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Mozart: O du eselhafter Peierl/Martin

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Peter Brixius

unread,
Nov 13, 2000, 3:00:00 AM11/13/00
to
Hallo Werner,

manchmal tut es doch die Paperware :-)

On 13 Nov 2000 18:49:42 GMT, Werner...@gmd.de (Werner Icking)
wrote:

>Ich suche die Mozart'sche Textfassung von KV 560a/b
>
> O du eselhafter Peierl
> O du eselhafter Martin
>
KV 560a
O du eselhafter Peierl!
O du Peirlicher Esel!
du bist so faul
als wie ein Gaul,
der weder Kopf noch Haxen hat.

Mit dir nicht gar nichts anzufangen;
ich seh dich noch am Galgen hangen.
Du dummer Gaul,
du bist so faul,
du dummer Peierl bist so faul
als wie ein Gaul.

O lieber Freund, ich bitte dich,
o leck mich doch geschwind im Arsch.
Ach, lieber Freund, verzeihe mir,
den Arsch, den Arsch petschier ich dir.
Peierl! Nepomuk! Peierl! verzeihe mir!

KV 560b
O du eselhafter Jakob (Martin)!
O du Jakobischer (Martinischer) Esel!
du bist so faul
als wie ein Gaul,
der weder Kopf noch Haxen hat.

Mit dir nicht gar nichts anzufangen;
ich seh dich noch am Galgen hangen.
Du dummer Paul,
halt du nur's Maul.
Ich scheiss dir aufs Maul,
so hoff' ich wirst doch erwachen.

O lieber Liperl, ich bitte dich recht schoen,
o leck mich doch geschwind im Arsch.
O lieber Freund, verzeihe mir,
den Arsch, den Arsch petschier ich dir.
Liperl! Jakob (Martin)! Liperl! verzeihe mir!

>Originaltext von KV 561 "Bona nox" fände ich auch gut, wenn
>man das mit einem Aufwasch erledigen kann.
>
KV 561
Bona nox!
bist a rechta Ox;
bona notte,
liebe Lotte;
bonne nuit,
pfui, pfui;
goodnight, goodnight,
neut muessma noch weit;
gute Nacht, gute Nacht,
scheiss ins Bett, dass' kracht;
gute Nacht,
schlaf fei g'sund
und reck' den Arsch zum Mund.

>Bei der Suche im WWW habe ich nur etwas 100 Mal das KV gefunden,
>nicht aber den Text.
>
:-))
(dafuer hat man die NMA)

Es gruesst Peter

--
Er kann die Dinte nicht halten, und wenn es ihm ankommt, je-
mand zu besudeln, so besudelt er sich gemeiniglich am meisten.
(Lichtenberg)

Siro Imber (Suisse)

unread,
Nov 13, 2000, 3:00:00 AM11/13/00
to
> scheiss ins Bett, dass' kracht;
> gute Nacht,
> schlaf fei g'sund
> und reck' den Arsch zum Mund.

Hmmm fein, da hätten wir Mozart wieder mal wie er leibt und lebt.

Roger Pellaton

unread,
Nov 14, 2000, 3:00:00 AM11/14/00
to
Werner Icking <Werner...@gmd.de> wrote:

> Bis jetzt kannte ich nur einen sehr entschärften Text :-)

"Freunde, lasset uns beim Zechen,
wacker eine Lanze brechen..."

;)

--
Roger

Sofort nach dem Tod meines Mannes bin ich Witwe geworden.
(Versicherungsschreiben)

Zohm, Burkhard

unread,
Nov 16, 2000, 3:00:00 AM11/16/00
to
Roger Pellaton schrieb:

> > Bis jetzt kannte ich nur einen sehr entschärften Text :-)
>
> "Freunde, lasset uns beim Zechen,
> wacker eine Lanze brechen..."

Wenn das der entschärfte Text ist, was ist dann die Unterlegung, die ich
neulich in einem evangelisch angehauchten Chorbuch fand:

"Lasset uns den Herren preisen..."

Aber da gibt es auch noch die geistliche Version von Haydns "Ein einzig
böses Weib" mit dem Text "Das ist ein köstlich Ding..."

Tschoe,
B

John Strieder

unread,
Nov 20, 2000, 3:00:00 AM11/20/00
to
"Siro Imber (Suisse)" schrieb:

>>sch..... ins Bett, dass' kracht;


>>gute Nacht,
>>schlaf fei g'sund

>>und reck' den A.... zum Mund.


>
>Hmmm fein, da hätten wir Mozart wieder mal wie er leibt und lebt.

Ja, widerlich. Kann mir endlich auch mal die Bedeutung der letzten Zeile
sagen? Ich verstehe immer noch nicht, was das sein soll.


Das Thema hatten wir doch schon mal:

Peter Brixius schrieb damals:
>>Wie Du schon richtig gesagt hast, lieber Dieter [Göbel], es signalisiert
>>eine Lebenslust und eine Vertrautheit mit den Dingen des Lebens, die
>>spaeteren koerperfeindlichen Empfindlichkeiten viktorianischer Natur
>>fremd sind.

Ich schrieb damals darauf:
>Na ja, ob man solche Worte gebrauchen muss, um Lebenslust zu Empfinden,
>und ob solche oben genannten Verse eine "Vertrautheit mit den Dingen des
>Lebens" bezeugen, weiss ich nicht, aber vielleich habe ich ja keine
>Ahnung vom Leben, denn der Sinn dieser Verse will sich mir nicht so
>recht erschliessen.


Gruss

John Strieder

Dieter Göbel

unread,
Nov 20, 2000, 3:00:00 AM11/20/00
to

John Strieder schrieb in Nachricht <3A1903D3...@compuserve.de>...

>"Siro Imber (Suisse)" schrieb:
>
>>>sch..... ins Bett, dass' kracht;
>>>gute Nacht,
>>>schlaf fei g'sund
>>>und reck' den A.... zum Mund.
>>
>>Hmmm fein, da hätten wir Mozart wieder mal wie er leibt und lebt.
>
>Ja, widerlich. Kann mir endlich auch mal die Bedeutung der letzten Zeile
>sagen? Ich verstehe immer noch nicht, was das sein soll.
>
Hallo John,
nimm´s doch einfach wörtlich und stell es dir vor;-)
Das scheint die Fäkalsprache des 19. Jhrd. gewesen zu sein, die ein Protest
gegen die Prüderie der Gesellschaft war - teils wie heute.
Nur heute würde man das anders sagen, aber Mozart hätte die heutige
Fäkalsprache wohl auch richtig vertont;-)
Viele Grüße
Dieter

John Strieder

unread,
Nov 21, 2000, 3:00:00 AM11/21/00
to
Lieber Dieter!

>>>und reck' den A.... zum Mund.
>>

>>Ich verstehe immer noch nicht, was das sein soll.
>

>nimm´s doch einfach wörtlich und stell es dir vor;-)

Wenn ich mir das vorstelle, sehe ich jemanden, der etwas versucht, das
einen Genickbruch zur Folge hat.

>Nur heute würde man das anders sagen, aber Mozart hätte die heutige
>Fäkalsprache wohl auch richtig vertont ;-)

Oh, er währe wohl Rapper (Hallo Andreas!!!) geworden......

>Viele Grüße
>Dieter

Ebensoviele von mir

John Strieder

Peter Brixius

unread,
Nov 23, 2000, 3:00:00 AM11/23/00
to
Lieber Dieter,

In article <8vb466$gb8$03$1...@news.t-online.com>, D-Go...@t-online.de
says...


>
> Das scheint die Fäkalsprache des 19. Jhrd. gewesen zu sein, die ein Protest
> gegen die Prüderie der Gesellschaft war - teils wie heute.

> Nur heute würde man das anders sagen, aber Mozart hätte die heutige
> Fäkalsprache wohl auch richtig vertont;-)

Ganz so stimmt es wohl nicht. Zunaechst sind wir im 18. Jahrhundert, das
macht schon einen grossen Unterschied. Die von Mozart gebrauchte Wendung
taucht auch woertlich in einem Brief seiner Mutter auf, es war ein in der
Familie Mozart wohl beliebtes Wort, das Mozart als Kindheitserinnerung
mitnahm und hier aufgriff.

Dass solche Derbheiten alles andere als ungewoehnlich waren, davon kann
ein Blick in die zeitgenoessische Literatur ueberzeugen. Wenn man beim
jungen Goethe vorbeischaut (etwa seinen Urfaust delektiert), findet man
"Schlimmeres". Diese Aeusserungen darf man aus der Zeit heraus verstehen
und fuer unser heutiges zartbesaitetes Gemuet relativieren. Ein Protest
gegen die Pruederie der Gesellschaft war es wohl noch nicht, die gab es
erst mit all den Tugend-Ideen des endenden 18. und des beginnenden 19.
Jahrhunderts im Buergertum (Beethoven war da schon sehr viel penibler).
Es war Ausdruck eines Lebensfreude und eines koerperlichen
Selbstbewusstseins, Behauptung des Natuerlichen gegen das Kuenstliche,
das etwa den Absolutismus ausmacht.

Es gruesst Peter

--
Jetzt sucht man ueberall Weisheit auszubreiten, wer weiss, ob es
nicht in ein paar hundert Jahren Universitaeten gibt, die alte
Unwissenheit wieder herzustellen.
(Lichtenberg)

Peter Brixius

unread,
Nov 23, 2000, 3:00:00 AM11/23/00
to
Lieber Werner,

freut mich, dass ich Dir mal helfen konnte :-)

In article <8vjr2k$p54$1...@hop.gmd.de>, Werner...@gmd.de says...
>
> Danke, lieber Peter! Und damit nun alle etwas davon haben, ist es
> jetzt in die Kanonsammlung auf http://www.gmd.de/Misc/Music/scores/
> eingebaut - genauer gesagt auf Seite 26-27 der jetzt 111 Kanons
>
> ftp://ftp.gmd.de/music/scores/misc/Ryckeghem/canons.ps
>
> Damit man das auch im Kinder- oder zumindest Jugendchor singen
> kann, habe ich leicht entschärfte Fassungen erfunden. Die
> Originalfassung steht aber auch da. Darum ging's ja.
>
Ob das die Kinder oder Jugendlichen wirklich so abstossend finden? Oder
eher doch ihre Lehrer? :-))

Werner Icking

unread,
Nov 27, 2000, 3:00:00 AM11/27/00
to
In <MPG.1487a9a69...@news.ndh.net> Peter Brixius <Peter....@Koeln.Netsurf.de> writes:
>In article <8vjr2k$p54$1...@hop.gmd.de>, Werner...@gmd.de says...

[... Mozart Kanons ...]


>> ftp://ftp.gmd.de/music/scores/misc/Ryckeghem/canons.ps
>>
>> Damit man das auch im Kinder- oder zumindest Jugendchor singen
>> kann, habe ich leicht entschärfte Fassungen erfunden. Die
>> Originalfassung steht aber auch da. Darum ging's ja.
>>
>Ob das die Kinder oder Jugendlichen wirklich so abstossend finden? Oder
>eher doch ihre Lehrer? :-))

Ich tippe noch eher auf Eltern und Großeltern als Zuhörer. Wenn die
Kindlein so etwas singen und dann auch noch mit großer Freude singen,
dann werden sie sofort aus dem Chor abgemeldet :-)

--
Werner Icking Werner...@gmd.de (+49 2241) 14-2443 __o
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Schloss Birlinghoven, D-53754 Sankt Augustin, Germany (_)/ (_)
"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod." ~~~~~~~~~~~~~~~

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