"Treulich geführt ..." soll aus Wagners Parzival stammen?
> "Treulich geführt ..." soll aus Wagners Parzival stammen?
Wagner hat "`Parsifal"' geschrieben. Der "`Hochzeitsmarsch"' ist der
Brautchor aus dem dritten Aufzug von "`Lohengrin"'.
Tsch"o!
--
Axel Reichert -- http://mt.mpie-duesseldorf.mpg.de/people/reich/
Wolfgang Hecht wrote:
> "Treulich geführt ..." soll aus Wagners Parzival stammen?
Fast. :-) Es ist Lohengrin, Anfang III. Akt. Aus Parsifal ist "Geleiten
wir im bergenden Schrein...".
per aspera ad asthma, Michael
Wolfgang Hecht <he...@zedat.fu-berlin.de> schrieb im Beitrag
<6a4eve$f4q$1...@fu-berlin.de>...
>
>
> "Treulich geführt ..." soll aus Wagners Parzival stammen?
>
Der Hochzeitsmarsch "Treulich geführt ..." ist aus Lohengrin, dritter Akt,
erste Szene.
Grüße
Frank
Im Parsifal wird leider nicht geheiratet, und wenn wir Ruth Berghaus'
Frankfurter Inszenierung vor zehn Jahren glauben, sind die eh alle
latent schwul.
Alexander Ross
PS: Lohengrin.
WH> "Treulich geführt ..." soll aus Wagners Parzival stammen?
Fast :)
Aus "Lohengrin" ....
Ciao,
Micha
_____________________________________
Let me show you the world in my eyes:
www.geocities.com/WestHollywood/8648
--
* darkparticle *
AR> Im Parsifal wird leider nicht geheiratet, und wenn wir Ruth Berghaus'
AR> Frankfurter Inszenierung vor zehn Jahren glauben, sind die eh alle
AR> latent schwul.
Wie war DIE Inszenierung denn ? Klingt ja interessant !
Michael
> Der "`Hochzeitsmarsch"' ist der
>Brautchor aus dem dritten Aufzug von "`Lohengrin"'.
Hallo,
um die popularistische Begriffsbestimmungen mal zu konkretisiern :
"Der" Hochzeitsmarsch ist von Mendelssohn-Bartholdy und zwar aus dem
"Sommernachtstraum". Das Stück aus Lohengrin heißt "Brautlied" und hat mit
einem Marsch eigentlich weniger zu tun ( zumindest musikalisch).
Gruß
Dieter
Alexander Ross schrieb in Nachricht <34C625...@combox.de>...
Wolfgang Hecht wrote:
>
>> "Treulich geführt ..." soll aus Wagners Parzival stammen?
>Im Parsifal wird leider nicht geheiratet, und wenn wir Ruth Berghaus'
>Frankfurter Inszenierung vor zehn Jahren glauben, sind die eh alle
<latent schwul.
Oh Gott, nicht Dein Ernst.
Und warum dann die ganze Balzerei von Manderl und Weiberl? :-)
Erich
Es gibt nicht nur den Militärmarsch (Tempo MM 114), sondern einige andere
Arten von Märschen (Trauer-, Geschwind- ...). In dem Sinne ist Wagners
Brautlied sicherlich als (Schreit-) Marsch zu bezeichnen.
In den Regie-Anweisungen ist von 8 Frauen die Rede, die Lohengrin und
Elsa "feierlich umschreiten". Zwei "Züge" treffen sich auf der Bühne, die
Frauen, "welche Elsa - links die Männer mit dem König, welche Lohengrin
geleiten." Im Text heißt es: "Zierde der Jugen, schreite voran."
Die Rhythmik weise die marschtypischen Synkopierungen aus, die
Instrumentation ist bestimmt von Bläsern und Triangel - und Harfe, wer
das Stück kennt, weiß warum.
MfG Jo Kaiser
>
> Gruß
> Dieter
>
Erich Swoboda wrote:
> >Im Parsifal wird leider nicht geheiratet, und wenn wir Ruth Berghaus'
> >Frankfurter Inszenierung vor zehn Jahren glauben, sind die eh alle
> <latent schwul.
>
> Oh Gott, nicht Dein Ernst.
> Und warum dann die ganze Balzerei von Manderl und Weiberl? :-)
Ei, balzen tut doch nur Kundry, die Jungs sind doch alle recht
standhaft. Zumindest in der Gegenwart. Früher war das ja mal anders -
"...ein furchtbar schönes Weib hat ihn entzückt, / in seinen Armen liegt
er trunken, / der Speer ist ihm entsunken..." ;-)
> dem "Sommernachtstraum". Das Stück aus Lohengrin heißt "Brautlied"
> und hat mit einem Marsch eigentlich weniger zu tun ( zumindest
> musikalisch).
Meinen wir jetzt das Gleiche (was ich als "Brautmarsch" kenne)?
-------------------------------
| daa
daa ta daaa| daaa
| ta
daa |daa
-------------------------------
[...] (wie schreibt man hier am besten Noten??)
Das hat m.E. schon was mit Marsch zu tun.
Gruß
Andrej
Im Charakter stehen auch die berühmten Trauermärsche (Beethovens Eroica,
Chopins op. 35) nahe.
Nach dem Riemann (der fängt natürlich bei der Antike an) geht der Marsch
der Neuzeit übrigens u. a. auf "spätmittelalterliche Prozessionsgesänge,
Kreuzfahrerlieder ..." zurück, was auf ursprünglich eher getragene Tempi
hinweisen dürfte, zurück.
Die "heutigen", schnelleren (meist im 19. Jhdt. entstandenen)
Militärmärsche stehen vor allem unter dem Einfluß der Janitscharenmusik
(vgl. Entführung) und der Revolutionsmärsche der französischen Revolution
(vgl. Marsellaise oder auch der Schlußsatz von Beethovens 5.).
MfG Jo Kaiser
ich wollte lediglich den unterschiedlichen musikalischen Charakter zwischen
dem Hochzeitsmarsch und dem Brautlied herausstellen. Die verschiedenen
Marschformen sind mir auch bekannt. Du wirst jedoch zugeben müssen, daß
der Hochzeitsmarsch eben kein Schreitmarsch in deinem Sinne ist, obgleich
er oft bei Hochzeiten zum Einzug des Brautpaares gespielt wird. Es wird also
auch geschritten. Das Brautlied wird oft gespielt wenn die Braut ( meist von
ihrem Vater ) an den Altar geführt wird, wo der Bräutigam auf sie wartet.
Vermutlich soll der "zartere" Charakter der Braut durch die "zarte" Stimmung
des Brautliedes betont werden. Jedenfalls unterscheiden sich beide Stücke von
Ihrem Charakten ganz wesentlich. Es ging mir um nichts anderes als diesen
Unterschied herauszustellen. Außerdem kann man zu fast jeder Musik laufen,
rennen, schreiten oder langsam gehen. Du kannst in vieler Musik >Merkmale
des "langsamen" Marsches erkennen. Das ändert auch nichts daran daß die meisten
Leute beim Wort Marsch eben an den "Militär-Marsch" oder zumindest
einen lauiten und fröhlischen Marsch denken. Und die ganze Argumentation wird
aus dem Brautlied aus Lohengrin nicht " den " Hochzeitsmarsch machen.Ich
begreife auch wirklich nicht warum man das versuchen will oder soll.
Viele Grüße
Dieter
Was willst Du der Beweise noch weitere?
Das Brautlied wird oft gespielt wenn die Braut ( meist von
> ihrem Vater ) an den Altar geführt wird, wo der Bräutigam auf sie wartet.
> Vermutlich soll der "zartere" Charakter der Braut durch die "zarte" Stimmung
> des Brautliedes betont werden. Jedenfalls unterscheiden sich beide Stücke von
> Ihrem Charakten ganz wesentlich.
Unbestritten.
Es ging mir um nichts anderes als diesen
> Unterschied herauszustellen. Außerdem kann man zu fast jeder Musik laufen,
> rennen, schreiten oder langsam gehen.
Ja, aber nur zu der einen laufen, der anderen rennen, wieder anderer
schreiten und langsam gehen.
Du kannst in vieler Musik >Merkmale
> des "langsamen" Marsches erkennen.
In etwa so vieler Musik, wie es langsame Märsche gibt.
Und die ganze Argumentation wird
> aus dem Brautlied aus Lohengrin nicht " den " Hochzeitsmarsch machen.Ich
> begreife auch wirklich nicht warum man das versuchen will oder soll.
Daß ich aus dem Brautlied "den" Hochzeitsmarsch machen will, unterstellst
Du mir. Wozu all mein pädagosisches Eros mich drängt, ist, eine Korrektur
an Deinem Sichtvermögen vorzunehmen, das nun einmal einen langsamen
Marsch wie das "Treulich geführt" partout nicht als Marsch erkennen will.
Der "Volksmund" hat so unrecht nicht, wenn er beide Hochzeitsmärsche als
ebensolche bezeichnet. Mich wurmt es schon ein wenig, wenn man in
etwas blasierter Überheblichkeit als "popularistisch" (ich würde
allenfalls die Bezeichnung "populär" verwenden, das andere würde ich mir
für Manfred Kanther aufheben) bezeichnet, was den Kern der Sache
doch viel besser trifft.
MfG Jo Kaiser