen.

Nein, Namen nenne ich wegen Wahrung des Gagengeheimnisses nicht.

Naja, soviel dazu.

--
mail: a...@thur.de http://adi.thur.de PGP: v2-key via keyserver

Lieber Delirium als gar kein Schlaf.

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 2:00:12 PM6/28/03
to
* Detlef Gessau <ne...@DetlefGessau.de>:

> Wenn jetzt ein Mixer kommt und von der Band verlangt, daß alles
> so eingestellt wird, wie es tontechnisch (für ihn) am günstigsten
> ist, ohne Rücksicht darauf, was die Leute auf der Bühne hören, dann
> wird es vielleicht für's Publikum ganz nett klingen.

Der Mischer wird nur kommen und die Band auf der Buehne nicht machen
lassen was sie wollen wenn er ein ernstes Problem fuer den Publikumssound
hat. Ansonsten sollte man sich gedanken um die Personalwahl machen.

Ich lasse eine Band auf der Buehne so lange gewaehren bis es ein
Problem gibt. Dann aber greife ich ein.

Und wie schon gesagt, manche Bands haben erst lernen muessen WIE
sie mit dem Thema Buehnensound umgehen muessen um es BEIDEN einfacher
zu machen - sich selbst und dem FOH-Mischer (und damit dem Publikum).
"Backline lauter drehen" war nie unter den Loesungsschritten.


Gruss,
Daniel

Detlef Gessau

unread,
Jun 28, 2003, 2:12:50 PM6/28/03
to
Am Sat, 28 Jun 2003 16:11:00 +0200 schrieb Henrik Baartz:

> Detlef Gessau schrieb:


>> Die Band muß sich schließlich
>> so hören, wie sie's gewohnt ist. Wenn der Sound auf der Bühne anders
>> ist als vorher im Übungsraum, kann keiner mehr vernünftig spielen.
>
> NACK. Die Akustik auf ner Bühne ist zwangsläufig(!) deutlich anders
> als im Probenraum, und dies a) zu kapieren und b) sich entsprechend
> drauf einzustellen gehört IMHO zur professionellen Einstellung einer
> Band.

Daß es keine völlige Übereinstimmung geben kann, habe ich einfach
stillschweigend vorausgesetzt. Das ist jedem klar. Trotzdem sollte man
versuchen, diese Übereinstimmung so gut es eben geht herzustellen.

>> Der Mixmensch, der, wie ich annehme, samt PA gemietet war, sollte
>> sich nach den Vorstellungen der Band richten.
>
> Und was macht er, wenn die Herren Künstler mangels gedanklicher
> Auseinandersetzung mit dem Thema reichlich abgehobene und
> PA-technisch überhaupt nicht zu realisierende Vorstellungen haben?

Dann spricht man miteinander, denn ich denke, daß alle Beteiligten das
gleiche Interesse haben, nämlich daß das Konzert ein Erfolg wird.

Ich habe als Mixer, der Bandmitglied war, die Erfahrung gemacht, daß immer
dann, wenn alle miteinander arbeiteten, der Sound gut und das Konzert ein
Erfolg wurde. Wenn jeder nur sein eigenes Süppchen kochte, ging es oft
daneben.

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 2:15:14 PM6/28/03
to
* Detlef Gessau <ne...@DetlefGessau.de>:

> Ich habe als Mixer, der Bandmitglied war, die Erfahrung gemacht, daß immer
> dann, wenn alle miteinander arbeiteten, der Sound gut und das Konzert ein
> Erfolg wurde. Wenn jeder nur sein eigenes Süppchen kochte, ging es oft
> daneben.

DIESER Effekt ist durchaus auch mir bekannt. Allerdings hat das was
mit Monitoring zu tun und nicht mit "mein AC30 klingt nur aufgerissen
gut und nur dann kann ich gut spielen".


Gruss,
Daniel

Andreas Jaeger

unread,
Jun 28, 2003, 2:16:47 PM6/28/03
to
"Werner \"Soulmatic\" Hammer" schrieb:

> > > Natürlich muß man sich als Saitenquäler darüber Gedanken machen
> > > wie laut man rüber kommt.
> >
> > Katastrophaler Irrtum. Das ist Sache des Mischers das musikalisch
> > ausgewogen und im Sinne des Songs rueberzubringen. Es ist NICHT
> > Sache der Musiker auf der Buehne durch ihre Backline die
> > Mindestlautstaerke im Publikum vorzugeben.
>
> Darum dreht sich doch die ganze Diskussion, das genau d i e s
> imVerhältniss zu Open-Airs bei kleineren Örtlichkeiten nicht möglich
> ist. Die PA und die Backline können in kleinen Räumlichkeiten
> klanglich nicht voneinander getrennt werden. Aber einige Mischer
> träumen genau davon, und meinen der Band auf der Bühne ü b e r t r
> i e b e n e Vorschriften hinsichtlich der Lautstärke machen zu
> müssen.

Natuerlich ist es schwer (bzw. unmoeglich) in kleinen Clubs oder
vergleichbarem den PA-Sound losgeloest vom Buehnensound zu fahren.
Einfach weil natuerlich der Sound der Buehne immer mit dazukommt. Aber
gerade hier finde ich empfiehlt es sich eher minimalistisch und
Publikumsorientiert zu arbeiten. Gerade *weil* das ganze so kritisch
ist. Ein druckvoller Sound wird in erster Linie nicht durch Lautstaerke
gemacht sondern durch guten, praezisen und definierten Klang und die
Tightness der Band. Letzteres ist aus meiner Erfahrung heraus immer noch
der Schluessel zu gutem Sound.

Ich weiss nicht wo bei Dir "uebertriebene Vorschriften hinsichtlich der
Lautstaerke" anfangen, aber sobald Du Dich irgendwie hoeren kannst
sollte so langsam Schluss sein. Ich kenne Dein Verhalten und Deine
Lautstaerke auf der Buehne natuerlich nicht, aber allgemein gesagt gibt
es viele Musiker die es als "gut" empfinden wenn sie sich lauter als den
Rest der Band hoeren. Das ist IMO ein fataler Ansatz der in einem
kleinen Club dazu fuehrt, dass der naechste bei sich wieder laut macht
um sich wieder lauter zu hoeren etc.pp. Alles schon erlebt und
durchlitten mit Bands in denen sich jeder gerne selbst hoerte anstatt
mit seinen Kollegen auf der Buehne unter den beschraenkten Umstaenden an
einem Gesamtsound zu zimmern mit dem jeder leben kann.

Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen "sich _hoeren_" und
"_sich_ hoeren". Mir reicht es wenn ich einen Sound habe bei dem ich die
Band hoere und mich darin eingebettet. Meinen Sound kontrolliere ich
beim Soundcheck, der Rest ist so eingestellt, dass es passt. Muss eben
vorbereitet sein. Und das Ueben sorgt dafuer, dass ich mein Instrument
und dessen Klang so im Griff habe, dass ich ihn bewusst und kontrolliert
steuern kann ohne Nuancen zu hoeren weil ich meinen Sound und dessen
Details im Kopf hoere wenn ich spiele. Und so eingebettet in einen
Gesamtsound ohne mich als dominanten Faktor hoere ich mich gut genug und
belaste den Buehnensound nicht *unnoetig* mit Lautstaerke.

Ich weiss nicht ob der kleine Unterschied deutlich geworden ist aber ich
denke wir reden eigentlich ueber *fast* das Gleiche :)


Andreas
--
www.silent-lucidity.de / www.funkyflow.de
prog / cover

Detlef Gessau

unread,
Jun 28, 2003, 2:44:59 PM6/28/03
to
Am Sat, 28 Jun 2003 18:00:12 +0000 schrieb Daniel Roesen:

> * Detlef Gessau <ne...@DetlefGessau.de>:
>> Wenn jetzt ein Mixer kommt und von der Band verlangt, daß alles
>> so eingestellt wird, wie es tontechnisch (für ihn) am günstigsten
>> ist, ohne Rücksicht darauf, was die Leute auf der Bühne hören, dann
>> wird es vielleicht für's Publikum ganz nett klingen.
>
> Der Mischer wird nur kommen und die Band auf der Buehne nicht machen
> lassen was sie wollen wenn er ein ernstes Problem fuer den Publikumssound
> hat. Ansonsten sollte man sich gedanken um die Personalwahl machen.

Aber woher will der Mischer, der die Band nicht kennt, und ich glaube, in
Werners Fall verhielt es sich so, wissen, wie die Band klingen will?

Wenn der Mischer und vielleicht auch das Publikum meinen, das, was von der
Bühne kommt, hört sich grausig an, kann es trotzdem so sein, daß die Band
genau diesen Sound will. Er sollte natürlich seine Bedenken mitteilen,
aber darf der Band nicht einfach vorschreiben, wie sie zu klingen hat.

Das Publikum kommt doch wegen der Band, die sich da präsentiert. Der
Mischer, der PA-Verleih und auch der Veranstalter sind nur Beiwerk.
Deswegen sollte die Band so präsentiert werden, wie die Band es will. Auch
wenn es für die Band das letzte Mal sein sollte. ;-)

Adrian Knoth

unread,
Jun 28, 2003, 3:06:43 PM6/28/03
to
Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com> wrote:

>> Well, Ahnung zu haben oder nicht ist nunmal ne persoenliche Sache
>> und laesst sich nicht unpersoenlich bewerten. :-)
> Wenn mancher Mann wüßte, wer mancher Mann wär, gäb mancher Mann manchem
> Mann manchmal mehr Ehr.

Ich würde dir ja durchaus 24/7 huldigen, wenn du nur sagen würdest,
bei welchem Top10-ChartAct du mitspielst.


--
mail: a...@thur.de http://adi.thur.de PGP: v2-key via keyserver

Warum bist du dann nicht mal Hans Juergen wuergen gegangen?

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 3:26:00 PM6/28/03
to
* Detlef Gessau <ne...@DetlefGessau.de>:

>> Der Mischer wird nur kommen und die Band auf der Buehne nicht machen
>> lassen was sie wollen wenn er ein ernstes Problem fuer den Publikumssound
>> hat. Ansonsten sollte man sich gedanken um die Personalwahl machen.
>
> Aber woher will der Mischer, der die Band nicht kennt, und ich glaube, in
> Werners Fall verhielt es sich so, wissen, wie die Band klingen will?

Also ich fuehre ueblicherweise mit der Band vorher nen klaerendes
Gespraech ueber deren Vorstellungen. Wenn sich die Gelegenheit bietet,
hoere ich mir vorher auch mal an was die so fuer nen Kram machen.

> Wenn der Mischer und vielleicht auch das Publikum meinen, das, was von der
> Bühne kommt, hört sich grausig an, kann es trotzdem so sein, daß die Band
> genau diesen Sound will. Er sollte natürlich seine Bedenken mitteilen,
> aber darf der Band nicht einfach vorschreiben, wie sie zu klingen hat.

Hm, ich glaube Du hast wenig Vorstellungen davon wie sehr "musikalisch"
gute Mischer arbeiten. Da wird teilweise auch regelrecht arrangiert.
Achte mal bei grossen Acts (und insb. mit grosser Besetzung) darauf,
welche Instrumente Du wann wie hoerst (oder eben nicht). Viele
Arrangements moegen im Studio noch in den Griff zu bekommen sein, aber
live nicht mehr (==> Brei). Da wird oft auch mal was "weggelassen".

Eine Band die meint einen asozialen Sound gegen das Publikum
durchdruecken zu muessen sieht mich nach dem Job nie wieder (und
vermutlich deren Publikum irgendwann auch nicht mehr). Wenn ich das
vorher weiss/hoere nehme ich den Job ggfs garnicht erst an.

> Das Publikum kommt doch wegen der Band, die sich da präsentiert.

Wegen der Musik. Sie stehen nicht auf Tinnitus, schmerzende Hoehen,
ohrenbetaeubendes Geballer bei dem man die Stimme nicht mehr versteht.
Jedenfalls das Publikum der Bands fuer die ich bevorzugt arbeite. :-)
Im Boygroup-Bereich mag das anders aussehen (da ist das Rumgehopse und
die Maske das primaere Kreisch-Stimulations-Instrument, und man bekommt
Probleme damit, dass auf den Vocal-Mics zu viel Publikumsgekreische
drauf ist - KEIN Scherz), zugegeben. :-P

> Der Mischer, der PA-Verleih und auch der Veranstalter sind nur
> Beiwerk.

Hm, also bei den Bands fuer die ich langfristig (mehrere Jahre) gemischt
habe weil mir die Musik gefallen hat (eine Deutschrockband die es
leider nicht mehr gibt namens Herr Mueller, eine Countryband (Country
Company) und eine geniale... erm... Rockband namens Tunes for the takin'
[www.tftt.de]) haben mich alle wie ein Bandmitglied behandelt. Und
nicht nur als irrelevantes Beiwerk.

Der Veranstalter entscheidet darueber (insb. uebers Publikumsfeedback)
ob er Euch nochmal bucht. Das ist zumindest kommerziell alles andere
als "Beiwerk". Es ist existenziell.

> Deswegen sollte die Band so präsentiert werden, wie die Band es will.
> Auch wenn es für die Band das letzte Mal sein sollte. ;-)

Nein, ich vergewaltige das Publikum fuer das ich mische nicht.
Erst recht nicht wenn man sich der Schmerzgrenze naehert.

Aber wie gesagt, ich bin in der gluecklichen Lage (unlike Kollegen
die bei PA-Verleihern ihre Broetchen verdienen muessen) mir die
Jobs auszusuchen, da kann man dann auch waehlerischer sein. :-P


Gruss,
Daniel

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 3:27:06 PM6/28/03
to

>
> Natuerlich ist es schwer (bzw. unmoeglich) in kleinen Clubs oder
> vergleichbarem den PA-Sound losgeloest vom Buehnensound zu fahren.
> Einfach weil natuerlich der Sound der Buehne immer mit dazukommt. Aber
> gerade hier finde ich empfiehlt es sich eher minimalistisch und
> Publikumsorientiert zu arbeiten. Gerade *weil* das ganze so kritisch
> ist. Ein druckvoller Sound wird in erster Linie nicht durch Lautstaerke
> gemacht sondern durch guten, praezisen und definierten Klang und die
> Tightness der Band. Letzteres ist aus meiner Erfahrung heraus immer noch
> der Schluessel zu gutem Sound.

Tightness, genau der richtige Terminus um die Sache zu beschreiben.

>
> Ich weiss nicht wo bei Dir "uebertriebene Vorschriften hinsichtlich der
> Lautstaerke" anfangen, aber sobald Du Dich irgendwie hoeren kannst
> sollte so langsam Schluss sein. Ich kenne Dein Verhalten und Deine
> Lautstaerke auf der Buehne natuerlich nicht, aber allgemein gesagt gibt
> es viele Musiker die es als "gut" empfinden wenn sie sich lauter als den
> Rest der Band hoeren. Das ist IMO ein fataler Ansatz der in einem
> kleinen Club dazu fuehrt, dass der naechste bei sich wieder laut macht
> um sich wieder lauter zu hoeren etc.pp. Alles schon erlebt und
> durchlitten mit Bands in denen sich jeder gerne selbst hoerte anstatt
> mit seinen Kollegen auf der Buehne unter den beschraenkten Umstaenden an
> einem Gesamtsound zu zimmern mit dem jeder leben kann.
>
> Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen "sich _hoeren_" und
> "_sich_ hoeren". Mir reicht es wenn ich einen Sound habe bei dem ich die
> Band hoere und mich darin eingebettet. Meinen Sound kontrolliere ich
> beim Soundcheck, der Rest ist so eingestellt, dass es passt. Muss eben
> vorbereitet sein. Und das Ueben sorgt dafuer, dass ich mein Instrument
> und dessen Klang so im Griff habe, dass ich ihn bewusst und kontrolliert
> steuern kann ohne Nuancen zu hoeren weil ich meinen Sound und dessen
> Details im Kopf hoere wenn ich spiele. Und so eingebettet in einen
> Gesamtsound ohne mich als dominanten Faktor hoere ich mich gut genug und
> belaste den Buehnensound nicht *unnoetig* mit Lautstaerke.
>
> Ich weiss nicht ob der kleine Unterschied deutlich geworden ist aber ich
> denke wir reden eigentlich ueber *fast* das Gleiche :)

Andreas, ich kann jedes Wort von Dir unterschreiben. Ich sprach ja auch von
einem guten Bühnensound, der vom mischer nicht durch seine Idealvorstellung
des "unabhängig nach vorne
mischen könnens" gestört werden darf.
Ich habe erst von mir und meiner guitare gesprochen, wobei aber eine
harmonische einbettung in den Gesamtsound der Band angenommen werden darf :)
Das Problem für den Mann am Mischpult ist eben, daß die einzelnen
Instrumente auf der Bühne unterschiedlich stark gerichtet wirken.
Das Schlagzeug z.B. strahlt ziemlich gleichmässig nach allen Seiten, die
Amps sind da eher gerichtet. Auf der Bühne kann es somit zu einem
ausgeglichenen Klangbild kommen, wobei dann aber unter Umständen die
Verstärker schon ziemlich stark nach vorne "durchstrahlen".
Meist brauchen die Amps dann gar keine weitere Verstärkung von der PA
mehr.Wenn den Mischer jetzt der Hafer sticht, und er meint, die Amps müssten
unbedingt über die PA laufen, so fängt er unter Umständen an zu fordern, daß
die Amps leiser gedreht werden, damit er sie mehr auf die PA legen kann. Er
hat dann zwar seinem Affen Zucker gegeben, die Band auf der Bühne hat es
aber ungleich schwerer tight zu spielen, da der Drummer sich in der Regel ja
nicht leiser drehen kann...

Ich denke die Diskussion zeigt, daß diese Probleme nicht so einfach zu
bewältigen sind.

Wolfgang Krietsch

unread,
Jun 28, 2003, 3:57:26 PM6/28/03
to
On 28 Jun 2003 19:06:43 GMT, Adrian Knoth wrote:

>
>Ich würde dir ja durchaus 24/7 huldigen, wenn du nur sagen würdest,
>bei welchem Top10-ChartAct du mitspielst.

Also spontan fiele mir gerade unter den Top-10-Chart-Acts eigentlich
niemand ein, dem ich auch nur 0:00.5/1 huldigen würde.


Bye

woffi

--
In the end, everything is a gag.
- Charlie Chaplin

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 3:47:16 PM6/28/03
to

"Daniel Roesen" <d...@bofh.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrnbfrj...@homebase.cluenet.de...

> * Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com>:
> > Ich denke, hier eine qualitative Abstrafung zwischen Profi und Amateur
> > vorzunehmen, ist nicht richtig. Was ist der Unterschied zwischen
> > Amateur und Profi? Der Profi verdient mit dem was er macht seine
> > Brötchen, der Amateur nicht. Das hat nicht unbedingt was mit der
> > Qualität zu tun.
>
> Es war die qualitative Bedeutung von Amateur und Profi gemeint, nicht
> die (ebenfalls moegliche) Bedeutung "verdient damit seine Broetchen
> oder nicht". Aber das sollte aus dem Kontext heraus ersichtlich gewesen
> sein.
>
> >> Sound ist abhaengig von Lautstaerke. Je lauter desto beschissener
> >> ueblicherweise der Sound.
> >
> > Kann man das so pauschal sagen?
>
> Mit meiner bewussten Einschraenkung "ueblicherweise"? Ja.
>
> > Du meinst bestimmt das dies nur für die Band gilt.
>
> ??? Nein, auch FOH-Sound wird meist mit Lautstaerke schlechter.
> Dummerweise gibt in kleineren Locations meist der Buehnenlaerm

Na ja, dies zeigt ein wenig Deine Einstellung wenn du von "Bühnenlärm"
sprichst....
D.h. doch die auf der Bühne machen den Lärm, und Du machst daraus den
Super-Sound?


>
> > Vom Prinzip her also eher eine Abstimmung um die Anderen besser
> > hören zu können als seinen eigenen Amp.
>
> Moment. Erst erklaerst Du lange und breit das Du Deinen Amp fett
> hoeren willst, nun ist das Ziel die anderen besser zu hoeren?
> Fuer mich ist das ein Widerspruch der in unendlicher Lautstaerke
> resultiert wenn man den Weg "lauter machen" einschlaegt.

Dies denke ich nicht. Vielmehr geht es darum, das der Mischer der Band
überlässt sich einen Bühnensound einzustellen, und dann nach vorne hin
additiv mischt.

> >> Katastrophaler Irrtum. Das ist Sache des Mischers das musikalisch
> >> ausgewogen und im Sinne des Songs rueberzubringen. Es ist NICHT Sache
> >> der Musiker auf der Buehne durch ihre Backline die Mindestlautstaerke
> >> im Publikum vorzugeben.
> >
> > Darum dreht sich doch die ganze Diskussion, das genau d i e s
imVerhältniss
> > zu Open-Airs bei kleineren Örtlichkeiten nicht möglich ist.
>
> Mit einer gewissen Disziplin der Musiker ist das sehr wohl moeglich.
> Und das haben auch schon sehr laute Bands eingesehen, die mir jetzt
> fuer das Vermitteln dieser Erleuchtung (in langen erhitzen Diskussionen
> mit gelegentlicherer Verstimmung) mitterweile dankbar sind.
>
> > Die PA und die Backline können in kleinen Räumlichkeiten klanglich
> > nicht voneinander getrennt werden.
>
> Richtig.
>
> > Aber einige Mischer träumen genau davon, und meinen der
> > Band auf der Bühne ü b e r t r i e b e n e Vorschriften
> > hinsichtlich der Lautstärke machen zu müssen.
>
> Der Knackpunkt ist was man als uebertrieben ansieht. Die Ansichten
> darueber scheinen deutlich zu differieren.


Ich denke das ist der Kern der Sache!!!

>
> >> Ein Amp ist so laut wie man ihn macht. Ein Vox AC30 ist eine Waffe
> >
> > yop, Hände hoch!!
> >
> > Im Club bei kleiner, niedriger Bühne genau das richtige Teil, weil
> > die Höhen sich meist doch in den Hosenbeinen verlieren... Bei
> > höheren Bühnen drehe ich das Teil mehr vom Publikum weg.
>
> Warum dann nicht immer tun, und dem Mischer helfen weniger
> Krisenmanagement, aber dafuer besseren Sound zu betreiben?
>
> > Mmmmm, hab noch nie einen VOX AC 30 mit Power-Soak gesehen.
>
> Brauchst Du Fotos? :-) Oft liegen die Soaks eh hinterm Combo weils
> eh in den Speakerfeed eingeschleift wird.
>
> > Aber wie gesagt das Teil hat eigentlich genau die richtigen
> > Dimensionen für einen gig in einer kleinen Halle oder einem Club.
>
> Jo, und der Powersoak laesst es klingen ohne zu viel Laerm zu machen.
>

Daniel, yap, genau hier trennen sich halt die Geister....

Margit Suess

unread,
Jun 28, 2003, 4:15:55 PM6/28/03
to
Wolfgang Krietsch <xwo...@gmx.de> wrote:

> Also spontan fiele mir gerade unter den Top-10-Chart-Acts
> eigentlich niemand ein, dem ich auch nur 0:00.5/1 huldigen
> würde.

Ich wuesste - im Gegensatz zu dir - noch nicht mal die
Top-10-Chart-Acts. *g* Ich vermute aber, dass es mal wieder daran
liegt, dass zuviele Gitarristen und zuwenige Geigerinnnen an diesen
Acts beteiligt sind um sie zu huldigen *eg*

Gruss, Margit

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 4:07:33 PM6/28/03
to
"Adrian Knoth" <a...@drcomp.erfurt.thur.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrnbfrpq...@drcomp.erfurt.thur.de...

> Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com> wrote:
>
> >> Well, Ahnung zu haben oder nicht ist nunmal ne persoenliche Sache
> >> und laesst sich nicht unpersoenlich bewerten. :-)
> > Wenn mancher Mann wüßte, wer mancher Mann wär, gäb mancher Mann manchem
> > Mann manchmal mehr Ehr.
>
> Ich würde dir ja durchaus 24/7 huldigen, wenn du nur sagen würdest,
> bei welchem Top10-ChartAct du mitspielst.

:))

auf unserer homepage ist ein link zu unseren aktuellen chart-postionen bei
mp3.com...
in Brit-pop standen wir im Frühjahr mal international auf platz 2 neben der
Band Cold play....
also den ma losmit dem huldigen ;)

Wolfgang Krietsch

unread,
Jun 28, 2003, 4:38:48 PM6/28/03
to
On Sat, 28 Jun 2003 22:15:55 +0200, Margit Suess wrote:

>
>Ich wuesste - im Gegensatz zu dir - noch nicht mal die
>Top-10-Chart-Acts.

Aktuell weiß ich die auch nicht. Ich bin nur immer ganz verdutzt und
erschrocken wenn ich mal wieder in einer CD-Abteilung die Charts sehe und
mein Blick auf die ersten PLätze fällt - sowas kaufen die Leute?

>*g* Ich vermute aber, dass es mal wieder daran
>liegt, dass zuviele Gitarristen und zuwenige Geigerinnnen an diesen
>Acts beteiligt sind um sie zu huldigen *eg*

Bei dem, was sich da abspielt wären tatsächlich sogar Geigerinnen ein
Gewinn. Selbst über ein Akkordeon oder einen Dudeslsack könnte man reden,
wenn dass das Problem David Küblböck (oder wie der heißt) und Hartmut
Engler lösen würde.


Bye

woffi

--
Many people would rather die than think; in fact, most do.
- Bertrand Russell

Andreas Jaeger

unread,
Jun 28, 2003, 5:07:38 PM6/28/03
to
"Werner \"Soulmatic\" Hammer" schrieb:

> > kritisch ist. Ein druckvoller Sound wird in erster Linie nicht
> > durch Lautstaerke gemacht sondern durch guten, praezisen und
> > definierten Klang und die Tightness der Band. Letzteres ist aus
> > meiner Erfahrung heraus immer noch der Schluessel zu gutem Sound.
>
> Tightness, genau der richtige Terminus um die Sache zu beschreiben.

...und das einzige was die Bude rocken kann \o/


> > Ich weiss nicht ob der kleine Unterschied deutlich geworden ist
> > aber ich denke wir reden eigentlich ueber *fast* das Gleiche :)
>
> Andreas, ich kann jedes Wort von Dir unterschreiben. Ich sprach ja
> auch von einem guten Bühnensound, der vom mischer nicht durch seine
> Idealvorstellung des "unabhängig nach vorne mischen könnens" gestört
> werden darf.

Naja - es gibt da ja auch unterschiedliche Ansaetze. Je nach Band und
Publikum und Anlass. Wenn es ein Fun-Gig ist kann man es sicher laxer
angehen lassen und sich mehr auf sich selber und den eigenen Spass
einschiessen. Dann mache ich es mir fuer mich auf der Buehne
soundmaessig bequem und grinse vor mich hin :)

Wenn ich allerdings irgendwohin gebucht bin und dort eine Aufgabe habe
(naemlich die Anwesenden zu unterhalten und ihnen einen wie auch immer
gearteten guten Abend bereiten) dann muss ich an das Publikum denken.
Alles andere hat zweite Prioritaet. Wenn das heisst, dass ein guter
Frontsound nur dadurch zu bekommen ist, dass ich fast "blind" spiele,
dann sei es so. Dann muss ich da durch, mich verdammt konzentrieren und
eben hoffen genug geuebt zu haben bzw. routiniert genug bin um das
locker und mit einem blinkendem Grinsen durchzuziehen.

Ja - ich hatte schon Gigs an denen ich mich kaum gehoert habe und
soundtechnisch fast nur Becken und Snare in meinem Gehoergang hatte. Das
Witzige ist nun, dass das ein fast perfekter Gig war bei dem trotz
widriger akustischer Umstaende vorne der Sound klasse war. Und um nix
anderes gehts ;)


> darf :) Das Problem für den Mann am Mischpult ist eben, daß die
> einzelnen Instrumente auf der Bühne unterschiedlich stark gerichtet
> wirken. Das Schlagzeug z.B. strahlt ziemlich gleichmässig nach allen
> Seiten, die Amps sind da eher gerichtet. Auf der Bühne kann es somit
> zu einem ausgeglichenen Klangbild kommen, wobei dann aber unter
> Umständen die Verstärker schon ziemlich stark nach vorne
> "durchstrahlen". Meist brauchen die Amps dann gar keine weitere
> Verstärkung von der PA mehr.Wenn den Mischer jetzt der Hafer sticht,
> und er meint, die Amps müssten unbedingt über die PA laufen, so
> fängt er unter Umständen an zu fordern, daß die Amps leiser gedreht
> werden, damit er sie mehr auf die PA legen kann. Er hat dann zwar
> seinem Affen Zucker gegeben, die Band auf der Bühne hat es aber
> ungleich schwerer tight zu spielen, da der Drummer sich in der Regel
> ja nicht leiser drehen kann...

Hmm... ja... Ich gehe da eben den anderen Weg - erstmal den Sound
*vorne* hinkriegen. Dann schauen wie man auf der Buehne das noch
optimieren kann. Normalerweise kennt der Musiker die Stuecke besser als
das Publikum, kann also zur Not besser damit leben sie nicht so gut zu
hoeren ;)

Wie gesagt - manchmal verstehe ich sehr gut, dass man da als Musiker
"egoistisch" ist und auf einem guten Buehnensound beharrt auch wenn es
leicht zu Lasten des Sounds vorne ist. Wenn es Hobby ist will man selber
ja auch Spass haben und falls der Sound auf der Buehne besch... ist geht
eben jener eher floeten. Und hat die Band auf der Buehne Spass springt
auch schon mal alleine dadurch der Funke auf's Publikum ueber trotz
evtl. schlechten Sounds vorne.


> Ich denke die Diskussion zeigt, daß diese Probleme nicht so einfach
> zu bewältigen sind.

Daran lieber Werner werden unsere Enkel noch zu kauen haben ;)

Margit Suess

unread,
Jun 28, 2003, 5:18:53 PM6/28/03
to
Wolfgang Krietsch <xwo...@gmx.de> wrote:

[Top-10-Chart-Acts]


> Aktuell weiß ich die auch nicht.

das beruhigt mich ja jetzt irgendwie *g*

> Ich bin nur immer ganz verdutzt und erschrocken wenn ich mal
> wieder in einer CD-Abteilung die Charts sehe und mein Blick
> auf die ersten PLätze fällt - sowas kaufen die Leute?

sowas kaufen vor allem die Pupsertierenden, Woffi

> Bei dem, was sich da abspielt wären tatsächlich sogar Geigerinnen
> ein Gewinn. Selbst über ein Akkordeon oder einen Dudeslsack
> könnte man reden,

:-)

> wenn dass das Problem David Küblböck (oder wie der heißt)
> und Hartmut Engler lösen würde.

Daniel heisst der Knabe,
den Rest deiner "Bildungsluecke" kannst du dann am Montag(!)abend bei
uns Harald in seiner Show schliessen, wo er zu Gast ist *eg*

Gruss, Margit

Andreas Jaeger

unread,
Jun 28, 2003, 5:26:26 PM6/28/03
to
"Detlef Gessau" schrieb:

> Das Publikum kommt doch wegen der Band, die sich da präsentiert. Der
> Mischer, der PA-Verleih und auch der Veranstalter sind nur Beiwerk.

Awww.... Als Musiker habe ich schnell eine Regel gelernt: "Der Mann dort
vorne am Pult ist Gott." ;)

Im Ernst - ein guter Mischer ist fuer jede Band, so erfahren und
routiniert sie sein mag, immer ein unverzichtbares Element des Gesamten.
Die Band macht die Musik, der Mischer bringt sie dem Publikum. Von daher
ist er weitaus mehr als nur Beiwerk. Und wenn man den Mischer (wenn er
gut ist ;p ) respektvoll und nett behandelt so haben alle einen
entspannteren Abend. Wenn "die Leute von der Technik" aber nur wie
Beiwerk behandelt werden ist das fuer keinen von Vorteil.

Und der Veranstalter ist doch der, der Euch bucht, das Event auf die
Fuesse stellt, Euch bezahlt etc.pp., oder? ;)


> Deswegen sollte die Band so präsentiert werden, wie die Band es
> will. Auch wenn es für die Band das letzte Mal sein sollte. ;-)

Es hat noch keiner Band geschadet von einem guten Mischer zu lernen. Ich
habe ueber mein Wirken auf der Buehne von guten Mischern mehr als von
Musikerkollegen gelernt. Guter Mischer sind (trotz oft gegenteiliger
Meinung) hervorragende Musiker mit einem sehr guten Gehoer. Und von
vielen davon kann man sich eine Scheibe abschneiden.

Daniel Roesen

unread,
Jun 28, 2003, 5:54:35 PM6/28/03
to
* Andreas Jaeger <ler...@gmx.de>:

> Awww.... Als Musiker habe ich schnell eine Regel gelernt: "Der Mann dort
> vorne am Pult ist Gott." ;)

Du kannst aber beim Du bleiben. :-P

> Im Ernst - ein guter Mischer ist fuer jede Band, so erfahren und
> routiniert sie sein mag, immer ein unverzichtbares Element des Gesamten.
> Die Band macht die Musik, der Mischer bringt sie dem Publikum. Von daher
> ist er weitaus mehr als nur Beiwerk. Und wenn man den Mischer (wenn er
> gut ist ;p ) respektvoll und nett behandelt so haben alle einen
> entspannteren Abend. Wenn "die Leute von der Technik" aber nur wie
> Beiwerk behandelt werden ist das fuer keinen von Vorteil.
>

[...]


>
> Es hat noch keiner Band geschadet von einem guten Mischer zu lernen. Ich
> habe ueber mein Wirken auf der Buehne von guten Mischern mehr als von
> Musikerkollegen gelernt. Guter Mischer sind (trotz oft gegenteiliger
> Meinung) hervorragende Musiker mit einem sehr guten Gehoer. Und von
> vielen davon kann man sich eine Scheibe abschneiden.

Danke, endlich mal einer der uns versteht und zu schaetzen weiss. :-)

Ich haette sowas am liebsten selbst geschrieben, aber Eigenlob
stinkt bekanntlich. ;)


Gruss,
Daniel

Wolfgang Krietsch

unread,
Jun 28, 2003, 6:13:04 PM6/28/03
to
On Sat, 28 Jun 2003 23:18:53 +0200, Margit Suess wrote:

>
>Daniel heisst der Knabe,
>den Rest deiner "Bildungsluecke" kannst du dann am Montag(!)abend bei
>uns Harald in seiner Show schliessen, wo er zu Gast ist *eg*

örks. Muss ich?


Bye

woffi

--
A fool-proof method for sculpting an elephant:
frst, get a huge block of marble; then you chip
away everything that doesn't look like an elephant.

Volker Gringmuth

unread,
Jun 28, 2003, 6:52:10 PM6/28/03
to
Detlef Gessau (ne...@DetlefGessau.de) wrote:

> Das Publikum kommt doch wegen der Band, die sich da präsentiert. Der
> Mischer, der PA-Verleih und auch der Veranstalter sind nur Beiwerk.

Das ist etwa so sinnvoll wie "Die Leute schauen die Tagesschau doch nur
wegen der Inhalte. Die Sprecher sind nur Beiwerk."

Nein. Sie haben zwar nicht die zentrale Rolle, aber sie sind die
Präsentatoren, ohne die die Inhalte alt aussähen.

Ich glaube prinzipiell, daß es für keinen Musiker ein Gewinn ist, mit
dem Mischer gleich erst mal auf contra zu gehen. Denn der macht
entweder begeistert mit oder Dienst nach Vorschrift - und genau das
hört man dann.


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

"Wellen sind auch Teilchen und Teilchen sind auch Wellen. Ausnahmen gibt es beim
Bäcker, wo Donauwellen nicht als Donauteilchen gelten und Puddingteilchen nie
als Puddingwellen verkauft würden." (Frank Feger in de.sci.astronomie)

Volker Gringmuth

unread,
Jun 28, 2003, 6:47:40 PM6/28/03
to
Margit Suess (sweet...@web.de) wrote:

>> wenn dass das Problem David Küblböck (oder wie der heißt)
>

> Daniel heisst der Knabe,

Dieser Knabe mag ja so heißen - aber wie heißt das Ekelpaket, das
woffi meinte?


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

"Es gibt kein Programm unter Linux, das in der Lage ist, komplexere Word-
Dokumente fehlerfrei anzuzeigen." - "So ein Programm gibt es aber genausowenig
unter Windows :-)" (Martin Recktenwald und Ulli Horlacher in dcoum)

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 7:08:01 PM6/28/03
to
"Andreas Jaeger" <ler...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:bdl02q$u9kjg$1...@ID-50036.news.dfncis.de...

> Wie gesagt - manchmal verstehe ich sehr gut, dass man da als Musiker
> "egoistisch" ist und auf einem guten Buehnensound beharrt auch wenn es
> leicht zu Lasten des Sounds vorne ist. Wenn es Hobby ist will man selber
> ja auch Spass haben und falls der Sound auf der Buehne besch... ist geht
> eben jener eher floeten. Und hat die Band auf der Buehne Spass springt
> auch schon mal alleine dadurch der Funke auf's Publikum ueber trotz
> evtl. schlechten Sounds vorne.

Genau! Man benötigt eben auch eine gewisse Mindestenergie. Wenn dann die
Kraft anfängt zu fließen und die Band tight und groovig spielt dann geht die
Post ab.
In diesem Zusammenhang versuchen wir auch uns , falls organisatorisch
machbar, vor dem Gig einzuspielen. Falls nicht möglich gibt's eine
Standard -Nummer zum einschwingen.
Das Gesamte ist dann mehr wie die Summe der Einzelnen.

Andreas, vielleicht sieht man sich ja mal. Würd mich freuen!

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 28, 2003, 7:25:13 PM6/28/03
to
"Adrian Knoth" <a...@drcomp.erfurt.thur.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrnbfrkd...@drcomp.erfurt.thur.de...

> Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com> wrote:
>

>
> Fakt ist aber auch, daß der Mischer das klangliche Erscheinungsbild
> der Band nach vorn heraus bestimmen muß. Das ist bei OpenAirs leichter,
> in kleinen Räumen schon schwieriger - aber er muß es können. Wenn
> er den Fader runter zieht, muß es in irgend einer Form nach Ruhe
> klingen - also bestenfalls Kofferradio oder sowas.

Das ist eben bei kleinen events die physikalische Unmöglichkeit. Die Drums
klingen eben auf der Bühne nicht nach Kofferradio, und die Amp-Leute
brauchen eine mindest-Power die in etwa diesem Lautstärke-Niveu entspricht.


>
> Wir haben letztes Wochenende einen Gig auf einem OpenAir gemacht,
> bei dem wir spontan die komplette Bühne abgebaut hatten, unser
> eigenes FOH aufgezogen, eigenes Multicore, Effektrack, Inear-Monitoring
> und Instrument gestellt haben und wir dann mit der
Proberaum-Pulteinstellung
> ohne Soundcheck gegiggt haben. Das alles in 30min Umbaupause zwischen den
> Bands. Und es wurden tatsächlich sieben Autos an Technik in dieser Zeit
> verbraten, inklusive Wechsel des Drumsets zu einem Rack-Schlagzeug.

Wie gesagt wir haben vor drei Wochen auf einem Open-Air gepielt, wo das
Aufbauen der Anlage 3 Tage gedauert hat, und zwei Sattelschlepper zum
Transport benötigt wurden -ein spontan Umbau wäre hier also nicht möglich
gewesen-

Mmmm, ein Vox hat auch 30 Watt. Ich nehme an, er HAT seinen Verstärker sehr
deutlich gehört. Es ist natürlich auch noch wichtig welche Musik gespielt
wurde.

Hubert Barth

unread,
Jun 28, 2003, 8:12:47 PM6/28/03
to
"Werner \"Soulmatic\" Hammer" <wer...@soulmatic.com> wrote:

>Das Problem für den Mann am Mischpult ist eben, daß die einzelnen
>Instrumente auf der Bühne unterschiedlich stark gerichtet wirken.
>Das Schlagzeug z.B. strahlt ziemlich gleichmässig nach allen Seiten, die
>Amps sind da eher gerichtet. Auf der Bühne kann es somit zu einem
>ausgeglichenen Klangbild kommen, wobei dann aber unter Umständen die
>Verstärker schon ziemlich stark nach vorne "durchstrahlen".
>Meist brauchen die Amps dann gar keine weitere Verstärkung von der PA
>mehr.Wenn den Mischer jetzt der Hafer sticht, und er meint, die Amps müssten
>unbedingt über die PA laufen, so fängt er unter Umständen an zu fordern, daß
>die Amps leiser gedreht werden, damit er sie mehr auf die PA legen kann. Er
>hat dann zwar seinem Affen Zucker gegeben, die Band auf der Bühne hat es
>aber ungleich schwerer tight zu spielen, da der Drummer sich in der Regel ja
>nicht leiser drehen kann...

Ich denke Du verfolgst Da einen fatalen Ansatz. Bei den Gitarrenamps
kann es Dir z.B. passieren daß einen Teil des Publikums die Ohren
wegfliegen während andere weiter seitlich oder hinten Dich kaum hören.
Da ist die PA, wenn sie richtig implementiert ist, wesentlich besser
geeignet den Publikumsbereich gleichmäßig "auszuleuchten".
Du solltest den Amp *immer* seitlich über die Bühne strahlen lassen
und nach Möglichkeit nie ins Publikum.

Gruß
--
Hubert Barth
http://www.bigbands.de

Erik Hüther

unread,
Jun 29, 2003, 1:10:04 AM6/29/03
to
Daniel Roesen <d...@bofh.de> schrieb:

> Im Boygroup-Bereich mag das anders aussehen (da ist das Rumgehopse
> und die Maske das primaere Kreisch-Stimulations-Instrument, und
> man bekommt Probleme damit, dass auf den Vocal-Mics zu viel
> Publikumsgekreische drauf ist - KEIN Scherz), zugegeben. :-P

Ich dachte, die machen eh Vollplayback?

Gruß Erik

--
Um die Stimmung bei den Bläsern zu verbessern, gehen viele
Gruppen nach der Probe noch in die Kneipe!
----+|+---- http://www.Ostertaler.de ----+|+----

Detlef Gessau

unread,
Jun 29, 2003, 2:38:17 AM6/29/03
to
Am Sun, 29 Jun 2003 00:52:10 +0200 schrieb Volker Gringmuth:

> Detlef Gessau (ne...@DetlefGessau.de) wrote:
>
>> Das Publikum kommt doch wegen der Band, die sich da präsentiert. Der
>> Mischer, der PA-Verleih und auch der Veranstalter sind nur Beiwerk.
>
> Das ist etwa so sinnvoll wie "Die Leute schauen die Tagesschau doch nur
> wegen der Inhalte. Die Sprecher sind nur Beiwerk."

Der Idealfall wäre aber, daß die Zuschauer sich an die Inhalte der
Tagesschau erinnern könnten, statt an den Schlips oder die Frisur des
Sprechers/der Sprecherin.

> Nein. Sie haben zwar nicht die zentrale Rolle, aber sie sind die
> Präsentatoren, ohne die die Inhalte alt aussähen.

Das Publikum sollte aber die Inhalte (bei der Tagessschau die Nachrichten,
beim Konzert die Band) wahrnehmen und nicht hauptsächlich deren
Präsentatoren, die zwar nötig und wichtig aber nicht die Hauptsache sind.

> Ich glaube prinzipiell, daß es für keinen Musiker ein Gewinn ist, mit
> dem Mischer gleich erst mal auf contra zu gehen. Denn der macht
> entweder begeistert mit oder Dienst nach Vorschrift - und genau das
> hört man dann.

Natürlich müssen alle vernünftig zusammenarbeiten, aber jeder in seiner
Rolle. Für mich ist immer die Band auf der Bühne der Hauptact, die ganze
Technik drumherum sollte man möglichst gar nicht wahrnehmen, obwohl ich
natürlich weiß, wie wichtig sie ist.

Detlef Gessau

unread,
Jun 29, 2003, 3:13:07 AM6/29/03
to
Am Sat, 28 Jun 2003 21:26:26 +0000 schrieb Andreas Jaeger:

> "Detlef Gessau" schrieb:
>> Das Publikum kommt doch wegen der Band, die sich da präsentiert. Der
>> Mischer, der PA-Verleih und auch der Veranstalter sind nur Beiwerk.
>
> Awww.... Als Musiker habe ich schnell eine Regel gelernt: "Der Mann dort
> vorne am Pult ist Gott." ;)

Aus der Sicht des Musikers gebe ich Dir völlig recht, vorausgesetzt der
Mann macht seine Sache gut. Aber: Er sollte sich nicht wie ein Gott
benehmen, sondern wie ein Dienstleister. Das ist dann manchmal ein etwas
undankbarer Job, denn wenn alle (nicht nur die Musiker, sonder auch Mixer,
andere Techniker und auch der Veranstalter) ihre Sache gut gemacht haben,
bekommt im Endeffekt nur die Band auf der Bühne den Applaus. Aber damit
muß man leben.

> [...]


> Und der Veranstalter ist doch der, der Euch bucht, das Event auf die
> Fuesse stellt, Euch bezahlt etc.pp., oder? ;)

Ich meinte es aus Sicht des Publikums, daß Veranstalter etc. Beiwerk sind.
Aus der Sicht der direkt Beteiligten ist die Rollenverteilung klar.

>> Deswegen sollte die Band so präsentiert werden, wie die Band es
>> will. Auch wenn es für die Band das letzte Mal sein sollte. ;-)
>
> Es hat noch keiner Band geschadet von einem guten Mischer zu lernen. Ich
> habe ueber mein Wirken auf der Buehne von guten Mischern mehr als von
> Musikerkollegen gelernt. Guter Mischer sind (trotz oft gegenteiliger
> Meinung) hervorragende Musiker mit einem sehr guten Gehoer. Und von
> vielen davon kann man sich eine Scheibe abschneiden.

Ja, so sollten gute Mischer sein, aber sie sollten mit ihrem Wissen und
Können nicht angeben und der Band vorschreiben, wie sie zu klingen hat.
Sie sollten ihre Fähigkeiten so einsetzen, daß die Band sich wohlfühlt und
daß das Publikum den Eindruck hat, daß die paar Leutchen auf der Bühne das
alles ganz alleine machen.

Andreas Jaeger

unread,
Jun 29, 2003, 3:58:54 AM6/29/03
to
Hubert Barth schrieb:

> "Werner \"Soulmatic\" Hammer" <wer...@soulmatic.com> wrote:
> >Das Problem für den Mann am Mischpult ist eben, daß die einzelnen
> >Instrumente auf der Bühne unterschiedlich stark gerichtet wirken.
> >Das Schlagzeug z.B. strahlt ziemlich gleichmässig nach allen
> >Seiten, die Amps sind da eher gerichtet. Auf der Bühne kann es
[snip]

> Ich denke Du verfolgst Da einen fatalen Ansatz. Bei den Gitarrenamps
> kann es Dir z.B. passieren daß einen Teil des Publikums die Ohren
> wegfliegen während andere weiter seitlich oder hinten Dich kaum
> hören. Da ist die PA, wenn sie richtig implementiert ist, wesentlich
> besser geeignet den Publikumsbereich gleichmäßig "auszuleuchten".
> Du solltest den Amp *immer* seitlich über die Bühne strahlen lassen
> und nach Möglichkeit nie ins Publikum.

Wobei man sagen muss, und ich denke das meint Werner (auch), dass es
Gigs in Clubs gibt bei denen die "PA" und "Mischer" aus irgendwelchen
zusammengestupfelten Teilen und dem Bruder der Schwaegerin des Wirts
besteht der frueher mal Radios auseinandergebaut hat und deswegen nun
den Tontechniker mimt ;)

Da ist dann eben oftmals wenig zu retten und man kann nur noch schauen,
dass man selber Spass hat und es nicht zu laut fuer alle wird. Und ich
denke von so Faellen sprach Werner als er von "additivem Mixing" sprach,
oder Werner? Da ist es oftmals besser zuerst den Matsch von der Buehne
zu nehmen, und wenn das dann vorne gut klingt noch einzelne Sachen ueber
die PA beizusteuern. Wenn solche Clubs einen erfahrenen und guten
Mischer haben, dann kann man ihm getrost vertrauen. Aber oftmals (zum
Glueck nicht immer) sind eben in solchen Locations irgendwelche Kumpels
am Pult deren Auffassung von Sound eher eine "rustikale" ist... ;)

Andreas Jaeger

unread,
Jun 29, 2003, 4:10:25 AM6/29/03
to
"Detlef Gessau" schrieb:

> Am Sat, 28 Jun 2003 21:26:26 +0000 schrieb Andreas Jaeger:
> > "Detlef Gessau" schrieb:
> >> Das Publikum kommt doch wegen der Band, die sich da präsentiert.
> >> Der Mischer, der PA-Verleih und auch der Veranstalter sind nur
> >> Beiwerk.
> >
> > Awww.... Als Musiker habe ich schnell eine Regel gelernt: "Der
> > Mann dort vorne am Pult ist Gott." ;)
>
> Aus der Sicht des Musikers gebe ich Dir völlig recht, vorausgesetzt
> der Mann macht seine Sache gut. Aber: Er sollte sich nicht wie ein
> Gott benehmen, sondern wie ein Dienstleister. Das ist dann manchmal
> ein etwas undankbarer Job, denn wenn alle (nicht nur die Musiker,
> sonder auch Mixer, andere Techniker und auch der Veranstalter) ihre
> Sache gut gemacht haben, bekommt im Endeffekt nur die Band auf der
> Bühne den Applaus. Aber damit muß man leben.

Deswegen ist es, finde ich zumindest, Aufgabe der Band einem guten
Mischer auch angemessen zu danken. Und ihm waehrend der gemeinsamen
Arbeit den gebuehrenden Respekt entgegenzubringen.

Ich persoenlich habe wenig Mischer kennengelernt, die sich wie Gott
benehmen, jedenfalls *deutlich* weniger Mischer denn Musiker. Wie hoch
so manche mittelmaessige Dorfmusiker ihre Nasen zu tragen pflegen ist
manchmal einfach unfassbar ;)

Es ist fuer mich eigentlich common sense, dass sowohl Veranstalter und
Mischer als auch die Band sich gegenseitig mit Respekt behandeln, um
ihren Job und dessen Grenzen Bescheid wissen und das Beste geben. Am
Schluss bekommt die Band Applaus und Gage, der Veranstalter sein
verdientes Geld, der Mischer seine Gage und ein Dankeschoen der Band die
ihn dann noch fragt ob man was helfen koenne ;)


> > [...]
> > Und der Veranstalter ist doch der, der Euch bucht, das Event auf
> > die Fuesse stellt, Euch bezahlt etc.pp., oder? ;)
>
> Ich meinte es aus Sicht des Publikums, daß Veranstalter etc. Beiwerk
> sind. Aus der Sicht der direkt Beteiligten ist die Rollenverteilung
> klar.

Das stimmt - aus Sicht des Publikums ist oft alles andere ausser der
Band gaenzlich irrelevant.


> > Es hat noch keiner Band geschadet von einem guten Mischer zu
> > lernen. Ich habe ueber mein Wirken auf der Buehne von guten
> > Mischern mehr als von Musikerkollegen gelernt. Guter Mischer sind
> > (trotz oft gegenteiliger Meinung) hervorragende Musiker mit einem
> > sehr guten Gehoer. Und von vielen davon kann man sich eine Scheibe
> > abschneiden.
>
> Ja, so sollten gute Mischer sein, aber sie sollten mit ihrem Wissen
> und Können nicht angeben und der Band vorschreiben, wie sie zu
> klingen hat. Sie sollten ihre Fähigkeiten so einsetzen, daß die Band
> sich wohlfühlt und daß das Publikum den Eindruck hat, daß die paar
> Leutchen auf der Bühne das alles ganz alleine machen.

Es ist eine Frage der persoenlichen Wahrnehmung (und Eitelkeit) ab wann
man einen gutgemeinten Ratschlag als "Angeberei" empfindet. Eine gute
Band weiss wie sie zu klingen hat und ein guter Mischer hoert sofort ob
die Band gut ist. Ist sie es nicht, wird er hoffentlich der Band sagen
wie guter Klang erreicht werden kann. Ist sie es, wird er sich freuen,
die Klappe halten und einfach nur lauter machen was die Band da
anliefert.

Ich bin froh einigen von sich ueberzeugten Mischern begegnet zu sein die
mir Tips geben konnten. Auch wenn es fuer mich in dem Moment bedeutete
meine Eitelkeit runterzuschlucken und einzusehen, dass ich noch viel zu
lernen habe. Wie gesagt - ich habe wesentlich mehr zu Unrecht
eingebildete Musiker erlebt als Mischer. Wobei es egal ist ob man
Musiker oder Mischer ist - Arroganz ist IMO immer fehl am Platze wenn
man zusammenarbeiten soll.

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 29, 2003, 4:45:09 AM6/29/03
to
"Andreas Jaeger" <ler...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:bdm67u$ubctn$1...@ID-50036.news.dfncis.de...

> Hubert Barth schrieb:
> > "Werner \"Soulmatic\" Hammer" <wer...@soulmatic.com> wrote:
> > >Das Problem für den Mann am Mischpult ist eben, daß die einzelnen
> > >Instrumente auf der Bühne unterschiedlich stark gerichtet wirken.
> > >Das Schlagzeug z.B. strahlt ziemlich gleichmässig nach allen
> > >Seiten, die Amps sind da eher gerichtet. Auf der Bühne kann es
> [snip]
> > Ich denke Du verfolgst Da einen fatalen Ansatz. Bei den Gitarrenamps
> > kann es Dir z.B. passieren daß einen Teil des Publikums die Ohren
> > wegfliegen während andere weiter seitlich oder hinten Dich kaum
> > hören. Da ist die PA, wenn sie richtig implementiert ist, wesentlich
> > besser geeignet den Publikumsbereich gleichmäßig "auszuleuchten".
> > Du solltest den Amp *immer* seitlich über die Bühne strahlen lassen
> > und nach Möglichkeit nie ins Publikum.

Hubert, dies beachte ich! Und für den ausdruck Ausleuchten habe ich weiter
oben den Begriff Breite verwendet.


>
> Wobei man sagen muss, und ich denke das meint Werner (auch), dass es
> Gigs in Clubs gibt bei denen die "PA" und "Mischer" aus irgendwelchen
> zusammengestupfelten Teilen und dem Bruder der Schwaegerin des Wirts
> besteht der frueher mal Radios auseinandergebaut hat und deswegen nun
> den Tontechniker mimt ;)
>
> Da ist dann eben oftmals wenig zu retten und man kann nur noch schauen,
> dass man selber Spass hat und es nicht zu laut fuer alle wird. Und ich
> denke von so Faellen sprach Werner als er von "additivem Mixing" sprach,
> oder Werner? Da ist es oftmals besser zuerst den Matsch von der Buehne
> zu nehmen, und wenn das dann vorne gut klingt noch einzelne Sachen ueber
> die PA beizusteuern.

Richtig Andreas, genau das habe ich gemeint!


Wenn solche Clubs einen erfahrenen und guten
> Mischer haben, dann kann man ihm getrost vertrauen. Aber oftmals (zum
> Glueck nicht immer) sind eben in solchen Locations irgendwelche Kumpels
> am Pult deren Auffassung von Sound eher eine "rustikale" ist... ;)
>

Yoooh!

Aber ich möchte hier auch einen Stab für den Mann am Mischer brechen. Es ist
verdammt schwer, gerade unter wiedrigen Umständen, einen gescheiten Klang zu
ermöglichen.
Wer mit goldenen Ohren und glücklichem Finger eine Band betreuen kann, der
ist das große Los für jede Band.

Daniel Roesen

unread,
Jun 29, 2003, 5:31:55 AM6/29/03
to
* Erik Hüther <nu...@ostertaler.de>:

>> Im Boygroup-Bereich mag das anders aussehen (da ist das Rumgehopse
>> und die Maske das primaere Kreisch-Stimulations-Instrument, und
>> man bekommt Probleme damit, dass auf den Vocal-Mics zu viel
>> Publikumsgekreische drauf ist - KEIN Scherz), zugegeben. :-P
>
> Ich dachte, die machen eh Vollplayback?

Jain. Die groesseren Acts sind ueblicherweise komplett live (manche
koennen sogar wirklich singen - meistens die amerikanischen major acts),
manche machen Halbplayback, manche Vollplayback aber mit offenen Mics
(wegen Dazwischenrufern). Kommt auch auf die Veranstaltung an.

Ich weiss von einem Backstreet Boys Gig bei dem der FOH-Mann ernste
Probleme hatte mit Publikumsgekreische welches in die Vocal-Mics
einstraeute und die Saengerstimme fast uebertoente. Das Problem is
halt dass das dann auch ueber PA nochmal verstaerkt wird. Kreischende
Kiddies koennen unfassbare Schallpegel verursachen. :-(


Gruss,
Daniel

Holger Schmid

unread,
Jun 29, 2003, 5:40:50 AM6/29/03
to
Werner "Soulmatic" Hammer schrieb:
> Das ist richtig, bei den meisten Gigs in Clubs ist die Lautstärke
> der Verstärker für Bass oder Guitare völlig ausreichend.

Wobei sich bei der Gitarre, im Gegensatz zum Bass, das Problem
ergeben kann, dass der Winkel in dem der Gitarrensound okay ist, nur
einen kleinen Teil des Clubs "ausleuchtet".

Bei meinem alten 212 Peavey war die Abstrahlcharakteristik im
Gegensatz zu anderen Combos eher eigenwillig. Selbiger produzierte
auch noch 10 Meter vor der Bühne einen sehr schmalen Sound-Flur indem
der Klang entweder tendenziell zu laut und schmerzhaft höhenlastig
war, oder aber ausserhalb dieses Bereichs klang alles
verhältnismässig dumpf.

War der Sound also vor dem Speaker gut, dann war er drei Meter weiter
beschissen muffig, war er vor dem Speaker übertrieben höhenlastig und
etwas zu laut eingestellt, dann klang er dafür drei Schritte weiter
ordentlich. Da wünschte ich mir dann ab und an eine Abnahme des Amps.

> Natürlich muß man sich als Saitenquäler darüber Gedanken machen
> wie laut man rüber kommt. Und wenn man mit Kanonen auf Spatzen
> schießt (d.h. zu großer zu lauter Amp auf der Bühne) dann kann
> das nicht gut gehen.

ACK.

Gruss
Holger

Holger Schmid

unread,
Jun 29, 2003, 5:40:52 AM6/29/03
to
Niels Ott schrieb:
> Aber vielleicht liegt's auch daran, daß diverse Mischlinge
> offenbar meinen, Keyboards wären zwar nett anzuschauen aber hören
> müßte man die eigentlich nicht wirklich?!

Die Hörbarkeit und !Hörbarkeit von Instrumenten im Mix lässt sich
plausibel erklären, wenn man weiss welches Instrument der Mischer
selbst spielt oder gerne spielen würde.

Der Verdacht tut sich einem zumindest des öfteren auf. Manchmal hört
man reine Gitarrenkonzerte manchmal reine Keyboardkonzerte und wenn
der Mischer selbst kein Instrument spielt geht der Mix in Richtung
eines Acapella-Konzertes *g*

Gruss
Holger

Holger Schmid

unread,
Jun 29, 2003, 5:40:51 AM6/29/03
to
Volker Gringmuth schrieb:

> Ich glaube prinzipiell, daß es für keinen Musiker ein Gewinn ist,
> mit dem Mischer gleich erst mal auf contra zu gehen. Denn der
> macht entweder begeistert mit oder Dienst nach Vorschrift - und
> genau das hört man dann.

Da fallen mir ein paar Anektoden von unseren lokalen Schlagzeug-Gurus
ein. Einer erzählte gerne, wie er brav nach den Vorstellungen des
Mischers die Felle verklebt, die Kessel gedämpft hat, etc.

Dann wurde der Krempel mit Beginn des Gigs hübsch fein wieder
entfernt und der Drummer dachte sich dann seinen Teil als der Mischer
hinterher meinte "Sound war doch toll so" ...

Gruss
Holger

Aljoscha Everding

unread,
Jun 29, 2003, 5:43:31 AM6/29/03
to
Daniel Roesen schrieb:
> "aehnlich"? D.h. ihr steht alle Richtung eines virtuellen Publikums,
> d.h. hoert die Kollegen ueblicherweise von der Seite, unterschiedlich
> weit weg, die Amps sind nicht richtung Raummitte, sondern richtung
> einer Wand gerichtet, der/die Saenger(inn[en]) haben die Drums im
> Ruecken?

in der Tat so haben wir mit meiner letzten Band immer geprobt.
Irgendwann haben wir uebrigens sogar absichtlich unvollstaendig geprobt
um ein Gefuehl dafuer zu bekommen, dass man einen der anderen Musiker
nicht hoert. Hat besonders viel Spass gemacht, wenn der Drummer oder
Keyboarder nicht da war. ;) aeh. Drums -> ddrumIV und somit ohne
Verstaerkung nicht hoerbar. Nicht, das jetzt jemand sagt "hey drums kann
man nicht ueberhoeren"...


Tuesskes

Aljoscha

--
| Experimentum Crucis <http://experimentum.einheitzbrei.de> |
| Kaos Interim <http://ki.einheitzbrei.de> |
| dead turns alive <http://www.deadturnsalive.com> |
| Sonic X <http://www.sonic-x.de> Sonorium <http://www.sonorium.de> |

Daniel Roesen

unread,
Jun 29, 2003, 5:39:25 AM6/29/03
to
* Detlef Gessau <ne...@DetlefGessau.de>:

> Aus der Sicht des Musikers gebe ich Dir völlig recht, vorausgesetzt der
> Mann macht seine Sache gut. Aber: Er sollte sich nicht wie ein Gott
> benehmen, sondern wie ein Dienstleister. Das ist dann manchmal ein etwas
> undankbarer Job, denn wenn alle (nicht nur die Musiker, sonder auch Mixer,
> andere Techniker und auch der Veranstalter) ihre Sache gut gemacht haben,
> bekommt im Endeffekt nur die Band auf der Bühne den Applaus.

Oehm, also oft bedankt sich die Band von der Buehne runter beim
Mischer und den anderen Technikern, und ne fuenfstellige Anzahl
applaudierender Zuschauer kommen auch gelegentlich mal fuern Mischer
gut. Das entschaedigt dann fuer viel Stress vorher. :-P

> Aber damit muß man leben.

Man gewoehnt sich als FOH-Mann daran dass man fuer alle das Default-
Arschloch ist. Daran MUSS man sich gewoehnen. Wenn der Buehnensound
scheisse ist, ist erstmal der Mischer schuld (ausser bei Bands die
es schon gerafft haben *g*). Wenn der Frontsound schrott ist, ist
der Mischer schuld (egal welch beschissene Location, welch Muell-PA,
welch Buehnensound-Brei etc). Wenn es zu laut/leise ist, ist der
Mischer schuld (und zwar fuers Publikum und den Veranstalter), wenn
es pfeift ist der Mischer schuld (und nicht der Saenger der sein Mic
gerade straight richtung Monitorbox baumeln laesst). :-)


Daniel

Daniel Roesen

unread,
Jun 29, 2003, 5:52:33 AM6/29/03
to
* Aljoscha Everding <spamd...@news.einheitzbrei.de>:

> Daniel Roesen schrieb:
>> "aehnlich"? D.h. ihr steht alle Richtung eines virtuellen Publikums,
>> d.h. hoert die Kollegen ueblicherweise von der Seite, unterschiedlich
>> weit weg, die Amps sind nicht richtung Raummitte, sondern richtung
>> einer Wand gerichtet, der/die Saenger(inn[en]) haben die Drums im
>> Ruecken?
>
> in der Tat so haben wir mit meiner letzten Band immer geprobt.

Hehe... hatte mit meiner letzten "richtigen" Band auch immer so geprobt.
Unser Proberaum war riesig (Kellergewoelbe, ca. 8x20m oder so schaetze
ich mal, mit Daemm-Platten an den Steinwaenden), und so haben wir immer
im Stage-Setup geprobt - an einem Ende des Raumes aufgebaut, in Richtung
eines virtuellen Publikums. Ich stand immer rechts aussen und konnte mich
so an das Gefuehl alles von links zu hoeren gewoehnen. :-)

> Irgendwann haben wir uebrigens sogar absichtlich unvollstaendig geprobt
> um ein Gefuehl dafuer zu bekommen, dass man einen der anderen Musiker
> nicht hoert.

*lach*


Gruss,
Daniel

Daniel Roesen

unread,
Jun 29, 2003, 5:47:50 AM6/29/03
to
* Holger Schmid <usenet....@2tall.de>:

> Da fallen mir ein paar Anektoden von unseren lokalen Schlagzeug-Gurus
> ein. Einer erzählte gerne, wie er brav nach den Vorstellungen des
> Mischers die Felle verklebt, die Kessel gedämpft hat, etc.

Hehe. Allerdings wissen leider viele Schlagzeuger nicht, wie man
ein Drumkit richtig stimmt. Ein falsch gestimmtes Drumkit klingt ueber
PA erst richtig scheisse. Und Resonanzen die "in natura" kein Problem
sind koennen ueber PA wirklich sich boese entfalten, da ist abkleben
teilweise wirklich sinnvoll (oft reicht auch ein Gate).

> Dann wurde der Krempel mit Beginn des Gigs hübsch fein wieder
> entfernt und der Drummer dachte sich dann seinen Teil als der Mischer
> hinterher meinte "Sound war doch toll so" ...

Im Zusammenhang klingt vieles besser als einzeln. Vielleicht haette
es sogar noch besser geklungen haette der Schlagzeuger das Zeug
draufgelassen. :-P


Gruss,
Daniel

Hubert Barth

unread,
Jun 29, 2003, 6:31:19 AM6/29/03
to
"Werner \"Soulmatic\" Hammer" <wer...@soulmatic.com> wrote:

>"Andreas Jaeger" <ler...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
>news:bdm67u$ubctn$1...@ID-50036.news.dfncis.de...
>> Hubert Barth schrieb:

>> > Du solltest den Amp *immer* seitlich über die Bühne strahlen lassen
>> > und nach Möglichkeit nie ins Publikum.
>
>Hubert, dies beachte ich! Und für den ausdruck Ausleuchten habe ich weiter
>oben den Begriff Breite verwendet.
>>
>> Wobei man sagen muss, und ich denke das meint Werner (auch), dass es
>> Gigs in Clubs gibt bei denen die "PA" und "Mischer" aus irgendwelchen
>> zusammengestupfelten Teilen und dem Bruder der Schwaegerin des Wirts
>> besteht der frueher mal Radios auseinandergebaut hat und deswegen nun
>> den Tontechniker mimt ;)

Das würde ich dann aber nicht mehr PA nennen sondern bestenfalls
Gesangsanlage ;-)

>> Da ist dann eben oftmals wenig zu retten und man kann nur noch schauen,
>> dass man selber Spass hat und es nicht zu laut fuer alle wird. Und ich
>> denke von so Faellen sprach Werner als er von "additivem Mixing" sprach,
>> oder Werner? Da ist es oftmals besser zuerst den Matsch von der Buehne
>> zu nehmen, und wenn das dann vorne gut klingt noch einzelne Sachen ueber
>> die PA beizusteuern.
>
>Richtig Andreas, genau das habe ich gemeint!

Na dann sind wir uns ja eigentlich einig, haben nur ein wenig
aneinander vorbeigeredet.

>Wer mit goldenen Ohren und glücklichem Finger eine Band betreuen kann, der
>ist das große Los für jede Band.

Amen brother.

Ein langer Thread ist das jetzt geworden, aber ich denke ganz
fruchtbar.
--
Hubert

Matthias Mees

unread,
Jun 29, 2003, 7:27:03 AM6/29/03
to
"Detlef Gessau" <ne...@DetlefGessau.de> wrote:

> Am Sat, 28 Jun 2003 10:15:14 +0200 schrieb Werner "Soulmatic" Hammer:
>
> > Wie soll ich eine ordentliche show abliefern, wenn mein Amp
> > kastriert in der Ecke steht, und sein Sound über den Monitor auch
> > nicht besser wird?
>
> Genau dieser Meinung bin ich auch: Die Band muß sich schließlich so
> hören, wie sie's gewohnt ist. Wenn der Sound auf der Bühne anders ist
> als vorher im Übungsraum, kann keiner mehr vernünftig spielen.

Das ist, hart gesagt, Unfug. Nicht ganz so hart gesagt ist es
Übungssache. Wir haben genau diesen Lernprozeß gerade im Rahmen einiger
tonmäßig schwieriger Gigs durchgemacht. Die Erkenntnis ist teilweise
erschreckend, aber man kann relativ problemlos sehr viel leiser spielen,
als man denkt bzw. es aus dem Probenraum ("Mach Dich mal lauter, ich hör
Dich nicht") gewöhnt ist. Das ist zwar gewöhnungsbedürftig, hilft aber
auch, einen "streßfreieren" Sound im Probenraum hinzubekommen.

> Der Mixmensch, der, wie ich annehme, samt PA gemietet war, sollte sich
> nach den Vorstellungen der Band richten. Schließlich fällt 'ne
> schlechte Show auf die Band zurück und nicht auf den PA-Verleih.

Da schließe ich mich Hubert an: Eine sachliche, ruhige Zusammenarbeit
zwischen Band und Tonmensch ist da eher die richtige Wahl.

Gruß, Matthias

--
Ja wie, keine Boxentötungsgefahr durch Orgel? Das ist nicht gut. Das
macht keinen Spaß.
- Niels Ott in drmm

Detlef Gessau

unread,
Jun 29, 2003, 8:54:51 AM6/29/03
to
Am Sun, 29 Jun 2003 13:27:03 +0200 schrieb Matthias Mees:

> "Detlef Gessau" <ne...@DetlefGessau.de> wrote:
>
>> Wenn der Sound auf der Bühne anders ist
>> als vorher im Übungsraum, kann keiner mehr vernünftig spielen.
>
> Das ist, hart gesagt, Unfug. Nicht ganz so hart gesagt ist es
> Übungssache.

Dann hab' ich's wohl ungenau gesagt. Ich meine, daß die Band ihr gewohntes
Spielgefühl auch auf der Bühne haben sollte und dazu gehört auch der
adäquate Sound. Der muß auch nicht so laut sein, wie manche Bands es aus
dem Übungsraum gewohnt sind. Aber er darf auch nicht von einem Mischer
bestimmt werden, der die Band vielleicht noch nicht einmal kennt.

> [...]


> Da schließe ich mich Hubert an: Eine sachliche, ruhige Zusammenarbeit
> zwischen Band und Tonmensch ist da eher die richtige Wahl.

... sowieso.

Achim Göbel

unread,
Jun 29, 2003, 11:12:56 AM6/29/03
to
Andreas Jaeger wrote:

> Im Ernst - ein guter Mischer ist fuer jede Band, so erfahren und
> routiniert sie sein mag, immer ein unverzichtbares Element des Gesamten.


Habe jetzt schon eine Menge gelesen und kann diesem Satz nur so weit
beipflichten wie es sich um die Guten der Innung handelt.
Ja, die gibt es, habe selber welche kennen gelernt.

Auf einen schlechten kann ich aber auch gerne verzichten.

> Es hat noch keiner Band geschadet von einem guten Mischer zu lernen. Ich
> habe ueber mein Wirken auf der Buehne von guten Mischern mehr als von
> Musikerkollegen gelernt. Guter Mischer sind (trotz oft gegenteiliger
> Meinung) hervorragende Musiker mit einem sehr guten Gehoer. Und von
> vielen davon kann man sich eine Scheibe abschneiden.

Auch hier Zustimmung, aber genau so viele kannst du auch getrost den
Wölfen zum Fraße vorwerfen ;-)

Es gibt viele von den Kollegen die so verliebt in ihre Technik sind, daß
sie die Musik gar nicht mehr hören. Ich habe es einige Male erlebt, daß
eine überdimensionierte Anlage war wo gar keine gebraucht wurde. Das
sind dann die Momente bei denen man Stress mit dem Mixer bekommt der mit
Gewalt alles abnehmen möchte weil er sonst ja nichts zu mixen hat.

Weniger Technik kann manchmal auch mehr bewirken, auch wenn der Mann am
Mixer dann überflüssig ist.

Meine Priorität liegt dabei übrigens stets beim Publikum das unterhalten
werden soll. Meine Erfahrung sagt mir, daß eine Gitarre direkt aus dem
Amp ans Ohr besser ankommt als eine geiles Solo irgendwo aus der Summe.

Das Publikum mag auch keine aufwändigen Soundchecks und Umbaupausen.

Wenn man den Aufwand der Notwendigkeit anpasst und sich vorher ein wenig
abspricht sollte man schnell einen Lösung finden.

Grüße
Achim

Achim Göbel

unread,
Jun 29, 2003, 11:16:37 AM6/29/03
to
Werner \"Soulmatic\" Hammer wrote:

> Andreas, vielleicht sieht man sich ja mal. Würd mich freuen!

Man sieht sich bei der III. Kirchenmugge in Brake am 13./14. September.

www.kirchenmugge.de

SCNR
Achim

Achim Göbel

unread,
Jun 29, 2003, 11:26:42 AM6/29/03
to
Detlef Gessau wrote:


> undankbarer Job, denn wenn alle (nicht nur die Musiker, sonder auch Mixer,
> andere Techniker und auch der Veranstalter) ihre Sache gut gemacht haben,
> bekommt im Endeffekt nur die Band auf der Bühne den Applaus. Aber damit
> muß man leben.

Muss nicht sein. Ich bedanke mich jedenfalls immer bei den Technikanern.
Das kann man sogar richtig spannend in die Show einbauen ;-)

Grüße
Achim

Daniel Roesen

unread,
Jun 29, 2003, 11:30:37 AM6/29/03
to
* Achim Göbel <in...@infotaxi.de>:

> Gewalt alles abnehmen möchte weil er sonst ja nichts zu mixen hat.

Ich nehme auch meist alles ab, auch bei Clubgigs. Ich kann den Fader
ja auf -inf lassen. Aber WENN ich dann mal das Instrument brauche,
habe ich es (Monitoring, Effects-Feed etc.). "Weglassen geht immer".

Typisches Beispiel: Snare, Toms, HiHat. Kleiner Club. Triefende
Ballade. Gitarre Chorus und maechtig Hall, Keyboard Flaechen, Bass
getragene Linie. Klingt meist etwas merkwuerdig wenn dann Drums nur
furztrocken kommen. Wenn ich jedoch Mikros an Snare/HiHat/Toms habe,
kann ich sie richtung Hall schicken. Und so harmonisch in den
Gesamtsound einbetten (idealerweise ueberlaesst der Gitarrist einem
das Verhallen moeglichst weit... kann komisch klingen wenn die
Gitarre in nem anderen Hallraum als der Rest steht... aber da sind
wir nun wirklich bei Filigranitaeten die 95% des Publikums eh nicht
hoeren - je nach Publikumsstruktur ;->).


Gruss,
Daniel

Achim Göbel

unread,
Jun 29, 2003, 3:39:36 PM6/29/03
to
Daniel Roesen wrote:
> * Achim Göbel <in...@infotaxi.de>:
>
>>Gewalt alles abnehmen möchte weil er sonst ja nichts zu mixen hat.
>
>
> Ich nehme auch meist alles ab, auch bei Clubgigs. Ich kann den Fader
> ja auf -inf lassen. Aber WENN ich dann mal das Instrument brauche,
> habe ich es (Monitoring, Effects-Feed etc.). "Weglassen geht immer".

Beispiel gesnipt.

Anderes Beispiel:

Kneipe von 80 qm incl. Kleiner Bühne und Theke. Ich habe dort schon oft
gespielt, immer ohne P.A. d.h. Gesangsanlage für Keyboard und Gesang,
evtl. mal ein Mic für Sax oder so. Die Besetzungen waren meist größer
6-8 Leute.

Neulich haben wir dort Louisianna Red supported. Da war dann ein junger
dynamischer Mixer der meinte er müßte den alten Man und seinen Amp mit
einem 24 Kanal-Mixer und einem ganzen Rack voll Effekte abmixen.

Man kann alles übertreiben, in dem Falle hätte man den Mixer sparen
können und seine Gage der Vorgruppe zukommen lassen können. Unsere
beiden Hochlautsprecher hätten dem Mann auch gereicht und für uns wäre
es auch stressfreier gewesen.

Der Bruder ist irgendwie nicht damit klar gekommen, daß eine Band auch
eine Eigendynamik haben kann. Er meinte immer die Fader hochschieben zu
müssen wenn es mal leiser wurde, was dann einige Rückkopplungen zur
Folge hatte.

Mir sind Mixer lieber die uns einen guten Sound machen und dann Pizza
essen gehen. Den Rest machen wir schon, ist einfach eine Sache der
Disziplin untereinander.

Grüße
Achim

Thomas Brandt

unread,
Jun 29, 2003, 5:31:22 PM6/29/03
to

"Daniel Roesen" schrieb:

> Hehe. Allerdings wissen leider viele Schlagzeuger nicht, wie man
> ein Drumkit richtig stimmt. Ein falsch gestimmtes Drumkit klingt ueber
> PA erst richtig scheisse. Und Resonanzen die "in natura" kein Problem
> sind koennen ueber PA wirklich sich boese entfalten, da ist abkleben
> teilweise wirklich sinnvoll (oft reicht auch ein Gate).

Also, stimmen eines Schlagzeugs ist eher Geschmackssache, als das es da
ein "richtig" oder "falsch" gibt. Grundsätzlich sollte das Ding
gleichmäßig gestimmt sein, was die Fellstraffung angeht. Vielleicht
auch ganz ratsam, wenn nicht alles in allem mitklingt, aber ganz
vermeiden läßt sich das nie. Ich würde eher sagen: Gate gegen
übersprechen Ja, aber nich so stark, daß das Set nicht natürlich klingt
Abkleben, eher nein, weil es den guten Grundsound schon niedermacht.

Kleiner Nebensatz dazu: Auf der Musikmesse schaffen die das jedes Jahr
auch so, genial klingende Sets abzunehmen, die lebendig klingen und
garantiert nich abgeklebt werden.


> > Dann wurde der Krempel mit Beginn des Gigs hübsch fein wieder
> > entfernt und der Drummer dachte sich dann seinen Teil als der Mischer
> > hinterher meinte "Sound war doch toll so" ...
>
> Im Zusammenhang klingt vieles besser als einzeln. Vielleicht haette
> es sogar noch besser geklungen haette der Schlagzeuger das Zeug
> draufgelassen. :-P

IMHO Niemals... oft genug mit solchen Kisten selber gespielt. Wenn aus
dem Set kein guter Ton rauskommt, was soll denn da der Mischer machen?
Wegregeln kannst du immer etwas, wenn die Kiste, aber nur nach Pappe
klingt, ist alles verloren.

Ich halte es gerade unter Drummen für eine Unsitte und ein riesiges
Mißverständnis, an den Trommeln rumzukleben, bis sie klingen, als wären
sie durch eine PA gegangen. Es Graus ist denen z.B. der Nachklang der
Toms. Der geht aber auf er Bühne ohne Mikors locker verloren und mit
Mikros landet er garantiert im Gate oder fällt auch nich auf.

Gruß Thomas

--
Sprach die Sau zum Eber:
"Schatz, wo ist der Fliesenkleber?"

Matthias Mees

unread,
Jun 29, 2003, 6:48:15 PM6/29/03
to
Achim Göbel <in...@infotaxi.de> wrote:

> Werner \"Soulmatic\" Hammer wrote:
>
> > Andreas, vielleicht sieht man sich ja mal. Würd mich freuen!
>
> Man sieht sich bei der III. Kirchenmugge in Brake am
> 13./14. September.

Endlich mal ein subtil arbeitender Bot! Wer hat den programmiert?

Gruß,
Mat *;-)* thias, nach wie vor unangemeldet

--
> Ich bin eigentlich Keyboarder
Ach so - das entschuldigt natürlich alles ;-)
- Frank Hucklenbroich und Wolfgang Krietsch in drmm

Matthias Mees

unread,
Jun 29, 2003, 6:52:45 PM6/29/03
to
Achim Göbel <in...@infotaxi.de> wrote:

> Detlef Gessau wrote:
>
> > undankbarer Job, denn wenn alle (nicht nur die Musiker, sonder auch
> > Mixer, andere Techniker und auch der Veranstalter) ihre Sache gut
> > gemacht haben, bekommt im Endeffekt nur die Band auf der Bühne den
> > Applaus. Aber damit muß man leben.
>
> Muss nicht sein. Ich bedanke mich jedenfalls immer bei den
> Technikanern.

IMHO gehört das absolut zum guten Ton. Auch und gerade bei Technikern,
die nicht "Bandmitglied" (Maggy, reiß Dich zusammen!!1) sind. Obwohl
sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist, daß $KONZERTBESUCHER ihre
Leistung selten so zu würdigen weiß, wie es bei Musikern meist der Fall
ist. So'n Mischpult scheint Laien weit weniger zu beeindrucken als,
sagen wir mal, Schlagzeug oder Bass oder so ein wichtiges Instrument :)

Gruß, Matthias

--
> ["graka"]
> Vermutlich meint er eine Grafikkarte für den Computer.
Ach so, Graka, der kleine Bruder von Souka ;-)
- Matthias Koehler und Margit Suess in drmm

Daniel Roesen

unread,
Jun 29, 2003, 6:59:17 PM6/29/03
to
* Thomas Brandt <tb.apo...@T-Online.de>:

>> Hehe. Allerdings wissen leider viele Schlagzeuger nicht, wie man
>> ein Drumkit richtig stimmt. Ein falsch gestimmtes Drumkit klingt ueber
>> PA erst richtig scheisse. Und Resonanzen die "in natura" kein Problem
>> sind koennen ueber PA wirklich sich boese entfalten, da ist abkleben
>> teilweise wirklich sinnvoll (oft reicht auch ein Gate).
>
> Also, stimmen eines Schlagzeugs ist eher Geschmackssache, als das es da
> ein "richtig" oder "falsch" gibt. Grundsätzlich sollte das Ding
> gleichmäßig gestimmt sein, was die Fellstraffung angeht. Vielleicht
> auch ganz ratsam, wenn nicht alles in allem mitklingt, aber ganz
> vermeiden läßt sich das nie.

Ich meinte nur absolut uebertriebenes Nachklingen. Ich mache garantiert
NICHT den Ton oder das natuerliche Ausschwingverhalten platt. Manche
Trommler haben allerdings Standtoms die unfassbar sind... :-P

> Ich würde eher sagen: Gate gegen übersprechen Ja, aber nich so stark,
> daß das Set nicht natürlich klingt
> Abkleben, eher nein, weil es den guten Grundsound schon niedermacht.

Ja, Abkleben ist immer nur eine Extremmassnahme bei extremen Problemen,
woher auch immer die stammen.

> Kleiner Nebensatz dazu: Auf der Musikmesse schaffen die das jedes Jahr
> auch so, genial klingende Sets abzunehmen, die lebendig klingen und
> garantiert nich abgeklebt werden.

Richtig. Die stehen in einer meist temperaturstabilen Umgebung, wurden
aufgestellt, aklimatisiert, ordentlich gestimmt von Leuten die Wissen
was sie tun und es gab in Ruhe nen Soundcheck. Viele merkmale die bei
Live-Gigfs oft nicht oder nur eingeschraenkt vorhanden sind. :-)

>> Im Zusammenhang klingt vieles besser als einzeln. Vielleicht haette
>> es sogar noch besser geklungen haette der Schlagzeuger das Zeug
>> draufgelassen. :-P
>
> IMHO Niemals... oft genug mit solchen Kisten selber gespielt. Wenn aus
> dem Set kein guter Ton rauskommt, was soll denn da der Mischer machen?
> Wegregeln kannst du immer etwas, wenn die Kiste, aber nur nach Pappe
> klingt, ist alles verloren.

Eingeschraenkte Zustimmung. Wie gesagt, es darf nie das Set getoetet
werden. Aber mit aufschwingenden 5 Sekunden Nachklank der Floor Tom
kann man auch mit Gate nicht leben wenn sie relativ oft eingesetzt
wird.

> Ich halte es gerade unter Drummen für eine Unsitte und ein riesiges
> Mißverständnis, an den Trommeln rumzukleben, bis sie klingen, als wären
> sie durch eine PA gegangen. Es Graus ist denen z.B. der Nachklang der
> Toms. Der geht aber auf er Bühne ohne Mikors locker verloren und mit
> Mikros landet er garantiert im Gate oder fällt auch nich auf.

Jain. Man bekommt nicht jedes akustische Problem mit Gates in den
Griff. Es gilt die goldene Mischerregel "man kann aus Scheisse nicht
Gold machen (aber ganz schnell aus Gold Scheisse)".

Wie gesagt: bzgl. "tot machen" sind wir absolut einer Meinung. Ich hab
von Schlagzeug zu wenig Ahnung um wirklich beurteilen zu koennen wo
so Problem-Toms herkommen... vielleicht auch falsches Stimmen.


Gruss,
Daniel

Matthias Warkus

unread,
Jun 29, 2003, 2:05:39 PM6/29/03
to
28 Jun 2003 15:52:31 GMT, message by
Adrian Knoth <a...@drcomp.erfurt.thur.de>:
> Dann geht das zum Pult und dort wird der Sound für die PA fertig gemacht.
> Im Aux-Weg kommt das Signal zurück. Für jeden Musiker einzeln (separate
> Aux-Wege), nur dessen jeweiliges Instrument. Auf der Bühne kann sich jeder
> einen Mix aus Stereo-Summe, Ticker und seinem Aux-Kanal für das
^^^^^^

Was darf ich mir darunter denn vorstellen? Spielt ihr live mit
Clicktrack? *grusel*

mawa
--
HINWEIS FÜR DIABETIKER: dieses Produkt enthält das Energieäquivalent von
drei Millionen Tonnen Trinitrotuluol (TNT) je Gramm i.d. Nettomasse.

Andrew Morgan

unread,
Jun 30, 2003, 5:45:01 AM6/30/03
to
Andreas Jaeger schrieb:

> Natuerlich nicht. Ich muss mich und alle anderen von der Band so gut
> hoeren wie irgend moeglich.

"Möglich" ist meistens das Schlüsselwort

> Wobei gut != laut. Aber ich habe es schon so
> oft erlebt, dass viele viele Musiker auf der Buehne sich so laut drehen,
> dass weder sie selber noch sonstwer in 5 km Entfernung eine Chance noch
> was anderes zu hoeren.

Unser Problem ist eher, dass wir ein Scheid als Schlagzeuger haben und
dass wir im Proberaum so laut sein müssen, um ihm zu übertöene, dass wir
auf der Bühne mit Proberaumeinstellung fast immer zu laut sind. Ist halt
ne Erfahrungs und Geschmackssache. Wir sind halt ne Band mit viel
Gitarre - Da sind die zwei Halfstacks pflicht. Mit Mincombo kämen wir
nicht weit :-)

> ...so spielt aber eben leider nicht jeder Gitarrist. Oftmals wuchten
> dann die jungen Kerle ihre goilen Stacks auf eine aechzende Buehne und
> blasen schon beim Soundcheck die Tueren aus den Angeln. Hinterher
> beschweren sie sich ueber matschigen Sound vorne...

Matschig hin oder her, es kommt auch auf die Musik an.

andy M

Andrew Morgan

unread,
Jun 30, 2003, 5:51:16 AM6/30/03
to
Daniel Roesen schrieb:

> Er sagte "Wie" er sicht hoert, nicht "ob". Das ist der Unterschied
> zwischen einem Amatuer und einem Profi. Dem Profi reicht es zur Not
> (wenn es sachdienlich ist) sich gerade so zu hoeren das er _kontrolliert_
> spielen kann. Der Amateur meint auch noch das ultra-Wohlfuehl-Gefuehl
> haben zu muessen (unbedingt!), sonst koenne er keinen guten Gig spielen.

FACK. Das ist auch eine der Probleme im Studio - Da hat mann nicht das
"Hosen-flattern"-Lautstärke und viele Bands spielen dann zus achte und
zurückhaltend. Siehe auch "Live sound als aufnahmen hinkriegen".


> Und natuerlich muss er diesen Bombensound mit seiner Backline gemacht
> haben, und konnte dafuer nicht auf die Faehigkeiten des/der Mischer(s)
> zurueckgreifen der ihm das auch ggfs. ueber die Monitoranlage

Grundsätzlich ACK - Wenn ich ein Monitormischer habe kann ich mein
Backline komplett runterfahren. Das Problem ist, viele gigs haben nichjt
mal Monitore, geschweige denn Monitormischer...

> Die Monitoranlage is
> dazu da jedem der Mitmusiker das zu geben was er braucht, UND NICHT
> MEHR (im Sinne von "zu viel ist schaedlich").

ACK.

> Sound auf der Buehne kann klasse sein OHNE laut zu
> sein.

FACK.

> Katastrophaler Irrtum. Das ist Sache des Mischers das musikalisch
> ausgewogen und im Sinne des Songs rueberzubringen. Es ist NICHT Sache
> der Musiker auf der Buehne durch ihre Backline die Mindestlautstaerke
> im Publikum vorzugeben.

Naja. Hängt vom PA und Mischer ab.


> Ein Amp ist so laut wie man ihn macht. Ein Vox AC30 ist eine Waffe
> und das Problem des "klingt nur gut wenn aufgerissen" ist bekannt
> und wird ueblicherweise von Profis(!) mittels Powersoak in den
> Griff bekommen - im Sinne der eigenen Ohren und dem Publikum zuliebe.

ein AC30 ist fast immer zu laut für Clubgigs.


andy M

Adrian Knoth

unread,
Jun 30, 2003, 6:13:42 AM6/30/03
to
Matthias Warkus <mawa...@gnome.org> wrote:

>> einen Mix aus Stereo-Summe, Ticker und seinem Aux-Kanal für das
> ^^^^^^
> Was darf ich mir darunter denn vorstellen? Spielt ihr live mit
> Clicktrack? *grusel*

Mit Metronom, ja. Es erhöht die Qualität. Macht Bon Jovi auch.
Gruselig finde ich eher eventuelle Tempo-Schwankungen, vor denen
man ja nicht sicher sein kann, wenn die Party so richtig abgeht :)

Wenn ein Ending mal schneller gespielt werden soll, macht der Drummer
das Ding halt aus.

Aufgefallen ist es übrigens bei Live-Mitschnitten von Konzerten. Auf
der Bühne fand man es toll, wenn man es dann gehört hat, hätte man
sich fast eingraben können :) Deshalb haben wir dann irgendwann das
Zeug eingeführt. Sehr gute Sache, vor allem, falls wirklich mal wer
rauskommen sollte, bleibt immer noch der Referenztakt, gegen den man
seine Parts spielen kann.


--
mail: a...@thur.de http://adi.thur.de PGP: v2-key via keyserver

Dem, der barfuss geht, kann nichts in die Schuhe geschoben werden!

Emil Sauber

unread,
Jun 30, 2003, 7:28:25 AM6/30/03
to
> Welche Erfahrunen habt ihr zu diesem Thema gemacht?

Naja, ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass sich die Mischer wohl
gekränkt fühlen, wenn man ankommt: "Hey, so hat das keinen Sinn, ich brauch
mehr Bass auf meinem Monitor" oder "hey, ich hör mich nicht!" Gitarre bitte
leiser".

Irgdenwie war der Sound im allgemeinen nach solchen Beanstandungen immer
schlechter als davor! jemand hat zu mir mal gemeint, man soll die Mischer
lieber in Ruhe lassen, denn wenn man meckert, machen sies nur absichtlich
schlechter.

Emil


Margit Suess

unread,
Jun 30, 2003, 8:04:30 AM6/30/03
to
Wolfgang Krietsch <xwo...@gmx.de> wrote:
> Margit Suess wrote:

>> den Rest deiner "Bildungsluecke" kannst du dann am
>> Montag(!)abend bei uns Harald in seiner Show schliessen,
>> wo er zu Gast ist *eg*
>
> örks. Muss ich?

nein, scheinbar doch nicht :-)
er hat Sommergrippe und Pastewka springt ein

Wie hast du das gemacht?

schmunzelige, dankbare Gruesse,
Margit


Wolfgang Krietsch

unread,
Jun 30, 2003, 10:17:46 AM6/30/03
to
On Mon, 30 Jun 2003 14:04:30 +0200, Margit Suess wrote:

>
>nein, scheinbar doch nicht :-)
>er hat Sommergrippe und Pastewka springt ein

Oooooh ....

>Wie hast du das gemacht?

Ich könnte es Dir verraten, aber dann müsste ich Dich töten ;)

Bye

woffi

--
If at first you don't succeed, destroy all evidence that you tried.

Martin Bochmann

unread,
Jun 30, 2003, 11:33:42 AM6/30/03
to
Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com> wrote:

> Wie wahr , wie wahr! Die Band macht den Sound und nicht die PA! Die PA kann
> sie nur so gut wie möglich rüberbringen.

Ach was. War es gut, war es die Band, war es schlecht, war es der
Tonmann. Scheint ein ehernes Gesetz zu sein.

Martin

--
Weltherrscher zu detebe www.ganzabnormal.de .--.
(CddF)
ART Topfenstrudel 1703 -- Ich war dabei! -- °--°
Ein einmaliges Erlebnis!

Martin Bochmann

unread,
Jun 30, 2003, 11:33:42 AM6/30/03
to
Holger Schmid <usenet....@2tall.de> wrote:

> Der Verdacht tut sich einem zumindest des öfteren auf. Manchmal hört
> man reine Gitarrenkonzerte manchmal reine Keyboardkonzerte und wenn
> der Mischer selbst kein Instrument spielt geht der Mix in Richtung
> eines Acapella-Konzertes *g*

*bg* Ist zumindest was dran. Wenn ich mische, sind die Tasten immer gut
zu hören, wenn auch hopfentlich nicht _zu_ gut.

Martin Bochmann

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Jun 30, 2003, 11:33:43 AM6/30/03
to
Detlef Gessau <ne...@DetlefGessau.de> wrote:

> Ja, so sollten gute Mischer sein, aber sie sollten mit ihrem Wissen und
> Können nicht angeben und der Band vorschreiben, wie sie zu klingen hat.
> Sie sollten ihre Fähigkeiten so einsetzen, daß die Band sich wohlfühlt und
> daß das Publikum den Eindruck hat, daß die paar Leutchen auf der Bühne das
> alles ganz alleine machen.

Hm, hm. Letzen Mittwoch mußte ich beim Soundcheck den Basser meiner
eigenen Band ziemlich zusammensch***en, weil er mit seiner Baßanlage mal
wieder jenseits von gut und böse war. Ick vasteh eh nicht, barum man in
einem höchstens-200-Leute-Club 4x10er _plus_ 1x15er braucht.

Thomas Brandt

unread,
Jun 30, 2003, 11:44:00 AM6/30/03
to

"Daniel Roesen" schrieb:


> Ich meinte nur absolut uebertriebenes Nachklingen. Ich mache garantiert
> NICHT den Ton oder das natuerliche Ausschwingverhalten platt. Manche
> Trommler haben allerdings Standtoms die unfassbar sind... :-P

Das ist allerdings auch ein Trommel-Problem an sich. So'n 16" Standtom
hat nun mal unheimlich viel Resonanz und kann furchtbar tief noch gut
klingen. Und da entsteht natürlich dann der tödliche Nachklang. Das ist
leider Natur gerade bei undgedämpften (nur kurz die haben eingebaute
Dämpfungsringe etc.) Fellen der Fall und der Grund, warum ich kein 16"
mehr spiele. Es ging mir nämlich auf'n Keks.



> Ja, Abkleben ist immer nur eine Extremmassnahme bei extremen Problemen,
> woher auch immer die stammen.

ACK.



> > Kleiner Nebensatz dazu: Auf der Musikmesse schaffen die das jedes Jahr
> > auch so, genial klingende Sets abzunehmen, die lebendig klingen und
> > garantiert nich abgeklebt werden.
>
> Richtig. Die stehen in einer meist temperaturstabilen Umgebung, wurden
> aufgestellt, aklimatisiert, ordentlich gestimmt von Leuten die Wissen
> was sie tun und es gab in Ruhe nen Soundcheck. Viele merkmale die bei
> Live-Gigfs oft nicht oder nur eingeschraenkt vorhanden sind. :-)

Achja... es könnte so schön sein...

> Eingeschraenkte Zustimmung. Wie gesagt, es darf nie das Set getoetet
> werden. Aber mit aufschwingenden 5 Sekunden Nachklank der Floor Tom
> kann man auch mit Gate nicht leben wenn sie relativ oft eingesetzt
> wird.

Naja, da kann man dann vielleicht etwas kleben... etwas...



> > Ich halte es gerade unter Drummen für eine Unsitte und ein riesiges
> > Mißverständnis, an den Trommeln rumzukleben, bis sie klingen, als wären
> > sie durch eine PA gegangen. Es Graus ist denen z.B. der Nachklang der
> > Toms. Der geht aber auf er Bühne ohne Mikors locker verloren und mit
> > Mikros landet er garantiert im Gate oder fällt auch nich auf.
>
> Jain. Man bekommt nicht jedes akustische Problem mit Gates in den
> Griff. Es gilt die goldene Mischerregel "man kann aus Scheisse nicht
> Gold machen (aber ganz schnell aus Gold Scheisse)".

Das ist mir klar. Deswegen bin ich ja auch für gutes Stimmen. Was aber
halt nicht heißen soll, daß man die Trommeln akustisch tötet.

> Wie gesagt: bzgl. "tot machen" sind wir absolut einer Meinung. Ich hab
> von Schlagzeug zu wenig Ahnung um wirklich beurteilen zu koennen wo
> so Problem-Toms herkommen... vielleicht auch falsches Stimmen.

Wie oben gesagt, auch falsches Stimmen. Viel ist es aber halt auch
einfach akustisch. Die Dinger klingen halt manchmal elend nach.
Erschwerend hinzu kommen unwissende Drummer.

Gruß Thomas


--
Do I contradict myself?
Very well then I contradict myself
(I am large, I contain multitudes)
Walt Whitman

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 30, 2003, 12:23:11 PM6/30/03
to
"Martin Bochmann" <supe...@feedbacksound.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1fxdlru.xhz0uor05uucN%supe...@feedbacksound.de...

> Werner "Soulmatic" Hammer <wer...@soulmatic.com> wrote:
>
> > Wie wahr , wie wahr! Die Band macht den Sound und nicht die PA! Die PA
kann
> > sie nur so gut wie möglich rüberbringen.
>
> Ach was. War es gut, war es die Band, war es schlecht, war es der
> Tonmann. Scheint ein ehernes Gesetz zu sein.
>
> Martin
>
Martin, dies habe ich nicht gesagt!
War es gut, war es die Band, war es schlecht war es auch die Band.
Es ist fast unmöglich eine gut klingende Band völlig klanglich zu
"vermischen".

Eine tight spielende Band, wo es schon in der Basis groovig zu geht, hat von
Natur aus einen guten Klang.

Ich erzähle hier vielleicht banales Zeug, aber die Band macht die Musik,
nicht die PA!

Spielen z.B. Drummer und Bassist nicht richtig zusammen, dann macht's
eigentlich keinen Sinn.
Vielmehr ist es so, daß je exakter die Rhythm Section timed umso prägnanter
die PA eingestellt
werden kann.


--
See you

Werner "Werner" Hammer
Soulmatic
fine'n phunky soul stuff
http://www.soulmatic.com


Matthias Mees

unread,
Jun 30, 2003, 1:47:56 PM6/30/03
to
supe...@feedbacksound.de (Martin Bochmann) wrote:

> Hm, hm. Letzen Mittwoch mußte ich beim Soundcheck den Basser meiner
> eigenen Band ziemlich zusammensch***en, weil er mit seiner Baßanlage
> mal wieder jenseits von gut und böse war.

Bass ist *nie* zu laut!!1

> Ick vasteh eh nicht, barum man in einem höchstens-200-Leute-Club
> 4x10er _plus_ 1x15er braucht.

Och, da gibt's mehrere Möglichkeiten...

- schnödes Dicksizing (ist Bassisten aber einklich eher fremd; wir haben
ja ohnehin den längsten)
- man weiß ja nie so recht, ob man in $LADEN eine Bierkiste zum
hochstellen geschnorrt kriegt
- leiser machen kann man ja immer noch (die sogenannte
"Bassisten-Ignoranz"; tritt verstärkt bei umgeschulten Gitarristen
auf)

Naja, und last not least zitiere ich mal Hartwig, den Bassisten unserer
Probenraummitbewohner, der neulich beim kollektiven Boxenschleppen vor
dem Gig meinte: "Siehste, und andere Leute geben hunderte von Euro im
Jahr für's Fitneßstudio aus..." (BTW: Bühneneingänge in Steilhanglage
gehören IMHO verboten!)

Gruß, Matthias

--
Rocker brauchen Bier zum Musik machen, gehören dann Braurezepte auch
hier rein?
- Lutz Bojasch in drmm

Andreas Jaeger

unread,
Jun 30, 2003, 3:01:42 PM6/30/03
to
Matthias Warkus schrieb:

> 28 Jun 2003 15:52:31 GMT, message by
> Adrian Knoth <a...@drcomp.erfurt.thur.de>:
> > Dann geht das zum Pult und dort wird der Sound für die PA fertig
> > gemacht. Im Aux-Weg kommt das Signal zurück. Für jeden Musiker
> > einzeln (separate Aux-Wege), nur dessen jeweiliges Instrument.
> > Auf der Bühne kann sich jeder einen Mix aus Stereo-Summe, Ticker
> > und seinem Aux-Kanal für das
>

> Was darf ich mir darunter denn vorstellen? Spielt ihr live mit
> Clicktrack? *grusel*

Es spielen viele live mit Click. Haben wir auch jahrelang gemacht fuer
die Samples und die paar Keyboardpassagen wegen derer sich kein
Keyboarder lohnt, die wir aber live nicht missen moechten. Da muss man
sich halt etwas konzentrieren aber voll bei der Sache zu sein hat noch
keinem Konzert geschadet ;)


Andreas
--
www.silent-lucidity.de / www.funkyflow.de
prog / cover

Niels Ott

unread,
Jun 30, 2003, 3:11:04 PM6/30/03
to
Martin Bochmann wrote:
> Ach was. War es gut, war es die Band, war es schlecht, war es der
> Tonmann. Scheint ein ehernes Gesetz zu sein.

"If you liked my music, I'm Kieran Halpin. If not, my name is David
Hasselhoff" (Kieran Halpin on Stage)

Niels

--
Je mehr Käse, desto mehr Löcher. Je mehr Löcher, desto weniger Käse. -> Je
mehr Käse, desto weniger Käse.
-> http://tomixyz.de/niels/ -> http://band.quexilver.de/

Erhard Schwenk

unread,
Jun 30, 2003, 4:13:10 PM6/30/03
to
Martin Bochmann wrote:


> Ick vasteh eh nicht, barum man in
> einem höchstens-200-Leute-Club 4x10er _plus_ 1x15er braucht.

Dahinter kann nur die Absicht, so viele Phasenverschiebungen wie möglich
zu erzeugen, stehen.

--
Erhard Schwenk

Akkordeonjugend Baden-Württemberg - http://www.akkordeonjugend.de
K-ITX Webhosting - http://webhosting.k-itx.net

Erhard Schwenk

unread,
Jun 30, 2003, 4:12:00 PM6/30/03
to
Robert Wachinger wrote:


> Als Amateur spiele ich nicht nur "fürs Publikum", sondern erst mal
> für mich selber. Dazu gehört dann aber auch das entsprechende
> Feedback durch die Leute ... (das natürlich ausbleibt, wenn die
> PA - sagen wir mal - "egozentrisch" eingestellt ist ;-))

Solang Du das in Deinem Keller machst und andere damit nicht belästigst
- kein Problem.

Spätestens, wenn das Publikum aber Eintritt bezahlt, hat es einen
Anspruch erworben, den Du gefälligst zu erfüllen hast, denn dafür wirst
Du bezahlt. Fürs "Für Dich selbst spielen" bezahlt Dich defakto niemand.

Werner "Soulmatic" Hammer

unread,
Jun 30, 2003, 4:25:56 PM6/30/03
to
"Andreas Jaeger" <ler...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:bdq157$vgtsp$1...@ID-50036.news.dfncis.de...
> Robert Wachinger schrieb:
> > Daniel Roesen <d...@bofh.de> wrote:
> > > Ich dachte Du spielst fuer ein Publikum?

> >
> > Als Amateur spiele ich nicht nur "fürs Publikum", sondern erst mal
> > für mich selber. Dazu gehört dann aber auch das entsprechende
> > Feedback durch die Leute ... (das natürlich ausbleibt, wenn die
> > PA - sagen wir mal - "egozentrisch" eingestellt ist ;-))
> >
> > "Fürs Publikum" wird z.B. die Bierzeltmusik auf dem Oktoberfest,
> > oder auch Schlagermusik, "Tanzmusik" usw. gespielt. Alles nichts, was
> > mich als Musiker so anspricht, daß ich sowas gerne spiele ...
> >
> > Eure Meinung dazu?
>
> Auch wenn's hart klingt: Musik ohne Publikum ist tot.
>
> Wenn ich fuer mich selber musizieren will kann ich das wunderbar und so
> oft ich will daheim. Ich kann auch mit den Jungs im Proberaum spielen um
> fuer mich diesen Bandsound zu haben. Alles wunderbar. Aber wenn ich
> auftrete, also mich einem Publikum stelle, und dann nicht zuerst ans
> Publikum denke - warum trete ich dann auf? Wozu will ich dann ein
> Publikum dahaben? Damit sie mich vergoettern, bewundern und verehren
> fuer meine Egoshow? (Nein - das war keine Unterstellung sondern ganz
> allgemein gesprochen)

Von meinem Standpunkt: um mich mit dem Publikum zu unterhalten.
Dies in der doppelten Bedeutung des Wortes.
Als Künstler teilt man sich dem Publikum mit. Man hat im musikalischen Sinne
etwas zu sagen. Und das Publikum sagt einem auch etwas (z.B. in Form von
tief fliegenden Tomaten, Bierflaschen oder ähnlichem :) Nach meinen
Erfahrungen waren die Konzerte immer am besten, wo wir am ehrlichsten zu uns
selbst und dem Publikum waren.
Ärgert man sich über etwas (ja, auch z.B. über den vermeintlichen schlechten
eigenen Sound), so wird das Publikum es spüren. Und die Frage ist dann halt
auch, ob man wirklich ein so guter Schauspieler ist, dies zu überdecken...
Gerade dann, wenn man FÜR das Publikum spielt, muß man sich selbst in einer
einigermassen guten mentalen Konstitution befinden.
Weshalb trennten/ und trennen sich denn so viele gute "profi"-Bands? Wenn's
nur um die Profession ginge, wäre es doch über Geld leicht zu regeln.
Es menschelt halt so wie an keiner andern Stelle wie auf der Bühne...
Die Stichworte sind ja auch schon gefallen: Respekt, Kommunikation klärende
Gespräche möglichst kein Aufschneiden - das macht das Leben, zumal im
Bühnenbereich leichter :)

Daniel Roesen

unread,
Jun 30, 2003, 4:43:07 PM6/30/03
to
* Thomas Brandt <tb.apo...@T-Online.de>:

> Wie oben gesagt, auch falsches Stimmen. Viel ist es aber halt auch
> einfach akustisch. Die Dinger klingen halt manchmal elend nach.
> Erschwerend hinzu kommen unwissende Drummer.

Meistens korrelliert "unwissender Drummer" recht gut mit "akustische
Probleme mit dem Drumkit". Mit den besten Drummern mit denen ich
bisher zusammengearbeitet habe, habe ich *nie* Stress gehabt. Am
EQ musste ich auch hoechstens Nuancen aendern. Gates um uebermaessiges
Nachwummern zu kappen? Nie. Toms die in der Abklingphase drei Ganztoene
abfallen? Nie. :-)


Gruss,
Daniel

Thomas Brandt

unread,
Jun 30, 2003, 4:54:13 PM6/30/03
to

"Daniel Roesen" schrieb:

> Meistens korrelliert "unwissender Drummer" recht gut mit "akustische
> Probleme mit dem Drumkit". Mit den besten Drummern mit denen ich
> bisher zusammengearbeitet habe, habe ich *nie* Stress gehabt.

Warum auch... die haben Ahnung...

> Am
> EQ musste ich auch hoechstens Nuancen aendern. Gates um uebermaessiges
> Nachwummern zu kappen? Nie. Toms die in der Abklingphase drei Ganztoene
> abfallen? Nie. :-)

Ähhm... *biooooong* meine Güte... wie bekommt man sowas hin? Meine
werden leiser... mehr nicht... wüßte nicht, wie man sowas hinbekommt...
da müßte sich die Fellspannung ändern.

Gruß Thomas


--
Zyniker: Ein Mensch, der wenn er
Blumen riecht, schon Ausschau
nach einem Sarg hält.
(Henry Louis Mencken)

Florian Laws

unread,
Jun 30, 2003, 4:42:01 PM6/30/03
to
In article <bdmc74$u78o1$3...@ID-60593.news.dfncis.de>, Holger Schmid wrote:
> Niels Ott schrieb:
>> Aber vielleicht liegt's auch daran, daß diverse Mischlinge
>> offenbar meinen, Keyboards wären zwar nett anzuschauen aber hören
>> müßte man die eigentlich nicht wirklich?!
>
> Die Hörbarkeit und !Hörbarkeit von Instrumenten im Mix lässt sich
> plausibel erklären, wenn man weiss welches Instrument der Mischer
> selbst spielt oder gerne spielen würde.

Oder was der Mischer nicht kennt.
Bei meiner Band (Metal mit Geigen&Oboen) beklagen sich die Leute
öfters, daß die Gitarre zu leise ist. Wir vermuten, dass viele Rockclub-
Mischer sich dann so auf die für die ungewohnten klassischen Instrumente
konzentrieren, dass sie die Gitarre ganz vergessen. :-)

Grüße,

Florian

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