Grundig Fine Arts Receiver: ein Ausgang verzerrt

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Michael Landenberger

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May 5, 2021, 11:08:56 AM5/5/21
to
Hallo,

bei unserem altgedienten Schlafzimmer-Receiver Grundig Fine Arts R2 ist seit
einiger Zeit der Klang aus der linken Box leicht verzerrt. Weil es sich so
angehört hat, als würde eine Schwingspule des Lautsprechers den Magneten
berühren, hatte ich zunächst den Lautsprecher in Verdacht. Dieser Verdacht
erwies sich aber als unbegründet, denn als ich den vermeintlich defekten
Lautsprecher testweise an den rechten Ausgang des Receivers angeschlossen
habe, war alles in Ordnung (umgekehrt hat die rechte Box verzerrt, wenn man
sie an den linken Ausgang angeschlossen hat).

Im nächsten Schritt habe ich alle mechanischen Kontakte im Signalweg
überprüft. Es gibt ein Relais, das den Signalweg beim Einschalten des
Verstärkers und während des Umschaltens zwischen verschiedenen Quellen
unterbricht (die Umschaltung selbst erfolgt über elektronische Schalter). Das
Relais sitzt IMO nicht in den Lautsprecherleitungen, denn dafür ist es zu
klein und auch zu weit weg von den Lautsprecher-Ausgängen. Ich denke daher, es
unterbricht den Signalweg bereits vor der Endstufe. Dieses Relais ist
gekapselt, daran konnte ich also vorerst nichts testen oder reparieren.

Weiterhin gibt es natürlich verschiedene Schalter und Potis im Signalweg. Die
Potis sind alle ok, sie laufen vollkommen geräuschlos und ohne Aussetzer. Beim
Loudness- und Defeat-Schalter stellte ich allerdings fest, dass deren Kontakte
wohl nicht mehr so ganz frisch sind. Ein kleiner Sprühstoß Kontaktspray in
eine Öffnung des Schaltergehäuses sorgte wieder für einwandfreien Kontakt.
Sicherheitshalber habe ich auch die Kontakte der Kopfhörerbuchse behandelt,
denn die schalten die Lautsprecher aus, wenn man einen Kopfhörer anschließt.

Bis auf das Relais funktionieren jetzt also alle mechanischen Kontakte im
Signalweg wieder einwandfrei. Leider löste das alles aber das ursprüngliche
Problem nicht. Das Ausgangssignal des linken Kanals ist weiterhin verzerrt. Es
hört sich an, als ob eine Wicklung der Schwingspule locker ist und im
Luftspalt des Magneten irgendwo streift (dem Klang ist ein leises Zirpen
überlagert). Das kann aber wie geschrieben nicht die Ursache sein, denn die
Box klingt einwandfrei, sobald man sie am rechten Ausgang anschließt. Außerdem
kommt die Verzerrung aus Hoch- und Tieftöner gleichzeitig (natürlich mit
unterschiedlicher Klangfarbe), d. h. sie muss bereits im Signal enthalten
sein, mit dem der Lautsprecher gefüttert wird.

Hat jemand einen Tipp, was dafür die Ursache sein könnte? Könnte irgendein
Bauteil z. B. durch Alterung die Linearität beeinträchtigen? Oder vielleicht
eine kalte Lötstelle? Ich wüsste gerne, wonach ich suchen soll, bevor ich den
Receiver komplett auseinandernehme. Mess-Equipment habe ich aber leider im
Moment nicht im Zugriff, könnte mir aber welches beschaffen. Schlimmstenfalls
könnte ich einen PC zum provisorischen Audio-Messplatz umfunktionieren, wobei
ich sogar auf sehr hochwertige (studiotaugliche) Audio-Hardware zurückgreifen
könnte. Würde sich diese Mühe lohnen oder bringt mich das auch nicht weiter?

Für jeden Tipp dankbar

Michael


Bernd Mayer

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May 5, 2021, 2:50:45 PM5/5/21
to
Am 05.05.21 um 17:08 schrieb Michael Landenberger:
>
> bei unserem altgedienten Schlafzimmer-Receiver Grundig Fine Arts R2 ist seit
> einiger Zeit der Klang aus der linken Box leicht verzerrt. Weil es sich so
> angehört hat, als würde eine Schwingspule des Lautsprechers den Magneten
> berühren, hatte ich zunächst den Lautsprecher in Verdacht. Dieser Verdacht
> erwies sich aber als unbegründet, denn als ich den vermeintlich defekten
> Lautsprecher testweise an den rechten Ausgang des Receivers angeschlossen
> habe, war alles in Ordnung (umgekehrt hat die rechte Box verzerrt, wenn man
> sie an den linken Ausgang angeschlossen hat).
>
> Hat jemand einen Tipp, was dafür die Ursache sein könnte? Könnte irgendein
> Bauteil z. B. durch Alterung die Linearität beeinträchtigen? Oder vielleicht
> eine kalte Lötstelle? Ich wüsste gerne, wonach ich suchen soll, bevor ich den
> Receiver komplett auseinandernehme. Mess-Equipment habe ich aber leider im
> Moment nicht im Zugriff, könnte mir aber welches beschaffen. Schlimmstenfalls
> könnte ich einen PC zum provisorischen Audio-Messplatz umfunktionieren, wobei
> ich sogar auf sehr hochwertige (studiotaugliche) Audio-Hardware zurückgreifen
> könnte. Würde sich diese Mühe lohnen oder bringt mich das auch nicht weiter?

Hallo,

miss mal nach, ob da Gleichspannung am Ausgang anliegt.

Das fragliche Relais kann man ja testweise mal kurz überbrücken.

Wenn der Verstärker auf HF schwingt dann kann das auch rauh und kratzig
klingen.


Bernd Mayer



Michael Landenberger

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May 6, 2021, 4:31:48 AM5/6/21
to
"Bernd Mayer" schrieb am 05.05.2021 um 20:50:44:

> miss mal nach, ob da Gleichspannung am Ausgang anliegt.
>
> Das fragliche Relais kann man ja testweise mal kurz überbrücken.
>
> Wenn der Verstärker auf HF schwingt dann kann das auch rauh und kratzig
> klingen.

Danke für die Tipps, werde ich mal prüfen.

Inzwischen habe ich einen Schaltplan aufgetrieben und festgestellt, dass das
Relais doch das Lautsprecher-Signal schaltet. Zusätzlich ist mir auch
aufgefallen, dass im Kopfhörer beide Kanäle sauber klingen. Das
Kopfhörer-Signal wird über Vorwiderstände von den Endstufen-Ausgängen
abgezapft, daher ist im Kopfhörerbetrieb der Lastwiderstand, den die Endstufen
versorgen müssen, viel größer als im Lautsprecherbetrieb. Verzerrungen bei
niederohmiger und sauberer Klang bei hochohmiger Last sind ein Hinweis auf
Kontaktprobleme. Das Relais im Lautsprecherausgang ist ein heißer Kandidat
dafür. Natürlich kommen auch die von dir genannten HF-Schwingungen in Frage.
Auch da gibt es Fälle, in denen solche Schwingungen nur bei niederohmiger Last
auftreten. Ich werde weiter forschen.

Gruß

Michael

Gerald E:scher

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May 7, 2021, 4:18:43 PM5/7/21
to
Michael Landenberger schrieb am 6/5/2021 10:31:

> Inzwischen habe ich einen Schaltplan aufgetrieben und festgestellt, dass das
> Relais doch das Lautsprecher-Signal schaltet. Zusätzlich ist mir auch
> aufgefallen, dass im Kopfhörer beide Kanäle sauber klingen. Das
> Kopfhörer-Signal wird über Vorwiderstände von den Endstufen-Ausgängen
> abgezapft,

Kopfhörerausgang mit Vorwiderständen ist aber alles andere als "Fine
Arts". Für die damaligen Kopfhörer mit 600 Ohm mag es gehen, heutige
Kopfhörer mit manchmal 50 Ohm und weniger werden dann mit einer
Stromquelle statt Spannungsquelle angesteuert was Auswirkungen auf den
Frequenzgang und die Präzision der Basswiedergabe hat.

--
Gerald

Bernd Mayer

unread,
May 7, 2021, 5:06:27 PM5/7/21
to
Am 07.05.21 um 22:18 schrieb Gerald E:scher:
Hallo,

ich habe mir auch einen Schaltplan von elektrotanya hergeladen
(grundig_r1_r2-gb_sm.pdf), und wenn ich den richtig interpretiere dann
sind da einfach Widerstände mit 270 Ohm/1W in Reihe vor die Kopfhörer
geschalten.


Bernd Mayer

olaf

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May 8, 2021, 12:00:04 AM5/8/21
to
Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>sind da einfach Widerstände mit 270 Ohm/1W in Reihe vor die Kopfhörer
>geschalten.

DAs ist verbreitete Praxis. Deshalb kann man gute Kopfhoerer auch mit
unterschiedlicher Impedanz kaufen und man sollte dann schon
etwas >250R haben.
Und deshalb gibt es auch extra Kopfhoererverstaerker. .-)

Ausserdem ist es auch irgendwie traurig. Mein CD-Player verwendet
z.B am Kopfhoererausgang einen NJM4556. Das ist doch wohl das
mindeste was man an einem Verstaerker erwarten koennte der von
sich behauptet gut zu sein. Aber ich vermute mal das man bei
einfacheren Produkten die nich sowieso bereits Operationverstaerker
enthalten den zusaetzlichen Aufwand einer +/-15V Versorgung vermeiden
wollte. Bloss sollte man dann eher "Roughneck Arts" draufschreiben.


Olaf

olaf

unread,
May 8, 2021, 12:30:02 AM5/8/21
to
olaf <ol...@criseis.ruhr.de> wrote:

>Ausserdem ist es auch irgendwie traurig. Mein CD-Player verwendet
>z.B am Kopfhoererausgang einen NJM4556. Das ist doch wohl das

Hat mich gerade selber neugierig gemacht und ich hab mal einen
Blick das Servicemanual meines Sony CDP-990 geworfen.
Und ich denke das man das Gesagte sicher auch auf jede Menge
anderer Geraete uebertragen kann. (Sicher bei Sony, aber der NJM
war mal sehr gaengig und wird auch woanders drin sein)

1. Wenn ich das richtig sehe dann sollte man den NJM4556 problem
durch einen NE5532 ersetzen koennen. Sozusagen fuer die Mittelklasse
Ohren unter uns. Fuer Highend muss es natuerlich was gueldenes von
BurrBrown sein. :-D

2. Am Ausgang des OPs gibt es einen 56R Widerstand. Damit ist der
Ausgangswiderstand also mindestens 56R+OPV. Der Grund duerfte wohl
ein Kurzschlussschutz des Ausgangs sein weil man bei den Klinkensteckern
beim reinstecken immer mal kurz einen Kurzschluss machen kann.
Das ist fuer irgendwelchen modernen Hoerkram mit 32R oder weniger
natuerlich auch schon bloed! Wenn ich sowas haette dann wuerde
ich da vielleicht auf 10R oder 22R runtergehen.

Olaf

Bernd Mayer

unread,
May 8, 2021, 1:02:37 AM5/8/21
to
Am 08.05.21 um 05:52 schrieb olaf:
Hallo,

ja - ich habe sowas auch öfters gesehen.
im Netzteil gibt es auch stabilisierte +-18V.

Ein extra Opamp inklusive dem Drumherum wurde so halt eingespart.


Bernd Mayer

Bernd Mayer

unread,
May 8, 2021, 1:39:48 AM5/8/21
to
Am 08.05.21 um 06:20 schrieb olaf:
Hallo,

um den Ausgangswiderstand zu vermindern (besserer Dämpfungsfaktor und
Klang) kann man auch einen passenden Widerstand parallel zum
Kopfhörerausgang reinlöten. Man hat dann zwar einen Spannungsteiler,
aber genügend Pegel ist ja vorhanden.

Den wirksamen Ausgangswiderstand kann man dann als Parallellschaltung
von 270 Ohm, dem zusätzlichen Spannungsteilerwiderstand und dem
Widerstand des Kopfhörers berechnen.

Und ob der NE5532 Vorteile hat gegenüber dem NJM4556 müsste man im
Detail überprüfen.

Laut dem Datenblatt:
https://www.njr.com/electronic_device/PDF/NJM4556A_E.pdf
kann der 70mA Ausgangsstrom an 150 Ohm liefern. Das kann bei einem
Kopfhörerverstärker vorteilhaft sein, der NE5532 ist ja nur bis 600 Ohm
Last spezifiziert.


Bernd Mayer

olaf

unread,
May 8, 2021, 2:30:04 AM5/8/21
to
Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>um den Ausgangswiderstand zu vermindern (besserer Dämpfungsfaktor und
>Klang) kann man auch einen passenden Widerstand parallel zum
>Kopfhörerausgang reinlöten. Man hat dann zwar einen Spannungsteiler,
>aber genügend Pegel ist ja vorhanden.

Ja, bei der Endstufe. Nicht beim OPV. Wundert mich eigentlich das Grundig
das nicht so gemacht hat. Im Schaltplan uebersehen?

>Den wirksamen Ausgangswiderstand kann man dann als Parallellschaltung
>von 270 Ohm, dem zusätzlichen Spannungsteilerwiderstand und dem
>Widerstand des Kopfhörers berechnen.

Genau, haben wir alle in der ersten oder zweiten Vorlesung gelernt. .-)

>Und ob der NE5532 Vorteile hat gegenüber dem NJM4556 müsste man im
>Detail überprüfen.

Ich denke zumindest bei Kopfhoerern die hochomig sind. Bei
niederohmigen wird er wohl nicht genug Strom liefern koennen. Deshalb
findet man da gerne Konzepte wo man zwei NE5532 ueber 47R parallel
geschaltet hat. Das ist im englischen Sprachraum sogar ein
feststehender begriff.
Ich glaube das ging auf eine Applikation von BurrBrown oder Texas
zurueck.

https://www.amazon.de/KKmoon-Kopfhörerverstärker-Transparent-Einzigen-Netzteil/dp/B07FNY572G

https://www.eevblog.com/forum/beginners/first-kit-build-classic-_47-headphone-amplifier_/


>Laut dem Datenblatt:
>https://www.njr.com/electronic_device/PDF/NJM4556A_E.pdf
>kann der 70mA Ausgangsstrom an 150 Ohm liefern. Das kann bei einem
>Kopfhörerverstärker vorteilhaft sein, der NE5532 ist ja nur bis 600 Ohm
>Last spezifiziert.

Tja, fuer einen 32R Grado wuerde ich den auch nicht nehmen. Bei meinem
DT880 ist er aber okay.

Das Problem des NE5532 ist heute das er zu billig ist und alt auch
noch. Wie kann etwas gut sein das fast nichts kostet? :-)

Ansonsten hatte ST auch einen modernen OP fuer Audio der mehr Strom
liefern kann. Leider weiss ich die Nummer gerade nicht auswendig.

Olaf

olaf

unread,
May 8, 2021, 2:45:03 AM5/8/21
to
Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>im Netzteil gibt es auch stabilisierte +-18V.

In Small Signal Audio Design von Douglas Self

https://www.amazon.de/Self-Small-Signal-Audio-Design/dp/0367468956/

kannst du lesen das er OPs gerne mit +/-17V betreibt weil er dann
etwas mehr Headroom hat, aber 18V auf keinen Fall weil dann die
Ausfallrate nach oben geht. Und der Autor hat wohl grosse Mischpulte
entwickelt und sollte wissen wovon er spricht.
Ich wuerde da also mindestens noch zwei Dioden reinschalten wenn man
basteln will.

Das Buch ist im uebrigen ganz interessant wenn man selber was machen
will und im Gegensatz zum Scritek verfuegbar.

https://www.amazon.de/Handbuch-Audio-Schaltungstechnik-Paul-Skritek/dp/3772387314

Wow, 230Euro. Ich sollte meins verkaufen. :-D

>Ein extra Opamp inklusive dem Drumherum wurde so halt eingespart.

Bei irgendeinem Billigteil kann ich das verstehen, aber nicht wenn
man gross auf die Pauke haut.

Olaf

Bernd Mayer

unread,
May 8, 2021, 2:54:17 AM5/8/21
to
Am 08.05.21 um 08:29 schrieb olaf:
> Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:
>
> >um den Ausgangswiderstand zu vermindern (besserer Dämpfungsfaktor und
> >Klang) kann man auch einen passenden Widerstand parallel zum
> >Kopfhörerausgang reinlöten. Man hat dann zwar einen Spannungsteiler,
> >aber genügend Pegel ist ja vorhanden.
>
> Ja, bei der Endstufe. Nicht beim OPV. Wundert mich eigentlich das Grundig
> das nicht so gemacht hat. Im Schaltplan uebersehen?
>
> https://www.amazon.de/KKmoon-Kopfhörerverstärker-Transparent-Einzigen-Netzteil/dp/B07FNY572G
>
> https://www.eevblog.com/forum/beginners/first-kit-build-classic-_47-headphone-amplifier_/
>
> >Laut dem Datenblatt:
> >https://www.njr.com/electronic_device/PDF/NJM4556A_E.pdf
> >kann der 70mA Ausgangsstrom an 150 Ohm liefern. Das kann bei einem
> >Kopfhörerverstärker vorteilhaft sein, der NE5532 ist ja nur bis 600 Ohm
> >Last spezifiziert.
>
> Tja, fuer einen 32R Grado wuerde ich den auch nicht nehmen. Bei meinem
> DT880 ist er aber okay.
>
> Das Problem des NE5532 ist heute das er zu billig ist und alt auch
> noch. Wie kann etwas gut sein das fast nichts kostet? :-)
>
> Ansonsten hatte ST auch einen modernen OP fuer Audio der mehr Strom
> liefern kann. Leider weiss ich die Nummer gerade nicht auswendig.

Hallo,

der von Amazon wird offenbar unsymmetrisch betrieben mit Elkos am
Ausgang, das mag ich nicht so besonders.

Früher war das einfacher, da gab es noch Standardopamps für Audio die
man einsetzen konnte eine Zeit lang die TL072er, später dann die NE5532,
danach die OP27/37er.

Aktuell finde ich das recht unübersichtlich mit den Audioopamps. Kaum
hat man sich ein paar Daten von guten Typen halbwegs eingeprägt dann
sind die nicht mehr so einfach erhältlich.

Erst vor kurzem waren bei Pollin wieder LME49720 aufgetaucht und ich
hatte mir dann gleich einige bestellt für 2,79 € das Stück. Kurz darauf
hatte ich gesehen, daß LM4562 vollkommen identische Daten haben und bei
Reichelt fast nur die Hälfte kosten.


Bernd Mayer

Bernd Mayer

unread,
May 8, 2021, 3:20:08 AM5/8/21
to
Am 08.05.21 um 08:38 schrieb olaf:
Hallo,

ja - den Skritek habe ich auch hier. Damals hatte der mich arg
interessiert, aber einen besonders starken Eindruck hat das Buch bei mir
nicht hinterlassen.

Über Samuel Groner:
http://www.nanovolt.ch/about_me/index.html
der interessante Artikel über Opamps und auch über diskrete Verstärker
geschrieben hat, bin ich auf die Serie der Bücher von lineraudio
gestossen: https://linearaudio.net/

Manchmal denke ich jedoch, ich habe schon genug gelesen, man muß das ja
auch alles verdauen.

Es gibt ja auch Opamps die bis +-22V spezifiziert sind. Die Lake-People
aus Konstanz die u.A. hochwertige Kopfhörerverstärker bauen, verwenden
auch gerne höhere Spannungsversorgungen und wohl diskrete Verstärker
wegen dem besseren Headroom.
https://www.cma.audio/lake-people
https://www.lake-people.de/

Opamps die nur mit niedrigen Spannungen laufen (da gibt es ja immer mehr
davon) mag ich aus diesen Gründen auch überhaupt nicht für Audio.


Bernd Mayer

Klaus Butzmann

unread,
May 8, 2021, 4:16:53 AM5/8/21
to
Am 2021-05-08 um 08:38 schrieb olaf:
> Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:
>
> >im Netzteil gibt es auch stabilisierte +-18V.
>
> In Small Signal Audio Design von Douglas Self
>
> https://www.amazon.de/Self-Small-Signal-Audio-Design/dp/0367468956/
Sollte man im Regal haben, "The sound of silence" vom Vogel auch.

> https://www.amazon.de/Handbuch-Audio-Schaltungstechnik-Paul-Skritek/dp/3772387314
Steht denn da was Gescheites?
Bei Franzis oder Elektor Literatur bin ich vorsichtig.

Tietze & Schenck zu AoE Band 1+2 ist auch so eine Sache...

Ansonsten halt zwei Transistoren an den Opamp hängen,
im Self unter "Line Out" zu finden.



Butzo*aussen


olaf

unread,
May 8, 2021, 4:45:03 AM5/8/21
to
Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>der von Amazon wird offenbar unsymmetrisch betrieben mit Elkos am
>Ausgang, das mag ich nicht so besonders.

HM..hab ich garnicht drauf geachtet. Aber ja, sowas ist natuerlich
kacke. Da ist er wieder der unselige "wir muessen alles krass billig
machen" Gedanke. Auf der einen Seite Schaufeln manche Dummkoepfe die
Kohle gleich Eimerweise in den Hifiladen um sich vergoldeten Unsinn
andrehen zu lassen und am unteren Ende spart man jeden Euro ein.

>Aktuell finde ich das recht unübersichtlich mit den Audioopamps. Kaum
>hat man sich ein paar Daten von guten Typen halbwegs eingeprägt dann
>sind die nicht mehr so einfach erhältlich.

Der NE5532 ist gut. Da kann man IMHO wenig dran verbessern. Moderne
Opamps zeichnen sich eher dadurch aus das auch mit 5V noch zu
koennen. Das ist dann aber wieder fuer hochohmige Sachen doof und
verschlechtert generell den Rauschabstand. Ich wuerde (und hab) im
Zweifel lieber den NE5532 eingesetzt und mache mir dann +/-9V mit
modernen Schaltreglern und etwas aufwand in der Filterung.

Ist aber heute alles unwichtig geworden. Ich hab hier gerade einen
ersten Test fuer mein naechstes Projekt laufen:
http://www.criseis.ruhr.de/bilder/Vu.mp4

Wenn ich da statt CD wie im Video irgendeinen Internetsender oder
Radio drueber laufen lasse dann bewegen sich da nur noch
3-10Segmente. (von 64) Ich wusste das es schlimm ist, aber das hat mich
dann doch ueberrascht. Ich denke 70% der Menschen wissen garnicht mehr
was guter Klang ist weil sie noch nie welchen gehoert haben.

Olaf

Gerald E:scher

unread,
May 8, 2021, 11:14:48 AM5/8/21
to
olaf schrieb am 8/5/2021 06:20:

> 1. Wenn ich das richtig sehe dann sollte man den NJM4556 problem
> durch einen NE5532 ersetzen koennen.

Halte ich für einen ziemlichen Unfug. Wie komst du ausgereichnet auf
den NE5532?
Der NE5532 kann laut Datenblatt nur 600 Ohm treiben, ist für
Kopfhörer daher ungeeignet. Der NJM45565 schafft 150 Ohm, weswegen die
Hersteller einen Vorwiderstand mit um die 120 Ohm verbauen.
Auch nicht optimal, aber schon deutlich besser.

> Sozusagen fuer die Mittelklasse
> Ohren unter uns. Fuer Highend muss es natuerlich was gueldenes von
> BurrBrown sein. :-D

Speziell für Kopfhörer entwickelt wurde der OPA1688 und mit dem klingen
zumindest Kopfhörern mit niedriger Impedanz deutlich besser als mit
einem NJM4556.

--
Gerald

Michael Landenberger

unread,
May 8, 2021, 3:02:37 PM5/8/21
to
"Gerald E:scher" schrieb am 08.05.2021 um 17:14:45:

> Speziell für Kopfhörer entwickelt wurde der OPA1688 und mit dem klingen
> zumindest Kopfhörern mit niedriger Impedanz deutlich besser als mit
> einem NJM4556.

In meinem Focusrite Saffire Pro40 (der Name Focusrite sagt dir was?) werkeln
NJM4556 als Kopfhörerverstärker. Die klingen zumindest mir gut genug, und zwar
mit Kopfhörern unterschiedlicher Impedanz von 55 bis 250 Ohm.

Gruß

Michael


Bernd Mayer

unread,
May 8, 2021, 4:18:12 PM5/8/21
to
Am 08.05.21 um 10:33 schrieb olaf:
Hallo,

ja - die NE5532er-Serie taugt schon. Gerade habe ich hier auch
Vergleichsmessungen gesehen: http://nihtila.com/tag/ne5532/

Die Fortschritte bei den neuen AudioOpamps mit deutlich besseren Daten
muss man beim Selbstbau auch erstmal rüberbringen, einen SuperOpamp
auszuwählen reicht da alleine nicht aus.

Ich merke das gerade bei der Entwicklung meines SuperSinus Oszillators
mit extrem niedrigen THD-Werten (nach dem Vorbild eines Oszillators mit
150 dB THD von janascards.cz). Da muss jede Verbesserung in kleinen
dB-Schritten erarbeitet werden. Wenn ich auf dem Versuchsbrett ein Kabel
in ein anderes Loch stecke habe ich plötzlich um 2dB bessere Werte usw..
Selbst die Leute von janascard geben zu, daß sie diese extrem guten
Werte nicht bei jedem Aufbau erreichen.

Dein VU-Meter mit den 64 Segmenten gefällt mir. Welchen Dynamikumfang
hat das?

Beim Musikhören hilft es, sich mal wieder zu Erden und Instrumente live
zu hören, selbst wenn es nur Straßenmusiker sind.


Bernd Mayer



Bernd Mayer

unread,
May 8, 2021, 4:38:42 PM5/8/21
to
Am 08.05.21 um 17:14 schrieb Gerald E:scher:
Hallo,

wie sieht es beim OPA1688 mit dem Preis und der Erhältlichkeit aus?

Bei Reichelt konnte ich den nicht finden.

Im Vergleich zu einem NE5532 bringt der bei 32 Ohm Last halt den
doppelten Strom (ca. 40mA statt 20mA). Bei höheren Impedanzen als 32 Ohm
wird der Unterschied geringer.


Bernd Mayer

Martin Klaiber

unread,
May 8, 2021, 6:08:09 PM5/8/21
to
Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:

> Der NE5532 kann laut Datenblatt nur 600 Ohm treiben, ist für Kopfhörer
> daher ungeeignet.

Der dynamische Ausgangswiderstand liegt aber viel niedriger, laut
Datenblatt bei 0,3 Ohm. Und der Kurzschlussstrom beträgt typ. 38 mA:

https://www.ti.com/lit/ds/symlink/ne5532.pdf

Das entspräche 46 mW an 32 Ohm bei 1,8 V und müsste für ohrenbetäubende
Lautstärken reichen. Kopfhörer haben AFAIK üblicherweise ab 100 dB/mW.

> Speziell für Kopfhörer entwickelt wurde der OPA1688 und mit dem klingen
> zumindest Kopfhörern mit niedriger Impedanz deutlich besser als mit
> einem NJM4556.

Und dann gäbe es noch so etwas wie den BUF134:

https://www.ti.com/lit/ds/symlink/buf634.pdf

Grüße
Martin

Martin Klaiber

unread,
May 8, 2021, 6:16:53 PM5/8/21
to
Martin Klaiber <usenet....@gmx.de> wrote:

> Das entspräche 46 mW an 32 Ohm bei 1,8 V

Sorry, Tippfehler. Es muss 1,2 V heißen.

Martin

olaf

unread,
May 9, 2021, 12:00:02 AM5/9/21
to
Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>Die Fortschritte bei den neuen AudioOpamps mit deutlich besseren Daten
>muss man beim Selbstbau auch erstmal rüberbringen, einen SuperOpamp
>auszuwählen reicht da alleine nicht aus.

Man muss das auch brauchen. Irgendwann denk ich einfach auch das es
reicht und fertig.

>dB-Schritten erarbeitet werden. Wenn ich auf dem Versuchsbrett ein Kabel
>in ein anderes Loch stecke habe ich plötzlich um 2dB bessere Werte usw..

Waere das nicht ein Grund aufs Steckbrett zu verzichten?

>Dein VU-Meter mit den 64 Segmenten gefällt mir. Welchen Dynamikumfang
>hat das?

Keine Ahnung. Das wird ja kein Messgeraet sondern nur ein optischer
Spass. Ich sample mit dem AD eines billigen STM32F030 und mache die
Logarithmierung mit einer Tabelle in Software. Nachdem was ich so sehe
wuerde ich irgendwas zwischen 60 und 70dB schaetzen, bei einem 12bit
AD sollte die theoretische Obergrenze bei 72dB liegen. Soll halt nur
gut aussehen. Als letztes hab ich Peakhold und eine Updaterate von
150Hz programmiert.
Mit zwei von den Teilen will ich nur die haesslichen Loecher in meinen
Doug P1 zumachen nachdem ich die Roehren rausgeworfen habe. :-D

Olaf

olaf

unread,
May 9, 2021, 12:15:03 AM5/9/21
to
Martin Klaiber <usenet....@gmx.de> wrote:

>Der dynamische Ausgangswiderstand liegt aber viel niedriger, laut
>Datenblatt bei 0,3 Ohm. Und der Kurzschlussstrom beträgt typ. 38 mA:

Wie schon gesagt, mein Kopfhoerer liegt bei 250R. Ich hab aber auch
schonmal so kleine Dinger fuer unterwegs drangesteckt mit 32R. Ich
wuerde es nicht bewusst dafuer entwickeln und bauen, aber es ging
erstmal und hoerte sich besser an wie Handy direkt.

>Und dann gäbe es noch so etwas wie den BUF134:

Ich wuerde einfach die beiden OPs einen 5532 verwenden:

https://www.renesas.com/us/en/document/apn/an1111-doubling-output-current-load-dual-op-amp

Oder halt noch mehr wenn einem das nicht reicht.

Olaf

Klaus Butzmann

unread,
May 9, 2021, 10:05:29 AM5/9/21
to
Am 2021-05-09 um 05:55 schrieb olaf:
> Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

> >Dein VU-Meter mit den 64 Segmenten gefällt mir. Welchen Dynamikumfang
> >hat das?
>
> Keine Ahnung. Das wird ja kein Messgeraet sondern nur ein optischer
> Spass.
Hab' hier ein amtliches RTW 1206PPM mit der Borroughs PBG12201 laufen,
Sender Berlin 88,8 über Astra, "Dynamik" wohlwollend 3 dB...

Ok, Peakmeter mit langer Rückstellzeit.



Butzo*aussen

Bernd Laengerich

unread,
May 10, 2021, 3:34:01 AM5/10/21
to
Am 08.05.2021 um 10:33 schrieb olaf:

> http://www.criseis.ruhr.de/bilder/Vu.mp4
>
> Wenn ich da statt CD wie im Video irgendeinen Internetsender oder
> Radio drueber laufen lasse dann bewegen sich da nur noch
> 3-10Segmente. (von 64) Ich wusste das es schlimm ist, aber das hat mich
> dann doch ueberrascht. Ich denke 70% der Menschen wissen garnicht mehr
> was guter Klang ist weil sie noch nie welchen gehoert haben.

Nuja, das ist bei vielen aktuellen CD auch nicht anders. Optimod hat seinen
Schrecken verloren, weil es gar nichts mehr zu komprimieren gibt. Älteres
Beispiel:

<http://www.laengerich.com/audio/Depeche%20Mode%20-%20Precious%20-%20Waveform.png>

Und hier die statistische Verteilung der Samples (Dank an Andreas Hünnebeck):
<http://www.laengerich.com/audio/Depeche%20Mode%20-%20Playing%20The%20Angel.png>

Die LP ist übrigens deutlich besser was die Kompression angeht.

Bernd
--
Meine Glaskugel ist mir leider unvorhersehbarerweise vom Balkon gefallen.
P.Liedermann in defa

Gerald E:scher

unread,
May 10, 2021, 12:59:49 PM5/10/21
to
Martin Klaiber schrieb am 9/5/2021 00:06:

> Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:
>
>> Der NE5532 kann laut Datenblatt nur 600 Ohm treiben, ist für Kopfhörer
>> daher ungeeignet.
>
> Der dynamische Ausgangswiderstand liegt aber viel niedriger, laut
> Datenblatt bei 0,3 Ohm. Und der Kurzschlussstrom beträgt typ. 38 mA:

Habe ich übersehen, die 600 Ohm schafft der bei einer Ausgangsspannung
von 10 V_eff. Bei niedrigerer Aussgangspannung sind wohl kleinere
Lastwiderstände möglich.

Irgendwas habe ich im Hinterkopf, dass übliche OPVs ein Problem mit
kapazitiven Lasten haben, und manche Kopfhörer verhalten sich bei
bestimmten Frequenzen kapazitiv. Deswegen haben einfache, auf einem OPV
basierende, Kopfhörerverstärker einen Widerstand um 100 bis 150 Ohm im
Ausgang.

--
Gerald

olaf

unread,
May 10, 2021, 2:00:04 PM5/10/21
to
Noe..eher so 10 bis 47R und auch die vermutlich mehr wegen des
Kurzschluss beim reinstecken des Klinkensteckers.
Bei dem von mir angesprochenen 47er sind es zwei OPs mit jeweils
47R, also 22R Ausgangswiderstand.

Olaf

Gerald E:scher

unread,
May 10, 2021, 3:46:57 PM5/10/21
to
Bernd Mayer schrieb am 8/5/2021 22:38:

> Am 08.05.21 um 17:14 schrieb Gerald E:scher:
>>
>> Speziell für Kopfhörer entwickelt wurde der OPA1688 und mit dem klingen
>> zumindest Kopfhörern mit niedriger Impedanz deutlich besser als mit
>> einem NJM4556.
>
> wie sieht es beim OPA1688 mit dem Preis und der Erhältlichkeit aus?

Ich habe den bei
https://de.aliexpress.com/item/33011602313.html
bestellt, dauert halt ein paar Wochen.

> Bei Reichelt konnte ich den nicht finden.

Reichelt hat den nicht, allerdings Mouser:
<https://www.mouser.at/Semiconductors/Amplifier-ICs/Operational-Amplifiers-Op-Amps/_/N-4h00g?Keyword=opa1688&FS=True>

> Im Vergleich zu einem NE5532 bringt der bei 32 Ohm Last halt den
> doppelten Strom (ca. 40mA statt 20mA). Bei höheren Impedanzen als 32 Ohm
> wird der Unterschied geringer.

Der OPA1688 benötigt keine negative Versorgungsspannung, der Ausgang
kann Rail-to-Rail und anderes mehr.

--
Gerald

Gerald E:scher

unread,
May 10, 2021, 4:05:21 PM5/10/21
to
Michael Landenberger schrieb am 8/5/2021 21:02:

> "Gerald E:scher" schrieb am 08.05.2021 um 17:14:45:
>
>> Speziell für Kopfhörer entwickelt wurde der OPA1688 und mit dem klingen
>> zumindest Kopfhörern mit niedriger Impedanz deutlich besser als mit
>> einem NJM4556.
>
> In meinem Focusrite Saffire Pro40 (der Name Focusrite sagt dir was?)

Nein.

> werkeln NJM4556 als Kopfhörerverstärker.

Der NJM4556 war/ist weit verbreitet als Wald-und-Wiesen-OPV in
Kopfhörerverstärkern. Die sind auch in meinem ca. 30 Jahre alten
CD-Spieler und Kassettendeck von Yamaha drin.

> Die klingen zumindest mir gut genug, und zwar
> mit Kopfhörern unterschiedlicher Impedanz von 55 bis 250 Ohm.

Der OPA1688 klingt besser. Ich habe einmal auf einem Steckbrett den
KH-Verstärker von Yamaha nachgebaut und sowohl NJM4556 und OPA1688
hinein gesteckt. Vielleicht lag es auch nur daran, dass beim OPA1688 die
Ausgangswiderstände kleiner sein dürfen.
Kopfhörer war ein preiswerter, aber hervorragender AKG 240 Nachbau.
Meine AKGs anstecken traue ich mich bei einem Versuchsaufbau nicht, da
wenn eine der beiden Versorgungsspannungen ausfällt, aus dem Ausgang
der OPVs Gleichspannung raus kommt, die wäre tödlich.

--
Gerald

Gerald E:scher

unread,
May 10, 2021, 4:17:54 PM5/10/21
to
olaf schrieb am 8/5/2021 10:33:

> Der NE5532 ist gut. Da kann man IMHO wenig dran verbessern.

Auch bei OPVs hat ein technischer Fortschritt stattgefunden. Wie lange
gibt es den NE5532 schon? 40 Jahre?

> Moderne
> Opamps zeichnen sich eher dadurch aus das auch mit 5V noch zu
> koennen.

Und z.B. viel geringere Offset-Spannung und Bias-Strom. Bei einem
KH-Verstärker wurscht, bei anderen (Audio-)Anwendungen nicht.

--
Gerald

Bernd Mayer

unread,
May 10, 2021, 4:24:51 PM5/10/21
to
Am 10.05.21 um 22:05 schrieb Gerald E:scher:
> Michael Landenberger schrieb am 8/5/2021 21:02:
>
>> "Gerald E:scher" schrieb am 08.05.2021 um 17:14:45:
>>
>>> Speziell für Kopfhörer entwickelt wurde der OPA1688 und mit dem klingen
>>> zumindest Kopfhörern mit niedriger Impedanz deutlich besser als mit
>>> einem NJM4556.
>>
>> In meinem Focusrite Saffire Pro40 (der Name Focusrite sagt dir was?)
>
> Nein.

Hallo,

Focusrite ist ein renommierter Hersteller von Audio-Interfaces:
https://focusrite.com/de/usb-interfaces
https://focusrite.com/de/ueber-uns

Ich habe auch eins von denen im Visier.
AFAIK werden die auch von Linux unterstützt.


Bernd Mayer

Michael Landenberger

unread,
May 10, 2021, 5:05:14 PM5/10/21
to
"Bernd Mayer" schrieb am 10.05.2021 um 22:24:50:

> Focusrite ist ein renommierter Hersteller von Audio-Interfaces:
> https://focusrite.com/de/usb-interfaces
> https://focusrite.com/de/ueber-uns

Audio-Interfaces sind nicht (nur) das, auf das Focusrite's exzellenter Ruf
zurückgeht. Focusrite hat sich seinen Ruf vor allem mit legendärer
High-End-Studiotechnik vom Allerfeinsten [1] erarbeitet, und das über mehrere
Jahrzehnte. Gegründet wurde Focusrite übrigens von Rupert Neve {2], einer
Audio-Koryphäe ersten Ranges.

[1] <https://www.youtube.com/watch?v=bJd8606oNNk>
[2] <https://rupertneve.com/>

Und wer sich auch nur ein bisschen mit professioneller Audiotechnik
beschäftigt hat, der weiß, dass Goldöhrchen-Esoterik da so gut wie keine Rolle
spielt. Vielmehr werden da hauptsächlich Komponenten verwendet, die wirklich
was taugen und deren Tauglichkeit sich auch nicht ausschließlich am Preis
festmacht, sondern vor allem an handfesten, messbaren technischen Daten. Und
wenn in Profi-Equipment ICs wie der NJM4556 verwendet werden, dann heißt das
schlicht, dass deren Qualität für professionelle Anwendungen (mit denen
letztendlich das Futter für all die Goldöhrchen da draußen produziert wird)
vollkommen ausreicht.

Gruß

Michael

Gerald E:scher

unread,
May 10, 2021, 6:27:10 PM5/10/21
to
Michael Landenberger schrieb am 10/5/2021 23:05:

> Und wer sich auch nur ein bisschen mit professioneller Audiotechnik
> beschäftigt hat, der weiß, dass Goldöhrchen-Esoterik da so gut wie keine Rolle
> spielt.

Der NJM4556 benötigt relativ hohe Ausgangswiderstände was
insbesonders bei Kopfhörern mit niedriger Impedanz eine schlechtere
Dämpfung bedeutet. Das ist Physik, nicht Esoterik.

> Vielmehr werden da hauptsächlich Komponenten verwendet, die wirklich
> was taugen und deren Tauglichkeit sich auch nicht ausschließlich am Preis
> festmacht, sondern vor allem an handfesten, messbaren technischen Daten. Und
> wenn in Profi-Equipment ICs wie der NJM4556 verwendet werden, dann heißt das
> schlicht, dass deren Qualität für professionelle Anwendungen (mit denen
> letztendlich das Futter für all die Goldöhrchen da draußen produziert wird)
> vollkommen ausreicht.

Das halte ich für einen Trugschluss. Soweit ich es verstehe, dienen die
Kopfhörerausgänge nur zu Kontrollzwecken und wann da ein Kontrabass
etwas weniger knackiger (schlechte Bedämpfung der Membranen) rüber
kommt, ist das nicht tragisch. Und auch Hersteller von Profi-Equipment
unterliegen Kostenzwängen und möchten nicht unbedingt den optimalen OPV
zum mehrfachen Preis verbauen.

Hast du den Schaltplan des Kopfhörerstärkers vom Focusrite gesehen?
Könnte es nicht sein, dass hinter dem NJM4556 nicht noch eine
Verstärkerstufe sitzt, die für eine geringe Ausgangsimpedanz sorgt?

--
Gerald

Michael Landenberger

unread,
May 10, 2021, 7:18:50 PM5/10/21
to
"Gerald E:scher" schrieb am 11.05.2021 um 00:27:07:

> Der NJM4556 benötigt relativ hohe Ausgangswiderstände was
> insbesonders bei Kopfhörern mit niedriger Impedanz eine schlechtere
> Dämpfung bedeutet. Das ist Physik, nicht Esoterik.

Weiß ich. Aber das pedantische Unterscheiden in "gute" und "böse" Werte für
welche Parameter auch immer ist Esoterik.

Es mag ja sein, dass der NJM4556 an niederohmigen Kopfhörern miserable
Dämpfungswerte hat. Wenn er aber (so wie in meinem Focusrite-Interface)
trotzdem saugut klingt, dann ist das alles irrelevant. Dann sind es eben
andere messbare Werte, an denen sich die Qualität festmacht.

> Hast du den Schaltplan des Kopfhörerstärkers vom Focusrite gesehen?

Nein, nur das Mainboard mit den NJM4556 drauf.

> Könnte es nicht sein, dass hinter dem NJM4556 nicht noch eine
> Verstärkerstufe sitzt, die für eine geringe Ausgangsimpedanz sorgt?

Bei Gelegenheit schraube ich das Ding mal auf und sehe nach. Ich kann mich
aber nicht an irgendwelche Komponenten erinnern, die nach (diskreter)
Verstärkerstufe aussehen. Abgesehen davon bräuchte es keinen NJM4556, wenn der
nur eine nachgeschaltete Verstärkerstufe ansteuern soll. Dafür tut's auch ein
OpAmp mit geringeren Ausgangsströmen.

Gruß

Michael

Bernd Mayer

unread,
May 10, 2021, 7:25:17 PM5/10/21
to
Am 10.05.21 um 22:05 schrieb Gerald E:scher:
> Michael Landenberger schrieb am 8/5/2021 21:02:
>
>> "Gerald E:scher" schrieb am 08.05.2021 um 17:14:45:
>>
>>> Speziell für Kopfhörer entwickelt wurde der OPA1688 und mit dem klingen
>>> zumindest Kopfhörern mit niedriger Impedanz deutlich besser als mit
>>> einem NJM4556.
>>
>> In meinem Focusrite Saffire Pro40 (der Name Focusrite sagt dir was?)
>> werkeln NJM4556 als Kopfhörerverstärker.
>
> Der NJM4556 war/ist weit verbreitet als Wald-und-Wiesen-OPV in
> Kopfhörerverstärkern. Die sind auch in meinem ca. 30 Jahre alten
> CD-Spieler und Kassettendeck von Yamaha drin.
>
>> Die klingen zumindest mir gut genug, und zwar
>> mit Kopfhörern unterschiedlicher Impedanz von 55 bis 250 Ohm.
>
> Der OPA1688 klingt besser. Ich habe einmal auf einem Steckbrett den
> KH-Verstärker von Yamaha nachgebaut und sowohl NJM4556 und OPA1688
> hinein gesteckt. Vielleicht lag es auch nur daran, dass beim OPA1688 die
> Ausgangswiderstände kleiner sein dürfen.

Hallo,

die "Ausgangswiderstände" kann man doch auch ganz weglassen für
optimalen Klang. Siehe das Referenzdesign von TI zum OPA1688:
https://www.ti.com/tool/TIPD189

Dynamische Kopfhörer sind ja eher induktiv und der kapazitive Anteil des
Kabels ist begrenzt durch die Länge.

Einen Kurzschlußschutz haben die Opamps ja integriert.


Bernd Mayer

olaf

unread,
May 11, 2021, 1:15:04 AM5/11/21
to
Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:


>Der OPA1688 klingt besser. Ich habe einmal auf einem Steckbrett den

Probier doch mal aus ob NE5532 auch besser klingt. :-)

>Kopfhörer war ein preiswerter, aber hervorragender AKG 240 Nachbau.
>Meine AKGs anstecken traue ich mich bei einem Versuchsaufbau nicht, da
>wenn eine der beiden Versorgungsspannungen ausfällt, aus dem Ausgang
>der OPVs Gleichspannung raus kommt, die wäre tödlich.

Jaja, steckbrett. Wer weiss wie das sich auf den Klang auswirkt. :-D
Kannst du nicht einfach dein Labornetzteil auf 5mA mehr einstellen als
deine Schaltung so braucht?

Olaf

olaf

unread,
May 11, 2021, 1:15:04 AM5/11/21
to
Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:

>Auch bei OPVs hat ein technischer Fortschritt stattgefunden. Wie lange
>gibt es den NE5532 schon? 40 Jahre?

Keine Frage. Aber irgendwann ist gut genug halt gut genug. Ich bin
mit dem NE5532 zufrieden. Klar, ich koennt auch irgendwas moderneres
kaufen und vielleicht wuerde ich dann etwas messen koennen wenn ich
vorher grossen Aufwand in Messtechnik stecke, aber hoeren?

Meine Ohren sind auch schon >40Jahre alt. :-D

Entscheidend ist, das was ich mit NE5532 selber gebaut hab hoert sich
besser an als das was orginal aus dem Geraet kam. Und selbst da muss
ich mich schon fragen wieviel davon Einbildung ist.

>Und z.B. viel geringere Offset-Spannung und Bias-Strom. Bei einem
>KH-Verstärker wurscht, bei anderen (Audio-)Anwendungen nicht.

Klar, dann nimmt da halt was anderes. Ich verdiene mein Geld damit
Messgeraete zu entwickeln. Da sind immer die modernsten und coolsten
Opamps am Start. Vor allem wegen 3.3V Betrieb und moeglichst geringen
Stromverbrauch.
Aber fast alle modernen Opamps koennen maximal 5V (6.5V absmax) sind
damit also fuer jemand der ernsthaft Audiotechnik entwickelt wohl
unbrauchbar. Fuer durchschnittliche Audiotechnik, sagen wir mal in
Handy, aber wohl okay. Aber wenn man was selber baut, warum sollte man
sich da einschraenken?

Ausserdem bin ich ja kein Missionar. Wenn du irgend einen besonders
krass coolen modernen OP verwenden willst dann darfst du das. Ich
schlafe dadurch nicht schlechter.

Und hey, ich hab noch ein cooles Argument. :-)
Es gibt auch Leute die machen groben Unsinn indem sie mit veraltetem
Unsin entwickeln. Zum Beispiel Roehren verwenden. (hab ich auch schon
gemacht) Da kann man sich doch auch mal einen Spass machen einen
NE5532 zu verwenden und den aus modernsten Schaltreglern zu versorgen.

Olaf

olaf

unread,
May 11, 2021, 1:30:03 AM5/11/21
to
Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>die "Ausgangswiderstände" kann man doch auch ganz weglassen für
>optimalen Klang. Siehe das Referenzdesign von TI zum OPA1688:
>https://www.ti.com/tool/TIPD189

Das scheint Geheim zu sein. Der Server liefert mir das PDF nicht.
Komisch, dabei bin sonst oefters auf deren Seite.

Olaf

olaf

unread,
May 11, 2021, 1:30:03 AM5/11/21
to
Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:

>Der OPA1688 benötigt keine negative Versorgungsspannung, der Ausgang
>kann Rail-to-Rail und anderes mehr.

Also hast du dann einen Elko am Ausgang?

Olaf

Bernd Mayer

unread,
May 11, 2021, 2:20:04 AM5/11/21
to
Am 11.05.21 um 07:17 schrieb olaf:
Hallo,

über die Webseite des Opamps
https://www.ti.com/product/OPA1688
ist das verlinkt im Abschnitt "Design & development" bei den
Reference-Designs.
Java-Script wird dafür benötigt.

Das PDF direkt ist hier:
https://www.ti.com/lit/ug/tiduaw1/tiduaw1.pdf


Bernd Mayer

Marcel Mueller

unread,
May 11, 2021, 2:49:12 AM5/11/21
to
Am 08.05.21 um 05:52 schrieb olaf:
> Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:
>
> >sind da einfach Widerstände mit 270 Ohm/1W in Reihe vor die Kopfhörer
> >geschalten.
>
> DAs ist verbreitete Praxis.

Das ist Sondermüll.

> Deshalb kann man gute Kopfhoerer auch mit
> unterschiedlicher Impedanz kaufen und man sollte dann schon
> etwas >250R haben.

Das löst das Problem nicht. Die KH müssten zusätzlich impedanzkorrigiert
sein, was ein exorbitanter und in jeder Weise unnötiger Aufwand ist.

> Und deshalb gibt es auch extra Kopfhoererverstaerker. .-)

Das schon eher. Wobei das auch Geldmacherrei ist. Der Materialwert eines
KH-Verstärkers ist eigentlich nur das Gehäuse und das Netzteil und von
mir aus noch der Lautstärkerregler. Der eigentliche Verstärker ist in
der 1€-Klasse. Umso erbärmlicher, dass er in Verstärkern gerne
weggelassen wird. Da wären nämlich nur 1€ fällig.

> Ausserdem ist es auch irgendwie traurig. Mein CD-Player verwendet
> z.B am Kopfhoererausgang einen NJM4556. Das ist doch wohl das
> mindeste was man an einem Verstaerker erwarten koennte der von
> sich behauptet gut zu sein.

Ack.

> Aber ich vermute mal das man bei
> einfacheren Produkten die nich sowieso bereits Operationverstaerker
> enthalten den zusaetzlichen Aufwand einer +/-15V Versorgung vermeiden
> wollte.

Ich habe /noch nie/ einen Vollverstärker gesehen, der keine geeignete
Stromversorgung im inneren hätte. Es geht echt nur um einen 8-Beiner und
4 Widerstände.
Ich habe schon ein paar umgebaut bzw.nachgerüstet.


> Bloss sollte man dann eher "Roughneck Arts" draufschreiben.

Fine Arts bezog sich schon immer nur auf das Design. Innen drin war
Holzklasse Standard.

Wir haben einen alten Grundig von ca. '79, dessen KH-Ausgang einwandfrei
ist.


Marcel

olaf

unread,
May 11, 2021, 3:00:03 AM5/11/21
to
Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>Das PDF direkt ist hier:
>https://www.ti.com/lit/ug/tiduaw1/tiduaw1.pdf

Funktioniert bei mir nicht! Sehr eigenartig. Sonst geht alles von TI.

Olaf

olaf

unread,
May 11, 2021, 3:15:04 AM5/11/21
to
olaf <ol...@criseis.ruhr.de> wrote:

> >Das PDF direkt ist hier:
> >https://www.ti.com/lit/ug/tiduaw1/tiduaw1.pdf

>Funktioniert bei mir nicht! Sehr eigenartig. Sonst geht alles von TI.

Das ist echt bizarr. Ich kann mir auf der Seite problemlos das BOM als
PDF runterladen oder im Browser anzeigen lassen, aber nicht die
Applikation.

Dein direkter Link geht auch nicht. Selbst in einem andren Browser nicht!

Da muessen echt sehr geheime Dinge drin stehen. :-)

Olaf

Reinhard Zwirner

unread,
May 11, 2021, 12:27:47 PM5/11/21
to
olaf schrieb:
Du hast Post ...

HTH

Reinhard

Klaus Butzmann

unread,
May 11, 2021, 3:54:55 PM5/11/21
to
Am 2021-05-10 um 21:46 schrieb Gerald E:scher:

> Der OPA1688 benötigt keine negative Versorgungsspannung, der Ausgang
> kann Rail-to-Rail und anderes mehr.
Jaja, Rail-to-Rail.

Wo?
Am Eingang, am Ausgang, an Ein- und Ausgang,
bis auf 0, unter 0 oder 0 +10 mV?
Bei maximalem Source/Sink Strom?

R2R ist so ein weisser als Weiss Spruch...


Butzo*aussen

Gerald E:scher

unread,
May 12, 2021, 1:43:37 PM5/12/21
to
Bernd Mayer schrieb am 11/5/2021 01:25:

> Am 10.05.21 um 22:05 schrieb Gerald E:scher:
>>
>> Der OPA1688 klingt besser. Ich habe einmal auf einem Steckbrett den
>> KH-Verstärker von Yamaha nachgebaut und sowohl NJM4556 und OPA1688
>> hinein gesteckt. Vielleicht lag es auch nur daran, dass beim OPA1688 die
>> Ausgangswiderstände kleiner sein dürfen.
>
> die "Ausgangswiderstände" kann man doch auch ganz weglassen für
> optimalen Klang. Siehe das Referenzdesign von TI zum OPA1688:
> https://www.ti.com/tool/TIPD189

Interessant. Im Datenblatt schreiben sie unter "9.3.3 Capacitive Load
and Stability", dass größere kapazitive Lasten vom Ausgang isoliert
werden müssen, am einfachsten per Widerstand.
Beiden Diagramme zeigen die kapazitive Last bis 500 pF, das sind
gerade einmal 5 m Kabel.

> Dynamische Kopfhörer sind ja eher induktiv

Dynamische Wandler können sich aber unter bestimmten Umständen kapazitiv
verhalten.

--
Gerald

Gerald E:scher

unread,
May 12, 2021, 2:10:52 PM5/12/21
to
Michael Landenberger schrieb am 11/5/2021 01:18:

> Es mag ja sein, dass der NJM4556 an niederohmigen Kopfhörern miserable
> Dämpfungswerte hat.

Ohne Schaltplan kann man dazu nur spekulieren. Es ist aber nicht nur die
Dämpfung, sondern bei hohem Ausgangswiderstand wird der Frequenzgang des
Kopfhörerers abhängig von dessen Impedanzverlauf. Das will man noch
weniger.

> Bei Gelegenheit schraube ich das Ding mal auf und sehe nach. Ich kann mich
> aber nicht an irgendwelche Komponenten erinnern, die nach (diskreter)
> Verstärkerstufe aussehen.

Tu das bitte. Diskret muss nicht sein, das kann auch ein Buffer-IC sein.

> Abgesehen davon bräuchte es keinen NJM4556, wenn der
> nur eine nachgeschaltete Verstärkerstufe ansteuern soll. Dafür tut's auch ein
> OpAmp mit geringeren Ausgangsströmen.

Vermutlich ja, aber es gibt ja noch andere als technische Gründe, wie
z.B. zuviele NJM4556 auf Lager.

--
Gerald

Gerald E:scher

unread,
May 12, 2021, 2:25:36 PM5/12/21
to
olaf schrieb am 11/5/2021 07:12:

> Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:
>
> >Der OPA1688 klingt besser. Ich habe einmal auf einem Steckbrett den
>
> Probier doch mal aus ob NE5532 auch besser klingt. :-)

Kann ich natürlich, aber ich kann nicht entscheiden, wie klein der
Ausgangswiderstand sinnvollweise sein darf, ohne dass der NE5532 mit
handelsüblichen Kopfhöreren instabil wird.
Mit gleichem kleinen oder nicht vorhandenem Ausgangswiderstand wird kein
Unterschied feststellbar sein, aber ich glaube nicht, dass man den
NE5532 so betreiben sollte.

> >Kopfhörer war ein preiswerter, aber hervorragender AKG 240 Nachbau.
> >Meine AKGs anstecken traue ich mich bei einem Versuchsaufbau nicht, da
> >wenn eine der beiden Versorgungsspannungen ausfällt, aus dem Ausgang
> >der OPVs Gleichspannung raus kommt, die wäre tödlich.
>
> Jaja, steckbrett. Wer weiss wie das sich auf den Klang auswirkt. :-D
> Kannst du nicht einfach dein Labornetzteil auf 5mA mehr einstellen als
> deine Schaltung so braucht?

Kann ich, aber der Nachbau namens Superlux HD681F (das 'F' ist wichtig!)
klingt kaum schlechter als ein AKG K701. Da werde ich keinen Defekt beim
K701 riskieren. Mit meinem K812 mache ich sowieso keine Experimente.

--
Gerald

olaf

unread,
May 12, 2021, 4:00:03 PM5/12/21
to
Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:

>Kann ich, aber der Nachbau namens Superlux HD681F (das 'F' ist wichtig!)

Im ernst? Ich hab mir das Dingen vor ein paar Jahren als der Hype
aufkam auch mal gekauft aber nach kurzer Zeit weggeworfen.
Ich konnte dem garnix abgewinnen.
Aber ich bin auch mehr der Bayerdynamik/Grado Typ.

Olaf

Bernd Mayer

unread,
May 13, 2021, 3:58:42 PM5/13/21
to
Am 12.05.21 um 20:25 schrieb Gerald E:scher:
> olaf schrieb am 11/5/2021 07:12:
>
>> Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:
>>
>> >Der OPA1688 klingt besser. Ich habe einmal auf einem Steckbrett den
>>
>> Probier doch mal aus ob NE5532 auch besser klingt. :-)
>
> Kann ich natürlich, aber ich kann nicht entscheiden, wie klein der
> Ausgangswiderstand sinnvollweise sein darf, ohne dass der NE5532 mit
> handelsüblichen Kopfhöreren instabil wird.

Hallo,

man kann das ja mit dem vorhanden Kopfhörer testen.

Man gibt ein Rechtecksignal mit 1kHz und kleinem Pegel auf den Eingang
und sieht sich das Ausgangssignal unter Last auf dem Oszilloskop an und
achtet speziell auf Überschwingen.

Die Kapazität des Kopfhörers mit Kabel kann man messen mit einem
Digitalmultimeter mit Kapazitätsbereich indem man einen Kondensator
hoher Kapazität (etwa 47nF o.Ä.) in Reihe zum Kopfhörer schaltet.

Als IC für hochwertige Kopfhörerverstärker habe ich gerade noch den
OPA1622 aus der SoundPlus-Serie entdeckt, laut Datenblatt:

142mW in 32 Ohm
+145mA und -130 mA Ausgangsstrom
Kapazitive Lasten bis 600 pF.

https://www.ti.com/lit/ds/symlink/opa1622.pdf

Hier gibt es ein "Reference Design" dazu:

https://www.ti.com/tool/TIPD177

Direkt zum PDF:
https://www.ti.com/lit/ug/tidu672c/tidu672c.pdf


Bernd Mayer

olaf

unread,
May 15, 2021, 1:00:04 PM5/15/21
to


Ich hab gerade eigentlich nach was ganz anderem gesucht und
durch Zufall den hier gefunden:

https://www.njr.com/electronic_device/PDF/MUSES03_E.pdf

250mA Peak current!

Aber bevor ihr den eindesignt erst mal auf den Preis
schauen. Aber trotzdem nicht ganz uninteressant.
Und bei dem Namen muss er ja gut sein. :-D


Olaf

Klaus Butzmann

unread,
May 15, 2021, 1:34:43 PM5/15/21
to
Am 2021-05-15 um 18:48 schrieb olaf:

> https://www.njr.com/electronic_device/PDF/MUSES03_E.pdf
> 250mA Peak current!
Datenblätter ohne Datum sind mir suspekt, nur als DIL?
NJR ist aber immerhin renommiert.




Butzo*aussen

olaf

unread,
May 15, 2021, 2:30:04 PM5/15/21
to
Klaus Butzmann <kb.ind...@butzomail.de> wrote:


>Datenblätter ohne Datum sind mir suspekt, nur als DIL?
>NJR ist aber immerhin renommiert.

Aber dein Einwand ist nicht ganz ohne...

https://www.njr.com/MUSES/

Das hier sieht irgendwie nicht aus als wenn Operationsverstaerker
and Entwicklungsingenieure verkauft werden sollen.

Wirkt ein bisschen wie Hifi-Voodoo.

Olaf

olaf

unread,
May 15, 2021, 2:45:04 PM5/15/21
to
Klaus Butzmann <kb.ind...@butzomail.de> wrote:

>Datenblätter ohne Datum sind mir suspekt, nur als DIL?

Hast du das hier gesehen:

High purity oxygen free copper lead-frame

Vermutlich brauchten die moeglichst viel Wunderkupfer.

Aber damit ist wohl auch klar das sie auch auf Voodooverarschung
setzen.

Olaf

Bernd Mayer

unread,
May 15, 2021, 3:30:53 PM5/15/21
to
Am 15.05.21 um 19:34 schrieb Klaus Butzmann:
Hallo,

laut pdfinfo ist das Erstelldatum des PDF-Datenblattes von 2017 und eine
Modifikation von 2019.

Von den Daten her finde ich das Teil recht interessant, aber der Preis
schreckt doch ab.

Ich habe auch einen KH-Verstärker in Planung, möglicherweise werde ich
den aber voll diskret aufbauen.


Bernd Mayer

Bernd Mayer

unread,
May 15, 2021, 3:36:57 PM5/15/21
to
Am 15.05.21 um 21:30 schrieb Bernd Mayer:
> Am 15.05.21 um 19:34 schrieb Klaus Butzmann:
>> Am 2021-05-15 um 18:48 schrieb olaf:
>>
>>> https://www.njr.com/electronic_device/PDF/MUSES03_E.pdf
>>> 250mA Peak current!
>> Datenblätter ohne Datum sind mir suspekt, nur als DIL?
>> NJR ist aber immerhin renommiert.
>
> laut pdfinfo ist das Erstelldatum des PDF-Datenblattes von 2017 und eine
> Modifikation von 2019.
>
> Von den Daten her finde ich das Teil recht interessant, aber der Preis
> schreckt doch ab.
>
> Ich habe auch einen KH-Verstärker in Planung, möglicherweise werde ich
> den aber voll diskret aufbauen.
>
Nachtrag:

Hat DIL möglicherweise Vorteile bei der Kühlung gegenüber den SO-Bauformen?


Bernd Mayer

olaf

unread,
May 16, 2021, 12:00:04 AM5/16/21
to
Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>Hat DIL möglicherweise Vorteile bei der Kühlung gegenüber den SO-Bauformen?

Wuerde ich so direkt nicht erwarten. Kuehling wird wohl ueberwiegend von
der Platine abhaengen. Waere einem Kuehlung wichtig waere vermutlich
ein SMD mit exposed PAD besser.

Olaf

Klaus Butzmann

unread,
May 16, 2021, 8:36:28 AM5/16/21
to
Am 2021-05-15 um 21:30 schrieb Bernd Mayer:

> laut pdfinfo ist das Erstelldatum des PDF-Datenblattes von 2017 und
> eine Modifikation von 2019.
Genau,
habe ich auch meinem zuständigen Finanzamt gesagt als ich die
500.000 Euro Umsatzsteuerrückerstattung aus dem Geschäft mit Malta
geltend gemacht habe.
"Leistungszeitraum? Steht doch im Filesystem!" :-)

Dummerweise floss der Betrag dann auf das internationale
Verrechnungskonto auf den Cayman Islands und nicht auf das normale
"Frittenbude am Josefseck" Konto, Sachen gibts...

> Ich habe auch einen KH-Verstärker in Planung, möglicherweise werde
> ich den aber voll diskret aufbauen.
Da hast du immerhin (noch) alle Parameter zugänglich, mal sehen wann es
nur noch Transistoren mit UCE Max << 15 Volt gibt.
NF Zeugs mit gescheiter Spannung, Strom und Leistung wird langsam
schwierig, CDIL und Chinafakes machen Mühe.

Für die 20 Stück 2N2369 musste ich eine Testschaltung aufbauen:
- 3 Stück eine Elektrode nicht kontaktiert
- 4 Stück wohl eher einen BC107 eingehaust.
- 13 Stück in der Spezifikation

Hab jetzt noch 60 Orischinol NOS Motorroller aufgetrieben,
alle in SPEC :-)



Butzo*aussen

Klaus Butzmann

unread,
May 16, 2021, 8:55:01 AM5/16/21
to
Am 2021-05-15 um 21:36 schrieb Bernd Mayer:

> Nachtrag:
>
> Hat DIL möglicherweise Vorteile bei der Kühlung gegenüber den SO-Bauformen?
Eher nein,
ein SOT-223-X oder exposed Pad ist eher besser.

Mein Kepco OPS 2000 ist da relaxxed, die Aufgabe übernimmt eine GE8068.
ebay: 291670134250


Butzo*aussen

Gerald E:scher

unread,
May 16, 2021, 11:22:00 AM5/16/21
to
Bernd Mayer schrieb am 13/5/2021 21:58:

> Am 12.05.21 um 20:25 schrieb Gerald E:scher:
>> olaf schrieb am 11/5/2021 07:12:
>>
>>> Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:
>>>
>>> >Der OPA1688 klingt besser. Ich habe einmal auf einem Steckbrett den
>>>
>>> Probier doch mal aus ob NE5532 auch besser klingt. :-)
>>
>> Kann ich natürlich, aber ich kann nicht entscheiden, wie klein der
>> Ausgangswiderstand sinnvollweise sein darf, ohne dass der NE5532 mit
>> handelsüblichen Kopfhöreren instabil wird.
>
> man kann das ja mit dem vorhanden Kopfhörer testen.
>
> Man gibt ein Rechtecksignal mit 1kHz und kleinem Pegel auf den Eingang
> und sieht sich das Ausgangssignal unter Last auf dem Oszilloskop an und
> achtet speziell auf Überschwingen.

Kann ich einmal machen, wollte eh längst ein neues Oszi kaufen :-)

> Die Kapazität des Kopfhörers mit Kabel kann man messen mit einem
> Digitalmultimeter mit Kapazitätsbereich indem man einen Kondensator
> hoher Kapazität (etwa 47nF o.Ä.) in Reihe zum Kopfhörer schaltet.

Das DMM misst aber nur bei einer Frequenz, man müsste schon den gesamten
Impedanzverlauf messen und das heißt nicht, dass der OPV beim nächsten
Kopfköhrer nicht instabil wird.

> Als IC für hochwertige Kopfhörerverstärker habe ich gerade noch den
> OPA1622 aus der SoundPlus-Serie entdeckt, laut Datenblatt:

Aufgelötet auf ein Platinchen nicht einmal sonderlich teuer:
<https://www.amazon.de/Doppel-Operationsverst%C3%A4rker-Produktplatine-Stromausgang-Verzerrung-Audioanwendungen-default/dp/B07YMPTJ2Z>
Mir scheint, auf dem Platinchen fe lt die Kupferfläche zur Kühlung.

--
Gerald

Gerald E:scher

unread,
May 16, 2021, 11:33:54 AM5/16/21
to
olaf schrieb am 12/5/2021 21:50:

> Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:
>
> >Kann ich, aber der Nachbau namens Superlux HD681F (das 'F' ist wichtig!)
>
> Im ernst?

Im Ernst. Der 'F' mit den weißen Zierringen ist neutral abgestimmt. Mein
erster Kauf war ein HD-681 mit roten Zierringen, den habe ich
verschenkt.

> Ich hab mir das Dingen vor ein paar Jahren als der Hype
> aufkam auch mal gekauft aber nach kurzer Zeit weggeworfen.

Welche Farbe hatten die Zierringe?

Den hättest du immer noch als Ersatzteillager für einen AKG K240
verwenden können. Beim HD-681F bin ich allerdings der Meinung, dass man
es eher umgekehrt machen sollte.
Mein K240 Monitor klingt vergleichsweise muffig, und ich glaube, dass
das nicht an dessen Alter liegt, der klang nie anders.

> Ich konnte dem garnix abgewinnen.

Bei meinem Superlux habe ich die Ohrpolster aus Kunstleder gegen die
optionalen aus Velour getauscht. Macht bestimmt ganz viel aus ;-)

--
Gerald

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
May 17, 2021, 4:44:33 AM5/17/21
to
Klaus Butzmann <kb.ind...@butzomail.de> wrote:

>- 4 Stück wohl eher einen BC107 eingehaust.

Bist Du des Wahnsinns fette Beute?! Der BC107 ist doch viel zu teuer
für sowas.


-ras

--
Ralph A. Schmid +49-171-3631223 +49-911-21650056
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/

Bernd Mayer

unread,
May 17, 2021, 6:45:51 PM5/17/21
to
Am 16.05.21 um 17:21 schrieb Gerald E:scher:
Hallo,

vom Preis her geht der OPA1622 gerade noch.
Für OP27 hatte ich früher auch schon 10 DM oder € bezahlt. Das ist so
die Obergrenze die ich bereit bin für einen hochwertigen Opamp auszugeben.

Wenn der Verstärker speziell für einen vorhandenen niederohmigen
Kopfhörer gebaut werden soll dann kann man die Betriebsspannung ja
anpassen Um die Verlustleistung zu minimieren.

Ein neues Oszi habe ich mir auch gerade gegönnt: Von Rigol gibt es
öfters Promotion-Angebote und da habe ich mir das DS1102Z-E (2-Kanal,
100MHz, 7 Zoll-Display mit 800*480 Auflösung) für 256 € bei amazon geholt:

https://www.rigol.eu/products/oscillosopes/DS1000Z-E%20series.html

Das ist gestern angekommen, der erste Eindruck ist recht positiv,
lediglich der Lüfter ist deutlich hörbar.

Auf den Seiten der Opamps von TI gibt es auch Anleitungen zur
Frequenzgangkompensation des Verstärkers für vorhandene Kopfhörer. Das
finde ich ziemlich interessant:
https://www.ti.com/lit/pdf/slyt630


Bernd Mayer



Bernd Mayer





Gerald E:scher

unread,
May 25, 2021, 3:19:44 PM5/25/21