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CD-Preise eine Kalkulation

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Kai Lotze

unread,
Apr 13, 1996, 3:00:00 AM4/13/96
to
Hallo Wolfgang,

mit einer LP Kalkulation kann ich leider nicht dienen.
Für die US Preise habe ich leider auch keine genaue
Erklärung. Evtl. fällt die MwSt geringer aus und das
Gegenstück zur GEMA in USA gibt sich auch mit weniger
zufrieden, soweit ich weiß. Das kann aber noch nicht alles
sein ... ?
Jedenfalls kenne ich die Spannen der Künstler und der Labels
sehr genau, dort kann man keinen Pfennig einsparen. Die
Einzelhändler sind auch nur am Stöhnen und gehen massenweise
Pleite. Bleibt nur noch der Vertrieb ?!?
Jedenfalls kann von Wucher bei keinem die Rede sein, und mit
Maxi-CD´s wird in den seltensten Fällen richtig Geld verdient
(vielleicht ab 50.000 Stck.) Jedenfalls unerreichbar für 90 %
aller Bands.

Kai

Kai Lotze

unread,
Apr 13, 1996, 3:00:00 AM4/13/96
to
Hallo Arne,

also im Groben sieht eine Kalkulation einer Album CD so aus:
(geringe Abweichungen natürlich firmenabhängig)

End Verkaufspreis: 34,90
davon Mehrwertsteuer für Theo: 4,55
Netto VK Plattenladen: 30,35
Marge Plattenladen: ca. 8,85
Einkaufspreis für Plattenladen: ca. 21,50
(bei hoher Abnahme bedeutend weniger)
EK Plattenladen = VK Vertrieb
Marge Vertrieb: ca. 6,50
Einkaufspreis für Vertrieb: ca. 15,00
EK Vertrieb = VK Label

ein Indi-Label erhält also ca. 15,00 DM vom Vertrieb
(eher weniger). Davon muß dann Herstellung (alleine die
GEMA 2,10 DM), Promotion (Anzeigen, Bemusterung, Aktionen)
und zig andere Sachen bezahlt werden. Der Künstler bekommt
dann bestenfalls 4,00 DM, in der Regel 2,50 - 3,50 DM.
Bei den üblichen Bandübernahmeverträgen, muß der Künstler
davon die Studiokosten tragen (pro Tag 600 - 1.200 DM,
ein Song pro Tag = mind. 10.000 DM). Also müssen erstmal
um die 3.000 CD´s verkauft werden, bevor der Künstler Geld sieht

Joerg Wolfgram

unread,
Apr 15, 1996, 3:00:00 AM4/15/96
to
Wolfgang Schwanke (wolf...@w250zrz.zrz.TU-Berlin.DE) wrote:
: Kai Lotze <10042...@CompuServe.COM> writes:

: Wie sieht die Kalkulation einer LP aus? Sagen wir mal, eine LP,
: die 1985 19,90 gekostet hat (oberes Ende), wuerde heute inflation-
: bereinigt ca. 24,90 kosten. Wie erklaert sich die Differenz?
: Und wie erklaeren sich die viel niedrigeren Preise z.B. in USA?
: An irgendeiner Stelle muss der Wucher passieren, und ich will gerne
: rauskriegen wo.

Liegt allgemein an der Tatsache, dass Vinyl seit Einfuehrung der
CD natuerlich stark an Boden verloren hat und kaum noch was als
Vinyl geht. Wenn wir im independent-Bereich bleiben: es lohnt sich
kaum noch, Vinyl zu pressen. Stueckzahlen bei Indie-Bands bleiben
oft unter 1000 Stueck. Und wie ueberall ist auch hier die MENGE
entscheidend: bei kleinen Auflagen sind die Presskosten wesentlich
hoeher und im Vergleich zur CD fast teurer. Das Risiko fuer Haendler
ist hoeher. In den USA wird natuerlich um einiges mehr an Vinyl
verkauft, daher koennen die Kalkulationen dort ganz anders aussehen.

Ich bin, wie auch Kai Lotze (schoenen Gruss uebrigens), der Meinung,
dass im Independent Bereich hart genug gekaempft wird, und zwar bei
*allen* Beteiligten. Der Wucher passiert hoechstens bei der Industrie.
Da sehen die Kalkulationen ganz anders aus, und zwar zu Gunsten der
Vertriebe und Label. Aber das ist eine andere Geschichte :-)

Greetinx,
Joerg
--
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the BERND!

unread,
Apr 15, 1996, 3:00:00 AM4/15/96
to
Ein konkretes Beispiel (unsere CD):

1000er Startauflage

4000 DM Studio
1760 DM GEMA *
500 DM Nebenkosten (Porto, Lithos, Telefon, etc.)
1000 DM Mastering (Pre / Glas) **
2000 DM Pressung **
-------
~9000 DM

*) sowas in der Groessenordnung
**) geschaetzt

Da wir das Studio selbst bezahlt haben, kann man also von Press-/
Labelkosten um die 5 DM / CD ausgehen (wenn die Kapelle und/oder
die Stuecke GEMA-pflichtig sind).

Unser Label verschickt angeblich 200-300 Promos (halbes Porto
gerechnet, da meisst zwei CDs auf einmal):

1250 DM 250 CDs
375 DM Porto

Wir kriegen auch nochmal 100 Frei-Exemplare (und GEMA um die 80%)

500 DM

Bleiben dem Label 650 CDs bei Ausgaben von ca. 7000 DM, die CD kostet
also etwa 10 DM. Dazu kommen ca. 5000 DM fuer Werbung (zumindest wenn
das Label so spendabel ist wie unseres, d.h. 1 1/2 Jahre (!) Anzeigen
und Pay-Sampler und was weiss ich).

Die Band kann CDs fuer 13 DM nachkaufen (unsere Studiokosten werden
durch die Gewinnspanne von DM 7,- beim Live-Verkauf und die GEMA-Kohle
wieder reingeholt, bei den Freiexemplaren wuerden 20,- zu buche
schlagen, wenn wir nicht fast alle verschenkt haetten 8-( ).

Der Vertrieb nimmt die CD fuer ca. 14 DM und gibt sie fuer ca. 17 DM
in den Handel. Dort steht sie dann fuer einen Preis zwischen 20 und
30 DM (Spanne ist tatsaechlich so unterschiedlich). Grosskunden kriegen
beim Vertrieb Rabatte, die das Label tragen muss.

Werden alle CDs verkauft sind alle Parteien mit +/- Null raus.

Bei LPs sieht die Rechnung uebrigens aehnlich aus, bei Kleinauflagen
sind die Herstellungspreise eher noch hoeher.

Ab wann wird's preiswert?

Bei Nachpressungen fallen ja die ganzen 'Einmalkosten' weg, effektiv
faellt also nur die GEMA und die Pressung an (~4 DM), der Abgabepreis
bleibt der selbe. Bei sich besser verkaufenden Bands (3000er
Startauflage) fallen die Kosten fuer die Master weg (sind dann inkl.).

In den USA fangen die meisten Indiebands mit genau dieser Startauflage
an (neben den geringfuegig niedrigeren Presskosten ist das wohl der
entscheidende Grund). Direkt- und Auslandsverkauf aufgrund von
wesentlich niedrigeren Post-Gebuehren helfen beim Absatz. (Fuer das
Porto, das fuer eine CD ins Ausland anfaellt kann ich mir aus den USA
eine CD inkl. Porto bestellen).

Naja, so ungefaehr sieht das aus.

--
Martin "the BERND!" Schmeil * m...@fokus.gmd.de * GMD fokus * Germany
GERMAN PUNK http://www.fokus.gmd.de/nthp/employees/mhs/punk.html
GERM ATTACK http://www.fokus.gmd.de/nthp/employees/mhs/ga/ga_e.html
EUROINFO http://www.fokus.gmd.de/nthp/employees/mhs/bdebl/bdebl.html

lu...@highland.gun.de

unread,
Apr 15, 1996, 3:00:00 AM4/15/96
to

Moin allerseits!

Am 13.04.96 um 20:17 gab Wolfgang, auch bekannt
als wolf...@w250zrz.zrz.TU-Berlin.DE, folgendes von sich:

> [Es waere noch hinzuzufuegen, dass 34,90 lange nicht das obere Ende
> der Preisskala ist, und dass Singles implizit durch Wegfall der 7''
> auch mehr einbringen.]

34.90?!?? Schön wär's!! Bei uns hier kosten die Silberlinge fast 40.-!!!
Selbst bei WOM in Köln kommste kaum unter 37.- pro Scheibe weg! Das
einzige, wo man noch einigermaßen gut die Dinger einkaufen kann ist
beim Saturn am Hansaring (Köln), da liegen die Preise wenn nur knapp über
30.-..... :-((((


so long...

Dennis


Wolfgang Schwanke

unread,
Apr 16, 1996, 3:00:00 AM4/16/96
to
Wolfram Püchert <wolfram....@sap-ag.de> writes:

>solange ich CDs kuafe und mich zurückerinnern kann, und das sind jetzt 10
>Jahre, habe ich aktuelle CDs im Preisbereich von DM 19,90 bis DM 29,90
>gekauft. (Ganz zu Anfang waren die Preise noch höher.)

Wo kaufst Du? 19,90 fuer neue hab ich noch nirgends regulaer gesehen,
hoechstens als Lockangebot; das entspricht Lockangeboten fuer 9,90 bei LP,
die es auch damals gab, und die ich fairerweise nicht erwaehnt habe.
Regulaere Preise fuer ne Neuerscheinung hier 29,90 bis 39,90, je nachdem.
(Und hoeher kommt auch vor).

Gruss

Wolfgang

--
Elektropost: wo...@cs.tu-berlin.de | wo...@berlin.snafu.de | wo...@techno.de
WeltweitesSpinnweb: http://www.snafu.de/~wolfi/
IRC: wolfi | der die das, wieso weshalb warum
RealLife: Wolfgang Schwanke | the the the, why why why

Wolfram Püchert

unread,
Apr 16, 1996, 3:00:00 AM4/16/96
to
Wolfgang Schwanke wrote:
> [...]
> CDs wurden von Anfang an 10 Mark teurer eingefuehrt als die LP zum
> damaligen Preis, damals mit der Begruendung, sie sei teurer in der
> Herstellung. Gut, war damals sicher so, und CDs waren ein neues
> "Luxusprodukt", das erstmal ruhig teuer sein darf. Inzwischen sind
> aber die Produktionskosten gleich, der Luxusfaktor ist weg, und deshalb
> ist die versprochene (!) Preisangleichung der CD an die LP sozusagen
> faellig. Das passiert aber nicht, was doch den sehr den Verdacht naehrt,
> dass die Industrie den Wechsel zur CD zu einem Quantensprung bei den
> Preisen missbraucht hat, fuer den es keine Gegenleistung gibt. Auch wenn
> der Markt das z.Z. schluckt, koscher ist das alles nicht.
> [...]

Hallöchen,

solange ich CDs kuafe und mich zurückerinnern kann, und das sind jetzt 10
Jahre, habe ich aktuelle CDs im Preisbereich von DM 19,90 bis DM 29,90
gekauft. (Ganz zu Anfang waren die Preise noch höher.)

Das heißt: seit 10 Jahren ist das Preisniveau identisch geblieben. Damit ist
faktisch eine Angleichung der Preise LP-CD erreicht.

Gruß Wolfram
----------------------------------------------------------------------------
Lieber ein verkanntes Genie als ein bekannter Idiot

Holger Lubitz

unread,
Apr 16, 1996, 3:00:00 AM4/16/96
to
In article <317392...@sap-ag.de>, Wolfram Püchert writes:
> solange ich CDs kuafe und mich zurückerinnern kann, und das sind jetzt 10
> Jahre, habe ich aktuelle CDs im Preisbereich von DM 19,90 bis DM 29,90
> gekauft. (Ganz zu Anfang waren die Preise noch höher.)

Nur dass damals, als ich anfing, CDs zu kaufen, 29,90 Mark noch die
absolute Obergrenze waren. Und heute eher die Untergrenze sind, mancherorts
sogar schon als "Angebot" beworben werden.

Angebote unter 20 Mark fuer nagelneue CDs, die Ende der 80er / Anfang der
90er noch normal waren (habe damals z.B. Scorpions / Crazy World fuer 16,95
gekauft und Fury in the Slaughterhouse / Jau fuer 18,95 Mark) sind heute
die absolute Ausnahme und nur noch bei Neueroeffnungen von grossen
Technikhaeusern gelegentlich mal zu finden.

Hier in Oldenburg gibts nur noch zwei Geschaefte (beides groessere
Technikdiscounter), die regelmaessig (d.h. fast woechentlich) eine aktuelle
CD fuer 22 bis 24 Mark im Angebot haben. Das ist dann aber meist nur noch
der einsame Lockvogel. Die restlichen Angebote sind dann schon viel naeher
an den 30 Mark, und die normalen CDs deutlich drueber.

Die Leute, die nicht in einer Grossstadt wohnen und auf dem platten Land
ihre CDs kaufen muessen, koennen einem da sowieso nur noch leid tun. Wenn
man nicht gleich sammelbestellen will, sind auch Versender dank der
Versandkosten keine Alternative. Da kostet die CD dann vielleicht nur 28
oder 29 Mark, aber plus 6 (oder mehr) Mark Versand, und schon...

> Das heißt: seit 10 Jahren ist das Preisniveau identisch geblieben. Damit ist
> faktisch eine Angleichung der Preise LP-CD erreicht.

Das sehe ich nicht so, s.o. LPs sind trotz der enorm gesunkenen
Absatzzahlen immer noch billiger als CDs, deren Absatzzahlen enorm
gestiegen sind. Irgendwas passt da nicht.

Meine persoenliche Strategie: Keine Einzel-CD ueber 30, keine Doppel-CD
ueber 40 Mark. Klappt bisher ganz gut, aber die Auswahl (gerade bei
Neuerscheinungen) wird immer duenner und Nice-Price-CDs werden auch immer
teurer. Frueher war 20 Mark Maximum, heute sind 23-24 Mark usus. Das
unterstuetzt man dann auch nur noch ungern.

Holger

--
PGP public key available on request.

Joerg Wolfgram

unread,
Apr 17, 1996, 3:00:00 AM4/17/96
to
: Irgendwie reden wir aneinander vorbei.
: LPs haben vor 10 Jahren regulaer 15 bis 20 Mark gekostet, und das ganz
: sicher mit genug Gewinn fuer alle Beteiligten. Inflation zugerechnet
: kommen wir da heute bei 20 bis 25 Mark an. Da brauche ich keine
: speziellen Erklaerungen fuer, das ist sozusagen der Normalpreis.

: CDs wurden von Anfang an 10 Mark teurer eingefuehrt als die LP zum


: damaligen Preis, damals mit der Begruendung, sie sei teurer in der
: Herstellung. Gut, war damals sicher so, und CDs waren ein neues
: "Luxusprodukt", das erstmal ruhig teuer sein darf. Inzwischen sind
: aber die Produktionskosten gleich, der Luxusfaktor ist weg, und deshalb
: ist die versprochene (!) Preisangleichung der CD an die LP sozusagen
: faellig. Das passiert aber nicht, was doch den sehr den Verdacht naehrt,
: dass die Industrie den Wechsel zur CD zu einem Quantensprung bei den
: Preisen missbraucht hat, fuer den es keine Gegenleistung gibt. Auch wenn
: der Markt das z.Z. schluckt, koscher ist das alles nicht.

Das sehe ich auch so. Wie gesagt, die Kalkulation im Indie-Bereich ist
so wohl OK, da kann man nicht mehr viel machen. Aber im Industrie-Bereich,
wo wirklich enorme Mengen im Spiel sind, ist die CD im Vergleich zum
Indie-Produkt ungleich teurer. Ein Teil des vielen Geldes, der da
verdient wird, ist Bestandteil von ungeheuren Werbe-Kampagnen, um die
Konsumenten noch mehr zu steuern. Das geht natuerlich wieder zu Lasten
der "kleinen" Bands und Label - wie das halt so ist.

: Die Kalkulation kann ich als Nichtkaufmann schwer beurteilen, weil ich
: nicht weiss, welche Margen normal sind, und weil halt der Vergleich
: fehlt. Aber ich kann nicht glauben, dass die Produktionskosten sich
: innerhalb von 10 Jahren verdoppelt haben. Der Ladenpreis hat das aber.

: [...]

: >Ich bin, wie auch Kai Lotze (schoenen Gruss uebrigens), der Meinung,


: >dass im Independent Bereich hart genug gekaempft wird, und zwar bei
: >*allen* Beteiligten. Der Wucher passiert hoechstens bei der Industrie.

: Das mag wohl sein, aber frueher wie heute sind Independent-Platten
: gleich teuer wie Industrie-Aufnahmen. Als Konsument sehe ich den
: Unterschied im Laden nicht. Vielleicht sieht bei Industrie-Produktionen
: die Kalkulation ja ganz anders aus, und die Gewinnmargen sind viel
: hoeher?

Independent Platten sind im normalfall billiger, so um 3-5 DM (sollten
sie zumindest). Und obwohl die Produktionskosten bei Industrie-CDs
natuerlich geringer sind, ist der Endpreis hoeher. Wie gesagt, da
fliesst viel Geld in die Werbung.

Lovely Locke

unread,
Apr 18, 1996, 3:00:00 AM4/18/96
to
On 17 Apr 1996 14:00:59 GMT Wolfgang Schwanke wrote in de.rec.music.misc :
: o...@rz.uni-jena.de (Lovely Locke) writes:
:
: Der "Luxusfaktor" war die Neuheit, die Aura des technischen Fortschritts.
: Heute sind CDs der Standardtontraeger im Massenmarkt,

... leider ... ;-)

: und damit definitions-
: gemaess nicht mehr Luxus. So geht es allen technischen Neuerungen, und
: alle fallen entsprechend im Preis; siehe Farb-TV, Video ...

Hmm ... die Hardware-Preise (Player und so) sind ja auch gefallen.
Bei den CDs sieht es allerdings anders aus. Aber wie gesagt ... da die
Mehrheit der Kunden das zu akzeptieren bereit ist, kann man da nichts machen.

: Nicht alle Konsumenten sind gleich. Nur weil einige bereit sind, die
: hohen Preise zu akzeptieren, sind es nicht alle.

Ein wesentlicher Unterschied zu den Hardware-Geraeten ist der, dass in der
Musikindustrie die Plattenfirmen ein Monopol haben (auf ihre jeweiligen
Interpreten). Wenn die neue Michael "Kinderfreund" Jaxon CD nun mal 35 DM
kostet, dann nuetzt es mir als Fan herzlich wenig, wenn die Konkurrenz
eine Pink-Floyd-Scheibe fuer den halben Preis anbietet. Und da wo die
Konkurrenz quasi ausgeschaltet ist, treten natuerlich andere Regeln bei
der Preisgestaltung in Aktion.

CU,
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| | / \ / _/| |/ /| _| NP: / @ @ \
| |__| || || |_ | \ | _| Nick Cave & The Bad Seeds (| \ |)
|____|\__/ \__\|_|\_\|___| "Murder Ballads" \__=__/
| |

Kai Lotze

unread,
Apr 20, 1996, 3:00:00 AM4/20/96
to
Die Plattenindustrie macht die Vinyl LP kaputt, um größere
Gewinnmargen einzufahren ???
Das ist jetzt wohl etwas paranoia (sorry).

Fakt ist, dass kaum noch Konsumenten Vinyl LPs haben möchten
(jaja, es gibt noch eine kleine Minderheit).
Wir selbst haben mit unserer Band noch vor zwei Jahren eine
Vinyl Auflage gemacht, und hatten größte Schwierigkeiten diese
loszuwerden, trotz eines normalen LP-Preises.
Viele haben noch nicht mal mehr einen Plattenspieler.

Da waren also keine bösen Mächte am Werk...
Man sollte nie die (gute) Macht des Nachfragemarktes
unterschätzen. Und die kaufen eben auch CD´s für 39,00 DM.

Kai

Frank Lachmann

unread,
Apr 20, 1996, 3:00:00 AM4/20/96
to
Frank Lachmann <ug...@rz.uni-karlsruhe.de> wrote:

> wer sich hier Vinyl kauft, ist hauptsaechlich Sammpler.

Bevor hier wieder riesige Missverstaendnisse auftauchen: ich meinte Sammler,
nicht Sampler. Sorry. :-]

--
fr...@argh.sub.de ** o721 - 971-216o voice * 2:2476/557, /15o fido .~.
frank.l...@stud.uni-karlsruhe.de * http://home.pages.de/~frank \_|_/

Markus

unread,
Apr 21, 1996, 3:00:00 AM4/21/96
to
SUBJECT: Message titled "Re: CD-Preise eine Kalkulation"
AUTHOR : lu...@highland.gun.de ( )
CREATED: 15.04.1996,21:04:00

> 34.90?!?? Schön wär's!! Bei uns hier kosten die Silberlinge fast 40.-!!!
> Selbst bei WOM in Köln kommste kaum unter 37.- pro Scheibe weg! Das
> einzige, wo man noch einigermaßen gut die Dinger einkaufen kann ist
> beim Saturn am Hansaring (Köln), da liegen die Preise wenn nur knapp über
> 30.-..... :-((((

Ist denn bei Euch keine Media-Markt-Filiale in der Nähe?
Da gibt es CD's meistens noch unter 30 Märker - auch wenn das
restliche Angebot des Ladens meistens Schund ist;das CD-Angebot kann
sich in aller Regel sehen lassen...

> so long...
>
> Dennis

Grüße ... Markus.

--
(^hier abbeißen)
<<<<---r...@broesel.zodiac.de---public key available---amiga--->>>>

Agent Skully über Agent Mulder:
"Er ist ein Trottel - Nein - Er ist besessen von seiner Arbeit."
(Akte X,"Der Teufel von New Jersey")

lu...@highland.gun.de

unread,
Apr 21, 1996, 3:00:00 AM4/21/96
to

Moin allerseits!

Am 16.04.96 um 13:26 gab Wolfram, auch bekannt
als wolfram....@sap-ag.de, folgendes von sich:

> solange ich CDs kuafe und mich zurückerinnern kann, und das sind jetzt 10
> Jahre, habe ich aktuelle CDs im Preisbereich von DM 19,90 bis DM 29,90
> gekauft. (Ganz zu Anfang waren die Preise noch höher.)
>

> Das heißt: seit 10 Jahren ist das Preisniveau identisch geblieben. Damit ist
> faktisch eine Angleichung der Preise LP-CD erreicht.

Na toll!! Ist die Frage, wo du kaufst und was du kaufst!! Geh z.B. mal zu
WOM in Köln, da bezahlste standard-mäßig pro CD ca. 37.-!!! Beim Saturn in
Köln dagegen gibt's dann die gleichen CD's teilweise schon ab ca. 30.-!
Aber *aktuelle* CD's, aus *meinem* Musikgeschmack für 19,90DM!! Das habbich
ja noch nirgends gesehen!!! :-((

so long...

Dennis


Lovely Locke

unread,
Apr 29, 1996, 3:00:00 AM4/29/96
to

On 20 Apr 1996 00:38:02 GMT Kai Lotze wrote in de.rec.music.misc :
: Die Plattenindustrie macht die Vinyl LP kaputt, um größere
: Gewinnmargen einzufahren ???

Ja.

: Das ist jetzt wohl etwas paranoia (sorry).

Nein.

: Fakt ist, dass kaum noch Konsumenten Vinyl LPs haben möchten


: (jaja, es gibt noch eine kleine Minderheit).

Der Punkt ist, dass die Plattenindustrie auf diesen Zustand durch massive
Werbung zielstrebig hingewirkt hat. Die Konsumenten sind ja nun leider
hochgradig beeinflussbar (deshalb gibt es ja ueberhaupt Werbung).

: Da waren also keine bösen Mächte am Werk...

Nee, "nur" die profitgeile Plattenindustrie.

: Man sollte nie die (gute) Macht des Nachfragemarktes


: unterschätzen. Und die kaufen eben auch CD´s für 39,00 DM.

Ja ... vielleicht sogar 100 DM ... und die Auflagenstaerke liegt
bei 1 bis 5 Stueck.

CU,
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|____|\__/ \__\|_|\_\|___| In The Nursery "Koda" \__=__/
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lu...@highland.gun.de

unread,
May 1, 1996, 3:00:00 AM5/1/96
to

Moin allerseits!

Am 25.04.96 um 11:38 gab Wolfram, auch bekannt


als wolfram....@sap-ag.de, folgendes von sich:

> ProMarkt ehemals Phora in Mannheim,
> Müllers Dorgeriemarkt in Speyer bzw. Mannheim,
> Karstadt in Mannheim,
> Prinz in Mannheim.

Hmmm... naja, Mannheim... bissel schlecht von hier aus zu erreichen...

> Falls Du Beweise brauchst, vielleicht habe ich noch alte
> Kassenzettel.

Nene! Ich glaub dir ja, aber du schreibst *alte* Kassenzettel?!?? Haben sich
die Preise mittlerweile geändert?

so long...

Dennis


Kai Lotze

unread,
May 2, 1996, 3:00:00 AM5/2/96
to

Also Locke,

offenbar hast Du die Zeit der Umstellung von Vinyl auf CD
noch in der Kinderkarre erlebt. Sonst wuesstest Du, dass die
Umstellung nicht durch mutwilligen Werbedruck der boesen
Plattenindustrie "erzwungen" wurde, sondern relativ langsam
ueber einen Zeitraum von mindestens fuenf Jahren durch den
Nachfragemarkt gesteuert wurde.
In Deinem sig-file hast Du ja die Band "In the Nursery" auf-
gefuehrt, dann kennst Du vielleicht auch Project Pitchfork:
Von unserem ersten Album, vor sechs Jahren haben wir noch 50 %
Vinyl und 50 % CD gepresst. In der gesamten Indie Szene gab
es keinen Werbedruck fuer die CD, eher dagegen. Trotzdem hatten
wir vor zwei Jahren Schwierigkeiten, lediglich 1.000 Vinyl-
-Platten zum Vinyl-Preis loszuwerden (bei ueber 20.000 CD´s
mit gleichem Inhalt).
Es nuetzt hier nichts, irgendwelche haltlosen und halbgaren
Vermutungen in den Raum zu werfen. An griffigen Argumenten
fehlt es leider von der "durch-Werbung-voellig-manipulierten-
und-hilflos-ausgelieferten-Kaeuferschicht".
zum Vinyl-Preis

Lovely Locke

unread,
May 3, 1996, 3:00:00 AM5/3/96
to

On 2 May 1996 22:25:25 GMT Kai Lotze wrote in de.rec.music.misc :
: Also Locke,

: offenbar hast Du die Zeit der Umstellung von Vinyl auf CD
: noch in der Kinderkarre erlebt.

Weniger das, dafuer mehr aus dem geschuetzten (und daher objektiveren)
Reservat oestlich der Konsumterror-Zone.

: Sonst wuesstest Du, dass die


: Umstellung nicht durch mutwilligen Werbedruck der boesen
: Plattenindustrie "erzwungen" wurde, sondern relativ langsam
: ueber einen Zeitraum von mindestens fuenf Jahren durch den
: Nachfragemarkt gesteuert wurde.

Nicht "durch den Nachfragemarkt", vielleicht mehr "ueber ...".

: ... In der gesamten Indie Szene gab


: es keinen Werbedruck fuer die CD, eher dagegen.

Ich mache weder Dir persoenlich noch Euch als Indie-Szene einen Vorwurf
aus diesem Umstand. Aber ebensowenig kannst Du Dich hinstellen und mir
weismachen, die Konsumenten haetten seit zehn Jahren massiv bei den
Plattenfirmen fuer die Einfuehrung der CD zu diesem Preis interveniert.

: Trotzdem hatten


: wir vor zwei Jahren Schwierigkeiten, lediglich 1.000 Vinyl-
: -Platten zum Vinyl-Preis loszuwerden (bei ueber 20.000 CD´s
: mit gleichem Inhalt).

Da war das Kind nun schon lange in den Brunnen gefallen. (Zu diesem
Zeitpunkt habe auch ich dann einen CD-Player gekauft ... ;-)
Fakt ist, dass ich (und andere Freaks) auch heute noch Vinyl kaufen (ich
weiss natuerlich nicht, welche Stueckzahlen wir dann erwerben wuerden).

CU,
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| |__| || || |_ | \ | _| NP: (| \ |)

|____|\__/ \__\|_|\_\|___| The Fall "Seminal Live" \__=__/
(Vinyl natuerlich !) | |

Holger Lubitz

unread,
May 3, 1996, 3:00:00 AM5/3/96
to

In article <4mbcol$5ii$1...@mhadg.production.compuserve.com>, Kai Lotze writes:
> Von unserem ersten Album, vor sechs Jahren haben wir noch 50 %
> Vinyl und 50 % CD gepresst. In der gesamten Indie Szene gab
> es keinen Werbedruck fuer die CD, eher dagegen. Trotzdem hatten

> wir vor zwei Jahren Schwierigkeiten, lediglich 1.000 Vinyl-
> -Platten zum Vinyl-Preis loszuwerden (bei ueber 20.000 CD´s
> mit gleichem Inhalt).

Jetzt kommen wir der Sache langsam naeher. Ich nehme mal an, dass
Vinyl-Preis < CD-Preis, und Vinyl-Herstellungskosten >
CD-Herstellungskosten (bei den von Dir gegebenen Stueckzahlen sowieso).
_Wo_ ist jetzt der Posten, der bei CDs in der Kalkulation ist, bei Vinyl
dagegen nicht, und dafuer sorgt, dass die CD teurer ist ?

Elert von Mueller

unread,
May 3, 1996, 3:00:00 AM5/3/96
to

Holger Lubitz (h...@caty.ol.sub.de) wrote:

: Holger

Das ist wahrscheinlich das, was man eine Mischkalkulation nennt:
bei einem Produkt nimmt man einen Verlust in Kauf (Vinyl), den man in die
Kalkulation eines anderen Produktes einfliessen laesst (CD).

Sowas macht man, wenn beide Produkte (aus welchen Gruenden auch immer)
angeboten werden muessen/sollen.

Darunter faellt auch (wie Kai schon erklaert hat), dass die Kosten fuer
unpopulaere (nicht unbedingt schlechte, aber eben nicht so gut verkaufbare)
Veroeffentlichungen mit in die Kalkulation von Populaeren einfliessen.

Ja, da bezahlt dann der arme Micheal-Jackson-Fan meine XY-Garagenband-CD
mit ...

Gruesse,
elert

Kai Lotze

unread,
May 4, 1996, 3:00:00 AM5/4/96
to

Hallo Holger,

das ist ganz einfach:
an der Vinyl Scheibe hat fast jeder Verlust gemacht.
An der CD Version haben diverse Firmen berechtigterweise
Gewinn gemacht. Du gehst ja bestimmt auch nicht ohne Entlohnung
arbeiten ?

Und fangt jetzt bloss nicht wieder die Diskussion an, dass
die zwischengeschalteten Sationen zwischen Presswerk und
Endkunde gar nicht noetig sind !

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