viele Grüße
JR
ich bin gerade unterwegs, deshalb nur aus der Erinnerung:
ich habe das Set tatsächlich damals gekauft und weitgehend gehört.
Lucchesini fand ich sehr gut, mir ging nur nach kurzer Zeit der extrem
hallige Klang etwas auf die Nerven. Es handelt sich um
Konzertmitschnitte aus Turin, offenbar aber mit nachträglichen
Korrekturen, weil quasi ohne Fehler. Lucchesini spielt eher weich, mit
gemäßigten Tempi, etwas "altmodisch" (auch z.B. in dem "Nachklappern"
von Melodietönen), aber sehr schön differenziert, klar und gesanglich.
Wenn Du eher Extreme willst, ist die Aufnahme nichts für Dich. Wenn ich
(Ende nächster Woche) wieder zu Hause bin, höre ich noch einmal rein und
kann dann auch noch genauer schreiben.
Viele Grüße,
Christian
Christian Köhn schrieb:
> Hallo Johannes,
Ich habe die Box seit ca. 14 Tagen, aber erst einen kleinen Teil gehört.
Da ich bisher nur ältere Gesamtaufnahmen besitze (Schnabel auf Naxos,
Stereo-Kempff auf DG, Nat auf EMI-Frankreich, Frank auf M&A), wollte ich
mal zur Abwechslung eine technisch-klanglich moderne GA. Da Kovacevich
etwas teurer ist, und ich sonst auch nirgendwo etwas Negatives über
Lucchesini gelesen habe, fiel meine Wahl auf diese GA.
Wenn da nicht das Klatschen wäre, würde man es nicht für einen
Livemitschnitt halten. Den halligen Klang kann ich so nicht bestätigen.
Mag es daran liegen, daß ich nur über Stax-Kopfhörer höre? Mir
persönlich liegt sein von Christian treffend beschriebener Stil, mir
fiel der Schubert von Andras Schiff als Vergleich ein.
Robert Stuhr
> Mag es daran liegen, daß ich nur über Stax-Kopfhörer höre?
Im Lotto gewonnen? ;-)
scnr
Ciao
A.
Andrej Kluge schrieb:
> Hi Robert,
>>Mag es daran liegen, daß ich nur über Stax-Kopfhörer höre?
> Im Lotto gewonnen? ;-)
>
Leider nicht, aber meine alten BM 30 verkauft :-)
RS
<google mode>
BM-30 Smerch 300-mm Multiple Rocket Launcher?
Vivanco BM 30 Babyfon?
oder doch
Backes & Müller 30?
</google mode>
SCNR,
Miguel Montfot
Der Markt für Raketenwerfer ist nicht mehr das, was er mal war...
Ich dachte allerdings, es sei ein Motorrad gewesen...
(Ich habe auch schon mit Stax geliebäugelt; aus den USA oder Japan
direkt bestellt, sind die sogar bezahlbar, ca. EUR 400 für ein einfaches
Modell incl. den notwendigen Verstärker, andere Leute geben das 10-
20fache für Lautsprecher aus)
viele Grüße
JR
Miguel Montfort schrieb:
> <google mode>
> BM-30 Smerch 300-mm Multiple Rocket Launcher?
Ertappt! Es war der Raketenwerfer, da geht die Post so richtig ab bei
Beethoven... ;-)
RS
Ich dachte es wäre Händel. Auf modernen Instrumenten.
Oliver
--
20 Fructidor an 213 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!
(...)
> Daher meine Anfrage, ob hier irgendjemand sich inzwischen Signor
> Lucchesinis Interpretationen zu Gemüte geführt hat? Denn obgleich das
> set nicht teuer ist (ca. EUR 50), brauch ich natürlich eigentlich nicht
> noch eines und will es nicht ganz ohne Kommentar kaufen oder verpassen...
Noch ein paar Ergänzungen bzw. Korrekturen zu meinen erinnerten Eindrücken:
Die Aufnahmen klingen nicht "extrem" hallig sondern nach großem Saal, mit
relativ hohem Raumanteil produziert (wodurch gelegentlich auch
Publikumsgeräusche zu hören sind). Dadurch entsteht eine gewisse
Live-Atmosphäre. Lucchesini spielt manuell vollkommen sicher,
gestalterisch sehr klug und überlegen, klanglich fein differenziert und
durchaus kraftvoll aber nie brutal oder hässlich, insgesamt sehr natürlich
und ohne Übertreibungen. Seine Tempi sind bisweilen durchaus rasant, etwa
im Finale von op. 2 Nr. 3, wirken aber nie gehetzt. Das alles sind
Qualitäten, die ich sehr hoch zu schätzen weiß und dennoch: Irgendetwas
fehlt mir. Es ist schwer zu beschreiben, weil jede Formulierung mir gleich
wieder ungerecht erscheint: Ich wünschte mir manchmal mehr Temperament,
aber dann fällt mir der Schluss der Appassionata ein, der sehr feurig ist;
ich will den Eindruck von übergroßer Sorgfalt vorsichtig kritisieren und
bemerke gleichzeitig, dass gegen Sorgfalt ja wohl kaum etwas zu sagen ist,
usw.. Vielleicht hört man den Aufnahmen einfach an, dass Lucchesini zum
Zeitpunkt ihrer Entstehung erst 34 (bis 36) Jahre alt war? Er ist ohne
Zweifel ein phänomenaler Pianist, extrem begabt, dabei zugleich klug und
verantwortungsvoll; vielleicht fehlt im Vergleich zu den ganz großen
Beethoven-Spielern noch etwas Persönlichkeitsentwicklung. Zusammengefasst
würde ich Dir das Set dennoch empfehlen, allein schon weil ich mich mit
einer abschließenden Bewertung wie gesehen etwas schwer tue und an
weiteren Meinungen deshalb sehr interessiert wäre ;-).
Viele Grüße,
Christian
--
Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält. (William Somerset
Maugham)
sofern Du oder jemand anderes die Perl-Aufnahmen kennt:
Wie verhalten sich die Interpretationen zueinander?
Grüße
Andreas Hartrodt, Schwerin
> sofern Du oder jemand anderes die Perl-Aufnahmen kennt:
> Wie verhalten sich die Interpretationen zueinander?
Frei nach Heinz Erhardt: Die kenne ich so gut wie fast gar nicht.
Viele Grüße,
Christian
--
Trinken Veganer eigentlich Alkohol? Immerhin müssen zur Erzeugung von
Wein z.B. Millionen von Hefezellen Sklavenarbeit leisten, um
schliesslich an den eigenen Ausscheidungen zugrunde zu gehen. (Andreas
Cammin in de.rec.mampf).