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Orgel spielen lernen

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Hauke Dirksen

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Dec 10, 2003, 3:47:48 PM12/10/03
to
Ich habe gerade zufällig ein bisschen Orgelmusik von CD gehört und gedacht,
eigentlich wäre Orgel ein sehr interessantes Instrument.
Nun frage ich mich aber (zunächst mal rein theoretisch), wie man Orgel
spielen erlernt.
Wer bringt einem das bei? Und vor allem: Wie/wo/womit übt man? Man kann ja
nicht immer in der Kirche üben.
Über ein paar Antworten wäre ich sehr dankbar.
Viele Grüße
Hauke Dirksen


Marc Langer

unread,
Dec 10, 2003, 4:04:21 PM12/10/03
to
Am Wed, 10 Dec 2003 21:47:48 +0100 schrieb Hauke Dirksen:

> Nun frage ich mich aber (zunächst mal rein theoretisch), wie man Orgel
> spielen erlernt.
> Wer bringt einem das bei? Und vor allem: Wie/wo/womit übt man? Man kann ja
> nicht immer in der Kirche üben.

Doch, in der Regel übt man in der Kirche. Es gibt natürlich
elektronische Heimorgeln, aber die sind nicht empfehlenswert, da
sie einen zu leichten Anschlag haben (elektronischer Kontakt), im
Gegensatz zu den Tasten von Kirchenorgeln, die meist mit mechanischen
Verbindungen mit den Ventilen verbunden sind.

Unterricht kann man (ich kenne das jetzt nur von katholischer Seite)
z.B. bei den Regionalkirchenmusikern bekommen. Wer da für Dein Dekanat
zuständig ist, kann Dir bestimmt der Pfarrer beantworten. Außerdem
gibt es (wohl i.d.R. in Bistumsstädten) Kurse, die zum sogenannten
D-Musiker (nur Orgel) bzw. C-Musiker (Orgel und Chorleitung) ausbilden.

Evtl. kann ja noch jemand anders die Möglichkeiten auf evangelischer
Seite nennen (Jörn?).

Marc

Jörn Hänsch

unread,
Dec 10, 2003, 4:30:42 PM12/10/03
to
"Hauke Dirksen" <Hauke....@gmx.de> wrote:

>Ich habe gerade zufällig ein bisschen Orgelmusik von CD gehört und gedacht,
>eigentlich wäre Orgel ein sehr interessantes Instrument.
>Nun frage ich mich aber (zunächst mal rein theoretisch), wie man Orgel
>spielen erlernt.

Ohne Klavierkenntnisse läuft da eigentlich nichts - bevor man also
_wirklich_ Orgeln lernt, sind erstmal nur die Tasten dran. Zumindest
eine 2-stimmige Inventition von Bach sollte schon laufen - vorher
macht ein Spiel mit Pedal relativ wenig Sinn.

>Wer bringt einem das bei?

Grundsätzlich jeder hauptamtliche Kirchenmusiker - von Musikschulen
kann ich in diesem Bereich allerdings doch eher nur abraten.
Beide Kirchen bieten allerdings spezielle Kurse (sog. C- bzw. D-Kurs)
für Nachwuchsorganisten an, die meistens auch sehr stark
subventioniert werden; zumal Vertretungen und nebenamtliche
mittlerweile absolut Mangelware sind.

Aus praktischer Erfahrung kann ich dazu auch noch sagen: Such dir
einen Lehrer, der Orgelliteratur und Orgelimprovisation gleich
bewertet - grade letzteres fällt gerne unter den Tisch.

>Und vor allem: Wie/wo/womit übt man? Man kann ja
>nicht immer in der Kirche üben.

Der Großteil des Übepensums (Fingersatzschreiben, manualiter-Spiel)
läßt sich aber auch sehr gut am heimischen Klavier tätigen, was
übrigens auch für den Anschlag Sinn macht.
Zumal ordentliche Digitalorgeln im Bereich von 10k liegen, wird man
ansonsten doch tatsächlich in der Kirche üben müssen ;-)

Jörn

--
www.kirchenmugge.de -> die Seite zum ultimativen drmm-Treffen!
www.drm-machen.de -> FAQ von drmm

Jörn Hänsch

unread,
Dec 10, 2003, 4:52:30 PM12/10/03
to
Marc Langer <reply-...@marclanger.de> wrote:


>Unterricht kann man (ich kenne das jetzt nur von katholischer Seite)
>z.B. bei den Regionalkirchenmusikern bekommen. Wer da für Dein Dekanat
>zuständig ist, kann Dir bestimmt der Pfarrer beantworten. Außerdem
>gibt es (wohl i.d.R. in Bistumsstädten) Kurse, die zum sogenannten
>D-Musiker (nur Orgel) bzw. C-Musiker (Orgel und Chorleitung) ausbilden.
>Evtl. kann ja noch jemand anders die Möglichkeiten auf evangelischer
>Seite nennen (Jörn?).

Sieht ähnlich aus.

Den D-Schein als sog. "Eignunsnachweis" gibts übrigens auch für
Chor/Posaunenchor. Zumal das Niveau sehr gering ist (aka.:
"Hilfskirchenmusiker" ;-) ) und es keine D-Stellen gibt, wird dieser
kaum mehr angeboten - für eine Festanstellung braucht man eh idR. den
C-Schein und finanziell bringts auch nichts.

Grundsätzlich ist die Flächendeckung und die Stellensituation bei den
Evangelen weit besser - dafür können die Katholiken besser
improvisieren ;-)

Volker Gringmuth

unread,
Dec 10, 2003, 5:05:03 PM12/10/03
to
Hauke Dirksen (Hauke....@gmx.de) wrote:

> Ich habe gerade zufällig ein bisschen Orgelmusik von CD gehört und
> gedacht, eigentlich wäre Orgel ein sehr interessantes Instrument.

Das war mit Sicherheit nicht der schlechteste Gedanke Deines Lebens.

> Nun frage ich mich aber (zunächst mal rein theoretisch), wie man
> Orgel spielen erlernt.

Nun, mein Orgellehrer sagte immer: "Je übt, desto kann!" ...

(Das Produkt dieses Satzes mit -1 habe ich in meiner Laufbahn bereits
eindrucksvoll bewiesen.)

> Wer bringt einem das bei?

Einer, der es kann. Aber das hast Du Dir sicher schon gedacht. Dann
sagen wir: ein didaktisch begabter Kirchenmusiker.

> Und vor allem: Wie/wo/womit übt man?

Klavier. Klavier. Klavier. Wenn die Finger laufen, finden die Füße sich
schon zurecht. Da gibt's übrinx auch gute Techniken; aufs Geratewohl
irnkwo hinzustampfen gilt meist als noch geringfügig verbesserbare
Spieltechnik.

Dann muß man noch die Unterschiede zwischen Sechzehn-Fuß-Posaune, Acht-
Fuß-Prinzipal und Vierfach-Scharff lernen (klingt sonst komisch). Aber
das übernimmt der Lehrer auch gern.

> Man kann ja nicht immer in der Kirche üben.

Dochdoch, normalerweise tut man das. Vor der Einführung der
ekeltrischen Gebläse mußte man immer noch einen Bälgetreter dabei
haben, das war etwas lästig.

Albert Schweitzer hat auf der Tischkante das Manual geübt und dazu auf
dem Fußboden das Pedal emuliert - wohl nicht jedermanns Sache.

Ansonsten gibt's im Fachhandel Vollpedal-Elektronien mit der Aufschrift
Ahlborn oder Johannus oder so, die mittlerweile ganz annehmbar klingen
(wenngleich noch Lichtjahre vom Original entfernt) und in
handelsübliche Wohnzimmer passen.

Es gibt übrinx auch richtige Pfeifenorgeln, die in handelsübliche
Wohnzimmer passen. Entweder tragbar als "Positiv", dann aber ohne
Pedal, oder als schmucke Hausorgel mit 2,50 m Widerristhöhe. Aber diese
Investition schwebt Dir sicher noch nicht vor.


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

"Wann weiß man, dass man irgendetwas wirklich nicht versteht? Wenn das Geschrie-
bene nach ROT13 immer noch aussieht wie ROT13." (Torsten Melzener in hdc)

Dietmar Braun

unread,
Dec 10, 2003, 8:18:54 PM12/10/03
to
Jörn Hänsch schrub:

> Der Großteil des Übepensums (Fingersatzschreiben, manualiter-Spiel)

"Fingersatzschreiben" als "Grossteil"? Hab ich in meiner Ausbildung was
verpasst oder war nur mein A-Lehrer unkonventionell?

Egal, ich habs trotzdem zum C gebracht :)

Dietmar

Dietmar Braun

unread,
Dec 10, 2003, 8:24:05 PM12/10/03
to
Volker Gringmuth schrub:

> Klavier. Klavier. Klavier. Wenn die Finger laufen, finden die Füße sich
> schon zurecht. Da gibt's übrinx auch gute Techniken; aufs Geratewohl
> irnkwo hinzustampfen gilt meist als noch geringfügig verbesserbare
> Spieltechnik.

Bei mir wars irgendwie witzig: Meine erste Orgel-Lehrerin ist fast
verzweifelt und auch ich wollte fast schon aufgeben (obwohl ich die
Eignungspruefung bezueglich Klavier bestanden hatte), weil ich einfach
nach bereits 8 Jahren Klavierunterricht es nicht gebacken bekam, die
dritte Stimme (Pedal) unabhaengig zu den Haenden dazuzunehmen. Selbst
bei einfachsten Choraelen klappte das nicht.

Ploetzlich hats dann jedoch wie aus heiterem Himmel "klack" gemacht, und
dann lief alles wie am Schnuerchen. C-Pruefung cum laude, nur bin ich
der Empfehlung meines Lehrers, doch Kirchenmusik zu studieren, dann doch
nicht gefolgt :)

Diet"war wohl die richtige Entscheidung"mar

Rene Tschirley

unread,
Dec 11, 2003, 4:26:19 AM12/11/03
to
Dietmar Braun wrote:
> weil ich einfach
> nach bereits 8 Jahren Klavierunterricht es nicht gebacken bekam, die
> dritte Stimme (Pedal) unabhaengig zu den Haenden dazuzunehmen.

Darum kann ich die Aussage "Wenn die Finger laufen, finden die Füße sich
schon zurecht" auch nicht nachvollziehen. Ich nehme die zweite Hand ja
auch nicht erst dazu, wenn die erste "laeuft", sondern, wenn es beginnt,
gerade so zu klappen (natuerlich wird getrennt und zusammen geuebt). Beim
Pedal fand ich (auf der Elektrischen daheim) diese Vorgehensweise auch
nicht uebel, auch wenn ich damals fast nicht mit den Fuessen zum Boden
gekommen waere. Dann hat man halt drei Komponenten, die getrennt und
wechselseitig gemeinsam geuebt werden muessen, aber prinzipiell sehe ich
keinen Unterschied.

Und wer das Ueben am heimischen Klavier zulaesst, sollte das Ueben an der
heimischen Digitalen eigentlich aehnlich nutzbringend sehen.


Gruss,
Rene, allerdings auch nur Gelegenheitskirchenmusiker

--
Dipl.-Inform. René Tschirley http://www.cs.tu-berlin.de/~pooh
TU Berlin, Computer Graphics and Computer Assisted Medicine research group

Ole Hesprich

unread,
Dec 11, 2003, 12:07:56 PM12/11/03
to
Volker Gringmuth schrieb:

> Ansonsten gibt's im Fachhandel Vollpedal-Elektronien mit der Aufschrift
> Ahlborn oder Johannus oder so, die mittlerweile ganz annehmbar klingen
> (wenngleich noch Lichtjahre vom Original entfernt)

Da muss ich doch mal leicht relativierend eingreifen:

Dass so ein Elektronium im heimischen Wohnzimmer-Akustik i.d.R.
nicht klingt, das leuchtet ein. Wenn allerdings ein richtiger (!)
Kirchraum drum herum ist, dann klingt das schon wieder ganz
anders. Gleiches gilt, wenn das Wohnzimmer mit geeigneter
Akustik-Hardware ausgerüstet wird.

Ich habe neulich im Rahmen eines Projektes mal was elektronisches
in der großen Kirche (also einem "richtigen" Raum) installiert.
Der zufällig anwesende Orgelbauer war vom klanglichen Ergebnis
nicht nur sehr positiv überrascht, sondern auch ziemlich angetan.
Und DER sollte ja eigentlich wissen, wie eine "richtige" Orgel
klingen muss...:-)

Also bitte nicht immer alles über einen Kamm scheren und die
Elektronien nicht generell schlecht machen. Das stimmt so nicht
(mehr). In den letzten Jahren hat sich da technisch einiges
getan.

Und noch zum Thema "wabbeliger Anschlag": Es gibt genügend
"richtige" Orgeln mit elektrischer Spieltraktur. Sind die Orgeln
deshalb schlecht? Die heutigen Klaviaturen sind da schon ziemlich
gut geworden - und besser als im Winter in der kalten Kirche
übern ist's allemale. :-)

Grüße, Ole

--
Ole "MrPipe" Hesprich * www.hesprich.de * www.kantorei-noten.de

Hauke Dirksen

unread,
Dec 11, 2003, 1:26:35 PM12/11/03
to
Wie gesagt, das ganze war ja erstmal nur eine fixe Idee.
Vor allem hatte ich hauptsächlich daran gedacht, das als Hobby zu
betrachten. Ich spiele schon zwei Instrumente, und mir macht das Spielen
viel Spaß. Vor allem die Anfangsphase, da sind die Fortschritte immer so
initeressant, fnde ich gut.
Macht es überhaupt Sinn, Orgel nebenbei zu lernen?

Marc Langer

unread,
Dec 11, 2003, 5:35:25 PM12/11/03
to
Am Thu, 11 Dec 2003 10:26:19 +0100 schrieb Rene Tschirley:

> Dietmar Braun wrote:
> > weil ich einfach
>> nach bereits 8 Jahren Klavierunterricht es nicht gebacken bekam, die
>> dritte Stimme (Pedal) unabhaengig zu den Haenden dazuzunehmen.
>
> Darum kann ich die Aussage "Wenn die Finger laufen, finden die Füße sich
> schon zurecht" auch nicht nachvollziehen.

Ja, auch bei mir (ca. 7-8 Jahre Klavierunterricht gehabt) war es so,
dass ich anfangs ziemliche Probleme mit der Koordination Manual/Pedal
hatte. Aber ich habs mit viel üben (Manual alleine, Hände getrennt
jeweils mit Pedal zusammen, zum Schluss alles zusammen) dann relativ
schnell rausgekriegt.

Marc

Rene Tschirley

unread,
Dec 12, 2003, 4:22:58 AM12/12/03
to
Hauke Dirksen wrote:
> Macht es überhaupt Sinn, Orgel nebenbei zu lernen?

Ja, warum denn nicht? Nebenbei oder nicht, hauptberuflich oder privat, all
das drueckt hoechstens den Zeitaufwand aus, den Du aufbringen kannst.
Daraus kann jeder fuer sich ableiten, wie gut er wohl werden kann, denn
das Talent ist ja bei jedem unterschiedlich. Wenn Du nicht so viel Zeit
aufwenden kannst/magst, wird's halt vielleicht nicht unbedingt bis zu den
schwereren Stuecken reichen, aber wenn Du damit leben kannst, bei den
einfacheren zu bleiben...


Gruss,
Rene

Jörn Hänsch

unread,
Dec 12, 2003, 3:13:25 PM12/12/03
to
Dietmar Braun <braund...@gmx.de> wrote:

>Jörn Hänsch schrub:
>> Der Großteil des Übepensums (Fingersatzschreiben, manualiter-Spiel)
>"Fingersatzschreiben" als "Grossteil"? Hab ich in meiner Ausbildung was
>verpasst oder war nur mein A-Lehrer unkonventionell?

Es liegt natürlich auch am entsprechenden Übeverhalten - ich zumindest
habe früher solange am Klavier geübt, bis ich die Sachen rein
manualiter wirklich sicher beherrscht habe; erst dann bin ich an die
Orgel gegangen. Hat gut funktioniert, zumal man sich in der Kirche
dann nur noch auf das Pedal konzentrieren muss, weil der Rest schon
läuft.

Vielleicht lag es aber auch nur daran, daß das Klavier daheim immer
irgendwie in Reichweite war (konnte man also zu jeder Tag- und
Nachtzeit auch mal 5 Minuten duddeln) und ich sonst immer 20min bis
zur Kirche latschen musste ;-)

>Egal, ich habs trotzdem zum C gebracht :)

Mittlerweile habe ich meine Orgel in 3 Minuten Entfernung, mein
Klavier ist total verstaubt und ich arbeite nur noch mit "flexiblen"
Fingersätzen ("Daumenuntersatz - was ist das ?!?") - wird Zeit, daß
eine Übeorgel herkommt.

Jörn, nach über 12 Jahren Unterricht seinen A entgegenschauend ;-)

Jörn Hänsch

unread,
Dec 12, 2003, 3:16:15 PM12/12/03
to
Dietmar Braun <braund...@gmx.de> wrote:

>Ploetzlich hats dann jedoch wie aus heiterem Himmel "klack" gemacht, und
>dann lief alles wie am Schnuerchen. C-Pruefung cum laude, nur bin ich
>der Empfehlung meines Lehrers, doch Kirchenmusik zu studieren, dann doch
>nicht gefolgt :)
>Diet"war wohl die richtige Entscheidung"mar

Warum?

Jörn

Jörn Hänsch

unread,
Dec 12, 2003, 3:44:24 PM12/12/03
to
Rene Tschirley <po...@cs.tu-berlin.de> wrote:

>> weil ich einfach
>> nach bereits 8 Jahren Klavierunterricht es nicht gebacken bekam, die
>> dritte Stimme (Pedal) unabhaengig zu den Haenden dazuzunehmen.
>Darum kann ich die Aussage "Wenn die Finger laufen, finden die Füße sich
>schon zurecht" auch nicht nachvollziehen. Ich nehme die zweite Hand ja
>auch nicht erst dazu, wenn die erste "laeuft", sondern, wenn es beginnt,
>gerade so zu klappen (natuerlich wird getrennt und zusammen geuebt).

Zumindest der Anfänger kann sich eh nur auf eines konzentrieren - von
daher wirst du die zweite Hand auch erst dazunehmen können, wenn die
erste quasi schon ein "Selbstläufer" ist. Ähnlich ist es mit dem Pedal
- das nimmt man erst dazu, wenn die Hände demenstprechend laufen.

Ich bin natürlich kein Anfänger mehr;-), aber meiner Erfahrung nach:
"getrenntes Üben" macht eigentlich nur bei der entsprechenden Musik
Sinn. Darunter fällt alles, was eine wirklich unabhängige
Linienführung und entsprechende musikalische Gestaltung verlangt (z.B.
Triosonaten, Fugen).
Bei homophonen Sachen (also Choralsätze etc.) kann ich nur empfehlen,
grundsätzlich alles zusammen zu üben - und selbst, wenn es nur im
absoluten Zeitlupentempo ist! Das übt ungemein das "vertikale Lesen"
sowie das harmonische Verständniss.

Ansonsten: Siehe auch mein anderes Posting - was übrigens auch sehr
gut funktioniert: Beim Klavierspiel die Pedalstimme mitsingen ;-)

>Und wer das Ueben am heimischen Klavier zulaesst, sollte das Ueben an der
>heimischen Digitalen eigentlich aehnlich nutzbringend sehen.

Optimal wäre natürlich ein Pedalcembalo - das käme auch dem
Anschlagsverhalten der Orgel am ehsten entgegen :o)

Ich habe grundsätzlich nichts gegen Digitalorgeln - ich hätte ja auch
gerne ein vernünftiges Übeinstrument daheim *vbg*
Das Problem ist und bleibt einfach der Preis - los gehts ab 5k, mit
einer ordentlichen Austattung bist du schon schnell bei 10k ....
Einen Gebrauchtmarkt darunter gibt es faktisch nicht - und wenn, dann
gibt es dort nur Uralt-Orgel, die a) keine Druckpunkttastatur haben
und b) nicht midifiziert sind :-((
Ich bin allerdings grade dabei, mir für <2k selbst was zu basteln -
bei Bedarf kann ich gerne etwas ausführlicher berichten.

Ansonsten: Ich übe momentan ziemlich viel am Flügel. Nicht nur, weil
mein Examen bevorsteht - sondern vor allem auch, damit ich mir auf der
Orgel den Anschlag nicht versaue. Ein Klafünf bleibt in dieser
Hinsicht einfach unbestechlich ...

Jörn Hänsch

unread,
Dec 12, 2003, 4:03:22 PM12/12/03
to
"Hauke Dirksen" <Hauke....@gmx.de> wrote:

>Wie gesagt, das ganze war ja erstmal nur eine fixe Idee.
>Vor allem hatte ich hauptsächlich daran gedacht, das als Hobby zu
>betrachten. Ich spiele schon zwei Instrumente, und mir macht das Spielen
>viel Spaß. Vor allem die Anfangsphase, da sind die Fortschritte immer so
>initeressant, fnde ich gut.

Es hängt sehr stark von deiner Vorbildung ab, welche Fortschritte du
in der Anfangszeit machen wirst ;-))
Je mehr pianistische Vorbildung du hast, desto schneller wirds
sicherlich gehen - bist du "Totalanfänger" an den Tasten, solltest du
dich eher auf eine jahrelange "Saure-Gurken-Zeit" (mit viel
Klavierunterricht!) einstellen!

Und natürlich: Je jünger, desto besser. ;-)
Schon am Klavier braucht es ja schon _Jahre_, bis man mit beiden
Händen wirklich "unabhängig" spielen kann. Viele Orgel-Kollegen nehmen
hier - zurecht! - die 2- und 3-stimmigen Inventionen von Bach als
Maßstab. (Es gibt auch welche, die "Totalanfänger" unterrichten - das
gliedert sich aber meist in klassischen Klavierunterricht +
Pedalstudien ....)
An der Orgel hast du es oft mit 4-5 Stimmen und 3 Spielebenen zu tun -
da ist vor allem Körperbeherrschung und Koordination gefragt!

>Macht es überhaupt Sinn, Orgel nebenbei zu lernen?

Es macht immer Sinn, Orgel zu lernen ;-) - ich will dir das auch auf
keinen Fall verleiden!
Die Orgel gehört allerdings zu den Instrumenten, die die meiste
Unabhängigkeit des Körpers fordern - und das ist allerdings alles
andere als einfach. Allerdings: Wenn man die schwierige Anfangsphase
erstmal überwunden hat, macht die "Königin der Instrumente" mit
Garantie süchtig! ;-))

Jörn ;-)

Marc Langer

unread,
Dec 12, 2003, 4:10:24 PM12/12/03
to
Am Fri, 12 Dec 2003 22:03:22 +0100 schrieb Jörn Hänsch:

> An der Orgel hast du es oft mit 4-5 Stimmen und 3 Spielebenen zu tun -
> da ist vor allem Körperbeherrschung und Koordination gefragt!

Gemein ist auch abgesetzter cantus firmus, der zusammen mit den anderen
Stimmen im selben System notiert ist. Was habe ich mich da anfangs
schwer getan (und tue es teilweise heute noch), die Oberstimme des
oberen Systems mit der rechten Hand zu spielen, die Unterstimme des
oberen zusammen mit der Oberstimme des unteren Systems mit der linken
Hand und die Unterstimme mit dem Pedal. Klar, alles nur eine
Notationsfrage, aber anfangs sehr verwirrend.

Marc

Jörn Hänsch

unread,
Dec 12, 2003, 4:52:52 PM12/12/03
to
Ole Hesprich <unet...@utra.net> wrote:

Hallo, Ole + Andere! ;-)

>Dass so ein Elektronium im heimischen Wohnzimmer-Akustik i.d.R.
>nicht klingt, das leuchtet ein. Wenn allerdings ein richtiger (!)
>Kirchraum drum herum ist, dann klingt das schon wieder ganz
>anders. Gleiches gilt, wenn das Wohnzimmer mit geeigneter
>Akustik-Hardware ausgerüstet wird.

FACK!
Unter 4-5 guten Boxen im Wohnzimmer/Büro geht da tatsächlich rein
garnichts - aber wer hat schon das Glück, eine "Kathedrale" wie du
sein Eigen zu nennen? ;-))

BTW: Wie ist eigentlich die "Abstrahlung" in deinem Wohnzimmer
aufgebaut?

>Ich habe neulich im Rahmen eines Projektes mal was elektronisches
>in der großen Kirche (also einem "richtigen" Raum) installiert.
>Der zufällig anwesende Orgelbauer war vom klanglichen Ergebnis
>nicht nur sehr positiv überrascht, sondern auch ziemlich angetan.
>Und DER sollte ja eigentlich wissen, wie eine "richtige" Orgel
>klingen muss...:-)

War das dein "selbstkonfigurierter" Ahlborn-Sampler?
Zumindest die Wirkung von dem 32" würde mich ja doch gerne mal
interessieren ;-)
(Bin da doch ziemlich skeptisch bezüglich der Lautsprecher!)

>Also bitte nicht immer alles über einen Kamm scheren und die
>Elektronien nicht generell schlecht machen. Das stimmt so nicht
>(mehr). In den letzten Jahren hat sich da technisch einiges
>getan.

Ich habe bei den bisherigen 3 KiMus jeweils eine Hammonmdorgel in
verschiedenen Kirchräumen hören dürfen - wenn auch sicherlich nicht
auf "dem aktuellen Stand der Technik", kommen selbst diese in einem
entsprechenden Raum schon erstaunlich nah an das Orginal ran!
(Was ja auch die ursprüngliche Intention dieser Instrumente war...)

Ich habe grade das Problem, daß ein Register ("Dulcian 16") meiner
18-Register-Orgel praktisch nicht mehr stimmbar/intonierbar und damit
quasi "unbrauchbar" ist.
Wenn ich den entsprechenden Kirchenraum dafür hätte, würde ich statt
Austausch auch eher zu einer Midifizierung + Expanderlösung neigen...

Mal schaun :-/

>Und noch zum Thema "wabbeliger Anschlag": Es gibt genügend
>"richtige" Orgeln mit elektrischer Spieltraktur. Sind die Orgeln
>deshalb schlecht?

Ja! ;-)))

Im Herforder Münster steht zum Beispiel ein IV/60(?)-Schinken mit
elektrischer Manaltraktur und pneumatischer(?) Pedaltraktur aus den
50ern.
Grundsätzlich ja nicht verkehrt - aber wenn das Dingen (die größte
Orgel hier in der Umgebung überhaupt!) auch noch eine absolut ätzende
reine Neobarock-Disposition hat, Pedal und Manuale unterschiedliche
Ansprechszeiten haben und der Münster auch noch Überakkustik hat,
finde ich das ganze schon ein ziemliches Verbrechen!
Da gehört eigentlich eine französisch-romantische hin - dann wäre ja
auch alles soweit OK ;-)))

Soweit ich mich erinnere, haben von den Herforder Studenten in den
letzten 10 Jahren grade mal 2 dort ihr Examen gespielt - zu Recht. Die
meisten bevorzugen halt doch die "mechanische" Variante. Und
mittlerweile gibt es ja auch genügend Tricks, selbst wirklich große
Orgeln mit Barkerhebel, elektrischen Koppeln etc. spielbar zu halten
...

Auch wenn die elektrische Traktur natürlich Reger, Widor und Konsorten
entgegenkommt - es wäre doch schon nett, wenn dann auch die
entsprechende Orgel dahinter steht ;-)

>Die heutigen Klaviaturen sind da schon ziemlich
>gut geworden - und besser als im Winter in der kalten Kirche
>übern ist's allemale. :-)

Dem stimme ich dir voll und ganz zu - zumindest die zweimanualige
Fassung (mit Druckpunkt!) ist mir quasi schon sicher ;-)
Je nach Spendenaufkommen der lieben Verwandtschaft zu Geburtstag und
Weihnachten ist evt. auch die dreimanualige drin ...

Hast du übrigens Holztasten?
Wenn ja: Wie wichtig schätzt du diese fürt das "Spielgefühl" ein???
(Kosten ja locker 400€ pro Manual ...)

Jörn

Rene Tschirley

unread,
Dec 13, 2003, 11:09:38 AM12/13/03
to
Jörn Hänsch wrote:

> Ich habe grundsätzlich nichts gegen Digitalorgeln - ich hätte ja auch
> gerne ein vernünftiges Übeinstrument daheim *vbg*
> Das Problem ist und bleibt einfach der Preis - los gehts ab 5k, mit
> einer ordentlichen Austattung bist du schon schnell bei 10k ....

Ich meinte nicht _so_ eine Digitalorgel (sowas haette ich auch gern,
*jammer*), sondern eher die Kategorie "Heimorgel". Jaja, ist natuerlich
nicht das gleiche (Pedale sind zu wenig und viel zu kurz, Manuale sind
viel zu klein und zu versetzt angeordnet, Tasten viel zu leichtgaengig und
der Klang viel zu schlecht und sehr bescheiden in der Auswahl), aber es
ist eine preiswerte Moeglichkeit, den Anfaenger in die Lage zu versetzen,
seine taeglichen 20 - 30 Minuten daheim zu ueben -- und gerade zu Anfang
sollte das imho schon sein.

> Ich bin allerdings grade dabei, mir für <2k selbst was zu basteln -
> bei Bedarf kann ich gerne etwas ausführlicher berichten.

*seufz*

Ich denke auch schon darueber nach, ob es sich lohnt, ein Pedal selbst zu
bauen. Die Preise sind ja wirklich ziemlich unsachlich. Dummerweise kommt
man an einem Expander mit ebenfalls unsachlichen Preisen wohl nicht rum.
Oder hat jemand positive Erfahrungen mit 'Hauptwerk' zu berichten?

> Ansonsten: Ich übe momentan ziemlich viel am Flügel.

*schluchtz*


Gruss,
Rene, mit viel zu wenig Kohle und viel zu wenig Platz daheim.

Ole Hesprich

unread,
Dec 13, 2003, 12:18:24 PM12/13/03
to
Jörn Hänsch schrieb:

> BTW: Wie ist eigentlich die "Abstrahlung" in deinem Wohnzimmer
> aufgebaut?

Moin Jörn,

Zwei Boxen für vorn, zwei für hinten und ein Subwoofer.
Dazwischen dann noch das RSS, das den Raumklang errechnet und
noch ein Mischpult, um auch das Original-Signal wieder mit
einzuschleifen.

> War das dein "selbstkonfigurierter" Ahlborn-Sampler?

Ja, der macht sich ziemlich gut. Probleme gibt es eigentlich nur,
wenn man die Boxen bis zum Anschlag aufreißt und bestimmte
Registerkombinationen spielt. Da dröhnt es dann schon mal etwas -
was aber teilweise auch von Reflektionen aus dem Raum kommen
kann. Ich bin mir aber sicher, dass sich das durch Intonation
noch etwas beheben lässt - bin ja noch nicht ganz fertig damit.

Nach Abschluss der Testreihe (einige Konzerte, Gottesdienste
etc.) kommt dann ein ganz ausführlicher Bericht in die
Kirchenmusik-Liste.

Heute habe ich gerade ein langes Kabel vom hohen Chor zur
Orgelempore gelegt. Jetzt kann ich das Teil auch als Fernwerk
spielen. Kommt auch gut, gleichzeitig auf beide zuzugreifen, z.B.
die Hautbois aus der Chororgel als Solo-Zunge zu verwenden. Man
muss sich nur an die Verzögerung gewöhnen, mit der man am
Hauptspieltisch zu kämpfen hat. Die Kirche ist doch recht
groß..:-)

> Zumindest die Wirkung von dem 32" würde mich ja doch gerne mal
> interessieren ;-)
> (Bin da doch ziemlich skeptisch bezüglich der Lautsprecher!)

Kommt ziemlich gut 'rüber! Spätestens Ende Oktober kannst du dich
ja selbst davon überzeugen. :-)

Du darfst selbstverständlich auch gern mal vorher kommen.

BTW: Wir könnten dann auch gern was für zwei Orgeln mit ins
Programm aufnehmen!

> Ich habe grade das Problem, daß ein Register ("Dulcian 16") meiner
> 18-Register-Orgel praktisch nicht mehr stimmbar/intonierbar und damit
> quasi "unbrauchbar" ist.

Ich sach ja: midifizieren, die Kiste, und dann mit schönen
Solostimmen ergänzen! :-)

> Da gehört eigentlich eine französisch-romantische hin - dann wäre ja
> auch alles soweit OK ;-)))

Ich empfehle meine französisch-romantische Chororgel! :-)

> Dem stimme ich dir voll und ganz zu - zumindest die zweimanualige
> Fassung (mit Druckpunkt!) ist mir quasi schon sicher ;-)
> Je nach Spendenaufkommen der lieben Verwandtschaft zu Geburtstag und
> Weihnachten ist evt. auch die dreimanualige drin ...

Ich bräuchte noch ein kleines kompaktes Manual/Keyboard, dass auf
dem Notenpult Platz hat...

> Hast du übrigens Holztasten?

Nein.

> Wenn ja: Wie wichtig schätzt du diese fürt das "Spielgefühl" ein???
> (Kosten ja locker 400€ pro Manual ...)

Muss ich nicht haben. Dann lieber ein paar Spielhilfen mehr...

Dietmar Braun

unread,
Dec 14, 2003, 12:22:47 PM12/14/03
to
Jörn Hänsch schrub:
> Warum?

Mein Lehrer war sehr gut und wirklich ein Profimusiker. Dementsprechend
war er auch gefragt und oft im Stress. Ich habe ihm bei manchem Konzert
umgeblaettert und dabei gesehen, wie er oft schlecht vorbereitet war
oder auch mal improvisiert hat. Ob das aus Zeitmangel oder Lustlosigkeit
geschah weiss ich nicht, jedoch war er zeitweise so eingespannt, dass
ich selbst merkte, dass seine Motivation darunter leidet.

Ich selbst habe deshalb schon waehrend der Schlussphase (sprich
Vorbereitung auf die C-Pruefung) meine Lehre daraus gezogen und mir
vorgenommen, dass die Musik als mein Haupthobby auch ein Hobby bleiben
muss, um mir als Ausgleich zu dienen. Ich mochte/moechte nicht, dass
dies irgendwann zu den beim Lehrer von mir beobachteten Effekten fuehrt.

Das muss wohl jeder selber wissen. Ich glaube jedenfalls, dass es fuer
mich die richtige Entscheidung war. Meine alte Gemeinde und ich freuen
uns jedenfalls schon auf Weihnachten, wenn ich nach langer Abstinenz
dort mal wieder die Orgel quaele :)

Gruesse,
Dietmar

Jörn Hänsch

unread,
Dec 14, 2003, 3:40:40 PM12/14/03
to
Rene Tschirley <po...@cs.tu-berlin.de> wrote:

[Übeorgeln]


>> Ich bin allerdings grade dabei, mir für <2k selbst was zu basteln -
>> bei Bedarf kann ich gerne etwas ausführlicher berichten.

>Ich denke auch schon darueber nach, ob es sich lohnt, ein Pedal selbst zu
>bauen. Die Preise sind ja wirklich ziemlich unsachlich.

Selbstbauen lohnt definitiv nicht - außer du bist gelernter Schreiner
;-))

Es lohnt sich allerdings, mal beim Orgelbauer nach einem ausrangierten
Pedal zu fragen - meins geht zwar leider nur bis d´ :-/, ist aber
dafür aber doppelt geschweift. Kostenpunkt: 75,- EUR inkl.
höhenverstellbarer Orgelbank ;-) Nach Weihnachten wird das Dingen noch
mal komplett neu lackiert, mit neuen Filzen bezogen, mit Kontakten
ausgestattet und mit zusätzlichen Federn versehen, um die fehlende
Traktur auszugleichen.

In Verbindung mit einem Döpfer MT32 (99,- EUR) und einem guten
E-Piano/Masterkeyboard hätte man da also schon für >200 EUR eine IMHO
ziemlich brauchbare Lösung - auch für einen Anfänger!

Ich werde mir wohl nach Weihnachten einen zweimanualigen Tastaturblock
der Fa. Hoffrichter zulegen: klein, kompakt, mit Druckpunkt,
integrierten Pedalanschluss und virtuellen 3 Manual (wichtig für
Registersteuerung!). Kostet zwar auch 1k - ist aber gegenüber
Selbstbau oder Midifizierung einer alten Orgel absolut
konkurrenzlos...

>Dummerweise kommt
>man an einem Expander mit ebenfalls unsachlichen Preisen wohl nicht rum.

Ich selbst kenne nur die Ahlborn-Dinger, die bei etwa 1k liegen. Ole
hat mir aber letztens zugeflüstert, daß es in der Preisklasse
mittlerweile allerdings auch was von Rodgers gibt ;-)
Ansonsten: Wenn du nicht unbedingt eine "Stand-alone"-Lösung brauchst,
würde ich in solche Hardware momentan nicht investieren!

>Oder hat jemand positive Erfahrungen mit 'Hauptwerk' zu berichten?

Yep! ;-)
Klanglich natürlich _1a_ - eine gute HiFi-Anlage vorausgesetzt.
Du kannst zwar nicht den ganzen Schnickschnack wie Intonation,
Ansprache, Werke/Laden etc. einstellen, dafür sind die Samples aber
eben auch wesentlich authentischer. Hört sich fast wie auf CD an ;-)

Hauptproblem dürften die imensen Hardwareanforderungen sein - die
größte Orgel (II/30?) des Paketes benötigt in der Stereo-Version
immerhin 1,5GB(!) Ram. Aber auch die kleineren (alle auch in Mono
erhältlich) sind allerdings auch schon _sehr gut_ anhörbar.
Ansonsten: Clipping und Latenz. Gegen ersteres hilft ein fixer
Prozessor, gegen zweiteres nur eine gute Soundkarte :-/

Was auch noch nicht gut gelöst ist, ist die Einbindungen der
Registersteuerung und Spielhilfen (momentan alles über "Note on/off").
Da soll sich in der nächsten Version wohl noch einiges tun.
Ansonsten hat mir der Herr Hoffrichter am Telefon erzählt, daß die
sehr eng mit den Hauptwerkt-Enwicklern zusammenarbeiten und auf der
nächsten Musikmesse was entsprechendes vorstellen wollen ;-)

Man darf sehr gespannt sein, wie sich das alles in den nächsaten
Jahren weiterentwickeln wird!

>> Ansonsten: Ich übe momentan ziemlich viel am Flügel.
>*schluchtz*

Tröste dich: Ist nicht meiner :o)

> Rene, mit viel zu wenig Kohle und viel zu wenig Platz daheim.

Jörn, dito :-/

Jörn Hänsch

unread,
Dec 14, 2003, 4:02:11 PM12/14/03
to
Ole Hesprich <unet...@utra.net> wrote:

Moin Ole!

>> BTW: Wie ist eigentlich die "Abstrahlung" in deinem Wohnzimmer
>> aufgebaut?

>Zwei Boxen für vorn, zwei für hinten und ein Subwoofer.

Echte "Quadrophonie" oder nur Stereo?

>Dazwischen dann noch das RSS, das den Raumklang errechnet und
>noch ein Mischpult, um auch das Original-Signal wieder mit
>einzuschleifen.

Was zum Dübel ist "RSS"?!?

>> Zumindest die Wirkung von dem 32" würde mich ja doch gerne mal
>> interessieren ;-)
>> (Bin da doch ziemlich skeptisch bezüglich der Lautsprecher!)
>Kommt ziemlich gut 'rüber! Spätestens Ende Oktober kannst du dich
>ja selbst davon überzeugen. :-)

Ich bin wirklich gespannt! ;-)

>> Ich habe grade das Problem, daß ein Register ("Dulcian 16") meiner
>> 18-Register-Orgel praktisch nicht mehr stimmbar/intonierbar und damit
>> quasi "unbrauchbar" ist.
>Ich sach ja: midifizieren, die Kiste, und dann mit schönen
>Solostimmen ergänzen! :-)

*seufz*

Im Moment ist hier leider nicht viel zu holen - alle stecken im
Fusionsfieber :-/
"Böse Zungen" nach kriegen wir eh in 5-10 Jahren eine neue Orgel -
wenn das Gemeindezentrum der Nachbargemeinde in eine Turnhalle o.ä.
umgewandelt wird :-O

Im Übrigen: Bielefeld Altstadt ist ab März frei ;-)
Ist nur fraglich, was von den bisherigen 80%A letztendlich übrigbleibt
:-((

Sei nur froh, daß du nicht in der westfälischen Landeskriche tätig
bist ;-)

>> Da gehört eigentlich eine französisch-romantische hin - dann wäre ja
>> auch alles soweit OK ;-)))
>Ich empfehle meine französisch-romantische Chororgel! :-)

Für ´nen ordentliches Examen definitiv zu klein :o)
Kannst du das nicht mal eben auf IV/80 ausbauen? *vbg*

>> Dem stimme ich dir voll und ganz zu - zumindest die zweimanualige
>> Fassung (mit Druckpunkt!) ist mir quasi schon sicher ;-)
>> Je nach Spendenaufkommen der lieben Verwandtschaft zu Geburtstag und
>> Weihnachten ist evt. auch die dreimanualige drin ...
>Ich bräuchte noch ein kleines kompaktes Manual/Keyboard, dass auf
>dem Notenpult Platz hat...

Hoffrichter hat auch eine einmualige Fassung für 500 EUR im Angebot!
;-) Ruf dort doch einfach mal an?!? Sehr ungewöhnlicher Akzent, aber
IMHO sehr kompetente Beratung ...
Vielleicht können die dir auf Wunsch was stricken!

>> Wenn ja: Wie wichtig schätzt du diese fürt das "Spielgefühl" ein???
>> (Kosten ja locker 400€ pro Manual ...)
>Muss ich nicht haben. Dann lieber ein paar Spielhilfen mehr...

Immer diese elendigen Romantiker! :-}

Jörn ;-)

Jörn Hänsch

unread,
Dec 14, 2003, 4:23:30 PM12/14/03
to
Dietmar Braun <braund...@gmx.de> wrote:

Hallo, Dietmar!

>> Warum?
>Mein Lehrer war sehr gut und wirklich ein Profimusiker. Dementsprechend
>war er auch gefragt und oft im Stress. Ich habe ihm bei manchem Konzert
>umgeblaettert und dabei gesehen, wie er oft schlecht vorbereitet war
>oder auch mal improvisiert hat. Ob das aus Zeitmangel oder Lustlosigkeit
>geschah weiss ich nicht, jedoch war er zeitweise so eingespannt, dass
>ich selbst merkte, dass seine Motivation darunter leidet.

Das ist aber wahrscheinlich letzendlich sein eigenes, persönliches
Problem ;-))
Der große Vorteil am Beruf des Kirchenmusikers ist nun mal die eigene
Selbstständigkeit. Es kann eigentlich jeder selbst entscheiden,
wieviel er sich selbst zumutet und wie er diese Arbeit inhaltlich
füllt. Auch wenn die Bezahlung natürlich nicht super ist - man ist
aber sicherlich nicht auf "Deubel-komm-raus" finanziell auf
irgendwelche Konzertmuggen angewiesen! (Unterricht ist eh deutlich
lukrativer *bg*)

>Ich selbst habe deshalb schon waehrend der Schlussphase (sprich
>Vorbereitung auf die C-Pruefung) meine Lehre daraus gezogen und mir
>vorgenommen, dass die Musik als mein Haupthobby auch ein Hobby bleiben
>muss, um mir als Ausgleich zu dienen. Ich mochte/moechte nicht, dass
>dies irgendwann zu den beim Lehrer von mir beobachteten Effekten fuehrt.

Hhmm....
Ich spiele selbst z.B. supergerne Konzerte - die motivieren mich zum
Üben und schaffen eine gewisse Befriedigung, wenn es dann endlich
vorbei ist ;-)
Auf der anderen Seite darf ich mich aber auch nicht wundern, wenn ich
z.B. im November/Dezember richtig Streß bekomme, während ich im Sommer
6 Wochen auf der faulen Haut gelegen habe ...
Das Stichwort heißt: Zeitmanagment!


Letztens hatte ich übrigens ein sehr nettes Gespräch mit meinem
Orgellehrer: Der hat früher auch ziemlich viel Konzerte gedaddelt und
LP´s ohne Ende gemacht etc.; jetzt steht er kurz vor der Rente und
spielt, wenns hochkommt, noch maximal 3-4 im Jahr. (Die haben es
allerdings in sich und sind äußerst hohrenswert!)

Zwei Aussagen von ihm:
"Mit der Alter bekommt man einfach eine sehr starke Ehrfurcht vor der
Materie."
"Was soll man nach einer h-Moll-Messe mit einem Chor noch machen?"

Ich finde, daß das Bände spricht ...

>Das muss wohl jeder selber wissen. Ich glaube jedenfalls, dass es fuer
>mich die richtige Entscheidung war. Meine alte Gemeinde und ich freuen
>uns jedenfalls schon auf Weihnachten, wenn ich nach langer Abstinenz
>dort mal wieder die Orgel quaele :)

Viel Spass!
(Obwohl ich Weihnachtsgottesdienste ziemlich undankbar finde - vor
allem, wenn man noch nicht mal auf der Orgelempore mehr seine Ruhe hat
...)

Jörn ;-)

Rene Tschirley

unread,
Dec 15, 2003, 5:52:56 AM12/15/03
to
Jörn Hänsch wrote:
> Selbstbauen lohnt definitiv nicht - außer du bist gelernter Schreiner

Aeh, nein, bin ich nicht. Aber die Pedale gedachte ich auch nicht selbst
zu basteln. Wollte vorher mal bei Schuke vorbeiduesen, ob die vielleicht
etwas Abfall fuer mich haben oder "guten" Abfall fuer mich produzieren
koennen. D.h. den mechanischen Aufbau wollte ich vorgefertigt in Teilen
erwerben. :-D

> Pedal zu fragen - meins geht zwar leider nur bis d´ :-/, ist aber
> dafür aber doppelt geschweift. Kostenpunkt: 75,- EUR inkl.

*lechtz*
[x] auchhabenwill

> höhenverstellbarer Orgelbank

Hmm, meine habe ich schon seit fast 20 Jahren (Qualitaetsarbeit, sieht aus
wie neu). Irgendwie haenge ich dran.

> Ich werde mir wohl nach Weihnachten einen zweimanualigen Tastaturblock
> der Fa. Hoffrichter zulegen: klein, kompakt, mit Druckpunkt,

Ok, das waere dann die naechste Ebene. Eine Stufe nach der anderen :-)

[Hauptwerk]


> Hauptproblem dürften die imensen Hardwareanforderungen sein - die
> größte Orgel (II/30?) des Paketes benötigt in der Stereo-Version
> immerhin 1,5GB(!) Ram. Aber auch die kleineren (alle auch in Mono
> erhältlich) sind allerdings auch schon _sehr gut_ anhörbar.

Ja, sowas schrieb der Autor ja auch schon. Interessant waere eine Tabelle
in der Art "Orgel / noetiger Speicher / minimale CPU / sinnvolle CPU", so
dass ich abschaetzen kann, was mein Duron 1300 bringt. Das wuerde die
Auswahl schon beeinflussen, denn wenn ich mir erst noch einen neuen
Computer kaufen muss, ist ein Expander nicht mehr viel teurer.

> Du kannst zwar nicht den ganzen Schnickschnack wie Intonation,
> Ansprache, Werke/Laden etc. einstellen, dafür sind die Samples aber
> eben auch wesentlich authentischer.

Das wundert mich eigentlich. Ich ging von der Annahne aus, die Ahlborns
wuerden schon ein klanglich beeindruckendes Erlebnis vermitteln -- auch
wenn man ab und an an einer echten Orgel sitzt?

> Ansonsten: Clipping und Latenz. Gegen ersteres hilft ein fixer
> Prozessor, gegen zweiteres nur eine gute Soundkarte :-/

*seufz* Auch wieder so eine unscharfe Aussage. Was ist eine gute
Soundkarte? Meine Turtle Beach Tahiti hat mich bislang noch nie im Stich
gelassen und ist der Grund fuer den ISA-Slot auf meinem Motherboard.
Damals war sie vergleichsweise eine echt gute Soundkarte. Aber heute? Den
ganzen Schnickschnack mit 8fach I/O braucht doch keine Sau (wenn man ein
Mischpult hat) und digitale Leitungen habe ich eh nicht. Und wo bekommt
man schon eine Uebersicht ueber Latenz und Klangverhalten der Karten in
der Uebersicht? *seufz*

> Ansonsten hat mir der Herr Hoffrichter am Telefon erzählt, daß die
> sehr eng mit den Hauptwerkt-Enwicklern zusammenarbeiten und auf der
> nächsten Musikmesse was entsprechendes vorstellen wollen ;-)


Hmm, vielleicht fahr ich doch hin :-D


Gruss,
Rene

Ole Hesprich

unread,
Dec 15, 2003, 6:59:42 AM12/15/03
to
Jörn Hänsch schrieb:

> >Zwei Boxen für vorn, zwei für hinten und ein Subwoofer.
>
> Echte "Quadrophonie" oder nur Stereo?

Moin Jörn, in der Preisklasse natürlich echte Quadrophonie. Würde
ja auch anders wenig Sinn machen...:-)

> Was zum Dübel ist "RSS"?!?

Guckst du hier:
http://www.rolandmusik.de/seiten/produkte/produkte_2000/rss-303/RSS-303.htm

> >Ich empfehle meine französisch-romantische Chororgel! :-)
>
> Für ´nen ordentliches Examen definitiv zu klein :o)

Ist ja auch nur die Chororgel - und dafür recht ordentlich
bestückt (mit 32' etc.). Die Hauptorgel hat auch nur 26 Register,
ist dafür deutsch-(früh-)romantisch. Eine gute Kombination, zumal
beide optimal aufeinander abgestimmt sind. :-)

> Kannst du das nicht mal eben auf IV/80 ausbauen? *vbg*

Wäre durchaus denk- und machbar. Allerdings bräuchte ich dann
wirklich noch einen größeren Spieltisch, oder so einen
dreimanualigen Block, auf den man die Werke dann entsprechend
verteilt.

> Hoffrichter hat auch eine einmualige Fassung für 500 EUR im Angebot!

Ja schon, aber wenn schon neue Klaviatur, dann auch richtig. Und
dann wäre der dreimanualige schon recht schön - allerdings auch
entsprechend teurer. Und Pedal ist dann ja auch noch nicht
dabei...

> ;-) Ruf dort doch einfach mal an?!? Sehr ungewöhnlicher Akzent, aber
> IMHO sehr kompetente Beratung ...

Ich habe mit denen schon auf der Musikmesse gesprochen und werde
beim nächsten Mal sicherlich auch dort wieder vorbei schauen.

> Vielleicht können die dir auf Wunsch was stricken!

Denkbar. Muss aber erst mal wieder etwas sparen...

> Immer diese elendigen Romantiker! :-}

Klar - was sonst? ;-)

Ole Hesprich

unread,
Dec 15, 2003, 7:01:58 AM12/15/03
to
Rene Tschirley schrieb:

> Ich ging von der Annahne aus, die Ahlborns wuerden schon ein
> klanglich beeindruckendes Erlebnis vermitteln -- auch wenn man
> ab und an an einer echten Orgel sitzt?

Moin Rene,

das tun sie. Immer vorausgesetzt, die Klangabstrahlung ist
optimal gelöst und der Raum hat entsprechende akustische
Voraussetzungen. In trockenen Räumen muss man sich ggfs.
technischer Hilfsmittel bedienen. Der eingebaute Hall dieser
Instrumente ist nur in den seltensten Fällen wirklich
brauchbar...

Jörn Hänsch

unread,
Dec 15, 2003, 3:44:36 PM12/15/03
to
Rene Tschirley <po...@cs.tu-berlin.de> wrote:

>> Selbstbauen lohnt definitiv nicht - außer du bist gelernter Schreiner
>Aeh, nein, bin ich nicht. Aber die Pedale gedachte ich auch nicht selbst
>zu basteln. Wollte vorher mal bei Schuke vorbeiduesen, ob die vielleicht
>etwas Abfall fuer mich haben oder "guten" Abfall fuer mich produzieren
>koennen. D.h. den mechanischen Aufbau wollte ich vorgefertigt in Teilen
>erwerben. :-D

IMHO werden Pedale auch heute noch größtenteils per Hand bearbeitet!
Wenn du dir mal ein doppelt geschweiftes anguckst, weißt du auch,
wieso ...

>[Hauptwerk]
>> Hauptproblem dürften die imensen Hardwareanforderungen sein - die
>> größte Orgel (II/30?) des Paketes benötigt in der Stereo-Version
>> immerhin 1,5GB(!) Ram. Aber auch die kleineren (alle auch in Mono
>> erhältlich) sind allerdings auch schon _sehr gut_ anhörbar.
>Ja, sowas schrieb der Autor ja auch schon. Interessant waere eine Tabelle
>in der Art "Orgel / noetiger Speicher / minimale CPU / sinnvolle CPU", so
>dass ich abschaetzen kann, was mein Duron 1300 bringt. Das wuerde die
>Auswahl schon beeinflussen, denn wenn ich mir erst noch einen neuen
>Computer kaufen muss, ist ein Expander nicht mehr viel teurer.

Hardware kostet nicht mehr die Welt - vor allem bei Prozessoren und
Ram gehen ja die Preise in den Keller, wie nichts ;-)
Auf meinem AMD 1200 mit 1 GB Ram läuft zumindest die St-Annes-Mosley
in der Monoversion und die kleineren Orgeln in Stereo ohne Probleme.
Prozessorclipping bekomme ich erst im absoluten Tutti - da hilft es
dann aber, die leiseren Register oder die Oktavkoppeln wegzulassen ...

Wieso probierst du es nicht einfach selbst aus?
Das Programm ist auch in der "Trialversion" voll funktionsfähig ...

> > Du kannst zwar nicht den ganzen Schnickschnack wie Intonation,
> > Ansprache, Werke/Laden etc. einstellen, dafür sind die Samples aber
> > eben auch wesentlich authentischer.
>Das wundert mich eigentlich. Ich ging von der Annahne aus, die Ahlborns
>wuerden schon ein klanglich beeindruckendes Erlebnis vermitteln -- auch
>wenn man ab und an an einer echten Orgel sitzt?

Ich habe bei mir eine in der Friedhofskapelle stehen und finde die
ziemlich schrecklich - die Einzelregister sind zwar teilweise sehr
schön; die Mischung im Gesamtklang ist trotzdem ziemlich mies.
Ist aber wohl tatsächlich eine Frage des Raumes und der
Klangabstrahlung.

>> Ansonsten: Clipping und Latenz. Gegen ersteres hilft ein fixer
>> Prozessor, gegen zweiteres nur eine gute Soundkarte :-/

[...]


>Und wo bekommt
>man schon eine Uebersicht ueber Latenz und Klangverhalten der Karten in
>der Uebersicht? *seufz*

Bei den Kollegen in de.comp.audio oder so???1 ;-)

Jörn

Jörn Hänsch

unread,
Dec 15, 2003, 3:56:45 PM12/15/03
to
Ole Hesprich <unet...@utra.net> wrote:

>> >Zwei Boxen für vorn, zwei für hinten und ein Subwoofer.
>> Echte "Quadrophonie" oder nur Stereo?
>Moin Jörn, in der Preisklasse natürlich echte Quadrophonie. Würde
>ja auch anders wenig Sinn machen...:-)
>> Was zum Dübel ist "RSS"?!?
>Guckst du hier:
>http://www.rolandmusik.de/seiten/produkte/produkte_2000/rss-303/RSS-303.htm

*urks*
Das ist ja richtig aufwendig...

Darf ich dich mal ganz direkt Fragen, was dich der ganze Spass mit
allem drum und dran so in etwa gekostet hat?
(Antwort auch gerne auch per PM... *bg*)

>> >Ich empfehle meine französisch-romantische Chororgel! :-)
>> Für ´nen ordentliches Examen definitiv zu klein :o)
>Ist ja auch nur die Chororgel - und dafür recht ordentlich
>bestückt (mit 32' etc.). Die Hauptorgel hat auch nur 26 Register,
>ist dafür deutsch-(früh-)romantisch. Eine gute Kombination, zumal
>beide optimal aufeinander abgestimmt sind. :-)

*seufz*

Auf der anderen Seite: Ein echtes Klavier in der Kriche ist auch nicht
zu verachten ;-)

>> Kannst du das nicht mal eben auf IV/80 ausbauen? *vbg*
>Wäre durchaus denk- und machbar. Allerdings bräuchte ich dann
>wirklich noch einen größeren Spieltisch, oder so einen
>dreimanualigen Block, auf den man die Werke dann entsprechend
>verteilt.

Mal ganz ehrlich: Wann braucht man schon wirklich 3 Manuale?
Grade in den unteren Kategorien bis ca. 40 Register finde ich ein
Koppelmanual und evt. Wechselschleifen wesentlich sinnvoller und
flexibler...

>> Vielleicht können die dir auf Wunsch was stricken!
>Denkbar. Muss aber erst mal wieder etwas sparen...

:-))

>> Immer diese elendigen Romantiker! :-}
>Klar - was sonst? ;-)

Kannst du eigentlich noch Bach spielen? *vbg*

Jörn

Rene Tschirley

unread,
Dec 16, 2003, 8:34:25 AM12/16/03
to
Jörn Hänsch wrote:
> Hardware kostet nicht mehr die Welt - vor allem bei Prozessoren und
> Ram gehen ja die Preise in den Keller, wie nichts ;-)

Bedeutet dann wieder neues Motherboard, neuer Speicher etc. Dabei ist mein
zweiter Name doch "Don Kohle-Ohne".

> Auf meinem AMD 1200 mit 1 GB Ram läuft zumindest die St-Annes-Mosley
> in der Monoversion und die kleineren Orgeln in Stereo ohne Probleme.

Hmm, das klingt doch schon mal nicht schlecht.

> Wieso probierst du es nicht einfach selbst aus?
> Das Programm ist auch in der "Trialversion" voll funktionsfähig ...

Oh, das Programm habe ich schon, die eine Pfeife tut's. :-)
Nur ist der St. Annes Mosley-Pfeifensatz im Netz nicht auffindbar gewesen
(verwende aus Ueberzeugung keine FileShare&KlauSysteme).

> Bei den Kollegen in de.comp.audio oder so???1 ;-)

Die lachen jemanden mit derart alter Hardware glatt aus :-D


Gruss,
Rene, der mit Hinblick auf den Dollar-Kurs vielleicht doch mal
Hauptwerk kaufen wird.

Andreas Lobinger

unread,
Dec 16, 2003, 8:52:52 AM12/16/03
to
Aloha,

Rene Tschirley schrieb:


> Jörn Hänsch wrote:
> > Hardware kostet nicht mehr die Welt - vor allem bei Prozessoren und
> > Ram gehen ja die Preise in den Keller, wie nichts ;-)
> Bedeutet dann wieder neues Motherboard, neuer Speicher etc. Dabei ist mein
> zweiter Name doch "Don Kohle-Ohne".

Abgesehen davon, das ich da jetzt auch seitenweise über Anforderungen
an Audiotechnik/Speicher- und Rechnerbedarf referieren könnte (DSP etc.).

Hier mal ein BTW:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,278449,00.html

Einen fröhlichen Tag wünschend
LOBI

Jörn Hänsch

unread,
Dec 16, 2003, 10:57:23 AM12/16/03
to
Rene Tschirley <po...@cs.tu-berlin.de> wrote:

>> Auf meinem AMD 1200 mit 1 GB Ram läuft zumindest die St-Annes-Mosley
>> in der Monoversion und die kleineren Orgeln in Stereo ohne Probleme.
>Hmm, das klingt doch schon mal nicht schlecht.

Nur die Latenz ist ziemlich mies (ca. 30ms) - das dürfte allerdings an
der On-Board-Soundkarte liegen.
Ist aber trotzdem noch schneller als ein pneumatisches Orginal ;-)

>> Wieso probierst du es nicht einfach selbst aus?
>> Das Programm ist auch in der "Trialversion" voll funktionsfähig ...
>Oh, das Programm habe ich schon, die eine Pfeife tut's. :-)
>Nur ist der St. Annes Mosley-Pfeifensatz im Netz nicht auffindbar gewesen
>(verwende aus Ueberzeugung keine FileShare&KlauSysteme).

Es gibt einen eigenen FTP-Server, wo die Files liegen!
Mail doch einfach mal den Herrn Dyde an, der rückt den Zugang gerne
raus.
DSL solltest du dann aber schon haben - die Files sind dann so um
200MB und mehr groß ;-)

Wilhelm Wiegert

unread,
Dec 19, 2003, 12:27:40 PM12/19/03
to
Marc Langer meinte:

> Gemein ist auch abgesetzter cantus firmus, der zusammen mit den anderen
> Stimmen im selben System notiert ist. Was habe ich mich da anfangs
> schwer getan (und tue es teilweise heute noch), die Oberstimme des
> oberen Systems mit der rechten Hand zu spielen, die Unterstimme des
> oberen zusammen mit der Oberstimme des unteren Systems mit der linken
> Hand und die Unterstimme mit dem Pedal. Klar, alles nur eine
> Notationsfrage, aber anfangs sehr verwirrend.

Ich werde es wohl nie lernen: Kurze Stücke schreibe ich
immer um.

Viele Grüße
Wilhelm

Wilhelm Wiegert

unread,
Dec 19, 2003, 12:48:30 PM12/19/03
to
Jörn Hänsch meinte:

> >Das wundert mich eigentlich. Ich ging von der Annahne aus, die Ahlborns
> >wuerden schon ein klanglich beeindruckendes Erlebnis vermitteln -- auch
> >wenn man ab und an an einer echten Orgel sitzt?
>
> Ich habe bei mir eine in der Friedhofskapelle stehen und finde die
> ziemlich schrecklich - die Einzelregister sind zwar teilweise sehr
> schön; die Mischung im Gesamtklang ist trotzdem ziemlich mies.
> Ist aber wohl tatsächlich eine Frage des Raumes und der
> Klangabstrahlung.

... und des Alters der Ahlbornorgel. Als ich mich vor 2
Jahren intensiv mit den Geräten beschäftigte, habe ich mir
auf der Musikmesse die Hymnus 4 nur per Kopfhörer anhören
können; der Klang war m.E. für ein Unternehmen mit solch
einem Namen blamabel. Im Geschäft konnte ich noch das Gerät
aus der einfacheren Linie anhören (ich glaube, sie hieß
Studium): Auch eine Katastrophe. Die preisgünsitgen
Contentorgeln mit den Klapperknöpfen klangen schon besser,
am besten gefielen mir die Allen-Orgeln, die ich mir aber
nicht leisten konnte. Daher habe ich zur Johannus-Sweelinck
gegriffen, weil sie im Verhältnis von Klang, Bausolidität
und Preis für mich am günstigsten, aber teurer als eine
vergleichbare Content war. Die neuen Ahlborn-Orgeln
(Organum) habe ich noch nicht gehört; sie haben aber gute
Kritiken bekommen. Mit der neuen Klaviatur ist hier im
Gegensatz zu den Johannus-Orgeln auch das Ansprechen der
Pfeifen über die Tastenstellung regelbar. Die gleiche
(Fatar-)Klaviatur haben die neuen Viscount-Orgeln (Viscount
gehört wie Ahlborn zu General Music).

Wie sich Eminent entwickelt hat, weiß ich nicht; deren
Orgeln hatte vor zwei Jahren noch im Gegensatz zu allen
anderen Herstellern eine synthetische Klangerzeugung. Die
Register klangen tot, waren aber viel weitergehend
beeinflussbar als die der Orgeln mit gesampleten Klängen.
Für Spielkinder bietet das ein großes Betätigungsfeld.

Die wesentlich teureren Rodgers-Orgeln kann man beim ersten
Hören von den Johannus-Orgeln nicht unterscheiden. Sie
haben aber eine größere Sampledichte, so dass Brüche
theoretisch noch weniger wahrnehmbar sind als bei von der
Größe her vergleichbaren Orgeln anderer Hersteller. Ich
habe bisher an zwei verschiedenen Orten Rodgers-Orgeln
gehört und besitze außerdem noch eine Demo auf CD. Bei
keiner dieser teuren Orgeln war die Klangabstrahlung
intakt: Es gab immer Störungen durch Knistern wie bei einem
Wackelkontakt, sogar auf der CD!

Die bei Wersi produzierten Heinz-Ahlborn-Orgeln (also nicht
zu verwechseln mit Ahlborn, für die Heinz Ahlborn
allerdings ursprünglich der Namensgeber war) habe ich mir
vor über 2 Jahren auf der Musikmesse zwar angehört, habe
aber trotzdem keinen rechten Eindruck davon bekommen, weil
ich sie nicht anfassen durfte und der Organist den Hall bis
zum Anschlag aufgedreht hat. Es besteht eine gewisse
Chance, dass sie eine bessere Tastatur (möglicherweise so
wie die alten Ahlborn-Orgeln) als Johannus, Content,
Viscount (alt) usw. haben; bei Letzeren sind überall die
alten Fatar-Tastaturen mit den druckpunkterzeugenden und
nach einer gewissen Zeit ausleiernden Kunststoffmatten
eingebaut.

Die Ahlbornorgeln der Hymnus-Linie sind über eine
Fernsteuerung intonierbar (Johannus nur mit
Computerprogramm); es könnte sein, dass an Deiner Orgel
auch daran etwas vermurkst worden ist.

Der Klang eines Instrumentes wirkt sich immer sehr schnell
auf mein Übungsverhalten aus: Wenn mein Klavier verstimmt,
setzt ich mich viel seltener daran als in den Monaten nach
einer neuen Stimmung. Meine Johannus-Sweelinck-Orgel fasse
ich nur dann nicht an, wenn ich krank bin und mich auf
nichts mehr konzentrieren kann. Daran kannst Du ablesen,
dass sie ein schönes Instrument ist. Mein Orgellehrer, der
immer bei der Erwähnung einer Elektronik-Orgel die Hände
über dem Kopf zusammengeschlagen hat, weil er zu Hause eine
richtige Pfeifenorgel besitzt, konnte sich neulich bei
einem Besuch von meiner Orgel gar nicht trennen und sagte,
wenn er so alt sei, dass er sein Haus nicht mehr halten
könne, wolle er sich unbedingt auch so ein Instrument
anschaffen. Mit dieser Klangqualität habe er nämlich nicht
gerechnet. Und das will schon etwas heißen, oder? Klanglich
(auch was einzelne Register angeht) ziehe ich meine Orgel
der pfeifenden Altmetallsammlung in unserem Gemeindezentrum
ebenfalls vor. Gegen das Instrument meines Orgellehrers
kommt sie zugegebenermaßen nicht an, steht ihm aber
klanglich schon recht nahe.

Meine Lobeshymne ist hiermit beendet. Wenn Du elektronische
Orgeln mit einer dem Stand der Zeit entsprechenden Technik
objektiv betrachtest, wirst Du zugeben müssen, dass sie
sich nicht nur als Übeorgeln eignen, sondern durchaus für
einen Einsatz in kleinen Kirchen oder Gemeindehäusern
geeignet sind, in denen der Orgeleinsatz über den
gottesdienstlichen Gebrauch nicht oder nicht weit
hinausgeht, vor allem dann, wenn sonst aus finanziellen
Gründen Pfeifensärge (z.T. ohne Pedal) aufgestellt werden,
wie man sie bei uns und anderen kleinen Gemeinden findet
und die trotzdem noch teurer sind als elektronische Orgeln.
In allen anderen Fällen würde ich allerdings auch eine
Pfeifenorgel selbst mit einer kleinen Registerzahl, aber
einer annehmbaren Disposition und Intonation vorziehen.

Zum Basteln von Orgeln: Mein Musikalienhändler hatte vor
einiger Zeit Expander von Roland; bei Johannus sind
Klangkarten austauschbar. Ob Expander angeboten werden,
kann man ja einmal nachfragen.

Die Pedaltöne werden bei Johannus über Magnetschalter
bedient. Das hat den Vorteil, dass man zum Putzen das Pedal
einfach aus der Orgel ziehen kann, ohne lange stöpseln zu
müssen. Vielleicht kommt ein solches Pedal auch für die
Bastelorgel in Frage.

Frau und Tochter rufen zum Abendbrot; um keinen Ärger zu
bekommen muss ich jetzt Schluss machen; über das
eigentliche Thema bin ich sowieso schon hinausgeschossen.

Viele Grüße
Wilhelm

Jörn Hänsch

unread,
Dec 19, 2003, 5:21:57 PM12/19/03
to
Wilhelm Wiegert <Wilhelm...@t-online.de> wrote:

[Digitalorgeln]


>> Ich habe bei mir eine in der Friedhofskapelle stehen und finde die
>> ziemlich schrecklich - die Einzelregister sind zwar teilweise sehr
>> schön; die Mischung im Gesamtklang ist trotzdem ziemlich mies.
>> Ist aber wohl tatsächlich eine Frage des Raumes und der
>> Klangabstrahlung.
>... und des Alters der Ahlbornorgel.

Ca. 4 Jahre - die ersten Kontakte laufen schon jetzt nicht mehr :-(

>Als ich mich vor 2
>Jahren intensiv mit den Geräten beschäftigte, habe ich mir
>auf der Musikmesse die Hymnus 4 nur per Kopfhörer anhören
>können; der Klang war m.E. für ein Unternehmen mit solch
>einem Namen blamabel. Im Geschäft konnte ich noch das Gerät
>aus der einfacheren Linie anhören (ich glaube, sie hieß
>Studium): Auch eine Katastrophe.

Im Grundegenommen ja :-/
Und wenn man bedankt, daß die Studioline auch schon auf 5k (ohne jede
Zusatzaustattung!) kommt, ist das IMHO ein recht schlechtes
Preis-Leistungs-Verhältnis.

Auf der anderen Seite muss man natürlich bedenken, daß alleine schon
ein solider Spieltisch mit ordentlichen Tastaturen schon mit 3k zu
Buche schlägt. Da bleibt dann nicht viel Luft für ordentliche
Abstrahlung und Technik ...

>Die Pedaltöne werden bei Johannus über Magnetschalter
>bedient. Das hat den Vorteil, dass man zum Putzen das Pedal
>einfach aus der Orgel ziehen kann, ohne lange stöpseln zu
>müssen. Vielleicht kommt ein solches Pedal auch für die
>Bastelorgel in Frage.

Bei mir nicht - falsche Aufgabenstellung ;-)
Der Witz ist ja grade, eben _keinen_ soliden Spieltisch zu haben,
sondern eine möglichst flexible und vor allem transportable
MIDI-Lösung zu basteln.

Wilhelm Wiegert

unread,
Dec 20, 2003, 6:42:04 PM12/20/03
to
Jörn Hänsch meinte:

> Ca. 4 Jahre - die ersten Kontakte laufen schon jetzt nicht mehr :-(

Das ist wirklich übel, dürfte aber nicht die Regel sein.
Vielleicht ist dort auch eine Montagsausgabe eingebaut wie
anfangs bei mir (Du hast sie ja selbst ausprobiert) auf der
Johannus. Die kostenlose neue Tastatur zeigt bis auf die
leicht nachlassende Druckpunktstärke in den mittleren Lagen
noch keine Schwächen.

> >Die Pedaltöne werden bei Johannus über Magnetschalter
> >bedient. Das hat den Vorteil, dass man zum Putzen das Pedal
> >einfach aus der Orgel ziehen kann, ohne lange stöpseln zu
> >müssen. Vielleicht kommt ein solches Pedal auch für die
> >Bastelorgel in Frage.
>
> Bei mir nicht - falsche Aufgabenstellung ;-)
> Der Witz ist ja grade, eben _keinen_ soliden Spieltisch zu haben,
> sondern eine möglichst flexible und vor allem transportable
> MIDI-Lösung zu basteln.

Der Thread ist ja nun schon etwas länger, und weil ich
statt eines Gehirns wohl ein Sieb im Kopf habe, muss ich da
was übersehen haben. Da für ein Magnetpedal eine
Abnehmerleiste vorhanden sein muss, ist es natürlich egal,
ob ein stöpselbares oder anschiebbares Pedal genommen wird.
Ein Pedal willst Du aber, oder? Vor vielen, vielen Jahren
gab es entweder bei Dr. Böhm oder bei Wersi ein
Stummeltastenpedal mit extra langen Tasten. Wie kippfreudig
sowas ist, wenn es solo steht, weiß ich aber nicht. Und ob
es ein Kirchenorgelpedal wenigstens halbwegs ersetzen kann,
ist mir auch nicht klar; ich habe es nie ausprobiert. Mein
Stummeltastenpedal normaler Länge bei meiner alten ELKA-
Orgel ist mir auf glattem Boden immer weggerutscht und
hielt nur auf Teppichen die Position.

Viele Grüße
Wilhelm

Jörn Hänsch

unread,
Dec 20, 2003, 7:13:06 PM12/20/03
to
Wilhelm Wiegert <Wilhelm...@t-online.de> wrote:

>> Ca. 4 Jahre - die ersten Kontakte laufen schon jetzt nicht mehr :-(
>Das ist wirklich übel, dürfte aber nicht die Regel sein.

Naja - Die Umgebungsbedingungen sind auch nicht grade günstig...

>> Bei mir nicht - falsche Aufgabenstellung ;-)
>> Der Witz ist ja grade, eben _keinen_ soliden Spieltisch zu haben,
>> sondern eine möglichst flexible und vor allem transportable
>> MIDI-Lösung zu basteln.

>Ein Pedal willst Du aber, oder? Vor vielen, vielen Jahren
>gab es entweder bei Dr. Böhm oder bei Wersi ein
>Stummeltastenpedal mit extra langen Tasten.

Beide haben so etwas im Angebot ;-)
Meine Meinung: Da versaust du dir nur die Technik (Kipphebel sitzt auf
der falschen Seite!) und solide sind die Dinger sicherlich auch
nicht...

Ich habe mir ein "echtes" für wenig Moos beim Orgelbauer organisiert -
leider nur bis d´ :-/, dafür aber doppelt geschweift. Wir grade mit
Kontakten und vor allem auch Federn - um die fehlende Traktur
auszugleichen - bestückt.

Thorsten Michels

unread,
Dec 22, 2003, 3:40:42 AM12/22/03
to
Wilhelm Wiegert <Wilhelm...@t-online.de> wrote:
> ... und des Alters der Ahlbornorgel. Als ich mich vor 2
> Jahren intensiv mit den Geräten beschäftigte, habe ich mir
> auf der Musikmesse die Hymnus 4 nur per Kopfhörer anhören
> können; der Klang war m.E. für ein Unternehmen mit solch
> einem Namen blamabel.

Aber der Klang im Kopfhoerer hat doch gar nichts mit dem Klang des
aufgestellten Instruments zu tun. Die Hymnus 2 (ca. 1993), die ich in
meiner Kirche spiele, hoert sich fuer Laien wie eine echte Pfeifenorgel
an, auch wenn sie sich ueber den Kopfhoerer nur wie ein einfaches Keyboard
anhoert.

Schoenen Gruss,
Thorsten

--
Thorsten Michels "Auch Postangestellte sind harmlos,
mic...@informatik.uni-kl.de bis sie anfangen, am Computer zu
DrNethack on #awg arbeiten." (John Cage)
One's never alone with a rubber duck. (Douglas Adams)

Wilhelm Wiegert

unread,
Dec 22, 2003, 7:52:57 AM12/22/03
to
Thorsten Michels meinte:

>
> Aber der Klang im Kopfhoerer hat doch gar nichts mit dem Klang des
> aufgestellten Instruments zu tun. Die Hymnus 2 (ca. 1993), die ich in
> meiner Kirche spiele, hoert sich fuer Laien wie eine echte Pfeifenorgel
> an, auch wenn sie sich ueber den Kopfhoerer nur wie ein einfaches Keyboard
> anhoert.

Dass ein Kopfhörer den Klang stark beeinflusst, ist mir
klar; meine Johannus lässt den Raumklang über verschiedene
Kopfhörer unterschiedlich gut/schlecht erahnen. Nur frage
ich mich dann, warum Ahlborn ausgerechnet auf der
Musikmesse nicht in eine schallabhaltende Zelle oder
zumindest in qualitativ höherwertige Kopfhörer investiert,
wenn man über die Klangvorführung (in meinem Fall galt das
Interesse der Hymnus IV) Kunden gewinnen will. Ich bin dort
auch auf die in verschiedenen Geschäften stehende Studium-
Serie verwiesen worden, die angeblich gleich klingen
sollte. Zwei aus dieser Serie habe ich über die eingebauten
Lautsprecher in einem Musikhaus gehört. Wenn der Klang (und
ich bleibe hier bei der Einschätzung "für ein Unternehmen
wie Ahlborn blamabel") wirklich der der Hymnus IV
entspricht, bin ich mit meiner Sweelinck aber wesentlich
besser bedient.

Mir ist allerdings etwas Seltsames aufgefallen: Wenn ich an
der Orgel sitze, höre ich den Unterschied zu einer
Pfeifenorgel kaum; klimpert mein Töchterchen auf dem Gerät
herum, während ich mich von der Orgel entferne, wird der
akustische Unterschied zur Pfeifenorgel mit zunehmendem
Abstand größer, auch wenn der Klang einer Pfeifenorgel
immer noch sehr nahe ist. Ist es möglich, dass man die
Orgel auf den Ort der Klangrezeption speziell intonieren
muss?

Viele Grüße
Wilhelm

Thorsten Michels

unread,
Dec 23, 2003, 4:37:20 AM12/23/03
to
Wilhelm Wiegert <Wilhelm...@t-online.de> wrote:
>
> Dass ein Kopfhörer den Klang stark beeinflusst, ist mir
> klar; meine Johannus lässt den Raumklang über verschiedene
> Kopfhörer unterschiedlich gut/schlecht erahnen. Nur frage
> ich mich dann, warum Ahlborn ausgerechnet auf der
> Musikmesse nicht in eine schallabhaltende Zelle oder
> zumindest in qualitativ höherwertige Kopfhörer investiert,
> wenn man über die Klangvorführung (in meinem Fall galt das
> Interesse der Hymnus IV) Kunden gewinnen will.

Aber wie soll das denn funktionieren? In einer Klangzelle kann man sich
vielleicht den Klang einzelner Register gut anhoeren, aber wenn Du 20
Register ziehst, sprengst Du damit die Klangzelle. Und Du weisst immer
noch nicht, wie sich die Orgel in einem groesseren Raum oder in einer
Kirche anhoert.

Ole Hesprich

unread,
Dec 23, 2003, 4:53:51 AM12/23/03
to
Thorsten Michels schrieb:

> Und Du weisst immer noch nicht, wie sich die Orgel
> in einem groesseren Raum oder in einer Kirche anhoert.

Das kann man inzwischen sehr originalgetreu simulieren...
Ein entsprechendes Gerät dazu hatte ich erst kürzlich im
Parallel-Fred erwähnt.

Wilhelm Wiegert

unread,
Dec 23, 2003, 7:00:55 PM12/23/03
to
Thorsten Michels meinte:

> Aber wie soll das denn funktionieren? In einer Klangzelle kann man sich
> vielleicht den Klang einzelner Register gut anhoeren, aber wenn Du 20

...
Johannus, Content, Rodgers, Viscount, Allen und Eminent
haben es vorgemacht. Über die grundlegenden Klangqualitäten
konnte man durchaus einen Eindruck gewinnen; Eminent fiel
daher bei mir sofort aus dem Rennen. Auf eine Präsenz ohne
Klangzelle sollte man auf der Musikausstellung besser ganz
verzichten.

Meine Vorauswahl fiel auf der Musikmesse auf 1. Johannus
und 2. Content. (Viscount klang auch nicht schlecht. Allen
und Rodgers fielen nur wegen der Preise aus dem Rennen.)
Auf Johannus kam ich aber endgültig erst, nachdem ich mir
zur Bestätigung meiner Wahl Rodgers, Johannus, Content und
Viscount in einem kirchenähnlichen Verkaufsraum ohne
störende Nebengeräusche angehört hatte. Du siehst,
Klangzellen helfen durchaus.
...


> Register ziehst, sprengst Du damit die Klangzelle. Und Du weisst immer
> noch nicht, wie sich die Orgel in einem groesseren Raum oder in einer
> Kirche anhoert.

Möglich, aber nicht zwingend. Die Klangtreue kann man
durchaus in begrenzten Räumen austesten; die Klangwirkung
muss sowieso an den Raum angepasst werden. Deshalb bieten
ja auch alle Orgelbaufirmen (genau weiß ich es nur von
Viscount, Johannus, Ahlborn und Eminent)
Intonationsprogramme an. Außerdem steht meine Orgel bei mir
zu Hause in einem sehr begrenzten Raum und nicht in der
Kirche. ;-)

Viele Grüße
Wilhelm

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