mein Sohn ist 12 Jahre alt, hat seit drei Jahren Klavierunterricht
und wir wollen vom elektronischen Clavinova endlich auf ein echtes
Klavier umsteigen. Wir möchten kein Billiginstrument unklarer Pro-
venienz (Preisrahmen bis max. 25000.-), haben angefangen,uns umzutun
und dabei sind ein paar Fragen aufgetaucht:
- Sollen wir besser ein sehr gutes Klavier oder einen preiswerten
(gebrauchten?) Flügel kaufen?
Z.B. kostet der Samick SG-185 mit ca. DM 16000.- weniger als
manche Spitzen(preis)klaviere und hört sich (für mich) recht gut an.
Hat jemand Erfahrungen mit dem Instrument?
- Welche Größe sollte man bei einem Flügel nicht unterschreiten?
Mir hat z.B. der kleinste Yamaha mit ca. 1.50 m gar nicht zugesagt.
- Wie groß sollte der Raum für einen brauchbaren Flügel mindestens
sein, damit's nicht zu laut wird? Wir hätten ca. 3.8 x 5.8 x 2.5 m
Platz.
- was ist von den Silent-Optionen zu halten? Ich habe gehört, daß
sie den Anschlag etwas beeinträchtigen sollen. Welche Version wäre
ggf. die beste?
Herzlichen Dank für Meinungen / Kommentare / Empfehlungen !
Wolfgang (Wolfgan...@bnv-Bamberg.de)
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Before you buy.
>- Sollen wir besser ein sehr gutes Klavier oder einen preiswerten
> (gebrauchten?) Flügel kaufen?
Diese Frage stellte sich für mich vor etwa 10 Jahren auch. Ich habe mich damals
- nicht nur aus Platzgründen - für ein hochwertiges Klavier entschieden.
(Grotrian Steinweg, Modell 132 V) Ich habe diese Entscheidung noch keine
Sekunde bereut. Im Musiksaal unserer Schule haben wir einen Yamaha-Flügel, der
vom Klang her dem Vergleich mit dem Grotrian Steinweg in keiner Weise stand
hält.
>- Wie groß sollte der Raum für einen brauchbaren Flügel mindestens
> sein, damit's nicht zu laut wird? Wir hätten ca. 3.8 x 5.8 x 2.5 m
> Platz.
Das scheint mir für einen Flügel etwas wenig zu sein. Mein Wohnzimmer ist etwas
größer, zum Flur hin offen, und das Grotrian Steinweg füllt diesen Raum
spielend.
>- was ist von den Silent-Optionen zu halten? Ich habe gehört, daß
> sie den Anschlag etwas beeinträchtigen sollen. Welche Version wäre
> ggf. die beste?
Es ist zwar schon ein Jahr her, dass ich derartige Silent-Optionen im
Fachgeschäft ausprobiert habe. Mein Eindruck war damals, dass diese Technik
noch lange nicht ausgereift ist. (Das kann sich möglicherweise inzwischen
geändert haben.) Außerdem sagte man mir damals, dass beim Einbau der
Resonanzboden angebohrt würde, und da habe ich doch erhebliche Bedenken.
Liebe Grüße
Martin
wolfgan...@my-deja.com wrote:
> mein Sohn ist 12 Jahre alt, hat seit drei Jahren Klavierunterricht
> und wir wollen vom elektronischen Clavinova endlich auf ein echtes
> Klavier umsteigen. Wir möchten kein Billiginstrument unklarer Pro-
> venienz (Preisrahmen bis max. 25000.-), haben angefangen,uns umzutun
> und dabei sind ein paar Fragen aufgetaucht:
>
> - Sollen wir besser ein sehr gutes Klavier oder einen preiswerten
> (gebrauchten?) Flügel kaufen?
>
> Z.B. kostet der Samick SG-185 mit ca. DM 16000.- weniger als
> manche Spitzen(preis)klaviere und hört sich (für mich) recht gut an.
> Hat jemand Erfahrungen mit dem Instrument?
Bei Deiner Preisvorstellung hast Du salopp gesagt die Wahl zwischen
einem Spitzenklavier und einem Billigfluegel. Da wuerde ich zu dem
Klavier raten. Mein Vater hat vor vielen Jahren ein Ibach Klavier
gekauft (mit ca. 14.000 DM damals das zweitteuerste, das Piano Lang in
Muenchen im Angebot hatte - die Preise sind natuerlich seit dem
gestiegen), das sehr gut klingt. Ein gebrauchter guter Fluegel ist
natuerlich auch eine Option.
Allerdings brauchst Du fuer einen 12-jaehrigen Schueler auch nicht
unbedingt in diese Preisklasse zu gehen. Gegenueber einem Clavinova ist
fast jedes "echte" Klavier eine Verbesserung. Du koenntest auch nach
einem "Mittelklasse-Klavier" (evt. auch gebraucht) schauen. Ueber die
Preise weis ich leider nicht gut bescheid, ich wuerde mal sagen fuer
8-10.000 solltest Du ein schoenes Instrument kriegen koennen. (Versteh
mich nicht falsch: Ich moechte Dir das Spitzenklavier keineswegs
ausreden. Im Gegenteil, ich finde es toll, dass Du an so etwas denkst.
Ich moechte nur darauf hinweisen, dass es nicht unbedingt noetig ist.)
Du solltest Deine Frage auch nochmal in de.alt.music.machen stellen, da
findest Du wahrscheinlich noch mehr Praktiker.
Viele Gruesse,
Michael.
Liebe Grüße
Andreas
--
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> Abzuraten ist in jedem Fall von Schimmel, Ibach und Yamaha-Klavieren.
Selbst bei
> der doch recht gemauserten Marke Kawai ist noch Vorsicht geboten. Diese
Klaviere
> sind nicht nur klanglich, sondern auch technisch teilweise miserabel ge-
und
> verarbeitet.
Ich halte es für etwas gewagt, so pauschal zu urteilen.
Derartiges würde ich nur einem erfahrenen Klavierstimmer abnehmen, der
gelernter Klavierbauer ist, selbst keine Klaviere verkauft oder irgendetwas
davon profitieren könnte, eine gewisse Marke einer anderen vorzuziehen und
der im Laufe seiner jahrzehntelangen Tätigkeit zu einer gewissen
Einschätzung gekommen ist.
> ... ein Flügel hat für ein Kind auch immer
> einen psychologischen Vorteil, dann übt es freiwillig mehr...
Das ist sicher richtig - zumindest am Anfang.
Was aber, wenn das Kind allmählich die Lust am Üben und gar am Klavierspiel
überhaupt verlieren sollte? Dann könnte ein raumgreifender Flügel schnell zu
einer großen Bürde für den Jungen und eine Belastung für die Familiendynamik
werden - schließlich hat man die ganze Zimmereinrichtung mehr oder weniger
um den Flügel herum gruppiert...
Gruß Frieder
<wolfgan...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:
8kvjgs$4t8$1...@nnrp1.deja.com...
...
>
> - Sollen wir besser ein sehr gutes Klavier oder einen preiswerten
> (gebrauchten?) Flügel kaufen?
Also ich würde stets zu einem Flügel raten. Dazu muss man wissen, dass die
Flügelmechanik konstruktionsbedingt natürlicher und generell besser arbeitet
als eine Klaviermechanik.
Rein vom Klang her gesehen mag vielleicht einiges für ein hochwertiges
Klaviersprechen, aber auf der anderen Seite dürfte imho. der Klang für einen
Schüler nicht so wichtig sein wie eine sauber arbeitende Mechanik.
>
> Z.B. kostet der Samick SG-185 mit ca. DM 16000.- weniger als
> manche Spitzen(preis)klaviere und hört sich (für mich) recht gut an.
> Hat jemand Erfahrungen mit dem Instrument?
Die sind sehr empfindlich, was größere Temperaturschwankungen angeht. Diese
dürften sich allerdings in einem deutschen Wohnzimmer in Grenzen halten.
Ansonsten kann ich nicht viel darüber sagen. Langzeiterfahrungen habe ich
mit diesem Instrument keine.
>
> - Welche Größe sollte man bei einem Flügel nicht unterschreiten?
> Mir hat z.B. der kleinste Yamaha mit ca. 1.50 m gar nicht zugesagt.
Das ist auch für einen Flügel hart an der Grenze. Bei unter 1,80 m reduziert
sich der Vorteil des Flügels mehr und mehr auf die Spielart, also die
Flügelmechanik. Die wird durch die Größe des Flügels kaum beeinflusst.
>
> - Wie groß sollte der Raum für einen brauchbaren Flügel mindestens
> sein, damit's nicht zu laut wird? Wir hätten ca. 3.8 x 5.8 x 2.5 m
> Platz.
Ein normales Wohnzimmer also. Da du ja keinen ausgesprochenen Konzertflügel
kaufen willst, kannst du davon ausgehen, dass ein Flügel kaum lauter sein
dürfte als ein Klavier in dieser Preisklasse. Ansonsten kann man sich mit
Teppichen und anderen schallschluckenden Hilfsmitteln ganz gut behelfen.
Deckel zu hilft natürlich auch schon ein Bisschen.
>
> - was ist von den Silent-Optionen zu halten? Ich habe gehört, daß
> sie den Anschlag etwas beeinträchtigen sollen. Welche Version wäre
> ggf. die beste?
>
Davon halte ich persönlich gar nichts, denn sie beeinträchtigen tatsächlich
den Anschlag (und den Klang natürlich auch!) in unangenehmer weise. Ich weiß
nicht, ob es das bei Flügeln auch gibt, aber bei Klavieren funktioniert
dieser "Moderator" so, dass zwischen Hämmerchen und Saite ein, oft mehrere
Milimeter dicker, Filzstreifen geschoben wird, der den Aufprall des
Hämmerchens auf die Saite dämpft. Dazu muss man wissen, dass das Hämmerchen
ca. 2 mm bevor es die Saite berührt "ausgelöst" wird und das letzte Stück
bis zu Anschlag ohne Auftrieb, nur durch sein beschleunigtes Gewicht
zurücklegt. Ist nun der Filzstreifen sehr dünn, ist die Wirkung
hauptsächlich ein dumpfer Klang, die Dynamik des Aufschlags wird kaum
gebremst und die Lautstärke kaum reduziert. Ist der Filzstreifen dick, wird
das Hämmerchen nicht richtig ausgelöst, schlägt nicht richtig oder gar nicht
an und die Repetition, z. B. bei Trillern u. ä., kann man ganz vergessen.
Zum Leise-Spielen würde ich am ehesten zum Gebrauch der dafür vorgesehen
Pedale und einer gewissen Selbstdisziplin raten.
Ich hoffe, das war dir jetzt eine Hilfe.
Schöne grüße
Arno
Wolfgang schreibt:
> > - was ist von den Silent-Optionen zu halten? Ich habe gehört, daß
> > sie den Anschlag etwas beeinträchtigen sollen. Welche Version wäre
> > ggf. die beste?
> >
...
Ich glaube nicht, daß mit der "Silent-Option" ein Moderator gemeint war -
sonst hätte die Frage nach der Version wenig Sinn.
Falls er in seinem Ausgangsposting etwas über die Version der Silent Option
erwähnt hatte, muss ich das wohl überlesen haben.
Ansonsten werden Moderatoren nicht in jedes Modell eingebaut. Bei manchen
werden sie als Zubehör zum nachträglichen Einbau angeboten, bei anderen sind
sie serienmäßig drin.
Es ist wohl eher das gemeint, wovon Martin Müller in seiner Antwort abrät:
eine Elektronik, die Tastenanschläge abfängt und z.B. an Kopfhörer
weiterleitet; damit habe ich allerdings keinerlei Erfahrung.
Ich bin schon seit einigen jahren nicht mehr als Klavierstimmer tätig und
habe davon noch nie etwas gehört. Ich frage mich daher, in welcher Weise
dieses Verfahren den Anschlag beeinflussen soll.
Schöne Grüße
Arno
Schöne grüße
Arno