Etwas Aufbauendes wäre nett :-)
Hiobsbotschaften werden aber auch genommen.
Gruß! Markus
> Heute hat mir mein Arzt verkündet, dass ich von nun an mein Leben
> mit einem Cortison-Sprühgerät verbringen muss.
Ich will nicht vorschnell was von Beileid schreien. Das Leben verändert
sich, meistens schleichend, manchmal abrupt. Man ist gut dran, wenn man
sich die Fähigkeit erhält, sich mit neuen Zuständen anzufreunden - oder
zumindest gut auskommen zu lernen.
> Da ich mein Leben neben dem Beruf und der Freundin mit Singen
> verbringe :-),
Willkommen im Klub der solcherart Dreigeteilten ;-)
> mache ich mir ein wenig Sorgen, weil ich gehört habe, dass
> Cortison Singen gar nicht mag und einen mit Heiserkeit straft!
> Meine Husterei ist zwar auch nicht förderlich fürs Hobby,
> trotzdem würde ich gerne wissen, ob jemand Erfahrungen mit dem
> Medikament diesbezüglich gemacht hat.
Viel weiß ich nicht darüber und erst recht nicht aus eigener Erfahrung.
Festzustehen scheint, daß C. den Atemapparat in den meisten Fällen
beruhigt, was ja beabsichtigt ist, aber daß die Stimme sich in
Wahrnehmung und Klang verändern kann. Seit Jahrzehnten hört man immer
wieder von Gesangsstars (aus dem nicht-klassischen Bereich), die C.
nehmen, damit überlastete Stimmbänder weniger schmerzen - kürzer treten
und eine bessere Technik erlernen wären das bessere Mittel gewesen.
> Etwas Aufbauendes wäre nett :-)
Ich will es versuchen: mit der Verkündung des Arztes ist nicht nur Dein
normales, sondern möglicherweise auch Dein Sängerleben in eine neue
Phase getreten. Für Dich wird es als erstes darauf ankommen,
/realistisch/ einzuschätzen, ob und wenn ja welche signifikanten
Auswirkungen auf Deine Stimme, aber auch auf den gesamten Luftapparat
festzustellen sind. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß Sänger sowieso
ständig in irrationalen Ängsten um ihre Stimme schweben, die ewigen
Schals und Halstücher bei so vielen sind eindeutig Talismane ;-) ...
Wenn es so ist, dann solltest Du Dich zweitens mit Deinem veränderten
Instrument aufs neue unbefangen vertraut machen. Hier steht einem leicht
das innere Bild im Wege, das man gerne von sich hätte! Aber das bringt
nichts: was Du da vorfindest, das ist *Deine Stimme*! Nur weil sie
vielleicht anders ist als vorher (vielleicht ja auch besser zu
kontrollieren dank C.?), ist sie nicht automatisch schlechter. Du hast
anderswo schon geschrieben, daß Du Gesangsunterricht nimmst - nutze die
Chance und laß Dir helfen, denn es geht beim Singen auch um
Individualität, nicht nur um anzustrebende Klangideale.
Drittens empfehle ich Dir, ein vorhandenes Musikinstrument auszubauen
oder auch ein neues zu erlernen. Hier entstehen normalerweise
bereichernde Wechselwirkungen mit der Singerei, sowohl was Technik, als
auch was allgemeinen Ausdruck, die "Denke" betrifft. Ich weiß nicht, ob
es ein Blasinstrument sein *muß* (ich habe mit dem Zink angefangen, habe
aber als Sänger ständig zu viel Luft), es wäre halt eine weitere
Atemtechnik; vielleicht ist das ja auch zu viel auf einmal.
Über allem soll stehen, daß Du es zum Vergnügen und zur Bereicherung
tust!
> Hiobsbotschaften werden aber auch genommen.
Ich hoffe, es kam rüber, daß es meiner Meinung nach ganz stark darauf
ankommt, wie man selbst es zu sehen gewillt ist...
Beste Grüße,
Christian
ich würde mich gegen Cortison und für das Singen entscheiden!
Werner
--
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kairos: Werner Partner * Tel +49 2366 886606 * Fax: 886608
kai...@t-online.de * http://home.t-online.de/home/kairos
Ja, eine schwere Entscheidung. Ich habe gestern abend zusammen mit einer
halben Flasche Wein und meiner Freundin den ersten Sprühstoß genommen. Als
Entscheidungshilfe habe ich das Argument meiner Freundin genommen, dass der
ewige Husten auch nicht so toll für meine armen, gebeutelten Stimmbänder ist
(Sänger! :-)
Und wer weiß, noch ist ja nicht entschieden, dass ich wirklich mit Heiserkeit
zu kämpfen habe. Soll ja nur hie und da vorkommen.
Vielen Dank übrigens für die netten Zuschriften auf mein posting! Da war
einiges Bedenkenswertes mit dabei. Ich werde daraufhin auch nicht mehr so ein
Drama aus meinem "Schicksal" machen. Mir war zugegebenermaßen das Herz in die
Hose gerutscht, als mir der Doc davon erzählte, aber jetzt habe ich mich damit
abgefunden. Wenn ich nach dem Sprühstoß viel trinke, soll das Risiko für die
Stimme nicht so hoch sein. Meiner Freundin habe ich erzählt, dass vor allem
Hopfen das Cortison von der Stimme spült, und so kann ich mir jeden Abend ohne
Gemecker ein Bier unter die Nase gießen :-)
Hat alles seine Vorteile.
Gruß! Markus
Mein Posting war ja etwas lakonisch, ich weiß nun auch recht wenig über
deine Krankheit. Was ich zu anmerken wünschte, watr einfach, dass du
vielleicht noch mal versuchen solltest, Alternativen zum Cortison zu
finden, also ebn auch bei alternativen medizinischen Ansätzen.
Hallo Markus,
Heiserkeit kann bei Cortisonsprays zwar eintreffen, ist aber nicht
sooo häufig. Das Risiko ist bei Pulversysthemen übrigends deutlich
geringer als bei Treibgassysthemen. Sinnvoller als Bier ist übrigends
Orangensaft. Das Ausspülen des Mundes dient übrigends mehr der
Soor-vorbeugung als der von Heiserkeit. Im übrigen ist ja das Singen
mit ständigem Hustenreiz für deine Mitsänger wirklich kein Vergnügen
(es stört gelinde gesagt), wenn du also mit C. vom Hustenreiz
wegkommst... Übrigends ... hast du eine Dauerdiagnose (z. B. Asthma)
und mußt C. als Langzeit therapeutikum nehmen oder ist es eher ein
akuter Reizhusten, der nach dem Ausheilen wieder verschwunden ist? Im
zweiten Fall wäre das Problem nämlich überhaupt kein Problem. Lothar
> Heiserkeit kann bei Cortisonsprays zwar eintreffen, ist aber nicht
> sooo häufig.
Aha! Das hatte ich so nicht gedacht. Eigentlich dachte ich, dass es fast zwingend die Folge wäre.
> Das Risiko ist bei Pulversysthemen übrigends deutlich
> geringer als bei Treibgassysthemen.
Noch besser! Ich nehme ein Pulver.
> Sinnvoller als Bier ist übrigends Orangensaft.
Gut. Das sage ich aber meiner Freundin nicht :-)
> Im übrigen ist ja das Singen mit ständigem Hustenreiz für deine Mitsänger wirklich kein Vergnügen
> (es stört gelinde gesagt),
Das sehe ich auch so, und es ist mir wirklich unangenehm. Und hinzu kommt, dass nicht nur der
Geräuschpegel andere stört, sondern dass das Husten die Stimme belastet.
> Übrigends ... hast du eine Dauerdiagnose (z. B. Asthma) und mußt C. als Langzeit therapeutikum nehmen
> oder ist es eher ein akuter Reizhusten, der nach dem Ausheilen wieder verschwunden ist? Im zweiten
> Fall wäre das Problem nämlich überhaupt kein Problem.
Der Doc hat mir gesagt, ich soll es ersteinmal drei Monate nehmen. Dann soll es noch einmal untersucht
werden. Ich drücke mir da einmal die Daumen :-)
Vor allem schleppe ich die Husterei mittlerweile schon ein paar Jährchen mit mir herum. Er würde mir
fast fehlen, wenn er nicht mehr da wäre...
Vielen Dank!
Markus
Das kann eine gute Grundlage für Alkoholismus werden.
Du weißt, dass Alkoholismus gerade bei Musikern sehr verbreitet ist. Und
gerade Musiker scheinen in dieser Hinsicht sehr wenig selbstkritisch zu
sein.
> > Übrigends ... hast du eine Dauerdiagnose (z. B. Asthma) und mußt C. als Langzeit therapeutikum nehmen
> > oder ist es eher ein akuter Reizhusten, der nach dem Ausheilen wieder verschwunden ist? Im zweiten
> > Fall wäre das Problem nämlich überhaupt kein Problem.
>
> Der Doc hat mir gesagt, ich soll es ersteinmal drei Monate nehmen. Dann soll es noch einmal untersucht
> werden. Ich drücke mir da einmal die Daumen :-)
> Vor allem schleppe ich die Husterei mittlerweile schon ein paar Jährchen mit mir herum. Er würde mir
> fast fehlen, wenn er nicht mehr da wäre...
>
Cortison ist die Bankrotterklärung der Medizin. Es heilt nicht und setzt
auch nicht an den Ursachen der Krankheit an. Es ist als "Therapie" rein
symptomatisch und hat verheerende Nebenwirkungen, gegen die das Husten
ein Klacks ist.
Versuch doch einfach mal einen wirklich guten Arzt zu finden, der
rausbekommt, was du _wirklich_ hast.
> > Der Doc hat mir gesagt, ich soll es ersteinmal drei Monate nehmen. Dann
soll es noch einmal untersucht
> > werden. Ich drücke mir da einmal die Daumen :-)
> > Vor allem schleppe ich die Husterei mittlerweile schon ein paar Jährchen
mit mir herum. Er würde mir
> > fast fehlen, wenn er nicht mehr da wäre.
> Cortison ist die Bankrotterklärung der Medizin. Es heilt nicht und setzt
> auch nicht an den Ursachen der Krankheit an. Es ist als "Therapie" rein
> symptomatisch und hat verheerende Nebenwirkungen, gegen die das Husten
> ein Klacks ist.
Ich würde das auch so sehen, aber als Überbrückung sollte man Cortison nicht
generell verteufeln.
Ich würde aber:
1) eine genaue Diagnose verlangen, (ausserdem würde ich mich auf
Candida-Befall checken lassen, scheint bei üblichen Untersuchungen nicht
auf)
2) ein Zweit- oder Drittgutachten einholen. Ich weiß nicht ob Du bei einem
Allgemeinmediziner oder beim Facharzt in Behandlung bist.
3)(erst wenn 1+2 üngünstig verlaufen sind) alternative Heilmethoden wie z.B
Homöopathie (allerdings nuir bei einem ARZT) oder (falls Hustenanfälle
eventuell *stressbedingt* auftreten, eventuell Psychotherapie (ebenso nur
Arzt)ausprobieren.
>
> Versuch doch einfach mal einen wirklich guten Arzt zu finden, der
> rausbekommt, was du _wirklich_ hast.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Ich weiß ich bin O.T.
Aber das nehme ich in diesem Fall gern auf mich ;-)
mfg aus Wien
Alfred
ich wäre nicht so arztgläubig. Meine Frau ist Heilpraktikerin und
praktiziert recht erfolgreich Klasssche Homöopathie. Aber man kann
sicherlich auch zu einem Arzt gehen.
Bei Psychotherapie würde ich _keinesfalls_ zu einem Arzt gehen, sondern
zu einem psychologischen Psychotherapeuten. Allerdings gibt es natürlich
auch gute ärztliche Psychotherapeuten.
> >
> > Versuch doch einfach mal einen wirklich guten Arzt zu finden, der
> > rausbekommt, was du _wirklich_ hast.
>
> Dem ist nichts hinzuzufügen.
>
> Ich weiß ich bin O.T.
> Aber das nehme ich in diesem Fall gern auf mich ;-)
>
Es ist nicht so ganz OT.
Grüße
Werner Partner <kai...@t-online.de> schrieb:
> Cortison ist die Bankrotterklärung der Medizin.
Einspruch! :-)
> Es heilt nicht und setzt auch nicht an den Ursachen der Krankheit
> an. Es ist als "Therapie" rein symptomatisch
Das Symptom hätte mich umgebracht.
Grüße
Enrico
Nun ja, ein Konkurs ist ja manchmal auch ein Weg zur Rettung. Jedenfalls
vorübergehend.
In Fällen, wo eine ursächliche Therapie nicht möglich ist, kann man nur
symptomatisch behandeln. Da stimme ich dir zu. Ich finde es jedenfalls
ziemlich o.k., dass du noch da bist!
Das ist in dieser Pauschalität schlicht falsch.
--
Tilman Schmidt E-Mail: Tilman....@ePost.de
Bonn, Germany
- Undetected errors are handled as if no error occurred. (IBM) -
Lieber Werner,
wo hast du denn diese Histörchen her. Cortison ist ein körpereigenes
Hormon, daß der Körper in größeren Mengen herstellt, als es ein
Patient in der Regel inhaliert. Der Körper nutzt dieses Hormon "auch"
zur Steuerung von Entzündungserkrankungen. Bei der Inhalation wird
lediglich kurzzeitig vor Ort die Menge dieses Hormons erhöht. DA
natürliches Cortisol therapeutisch nicht praktikabel ist benutzt man
Abkömmlinge, die in den normalen therapeutischen Dosen definitiv keine
Nebenwirkungen haben. Ich weiß, daß aus Richtung Naturheilkunde
/Homöopathie starke zurückhaltung gegen C. geübt wird, meist unter
Ablehnung der klinischen Studien zum Einsatz von C, die in großer zahl
in den letzten 15 jahren gemacht wurden. Wenn Du meinst, Du brauchst
es nicht, so las es bleiben. Kein Arzt wird seinen Patient zu etwas
zwingen (können). Im Übrigen schädigt der Dauerhusten auf Dauer die
Lunge, als mitnichten harmlos - zumal eine vorgeschädigt Lunge ja auf
jeden Infekt wieder reagiert. Lothar