Ist hier noch jemand mit Vinyl-Spielern zu gange?

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Andreas Bockelmann

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Feb 6, 2022, 2:08:28 PMFeb 6
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Hallo liebe Zielgruppe,

da der Denon DP37F von ebay mehr oder weniger ein Bastelgerät ist und ich
beim letzten Versuch anscheinend die Motrorsteuerung gehimmelt habe (und
vorerst die Lust verloren habe, weiterzumachen), habe ich gerade zugeschlagen.

Es kommt nun ein angeblich frisch gereinigter und abgeschmierter Dual CS
2235Q zu mir. Da ich nicht weiß in welchem Zustand das (Ortofon) Dual ULM66E
mit seiner Nadel ist, (so weit ich weiß elliptischer Diamant, getippt), habe
ich aus einer anderen Quellen noch für 295,- das letzte Ortofon OM40Super
als NOS geschossen.

Eigentlich bin ich Audio Technica-Fan, aber ich vermute, dass mein AT440MLa
für den DUAL mit seinem Ultra Low Mass Tonarm zu schwer ist.

Mal sehen, wie das spielt. Wenn ich zufrieden bin, setze ich meinen (made by
DUAL) Thorens TD240-2 bei ebay rein. Dann bleibt das AT440MLa am Thorens und
ich lege noch eine brandneue Nadel ATN-440MLb (die a gibt es nicht mehr) dazu.


--
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bockelmann

Michael Landenberger

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Feb 7, 2022, 1:06:04 PMFeb 7
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"Andreas Bockelmann" schrieb am 06.02.2022 um 20:05:43:

> Hallo liebe Zielgruppe,
>
> da der Denon DP37F von ebay mehr oder weniger ein Bastelgerät ist und ich
> beim letzten Versuch anscheinend die Motrorsteuerung gehimmelt habe (und
> vorerst die Lust verloren habe, weiterzumachen), habe ich gerade
> zugeschlagen.
>
> Es kommt nun ein angeblich frisch gereinigter und abgeschmierter Dual CS
> 2235Q zu mir.

Du hast aber einen überdurchschnittlichen Verbrauch an Plattenspielern ;-)

Schade, dass der DP37F nicht mehr in Ordnung ist. Wäre er es gewesen, wäre er
von allen Plattenspielern, von denen du in letzter Zeit berichtet hast, mit
Abstand der beste gewesen.

> Da ich nicht weiß in welchem Zustand das (Ortofon) Dual
> ULM66E mit seiner Nadel ist, (so weit ich weiß elliptischer Diamant,
> getippt), habe ich aus einer anderen Quellen noch für 295,- das letzte
> Ortofon OM40Super als NOS geschossen.

Meine Banane. Das steinalte System an meinem Sony PS-P7x gibt mir auch nach
Jahrzehnten keinerlei Veranlassung, es auszutauschen. Es klingt immer noch
besser als jede Platte, die ich besitze, und neue Platten werde ich wohl in
diesem Leben nicht mehr kaufen. Ein neues Abnehmersystem wohl auch nicht.

Gruß

Michael

Roland Krause

unread,
Feb 7, 2022, 3:00:51 PMFeb 7
to
Am 06.02.22 um 20:05 schrieb Andreas Bockelmann:
Kauf dir doch einen neuen Player, es muss ja nicht gleich Transrotor sein.
Auf jeden Fall gibt es wieder viele, hochwertige Geräte.

--
Roland - roland....@freenet.de

Andreas Bockelmann

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Feb 8, 2022, 7:06:24 AMFeb 8
to
Roland Krause schrieb:

> Kauf dir doch einen neuen Player, es muss ja nicht gleich Transrotor sein.
> Auf jeden Fall gibt es wieder viele, hochwertige Geräte.
>

Den habe ich ja in Form des "Thorens" TD240-2. Mit dem bin ich unzufrieden.
Sehr wahrschienlich werde ich den zusammen mit dem AT440MLa und einer
Ersatznadel 440MLb als Bundle verkaufen. Das Ortofon liegt in der
Packstation, der Dual ist im Zulauf.

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 8, 2022, 7:06:24 AMFeb 8
to
Michael Landenberger schrieb:

> Schade, dass der DP37F nicht mehr in Ordnung ist. Wäre er es gewesen, wäre er
> von allen Plattenspielern, von denen du in letzter Zeit berichtet hast, mit
> Abstand der beste gewesen.

Ich vermute mal, dass der kräftig misshandelt wurde. Ich habe ihn
"eingelagert" und werde ihn bestimmt noch mal aufmachen. Ich hatte nur keien
Lust mehr mich damit zu befassen. Das Motorsteuer-IC ist (noch) erhältlich,
wenn es das ist. Was mich wundert: Denon betreibt dieses IC mit zu hoher
Frequenz für die +/- 5Volt. Dabei lägen die höheren Spannungen ja bereit.

Ich ahbe in der Zwischenzeit alle Elkos ausgewechselt und die
Stromversorgung umgebaut. Der bekommt nun 12 Volt aus einem Steckernetzteil
und macht intern daraus +/- 12 Volt

> Meine Banane. Das steinalte System an meinem Sony PS-P7x gibt mir auch nach
> Jahrzehnten keinerlei Veranlassung, es auszutauschen. Es klingt immer noch
> besser als jede Platte, die ich besitze, und neue Platten werde ich wohl in
> diesem Leben nicht mehr kaufen. Ein neues Abnehmersystem wohl auch nicht.

Tja, ihc wiederum habe kürzlich noch die Quiet Places und die Caverna magica
(remastered) von Andreas Vollenweider angeschafft. Das war toll, nach all
den Jahren mal wieder 2 LPs erstmalig auszupacken :-)

Michael Landenberger

unread,
Feb 8, 2022, 10:43:56 AMFeb 8
to
"Andreas Bockelmann" schrieb am 08.02.2022 um 13:04:04:

> Tja, ihc wiederum habe kürzlich noch die Quiet Places und die Caverna
> magica (remastered) von Andreas Vollenweider angeschafft.

Wenn man sich schon die Mühe macht, eine Aufnahme zu remastern, sollte man u.
a. auch die Dynamik optimieren und das ganze dann auf einen Tonträger pressen,
der mit der höheren Dynamik auch umgehen kann. Und nein, eine Vinylplatte ist
kein für diesen Zweck geeigneter Tonträger. Dafür hätte man sich das Remastern
sparen können.

> Das war toll,
> nach all den Jahren mal wieder 2 LPs erstmalig auszupacken :-)

Und die gibt's nicht digital? Wobei sogar MP3 klanglich einer Platte IMHO
sogar dann schon überlegen wäre, wenn es nur mit 192 kbit/s codiert wäre. Ein
MP3 hat keinen Dreck in der Rille, kann sich nicht abnutzen und das
Wiedergabegerät (welches sich selbstverständlich auch nicht abnutzt) hat
keinerlei Probleme, der Aufzeichnung auch noch am Ende einer Aufnahme exakt zu
folgen. Schon gar nicht hat das Wiedergabegerät irgendwelche Probleme
mechanischer Art wie z. B. eine zu träge Reaktionszeit irgendwelcher
Abtastnadeln oder Resonanzen. Eine MP3 muss man auch nicht mittendrin umdrehen
oder gar wechseln, weil man auch das längste Stück in einer einzigen Datei
unterbringt. 5 Stunden Musik am Stück sind digital kein Problem. Analog sehr
wohl.

Ich hatte im letzten Jahrtausend mal eine Plattensammlung, die mir bei einem
Einbruch in meine Wohnung geklaut wurde. Darunter waren schon ein paar
Raritäten, z. B. Argent "Circus". Fast alle konnte ich sie wiederbeschaffen -
auf digitalen Medien. Was für eine Wohltat: kein Knistern, kein Rauschen,
keine Verzerrungen und keine Gleichlaufschwankungen (die gibt es auch bei den
besten Plattenspielern, und zwar dann, wenn das Loch der Platte nicht genau in
der Mitte ist. BTDT). Und das Gefummel mit Staubtüchern und die Angst, beim
Ein- und Auspacken aus Versehen Fingerabdrücke auf der Platte zu hinterlassen,
sind auch passé.

Meinen Plattenspieler habe ich eigentlich nur noch, damit meine Frau ihre in
die Ehe eingebrachten Platten noch abspielen kann. Außerdem besitze ich noch
ein paar geerbte Klassik-LPs, aber die dürften in einem schlechten Zustand
sein, denn der Plattenspieler, mit dem sie früher abgespielt wurden, war nicht
der beste. Auch ein Vorteil von MP3s: spielt man sie auf einem minderwertigen
Gerät ab, leidet die Qualität der Aufzeichnung nicht, nur die Wiedergabe
klingt grottig. Beim anschließenden Abspielen auf einem hochwertigen Gerät
klingen MP3s wieder genau so gut als wären sie immer nur mit hochwertigen
Geräten abgespielt worden.

Gruß

Michael

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 8, 2022, 12:40:32 PMFeb 8
to
Michael Landenberger schrieb:
> "Andreas Bockelmann" schrieb am 08.02.2022 um 13:04:04:

>> Das war toll,
>> nach all den Jahren mal wieder 2 LPs erstmalig auszupacken :-)
>
> Und die gibt's nicht digital?

Darum geht es doch bei Schallplatten gar nicht :-)

Und um dem einen draufzusetzen: Ich konnte mich heute nicht zurückhalten:
Jethro Tull hat nach ca.21 Jahren ein Album veröffentlicht. Ich habe mal
ganz oben ins Regal gegriffen: Die große Box mit einer Bluray, zwei CDs und
3 LPs.


> Eine MP3 muss man auch nicht mittendrin umdrehen
> oder gar wechseln, weil man auch das längste Stück in einer einzigen Datei
> unterbringt. 5 Stunden Musik am Stück sind digital kein Problem. Analog sehr
> wohl.

Gut, im Wohnzimmer muss ich für digitale Medien erst einmal den TV mit in
Betrieb nehmen. Die Digitalsachen kommen in wenigen Fällen vom Blurayplayer,
ansonsten vom NUC. Bei Schallplatten mache ich nur das Radio an und starte
den Plattenspieler.

Aber ja, Platten im Auto hören geht nur über Digitaliierung.


> Ich hatte im letzten Jahrtausend mal eine Plattensammlung, die mir bei einem
> Einbruch in meine Wohnung geklaut wurde. Darunter waren schon ein paar
> Raritäten, z. B. Argent "Circus". Fast alle konnte ich sie wiederbeschaffen -
> auf digitalen Medien. Was für eine Wohltat: kein Knistern, kein Rauschen,
> keine Verzerrungen und keine Gleichlaufschwankungen (die gibt es auch bei den
> besten Plattenspielern, und zwar dann, wenn das Loch der Platte nicht genau in
> der Mitte ist. BTDT). Und das Gefummel mit Staubtüchern und die Angst, beim
> Ein- und Auspacken aus Versehen Fingerabdrücke auf der Platte zu hinterlassen,
> sind auch passé.

Du hast völlig recht, aber das Hantieren mit LPs ist einfach eine religiöse
Handlung. Das kann man rational nicht erklären. Abgesehen davon, dass ich
ein paar Schätzchen habe, die es digital nie zu kaufen gab.

Başar Alabay

unread,
Feb 8, 2022, 2:39:31 PMFeb 8
to
Andreas Bockelmann schrieb:

>> Und die gibt's nicht digital?
>
> Darum geht es doch bei Schallplatten gar nicht :-)

Manchen schon. Und manche jammern ganz seltsam :-)

> Und um dem einen draufzusetzen: Ich konnte mich heute nicht zurückhalten:
> Jethro Tull hat nach ca.21 Jahren ein Album veröffentlicht. Ich habe mal
> ganz oben ins Regal gegriffen: Die große Box mit einer Bluray, zwei CDs und
> 3 LPs.

Ah … wie ist das Album denn?

>> Eine MP3 muss man auch nicht mittendrin umdrehen
>> oder gar wechseln, weil man auch das längste Stück in einer einzigen Datei
>> unterbringt. 5 Stunden Musik am Stück sind digital kein Problem. Analog sehr
>> wohl.
>
> Gut, im Wohnzimmer muss ich für digitale Medien erst einmal den TV mit in
> Betrieb nehmen. Die Digitalsachen kommen in wenigen Fällen vom Blurayplayer,
> ansonsten vom NUC. Bei Schallplatten mache ich nur das Radio an und starte
> den Plattenspieler.

Mit Tonband waren 5 Stunden analog übrigens auch kein Problem. Nur so am
Rande. Große Spule, langsames Tempo. Sehr analog :-)

> Aber ja, Platten im Auto hören geht nur über Digitaliierung.

Nö, es gab auch mal Autiplattenspieler. Wie die die Naden drauf hielten,
ist mir allerdings ein Rätsel.

> Du hast völlig recht, aber das Hantieren mit LPs ist einfach eine religiöse
> Handlung. Das kann man rational nicht erklären. Abgesehen davon, dass ich
> ein paar Schätzchen habe, die es digital nie zu kaufen gab.

Die ist nicht religiös. Sie ist kultisch.

B. Alabay

Michael Landenberger

unread,
Feb 8, 2022, 5:03:56 PMFeb 8
to
"Andreas Bockelmann" schrieb am 08.02.2022 um 18:39:29:

> Gut, im Wohnzimmer muss ich für digitale Medien erst einmal den TV mit in
> Betrieb nehmen.

Ich muss lediglich mein Smartphone per Bluetooth mit dem Verstärker koppeln.
Auf dem Smartphone läuft der VLC Player, der wiederum Zugriff auf einen im
Keller laufenden Server und die darauf gespeicherten Mediendateien hat. Der
Output des VLC Players gelangt dann per Bluetooth auf den Verstärker. Und
schon kann ich endlos digital Musik hören.

Ja ich weiß, High-End-HiFi ist das nicht. Aber die Qualität ist um
Größenordnungen besser als beim Abspielen einer Vinylplatte.

> Du hast völlig recht, aber das Hantieren mit LPs ist einfach eine religiöse
> Handlung.

Mit Religion hab' ich's nicht so. Ich habe Elektrotechnik studiert und
jahrelang in der Pro-Audio-Branche gearbeitet, da ist man eher bei den Fakten
als beim Glauben. Vor allem würde ich niemals 300 Euro für einen Tonabnehmer
ausgeben, schon gar nicht, wenn sich ein funktionierender Tonabnehmer bereits
in meinem Besitz befindet. Viel eher stecke ich weniger als 300 Euro in sowas:
<https://www.thomann.de/de/focusrite_scarlett_8i6_3rd_gen.htm>

24bit, 192 kHz Sample-Rate, S/P-DIF Ein-/Ausgänge, Technik vom Feinsten von
einem der renommiertesten Hersteller überhaupt. Noch Fragen, Kienzle?

Gruß

Michael

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 9, 2022, 3:51:16 AMFeb 9
to
Başar Alabay schrieb:
> Andreas Bockelmann schrieb:

>> Und um dem einen draufzusetzen: Ich konnte mich heute nicht zurückhalten:
>> Jethro Tull hat nach ca.21 Jahren ein Album veröffentlicht. Ich habe mal
>> ganz oben ins Regal gegriffen: Die große Box mit einer Bluray, zwei CDs und
>> 3 LPs.
>
> Ah … wie ist das Album denn?

Weiß ich nicht. Ich kenne nur den teaser auf Youtube.
Aber hier passt wohl ein Zitat von Alexander Bloch (Auto Motor Sport TV)
"Ich verbreche Euch: Das wird gut!"


> Mit Tonband waren 5 Stunden analog übrigens auch kein Problem. Nur so am
> Rande. Große Spule, langsames Tempo. Sehr analog :-)

Mit der großen AKAI, 10,5" Spulen und Autoreverse ging das auch in hoher
Qualität.


>
>> Aber ja, Platten im Auto hören geht nur über Digitaliierung.
>
> Nö, es gab auch mal Autiplattenspieler. Wie die die Naden drauf hielten,
> ist mir allerdings ein Rätsel.

Ja, hatte mein Großvater mal im Opel Kapitän. Bei 25cm Schellackplatten und
den damals üblichen Auflagekräften war das nicht das große Problem. Um die
Vorabpressungen von Rudi Schuricke probezuhören reichte das.


>
>> Du hast völlig recht, aber das Hantieren mit LPs ist einfach eine religiöse
>> Handlung. Das kann man rational nicht erklären. Abgesehen davon, dass ich
>> ein paar Schätzchen habe, die es digital nie zu kaufen gab.
>
> Die ist nicht religiös. Sie ist kultisch.

Der Übergang von Kult zur (natur-)religion kann sehr unscharf sein :-)

Başar Alabay

unread,
Feb 9, 2022, 5:19:55 AMFeb 9
to
Andreas Bockelmann schrieb:

>>> Und um dem einen draufzusetzen: Ich konnte mich heute nicht zurückhalten:
>>> Jethro Tull hat nach ca.21 Jahren ein Album veröffentlicht. Ich habe mal
>>> ganz oben ins Regal gegriffen: Die große Box mit einer Bluray, zwei CDs und
>>> 3 LPs.
>>
>> Ah … wie ist das Album denn?
>
> Weiß ich nicht. Ich kenne nur den teaser auf Youtube.
> Aber hier passt wohl ein Zitat von Alexander Bloch (Auto Motor Sport TV)
> "Ich verbreche Euch: Das wird gut!"

Na, hast Du es jetzt gekauft, um es aufs Regal zu stellen oder
anzuhören?! :-)

>>> Aber ja, Platten im Auto hören geht nur über Digitaliierung.
>>
>> Nö, es gab auch mal Autiplattenspieler. Wie die die Naden drauf hielten,
>> ist mir allerdings ein Rätsel.
>
> Ja, hatte mein Großvater mal im Opel Kapitän. Bei 25cm Schellackplatten und
> den damals üblichen Auflagekräften war das nicht das große Problem. Um die
> Vorabpressungen von Rudi Schuricke probezuhören reichte das.

Oooh, ein Kapitän. Was für ein Schiff, ja.

>>> Du hast völlig recht, aber das Hantieren mit LPs ist einfach eine religiöse
>>> Handlung. Das kann man rational nicht erklären. Abgesehen davon, dass ich
>>> ein paar Schätzchen habe, die es digital nie zu kaufen gab.
>>
>> Die ist nicht religiös. Sie ist kultisch.
>
> Der Übergang von Kult zur (natur-)religion kann sehr unscharf sein :-)

Halten wir es mit agnostischer Unschärfe, statt scharfe Kultschoten zu
ertragen.

B. Alabay

Michael Landenberger

unread,
Feb 9, 2022, 6:02:40 AMFeb 9
to
"Andreas Bockelmann" schrieb am 09.02.2022 um 09:50:45:

> Başar Alabay schrieb:

>> Mit Tonband waren 5 Stunden analog übrigens auch kein Problem. Nur so am
>> Rande. Große Spule, langsames Tempo. Sehr analog :-)

> Mit der großen AKAI, 10,5" Spulen und Autoreverse ging das auch in hoher
> Qualität.

Auf 1/4"-Tonband nimmt man auf höchstens 2 Spuren auf und lässt es dabei mit
38 cm/s laufen [1]. Und schon kannst du die 5 Stunden vergessen. Dafür ist die
Qualität wenigstens einigermaßen. Jedenfalls am Anfang. Irgendwann fängt das
Band an, sich zu entmagnisieren, und die Höhen verabschieden sich langsam aber
sicher (passiert bei WAVs und MP3s auch nicht). Deswegen auch die 38 cm/s: da
ist der Effekt weit weniger ausgeprägt als bei Geschwindigkeiten, die man
braucht, wenn man 5 Stunden Musik auf einer Bandspule unterbringen will.

Und nach 20 Jahren löst sich die Magnetschicht vom Band und verklebt die
Köpfe. BTDT. Ich musste mal in den 1990er Jahren zwecks Remastering eine
damals ca. 20 Jahre alte 16-Spur-Analogaufnahme auf 2"-Band (Ampex!)
digitalisieren. Erstmal war es mühsam, ein Studio aufzutreiben, das noch eine
passende Bandmaschine samt des passenden Rauschunterdrückungssystems (Dolby
SR) hatte, und dann war das eben wegen der beginnenden Ablösung der
Magnetschicht eine fürchterliche Schweinerei. Der Besitzer des Studios war not
amused. Ich auch nicht, wir haben mehr geputzt als abgespielt. Der Lohn der
Mühe: die digitale Kopie (auf Pro Tools), die ich damals angefertigt habe,
klingt heute noch genauso wie wie vor 25 Jahren. Dagegen wären die analogen
Originalaufnahmen heute ~45 Jahre alt und damit vermutlich reif für die Tonne.

[1] Gegen die Regel "max. 2 Spuren auf Viertelzollband" habe ich einmal
verstoßen, als ich mit einer Fostex A8 Aufnahmen gemacht habe. Die bringt auf
1/4"-Band immerhin 8 Spuren unter. Ich habe es bitter bereut. Die Aufnahmen
waren nach relativ kurzer Zeit unbrauchbar. Nur das Master existiert noch, ist
aber inzwischen in einem beklagenswerten Zustand. Immerhin war ich so schlau,
die Aufnahmen rechtzeitig (d. h. Anfang des Jahrtausends) mittels CD-Rekorder
zu digitalisieren. Damit hatte ich den Zustand vor 20 Jahren quasi konserviert
und konnte jetzt die Aufnahmen mithilfe der mittlerweile verfügbaren
Restaurierungs-Technologie wieder in einen einigermaßen hörbaren Zustand
versetzen. Das Ergebnis wäre allerdings weit besser ausgefallen, wenn ich
nicht nur das Master (bzw. dessen digitale Kopie) zur Verfügung gehabt hätte,
sondern auch das 8-Spur-Band. Das aber war längst den Weg alles Irdischen
gegangen - weil es schon vor langer Zeit schlicht zu nichts mehr zu gebrauchen
war.

Gruß

Michael

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 9, 2022, 11:11:20 AMFeb 9
to
Başar Alabay schrieb:
> Andreas Bockelmann schrieb:
>
>>>> Und um dem einen draufzusetzen: Ich konnte mich heute nicht zurückhalten:
>>>> Jethro Tull hat nach ca.21 Jahren ein Album veröffentlicht. Ich habe mal
>>>> ganz oben ins Regal gegriffen: Die große Box mit einer Bluray, zwei CDs und
>>>> 3 LPs.
>>>
>>> Ah … wie ist das Album denn?
>>
>> Weiß ich nicht. Ich kenne nur den teaser auf Youtube.
>> Aber hier passt wohl ein Zitat von Alexander Bloch (Auto Motor Sport TV)
>> "Ich verbreche Euch: Das wird gut!"
verspreche
>
> Na, hast Du es jetzt gekauft, um es aufs Regal zu stellen oder
> anzuhören?! :-)

man -v Versandzeit :-)

Das Paket liegt in der Packstation in einer Stunde sitze ich im Auto und
hole es ab.

>> Ja, hatte mein Großvater mal im Opel Kapitän. Bei 25cm Schellackplatten und
>> den damals üblichen Auflagekräften war das nicht das große Problem. Um die
>> Vorabpressungen von Rudi Schuricke probezuhören reichte das.
>
> Oooh, ein Kapitän. Was für ein Schiff, ja.

Mein Großvater hatte jedes Modell des Opel Kapitäns. Danach einen Admiral
und als letztes Auto einen Rekord.

Und wenn Rudi Schuricke auf Tournee war, fuhr er dessen Horch als er noch
dessen Manager und Freund war ;-)

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 9, 2022, 11:21:14 AMFeb 9
to
Michael Landenberger schrieb:

> Und nach 20 Jahren löst sich die Magnetschicht vom Band und verklebt die
> Köpfe. BTDT. Ich musste mal in den 1990er Jahren zwecks Remastering eine
> damals ca. 20 Jahre alte 16-Spur-Analogaufnahme auf 2"-Band (Ampex!)
> digitalisieren. Erstmal war es mühsam, ein Studio aufzutreiben, das noch eine
> passende Bandmaschine samt des passenden Rauschunterdrückungssystems (Dolby
> SR) hatte, und dann war das eben wegen der beginnenden Ablösung der
> Magnetschicht eine fürchterliche Schweinerei. Der Besitzer des Studios war not
> amused. Ich auch nicht, wir haben mehr geputzt als abgespielt. Der Lohn der
> Mühe: die digitale Kopie (auf Pro Tools), die ich damals angefertigt habe,
> klingt heute noch genauso wie wie vor 25 Jahren. Dagegen wären die analogen
> Originalaufnahmen heute ~45 Jahre alt und damit vermutlich reif für die Tonne.

Und wenn Meister Jambo (Youtube) einen in den 1950er Jahren bespielten
Stahldraht abspielt, dann klingt das immer noch wie damals. Okay, das war
1950 auch nur bessere telefonqualität.

Aber Du hast Recht. Ich habe mal in den 1990er Jahren ein paar vom radio
aufgenommene Kassetten digitalisiert und auf CD gebrannt. Das war okay.
Kürzlich habe ich mal spaßeshalbe einer dieser Kassetten angepsielt,
unbrauchbar, trotz Chromdioxid, HighCom etc. Einfach unbrauchbar. Um so mehr
bin ich verwundert, was der Youtuber Retroversum noch aus VCR-Kassetten aus
den 1970er Jahren an Bildqualität herauszaubert.

(Ich meine schon das grundig/Philps-System VCR mit den drei Formaten auf den
identischen Würfelkassetten)

Başar Alabay

unread,
Feb 9, 2022, 3:22:16 PMFeb 9
to
Andreas Bockelmann schrieb:

> Und wenn Meister Jambo (Youtube) einen in den 1950er Jahren bespielten
> Stahldraht abspielt, dann klingt das immer noch wie damals. Okay, das war
> 1950 auch nur bessere telefonqualität.
>
> Aber Du hast Recht. Ich habe mal in den 1990er Jahren ein paar vom radio
> aufgenommene Kassetten digitalisiert und auf CD gebrannt. Das war okay.
> Kürzlich habe ich mal spaßeshalbe einer dieser Kassetten angepsielt,
> unbrauchbar, trotz Chromdioxid, HighCom etc. Einfach unbrauchbar. Um so mehr
> bin ich verwundert, was der Youtuber Retroversum noch aus VCR-Kassetten aus
> den 1970er Jahren an Bildqualität herauszaubert.

Ich habe gestern erst aus Jux eine ganz banale Ferrocassette mit Dolby B
(bäh) von 1989 eingelegt – erstaunlicher Sound. Auch Aufnahmen von
1985/86 klingen teils hervorragend. Hängt aber auch sehr vom Band ab.
Sony ziemlich gut, rare AHF (Ferro) unschlagbar, BASF katastrophel hoch
drei. Kannste vergessen. Agfa auch recht mau. TDK oder Maxell
unterschiedlich … mal hervorragend, mal mau. Raks ebenso. Vieles nicht
mit Dolby B sondern C.

B. Alabay

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 12, 2022, 4:19:32 AMFeb 12
to
wolfgang sch schrieb:
> Andreas Bockelmann <xot...@gmx.de> wrote
> in news:stp9mo...@wxp-nb-pm.local:
>
>> habe ich aus einer anderen Quellen noch für 295,-
>> das letzte Ortofon OM40Super als NOS geschossen.
>
> Die Ortofon OM|OMT|OMP-Systeme sind jeweils identisch, nur die Nadeln
> unterscheiden sich. Ein Ortofon OM "wird" durch Einsatz zB einer 40er
> Nadeln zu einem OM40.
>

Ja, aber das OM Super soll enwas andere Spulen haben.
Und das komplette OM Super 40 war für mich billiger als die NAdel 40
einzeln. Ich habe hier noch ein OM mit einer Nightclub E-Nadel, nie
getestet, und am Dual war ein ULM66 (made by Ortofon) vernbaut, dessen
getippte Nadel ULM166 ich gar nicht erst getestet habe.

Ich habe gerade die erste Seite von Vollenweider White Winds mit der
Neuanschaffung gehört. Bis gerade eben war ich immer Fax meines alten
Tonabnehmers Audio Technica AT440MLa. Ich habe nie verstanden, dass in Foren
das System als bassschwach bezeichnete. Nun weiß ich es. verglichen mit dem
AT hört man die Bassseiten der Harfe mit dem Ortofon nicht nur, man spürt
sie :-)

Gerald E¡scher

unread,
Feb 12, 2022, 7:26:06 AMFeb 12
to
Andreas Bockelmann schrieb am 12/2/2022 10:18:

> Ich habe hier noch ein OM mit einer Nightclub E-Nadel, nie
> getestet,

"Nightclub" klingt aber nach Schallplatte rückwärts abspielen oder, noch
schlimmer, scratchen. Dafür geeignete Tonabnehmer sind vor allem robust.

--
Gerald

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 12, 2022, 8:37:40 AMFeb 12
to
Gerald E¡scher schrieb:
Ja, die Nadel ist eigentlich für die Concorde-Modelle, aber bis auf die
Montage sind die mit den OM identisch.

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 12, 2022, 2:31:34 PMFeb 12
to
wolfgang sch schrieb:

> Alle Concorde-Nadeln sind mit allen OM-Systemen technisch kompatibel.
> Einige davon sind auch erheblich billiger als die 20, 30 oder gar 40
> Nadel. Daraus ergibt sich die Frage: Warum nicht eine DJ-Nadel für
> heimischen Hifi-Einsatz verwenden, und wenn ja welche? Welche Nachteile
> handelt man sich ein? Klangliche, oder werden die Platten schneller
> verschlissen? Warum machen das nicht alle?
>

Die DJ-Nadeln sind meist sphärisch,manche elliptisch. Häufig nur gebondet
und nicht nackt. Okay, findet man auch bei "billigen" HiFi-Nadeln. Aber
Auflagegwichte von 30mN (3g/3p) finde ich für meine Vinylschätzchen dann
nicht mehr witzig. Das Anforderungsprofil ist unterschiedlich. Ich will das
letzte bisschen Qualität bei möglichst geringem Verschleiß bei einem
Plattenspieler, der sehr geschützt in einem Schrank steht, herausholen. Der
DJ will Platten misshandeln, rückwärts eine Stelle anfahren (vom Scratchen
mal ganz zu schweigen) und die Nadel sollte nicht hüpfen wenn ein Gast
unsanft das DJ-Pult touchiert. Line-Contact-, Micro-Line- oder andere
Schliffe, die nahezu die komplette Rillenflanke berühren, somit die Platten
minimalst belasten, will der DJ nicht. Der DJ will möglichst geringes
Eindringen der Nadel in die Rille, damit die Spitze nicht über den Dreck am
Rillenboden schrubbt, das macht nur Störgeräusch. Und vom Klang her:
Audiophil und PA passen nicht zusammen.

Gerald E¡scher

unread,
Feb 12, 2022, 3:05:30 PMFeb 12
to
Andreas Bockelmann schrieb am 12/2/2022 20:29:

> wolfgang sch schrieb:
>
>> Warum nicht eine DJ-Nadel für
>> heimischen Hifi-Einsatz verwenden, und wenn ja welche? Welche Nachteile
>> handelt man sich ein? Klangliche, oder werden die Platten schneller
>> verschlissen? Warum machen das nicht alle?
>
> Die DJ-Nadeln sind meist sphärisch,manche elliptisch. Häufig nur gebondet
> und nicht nackt. Okay, findet man auch bei "billigen" HiFi-Nadeln. Aber
> Auflagegwichte von 30mN (3g/3p) finde ich für meine Vinylschätzchen dann
> nicht mehr witzig.

30 mN sind noch nicht arg viel. Für die recht schweren MC Tonabnehmer
der SPU-Serie empfiehlt Ortofon 40 mN! Keine Ahnung, weshalb man sowas
verwenden möchte, aber die lassen sich direkt in Tonarme mit
SME-Anschluss stecken.

--
Gerald

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 13, 2022, 3:46:26 AMFeb 13
to
Gerald E¡scher schrieb:

> 30 mN sind noch nicht arg viel. Für die recht schweren MC Tonabnehmer
> der SPU-Serie empfiehlt Ortofon 40 mN! Keine Ahnung, weshalb man sowas
> verwenden möchte, aber die lassen sich direkt in Tonarme mit
> SME-Anschluss stecken.
>

Die nennen die Dinger ja auch Tondosen. Den Begriff kenne ich von
Trichtergrammophonen :-)

Und ja, die Kristalltonabnehmer meiner Kindheit pflügten mit ihren biligen
Saphirnadeln auch durchs Vinyl.

Der erste HiFi-Plattenspieler meines Vaters war ein Dual 1009. Der wurde
damit beworben, dass seine Vollautomatik für das Abschalten mit einem
Auflagegewicht von 0,5 Pond funktioniere.

Das Laufwerk war damals seiner Zeit weit voraus:
Der Tonarm masselos ausbalanciert mit einer Torsionsfeder. Laut Werbung
konnte man unter eine Schallplattenseite eine Zigarette legen, dem
Plattenspieler um 45° in jeder Achse kippen und er spiele weiter.

Anfang der 1980er Jahre hatte Dual auf der HiFi-Video in Düsseldorf einen
Plattenspieler mit ULM-Technik in einer kardanischen Aufhängung und das
Dingen spielte in jeder Lage. Der Anfang dazu war mit 1009 von 1963 schon
gelegt.

Aber in meinem nächsten Urlaub gehe ich noch mal an den runtergerockten
Denon dran. Der ist der einzige Grund warum ich meinen alten Tonabnehmer
nicht in den Verkauf gebe.

Michael Landenberger

unread,
Feb 13, 2022, 4:57:04 AMFeb 13
to
"Andreas Bockelmann" schrieb am 13.02.2022 um 09:44:49:

> Und ja, die Kristalltonabnehmer meiner Kindheit pflügten mit ihren biligen
> Saphirnadeln auch durchs Vinyl.

Du musst jetzt ganz stark sein: genau das wird dein neues Ortofon auch tun.
Und zwar mit ungefähr 5 Tonnen pro Quadratzentimeter (Quelle:
https://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/75968-auflagekraft-auflagefl%C3%A4che-einer-tonabnehmernadel-sp%C3%A4risch-replikant-geyger-1-2/&postID=963692#post963692>,
entsprechend umgerechnet).

> Das Laufwerk war damals seiner Zeit weit voraus:
> Der Tonarm masselos ausbalanciert mit einer Torsionsfeder. Laut Werbung
> konnte man unter eine Schallplattenseite eine Zigarette legen, dem
> Plattenspieler um 45° in jeder Achse kippen und er spiele weiter.

Genau das tun billige MP3-Player auch, und zwar seit ungefähr 30 Jahren.

Gruß

Michael

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 13, 2022, 8:37:10 AMFeb 13
to
Michael Landenberger schrieb:
> "Andreas Bockelmann" schrieb am 13.02.2022 um 09:44:49:
>
>> Und ja, die Kristalltonabnehmer meiner Kindheit pflügten mit ihren biligen
>> Saphirnadeln auch durchs Vinyl.
>
> Du musst jetzt ganz stark sein: genau das wird dein neues Ortofon auch tun.
> Und zwar mit ungefähr 5 Tonnen pro Quadratzentimeter (Quelle:
> https://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/75968-auflagekraft-auflagefl%C3%A4che-einer-tonabnehmernadel-sp%C3%A4risch-replikant-geyger-1-2/&postID=963692#post963692>,
> entsprechend umgerechnet).

Ich komme nach meiner Rechnung auf ca. 360 kg/cm²

Gemäß
<https://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/131687-von-den-risiken-des-idealen-schliffes/&postID=1663406#post1663406>
hat eien FG70-Nadel eine Auflagefläche von 350µm² und wird mit dem Ortofon
Stylus 40 mit12,5 mN gefahren.

Martin Klaiber

unread,
Feb 13, 2022, 9:08:09 AMFeb 13
to
Gerald E¡scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:
> Andreas Bockelmann schrieb am 12/2/2022 20:29:

>> Die DJ-Nadeln sind meist sphärisch,manche elliptisch. Häufig nur gebondet
>> und nicht nackt. Okay, findet man auch bei "billigen" HiFi-Nadeln. Aber
>> Auflagegwichte von 30mN (3g/3p) finde ich für meine Vinylschätzchen dann
>> nicht mehr witzig.

> 30 mN sind noch nicht arg viel. Für die recht schweren MC Tonabnehmer
> der SPU-Serie empfiehlt Ortofon 40 mN!

Man sollte sich von den bloßen Zahlen nicht täuschen lassen. Maßgebend
ist der Druck auf die Rillenflanke und dafür ist der Verrundungsradius
der Nadel wichtig.

Frühe Tonabnehmer(designs) haben sphärische Schliffe mit einer großen
Auflagefläche. Die klassischen Ortofon SPU haben beispielsweise 18 µm.

Hier ist ein Dokument, das den Zusammenhang ganz gut erklärt:

http://www.emt-profi.de/Dusch-pdf/emt-tsd15.pdf

Auf Seite 2 ist eine kleine Tabelle über den Zusammenhang zwischen
Verrundungsradius und zulässiger Auflagekraft. Und wie man sieht,
liegt das SPU mit seinen 18 µm und 40 mN im grünen Bereich.

Platten schädigt man übrigens eher durch zu niedrige Auflagekraft,
weil die Nadel dann die Führung in der Rille verliert und hin und
her schlägt und dabei die Rille beschädigt. BTDT :-(

> Keine Ahnung, weshalb man sowas verwenden möchte,

Ist natürlich Geschmackssache. Ich mag sowohl das SPU wie auch das
EMT, das EMT noch etwas lieber, es klingt IMHO etwas neutraler. Ich
kenne beide aber nur aus fremden Anlagen, hatte selbst nie eines.

Verglichen mit modernen Systemen klingen sie sehr erdig und wuchtig.
Aber man sollte sich nicht täuschen lassen, der Frequenzgang ist sehr
linear. Warum moderne Systeme im Vergleich dazu so dünn und hell
klingen, weiß ich nicht. Das gibt es bei DACs ja auch, vielleicht
liegt es am Auflösungsvermögen (hohe Auflösung = subjektiv heller
Klang, trotz identischem Frequenzgang, ist aber nur eine Theorie von
mir).

Mir waren sowohl das SPU als auch das EMT, als ich noch Platte hörte,
aber beide zu teuer. Das EMT kostete damals 1500 DM. Ich hatte mir
daher mit einem Denon DL-103 beholfen. Das ist sozusagen das EMT des
kleinen Mannes, ein japanisches Rundfunksystem. Es kostete damals nur
ein Zehntel des EMT, bot aber IMHO etwa 70-80 % des Klangs des EMT.

Grüße
Martin

Michael Landenberger

unread,
Feb 13, 2022, 11:43:50 AMFeb 13
to
"Andreas Bockelmann" schrieb am 13.02.2022 um 14:33:58:

> Ich komme nach meiner Rechnung auf ca. 360 kg/cm²

Na dann rechnen wir mal: ein µm sind ein tausendstel Millimeter. Ein
Quadratzentimeter hat 10 x 10 Millimeter oder 10.000 x 10.000 Mikrometer,
macht 100 Millionen Quadratmikro(!)meter.

Gemäß der von mir verlinkten Website beträgt die Auflagefläche je nach Schliff
im Schnitt irgendwas um die 30 Quadratmikrometer. Ein Quadratzentimeter ist
demnach über 3 Millionen mal größer als die Auflagefläche der Nadel. Ein
Auflagedruck von 15 mN (entspricht der Gewichtskraft von 1,5 Gramm) auf 30
µm², multipliziert mit 3,333 Millionen, ergibt 5 Millionen Gramm. Das sind
5000 Kilogramm oder eben 5 Tonnen.

> Gemäß
> <https://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/131687-von-den-risiken-des-idealen-schliffes/&postID=1663406#post1663406>
> hat eien FG70-Nadel eine Auflagefläche von 350µm² und wird mit dem Ortofon
> Stylus 40 mit 12,5 mN gefahren.

Warum ist die Auflagefläche der Ortofon-Nadel so groß? Kann sie denn da der
Schwingung noch ordentlich folgen? Hint: bei einem Ton mit 1000 Hz sind die
"Wellenberge" weiter innen auf einer Platte (in ca. 5 Zentimeter Abstand zur
Mitte) gerade mal 172 µm voneinander entfernt. Bei höheren Frequenzen ist der
Abstand entsprechend geringer. Wie schafft es ein so grobschlächtiger Diamant,
so feine Strukturen abzutasten?

Gruß

Michael

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 13, 2022, 12:08:59 PMFeb 13
to
Michael Landenberger schrieb:
> "Andreas Bockelmann" schrieb am 13.02.2022 um 14:33:58:
>
>> Ich komme nach meiner Rechnung auf ca. 360 kg/cm²
>
> Na dann rechnen wir mal: ein µm sind ein tausendstel Millimeter. Ein
> Quadratzentimeter hat 10 x 10 Millimeter oder 10.000 x 10.000 Mikrometer,
> macht 100 Millionen Quadratmikro(!)meter.
>
> Gemäß der von mir verlinkten Website beträgt die Auflagefläche je nach Schliff
> im Schnitt irgendwas um die 30 Quadratmikrometer.


Und da stoppe ich Dich... Du hattest das Ortofon (Super OM 40) angesprochen,
und dessen Nadel hat eben 350µm² Auflagefläche

Und selbst die geringen Flächen bei sphärischen und elliptischen Nadeln sind
falsch. Denn sie vernachlässigen die Elastizität des Vinyls. (man -v
Flächenpressung)

Michael Landenberger

unread,
Feb 13, 2022, 4:28:18 PMFeb 13
to
"Andreas Bockelmann" schrieb am 13.02.2022 um 18:07:19:

> Du hattest das Ortofon (Super OM 40)
> angesprochen, und dessen Nadel hat eben 350µm² Auflagefläche

Womit die Frage wieder akut wird, wie die Nadel mit Rillen klarkommt, bei
denen die Abstände zwischen den Wellenbergen nur 170 µm oder sogar noch
kleiner sind. Immerhin habe ich jetzt eine Erklärung dafür, warum Platten bei
der Wiedergabe auch auf 10.000-Mark-Spielern umso schlechter klangen, je näher
der Tonabnehmer dem Platten-Mittelpunkt kam (BTDT). BTW: CDs klingen am Anfang
genauso gut wie am Ende. Kein Unterschied. Und auch häufiges Abspielen einer
CD ändert an ihrem Zustand genau gar nichts, und zwar völlig unabhängig von
der Qualitätskategorie des Players. Im Gegensatz zu einer Vinylplatte holt man
eine CD nach dem Abspielen auch aus einem Billig-Player in exakt demselben
Zustand heraus wie man sie hineingelegt hat.

Gruß

Michael

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 14, 2022, 12:59:01 AMFeb 14
to
Michael Landenberger schrieb:
> Im Gegensatz zu einer Vinylplatte holt man
> eine CD nach dem Abspielen auch aus einem Billig-Player in exakt demselben
> Zustand heraus wie man sie hineingelegt hat.

Ein Aussage, die bei manchen Slot-In-Geräten oder Wechslern schlicht und
ergreifend nicht stimmt.

MatV

unread,
Feb 14, 2022, 7:26:34 AMFeb 14
to
Andreas Bockelmann schrieb am Samstag, 12. Februar 2022 um 20:31:34 UTC+1:

. Und vom Klang her:
> Audiophil und PA passen nicht zusammen.
> --
1Spruch. Aus einer Notlage raus habe ich 2 AER 281 und den Basic Performer als Monobass, über ne Nakamichi Black Box geweicht, in einer Kapelle aufgestellt und darüber aus einer CD unseres Chores mit Orchester eine Trauerfeier von der Empore aus beschallt. Es klang wie live. Hab die Kisten dann mal mit den Cabasse Eider VI und den JBL 4333 verglichen. Das Klangbild war fast identisch, ok, Cabasse was weniger Bass.

Gerald E¡scher

unread,
Feb 16, 2022, 10:07:19 AMFeb 16
to
Andreas Bockelmann schrieb am 13/2/2022 18:07:

> Michael Landenberger schrieb:
>
> Und da stoppe ich Dich... Du hattest das Ortofon (Super OM 40) angesprochen,
> und dessen Nadel hat eben 350µm² Auflagefläche

Wie kommst du auf diese Zahl? Laut dem von Martin gebrachten
http://www.emt-profi.de/Dusch-pdf/emt-tsd15.pdf (Bild 7)
liegt die Auflagefläche in der Gegend um 20 µm². Eine Nadel mit mehr als
der 10-fachen Auflagefläche ist nicht glaubwürdig, vielleicht eine Nadel
für Schellackplatten.
Allerdings kann ich die exakten Werte der Auflageflächen laut Bild 7
nicht anhand der Durchmesser der Abdrücke nachvollziehen.

> Und selbst die geringen Flächen bei sphärischen und elliptischen Nadeln sind
> falsch. Denn sie vernachlässigen die Elastizität des Vinyls.

Die Elastizität des Vinyls wird selbstverständlich nicht vernachlässigt,
denn bei ideal starrem Vinyl (und auch ideal starrer Nadel) wäre die
Fläche des Abdruckes genau 0.

--
Gerald

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 16, 2022, 10:30:56 AMFeb 16
to
Gerald E¡scher schrieb:
> Andreas Bockelmann schrieb am 13/2/2022 18:07:
>
>> Michael Landenberger schrieb:
>>
>> Und da stoppe ich Dich... Du hattest das Ortofon (Super OM 40) angesprochen,
>> und dessen Nadel hat eben 350µm² Auflagefläche
>
> Wie kommst du auf diese Zahl? Laut dem von Martin gebrachten
> http://www.emt-profi.de/Dusch-pdf/emt-tsd15.pdf (Bild 7)

Guckstu: <sub4sn...@wxp-nb-pm.local>

Aber vermutlich verwechsle ich gerade Auflagefläche mit Funktionsfläche.

Ich bin da nicht wirklich tief im Thema.

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 16, 2022, 2:23:00 PMFeb 16
to
Andreas Bockelmann schrieb:
Hier gibt es auch noch eine Darstellung:
<https://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/131687-von-den-risiken-des-idealen-schliffes/&postID=1663502#post1663502>

Da ist zwar die Fritz Gyger 70 nicht aufgeführt aber man sieht schon mal die
Unterschiede zwischen Punkt-Kontakt und Linien-Kontakt.

Hinzu kommt noch, dass Ortofon beim (Super)OM von MM schreibt. Das ist
streng genommen bei diesen Tonabnehmern falsch, es sind MI (Moving Iron)
Systeme, bei denen die Magnete im Generator sitzen. An der Nadel selbst ist
nur ein kleines Stahlstückchen.

Gerald E¡scher

unread,
Feb 16, 2022, 4:16:51 PMFeb 16
to
Andreas Bockelmann schrieb am 16/2/2022 16:28:

> Gerald E¡scher schrieb:
>> Andreas Bockelmann schrieb am 13/2/2022 18:07:
>>
>>> Und da stoppe ich Dich... Du hattest das Ortofon (Super OM 40) angesprochen,
>>> und dessen Nadel hat eben 350µm² Auflagefläche
>>
>> Wie kommst du auf diese Zahl? Laut dem von Martin gebrachten
>> http://www.emt-profi.de/Dusch-pdf/emt-tsd15.pdf (Bild 7)
>
> Guckstu: <sub4sn...@wxp-nb-pm.local>
>
> Aber vermutlich verwechsle ich gerade Auflagefläche mit Funktionsfläche.

Ja. Was auch immer der Typ in dem Forum mit "Funktionsflaeche" meint,
mit der Auflagefläche hat die nichts zu tun.

--
Gerald

Başar Alabay

unread,
Feb 17, 2022, 1:23:41 AMFeb 17
to
Gerald E¡scher schrieb:

> Andreas Bockelmann schrieb am 16/2/2022 16:28:
>
>> Aber vermutlich verwechsle ich gerade Auflagefläche mit Funktionsfläche.
>
> Ja. Was auch immer der Typ in dem Forum mit "Funktionsflaeche" meint,
> mit der Auflagefläche hat die nichts zu tun.

Darf ich mich mal fragend einklinken? Nachdem Ihr ja auf Einsteins
Pfaden unterwegs seid und noch das Schwarze Loch zwischen MM und MC und
der Nadel findet … etwas ganz Banales:

Ich habe ein Ortofon MC-1 turbo System mit einer getippten Ersatznadel.
Das System ist vielleicht vier Jahre alt, die Nadel kaum zwei.
Ureigentlich sind das Pfandsysteme – man tauscht das gesamte System
gegen ein neues aus und erhält einen Nachlaß auf den Neupreis. Nur
scheint mir das MC-1 turbo irgendwie nach zig Jahren aus den Programmen
genommen zu sein.

Ortofon selbst empfiehlt die Quartet Serie als Ersatz. Aber schon die Q
Rot fängt mit einem ordentlichen Preis an. Ich hatte ein MC-1 turbo
System, das fast 20 Jahre hielt (da lief teilweise aber auch lange Zeit
nix aufm Teller), die danach hielt gerade mal 2. Die Tippnadel … scheint
mir ab und zu auch etwas klirrig geworden zu sein. Es könnte aber auch
an schlecht gepreßten Platten liegen … denn es ist tatsächlich nicht
durchgehend zu hören.

Jetzt die Frage: Weiterhin Ortofon und Quartet … oder irgendwann doch
der Wechel zu Audio Technica? Deren Nadeln und Systeme sind so günstig,
daß man sich fast schon etwas wundert. Dann nicht MC, sondern MM, aber
ursprünglich war an dem Arm eh ein (dumpfes) Kenwood MM System dran.

B. Alabay

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 17, 2022, 3:36:41 AMFeb 17
to
Başar Alabay schrieb:

> Jetzt die Frage: Weiterhin Ortofon und Quartet … oder irgendwann doch
> der Wechel zu Audio Technica? Deren Nadeln und Systeme sind so günstig,
> daß man sich fast schon etwas wundert. Dann nicht MC, sondern MM, aber
> ursprünglich war an dem Arm eh ein (dumpfes) Kenwood MM System dran.

Ich habe nie ein MC-System besessen und bin ein Fan von Audio Technica. Das
Prinzip der V-förmig angeordneten Magnete halte ich für physikalisch
stimmig, von den technischen (agegebenen) Werten her hat das AT440 eien
bessere Kanalbalance und ein besseres Übersrpechverhalten als das Ortofon
Super OM oder M2

Wie ich in der ANleitung gelesen habe, hätte ein AT440MLa auch an den
ULM-Tonarm meines DUAls gepast, sei's drum.

Der DUAL CS2235Q mit seinem ULM-Tonarm war mit einem Dual ULM66
ausgestattet. Das ist letztendlich ein DUAL-gelabeltes Ortofon OM. Da ich
nicht wusste, was ich von der (getippten) Nadel unbekannten Alters und
unbekannter Betriebsdauer halten sollte, habe ich ein Ersatzsystem gefunden
und das letzte Super OM 40 bei Phono-Pirate für <300Euro geschossen.

Im direkten Vergleich zum AT440MLa gefällt mit das Ortofon besser. Als test
habe ich die Taverna Magica (remastered 2020) von Andreas Vollenweider
verwendet. Mir kommen die Basseiten der harfe kräftiger vor und die Höhen
brilliante. Ich habe bei geschlossenen Augen das Gefühl die Kante des
Fingernagels an der Harfensaite zu hören. Das mag Einbildung sein, es kann
auch sein, dass die Nadel am AT440 "zu alt" ist, es kann auch sein, dass das
Ortofon elektrisch besser mit dem Phono-Vorverstärker (NAD PP2) zusammenpasst.

Problem allgemein: Auch bei Audio Technica gibt es in aktueller Produktion
keine Tonabnehmer mehr mit Auflagegewicht <1,5g) und entsprechender Compliance.

Bernd Laengerich

unread,
Feb 17, 2022, 7:12:54 AMFeb 17
to
Am 17.02.2022 um 07:23 schrieb Başar Alabay:


> Ich habe ein Ortofon MC-1 turbo System mit einer getippten Ersatznadel.
> Das System ist vielleicht vier Jahre alt, die Nadel kaum zwei.
> Ureigentlich sind das Pfandsysteme – man tauscht das gesamte System
> gegen ein neues aus und erhält einen Nachlaß auf den Neupreis. Nur
> scheint mir das MC-1 turbo irgendwie nach zig Jahren aus den Programmen
> genommen zu sein.

Bei durchgehend 2h am Tag kommt man in 2a auf 1400h Betriebsdauer, ein
einfacher elliptischer Diamant dürfte da in der Tat bereits hinüber sein.

"1.2. Stylus lifetime

With proper care we find that up to 1000 hours is possible without degradation
of performance.

Proper care comprises the following:

Cleaning of record by means of fibre brush before and after every use.
Cleaning of record by using record cleaning machine once in a while.
Cleaning of stylus by means of a fine antistatic brush. Please remember
to remove dust from the diamond tip before and after playback of each record.
Use the brush in the forward direction from the rear of the cartridge towards
the stylus tip and never from stylus tip to the rear of the cartridge and
never from side to side.
Proper adjustment of antiskating, azimuth and tracking force.
"
https://www.ortofon.com/support/support-hifi/faq-installation/

Ich selbst habe ein X5-MC (Gyger-Schliff) am spielen, aber das spielt recht
wenig, der Diamant dürfte da "ewig" halten. Ortofon gab mal Lebensdauern von
1000-2000h an, aber das gilt natürlich auch nur bei peinlichst sauberen
Platten (wobei ich vermute daß Ortofon da ehrliche Angaben herausgibt, zum
einen möchte man mit einer langen Lebensdauer gut dastehen, zum anderen aber
natürlich auch ab und zu Ersatz verkaufen). Hier steht ein bisschen dazu, aber
die Links sind alle verschwunden, insbesondere der von Ortofons Newsletter:

https://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/87357-lebensdauer-der-nadel/

Insgesamt fand ich den Versuch mit einem High-Output-MC ganz interessant,
würde mir aber nicht unbedingt eines wieder kaufen. (Ich habe ein paar
Lundahl-Transformatoren die mal auf einen testweisen Einsatz warten).

> Jetzt die Frage: Weiterhin Ortofon und Quartet … oder irgendwann doch
> der Wechel zu Audio Technica? Deren Nadeln und Systeme sind so günstig,
> daß man sich fast schon etwas wundert. Dann nicht MC, sondern MM, aber
> ursprünglich war an dem Arm eh ein (dumpfes) Kenwood MM System dran.

Eigentlich bin ich Ortofon-Fan, würde aber aktuell mal bei den Nachbarn
schauen: Goldring G1042 oder doch wieder ein High-Output-MC Grado Timbre
Platinum 3?

Bernd

Başar Alabay

unread,
Feb 17, 2022, 4:51:26 PMFeb 17
to
Bernd Laengerich schrieb:

> Bei durchgehend 2h am Tag kommt man in 2a auf 1400h Betriebsdauer, ein
> einfacher elliptischer Diamant dürfte da in der Tat bereits hinüber sein.

Auf soviel komme ich aber nicht. Glaube ich. Es sollte noch im Rahmen
sein. Wobei die Nadel ja nicht mehr von Ortofon ist. Es ist ein
schwarzer Diamant … ich weiß nicht, ob die nun länger halten.

> Ich selbst habe ein X5-MC (Gyger-Schliff) am spielen, aber das spielt recht
> wenig, der Diamant dürfte da "ewig" halten. Ortofon gab mal Lebensdauern von
> 1000-2000h an, aber das gilt natürlich auch nur bei peinlichst sauberen
> Platten (wobei ich vermute daß Ortofon da ehrliche Angaben herausgibt, zum
> einen möchte man mit einer langen Lebensdauer gut dastehen, zum anderen aber
> natürlich auch ab und zu Ersatz verkaufen). Hier steht ein bisschen dazu, aber
> die Links sind alle verschwunden, insbesondere der von Ortofons Newsletter:

Die Platten dürften ziemlich sauber sein. Deckel immer unten und ein
Canton-Arm zum entstauben und ent… was eigentlich? …spannen? Also,
entknacksen.

> https://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/87357-lebensdauer-der-nadel/
>
> Insgesamt fand ich den Versuch mit einem High-Output-MC ganz interessant,
> würde mir aber nicht unbedingt eines wieder kaufen. (Ich habe ein paar
> Lundahl-Transformatoren die mal auf einen testweisen Einsatz warten).

Ich war von der MC-1 turbo schwer begeistert. Die MC-3 turbo kostete noch
einmal einiges mehr. Ich weiß nicht, ob es die noch gäbe.

>> Jetzt die Frage: Weiterhin Ortofon und Quartet … oder irgendwann doch
>> der Wechel zu Audio Technica? Deren Nadeln und Systeme sind so günstig,
>> daß man sich fast schon etwas wundert. Dann nicht MC, sondern MM, aber
>> ursprünglich war an dem Arm eh ein (dumpfes) Kenwood MM System dran.
>
> Eigentlich bin ich Ortofon-Fan, würde aber aktuell mal bei den Nachbarn
> schauen: Goldring G1042 oder doch wieder ein High-Output-MC Grado Timbre
> Platinum 3?

Goldring sagt mir was, letzteres nicht. Die Goldring-Nadel kostet aber
auch gleich mal doppelt wie meine Ortofon. Die Grado Timbre sind ja
interessant. Aber da bin ich auch schon langsam in der Liga der Ortofon
2M Black. Jetzt bin ich schon so lange mit MC unterwegs … auf MM oder MI
umsteigen? Hm.

Nun ist auch noch die Frage … was für einen Tonarm habe ich? S-förmig,
Kenwood KD3070 … ist das schwer oder leicht?!

B. Alabay

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Feb 18, 2022, 4:10:05 AMFeb 18
to
MatV <spamma...@gmx.de> wrote:

>1Spruch. Aus einer Notlage raus habe ich 2 AER 281 und den Basic Performer als Monobass, über ne Nakamichi Black Box geweicht, in einer Kapelle aufgestellt und darüber aus einer CD unseres Chores mit Orchester eine Trauerfeier von der Empore aus beschallt. Es klang wie live. Hab die Kisten dann mal mit den Cabasse Eider VI und den JBL 4333 verglichen. Das Klangbild war fast identisch, ok, Cabasse was weniger Bass.

"Bilder einer Ausstellung" von CD, in einer Karajan-Einspielung aus
den 60ern über zwei Monitor/DJ-speaker (JBL-Aktivlautsprecher, 15")
...Augen zu, und man denkt, man sitzt im Konzertsaal. Gut, der
parametrische EQ in den Biestern hatte daran durchaus Anteil, das Ohr
so zu bescheißen :) Doch letztlich zählt das Ergebnis. Ähnlich mit
einer "inoffiziellen" Aufnahme aus dem Gewandhaus zu Leipzig, die der
Komponist des Stücks selbst angefertigen lassen hat. Da hatte ich den
Vergleich, da ich beim Konzert auch höchstselbst anwesend war. Man
kann mit billigem Standardequipment durchaus Aha-Effekte generieren.


-ras

--
Ralph A. Schmid +49-171-3631223 +49-911-21650056
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 18, 2022, 5:13:45 AMFeb 18
to
Ralph A. Schmid, dk5ras schrieb:
> MatV <spamma...@gmx.de> wrote:
>
>> 1Spruch. Aus einer Notlage raus habe ich 2 AER 281 und den Basic Performer als Monobass, über ne Nakamichi Black Box geweicht, in einer Kapelle aufgestellt und darüber aus einer CD unseres Chores mit Orchester eine Trauerfeier von der Empore aus beschallt. Es klang wie live. Hab die Kisten dann mal mit den Cabasse Eider VI und den JBL 4333 verglichen. Das Klangbild war fast identisch, ok, Cabasse was weniger Bass.
>
> "Bilder einer Ausstellung" von CD, in einer Karajan-Einspielung aus
> den 60ern über zwei Monitor/DJ-speaker (JBL-Aktivlautsprecher, 15")

Ich kenne da zwei legendäre Coverversionen von:

"Pictures at an Exhibition" von Emerson, Lake&Palmer

Und auf Youtube: Jonathan Scott psielt es ganz alleine auf einer Kirchenorgel

Bernd Laengerich

unread,
Feb 18, 2022, 8:24:04 AMFeb 18
to
Am 17.02.2022 um 22:51 schrieb Başar Alabay:
> Bernd Laengerich schrieb:
>
>> Bei durchgehend 2h am Tag kommt man in 2a auf 1400h Betriebsdauer, ein
>> einfacher elliptischer Diamant dürfte da in der Tat bereits hinüber sein.
>
> Auf soviel komme ich aber nicht. Glaube ich. Es sollte noch im Rahmen
> sein. Wobei die Nadel ja nicht mehr von Ortofon ist. Es ist ein
> schwarzer Diamant … ich weiß nicht, ob die nun länger halten.

Hängt sicher vom Preis ab. Retippen lohnt sich vermutlich nur bei
hochpreisigen Ersatznadeln die original nicht mehr erhältlich sind. Nadelpreis
liegt meist nur knapp unter dem Systempreis. Ich bin überrascht wie günstig
der Herr Lützelberger einen retip mit elliptischem Diamanten anbietet, aber er
schreibt selber: "Klanglich sind Retip-Tonabnehmer immer sehr ausgewogen und
ruhig - auch dann, wenn der ursprüngliche Klang des Tonabnehmers einmal
lebendig und dynamisch war. Das Abtastverhalten mit dem Retip-Diamanten ist
immer schlechter als mit Original-Bestückung, jedoch durchaus gut." Ich glaube
ich würde mein X5-MC mit FG70-Diamanten nicht mit einem einfachen elliptischen
ersetzen wollen. Shibata kostet gleich ordentlich mehr, da kann ich vermutlich
auch ein neues System kaufen.
Ansonsten kenne ich noch Tonabnehmerservice FJS, da ist aber ein retip gleich
schon deutlich teurer. Im Analogforum gibt es eine Liste mit retippern.

> Ich war von der MC-1 turbo schwer begeistert. Die MC-3 turbo kostete noch
> einmal einiges mehr. Ich weiß nicht, ob es die noch gäbe.

Soweit ich sehe biete Ortofon keine High-Output-MC mehr an. Entweder
"richtige" MC oder MM. Für einen ordentlichen MC reicht mein VV (Cambridge
Audio) wohl nicht aus, der kann zwar MC aber ob das nicht nur ein Kompromiss ist?
Ein Transformatorpärchen hätte ich da, habe ich mal relativ günstig erwerben
können, aber da benötige ich noch ein Gehäuse dafür.

Ansonsten nur meine Meinung: Ich leiste mir ein relativ teures System, weil
der Verschleiß bei mir keine Rolle spielt. Würde ich sehr rgelmäßig viel
hören, müsste ich mir überlegen, wieviel ich pro Jahr an Diamantverschleiß
auszugeben bereit bin, und mein System danach kaufen.

Bernd

Gerald E¡scher

unread,
Feb 18, 2022, 10:51:15 AMFeb 18
to
Bernd Laengerich schrieb am 18/2/2022 14:24:

> Soweit ich sehe biete Ortofon keine High-Output-MC mehr an. Entweder
> "richtige" MC oder MM. Für einen ordentlichen MC reicht mein VV (Cambridge
> Audio) wohl nicht aus, der kann zwar MC aber ob das nicht nur ein Kompromiss ist?

Gar so viel kosten Phono-Vorverstärker, die MC und MM können, und das
mit einstellbarem Eingangswiderstand und -kapazität nicht mehr. Bei
Pro-Ject ab ca. 150 EUR aufwärts.
Bei Vollverstärkern wird am Phono-Entzerrer gerne gespart, wobei ich
Cambridge Audio eher nicht im Verdacht habe.

> Ansonsten nur meine Meinung: Ich leiste mir ein relativ teures System, weil
> der Verschleiß bei mir keine Rolle spielt. Würde ich sehr rgelmäßig viel
> hören, müsste ich mir überlegen, wieviel ich pro Jahr an Diamantverschleiß
> auszugeben bereit bin, und mein System danach kaufen.

Die Spezialschliffe (Shiabata, Fine Line, Van den Hul, ...) haben einen
geringeren Verschleiß, weil die Kontaktfläche größer ist. Auf Dauer sind
diese Nadel mMn billiger als elliptische.

--
Gerald

Gerald E¡scher

unread,
Feb 18, 2022, 11:20:10 AMFeb 18
to
Ralph A. Schmid, dk5ras schrieb am 18/2/2022 10:10:

> MatV <spamma...@gmx.de> wrote:
>
>>1Spruch. Aus einer Notlage raus habe ich 2 AER 281 und den Basic Performer als Monobass, über ne Nakamichi Black Box geweicht, in einer Kapelle aufgestellt und darüber aus einer CD unseres Chores mit Orchester eine Trauerfeier von der Empore aus beschallt. Es klang wie live. Hab die Kisten dann mal mit den Cabasse Eider VI und den JBL 4333 verglichen. Das Klangbild war fast identisch, ok, Cabasse was weniger Bass.
>
> "Bilder einer Ausstellung" von CD, in einer Karajan-Einspielung aus
> den 60ern

Die Karajan-Aufnahmen aus den 60ern klingen weitaus besser als die aus
den 80ern [1], als sie anstatt zwei Mikrofone vor dem Orchester
aufzuhängen, zahlreiche Mikrofone ins Orchester gestellt haben und
damit in ins Mischpult gefahren sind. Ich sehe gerade, ich habe die
Karajan-Einspielung von 1987, da muss noch unbedingt die aus den 60ern
her!

> über zwei Monitor/DJ-speaker (JBL-Aktivlautsprecher, 15")
> ...Augen zu, und man denkt, man sitzt im Konzertsaal.

Die gleiche Übung bitte nochmals mit der Fassung für Orgel von Jean
Guillou (Dorian) :-)


[1] Ist mir extrem bei Karajans Beethofen-Symphonien aufgefallen. Die
Aufnahmen aus den 80ern (CD)[2] klingen verglichen mit denen aus den
60ern (LP), auch wenn der Herr Landenberger das nicht glauben wird,
so als würde das Orchester hinter einem Vorhang spielen.

[2] Gilt für die Erstausgabe. Bei einer späteren Neuauflage wurde
nachgebessert, z.B. die Schalllaufzeiten zu den Mikrofonen auf einen
Punkt vor dem Orchester rückgerechnet.

--
Gerald

Gerald E¡scher

unread,
Feb 18, 2022, 11:35:14 AMFeb 18
to
Andreas Bockelmann schrieb am 18/2/2022 11:12:

> Ralph A. Schmid, dk5ras schrieb:
>>
>> "Bilder einer Ausstellung" von CD, in einer Karajan-Einspielung aus
>> den 60ern über zwei Monitor/DJ-speaker (JBL-Aktivlautsprecher, 15")
>
> Ich kenne da zwei legendäre Coverversionen von:
>
> "Pictures at an Exhibition" von Emerson, Lake&Palmer

Mindestens so legendär, die Version für Synthesizer von Tomita, seine
Küken in ihren Eierschalen sind unerreicht ;-)

Da gibt's aber noch viel mehr. Das Original von Mussorgsky war für
Klavier, alles andere sind Cover ;-) Selber besitze ich fast ein
Dutzend "Bilder einer Ausstellung", Klavier, Orchester, Rockband,
Rockband mit Orchester, Gitarre, Orgel, Synthesizer.

Die Orchesterfassung von Ashkenazy gefällt mir
übrigens besser als die viel bekanntere von Ravel.

--
Gerald

Başar Alabay

unread,
Feb 18, 2022, 3:10:20 PMFeb 18
to
Bernd Laengerich schrieb:

>> Ich war von der MC-1 turbo schwer begeistert. Die MC-3 turbo kostete noch
>> einmal einiges mehr. Ich weiß nicht, ob es die noch gäbe.
>
> Soweit ich sehe biete Ortofon keine High-Output-MC mehr an. Entweder
> "richtige" MC oder MM. Für einen ordentlichen MC reicht mein VV (Cambridge
> Audio) wohl nicht aus, der kann zwar MC aber ob das nicht nur ein Kompromiss ist?
> Ein Transformatorpärchen hätte ich da, habe ich mal relativ günstig erwerben
> können, aber da benötige ich noch ein Gehäuse dafür.

Tja, ich weiß auch nicht. Womöglich doch MM. Ich werde mich irgendwann
mal beraten lassen. Derzeit klingen die Platten so durchweg gut, daß ich
vermute, daß ich zwischendurch mal an ein paar schlechte Pressungen
geriet. Frustrierend eigentlich, wenn man debeknt, daß einem so etwas
echt nur mit neuen Pressungen passiert.

Ich hatte vor zwei Jahren eine Neuafuflage eines Albums … gaaanz doll
heifei blah als Doppelalbum neu herausgegeben gekauft … und zweimal
umgetauscht. Immer zerrten drei von vier Seiten. Irgendwann war ich
dermaßen entnervt, daß ich diesen Mist zurückgab. Neupreis unter 30 €,
glaube ich. Ich habe dann knapp 50 € investiert, um mir in Griechenland
(!) eine alte Pressung des Albums, ganz loofei auf einer Vinylschaibe
(langes Werk, also ganz schön enge Rillen) zu bestellen. Was für eine
Offenbarung. Herrlich.

> Ansonsten nur meine Meinung: Ich leiste mir ein relativ teures System, weil
> der Verschleiß bei mir keine Rolle spielt. Würde ich sehr rgelmäßig viel
> hören, müsste ich mir überlegen, wieviel ich pro Jahr an Diamantverschleiß
> auszugeben bereit bin, und mein System danach kaufen.

Derzeit höre ich viel. Einmal stieß ich vor Jahren an den Tonarm. Und
manchmal – seit Corona nun erstmal nicht – ist eine befreundete Familie
zu Besuch, und dann hopst das Töchterchen durch den Altbau. Ganz
schlecht für die Nadel. Wie auch, wenn manche meinen, sie müßten ein
wenig herumzappen, wenn es besonders 80er wird ;-) Also, solche
Eskapaden lassen mich ernsthaft Abstand von Nadeln nehmen, die 800 oder
mehr Euro kosten. Nee, ich würde schon gerne im unteren dreistelligen
Bereich bleiben! Mal schauen, wann mich wieder die Plattennadel sticht …

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Feb 18, 2022, 3:13:56 PMFeb 18
to
Gerald E¡scher schrieb:

> Bernd Laengerich schrieb am 18/2/2022 14:24:
>
>> Soweit ich sehe biete Ortofon keine High-Output-MC mehr an. Entweder
>> "richtige" MC oder MM. Für einen ordentlichen MC reicht mein VV (Cambridge
>> Audio) wohl nicht aus, der kann zwar MC aber ob das nicht nur ein Kompromiss ist?
>
> Gar so viel kosten Phono-Vorverstärker, die MC und MM können, und das
> mit einstellbarem Eingangswiderstand und -kapazität nicht mehr. Bei
> Pro-Ject ab ca. 150 EUR aufwärts.
> Bei Vollverstärkern wird am Phono-Entzerrer gerne gespart, wobei ich
> Cambridge Audio eher nicht im Verdacht habe.

Hier Kenwood KA-8150. Langsam dringend überholbedürftig, dabei war die
letzte Überholung vor … hm … 7 Jahren? Aber die Schalter sind wirklich
ein Problem. Dafür dürften die Elkos etc. erstmal gesichert sein.

>> Ansonsten nur meine Meinung: Ich leiste mir ein relativ teures System, weil
>> der Verschleiß bei mir keine Rolle spielt. Würde ich sehr rgelmäßig viel
>> hören, müsste ich mir überlegen, wieviel ich pro Jahr an Diamantverschleiß
>> auszugeben bereit bin, und mein System danach kaufen.
>
> Die Spezialschliffe (Shiabata, Fine Line, Van den Hul, ...) haben einen
> geringeren Verschleiß, weil die Kontaktfläche größer ist. Auf Dauer sind
> diese Nadel mMn billiger als elliptische.

Meinst Du? Getippt hätte der Shibata-Schliff knapp das achtfache als
Tipp gekostet. Ich weiß nicht, ob sich so ein edler Schliff lohnt.

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Feb 18, 2022, 3:16:01 PMFeb 18
to
Andreas Bockelmann schrieb:

> Ralph A. Schmid, dk5ras schrieb:
>> MatV <spamma...@gmx.de> wrote:
>>
>>> 1Spruch. Aus einer Notlage raus habe ich 2 AER 281 und den Basic
>>> Performer als Monobass, über ne Nakamichi Black Box geweicht, in
>>> einer Kapelle aufgestellt und darüber aus einer CD unseres Chores
>>> mit Orchester eine Trauerfeier von der Empore aus beschallt. Es
>>> klang wie live. Hab die Kisten dann mal mit den Cabasse Eider VI und
>>> den JBL 4333 verglichen. Das Klangbild war fast identisch, ok,
>>> Cabasse was weniger Bass.
>>
>> "Bilder einer Ausstellung" von CD, in einer Karajan-Einspielung aus
>> den 60ern über zwei Monitor/DJ-speaker (JBL-Aktivlautsprecher, 15")
>
> Ich kenne da zwei legendäre Coverversionen von:
>
> "Pictures at an Exhibition" von Emerson, Lake&Palmer

Das haben die zweimal eingespielt. Einmal das Album, das man kennt, und
einmal dann nochmal zu Zeiten ihrer Spätwerke.

B. Alabay

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 19, 2022, 3:57:46 AMFeb 19
to
Başar Alabay schrieb:
Ich weiß, die spätere Aufnahme ist mir mal "zugeflogen", das "Album, das man
kennt" hat mir zu Mittelstufenzeiten ein Referendar im Musikunterricht so
schmackhaft gemacht, dass ich die LP in einem kleinen Musikgeschäft bestellt
habe. Die Schallplattenläden und Kaufhäuser mit Schallplattenabteilungen
schauten bei meinem Wunsch nur dumm aus der Wäsche, aber das kleine
Musikgeschäft in Witten am Busbahnhof besorgte mit die LP in weniger als
einer Woche. Das ist über 40 Jahre her und die LP steht immer noch in meinem
Schrank :-)

Mein Lieblingsbild ist nach wie vor der Gnom.

Und ohne google/Wikipedia:
Bonusfrage: Wie hieß der Maler?

-


-


-



S



p



o



i



l



e



r


-


-

-



Auflösung: Viktor Hartmann, ein Freund Modest Mussorgskis

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 19, 2022, 4:07:39 AMFeb 19
to
Başar Alabay schrieb:
> Gerald E¡scher schrieb:

>> Die Spezialschliffe (Shiabata, Fine Line, Van den Hul, ...) haben einen
>> geringeren Verschleiß, weil die Kontaktfläche größer ist. Auf Dauer sind
>> diese Nadel mMn billiger als elliptische.
>
> Meinst Du? Getippt hätte der Shibata-Schliff knapp das achtfache als
> Tipp gekostet. Ich weiß nicht, ob sich so ein edler Schliff lohnt.
>
> B. Alabay
>

Ich weiß nicht ob sich (bei Audio Technica) der Preisunterschied zwischen
Microline und Shibata lohnt. Unter Super Line Contact kann ich mir auch
nicht viel vorstellen.

Bei Fritz Gyger vermute ich (ich weiß es nicht!), dass die Diamten nur bei
Gyger selbst geschliffen und dann an die Nadelhersteller verkauft werden.

Ich hätte mir auch keine FG70-Nadel gekaut, hätte ich das Ortofon 40 nicht
zum Restposten-Schnäppchenpreis bekommen. Und bei der Suche eines möglichst
originalen Tonabnehmers (Gewicht, Compliance, Auflagekraft) als Ersatz für
einen Dual ULM66 wird es sehr eng. Das Original ist eine getippte Ellipse,
aber Ortofon Stylus 10 wird mit höherer Auflagekraft gefahren und ich wollte
wieder mindestens so etwas wie eine nackte Microline haben.

Gerald E¡scher

unread,
Feb 19, 2022, 10:34:26 AMFeb 19
to
Andreas Bockelmann schrieb am 19/2/2022 09:54:

> Ich weiß, die spätere Aufnahme ist mir mal "zugeflogen", das "Album, das man
> kennt" hat mir zu Mittelstufenzeiten ein Referendar im Musikunterricht so
> schmackhaft gemacht,

Bei mir ähnlich, mein Musikprofessor hat im Unterricht so einiges an
moderner Musik vorgespielt. Bei mir ist sein Unterreicht leider fast
folgenlos vorüber gegangen (abgesehen von ELP), aber in der Klasse saß
damals auch eine Hälfte von Kruder&Dorfmeister.

> Das ist über 40 Jahre her und die LP steht immer noch in meinem
> Schrank :-)

Ist ein Pflicht-Platte. Meine ist jünger, es steht bereits die
Artikelnummer der CD drauf (Bäh! ;-)

> Mein Lieblingsbild ist nach wie vor der Gnom.

Aha. Mir gefallen die alle nicht, aber auf der Außenseite vom Cover sind
die eh weiß abgedeckt ;-)

> Und ohne google/Wikipedia:
> Bonusfrage: Wie hieß der Maler?

Hartmann. Ich habe auch nicht im Text einer der Klavier- oder
Orchesteraufnahmen nachgesehen :-)

--
Gerald

Gerald E¡scher

unread,
Feb 19, 2022, 12:03:03 PMFeb 19
to
Andreas Bockelmann schrieb am 19/2/2022 10:04:

> Ich weiß nicht ob sich (bei Audio Technica) der Preisunterschied zwischen
> Microline und Shibata lohnt. Unter Super Line Contact kann ich mir auch
> nicht viel vorstellen.

Auf https://www.lowbeats.de/lowbeats-klang-orakel-tonabnehmer/ kann man
sich Hörbeispiele (auf Soundcloud) diverser hochwertiger Tonabnehmer
anhören, darunter AT VM95 mit unterschiedlichen Nadeln, als Referenz
dient ein MC von Denon.
Über Kopfhörer (AKG K812) klingen alle Tonabnehmer sehr ähnlich,
Verfärbungen habe ich keine feststellen können. Das VM95C (konische
Nadel) fällt etwas ab, das klingt fad. VM95E (elliptische Nadel in
Fassung) spielt deutlich lebendiger. VM95SH (Shiabata) und VM95ML
(Microline) klingen bestenfalls um Nuancen besser, am ehesten habe ich
Unterschiede im Klang der Becken gehört.
Aufgrund des geringeren Nadel- und Plattenverschleißes würde ich dennoch
zu einem der Spezialschliffe mit langer Kontaktfläche greifen. Ebenso
sollen die die Innenrillen besser abtasten.

Bei den hochwertigen MC-Systemen so ab 300 FRZ aufwärts wird die Luft
ziemlich dünn, da habe ich nur Verbesserungen im Nuancenbereich
wahrgenommen. Vielleicht sind über Lautsprecher deutlichere Unterschiede
wahrnehmbar.

> Ich hätte mir auch keine FG70-Nadel gekaut,

Kauen würde ich die auch nicht, sind schlecht für die Zähne ;-)

> Das Original ist eine getippte Ellipse,

Den Unterschied zwischen nacktem und gefasstem Diamanten (VM95EN, VM95E)
habe ich mir noch nicht angehört. Nackig soll laut Von den Hul wegen
kleinerer bewegter Masse besser sein.

Lesenswert die umfangreiche, englische FAQ von Van den Hul:
https://www.vandenhul.com/faq-cables-and-phono/

Er erklärt darin sehr deutlich, wie man Tonabnehmer ruinieren kann, z.B.
durch Nassabspielen mit zuviel Flüssigkeit oder indem Öl auf den
Dämpfergummi gelangt.
Und er hat mir den Floh ins Ohr gesetzt, dass ich einen Spezialschliff
und keinen Nadelträger aus Alu (kann korrodieren, nicht so steif wie
Bor) möchte. MC sowieso :-)

--
Gerald

Başar Alabay

unread,
Feb 19, 2022, 12:52:37 PMFeb 19
to
Gerald E¡scher schrieb:

> Lesenswert die umfangreiche, englische FAQ von Van den Hul:
> https://www.vandenhul.com/faq-cables-and-phono/
>
> Er erklärt darin sehr deutlich, wie man Tonabnehmer ruinieren kann, z.B.
> durch Nassabspielen mit zuviel Flüssigkeit oder indem Öl auf den
> Dämpfergummi gelangt.
> Und er hat mir den Floh ins Ohr gesetzt, dass ich einen Spezialschliff
> und keinen Nadelträger aus Alu (kann korrodieren, nicht so steif wie
> Bor) möchte. MC sowieso :-)

Und womit spielst Du nun im Alltag ab?

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Feb 19, 2022, 1:00:48 PMFeb 19
to
Gerald E¡scher schrieb:

> Andreas Bockelmann schrieb am 19/2/2022 09:54:
>
>> Ich weiß, die spätere Aufnahme ist mir mal "zugeflogen", das "Album, das man
>> kennt" hat mir zu Mittelstufenzeiten ein Referendar im Musikunterricht so
>> schmackhaft gemacht,
>
> Bei mir ähnlich, mein Musikprofessor hat im Unterricht so einiges an
> moderner Musik vorgespielt. Bei mir ist sein Unterreicht leider fast
> folgenlos vorüber gegangen (abgesehen von ELP), aber in der Klasse saß
> damals auch eine Hälfte von Kruder&Dorfmeister.

Unser Musiklehrer – Herr Jüdes – hat auch ELP durchgenommen. Plus Pink
Floyd und Tangerine Dream. Das wurde bis ins kleinste Detail besprochen
und analysiert. Unser Deutschlehrer – Namen leider vergessen – war auch
ein Musiklehrer, und bei ihm saß ein Drittel einer der Tangerine Dream
Besetzungen.

>> Das ist über 40 Jahre her und die LP steht immer noch in meinem
>> Schrank :-)
>
> Ist ein Pflicht-Platte. Meine ist jünger, es steht bereits die
> Artikelnummer der CD drauf (Bäh! ;-)

Hier ist es fast 40 Jahre her. Hach ja. Ich weiß gar nicht, wann dasnn
die Platte kam. Die erste ELP war, glaube ich, auch die erste ELP, die
ich hatte. Oder die Tarkus.

Ich schweife ab und muß an Genesis – And Then There Were Three und Roxy
Music – Avalon denken. Das waren (auch besprochene) Meilensteine.

Verdammt … E99: Current buffer is not in diff mode. Heißt, ich kann
gleich wieder hin und her kopieren :-(

Was ich übrigens echt ärgerlich finde … die neuen ELP Aufnahmen der
Ausstellung aus der Sitzheizungs-Phase gibt es nicht auf Vinyl.

B. Alabay

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 20, 2022, 4:56:03 AMFeb 20
to
Başar Alabay schrieb:

> Was ich übrigens echt ärgerlich finde … die neuen ELP Aufnahmen der
> Ausstellung aus der Sitzheizungs-Phase gibt es nicht auf Vinyl.
>
> B. Alabay
>

Tja da sind wir wieder beim Ausgangsthema CD/Vinyl. Und ja, ich habe auch
eine Wanduhr aus deutscher Manufaktur mit Sekundenpendel. Hat mich ca. 1 1/2
Nettogehälter gekostet und wir nie so genau die Zeit anzeigen wie die
€9,99-Funkuhr von $Kaffeeröster oder $Discounter, aber darum geht es doch
gar nicht :-)

Michael Landenberger

unread,
Feb 20, 2022, 5:52:01 AMFeb 20
to
"Markus Ermert" schrieb am 18.02.2022 um 17:41:34:

> Du warst dabei, als Mussorgski (gestorben 1839) eine Aufnahme in Leipzig
> anfertigen ließ?

Mussorgsky ist 1839 geboren. Gestorben ist er 1881.

Interessanter Komponist, übrigens. Seiner Zeit weit voraus. Als er die "Bilder
einer Ausstellung" komponiert hat (1874), kam von Zeitgenossen mehrheitlich
noch romantisches Geschwelge.

Gruß

Michael

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 20, 2022, 8:21:21 AMFeb 20
to
Gerald E¡scher schrieb:
> Andreas Bockelmann schrieb am 19/2/2022 10:04:
>
>> Ich weiß nicht ob sich (bei Audio Technica) der Preisunterschied zwischen
>> Microline und Shibata lohnt. Unter Super Line Contact kann ich mir auch
>> nicht viel vorstellen.
>
> Auf https://www.lowbeats.de/lowbeats-klang-orakel-tonabnehmer/ kann man
> sich Hörbeispiele (auf Soundcloud) diverser hochwertiger Tonabnehmer
> anhören, darunter AT VM95 mit unterschiedlichen Nadeln, als Referenz
> dient ein MC von Denon.
> Über Kopfhörer (AKG K812) klingen alle Tonabnehmer sehr ähnlich,
> Verfärbungen habe ich keine feststellen können. Das VM95C (konische
> Nadel) fällt etwas ab, das klingt fad. VM95E (elliptische Nadel in
> Fassung) spielt deutlich lebendiger. VM95SH (Shiabata) und VM95ML
> (Microline) klingen bestenfalls um Nuancen besser, am ehesten habe ich
> Unterschiede im Klang der Becken gehört.

Für den Hörvergleich fehlt mir der passende Kopfhörer. Mein AKG240 ist
längst Geschichte und die Bose.Dinger, die ich hier habe, lasse ich mal
auußen vor, die haben alle alle eine Elektronik drin um Außengeräusche
"rauszurechnen", das ist nicht neutral.

Ohne es je wirklich gemessen/gehört zu haben, behaupte ich mal ganz frech,
dass es bei frischem, gut gepressten Vinyl keinen nennenswerten Unterschied
zwischen einer guten elliptischen Nadel und einer Microline, die möglichst
die komplette Flanke abtastet, gibt.

Aber rein mechanisch ist es natürlioch besser, die Flanken komplett
anzufahren. DAs merkt man dann, wenn das Vinyl eben nicht mehr frisch ist.
Mir isr auch klar, dass Shibata vdH oder Fritz Gyger bei klassischen
Tonarmen kontraproduktiv sein muss, denn hier gibt es immer
Spurfehlerwinkel, so dass der abtastdiamant eben nicht exakt so geführt
wird, wie einst der Schneidstichel.

Das Leben ist eben nur ein Kompromiss.


> Aufgrund des geringeren Nadel- und Plattenverschleißes würde ich dennoch
> zu einem der Spezialschliffe mit langer Kontaktfläche greifen. Ebenso
> sollen die die Innenrillen besser abtasten.

Das ist genau mein Gedankengan.

> Bei den hochwertigen MC-Systemen so ab 300 FRZ aufwärts wird die Luft
> ziemlich dünn, da habe ich nur Verbesserungen im Nuancenbereich
> wahrgenommen. Vielleicht sind über Lautsprecher deutlichere Unterschiede
> wahrnehmbar.

Ich frage mich immer, was denn prizipiell an MC-Systemen hochwertiger sein
soll. Shibata-Abtaster mit einem Frequenzgang bis 50kHz für Quadrophonie
gab/gibnt es auch in MM oder Moving Iron. Bei den High Putput MC (wie Denon
MC103, z.B., muss zwangsläufig schon so viel Kupfer bewegt werden, das kann
gar nicht weniger effektive Masse als ein MI-Tonabnehmer haben, und ob die
V-Magnete von AT da nicht auch noch mithalten können, kann ich nur raten.


> Den Unterschied zwischen nacktem und gefasstem Diamanten (VM95EN, VM95E)
> habe ich mir noch nicht angehört. Nackig soll laut Von den Hul wegen
> kleinerer bewegter Masse besser sein.

Zu meiner Sturm- und Drangzeit habe ich festgestellt, dass die getippten
wesentlich empfindlicher gegen Dreck auf der Platte sind als die Nackten.
Das merkte ich besonder als ich meinen ersten Plattenspieler mit
Magnetsystem und Diamant bekam. Die langen, nackten Saphire an den
Kristalltonabnhemern klangen nicht gut, konnten aber einiges an Dreck beim
Abspielen "sammeln" ohne dass man es hörte.


> Lesenswert die umfangreiche, englische FAQ von Van den Hul:
> https://www.vandenhul.com/faq-cables-and-phono/

Ja, danke dafür, habe ich gerade mal überflogen. Aber bei Van den Hul sind
wir in einer Preisklasse, wo ich nicht mehr mitspiele.

Martin Klaiber

unread,
Feb 20, 2022, 9:08:09 AMFeb 20
to
Basar Alabay <ala...@gmx.net> wrote:

> Darf ich mich mal fragend einklinken? Nachdem Ihr ja auf Einsteins
> Pfaden unterwegs seid und noch das Schwarze Loch zwischen MM und MC
> und der Nadel findet ... etwas ganz Banales:

Ich höre ja schon lange kein Vinyl mehr, aber vielleicht kann ich
noch den einen oder anderen sinnvollen Hinweis geben. Sonst einfach
ignorieren.

> Ich habe ein Ortofon MC-1 turbo System mit einer getippten Ersatznadel.
> Das System ist vielleicht vier Jahre alt, die Nadel kaum zwei.
> Ureigentlich sind das Pfandsysteme - man tauscht das gesamte System
> gegen ein neues aus und erhält einen Nachlaß auf den Neupreis.

Ja, ich hatte allerdings immer gleich ein neues System gekauft. Der
Preisunterschied war mir zu gering dafür, dass ich ein aufgearbeitetes
System mit unklarer Geschichte erhalte. 90% des Preises steckt in der
Nadel. Das ist bei MM auch so.

> Nur scheint mir das MC-1 turbo irgendwie nach zig Jahren aus den
> Programmen genommen zu sein.

Ja, aber schon lange, AFAIK.

> Ortofon selbst empfiehlt die Quartet Serie als Ersatz. Aber schon die Q
> Rot fängt mit einem ordentlichen Preis an. Ich hatte ein MC-1 turbo
> System, das fast 20 Jahre hielt (da lief teilweise aber auch lange Zeit
> nix aufm Teller), die danach hielt gerade mal 2. Die Tippnadel ... scheint
> mir ab und zu auch etwas klirrig geworden zu sein. Es könnte aber auch
> an schlecht gepreßten Platten liegen ... denn es ist tatsächlich nicht
> durchgehend zu hören.

Hm, das klingt für mich eher nach einer schrottigen Nadel. Ist das ein
original Ortofon-Austauschsystem oder hast Du das bei einem externen
Dienstleister gekauft oder aufarbeiten lassen?

Ich kann vor (billigen) Nachbaunadeln nur warnen (auch bei MM), außer
es sind welche von Koryphäen wie van den Hul, die sind dann aber auch
eher teurer als die Originale.

Ich weiß nicht, ob ich es mal berichtet hatte: Ich hatte als Student
in diversen Elektrogeschäften gearbeitet und dort auch Tonabnehmer
verkauft. Wir hatten Originalnadeln und Nachbaunadeln. Die Nachbauten
(ich nenne jetzt mal keine Namen, weil es die Firmen noch gibt und ich
mir keine Klagen an den Hals holen will) waren ausnahmslos Schrott.
Aber wirklich Schrott. Sah man sogar mit bloßem Auge. Da saß die Nadel
schief im Nadelträger, der vertikale Spurfehlwinkel stimmte nicht, und
ähnliches. Ist heute vielleicht nicht mehr so schlimm. Diese Nadeln
waren auch wirklich billig, im Schnitt ca. 30-50 DM. Das Problem war
nur: Die Leute kauften sie trotzdem, weil ihnen die Originale zu teuer
waren. Auch meine Hinweise, dass sie sich mit diesen Nachbauten ruck
zuck ihre Platten kaputt fräsen können, fielen nicht auf fruchtbaren
Boden. Wir hatten sogar ein Auflichtmikroskop da, wo ich Ihnen das
Ganze zeigen konnte. Wenn ich mir überlege, wieviel Zeit ich in diese
Beratungen steckte, stand das in keinem Verhältnis zu dem verkauften
Artikel, zumal sie in der Regel ja doch die Nachbaunadeln kauften.
Aber ich war halt Idealist und Plattenliebhaber. Ich wundere mich im
Nachhinein, dass mein Chef das damals alles mittrug, er drehte ja
regelmäßig seine Runden durch den Laden. Ok, das Ganze ist lange her,
kann heute alles ganz anders sein. Aber so eine Nadel kann man ja
nicht von Hand im Hinterhof feilen, dafür braucht man teure Maschinen.
Und ein Fremdhersteller muss nicht nur die Nadel schleifen, sondern
sie möglichst exakt so schleifen wie der Originalhersteller, muss also
zusätzlichen Aufwand betreiben, das Original zu vermessen, den der
Originalhersteller nicht betreiben muss, der auch noch höhere
Stückzahlen hat. Wenn dann der Fremdhersteller günstigere Preise hat,
kann mir das nur mit geringerer Qualität erklären.

Und wo ich schon am Abschweifen bin... Manche kauften sich auch ein
neues System und ich erklärte ihnen, wie sie es einbauen und ihren
Tonarm einstellen müssen. Und so gut wie alle waren damit überfordert.
Ich hatte sie dann gefragt, wie sie die Auflagekraft einstellen: "Ja,
so nach Gefühl, bis die Nadel nicht mehr springt". "Antiskating? Was
ist das?". "Spurfehlwinkel? Nie gehört", usw. Das war die Zeit, als
gerade die CD aufkam. Und obwohl ich selbst großer Vinyl-Fan war, und
die CD damals noch nicht mochte, dachte ich, für die große Masse der
Musikhörer ist die CD ein großer Fortschritt, einfach, weil sie mit
Plattenspielern völlig überfordert waren. Und es hatte mich dann auch
nicht gewundert, dass die Meisten vom Klang der CD begeistert waren.
Wer seinen Plattenspieler so krass falsch eingestellt hatte und mit so
miesen Tonabnehmern gehört hatte, hatte das Potential der Platte ja
nie wirklich ausgeschöpft oder auch nur erahnt.

Auf CD bin ich dann aber doch aus mehreren Gründen umgestiegen:

1. Es gab immer mehr Neuerscheinungen nur noch auf CD.

2. Ich hatte einen CD-Spieler gefunden, der mir vom Klang her gefiel
und auch eine gewisse Ähnlichkeit zu Vinyl hatte, das war ein NAD.
Den benutze ich inzwischen aber nicht mehr. Aktuell höre ich mit
einem externen DAC, einem Philips DAC960 mit TDA1541A, der auch
einen schönen analogen Fluss hat[1]. Moderne Sigma-Delta-DACs habe
ich natürlich auch hier, damit höre ich auch ab und zu.

3. Als alle Aufnahmen digital gemacht wurden, sah ich keinen Sinn mehr
darin, dass diese Aufnahmen erst mit einem DAC abgespielt, dann auf
eine mechanische Scheibe geschnitten und von dort wieder abgetastet
werden, anstatt vom DAC gleich in den Verstärker zu gehen. Ich weiß,
der Vergleich hinkt, weil für LPs und CDs leider nicht die gleiche
Abmischung verwendet wird. Das ursprüngliche Hi-End-Medium CD ist
inzwischen das Consumer-Medium (Stichwort Loudness-War, obwohl wir
ihn inzwischen hoffentlich hinter uns haben). Aber grundsätzlich
halte ich diesen Umweg immer noch für sehr schräg. Da investiere
ich das gesparte Geld lieber in bessere DACs.

Ich weiß, dann gibt es noch das Argument mit der Anfassqualität. Da
ist natürlich was dran. Ich hatte damals am Liebsten amerikanische
und japanische Pressungen gekauft, mit Hüllen aus dickem, geprägtem
Karton und schwerem Vinyl (speziell die japanischen). Englische
Pressungen waren auch toll. Ja, klar, das war und ist ein eigenes
sinnliches Erlebnis, dagegen können CDs nicht anstinken, und Streams
schon gar nicht. Aber hilft ja nichts, die Zeit ist vorbei. Ich
hatte in den letzten Jahren noch ein paar aktuelle LPs gekauft und
fand die alle sehr schrottig. Mieses, knisterndes Vinyl, verzerrter
Klang, nee, danke, das brauche ich nicht. Ich habe noch mein ganzes
Equipment hier und meine alten LPs - wenn ich lustig bin, baue ich
alles auf und höre eine Scheibe, ansonsten bin ich mit CD inzwischen
glücklich. Hat mich allerdings auch viel Zeit und Umwege gekostet,
eine Kombination zu finden, mit der ich mich wohlfühle.

> Jetzt die Frage: Weiterhin Ortofon und Quartet ... oder irgendwann
> doch der Wechel zu Audio Technica?

Warum nur Ortofon und AT? Gibt es inzwischen keine anderen Hersteller
mehr oder hast Du Dich auf die beiden schon festgelegt?

> Deren Nadeln und Systeme sind so günstig, daß man sich fast schon
> etwas wundert.

Die großen Hersteller hatten immer günstige Tonabnehmer im Sortiment,
z.B. Ortofon das OM(B)-5 für ca. 50 DM oder Shure das M44(?) und
später das M91(?) zu ähnlichen Preisen. Diese Systeme waren aber
nicht schlecht, gegenüber den teuren Systemen fehlte ihnen oft nur
Feinzeichnung und Auflösung an den Enden des Frequenzbereichs.

> Dann nicht MC, sondern MM,

MM würde ich Dir ohnehin empfehlen, wenn Du nicht auf MC bestehst.
Du sparst Dir den Vorvorverstärker oder Übertrager. Diese Stufe ist
klanglich kritisch und kann sehr teuer werden.

Ich hatte zuletzt zwar selbst mit MC gehört, aber es hat mich auch
viel Zeit, Nerven und Geld gekostet, eine passende Vorvorstufe zu
finden. Gelandet bin ich schließlich bei einem kleinen Übertrager
von Ortofon. Eine aktive Vorvorstufe passte klanglich nicht. Ein
noch teurerer Übertrager wäre vermutlich noch besser gewesen, aber
irgendwann ist halt auch das Geld alle oder man fragt sich, ob es
einem das Ganze wert ist. Ausprobiert hatte ich mehrere aktive
Vorverstärker und Übertrager, auch Übertrager aus Studiosystemen,
der Ortofon passte aber am Besten. Das kann bei einem anderen TA
aber schon wieder anders sein.

Ansonsten gab es von Denon High-Output MC-Systeme. Für sie braucht
man keine extra Vorstufe. Die Bezeichnung ist mir entfallen. Gibt es
aber AFAIK nicht mehr. Und damit hast Du weiterhin das Problem mit
dem Austauschsystem. MM hat eben den unschlagbaren Vorteil, dass man
nur die Nadel wechseln muss und sich die zeitraubende Tonarmjustage
sparen kann.

> aber ursprünglich war an dem Arm eh ein (dumpfes) Kenwood MM System
> dran.

Wenn Du damit ausdrücken willst, dass MM dumpfer klingt als MC, dann
muss ich Dir sagen, dass das zwar ein gängiges Vorurteil ist, aber
nicht stimmt. Der Klang hat nichts damit zu tun. Auch nicht mit dem
Hersteller.

Beispiel: Dein Ortofon MC-1 und das Ortofon SPU, über das wir hier
kürzlich gesprochen hatten. Klanglich zwei völlig gegensätzliche
Systeme. Das MC-1 klingt hell, für mein Empfinden fast schon schrill,
das SPU klingt sanft, warm und weich, für Dein Empfinden vielleicht
auch dumpf (obwohl es einen ziemlich linearen Frequenzgang hat). Und
beide sind vom gleichen Hersteller, klingen aber völlig verschieden.

Ich würde an Deiner Stelle so vorgehen:

1. Überlegen: Muss es ein MC sein? Wenn nicht, MM oder MI wählen.
Bitte nicht missverstehen, ich habe nichts gegen MC. Ich sage es
mal so: Wer weiß, dass er ein MC braucht, stellt sich die Frage
nicht, und wer sich die Frage stellt, braucht keines ;-)

2. Anhand der technischen Daten des Tonarms und des Preisrahmens eine
Liste von Tonabnehmern erstellen, die in Frage kommen.

3. Einen Händler suchen, der Dir das System vorführen kann. In Berlin
geht das z.B. bei Phonophono.

Grüße und HTH
Martin

[1] <https://www.dutchaudioclassics.nl/philips_dac_960_d_a_converter/>

Martin Klaiber

unread,
Feb 20, 2022, 9:08:11 AMFeb 20
to
Basar Alabay <ala...@gmx.net> wrote:

> Die Platten dürften ziemlich sauber sein. Deckel immer unten und ein
> Canton-Arm zum entstauben und ent... was eigentlich? ...spannen? Also,
> entknacksen.

Ableiten statischer Aufladung. Soll auch verhindern, dass die Platte
Staub anzieht. Funktioniert das bei Dir? Hat bei mir nie richtig
funktioniert. Bin daher irgendwann auf Nassabspielen umgestiegen.
Das funktioniert sehr gut, muss man dann aber immer machen.

> Nun ist auch noch die Frage ... was für einen Tonarm habe ich? S-förmig,
> Kenwood KD3070 ... ist das schwer oder leicht?!

Die Form ist egal. Entscheidend ist die effektive bewegte Masse.

Grüße
Martin

Martin Klaiber

unread,
Feb 20, 2022, 9:08:11 AMFeb 20
to
Gerald E¡scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:

> Auf https://www.lowbeats.de/lowbeats-klang-orakel-tonabnehmer/ kann man
> sich Hörbeispiele (auf Soundcloud) diverser hochwertiger Tonabnehmer
> anhören, darunter AT VM95 mit unterschiedlichen Nadeln, als Referenz
> dient ein MC von Denon.
> Über Kopfhörer (AKG K812) klingen alle Tonabnehmer sehr ähnlich,
> Verfärbungen habe ich keine feststellen können. Das VM95C (konische
> Nadel) fällt etwas ab, das klingt fad. VM95E (elliptische Nadel in
> Fassung) spielt deutlich lebendiger. VM95SH (Shiabata) und VM95ML
> (Microline) klingen bestenfalls um Nuancen besser, am ehesten habe ich
> Unterschiede im Klang der Becken gehört.
> Aufgrund des geringeren Nadel- und Plattenverschleißes würde ich dennoch
> zu einem der Spezialschliffe mit langer Kontaktfläche greifen. Ebenso
> sollen die die Innenrillen besser abtasten.

Ich hatte lange mit dem Shure M95 und V15-IV gehört, anfangs mit den
elliptischen Nadeln (ED), später mit den hyperelliptischen (HE), das
war auch so ein langgezogener Schliff. Der Unterschied war vorallem in
den Höhen zu hören, sie wurden deutlich sauberer und feiner abgetastet
und, wie Du sagst, speziell in den Innenrillen. Außerdem hatte ich den
Eindruck, dass Nebengeräusche geringer waren.

Grüße
Martin

Gerald E¡scher

unread,
Feb 20, 2022, 2:31:58 PMFeb 20