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Wieso hat ein Klavier drei seiten?

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Michael Lorek

unread,
Dec 22, 2001, 7:18:19 PM12/22/01
to
Hallo

mich würde es mal interessieren warum ein Klavier pro Ton drei Seiten hat?
Es ginge doch auch mit einer, oder? Wieso wurden da aber drei gewählt? Wobei
doch jede Seite den gleichen Ton abgibt. Das macht die Stimmung des Klaviers
auch sicherlich sehr schwer. Wie sieht es den dabei aus? Da muss doch jede
einzelne Seite gestimmt werden. Hört sich sehr sehr aufwendig an.

Gruß

Michael


Roger Pellaton

unread,
Dec 24, 2001, 11:56:19 AM12/24/01
to
Michael Lorek <lo...@wtal.de> wrote:

> mich würde es mal interessieren warum ein Klavier pro Ton drei Seiten hat?
> Es ginge doch auch mit einer, oder?

Klar ginge das. Und es kommt noch schlimmer: Im Orchester spielen manche
Violinen sogar das gleiche wie ihr Nachbar, dabei bezieht aber jede ihr
eigenes Honorar!


> Da muss doch jede
> einzelne Seite gestimmt werden. Hört sich sehr sehr aufwendig an.

Stimmt.
Im Falle des Orchesters dauert das häufig ewig. Ich frag mich manchmal,
ob die nicht einfach schon zu Hause stimmen könnten, da würde eine Menge
Zeit gespart. Aber wahrscheinlich hat ihnen das die Gewerkschaft
verboten.


--
Roger Das Auto ist jene technische Erfindung, welche die
Anforderungen an die Reaktionsgeschwindigkeit der
Fußgänger beträchtlich gesteigert hat.
(Lothar Schmidt)

Dieter Stockert

unread,
Dec 24, 2001, 3:08:01 PM12/24/01
to
Michael Lorek <lo...@wtal.de> wrote:

> mich würde es mal interessieren warum ein Klavier pro Ton drei Seiten hat?

In Reclams Musikinstrumentenführer (Reclam, Stuttgart 1988, S. 346)
steht:

Im Diskant wären die Saiten zu dünn und zu sehr gespannt, um vom Hammer
genügend Energie aufnehmen zu können. Die Bespannung ist deswegen
3chörig. Von der Mitte abwärts sind die Saiten mit Kupfer umsponnen und
dadurch zunehmend beschwert, sonst müßten sie zu lang gemacht werden.
Wegen der größeren Masse der Einzelsaite genügt 2chöriger Bezug. In der
untersten Lage ist die Umwindung so schwer, daß Einfachbezug ausreicht.
(Zur Erinnerung: je schwerer die Saite, um so tiefer der Ton, bei sonst
gleichen Bedingungen.)

Volker Gringmuth

unread,
Dec 24, 2001, 3:26:19 PM12/24/01
to
Michael Lorek (lo...@wtal.de) wrote:

> mich würde es mal interessieren warum ein Klavier pro Ton drei
> Seiten hat?

Mein Klavier hat ganze sechs Seiten: oben, unten, rechts, links, vorn,
hinten.

Aber wahrscheinlich meinst du "Saiten". Das ist ganz einfach:
Redundanz.

Wenn auf meiner Gitarre eine Saite reißt, muss ich erst eine neue
aufziehen, bevor es weitergehen kann.

Beim Klavier spielt man einfach weiter, man hat ja Reserve.

In den tiefen Lagen genügen zwei oder gar eine Saite, weil da sowieso
kein Mensch mehr hört, ob man nun den richtigen Ton getroffen hat -
Hauptsache, es brummt.


vG

--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de

Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.
(Erich Kästner)

Uwe Mahnken

unread,
Dec 25, 2001, 2:00:27 AM12/25/01
to
Es hat ganz einfach klangliche Gründe. Ich habe da zwar kein Fachwissen,
vermute aber, daß es so dem Klangideal der Romatik besser entsprochen hat,
als wenn von jeder Taste nur eine Saite angeschlagen würde. Die ersten
Hammerklaviere des 18. Jhds. waren wahrscheinlich nur einsaitig bespannt
(wie gesagt, es ist nur eine Vermutung von mir). Daneben dürfte es auch
dynamische Gründe gehabt haben. Die Romantiker waren ja wie wild darauf aus,
den ganzen Orchesterlärm auch auf dem Klavier irgendwie nachzuäffen (so gab
es z.B. riesige Pedal-Flügel ... welchen Durchmesser die Saiten für den
Fußgebrauch wohl gehabt haben müssen, damit sie nicht bei jedem "Fußtritt"
rissen ... *g*).

Uwe


Dieter Stockert

unread,
Dec 25, 2001, 2:44:30 AM12/25/01
to
Uwe Mahnken <Uwe-M...@gmx.de> wrote:

> Es hat ganz einfach klangliche Gründe. Ich habe da zwar kein Fachwissen,
> vermute aber, daß es so dem Klangideal der Romatik besser entsprochen hat,
> als wenn von jeder Taste nur eine Saite angeschlagen würde. Die ersten
> Hammerklaviere des 18. Jhds. waren wahrscheinlich nur einsaitig bespannt
> (wie gesagt, es ist nur eine Vermutung von mir).

In dem Buch "Faszination Klavier. 300 Jahre Pianofortebau in
Deutschland" (Prestel, München 2000) ist ein Hammerflügel von Silbermann
aus der Zeit um 1745 abgebildet, der "durchgehend zweichörig besaitet"
ist. Auch weitere Instrumente sind mehrchörig: Stein 1775 (zweichörig),
Silbermann 1776 (zweichörig), Senft 1780 (F1-f3 einchörig, dann
zweichörig), Brodmann 1810 (dreichörig), Broadway 1816 (dreichörig),
Kisting vor 1837 (C1-G1 zweichörig, dann dreichörig), Graf 1838 (C1-Fis1
zweichöri, dann dreichörig), Stöcker 1860 (A2-Cis1 einchörig, D1-G1
zweichörig, dann dreichörig), Lämmerhirt nach 1880 (A2-Gis1 einchörig,
A1-B zweichörig, dann dreichörig) usw.

John Strieder

unread,
Dec 25, 2001, 3:38:37 AM12/25/01
to
Hallo, Dieter!

Dieter Stockert schrieb:
>F1-f3

Endlich mal jemand, der auf richtige Weise die Oktaven bezeichnet!

In Reclams Konzertführer hat irgendein Vollidiot Bartok folgendermassen
(bezügl. Bratschenkonzert) zitiert:

"Der höchste Ton, den ich benutze ist das >a<."

Was um himmelsweillen ist ein >a<? Ein kleines "a" ohne Ziffer dahinter
ist für mich ein a0, somit hätte das Konzert einen maximalen Tonumfang
von einer großen Sexte (c0-a0). Später sah ich es in einem andern
Konzertführer richtig abgedruckt:

"Der höchte Ton, den ich benutze ist da a´´´."

Also a3.

Soetwas dümmliches und peinliches wie dieses ">a<" gibt´s doch wohl
gar nicht mehr. Typisch Reclams Konzertführer!

Viele Grüsse

John Strieder

Dieter Stockert

unread,
Dec 25, 2001, 3:58:58 AM12/25/01
to
John Strieder <jstried...@compuserve.de> wrote:

> Dieter Stockert schrieb:
> >F1-f3
>
> Endlich mal jemand, der auf richtige Weise die Oktaven bezeichnet!

Ich hab's nur abgeschrieben.

Werner Partner

unread,
Dec 25, 2001, 4:01:19 PM12/25/01
to
Volker Gringmuth schrieb:

>
> Michael Lorek (lo...@wtal.de) wrote:
>
> > mich würde es mal interessieren warum ein Klavier pro Ton drei
> > Seiten hat?
>
> Mein Klavier hat ganze sechs Seiten: oben, unten, rechts, links, vorn,
> hinten.
>
Das ist richtig, aber die sechste Seite muss offen sein, sonst kann der
Ton nicht raus ...

Werner

--
-----------------------------------------------------------
kairos: Werner Partner * Tel +49 2366 886606 * Fax: 886608
kai...@t-online.de * http://www.sonopt.de/partner

Jens Richter

unread,
Dec 26, 2001, 5:22:57 AM12/26/01
to
On Mon, 24 Dec 2001 16:56:19 +0000, Roger Pellaton wrote:

> Michael Lorek <lo...@wtal.de> wrote:
>
>> mich würde es mal interessieren warum ein Klavier pro Ton drei Seiten
>> hat? Es ginge doch auch mit einer, oder?
>
> Klar ginge das. Und es kommt noch schlimmer: Im Orchester spielen manche
> Violinen sogar das gleiche wie ihr Nachbar, dabei bezieht aber jede ihr
> eigenes Honorar!

[...]

Dudu! Jetzt habe ich einen Kaffeefleck auf dem "ä"...:-))
Lachende Grüße
Jens

Bernd Kussin

unread,
Dec 26, 2001, 7:34:00 AM12/26/01
to
"Michael Lorek" <lo...@wtal.de> schrieb:

Hallo Michael,
eine Saite wäre in der hohen Lage nicht nur zu leise im Verhältnis zu den
tiefen Tönen. Mehrere gleichgestimmte Saiten klingen nämlich nicht nur
lauter, sondern der Klang wird voller, lebendiger.
Das liegt daran, daß die drei Saiten niemals exakt gleich schwingen.
Dadurch kommt es zu Verstärkungen und Auslöschungen (Schwebungen)
der drei Töne (bzw. ihrer Teiltöne) in bestimmtem zeitlichem Wechsel.
Der Ton erhält so ein ganz anderes "Innenleben".
(Wird dieser Effekt durch leichtes Verstimmen absichtlich noch verstärkt,
nennt man das auch Chor(us)-Effekt. Bei weiterer Verstimmung der Saiten
gegeneinander werden die Schwebungen sehr schnell, und es kommt zur
unangenehmen "Rauhigkeit" des Tons)
Gruß, Bernd


Manfred Hößl

unread,
Dec 26, 2001, 9:58:52 AM12/26/01
to


Dabei ist das gar nicht immer so selbstverständlich, daß die wirklich das
Gleiche spielen.
Und jetzt kommt das seltsame: wenn einer öfter mal anders spielt wie die andern,
bekommt er auch nicht mehr...


Manfred
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de

Werner Partner

unread,
Dec 26, 2001, 2:56:14 PM12/26/01
to
Bernd Kussin schrieb:

Dies kann man vergleichen mit dem Tremolo beim Akkordeon. Beim
mehrchörigen Spiel erklingen beim Betätigen einer Taste zwei oder drei
gleiche Töne, die aber nicht exakt gleich gestimmt sind. Man kann dieses
Tremolo flach oder breit stimmen. Bei der flachen Stimmung hat man eine
ganz leichte Schwebung (so habe ich mein Akkordoen stimmen lassen), bei
einer breiteren Stimmung hat man den typischen Musette-Effekt, der
teilweise etwas blechern klingt. Man kann (wie beim Klavier) auch
dreichörig spielen (wenn das Akkordeon drei gleiche Chöre hat), dann ist
meist der zweite sehr elicht verstimmt, der dritte etwas stärker, das
ist dann die typische Musette-Stimmung.

Werner Partner

unread,
Dec 26, 2001, 2:52:03 PM12/26/01
to
Manfred Hößl schrieb:

>
> Jens Richter <gump...@planetwave.net> wrote:
> >On Mon, 24 Dec 2001 16:56:19 +0000, Roger Pellaton wrote:
> >> Klar ginge das. Und es kommt noch schlimmer: Im Orchester spielen manche
> >> Violinen sogar das gleiche wie ihr Nachbar, dabei bezieht aber jede ihr
> >> eigenes Honorar!
> >[...]
> >
> >Dudu! Jetzt habe ich einen Kaffeefleck auf dem "ä"...:-))
> >Lachende Grüße
> >Jens
>
> Dabei ist das gar nicht immer so selbstverständlich, daß die wirklich das
> Gleiche spielen.
> Und jetzt kommt das seltsame: wenn einer öfter mal anders spielt wie die andern,
> bekommt er auch nicht mehr...
>

Das ist job sharing: Jeder spielt immer nur die Stellen, die er auch
kann ...

Michael Lorek

unread,
Dec 27, 2001, 5:45:38 AM12/27/01
to

> Hallo Michael,
> eine Saite wäre in der hohen Lage nicht nur zu leise im Verhältnis zu den
> tiefen Tönen. Mehrere gleichgestimmte Saiten klingen nämlich nicht nur
> lauter, sondern der Klang wird voller, lebendiger.
> Das liegt daran, daß die drei Saiten niemals exakt gleich schwingen.
> Dadurch kommt es zu Verstärkungen und Auslöschungen (Schwebungen)
> der drei Töne (bzw. ihrer Teiltöne) in bestimmtem zeitlichem Wechsel.
> Der Ton erhält so ein ganz anderes "Innenleben".
> (Wird dieser Effekt durch leichtes Verstimmen absichtlich noch verstärkt,
> nennt man das auch Chor(us)-Effekt. Bei weiterer Verstimmung der Saiten
> gegeneinander werden die Schwebungen sehr schnell, und es kommt zur
> unangenehmen "Rauhigkeit" des Tons)
> Gruß, Bernd

hallo Bernd

wie? also soll ein Klavier nicht 100%ig gestimmt sein? Wird da von dem
Klavierstimmer bewust eine Verstimmung eingestellt oder endsteht sie von
alleine, weil man es so genau garnicht einstellen kann?

Zum Thema "schnelle Schwebungen" kann ich auch was sagen. Habe nämlich zwei
hohe Töne bei dennen es der Fall ist. Habe es versucht alleine zu stimmen
doch das hat weniger zum Erfolg geführt. Wie würde es der Klavierstimmer
machen? Die anderen zwei Saiten müssten ja irgendwie gedämpft werden.
Einfach mit dem Kinger zuhalten?


Volker Gringmuth

unread,
Dec 27, 2001, 6:22:33 AM12/27/01
to
Michael Lorek (lo...@wtal.de) wrote:

> Die anderen zwei Saiten müssten ja irgendwie gedämpft werden.
> Einfach mit dem Kinger zuhalten?

Niemals nicht mit Finger fassen an Saite.
Salz fressen Stahl auf... ;-)

Hast du noch nie einem Kla4stimmer zugesehen? Er hat Filzdämpfer, die
er zwischen die Saiten klemmt.


vG

--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de

"Ich habe mir [...] Gedanken darüber gemacht, ob es "Partizipienten" oder "Par-
tizipanten" heißen muß, und bin zu dem Ergebnis gekommen, daß ich in Zukunft
weiterhin "Teilnehmer" sagen werde..." (Matthias Warkus in de.rec.buecher)

Wolfgang Schreiber

unread,
Dec 27, 2001, 10:59:26 AM12/27/01
to
> Im Falle des Orchesters dauert das häufig ewig. Ich frag mich manchmal,
> ob die nicht einfach schon zu Hause stimmen könnten,

Im Falle der Bratschen ist das so. Die werden sogar im Allgemeinen gestimmt
verkauft. :-)

Beste Grüße
Wolfgang


Tanti

unread,
Dec 27, 2001, 11:57:11 AM12/27/01
to
Hi Michael,
Klavierbau ist über weite Strecken entsetzlich konservativ. "Geniale
Erfindungen" werden wider besseres Wissen hartnäckig tradiert. Dazu kann
man imho. auch die Dreichörigkeit in Mittellage und Diskant rechnen. Von
Lautstärke und Fülle des Klangs würden durchaus auch zwei Saiten pro Ton
ausreichen.
Allerdings, um der Genauigkeit halber: Es sind nur anderthalb Saiten.
Die Saiten werden von einem Wirbel ausgehend unter der sog. Druckleiste
durch, über Plattensteg, Resonanzbodensteg, um den "Aufhängestift",
zurück über Resonanzbodensteg, Plattensteg, unter der Druckleiste durch
in einen zweiten Wirbel geführt.
Damit kommt Volkers, wohl nicht ganz ernst gemeinte Bemerkung zum
Tragen: Hätte ein Klavier bei dieser Konstruktionsweise nur "2" Saiten,
würde beim Reißen der Saite tatsächlich der Ton fehlen.
Dass in dieser Lage beim Spielen eine Saite reißt, habe ich jedoch noch
nie erlebt. Das passiert höchstens dem Klavierstimmer - und der zieht
dann eine neue Saite auf.
Ich habe auch schon einmal ein zweichöriges Klavier gestimmt. Das geht
tatsächlich erheblich schneller.
Ob zweichörig oder dreichörig, die Saiten werden 100-prozentig genau
gestimmt, so dass keinerlei Schwebungen (Interferenzen) mehr auftreten.
Der einzelne Ton wird nie in irgendeiner Weise unrein gestimmt - es sei
denn, der Besitzer verlangt so etwas.
Dass man beim Stimmen zum Abdämpfen der anderen Saiten Keile verwendet
weißt du inzwischen. Außer Filzkeilen gibt es auch Gummi- und - speziell
für den Diskant beim Klavier - Kunststoff- oder belederte Holzkeile.
Ohne die Keile kriegst du den Ton nicht rein. Und selbst mit ist es oft
nicht einfach, denn Saiten können auch mit sog. Eigenschwebungen
aufwarten, d. h., die einzelne Saite ist in sich unrein. Das kommt von
Materialfehlern und/oder Verarbeitungsfehlern ( z. B. beim Bespinnen der
Basssaiten oder beim Aufziehen der Saite). Ein solches Chor kann nicht
rein werden und damit einen "sauberen" Ton erzeugen.

Schöne Grüße

Arno


"Michael Lorek" <lo...@wtal.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a07e3s$jc7jv$1...@ID-104617.news.dfncis.de...
>


Bernd Kussin

unread,
Dec 27, 2001, 12:30:31 PM12/27/01
to

"Michael Lorek" schrieb:

> wie? also soll ein Klavier nicht 100%ig gestimmt sein? Wird da von dem
> Klavierstimmer bewust eine Verstimmung eingestellt oder endsteht sie von
> alleine, weil man es so genau garnicht einstellen kann?

Sicher wird man einen Ton normalerweise immer versuchen möglichst
rein und schwebungsfrei zu stimmen. Aber ich denke, daß das nur bis
zu einem bestimmten Punkt gelingen kann. Drei Saiten werden kaum je
100%ig gleich schwingen (z.B. auch, was die Phase angeht).
Drei Saiten klingen auch bei optimaler Stimmung etwas anders als eine
Saite, die lauter ist.
Gruß, Bernd


Manfred Hößl

unread,
Dec 27, 2001, 1:35:18 PM12/27/01
to
Werner Partner <kai...@t-online.de> wrote:
>Manfred Hößl schrieb:

>>
>
>Das ist job sharing: Jeder spielt immer nur die Stellen, die er auch
>kann ...
>
Gefährliche Sache. Ich kenne Orchester, bei denen dann oft keiner mehr spiele
dürfte.

Werner Partner

unread,
Dec 28, 2001, 7:44:01 AM12/28/01
to
Manfred Hößl schrieb:

>
> Werner Partner <kai...@t-online.de> wrote:
> >Manfred Hößl schrieb:
> >>
> >
> >Das ist job sharing: Jeder spielt immer nur die Stellen, die er auch
> >kann ...
> >
> Gefährliche Sache. Ich kenne Orchester, bei denen dann oft keiner mehr spiele
> dürfte.
>

ich auch!
ich kenne sogar Orchester, in denen an solchen Stellen tatsächlich
keiner mehr spielt.

Michael Lorek

unread,
Dec 28, 2001, 5:36:18 PM12/28/01
to
hallo Arno

cool du bist also ein Klavierstimmer?

Ok dann habe ich eins jetz wieder gelernt: Die Saiten werden mit
Filzklötzchen gedämpft. Wie gehst du da vor? Alles klar eine Taste ist z.B.
föllig daneben. Jetz werden die einzelnen Saiten dieser Taste angezupft? und
gestimmt? Macht man das mit Stimmgeräten, wie es sie auch für die Gitarre
gibt? oder nach gehör? Ich habe gehört, dass es da irgendein Trick gibt,
dass man bestimmte Töne "spiel" und da sofort die Störungen raushören kann,
stimmt das?

Leider habe ich noch keinem Klavierstimmer zuschauen können, da ich mein
klavier erst drei Monate habe. Es muß aber auf jeden Fall mal gestimmt
werden. Was würde den solch ein Vergnügen kosten? Teuer, oder?

Gruß

michael


Volker Gringmuth

unread,
Dec 29, 2001, 5:49:45 AM12/29/01
to
Michael Lorek (lo...@wtal.de) wrote:

> Ich habe gehört, dass es da irgendein Trick gibt, dass man
> bestimmte Töne "spiel" und da sofort die Störungen raushören kann,
> stimmt das?

Der Trick heißt "Gehör". Wenn ich einen stimmigen Bezugston habe,
dann kann ich mit Übung auch hören, ob andere Töne stimmen. (Nein, ich
bin kein Klavierstimmer, ich stimme nur alle 3-4 Monate mal meine
Gitarre ;-)

Das Gemeine daran ist nur, dass man nicht auf vollkommene
Schwebungsfreiheit stimmen kann (oder nur die Oktaven). Quinten sind
in gleichschwebender Temperatur etwas "zu klein", Quarten etwas "zu
groß". Und das muss man im Gefühl haben.

> Leider habe ich noch keinem Klavierstimmer zuschauen können, da
> ich mein klavier erst drei Monate habe. Es muß aber auf jeden Fall
> mal gestimmt werden.

O ja, das sollte es unbedingt. Ein Klavier, und ein neues erst recht,
muss sich an sein neues Leben gewöhnen. Und das solltest du unbedingt
einem Fachmann überlassen. Wenn der es schafft, das Material schön
ruhig zu stellen, wird dein Klavier in kurzer Zeit die Stimmung stabil
halten.

> Was würde den solch ein Vergnügen kosten? Teuer, oder?

Frag mal im Klavierhaus deines geringsten Misstrauens. Üblicherweise
kostet eine Stimmung (mit mehreren Durchgängen) um 120 DM. Aber in
anständigen Häusern ist im Kaufpreis eines neuen Klaviers die erste
Stimmung bereits enthalten, oder gar die ersten zwei (jedenfalls kenne
ich das so).


vG

--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de

Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten.
Wer nicht fragt, bleibt es für immer. (chinesisches Sprichwort)

Radbert Grimmig

unread,
Dec 29, 2001, 9:05:42 AM12/29/01
to
"Wolfgang Schreiber" <wo...@ngi.de> schrieb:

... obere Lagen praktisch unbenutzt ...

Gruß, Radbert
--
http://www.rrr.de/~radbert

Arno Schuh

unread,
Dec 29, 2001, 12:45:00 PM12/29/01
to
Hi Michael,

"Michael Lorek" <lo...@wtal.de> schrieb im Newsbeitrag

news:a0isrs$l91kq$1...@ID-104617.news.dfncis.de...


> cool du bist also ein Klavierstimmer?

Ich *war* es.

In den seltensten Fällen stimmt ein Klavierstimmer nur einzelne Töne.
Normalerweise wird ein Klavier komplett gestimmt.
Dabei erzeugt man zunächst zwischen kleinem und eingestrichenen A eine
temperierte Stimmung. Die meisten Klavierstimmer dürften sich dabei nach
wie vor auf ihr trainiertes Gehör verlassen. Den Kammerton, also das
eingestrichene a holt man sich immer von der Stimmgabel. Das kleine a,
also die Oktave darunter, stimmt man bereits nach Gehör. Die Oktaven
werden immer rein gestimmt, und da nichts schwieriger ist als "nichts"
zu hören, arbeiten viele Klavierstimmer mit "Kontrollintervallen". Hier
z. B. das kleine f. Die Terzschwebung sollte genauso schnell rollen wie
die Dezime f+a' Vielleicht ist es das, was du mit Trick gemeint hast.
Dann wird innerhalb dieser Oktave in Quinten und Quarten aufwärts und
abwärts gestimmt bis alle Töne im richtigen Verhältnis zueinander
stehen.
Nachdem dieses Grundmuster steht, wird nur noch in Oktaven abwärts der
Bass und danach aufwärts der Diskant gestimmt.
So habe ich es gelernt und angewandt. Es gibt dazu (z. B. in den USA)
auch alternative Methoden.
An das Werkzeug und die Hilfsmittel zum Stimmen kommt man als
Nicht-Klavierstimmer übrigens gar nicht so leicht dran; zumindest war
das zu meiner aktiven Zeit so.
Zum Herstellen der Temperatur gibt es z. B. einen sog. Temperaturrechen.
Das sind einfach 13 aneinanderhängende Gummikeile, die man dann zwischen
die beiden Saiten stecken kann, die nicht klingen sollen. Es geht
schneller - insbesondere beim Korrigieren von Fehlern - wenn man die
Temperatur nur mit jeweils einer Saite macht. Auch da gibt es andere
Methoden und Philosophien unter den Klavierstimmern, wie's einfacher
geht bzw. was besser ist.
Hat man die Temperatur fertig, zieht man den Rechen heraus und beginnt
die Chore rein zu stimmen.
Dazu steckt man einen einzelnen Filz- oder Gummikeil in den Zwischenraum
zwischen klein a und klein b und stimmt die 2. Saite des Chors klein a
mit der 1. Saite überein. Dann steckt man den Keil in den Zwischenraum
zwischen klein b und klein h und stimmt zunächst die 3. Saite des Chors
klein a mit den bereits gestimmten Saiten 1 und 2 des Chors überein und
geht dann weiter zur 2. Saite des Chors klein b usw. bis alle Töne
innerhalb dieser Oktave stimmen.
Danach geht's, wie schon geschrieben, im gleichen Strickmuster in
Oktaven zum Bass bzw. in den Diskant.
Wie lange so etwas dauert und was es kostet hängt von sehr vielen
Faktoren ab. Wie alt ist das Klavier? Je nach alter des Klaviers und der
Einstellung des Klavierstimmers (bzw. seiner Firma/seines Händlers im
Rücken) kann es dir passieren, dass er sich glatt weigert "diesen alten
Kasten" noch zu stimmen. Das ist z. T. verständlich, denn Klaviere
verlieren mit zunehmendem Alter rapide an Wert und Qualität. Es bilden
sich (Haar-)Risse im Stimmstock, dadurch lockern sich die Wirbel und die
Stimmung hält nicht mehr; Saiten rosten; der Resonanzboden bekommt Risse
und/oder verflacht; es gibt verschiedene Arten von Klaviermechaniken,
die alle ihre Vor- und besonders Nachteile haben.
Und wenn du dann als Klavierstimmer "so nett" bist und wider besseres
Wissen und gegen alle Vernunft so einen alten Kasten stimmst, weil die
Kunden so an dem "guten Stück" hängen und betteln, dann ist der Ärger
hinterher groß, wenn die dann nach 3 Wochen empört bei dir anrufen und
dir sagen, das Klavier sei schon wieder total verstimmt und du hättest
da wohl etwas geschlampt etc. So etwas passiert einem nicht zweimal.

Also eine konkrete Antwort auf die Kostenfrage ist, ohne das Objekt zu
kennen, nur schwer möglich. Davon abgesehen sind die Preise auch lokal
sehr unterschiedlich.
Noch kurz zum Stimmgerät: Gute, professionelle Stimmgeräte sind ziemlich
teuer und sind nur die halbe Miete. Stimmen muss man schon noch selber,
und ich habe mir sagen lassen, das ist, trotz Stimmgerät, nicht Einfach.
Die meisten Klavierstimmer die ich kenne haben so ein Teil nur in
Extremsituationen benutzt, z. B. bei unvermeidlichem Umgebungslärm, wenn
mit Hören nichts mehr ging. Auch Stimmen mit Stimmgerät bedarf der
Übung, und selbst bei geübten Leuten, die sich allein auf das Stimmgerät
verlassen (müssen, weil sie es nicht hören), ist das Ergebnis - für
Otto-Normalverbraucher - gerade noch akzeptabel, generell aber
schlechter als von einem nach Gehör stimmenden Klavierstimmer. Das ist
nicht nur meine subjektive Meinung, sondern wurde auch schon oft
nachgemessen.

Schöne Grüße

Arno


Manfred Hößl

unread,
Dec 29, 2001, 2:27:21 PM12/29/01
to
Radbert Grimmig <gri...@cityweb.de> wrote:
>"Wolfgang Schreiber" <wo...@ngi.de> schrieb:
>
>>Im Falle der Bratschen ist das so. Die werden sogar im Allgemeinen =
>gestimmt
>>verkauft. :-)
>
>.... obere Lagen praktisch unbenutzt ...
>
Ihr immer mit euren Bratschenwitzen, alles an den Haaren herbei gezogen....
Mein erstes Erlebnis mit einem Bratschisten bei einer Quartettprobe: Er beendete
die typische Quartettdiskussion, wer das richtige "a" hat mit dem Hinweis, er
habe es. Er habe noch das "a" vom letzten mal.
Seitdem glaube ich keinem Bratschenwitz mehr. - Zumindestens nicht, daß es nur
ein WItz ist.

Roger Pellaton

unread,
Dec 29, 2001, 5:56:41 PM12/29/01
to
Manfred Hößl <Manfre...@web.de> wrote:

> Ihr immer mit euren Bratschenwitzen, alles an den Haaren herbei gezogen....

Zeitungsannonce:
"Berühmtes Streichquartett sucht 1. und 2. Geiger sowie Cellisten
zum gemeinsamen Musizieren..."


--
Roger
"Ich werde keine Zwei-Millionen-Dollar-Rakete in ein leeres
Zehn-Dollar-Zelt feuern und den Hintern eines Kamels treffen."
(George W. Bush)

Roger Pellaton

unread,
Dec 29, 2001, 6:06:07 PM12/29/01
to
Arno Schuh <arno....@t-online.de> wrote:

> An das Werkzeug und die Hilfsmittel zum Stimmen kommt man als
> Nicht-Klavierstimmer übrigens gar nicht so leicht dran; zumindest war
> das zu meiner aktiven Zeit so.

Stimmt.
Ich bin viel in Lagerhäusern, und von den dort zur Verfügung stehenden
Klavieren abhängig. Da die meisten dieser Geräte in absolut grauenhaftem
Zustand sind, habe ich mir mittlerweile eigenes Werkzeug besorgt, um
zumindest mal eine Grundstimmung zu erzeugen, die unseren westlichen
Ohren entspricht. Und ich hatte tatsächlich Mühe, an dieses Material zu
gelangen. Das gibts nicht einfach so im Musikalienladen um die Ecke.

Hab Dank für Deine interessanten Ausführungen.


--
Roger "Jerry, ich bin eine Frau! Wir sagen doch nicht, *was* wir
wollen. Aber wir behalten uns das Recht vor verdammt
unangenehm zu werden, wenn wir es nicht kriegen."
(Jeanne Tripplehorn in "Sliding Doors")

Radbert Grimmig

unread,
Dec 30, 2001, 3:58:57 PM12/30/01
to
Manfred Hößl <Manfre...@web.de> schrieb:

>>.... obere Lagen praktisch unbenutzt ...
>>
>Ihr immer mit euren Bratschenwitzen, alles an den Haaren herbei gezogen....

Wie viele Bratscherwitze gibt es eigentlich?

Xrvara - fvaq nyyrf Gngfnpura.

Manfred Hößl

unread,
Dec 30, 2001, 3:36:15 PM12/30/01
to
Radbert Grimmig <gri...@cityweb.de> wrote:
>Manfred Hößl <Manfre...@web.de> schrieb:
>>Ihr immer mit euren Bratschenwitzen, alles an den Haaren herbei =

>gezogen....
>
>Wie viele Bratscherwitze gibt es eigentlich?
>
>Xrvara - fvaq nyyrf Gngfnpura.
>
Kannst du nicht lesen? Keinen, das stimmt alles. *g*.

Michael Lorek

unread,
Dec 30, 2001, 11:37:43 AM12/30/01
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Hallo Volker

> Das Gemeine daran ist nur, dass man nicht auf vollkommene
> Schwebungsfreiheit stimmen kann (oder nur die Oktaven). Quinten sind
> in gleichschwebender Temperatur etwas "zu klein", Quarten etwas "zu
> groß". Und das muss man im Gefühl haben.

was sind den ein Quinten und ein Quarten?


> O ja, das sollte es unbedingt. Ein Klavier, und ein neues erst recht,
> muss sich an sein neues Leben gewöhnen.

nein es ist kein neues Klavier. Die Sache sah so aus. Ich war immer schon
von dem genialem Klang eines Klaviers und der varbelhaften Mechanik
fasziniert gewesen. Paar mal sah ich bei uns in der Anonze wie Leute
Klaviere an Selbstabholer verschänken. Eines Tages hatte ich das Glück und
habe ein bekommen. Ganz um sonst. Der Hacken war der, das das Ding schnell
aus der Wohnung raus musste (Selbstabholler). Meine Güte, das war ein Kampf,
vielleicht. Dann hatte ich es bei mir in der Gatrage erst stehen. Soweit es
ging nahm ich es auseinader die alte lackierung die schon in einem sehr
schlechtem Zusand war kam erstmal runter. Die "gelben" Tasten wurden dann
weiß. Es war grausam. Jede einzelne Taste habe ich vielleicht 5 Minuten lang
mit Scheuermilch scheuern müssen. Ich verstehe nicht wie sie überhaupt so
gelb werden konnten. Naja nach einem langem Kampf stand die Kiste dann bei
uns auch in der dritten Etage. Nun kam auch die Endarbeit. Es wurde
blau!!!!!
Bla bla bla, ich weiß nicht wie alt das Klavier ist, aber wird schon einiges
haben. Ich würde auch gerne erfahren was solch ein Ding überhaupt wiegen
kann?

> Frag mal im Klavierhaus deines geringsten Misstrauens. Üblicherweise
> kostet eine Stimmung (mit mehreren Durchgängen) um 120 DM.

das geht aber, ich dachte es wird viel teurer sein. Da müsste ich mal
schauen, wo wir hier soetwas haben.

Gruß

Michael

Michael Lorek

unread,
Dec 30, 2001, 11:45:36 AM12/30/01
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Hallo Arno,

besten Dank für die sehr präzise Beschreibung WOW :-)

Arno Schuh

unread,
Dec 31, 2001, 7:48:39 AM12/31/01
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Hi Michael,
zu folgendem vielleicht noch ein Tipp:

> ... Die "gelben" Tasten wurden dann


> weiß. Es war grausam. Jede einzelne Taste habe ich vielleicht 5
Minuten lang
> mit Scheuermilch scheuern müssen. Ich verstehe nicht wie sie überhaupt
so

> gelb werden konnten. ...

Entweder war der Vorbesitzer starker Raucher und/oder möglicherweise
sind die Tastenbeläge tatsächlich aus Elfenbein. Hier gilt dasselbe wie
bei deinen Zähnen: Starker Raucher und du musst entsprechend putzen. Und
desweiteren: Viel lächeln. Das macht weiße Zähne. :-) Aber Spaß
beiseite - den größten Fehler, den man bei Elfenbein machen kann ist
Dunkelheit (Klappe zu und möglichst noch ein Tuch drüber). Tageslicht
hilft bleichen und sorgt damit dafür, dass die Beläge länger weiß
bleiben.

> Bla bla bla, ich weiß nicht wie alt das Klavier ist, aber wird schon
einiges
> haben.

Das kann dir der Klavierstimmer wahrscheinlich sagen. Es gibt da von
kleinen Heftchen bis hin zu dicken Büchern Verzeichnisse, wo man anhand
des Fabrikates und der Seriennummer zumindest die Dekade, in welcher das
Klavier gebaut wurde, bestimmen kann.

Schöne Grüße

Arno

Michael Lorek

unread,
Dec 31, 2001, 9:23:08 AM12/31/01
to
hallo Arno

> Entweder war der Vorbesitzer starker Raucher und/oder möglicherweise
> sind die Tastenbeläge tatsächlich aus Elfenbein. Hier gilt dasselbe wie
> bei deinen Zähnen: Starker Raucher und du musst entsprechend putzen. Und
> desweiteren: Viel lächeln. Das macht weiße Zähne. :-) Aber Spaß
> beiseite - den größten Fehler, den man bei Elfenbein machen kann ist
> Dunkelheit (Klappe zu und möglichst noch ein Tuch drüber). Tageslicht
> hilft bleichen und sorgt damit dafür, dass die Beläge länger weiß
> bleiben.

das wärst doch, orginal Elfenbein und dann noch um sonst bekommen :-)

wie sieht es denn aus wenn ich ein klavier in einem klavierladen kaufen
würde. Wer bringt mir das dann in die dritte Etage? Kostet sicherlich extra,
oder? Wieviele Mann sind es dann? Wir hatten nämlich mit vier noch
Schwirigkeiten gehabt, aber das Klavie hat nur vier Ecken :-)

Gruß

Michael


Volker Gringmuth

unread,
Dec 31, 2001, 11:07:10 AM12/31/01
to
Michael Lorek (lo...@wtal.de) wrote:

> wie sieht es denn aus wenn ich ein klavier in einem klavierladen
> kaufen würde. Wer bringt mir das dann in die dritte Etage?

Das Klavierhaus. Oder vielmehr eine damit beauftragte Spedition. Es
gibt Spediteure, die auf Klaviertransporte spezialisiert sind.

> Kostet sicherlich extra, oder?

Nein, Lieferung ist inklusive, solange es nicht ungewöhnlich
kompliziert ist. Erkundige dich.

Das Eleganteste ist ein Mietkauf. Du zahlst für dein Instrument eine
monatliche Miete, sechs Monate lang. Wenn es dir nicht gefällt, lässt
du dir eben ein anderes bringen. Die schon gezahlte Miete wird in jedem
Fall voll angerechnet, wenn du es hinterher kaufst. Und dann kannst du
es meist noch günstig finanzieren.

> Wieviele Mann sind es dann?

Zwei, für ein normales Klavier.

> Wir hatten nämlich mit vier noch Schwirigkeiten gehabt, aber das
> Klavie hat nur vier Ecken :-)

Tja, gelernt ist gelernt... aber diese alten Schinken sind auch
wesentlich schwerer als vergleichbare heute gebaute Instrumente.


vG

--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de

"Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie..."
(Prof. Schießle, FH Aalen)

Arno Schuh

unread,
Dec 31, 2001, 12:38:14 PM12/31/01
to

"Volker Gringmuth" <news...@volker-gringmuth.de> schrieb im
Newsbeitrag news:a0q353.3...@news01.volker-gringmuth.de...

> > Wieviele Mann sind es dann?
>
> Zwei, für ein normales Klavier.
>
> > Wir hatten nämlich mit vier noch Schwirigkeiten gehabt, aber das
> > Klavie hat nur vier Ecken :-)
>
> Tja, gelernt ist gelernt... aber diese alten Schinken sind auch
> wesentlich schwerer als vergleichbare heute gebaute Instrumente.

Außerdem haben die - neben der oben erwähnten Erfahrung - noch die
entsprechenden Hilfsmittel, z. B. Tragegurte, begummite Griffe, die an
geeigneter Stelle festgeklemmt werden können und ähnliches.

Schöne Grüße

Arno

Michael Lorek

unread,
Jan 1, 2002, 4:23:27 PM1/1/02
to
ooouu also mit zwei Mann hätten wir es nie geschafft.

Gruß

michael


Carsten Rupp

unread,
Jan 30, 2002, 6:44:46 AM1/30/02
to

"Roger Pellaton" <pell...@magnet.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:1f57bqo.11s1nhtle730zN%pell...@magnet.ch...

> Arno Schuh <arno....@t-online.de> wrote:
>
> > An das Werkzeug und die Hilfsmittel zum Stimmen kommt man als
> > Nicht-Klavierstimmer übrigens gar nicht so leicht dran; zumindest war
> > das zu meiner aktiven Zeit so.
>
> Stimmt.
> Ich bin viel in Lagerhäusern, und von den dort zur Verfügung stehenden
> Klavieren abhängig. Da die meisten dieser Geräte in absolut grauenhaftem
> Zustand sind, habe ich mir mittlerweile eigenes Werkzeug besorgt, um
> zumindest mal eine Grundstimmung zu erzeugen, die unseren westlichen
> Ohren entspricht. Und ich hatte tatsächlich Mühe, an dieses Material zu
> gelangen. Das gibts nicht einfach so im Musikalienladen um die Ecke.
>

Hallo
Danke für die genaue Beschreibung zum Stimmen eines Klaviers
Die Werkzeuge zum Stimmen habe ich sehr leicht bekommen in einem
Klaviergeschäft in Frankfurt.
Leider sind aber viele Händler zu sehr darauf bedacht, ihren Hausstimmer
schicken zu können.
Dabei ist es sowohl bei neuen als auch alten Instrumenten immer wieder
einmal nötig einen einzelnen "abgerutschten" Ton nachzustimmen.
Besonders, wenn man als Spieler unterwegs ist und zum "muggen" ein weniger
gepflegtes Instrument hingestellt bekommt.
Die Stimmschlüssel sollten in jedem größeren Haus erhältlich sein, für
Gummikeile braucht man schon etwas glück.
Je nach den Anforderungen an den Schlüssel kann man mit etwa 15,- Euro für
die einfachste Ausführung rechnen - nach oben gibt es keine grenze.
Die Gummikeile habe ich für 1,-? pro Stück bekommen.
Schöne Grüße
Carsten Rupp

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