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Sängerlexikon

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Ulrich Harbott

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Oct 6, 1998, 3:00:00 AM10/6/98
to
Suche das möglichst dreibändige Sängerlexikon von Jürgen Kesting.
Oder weiß jemand, wann die Neuauflage, die eigentlich schon 9/98 hätte
rauskommen sollen, nur rauskommt?
UH


DVetter66

unread,
Oct 9, 1998, 3:00:00 AM10/9/98
to

Hallo Ulrich,

ich hatte den 3- bändigen Kesting bei jpc für 99.--DM erstanden. Mach doch mal
eine Anfrage, vielleicht haben die noch was auf Lager.

Viele Grüße
Dieter

Ulrich Harbott

unread,
Oct 10, 1998, 3:00:00 AM10/10/98
to DVetter66

DVetter66 schrieb:

Das ist ja wirklich interessant, wann war denn das ungefähr. Jeden Falls schönen
Dank für den Tip, ich werde die Anfrage mal gleich starten.
Viele Grüße
Ulrich


Otmar Schöffler

unread,
Oct 10, 1998, 3:00:00 AM10/10/98
to
Ich habe vor mir liegen den Prospekt von Mail:order:Kaiser (www.mail-order-
kaiser.de). Dort gibt es das Kesting-Lexikon in einer Sonderausgabe für DM 29,90.
Vielleicht es es aber gekürzt, weil der Titel jetzt heißt "Die großen Sänger des
20. Jahrhunderts".

_____________________________________________________________
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Ulrich Harbott

unread,
Oct 11, 1998, 3:00:00 AM10/11/98
to

Otmar Schöffler schrieb:

> Ich habe vor mir liegen den Prospekt von Mail:order:Kaiser (www.mail-order-
> kaiser.de). Dort gibt es das Kesting-Lexikon in einer Sonderausgabe für DM 29,90.
> Vielleicht es es aber gekürzt, weil der Titel jetzt heißt "Die großen Sänger des
> 20. Jahrhunderts".

Vielen Dank, diese Information liegt auch mir vor. Leider ist der Band zur Zeit noch
nicht lieferbar. Ursprünglicher Auslieferungstermin war 9/98.
UH


Andreas Richard Praefcke

unread,
Oct 11, 1998, 3:00:00 AM10/11/98
to
Ulrich Harbott (uhar...@zedat.fu-berlin.de) wrote:
: Suche das möglichst dreibändige Sängerlexikon von Jürgen Kesting.

: Oder weiß jemand, wann die Neuauflage, die eigentlich schon 9/98 hätte
: rauskommen sollen, nur rauskommt?
: UH

weiss ich nicht, aber...

Als Saenger"lexikon" wuerde ich das Werk nun wirklich nicht bezeichnen.
Es ist eine riesige Ansammlung von kritschen Eroertungen ueber das diskographische
Werke zahlreicher Saenger. Alles in ganzen Saetzen und sehr subjektiv. Also
definitv kein Lexikon, wenn man es auch hin und wieder als solches benutzen kann.

Das groesste (wenn nicht einzige) deutsche Saengerlexikon ist der "Kutsch/Riemers", der zu horrendem Preis
kuerzlich erweitert erschienen ist (hat jetzt glaube ich 5 Baende). Unverstaendlicherweise wurden die
neuen Angaben seit der letzten Auflage nicht in den Text eingearbeitet (auch nicht, wenn es chronologisch
angesagt gewesen waere), sondern einfach an die alten Artikel hinten "angeklebt". Das macht das ganze
etwas kompliziert. Und noch mehr, dass das Werk vor Fehlern nur so strotzt (hab ich wenigstens schon oft
in allen einschlaegigen Internet-Foren gelesen). Allerdings kann man beim Schreiben eines Saengerlexikons
anscheinend oft nur auf sehr obskure Angaben zurueckgreifen, die etwa von CD-Booklets, Eigenewerbung der
Saenger etc. aufbauen. Wahrscheinlich ist der Kutsch/Riemers deshalb schon besser als sein Ruf...

Fazit: Wer kritische Infos ueber beruehmten und/oder grossen Saenger dieses Jahrhunderts sucht, ist wohl
mit Kesting Mammutwerk gut bedient, wer ein Lexikon mit Daten so vielen Saengern wie moeglich sucht, moege
zum Kutsch/Riemers greifen.

- Andreas Praefcke
http://listen.to/wunderlich - Visit my Fritz Wunderlich fan pages!

Bertolt Götte

unread,
Oct 12, 1998, 3:00:00 AM10/12/98
to
<Suche das möglichst dreibändige Sängerlexikon von Jürgen Kesting.
<Oder weiß jemand, wann die Neuauflage, die eigentlich schon 9/98 hätte
<rauskommen sollen, nur rauskommt?
<UH

<<Vielleicht es es aber gekürzt, weil der Titel jetzt heißt "Die großen


Sänger des
<<20. Jahrhunderts".

Ich habe vor vielleicht zwei Jahren die einbändige Version "Die großen
Sänger - unseres Jahrhunderts" gekauft, erschienen 1993 beim ECON Verlag.
Schon damals gab es das dreibändige nicht mehr und meine Ausgabe galt als
Nachfolger. Im dreibändigen Werk habe ich vorher ein paar Mal in der
Bibliothek gelesen, soweit ich mich erinnere waren die Unterschiede nicht
besonders groß - vielleicht ein paar mehr Sänger und etwas ausführlichere
Artikel, wieso die "Vorausgabe" aber gleich drei Bände hatte, habe ich schon
damals kaum verstanden.

Ist die neue Ausgabe vielleicht das Taschenbuch des einbändigen Buchs (auch
wegen 29,80)?

Gruß
Bertolt


Ulrich Harbott

unread,
Oct 12, 1998, 3:00:00 AM10/12/98
to
> Als Saenger"lexikon" wuerde ich das Werk nun wirklich nicht bezeichnen.

Der Hinweis und die Begründung, daß es sich nicht um ein Lexikon handelt, ist vollkommen richtig. Den
Kutzsch/Riemens habe ich (3-bändig), aber Daten, wann ein Sänger geboren ist, bei wem er studiert hat und
welche Rollen er singt, sind mir zu wenig. Außerdem steht da auch viel Mist drin. Z.B. Miomir Nikolic, ein
wirklich drittklassiger Bass an der Deutschen Oper Berlin, der, als er vor mehr als 20 Jahren durch seinen
Landsmann Neralic nach Berlin vermittelt wurde, eine kleine Hoffnung im Bassfach war, kam über die Comprimario
nicht hinaus, und die sind mittlerweile auch schon haarsträubend. Bei Kutsch/Riemens liest man aber was von
*schöne Karriere in Berlin gemacht*.Mir kommt es besonders auf die (sicherlich oft abwegigen - siehe FiDi,
aber z.B. auch Theo Adam) *Sänger-Kritiken* von Kesting an. Von den Sängern der Nachkriegszeit kommen da nur
sehr, sehr wenige gut weg. Aber ich muß mit der Meinung ja nicht übereinstimmen. Aber Kesting hat zumindest
eine Meinung und kann diese in der Regel gut und interessant darlegen. Einfach ein toller Schmöker, der Lust
macht, seine Plattensammlung durchzustöbern, um *nachzuprüfen*, ob er recht. Meines Erachtens hat er selten
Recht. Macht aber nichts.
UH

Axel Reichert

unread,
Oct 13, 1998, 3:00:00 AM10/13/98
to
Ulrich Harbott <uhar...@zedat.fu-berlin.de> writes:

> Aber Kesting hat zumindest eine Meinung und kann diese in der Regel
> gut und interessant darlegen.

In der Tat. Was habe ich gelacht, als ich die Beschreibung von del
Monacos Pagliacci gelesen habe:

Riiiiiiiiidi, Pagliacciiiiiiiiiihi, ...

> Einfach ein toller Schmöker, der Lust macht, seine Plattensammlung
> durchzustöbern, um *nachzuprüfen*, ob er recht.

hat. (-;

Genau. Man lernt eine ganze Menge beim Zuhoeren.

> Meines Erachtens hat er selten Recht. Macht aber nichts.

Die gesangstechnischen Dinge kann ich leider zu schlecht
beurteilen. Mit den Beschreibungen bin ich meist einverstanden, mit
den Wertungen nicht unbedingt.

Tschoe!

--
Axel Reichert -- http://mt.mpie-duesseldorf.mpg.de/people/reich/

Frank Schneiders

unread,
Oct 13, 1998, 3:00:00 AM10/13/98
to
Ulrich Harbott <uhar...@zedat.fu-berlin.de> wrote:

> > Als Saenger"lexikon" wuerde ich das Werk nun wirklich nicht bezeichnen.

> Genau.


> Den Kutzsch/Riemens habe ich (3-bändig), aber Daten, wann ein Sänger
> geboren ist, bei wem er studiert hat und welche Rollen er singt, sind mir

> zu wenig. Außerdem steht da auch viel Mist drin. z.B. Miomir Nikolic, ein


> wirklich drittklassiger Bass an der Deutschen Oper Berlin, der, als er vor
> mehr als 20 Jahren durch seinen Landsmann Neralic nach Berlin vermittelt
> wurde, eine kleine Hoffnung im Bassfach war, kam über die Comprimario
> nicht hinaus, und die sind mittlerweile auch schon haarsträubend. Bei
> Kutsch/Riemens liest man aber was von *schöne Karriere in Berlin gemacht*.

Oh, sorry, aber wie kommst du zu so überheblichen Bemerkungen. Wann
bitte und warum ist ein Sänger nicht nur zweit, sondern sogar
drittklassig. Etwa weil er in Berlin inzwischen "zweites Fach" singt
oder vielleicht weil du ihn nie richtig, d.h. zu seiner guten Zeit als
Sänger gehört hast?

> Mir kommt es besonders auf die (sicherlich oft abwegigen - siehe FiDi,
> aber z.B. auch Theo Adam) *Sänger-Kritiken* von Kesting an. Von den
> Sängern der Nachkriegszeit kommen da nur sehr, sehr wenige gut weg. Aber
> ich muß mit der Meinung ja nicht übereinstimmen.

Stimmt. Ich finde vieles sehr geschmäcklerisch und subjektiv, aber mit
großer Kenntnis und Liebe zur Gesangskunst geschrieben.

> Aber Kesting hat zumindest eine Meinung und kann diese in der Regel gut
und interessant darlegen.

Na ja, um meinen letzten Satz ein wenig zu relativieren muß man
hinzufügen, daß die Meinung nicht immer von Kesting selbst stammt.
Manchmal nennt er seine Quellen (s.u.), oft läßt er sie aber auch
einfach weg. Wenn man die Bücher der meist englischsprachigen Kollegen
kennt, erkennt man dann ganze Abschnitte nahezu wörtlich wieder und es
drängt sich ein wenig der Eindruck auf, daß Kesting, der unbestrittener
Weise vieles kennt, manches vielleicht gar nicht gehört hat, sondern nur
übernommen hat, weil der Sänger vielleicht wichtig sein könnte.

> Einfach ein toller Schmöker, der Lust macht, seine Plattensammlung

> durchzustöbern, um *nachzuprüfen*, ob er recht. Meines Erachtens hat er


> selten Recht. Macht aber nichts.

Da gehe ich konform. Spaß macht das Lesen auf jeden Fall und in
deutscher Sprache gibt es nichts Vergleichbares, auch wenn ich viele
Beurteilungen anders sehen würde. Wer viel - und mindestens ebenso
subjektiv geschriebenes - über ganz alte Sänger erfahren möchte, kommt
um Michael Scott´s "The Record of Singing" (Duckworth) nicht herum.
Nicht so ausführlich, aber ebenfalls wichtig ist John Steane´s "The
Grand Tradition" (Duckworth). Um einen Überblick über die
Operngesamtaufnahmen und die Aufnahmen von Arien der dort besprochenen
Opern zu bekommen ist das dreibändige "Opera on Records" (Hutchinson)
gut geeignet. Der Nachteil ist allerdings, daß das Ganze schon vor
einiger Zeit herausgekommen ist und deshalb die neuen Aufnahmen fehlen.
Wichtig sind noch die Bücher von Giacomo Lauri-Volpi und Rudolfo
Celetti, die aber, so weit ich weiß, nur in Italienisch herausgekommen
sind. Frank (Viertklassiger Sänger und NICHT im Kesting/
Riemens-Kutsch....)


Ulrich Harbott

unread,
Oct 13, 1998, 3:00:00 AM10/13/98
to
> > Den Kutzsch/Riemens habe ich (3-bändig), aber Daten, wann ein Sänger
> > geboren ist, bei wem er studiert hat und welche Rollen er singt, sind mir
> > zu wenig. Außerdem steht da auch viel Mist drin. z.B. Miomir Nikolic, ein
> > wirklich drittklassiger Bass an der Deutschen Oper Berlin, der, als er vor
> > mehr als 20 Jahren durch seinen Landsmann Neralic nach Berlin vermittelt
> > wurde, eine kleine Hoffnung im Bassfach war, kam über die Comprimario
> > nicht hinaus, und die sind mittlerweile auch schon haarsträubend. Bei
> > Kutsch/Riemens liest man aber was von *schöne Karriere in Berlin gemacht*.
>
> Oh, sorry, aber wie kommst du zu so überheblichen Bemerkungen. Wann
> bitte und warum ist ein Sänger nicht nur zweit, sondern sogar
> drittklassig. Etwa weil er in Berlin inzwischen "zweites Fach" singt
> oder vielleicht weil du ihn nie richtig, d.h. zu seiner guten Zeit als
> Sänger gehört hast?

Man muß nicht gleich überall Verrat wittern. Meine Bemerkung in diesem Fall war
in keiner Weise überheblich, sondern vollkommen ernst und sachlich gemeint.
Erstens hatte er nie eine gute Zeit oder als er eine hatte, hatte er aufgrund
seines Alters nicht die Rollen bekommen, in denen man sich profilieren kann.
Nikolic kam Mitte der 70er Jahre nach Berlin, als ungefähr 30jähriger (Jg. 1944)
mit guten Vorrausetzungen, d.h. eine schöne Stimme und musikalisch.
Selbstverständlich wurde er derzeit nur in kleinen Rollen eingesetzt, um ihn
langsam aufzubauen - wie das an großen Häusern so üblich ist. Man gibt ihm
kleine Rollen und sieht, wie er damit klar kommt. Das Problem bei Nikolic war
von Anfang an, schöne Stimme, aber zu wenig Persönlichkeit, um in größeren
Partien adäquat besetzt zu sein, hinzu kam eine Nervosität, die von einem Profi
überwunden werden muß. Die größte Partie, in der er meines Wissen an der
Deutschen Oper eingesetzt wurde, war in der Premierenserie von Macbeth der
Banquo unter Sinopoli. Das war auch ein sehr erfreulicher Erfolg. Aber wenn Sie
sich mit Opera auskennen, wissen Sie, wie "umfangreich" die Rolle ist. Leider
ging es danach aber stimmlich mit ihm mächtig bergab, so daß man ihm letztlich
sogar den Ferrando aus dem Troubadour wegnahm - es ging einfach nicht mehr.
Schlicht und ergreifend, es gibt auch schlechte Sänger, Sänger, die die
Erwartungen, die man in jungen Jahren in sie setzt, einfach nicht erfüllen. Das
ist keine Schande oder Drama, das ist einfach so. Es ist halt ein sehr schwerer
Job. Ich möchte den Job nicht haben (hätte wohl ebenfalls nicht die Nerven und
die Kraft). Es kommt natürlich auch auf das Haus und somit auf die im Haus
befindliche Konkurrenz an. In Krefeld z.B. hätte er in seinen guten
Anfangsjahren sicher größere Rollen singen können. Er hat sich aber für Berlin
entschieden und ist hier halt versauert. So sieht es halt aus.


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