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Thorens Plattenspieler Riemen rutscht ab

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Başar Alabay

unread,
Jan 1, 2013, 5:10:46 PM1/1/13
to
Hallo,

ich war gestern bei einem Freund, der unter Mühen seinen Thorens PS
aktiviert hat. Er hat einen Ersatzriemen eingelegt, diesr rutscht aber
anscheinend sporadisch ab. Ich weiß jetzt nicht genau, *wann*, denn er
sagte, daß das Gerät, wenn es läuft, läuft.

Ich selber habe ja nur Direktantrieb-Erfahrungen … was könnte bei ihm
das Problem sein?

B. Alabay


--
We wish you a free mind, free conscience and free education!

Norbert Hahn

unread,
Jan 1, 2013, 5:27:57 PM1/1/13
to
Ba?ar Alabay <ala...@gmx.net> wrote:

>Hallo,
>
>ich war gestern bei einem Freund, der unter Mühen seinen Thorens PS
>aktiviert hat. Er hat einen Ersatzriemen eingelegt, diesr rutscht aber
>anscheinend sporadisch ab. Ich weiß jetzt nicht genau, *wann*, denn er
>sagte, daß das Gerät, wenn es läuft, läuft.
>
>Ich selber habe ja nur Direktantrieb-Erfahrungen … was könnte bei ihm
>das Problem sein?

Es wäre ganz hilfreich zu wissen, um welches Modell es sich handelt.
Ich habe z.B. einen TD 125, bei dem die Drehzahl ausschließlich durch
eine Änderung der Ansteuerung des Motors bestimmt wird. Falls hier der
Riemen abstürzen sollte, müsste entweder der Riemen defekt sein oder
die Motoraufhängung "verbogen".
Es gibt aber andere Modelle, bei denen zur Drehzahländerung der Riemen
durch einen Haken auf eine andere Riemenscheibe am Motor umgehängt wird.
Wenn der Haken verbogen ist, kann der Riemen "daneben gelegt" werden.

Norbert

Başar Alabay

unread,
Jan 1, 2013, 5:58:00 PM1/1/13
to
Norbert Hahn schrieb:

> Es wäre ganz hilfreich zu wissen, um welches Modell es sich handelt.
> Ich habe z.B. einen TD 125, bei dem die Drehzahl ausschließlich durch
> eine Änderung der Ansteuerung des Motors bestimmt wird. Falls hier der
> Riemen abstürzen sollte, müsste entweder der Riemen defekt sein oder
> die Motoraufhängung "verbogen".
> Es gibt aber andere Modelle, bei denen zur Drehzahländerung der Riemen
> durch einen Haken auf eine andere Riemenscheibe am Motor umgehängt wird.
> Wenn der Haken verbogen ist, kann der Riemen "daneben gelegt" werden.

Das weiß ich leider nicht. Ich hatte auch nicht den Auftrag zu fragen.
Es war mein eigenes Interesse (um ggf. irgendwann mal einen Tip geben zu
können). Aber ich selber dachte auch an teas in Richtung verbogen.

Muck Krieger

unread,
Jan 2, 2013, 4:11:25 AM1/2/13
to
Başar Alabay wrote:
> Norbert Hahn wrote:

>> Es gibt aber andere Modelle, bei denen zur Drehzahländerung der Riemen
>> durch einen Haken auf eine andere Riemenscheibe am Motor umgehängt wird.
>> Wenn der Haken verbogen ist, kann der Riemen "daneben gelegt" werden.

Unwahrscheinlich, wer diesen Umlenkhebel und dessen Betätigung
je in der Hand hatte wird festgestellt haben daß diese Teile praktisch
nur mit einem Schmiedehammer verbogen werden könnten ;-)

> Das weiß ich leider nicht. Ich hatte auch nicht den Auftrag zu fragen.
> Es war mein eigenes Interesse (um ggf. irgendwann mal einen Tip geben zu
> können). Aber ich selber dachte auch an teas in Richtung verbogen.

Nö, das ist zu 99% ein Phänomen, daß die meisten älteren Herren
betrifft: "schlapper Riemen". Der dehnt sich mit der Zeit einfach und
rutscht dann vom Innenteller herunter (der "tonnenförmige" Motor-
Pulley hat zwar seitliche Führung, kann das aber nicht verhindern)

Wen's interessiert: Die korrekte Methode bei diesen Subchassis-
Plattenspielern (Thorens, Linn und alle Epigonen) Riemenspannung
und vorgesehenen Riemenlauf zu kontrollieren ist folgende:

Man legt den (Haupt-) Plattenteller vorsichtig umgekehrt auf den
Innenteller und betrachtet sich Anlauf, Geschwindigkeitsumschaltung
etc von der Seite. Ist der Riemen okay, zieht er sich beim Anlaufen
und nach Geschwindigkeitswechsel innerhalb zwei oder drei Teller-
Umdrehungen zentrisch auf die verdickte Pulley-Mitte. Leichte
Lage- (Neigungs-) Änderungen des Subchassis dürfen das nicht
behindern.

Und noch ein Tipp für *alle* riemengetriebenen Plattendreher:
Leichtes Anschubsen von Hand in Drehrichtung beim Einschalten
verlängert die Lebensdauer eines Riemens auf erstaunliche Weise ...

Keep on rocking,

Muck

Bernhard Wohlgemuth

unread,
Jan 2, 2013, 4:35:45 AM1/2/13
to
Muck Krieger schrieb:

> Nö, das ist zu 99% ein Phänomen, daß die meisten älteren Herren
> betrifft: "schlapper Riemen".

Der OP schrieb aber schon "Ersatzriemen". Also ist der "neue" Riemen
entweder auch schon ausgeleiert oder hat die falsche Länge - beides hat
eine zu geringe Spannung zur Folge - oder das Problem liegt ganz
woanders...

Sowas hatte ich jetzt bei einem Cassettendeck (Akai GX-9): Der Riemen,
der vom direktgetriebenen Hauptcapstan den zweiten Capstan antrieb, lag
zwar noch auf und hatte sogar einen Hauch von Spannung, war aber zu
schlaff, um unter Last noch das Drehmoment zu übertragen - eine neuer
Riemen wirkte Wunder.

Gruß B.

Muck Krieger

unread,
Jan 2, 2013, 5:01:57 AM1/2/13
to
Bernhard Wohlgemuth wrote:
> Muck Krieger wrote:

>> Nö, das ist zu 99% ein Phänomen, daß die meisten älteren Herren
>> betrifft: "schlapper Riemen".

> Der OP schrieb aber schon "Ersatzriemen". Also ist der "neue" Riemen
> entweder auch schon ausgeleiert oder hat die falsche Länge - beides hat
> eine zu geringe Spannung zur Folge - oder das Problem liegt ganz
> woanders...

Ich hätte vielleicht noch erwähnen sollen, daß 99% aller angebotenen
"Ersatzriemen" (egal wofür) in keiner Weise in ihren Parametern den
Originalen entsprechen.. BTDT. Selbst Thorens hatte in den letzten
Produktionsjahren Anfang der 1990er Jahre große Mühe, einen
Hersteller zu finden, der exakt spezifizierte "Gummiwaren" liefern
konnte. Die wurden übrigens vermessen und getestet und dann mit
einem ziemlich einzigartigen Aufdruck versehen. Was heute so mit
"Original XYZ"-Aufdruck herumfliegt muß man halt selber testen.

Plattenspieler-Riemen sind - laut Wau Holland selig - eben digital
und kennen nur drei Zustände - "geht", "geht nicht" und "kaputt".

Keep on rocking,

Muck

Bernhard Wohlgemuth

unread,
Jan 2, 2013, 5:41:03 AM1/2/13
to
Muck Krieger schrieb:

> Plattenspieler-Riemen sind - laut Wau Holland selig - eben digital
> und kennen nur drei Zustände - "geht", "geht nicht" und "kaputt".

Der High-End-Fan mag mir verzeihen, aber da bin ich froh, dass mein
Plattenspieler Direktantrieb hat - eine Verschleiß- und Fehlerquelle
weniger ;-)

Allerdings beschäftigt mich seit einiger Zeit die Frage, ob nicht auch
die Gummilagerung (Neopren?) der Abtastnadel altert und welche
Auswirkungen das haben könnte - die Magnetsysteme (Ortofon FF15X MkII
und OMB 10) werden ja auch nicht jünger und die Ersatznadeln altern im
Schrank vor sich hin...

Gruß B.

Muck Krieger

unread,
Jan 2, 2013, 6:30:55 AM1/2/13
to
Bernhard Wohlgemuth wrote:

> Der High-End-Fan mag mir verzeihen, aber da bin ich froh, dass mein
> Plattenspieler Direktantrieb hat - eine Verschleiß- und Fehlerquelle
> weniger ;-)

Daß ein Riemenantrieb das *Einzig Wahre High-End* sein soll
ist allerdings keine irgendwie belegbare Tatsache, sondern ein
quasi-religiöses Dogma einiger High-End-Fans, deshalb aber
dieser Sekte genauso wenig begründbar wie z.B. der Sinn von
Doppel-Blind-Tests und ähnlichen Realwelt-Gegebenheiten ;-)

> Allerdings beschäftigt mich seit einiger Zeit die Frage, ob nicht auch
> die Gummilagerung (Neopren?) der Abtastnadel altert und welche
> Auswirkungen das haben könnte - die Magnetsysteme (Ortofon FF15X MkII
> und OMB 10) werden ja auch nicht jünger und die Ersatznadeln altern im
> Schrank vor sich hin...

Ja, das Zeugs (oft auch Silikon, meist aber tatsächlich nur sehr schwach
vulkanisiertes Gummi) altert natürlich auch und verhärtet/versprodet
mit den Jahren. Ich habe hier einige z.T. fast dreißig Jahre alte (gebraucht
geerbte) Nobel-Systeme auf identischen Headshells für meinen Dynavector-
Arm, da muß man mit etwas Phantasie bei Auflagegewicht und Antiskating
von den vorgeschriebenen Werten abweichen, dann geht das schon noch.

Vorausgesetzt man hat Meßplatten, Oszilloskop und dergleichen, meinen
alten Ohren würde ich da wegen der oft sogar angenehmen zusätzlichen
Verzerrungen nicht trauen ...

Deshalb benutze ich zum Digitalisieren von Vinyl auch nur ein bewährtes
japanisches Modell mit Direktantrieb - alles andere wäre in die Tasche
gelogen.

Keep on rocking,

Muck

Bernhard Wohlgemuth

unread,
Jan 2, 2013, 6:51:31 AM1/2/13
to
Muck Krieger schrieb:

> Deshalb benutze ich zum Digitalisieren von Vinyl auch nur ein bewährtes
> japanisches Modell mit Direktantrieb - alles andere wäre in die Tasche
> gelogen.

Me too: Hier ist es ein Mitsubishi DP-EC8. Der war damals (Mitte der
80'er) ein ziemlicher Exot, ein Studienkollege mit Familienanschluss an
einen gehobenen Radioladen hatte ihn mir empfohlen - bis dahin dachte
ich, die bauen nur Autos und schweres Gerät... ;-)

Sei's drum - ich hab' den Kauf bis heute nicht bereut, potenzielle
Schwachstellen sehe ich derzeit eher beim Tonabnehmer als beim
Chassis...

Gruß B.

Muck Krieger

unread,
Jan 2, 2013, 7:21:54 AM1/2/13
to
Bernhard Wohlgemuth wrote:
> Muck Krieger wrote:

>> Deshalb benutze ich zum Digitalisieren von Vinyl auch nur ein bewährtes
>> japanisches Modell mit Direktantrieb - alles andere wäre in die Tasche
>> gelogen.

> Me too: Hier ist es ein Mitsubishi DP-EC8. Der war damals (Mitte der
> 80'er) ein ziemlicher Exot, ein Studienkollege mit Familienanschluss an
> einen gehobenen Radioladen hatte ihn mir empfohlen - bis dahin dachte
> ich, die bauen nur Autos und schweres Gerät... ;-)

Mitsubishi war/ist ein Mischkonzern wie z.B. Siemens hierzulande.
Home-HiFi der besseren Sorte hat Mitsubishi eine kurze Zeit seit
den späten 1970ern unter eigenem Namen verkauft, andererseits
landete eine Menge Mitsubishi-OEM-Ware damals bei uns unter
dem Namen - wer hätte es gedacht - "Siemens" in unseren Läden.

> Sei's drum - ich hab' den Kauf bis heute nicht bereut, potenzielle
> Schwachstellen sehe ich derzeit eher beim Tonabnehmer als beim
> Chassis...

Da sollte ein problemlos zu erwerbendes mittelprächtiges Audio-
Technica - wie im Original - draufpassen.

Keep on rocking,

Muck

Başar Alabay

unread,
Jan 2, 2013, 7:48:06 AM1/2/13
to
Muck Krieger schrieb:

> Wen's interessiert: Die korrekte Methode bei diesen Subchassis-
> Plattenspielern (Thorens, Linn und alle Epigonen) Riemenspannung
> und vorgesehenen Riemenlauf zu kontrollieren ist folgende:

Ich habe das mal dem Bekannten gemailt. Allerdings fiel ihm der neue
Riemen runter, sagte er. Der neue Riemen ist nunl natürlich nicht mehr
so neu, aber allzuviel benutzt wurde die Kiste wohl auch nicht in den
letzten Jahren.

Marcel Müller

unread,
Jan 2, 2013, 7:48:23 AM1/2/13
to
Hallo,

On 01.01.2013 23:10, Başar Alabay wrote:
> ich war gestern bei einem Freund, der unter Mühen seinen Thorens PS
> aktiviert hat. Er hat einen Ersatzriemen eingelegt, diesr rutscht aber
> anscheinend sporadisch ab. Ich weiß jetzt nicht genau, *wann*, denn er
> sagte, daß das Gerät, wenn es läuft, läuft.
>
> Ich selber habe ja nur Direktantrieb-Erfahrungen … was könnte bei ihm
> das Problem sein?

der neue Riemen ist etwas zu groß. Lass mich raten Rolf Kelch Riemen?
Von Thorens kriegt man ja schon lange nichts mehr.

Ich habe hier ein ähnliches Problem. Der neue Riemen ist halt doch nicht
exakt genauso, wie der alte. Allerdings hüpft er bei mir nicht runter,
sondern dreht nur ein paar Umdrehungen durch und rutscht dabei etwas
hoch und runter.

Der Vorteil dieser fast lose sitzenden Riemen ist, dass der Gleichlauf
ziemlich gut ist, denn die Kopplung an den Motor wird geringer. Und wenn
die Massenträgheit des Tellers erst einmal überwunden ist, gibt es ja
nahezu keinen Widerstand mehr.


Marcel

Helmut Harnisch

unread,
Jan 2, 2013, 8:00:38 AM1/2/13
to
Am 01.01.2013 23:10, schrieb Başar Alabay:
> Ich selber habe ja nur Direktantrieb-Erfahrungen … was könnte bei ihm
> das Problem sein?
Antriebsriemen ausgeleitert (zu lang) -> neuen kaufen

Bernhard Wohlgemuth

unread,
Jan 2, 2013, 8:07:43 AM1/2/13
to
Muck Krieger schrieb:

> Mitsubishi war/ist ein Mischkonzern wie z.B. Siemens hierzulande.
> Home-HiFi der besseren Sorte hat Mitsubishi eine kurze Zeit seit
> den späten 1970ern unter eigenem Namen verkauft

Stimmt, das war in der 1. Hälfte der 80'er.

Davor hatte ich einen Philips - bei denen war zu der Zeit "direct
control" in Mode: Ein Riemenantrieb, aber mit dem Tachogenerator am
Teller, sodass der Riemen in der Regelkreis einging. Laut Hersteller
sollten die Geräte sogar mit einfachen Haushaltsgummiringen noch die
Spezifikationen erfüllen - wäre natürlich bei den heutigen Ersatzriemen-
Problemen auch 'ne Lösung... ;-)

Gruß B.

Muck Krieger

unread,
Jan 2, 2013, 9:11:14 AM1/2/13
to
Bernhard Wohlgemuth wrote:

> Davor hatte ich einen Philips - bei denen war zu der Zeit "direct
> control" in Mode: Ein Riemenantrieb, aber mit dem Tachogenerator am
> Teller, sodass der Riemen in der Regelkreis einging. Laut Hersteller
> sollten die Geräte sogar mit einfachen Haushaltsgummiringen noch die
> Spezifikationen erfüllen - wäre natürlich bei den heutigen Ersatzriemen-
> Problemen auch 'ne Lösung... ;-)

Theorie und Praxis hatten bei Philips öfters mal ziemliche
Drift - hier wird ganz plausibel erläutert warum die Dinger
unter Musikfreunden als "Leierkasten" bezeichnet wurden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Plattenspieler#Riemenantrieb

Elektronische Regelung zur "Fehlerkorrektur" sind so eine
Sache für sich - auch die großen MFB- (motional feedback)
Lautsprecher der königlich niederländischen Glühlampen-
Fabrik litten unter dem zu langsamen piezokeramischen
Bewegungsmelder auf der Baßmembran - die Elektronik
konnte immer nur versuchen einen Fehler zu beheben
der längst (hörbar) aufgetreten war.

Heute macht man sowas (relativ) Nebenwirkungsfrei z.B.
mit "vorausberechnend korrigierenden" DSP-Schaltungen.

Für Plattenspieler aber absoluter overkill - die relativen
Schwächen der bekannten Antriebssysteme und auch der
verschiedenen Armgeometrien sind bei einigermaßen
durchdachten Konstruktionen vernachläßigbar. Genau
genommen ist nur ein Parameter wirklich wahrnehmbar,
das ist der für digital-gewohnte Ohren zu geringe Grund-
geräuschabstand aka die Rille und natürlich der Dreck in
derselben - selbst das Transistorgrab in dem legendären
"Laserplatterspieler (mit optischer Signalabtstung) konnte
daran nichts ändern ;-)

Man muß einfach den Spaßfaktor veralteter Technik an sich
geniessen, dann kann man auch Zweizylinder-V-Moppeds
fahren oder alte Dampfmaschinen betreiben, auch wenn
einem bewußt ist daß es bessere/zweckmäßigere Technik
gibt ...

Keep on rocking,

Muck

Bernhard Wohlgemuth

unread,
Jan 2, 2013, 1:41:49 PM1/2/13
to
Muck Krieger schrieb:

> das ist der für digital-gewohnte Ohren zu geringe Grund-
> geräuschabstand aka die Rille und natürlich der Dreck in
> derselben

Wir driften zwar ab, aber genau dazu fällt mir gerade noch was ein:

Ich bin beim Digitalisieren meiner "Schätzchen" von der Nachbearbeitung
mittlerweile völlig weg - die alten Platten mit ihren ganz speziellen
individuellen Nebengeräuschen habe ich so oft analog gehört, dass mir
was fehlt, wenn ich diese Aufnahmen plötzlich entknackst/entknistert
höre...

Ich stelle daher heute eine möglichst authentische Kopie der LP im
CD-Audio-Format her und archiviere diese - mit allen Unzulänglichkeiten.
Dabei bleibt's in der Regel - sollte ich mir das irgendwann nochmal
anders überlegen, kann ich ja auf dieses digitale "Rohmaterial"
zurückgreifen und nachbearbeiten.

Gehört wird eh' aus dem MP3-Archiv auf dem NAS...

Gruß B.

Reindl_Wolfgang

unread,
Jan 2, 2013, 4:17:03 PM1/2/13
to
Am 02.01.13 19:41, schrieb Bernhard Wohlgemuth:

> Ich bin beim Digitalisieren meiner "Schätzchen" von der Nachbearbeitung
> mittlerweile völlig weg - die alten Platten mit ihren ganz speziellen
> individuellen Nebengeräuschen habe ich so oft analog gehört, dass mir
> was fehlt, wenn ich diese Aufnahmen plötzlich entknackst/entknistert
> höre...

Geht mir inzwischen ähnlich, die einzige "Nachbearbeitung" ist die
Verhackstückung in die einzelnen Tracks. Wobei ich den Leerraum
hauptsächlich dem vorherigen Stück zuschlage.

> Ich stelle daher heute eine möglichst authentische Kopie der LP im
> CD-Audio-Format her und archiviere diese - mit allen Unzulänglichkeiten.

Fürs Archiv nehme ich nicht "CD-Audio-Format" (also AIFF/WAV), sondern
ALAC. Spart ca. 50% Platz auf der Platte.

> Dabei bleibt's in der Regel - sollte ich mir das irgendwann nochmal
> anders überlegen, kann ich ja auf dieses digitale "Rohmaterial"
> zurückgreifen und nachbearbeiten.

Eben - oder irgendwann halt meine Erben, wenn die die Schätzchen in
meiner Sammlung entdecken und auf die mir 'liebgewordenen' Knackser
keinen Wert legen ...

> Gehört wird eh' aus dem MP3-Archiv auf dem NAS...

Die Mühe, das nochmal verlustbehaftet zu kompromittieren mach' ich mir
nicht, bzw nur für den Einsatz im Outo oder 'Walkman'. Im Wohnzimmer
kommt mir nix verlustbehaftet kompromittiertes in die Ohren.

Wolfgang, der inzwischen ca. 150 LPs seinem Mac vorgespielt hat
Message has been deleted

Christian Müller

unread,
Jan 3, 2013, 2:38:46 AM1/3/13
to
Reindl_Wolfgang schrieb:

> Geht mir inzwischen ähnlich, die einzige "Nachbearbeitung" ist die Verhackstückung in die einzelnen Tracks. Wobei ich den Leerraum
> hauptsächlich dem vorherigen Stück zuschlage.

Sehe ich das richig:
Du zerschneidest die Aufnahme, um dann die einzelnen Tracks auf
CD zu überspielen und hast dann bei der Wiedergabe Lücken zwischen
den Titeln?

Wenn ich ein Werk (muss ja keine Schallplatte sein) in seiner ganzen
Länge erhalten, trotzdem einzelne Passagen gezielt anspringen will,
dann setze ich lediglich 2 Frames vor dem Beginn des Titels (oder was
ich da jetzt separieren mchte) eine Track-ID, ohne einen Schnitt zu
machen.
Beim "Durchlaufenlassen" fällt diese ID nicht auf.
Es ändert sich lediglich im Display des Players die Anzeige, aber
die Musik klingt so, wie sie von Schallplatte hörbar wäre.
Trotzdem kann man gezielt springen.

Eventuell musst du dich nach einem anderen Schneideprogramm umsehen,
was das "Zerteilen" ohne wirkliches Zerteilen ermöglicht.
Weiterhin musst du im Programm einstellen, dass die CD mit "CD_at_once"
geschrieben wird.


Gruß Christian

Marcel Müller

unread,
Jan 3, 2013, 4:54:00 AM1/3/13
to
Hallo,

On 02.01.2013 23:03, Ulrich Witte wrote:
>> der neue Riemen ist etwas zu groß. Lass mich raten Rolf Kelch Riemen?
>
> Gibt es da öfter Probleme?

so viele Thorens Plattenspieler habe ich nun auch wieder nicht. ;-)

> Ich habe vor 2 Jahren einen Rolf-Kelch-Riemen
> für meinen TD-146 gekauft. Mittlerweile klettert er nicht mehr auf
> 45 U/min :-/ Hab jetzt bei phonophono einen NoName-Nachbau bestellt, mal
> sehen, wie der sich schlägt.

Ich bin mittlerweile dazu über gegangen, mit dem ausgeleierten Riemen in
den Laden zu gehen, und einfach irgendeinen zu nehmen, der irgendwie
passt. Glücklicherweise gibt es bei uns noch so einen Laden. Der hat
eine Grabbelkiste und die Trefferwahrscheinlichkeit ist erstaunlich
hoch. Bei den ganz großen Flachriemen, die um den Plattenteller reichen,
wird es aber auch eng.
In Einzelfällen habe ich aber auch schon einen ungefähr passenden Riemen
genommen und den oder eine Hilfsrolle (bei Tonbändern) Motor um ein
Stückchen versetzt. Man kann auch eine alte Bandrolle von einem
VHS-Video seitlich in den Riemenlauf befestigen, so dass es ein wenig
straffer wird.


Marcel

Muck Krieger

unread,
Jan 3, 2013, 5:52:32 AM1/3/13
to
Christian Müller wrote:
> Reindl Wolfgang wrote:

[Vinyl digitalisieren im CD-Format, ohne Nachbearbeitung,
verlustlos speichern]

Halbwegs aktuelle Hard- und Software ermöglicht natürlich
die eigentliche Aufnahme mit höheren Abtast- und Bitraten,
daher nutze ich auch diese Optionen. Ein Vorteil ist höhere
Genauiggkeit bei einigen IMHO notwendigen Bearbeitungs-
schritten wie z:B. interpolieren störender Knackser und die
Analyse und Reduzierung des individuellen Grundrauschens.

Ich denke das Ergebnis lohnt den etwas größeren Aufwand.

>> Geht mir inzwischen ähnlich, die einzige "Nachbearbeitung" ist die
>> Verhackstückung in die einzelnen Tracks. Wobei ich den
>> Leerraum hauptsächlich dem vorherigen Stück zuschlage.

> Du zerschneidest die Aufnahme, um dann die einzelnen Tracks auf
> CD zu überspielen und hast dann bei der Wiedergabe Lücken
> zwischen den Titeln?

Diese Pausen müssen, je nach Dateiformat und Abspielsoftware,
bei der Wiedergabe am Rechner bzw. Netzwerk-Medienplayer o.Ä.
nicht unbedingt störend auffallen. Bei aus diesen Dateien gebrannten
CDs sind sie (Brenner-default 2 sek) aber völlig daneben - eine
reale Schallplatte oder CD hat individuelle unterschiedlich lange
Pausen (oder auch nicht) zwischen den einzelnen Titeln - sie sind
Teil des wahrzunehmenden "künstlerischen Willens" und meiner
Meinung nach dem Schnurrbart der Mona Lisa gleichzusetzen ;-)

> Wenn ich ein Werk (muss ja keine Schallplatte sein) in seiner ganzen
> Länge erhalten, trotzdem einzelne Passagen gezielt anspringen will,
> dann setze ich lediglich 2 Frames vor dem Beginn des Titels (oder was
> ich da jetzt separieren mchte) eine Track-ID, ohne einen Schnitt zu
> machen.

> Beim "Durchlaufenlassen" fällt diese ID nicht auf.
> Es ändert sich lediglich im Display des Players die Anzeige, aber
> die Musik klingt so, wie sie von Schallplatte hörbar wäre.
> Trotzdem kann man gezielt springen.

Das läßt sich mit Cue-Sheets wesentlich vereinfachen, egal ob man
tatsächlich eine CD brennen will (wer macht das noch?) oder das
Werk als "1:1-Abbild" auf anderen Datenträgern speichern möchte.
Man speichert die komplette LP/CD als einzige Datei inklusive aller
im Original vorhandenen Pausen in einem beliebigen verlustfreien
Audioformat plus einer zugehörigen, ca 1-3 kB großen *.cue-Datei,
in der alle Metainfortmationen gespeichert sind (und, da es sich hier
um reine Text-Dateien handelt, auch nach beliebigen Stichworten
durchsuchen lassen).

Nicht daß ich es nicht schonmal erwähnt hätte, aber hier sind meine
ca 3000 in den letzten 30 Jahren gekauften CDs und einige nie oder
nicht wieder auf CD veröffentlichte LPs in Kisten abgestellt und wie
oben geschildert als digitale Kopie in meiner "Musikbox" gespeichert.
Dazu kamen noch eine Unmenge aus öffentlichen Bibliotheken oder
von Freunden ausgeliehene Medien - inzwischen über 6000 komplette
Werke.

Diese "Musikbox" ist ein PC im "HiFi-Gehäüse" (von Pearl für damals
30 Eupo mit Netzteil und allen mechanisch notwendigen Schnittstellen)
mit einer 80 GB Festplatte aus einem alten Notbuch, Mainboard aus
einem älteren (leisen, sparsamen) Office-Rechner und Netzwerkkarte.
Das könnte auch ein NAS oder anderer autonomer Netzwerkplayer
sein, aber ich bastele halt gerne und verwerte so obsolete Hardware).

Dieses hübsche Kistchen steht neben Verstärker zwischen Regalboxen,
lebenswichtig ist natürlich die darin angeschlossene 2 TB Festplatte (von
der es verteilte Backups auf externen Platten gibt) für die gesamte Mucke,
ansonsten gibt es nur Strom- und Netzwerkanschluß und den analogen
Stereo-Ausgang zum Verstärker. Die darauf laufende Abspielsoftware
und die Titelsuche (jedes Stichwort liefert nach spätestens 20 sek alle
Fundstellen aus diesen ca 6000 CDs/LPs und ein weiterer Klick "legt"
die gesamte Platte mit allen Infos in den Player) kann von jedem Rechner
im Heimnetzwerk per Remotedesktop bedient werden - demnächst ggfs
auch mit einem Tablet als "Fernbedienung mit großem Display".

Aus der Abspielsoftware heraus kann ich ggfs einzelne Titel aus meinen
*.flacs der kompletten CDs/LPs heraus in beliebigem Format exportieren,
zur Not könnte ich auch CDs der Originale oder Kompilationen brennen.

Besonderer Vorteil meiner selbstgestrickten Hard-/Software-Lösung ist
die Modularität - jederzeit kann irgendwas ergänzt, ersetzt, oder erweitert
werden ... fertig gekauftes mit meinen Optionen ist mir noch nicht wirklich
ontergekommen, vom Preis (hier nur für das Gehäuse, wegen der Optik)
mal ganz abgesehen.

Zuletzt noch - nur kein Neid ;-) Wenn ihr mal, wie ich, Rentner seid und
mit (noch/erst) 66 Jahren eine sinnvolle Beschäftigung sucht, nur zu!

Keep on rocking,

Muck

Reindl_Wolfgang

unread,
Jan 3, 2013, 6:41:25 AM1/3/13
to
Am 03.01.13 08:38, schrieb Christian Müller:
> Reindl_Wolfgang schrieb:
>
>> Geht mir inzwischen ähnlich, die einzige "Nachbearbeitung" ist die
>> Verhackstückung in die einzelnen Tracks. Wobei ich den Leerraum
>> hauptsächlich dem vorherigen Stück zuschlage.
>
> Sehe ich das richig:
> Du zerschneidest die Aufnahme, um dann die einzelnen Tracks auf
> CD zu überspielen und hast dann bei der Wiedergabe Lücken zwischen
> den Titeln?

Du mistverstehst mich.
Auf einer normalen (Studio-)LP ist zwischen 2 Stücken üblicherweise ein
paar sec. leises Knistern.
Dieses leise Knistern lösche ich nicht (mehr), mache es nicht leiser
o.ä., sondern setze die Marke für den näxten Titel kurz vor dem Ende des
leisen Knisterns - DAS meinte ich mit "verhackstücken".
Audacity exportiert dann einzelne Tracks, die nach Umwandlung in ALAC
von iTunes lückenlos (aber halt incl. den originalen paar sec. leisem
Knistern) wiedergegeben werden.
Auch kommerzielle (Studio-)CDs haben ja üblicherweise ein paar sec
Stille zwischen den einzelnen Titeln - zumindest bei der Musik, die ich
bevorzuge.


> Wenn ich ein Werk (muss ja keine Schallplatte sein) in seiner ganzen
> Länge erhalten, trotzdem einzelne Passagen gezielt anspringen will,
> dann setze ich lediglich 2 Frames vor dem Beginn des Titels (oder was
> ich da jetzt separieren mchte) eine Track-ID, ohne einen Schnitt zu
> machen.
> Beim "Durchlaufenlassen" fällt diese ID nicht auf.
> Es ändert sich lediglich im Display des Players die Anzeige, aber
> die Musik klingt so, wie sie von Schallplatte hörbar wäre.
> Trotzdem kann man gezielt springen.

Wir reden zwar von was Anderem, aber am Ende kommt letzlich das Gleiche
raus dabei.
Allerdings kann ich einen Standard, den ich von vielen verschiedenen
Interpreten gespielt auf der HD habe, auch als Titel suchen und dann die
verschiedenen Interpretationen nacheinander abspielen lassen -
unabhängig davon ob original von CD oder LP.

> Eventuell musst du dich nach einem anderen Schneideprogramm umsehen,
> was das "Zerteilen" ohne wirkliches Zerteilen ermöglicht.
> Weiterhin musst du im Programm einstellen, dass die CD mit "CD_at_once"
> geschrieben wird.

Ich brenne schon lange keine CDs mehr von den digitalisierten LPs, das
landet alles nur noch auf der Festplatte (ist backupmassig auch
einfacher zu handhaben). Lediglich wenn ich mal eine EX-LP verschenken
will (oder es eine "Auftragsarbeit" war), mach ich eine CD draus und da
ist iTunes so schlau, daß es ohne besondere Einstellungen "Disk at once"
schreibt - "Track at once" war in der frühen Bronzezeit der CD-Brennerei
mit wenig Arbeisspeicher, wenig Pufferspeicher, DAO-unfähigen Brennern
usw nötig; zumindest am Mac aber schon seit der mittleren Bronzezeit
nicht mehr.

Wolfgang

Muck Krieger

unread,
Jan 3, 2013, 7:15:27 AM1/3/13
to
Reindl Wolfgang wrote:

> Ich brenne schon lange keine CDs mehr von den digitalisierten LPs,

Warum auch, die Rohlinge werden immer schlechter, und zum
versenden sind Speicherkarten, USB-Sticks oder "the cloud"
doch deutlich praktischer ...

> das landet alles nur noch auf der Festplatte (ist backupmassig
> auch einfacher zu handhaben).

Genau, wer will schon mehrfach die gleiche Arbeit machen.

> [...] "Track at once" war in der frühen Bronzezeit der CD-
> Brennerei mit wenig Arbeisspeicher, wenig Pufferspeicher,
> DAO-unfähigen Brennern usw nötig; zumindest am Mac aber
> schon seit der mittleren Bronzezeit nicht mehr.

Schon seit der frühen Steinzeit war das der Standard für CDDA
unter allen Betriebssystemen und mit jeder Brenn-Software, nicht
nur aus den o.g. Gründen, mit anderen "CD-Strukturen" konnten
und können reine Audio-CD-Spieler nix anfangen.

Keep on rocking,

Muck

Matthias Kohrs

unread,
Jan 3, 2013, 2:22:08 PM1/3/13
to
Am 03.01.2013 11:52, schrieb Muck Krieger:
> Zuletzt noch - nur kein Neid

Doch.

Aber: man muß auch gönnen können... 8-)

CYA! Matthias

Başar Alabay

unread,
Jan 3, 2013, 4:29:11 PM1/3/13
to
Norbert Hahn schrieb:

> Es wäre ganz hilfreich zu wissen, um welches Modell es sich handelt.

Es ist ein TD 280 MK III, hab ich vorhin erfahren.
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Hartmut Kraus

unread,
Jun 27, 2013, 6:54:56 PM6/27/13
to
Am 04.01.2013 13:25, schrieb Ulrich Witte:
> Ulrich 'Ingrid' Witte am 02 Jan 2013:
>
> [...]
>> Gibt es da ᅵfter Probleme? Ich habe vor 2 Jahren einen Rolf-Kelch-Riemen
>> fᅵr meinen TD-146 gekauft. Mittlerweile klettert er nicht mehr auf
>> 45 U/min :-/ Hab jetzt bei phonophono einen NoName-Nachbau bestellt, mal
>> sehen, wie der sich schlᅵgt.
> Flotter Laden, vorgestern bestellt, heute war der neue Riemen im
> Briefkasten. Nun lᅵuft der Thorens wieder prima, der Teller lᅵuft
> schneller an und der Riemen klettert zuverlᅵssig auf 45 U/min.
> Der Kelch-Riemen war nach knapp 2 Jahren doch schon ziemlich
> ausgeleiert.
Aua. Mein Ziphona MA 224 hatte nie Gleichlaufprobleme, und vor kurzem
hab' ich mal "prophylaktisch" den Riemem gewechselt - dachte, nach 30
Jahren kᅵnnte man ihm mal einen neuen gᅵnnen. ;) Und zur Sicherheit mir
noch einen "auf Vorrat" hingelegt.

Aber das ist ja ein DDR - Gerᅵt, und in der Zone waren wir ja
grundsᅵtzlich hinter dem Mond, ha, ha. (Musste ich mir doch erst wieder
dummes Angenᅵle von wegen "Billignachbau" und so anhᅵren) ...

ᅵbrigens soll da der gute Gleichlauf gerade auch durch eine relativ
"feste" Kopplung mit dem Motor zustande kommen - das Stᅵck Blech, das
den Teller darstellt, bringt's mit Sicherheit nicht alleine.
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