etwas macht mich stutzig : Wenn ich so eine halbe Stunde lang Trompete
gespielt habe ist der Bereich über der Oberlippe gerötet, nach ca. 10
minuten ist die Rötung aber verschwunden. Soweit ich weiss ist das
normalerweise ein Anzeichen das man zu stark drückt, aber ich drücke fast
gar nicht. Nur ab dem F (obere Linie) bis zum hohen C gehts nicht ganz ohne
Druck allerdings kann das auch nicht alzuviel sei denn ich kann gebunden
vom G (2 Linien unter den "normalen" Linien) bis zum hohen C und umgekehrt
spielen ohne den Ansatz zu verändern.
Auch bilden sich keine bläschen oder so...Muß ich mir jetzt gedanken machen
oder ist das "normal" ? Kann das auch an einer Nickel-Allergie liegen ?
Gruß von Dennis
Es kommt ganz darauf an, wie lange man schon spielt.
In der Anfangsphase (die ersten 3-5 Jahre) kann sowas ohne
weiteres vorkommen.
Aber Vorsicht!!
Wenn man beim Trompeten Druck ausübt, dann bitte möglichst
auf die Unterlippe, die hält nämlich viel mehr aus.
Von der Oberlippe sollte man versuchen, möglichst viel
Lippe ins Mundstück zu bekommen, da sie bei weitem unflexibler
ist und nur so eine Steuerung über die Muskeln möglich ist.
Dabei aber immer noch darauf achten, daß der Mund weit genug
offen bleibt, um den Luftstrom, der für einen sauberen und klaren
Ton notwendig ist, nicht zu schwach werden zu lassen.
Aber das wichtigste ist, Unterlippe belasten. Das macht man am besten
über die Handhaltung des Instruments. Diese sollte so sein, daß man
immer ein Drehmoment nach unten ausübt, dann ist die Oberlippe
entlastet und Du wirst sehen, daß der Ansatz immer länger hält.
Möglichst drucklos spielen ist nicht die Lösung, da du dabei nie
einen richtig schönen kräftigen Ton erreichen wirst. Die Lehre
von drucklosen Spielen ist doch längst schon überholt.
mfg
Josef
> Auch bilden sich keine bläschen oder so...Muß ich mir jetzt gedanken machen
> oder ist das "normal" ? Kann das auch an einer Nickel-Allergie liegen ?
Mit Sicherheit nicht, denn dann würden sich auf der Haut Ausschläge,
bzw. Ekzeme bilden.
Siehe dazu auch:
http://www.breslmair.at/i-site/einleitung_mundstueck.pdf
Andreas
......meine Meinung (oder Wissen?!) dazu....
P.S.: sollte es hier einen Profi-Musiker geben, der es besser weiß, laß ich
mich gerne belehren (zumal ich selbst kein Bläser bin) ;-)
mfG
Thomas
> mfg
>
> Josef
>
Ein druckloser Ansatz reicht leider meist nur etwa 1 Stunde...
Und ich wüßte jetzt keinen James Last-Bläser, der drucklos spielt.
Mein Lehrer war der erste Flügelhornist von Ernst Mosch, und der musste
auch Tag für Tag irgendwo spielen. Ohne Druck zu spielen begrenzt
physikalisch den Luftdruck und damit auch die Lautstärke, mit der
man spielen kann.
Eine gesunde Mischung zwischen Lippenmuskulatur, Druck und Stütze
(ich nehme mal an, das meinst Du mit Bauchansatz) ist meiner
Meinung nach notwendig, um die Anforderungen von langen Auftritten
(evtl. auch ohne Elektronik) zu bewältigen.
> Habe mich in letzter Zeit mit einigen (sehr guten) Musikern über
> dieses "Phänomen" unterhalten (zumal es für mich ebenso immer noch genauso
> schwer nachvollziehbar ist, wie sowas funktionieren kann...) beim drucklosen
> Ansatz kommt es nicht auf den Ansatz (bzw. Muskelkraft) in den Lippen an,
> sondern auf den "Ansatz im Bauch". Zum besseren Verständnis: man hänge das
> Mundstück (oder die ganze Trompete) an 2 Fäden freihängend auf u. versucht
> nun ,natürlich ohne Druck der Lippen auf das Mundstück, unter Zuhilfenahme
> der Bauchmuskeln, Töne zu spielen (die Hände bleiben ganz aus dem Spiel!!!)
> . Was sich vielleicht im "unteren Bereich" noch als machbar erweist, wird,
> je höher man versucht zu spielen als unmöglich betrachtet, (klar, weil der
> Lippendruck fehlt). Dem ist aber nicht so!!! Klar ist so etwas nicht in 1
> Woche oder 1 Monat zu erlernen u. es ist für einen Großteil (von Bläsern)
> schwer nachzuvollziehen, was im Körper "abgehen muß", um das hinzubekommen,
> aber wenn man diese Technik beherrscht, gehören Ansatzprobleme, rote
> Lippen,etc. der Vergangenheit an.
Ich kenne das... und bisher hat mir jeder Blasmusiker, der wirklich viel
unterwegs
ist, abgeraten. Ich kenne auch einige, die das mal versucht haben, sie sind
aber alle wieder zur konventionellen Spielweise zurückgekommen...
Ansatzprobleme gehören leider nicht der Vergangenheit an, da die
Lippenmuskulatur
extrem fein arbeiten muss. Wenn Du da einige Tage nicht spielst, wirst du sehr
schnell
die Grenzen des drucklosen Spielens erkennen...
Und ich möchte mal einen drucklosen Spieler sehen, der drei Stunden
Bierzeltmusik
auf der ersten Trompete durchhält...
> Zumal ich sagen muß, das Musiker mit
> dieser Technik einen schöneren, voluminöseren sauberen Ton hinbekommen, als
> jene, die das mit Lippendruck machen....
Aber für ein Fortissimo braucht er einen Verstärker...
mfg
Josef
>Aber das wichtigste ist, Unterlippe belasten. Das macht man am besten
>über die Handhaltung des Instruments. Diese sollte so sein, daß man
>immer ein Drehmoment nach unten ausübt, dann ist die Oberlippe
>entlastet und Du wirst sehen, daß der Ansatz immer länger hält.
>Möglichst drucklos spielen ist nicht die Lösung, da du dabei nie
>einen richtig schönen kräftigen Ton erreichen wirst. Die Lehre
>von drucklosen Spielen ist doch längst schon überholt.
... sagt wer???
IMHO klingt das für mich wie eine "dumme " Ausrede ...
"Ich schaffe es nicht mit druckschwachen Ansatz, also versuche ich die
mangelnde Fähigkeit durch Druck wieder auszugleichen." (Was ja
zumindest über eine gewisse Zeit auch funktioniert!)
_Natürlich_ kann man mit Druck sicherlich länger und auch lauter
spielen - ich bezweifle aber, daß die Tonaqualität nicht darunter
leidet. Wenn du anfängst, zu pressen, kann der Ton einfach nicht die
Weite bzw. Weichheit (trotz der gleichzeitigen Brillianz!) haben, wie
du sie mit druckschwachen Ansatz erreichst. Ein gepresster Ton klingt
sehr schnell plärrig und gebratzt ....
Ach ja: Den "drucklosen" Ansatz gibt es nicht - dann dürftest du das
Mundstück ja garnied erst berühren ;-)
Jörn
--
Private "Selbstdarstellungsseite": www.dooferorganist.de
Die drmm-FAQ-Seite: www.drm-machen.de
Das zweite drmm-Treffen am 14./15.9.: www.kirchenmugge.de
>> ich glaube, da muß ich dich eines Besseren belehren, denn die Lehre vom
>> drucklosen Ansatz ist keineswegs überholt. Was glaubst du, wie manche Bläser
>> nach 4-5 Stunden Konzert (z.B.James Last u. Co.) aussehen würden, wenn sie
>> stundenlang (mit Druck!) auf'm C''' rumtrompeten würden...u. das ganze Tag
>> für Tag?
>Ein druckloser Ansatz reicht leider meist nur etwa 1 Stunde...
Das mag vielleicht für Laien oder Anfänger zutreffen - ansonmsten ist
das Schwachfug!
>Mein Lehrer war der erste Flügelhornist von Ernst Mosch, und der musste
>auch Tag für Tag irgendwo spielen. Ohne Druck zu spielen begrenzt
>physikalisch den Luftdruck und damit auch die Lautstärke, mit der
>man spielen kann.
Ich würde eher sagen, daß ein druckvoller Ansatz den Luftdruck
begrenzt .... (weil die Lippen nicht wirklich "frei" schwingen können)
>Eine gesunde Mischung zwischen Lippenmuskulatur, Druck und Stütze
>(ich nehme mal an, das meinst Du mit Bauchansatz) ist meiner
>Meinung nach notwendig, um die Anforderungen von langen Auftritten
>(evtl. auch ohne Elektronik) zu bewältigen.
Soweit OK.
>> Habe mich in letzter Zeit mit einigen (sehr guten) Musikern über
>> dieses "Phänomen" unterhalten (zumal es für mich ebenso immer noch genauso
>> schwer nachvollziehbar ist, wie sowas funktionieren kann...) beim drucklosen
>> Ansatz kommt es nicht auf den Ansatz (bzw. Muskelkraft) in den Lippen an,
>> sondern auf den "Ansatz im Bauch". Zum besseren Verständnis: man hänge das
>> Mundstück (oder die ganze Trompete) an 2 Fäden freihängend auf u. versucht
>> nun ,natürlich ohne Druck der Lippen auf das Mundstück, unter Zuhilfenahme
>> der Bauchmuskeln, Töne zu spielen (die Hände bleiben ganz aus dem Spiel!!!)
Es muss nicht gleich der Bindfaden sein ;-)
Man kann auch gute Effekte erzielen, wenn man einfach das Mundstück
auf den Handrücken legt und versucht, trotzdem so hoch wie möglich zu
kommen ...
Ansonsten gibt es spezielle "Übungsadapter" (mit rund 75€ leider auch
nicht ganz billig!). Nachteil: Die Stimmung des Instrumentes verändert
sich um ca. einen halben Ton nach unten ...
>> . Was sich vielleicht im "unteren Bereich" noch als machbar erweist, wird,
>> je höher man versucht zu spielen als unmöglich betrachtet, (klar, weil der
>> Lippendruck fehlt). Dem ist aber nicht so!!! Klar ist so etwas nicht in 1
>> Woche oder 1 Monat zu erlernen u. es ist für einen Großteil (von Bläsern)
>> schwer nachzuvollziehen, was im Körper "abgehen muß", um das hinzubekommen,
>> aber wenn man diese Technik beherrscht, gehören Ansatzprobleme, rote
>> Lippen,etc. der Vergangenheit an.
Full ACK!
>Ich kenne das... und bisher hat mir jeder Blasmusiker, der wirklich viel
>unterwegs
>ist, abgeraten. Ich kenne auch einige, die das mal versucht haben, sie sind
>aber alle wieder zur konventionellen Spielweise zurückgekommen...
Hast du mal einen Orchestermusiker zu diesem Thema gefragt?
Die werden dir wohl doch deutlich was anderes erzählen!
>Ansatzprobleme gehören leider nicht der Vergangenheit an, da die
>Lippenmuskulatur
>extrem fein arbeiten muss. Wenn Du da einige Tage nicht spielst, wirst du sehr
>schnell
>die Grenzen des drucklosen Spielens erkennen...
Wenn du ein paar Tage nicht spielst, wirst du erst recht die Grenzen
desn druckvollen Ansatzes kennenlernen - vor allem inSachen
Tonqualität.
>Und ich möchte mal einen drucklosen Spieler sehen, der drei Stunden
>Bierzeltmusik
>auf der ersten Trompete durchhält...
Kann es sein, daß dir die Lautstärke wichtiger als die Tonqualität
ist?
>> Zumal ich sagen muß, das Musiker mit
>> dieser Technik einen schöneren, voluminöseren sauberen Ton hinbekommen, als
>> jene, die das mit Lippendruck machen....
>Aber für ein Fortissimo braucht er einen Verstärker...
Ich habe oft genug im Profiorchester neben den Bläsern gesessen und
kann absolut nicht bestätigen.
Ach ja: Die "Kunst" liegt nicht nur im Lautspielen - sondern eher im
Gegenteil. Und da möchte ich schon gerne sehen, wie z.B. ein Trompeter
ohne druckschwachen Ansatz im ppp beim b´´ einsetzt ....