bisher war ich kein Klassik-Fan, habe jetzt aber Carl Orff, Carmina
Burana gehört und ich finde es super!
Leider finde ich nichts ähnliches. Habe schon stundenlang bei iTunes in
alles mögliche rein gehört - aber nichts in die Richtung gefunden.
Wäre für Tipps dankbar. Evtl. auch eine Einsteiger-Website?
Vielen Dank, Gruß,
Bettina
> bisher war ich kein Klassik-Fan, habe jetzt aber Carl Orff, Carmina
> Burana gehört und ich finde es super!
>
> Leider finde ich nichts ähnliches. Habe schon stundenlang bei iTunes in
> alles mögliche rein gehört - aber nichts in die Richtung gefunden.
Wie wäre es mit einem anderen Stück von Orff (Catulli Carmina, Die Kluge
etc., ich muß allerdings gestehen, dass ich die auch nicht kenne)?
Sonst vielleicht Strawinsky: Le Sacre du Printemps, Petrouchka und
L'Oiseau feux (Der Feuervogel). (Das Stück, das Orff angeblich am
stärkste beeinflußt hat ist Strawinskys "Les Noces", kenne ich aber auch
nicht)
Ansonsten lief hier gerade ein Thread "Die ersten Takte...", lies da mal
rein, vielleicht ist das hilfreich.
> Wäre für Tipps dankbar. Evtl. auch eine Einsteiger-Website?
viele Grüße
JR
>Leider finde ich nichts ähnliches.
Andere sind nicht ähnlich wie Orff - Orff ist ähnlich wie andere...
der hat praktisch nur abgekupfert. Eine - halbwegs - originelle
Ausnahme bildet die Oper "Der Mond", aber wenn Dir die Carmina burana
gefallen, dann ist die nix für Dich.
--
Gruß
Radbert
Hallo Bettina,
dieses Werk ist einmalig, dass man auch nur annäherndes findet;-)
Große Chorwerke gibt es etliche, aber die sind völlig anders, z.B. Bachs
h-moll Messe, Beethovens Missa oder Verdis Requiem.
Was gefällt dir an der Carmina besonders? Der Rhythmus, die Melodien, der
Chor und Orchester usw.
Vielleicht kann man da anknüpfen.
Viele Grüße
Dieter
> Das Stück, das Orff angeblich am
> stärkste beeinflußt hat ist Strawinskys "Les Noces", kenne ich aber auch
> nicht)
und vielleicht geht auch Stravinskys 'Oedipus Rex' etwas in der richtung.
Es wäre interessant zu wissen was dir, Bettina, so am Carmina gefallen
hat. Ist es die Rhythmik der Musik, das Chor, oder vielleicht auch nur
weil es manchmal sehr laut wird?
nico assinck
nimwegen
>>Eine - halbwegs - originelle
>>Ausnahme bildet die Oper "Der Mond", aber wenn Dir die Carmina burana
>>gefallen, dann ist die nix für Dich.
>
>;-))) Aber man muss ja nicht gleich so hart sein.
Das war nebenbei überhaupt nicht wertend gemeint. Die beiden Werke
haben doch wirklich kaum Gemeinsamkeiten.
--
Gruß
Radbert
>Ach, naja. Humpta-humpta-humpta haben sie beide in reichem Maße ;-)
Das is nich nett.
>Allerdings ist mir der "Mond" erheblich lieber.
Mir ersma... da durfte ich sogar schon mal mitspielen. Leider nicht
das ursprünglich in Aussicht gestellte Tubasolo, aber immerhin...
--
Gruß
Radbert
Als Einsteiger Website, sofern deine Englischkenntnisse zum Verständnis
ausreichen empfehle ich dir http://www.good-music-guide.com
Ähnliches zu Carmina Burana: Eventuell "Ivan der Schreckliche" von
Prokofieff, oder auch "Alexander Nevsky" von Prokofieff. Möglicherweise
sagt dir auch irgendwann die "Sinfonietta" von Janacek zu, oder "Die
Hinrichtung des Stepan Rasin" sowie die 5. / 8. / 11. und 13. Sinfonie
von Schostakowitsch (Nr. 13 ist für Bass, Chor und Orchester), dann das
"Konzert für Orchester" von Lutoslawsky, die "2. Sinfonie" von
Prokofieff, die "Eisengiesserei" von Mossolow, "Pacific 231" von Arthur
Honegger, irgendwann mal die "Turangalila-Sinfonie" von Olivier Messiaen,
die "Gesangsszene" von Karl Amadeus Hartmann sowie seine "6. Sinfonie"
oder auch seine ergreifende "1. Sinfonie - Versuch eines Requiems"
Eventuell liegt Dir auch Hindemith oder Mauricio Kagel, "Die Planeten"
von Gustav Holst, Khatchaturjan hat auch interessante Sachen geschrieben.
Alles in allem sind alle erwähnten Stücke anders als Carmina Burana, aber
wenn Du nur etwas davon wiederentdeckst, machst Du vielleicht einen
Schritt nach dem anderen und lernst so im Laufe der Zeit immer mehr
schätzen und lieben. Es dauert aber Jahre, diese Musik ist nicht als Fast
Food geeignet, also lasse Dir Zeit damit.
Gruß, Pettsson
> ;-))) Aber man muss ja nicht gleich so hart sein. Aller Anfang ist
> schwer. Ich gebe unumwunden zu, dass mir der Reichsparteitagsbombast
> dieses Stücks auch mal imponiert hat. Das kann sich ja ändern ;)
Nein, das war schon richtig.
Hast du dir eigentlich inzwischen mal Resp. angehört?
Da das ein Ohrenschmaus ohnegleichen ist, soll man das nicht
im allgemeinen Schlamassel mit untergehen lassen, dachte ich
so gerade.
Respighi is fine ... ich habe folgendes zum gleich finden und parat
(den Rest müsste man mit viel Mühe erst ausgraben, aber in bin ja eh' BACH-Militarist)
(1) Respighi - Karajan - Fontane Di Roma - Pini Di Roma - Antiche Danze Et Arie - Suite Iii - Berliner Philharmoniker
(2) Respighi - Maazel - Pini - Feste - Fontana di Roma - Sony 1996
.............
Na gut, dann höre ich (jetzt) eben erst mal die Pini ... gruss
Versuche es doch einmal mit "Oedipus Rex" von Igor Strawinsky.
Viele Grüße
Karsten
--
Karsten Hens
Wenn Worte reden könnten...
> Hallo,
>
> bisher war ich kein Klassik-Fan, habe jetzt aber Carl Orff, Carmina
> Burana gehört und ich finde es super!
>
> Leider finde ich nichts ähnliches. Habe schon stundenlang bei iTunes in
> alles mögliche rein gehört - aber nichts in die Richtung gefunden.
Hanns Eislers Sachen ("Vorwärts und nicht vergessen" etc. Kein Latein,
aber ähnlich "schmissig"). Dochdoch, ich meine das so.
--
Best regards,
Jens
>Es gibt tatsächlich nicht viel Ähnliches. Natürlich gibt es noch
>andere Werke von Orff, aber an die brutale Schlagkraft dieses Stücks
>(oder genauer: seiner Hauptnummern) kommen sie nicht heran. Immerhin
>wären die anderen beiden Teile des Zyklus einen Blick wert, vielleicht
>auch "Der Mond". Sicherlich nicht "Antigonae" oder "Prometheus", das
>sind späte Neuaufgüsse, die eigentlich nur noch langweilen.
Nein, gerade "Antigonae" finde ich sehr spannend. Das ist natürlich zu
einem guten Teil auch der Sprache der von Orff verwendeten
Hölderlin-Übersetzung zu verdanken, aber ich würde doch sagen, dass es
der Musik nicht an "Schlagkraft" mangelt. Oft wird mit subtileren
Mitteln gearbeitet als in den "Carmina Burana""; einige Stellen wie
"Glückselige solcher Zeit..." gehen mir immer wieder durch den Kopf,
obschon sie ohne das Geknalle der "Carmina" auskommen.
Patrick Borer
*unterschreib*
>Bettina Witek schrieb:
>
>> bisher war ich kein Klassik-Fan, habe jetzt aber Carl Orff, Carmina
>> Burana gehört und ich finde es super!
>>
>> Leider finde ich nichts ähnliches. Habe schon stundenlang bei iTunes in
>> alles mögliche rein gehört - aber nichts in die Richtung gefunden.
>
>Wie wäre es mit einem anderen Stück von Orff (Catulli Carmina, Die Kluge
>etc., ich muß allerdings gestehen, dass ich die auch nicht kenne)?
Ich kenne die Stücke und unterstütze die Vorschläge mit der kleinen
Ergänzung von "Der Mond" (da gibt es eine Einspielung mit Erb ...!).
Empfehlenswert sind auch die Chorwerke, die bei Wergo erschienen sind
(Darunter Orffs: "Von der Freundlichkeit der Welt"). "De temporum fine
commoedia" ist leider im Moment nicht mehr im Handel.
Es grüßt herzlich
Peter
Lebhaft vordringende Geister begnügen sich nicht mit dem Genusse, sie verlangen
Kenntnis. Diese treibt sie zur Selbsttätigkeit, und wie es ihr nun auch gelingen
möge, so fühlt man zuletzt, daß man nicht richtig beurteilt, als was man selbst
hervorbringen kann. (Goethe)
>On Wed, 02 Feb 2005 02:30:09 +0100 Patrick Borer wrote:
>
>>Nein, gerade "Antigonae" finde ich sehr spannend.
>
>Na gut. Das ist Geschmackssache.
>
>>Das ist natürlich zu
>>einem guten Teil auch der Sprache der von Orff verwendeten
>>Hölderlin-Übersetzung zu verdanken, aber ich würde doch sagen, dass es
>>der Musik nicht an "Schlagkraft" mangelt.
>
>Ich hatte "brutale Schlagkraft" geschrieben. Das Stück ist bei weitem
>nicht so knallig wie die "Carmina burana". Womit ich nicht sagen will,
>dass ich es mehr schätze, sondern nur, dass es dem, der die "Carmina"
>sehr mag, nicht sonderlich gefallen wird, weil ihm alles fehlt, was
>das andere Stück so beliebt macht.
>
Ein Lehrbeispiel ist natürlich Orffs "Oedipus", wenn man ihn mit
Strawinskys Oedipus Rex vergleicht ... :-)
>On Sat, 29 Jan 2005 14:49:31 +0100, Werner Hintze
><usene...@floridante.de> wrote:
>
>>Ach, naja. Humpta-humpta-humpta haben sie beide in reichem Maße ;-)
>>
>Ich habe einmal den Begriff "Neo-Neanderthalismus" für diesen
>Musikstil gehört. Finde ich im historischen Kontext als nicht
>unpassend.
>
Der Ausdruck findet sich in den Gesprächen Strawinskys mit Craft: "Was
meine eigenen Nachahmer anbelangt, meine 'Schule', wenn Sie so wollen,
war der Haken bei ihnen, daß sie nicht so sehr meine Musik als das
Persönliche meiner Musik imitierten. Sie wurden bekannt für ihre
Rhythmen, ihre Ostinati, ihre 'unerwarteten' Akzente, ihre
diatonischen 'Linien', ihre 'Dissonanzen', ihre C-dur-, mit einem H
oder einem A gewürzten Schlußakkorde.
Die Kennzeichen der Hindemith-Schule waren ihre unaufhörlichen
9/8-Tempi, ihre endlosen Quarten und ihre Fugenmit 32 Takte langen
Themen.
Es gab natürlich auch noch andere Schulen - die vom Broadway, die
Appalachische, die Neoneandethalsche (Orff), die 'arrière-garde' usw.
[...]"
(zitiert nach Burde: Strawinsky, Mainz 1982, S. 271)
(...)
>Empfehlenswert sind auch die Chorwerke, die bei Wergo erschienen sind
>(Darunter Orffs: "Von der Freundlichkeit der Welt").
Du meinst wohl "Brechts" :-)
Ich erinnere mich an die CD. Mehrere Brecht-Gedichte in Orffscher
Vertonung, durchaus mitreissend.
Patrick Borer
>Peter Brixius <peter....@onlinehome.de> schrieb:
>
>(...)
>>Empfehlenswert sind auch die Chorwerke, die bei Wergo erschienen sind
>>(Darunter Orffs: "Von der Freundlichkeit der Welt").
>
>Du meinst wohl "Brechts" :-)
Klaro, der Text ist von Brecht, das hatte ich vorausgesetzt. Das
nächste Mal schreibe ich von da Pontes Così fan tutte :-)
>Ich erinnere mich an die CD. Mehrere Brecht-Gedichte in Orffscher
>Vertonung, durchaus mitreissend.
>
... und der Werfel auch ...
Es grüßt herzlich
Peter
--
Denen, die uns langweilen, verzeihen wir oft, aber niemals denen,
die wir langweilen. (de la Rochfoucauld)
Schöne Grüße
Arno
"Bettina Witek" <bettin...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:360468F...@individual.net...
>On Fri, 11 Feb 2005 02:36:17 +0100, Patrick Borer
><pa.b...@bluewin.ch> wrote:
>
>>Peter Brixius <peter....@onlinehome.de> schrieb:
>>
>>(...)
>>>Empfehlenswert sind auch die Chorwerke, die bei Wergo erschienen sind
>>>(Darunter Orffs: "Von der Freundlichkeit der Welt").
>>
>>Du meinst wohl "Brechts" :-)
>
>Klaro, der Text ist von Brecht, das hatte ich vorausgesetzt. Das
>nächste Mal schreibe ich von da Pontes Così fan tutte :-)
Nun, mich hatte nur etwas irritiert, dass du Orff extra nochmal
erwähntest, obwohl du doch gerade eh von Werken Orffs schriebst...
"Orffs" schien mir so überflüssig, dass es in mir den Eindruck
erweckte, du könntest "Brechts" gemeint haben.
Patrick Borer
>Peter Brixius <peter....@onlinehome.de> schrieb:
>
>>On Fri, 11 Feb 2005 02:36:17 +0100, Patrick Borer
>><pa.b...@bluewin.ch> wrote:
>>
>>>Peter Brixius <peter....@onlinehome.de> schrieb:
>>>
>>>(...)
>>>>Empfehlenswert sind auch die Chorwerke, die bei Wergo erschienen sind
>>>>(Darunter Orffs: "Von der Freundlichkeit der Welt").
>>>
>>>Du meinst wohl "Brechts" :-)
>>
>>Klaro, der Text ist von Brecht, das hatte ich vorausgesetzt. Das
>>nächste Mal schreibe ich von da Pontes Così fan tutte :-)
>
>Nun, mich hatte nur etwas irritiert, dass du Orff extra nochmal
>erwähntest, obwohl du doch gerade eh von Werken Orffs schriebst...
>"Orffs" schien mir so überflüssig, dass es in mir den Eindruck
>erweckte, du könntest "Brechts" gemeint haben.
>
Du hast ja Recht, eine Ellipse ist immer etwas, bei dem man bei dem
anderen stillschweigend voraussetzt, dass er weiß, worum es geht - und
das darf man bei Brechts "Von der Freundlichkeit der Welt" heute nicht
so ohne weiteres tun. Aber nun zu Orff :-) Ein beeindruckendes Werk.
Nach der Machtergreifung machte ihm das Angst, er befürchtete
Repressalien der Nazis wegen seiner Vertonungen in der Weimarer
Republik. Ängstlich war er, unpolitisch eh, aber sicher kein
Parteigänger der Nazis. Das einzige, was man ihm IMO vorwerfen kann,
ist seine Sommernachtstraummusik - aber dass ihn so ein Sujet reizte,
kann man ihm glauben.
Aber das ist ein anderes Thema ... :-)
Es grüßt herzlich
Peter
--
Man nimmt in der Welt jeden, wofür er sich gibt; aber er muss sich
auch für etwas geben. Man erträgt die Unbequemen lieber, als man die ´
Unbedeutenden duldet.
(Goethe)