Christian Müller wrote:
> Reindl Wolfgang wrote:
[Vinyl digitalisieren im CD-Format, ohne Nachbearbeitung,
verlustlos speichern]
Halbwegs aktuelle Hard- und Software ermöglicht natürlich
die eigentliche Aufnahme mit höheren Abtast- und Bitraten,
daher nutze ich auch diese Optionen. Ein Vorteil ist höhere
Genauiggkeit bei einigen IMHO notwendigen Bearbeitungs-
schritten wie z:B. interpolieren störender Knackser und die
Analyse und Reduzierung des individuellen Grundrauschens.
Ich denke das Ergebnis lohnt den etwas größeren Aufwand.
>> Geht mir inzwischen ähnlich, die einzige "Nachbearbeitung" ist die
>> Verhackstückung in die einzelnen Tracks. Wobei ich den
>> Leerraum hauptsächlich dem vorherigen Stück zuschlage.
> Du zerschneidest die Aufnahme, um dann die einzelnen Tracks auf
> CD zu überspielen und hast dann bei der Wiedergabe Lücken
> zwischen den Titeln?
Diese Pausen müssen, je nach Dateiformat und Abspielsoftware,
bei der Wiedergabe am Rechner bzw. Netzwerk-Medienplayer o.Ä.
nicht unbedingt störend auffallen. Bei aus diesen Dateien gebrannten
CDs sind sie (Brenner-default 2 sek) aber völlig daneben - eine
reale Schallplatte oder CD hat individuelle unterschiedlich lange
Pausen (oder auch nicht) zwischen den einzelnen Titeln - sie sind
Teil des wahrzunehmenden "künstlerischen Willens" und meiner
Meinung nach dem Schnurrbart der Mona Lisa gleichzusetzen ;-)
> Wenn ich ein Werk (muss ja keine Schallplatte sein) in seiner ganzen
> Länge erhalten, trotzdem einzelne Passagen gezielt anspringen will,
> dann setze ich lediglich 2 Frames vor dem Beginn des Titels (oder was
> ich da jetzt separieren mchte) eine Track-ID, ohne einen Schnitt zu
> machen.
> Beim "Durchlaufenlassen" fällt diese ID nicht auf.
> Es ändert sich lediglich im Display des Players die Anzeige, aber
> die Musik klingt so, wie sie von Schallplatte hörbar wäre.
> Trotzdem kann man gezielt springen.
Das läßt sich mit Cue-Sheets wesentlich vereinfachen, egal ob man
tatsächlich eine CD brennen will (wer macht das noch?) oder das
Werk als "1:1-Abbild" auf anderen Datenträgern speichern möchte.
Man speichert die komplette LP/CD als einzige Datei inklusive aller
im Original vorhandenen Pausen in einem beliebigen verlustfreien
Audioformat plus einer zugehörigen, ca 1-3 kB großen *.cue-Datei,
in der alle Metainfortmationen gespeichert sind (und, da es sich hier
um reine Text-Dateien handelt, auch nach beliebigen Stichworten
durchsuchen lassen).
Nicht daß ich es nicht schonmal erwähnt hätte, aber hier sind meine
ca 3000 in den letzten 30 Jahren gekauften CDs und einige nie oder
nicht wieder auf CD veröffentlichte LPs in Kisten abgestellt und wie
oben geschildert als digitale Kopie in meiner "Musikbox" gespeichert.
Dazu kamen noch eine Unmenge aus öffentlichen Bibliotheken oder
von Freunden ausgeliehene Medien - inzwischen über 6000 komplette
Werke.
Diese "Musikbox" ist ein PC im "HiFi-Gehäüse" (von Pearl für damals
30 Eupo mit Netzteil und allen mechanisch notwendigen Schnittstellen)
mit einer 80 GB Festplatte aus einem alten Notbuch, Mainboard aus
einem älteren (leisen, sparsamen) Office-Rechner und Netzwerkkarte.
Das könnte auch ein NAS oder anderer autonomer Netzwerkplayer
sein, aber ich bastele halt gerne und verwerte so obsolete Hardware).
Dieses hübsche Kistchen steht neben Verstärker zwischen Regalboxen,
lebenswichtig ist natürlich die darin angeschlossene 2 TB Festplatte (von
der es verteilte Backups auf externen Platten gibt) für die gesamte Mucke,
ansonsten gibt es nur Strom- und Netzwerkanschluß und den analogen
Stereo-Ausgang zum Verstärker. Die darauf laufende Abspielsoftware
und die Titelsuche (jedes Stichwort liefert nach spätestens 20 sek alle
Fundstellen aus diesen ca 6000 CDs/LPs und ein weiterer Klick "legt"
die gesamte Platte mit allen Infos in den Player) kann von jedem Rechner
im Heimnetzwerk per Remotedesktop bedient werden - demnächst ggfs
auch mit einem Tablet als "Fernbedienung mit großem Display".
Aus der Abspielsoftware heraus kann ich ggfs einzelne Titel aus meinen
*.flacs der kompletten CDs/LPs heraus in beliebigem Format exportieren,
zur Not könnte ich auch CDs der Originale oder Kompilationen brennen.
Besonderer Vorteil meiner selbstgestrickten Hard-/Software-Lösung ist
die Modularität - jederzeit kann irgendwas ergänzt, ersetzt, oder erweitert
werden ... fertig gekauftes mit meinen Optionen ist mir noch nicht wirklich
ontergekommen, vom Preis (hier nur für das Gehäuse, wegen der Optik)
mal ganz abgesehen.
Zuletzt noch - nur kein Neid ;-) Wenn ihr mal, wie ich, Rentner seid und
mit (noch/erst) 66 Jahren eine sinnvolle Beschäftigung sucht, nur zu!
Keep on rocking,
Muck