seit letzter Woche gibt es nun:
MADAME BUTTERFLY mit einer der berührendsten Sängerin unserer Tage: Erna
Berger,
sowie Rudolf Schock, Sieglinde Wagner, Dietrich Fischer-Dieskau, Marcel
Cordes
unter Wilhelm Schüchter. Als Bonus-Track dazu Cordes als Gerard und Tonio -
ein
echter Wahnsinn!
AIDA mit Leonie Rysanek (mein Gott konnte die singen), Rudolf Schock und
Josef Metternich.
HOFFMANS ERZÄHLUNGEN mit Rudolf Schock, Rita Streich als Olympia und
Antonia,
Josef Metternich und als Bonus Track Marcel Cordes mit der Spiegelarie - und
das NICHT transponiert!
DIE VERKAUFTE BRAUT mit Erna Berger, Rudolf Schock, Gottlob Frick und als
Bonus Track die wunderbare Gattin Wilhelm Schüchter's: Elisabeth Lindenmeier
als
Marie und Rusalka
CAVALLERIA RUSTICANA mit einer atemberaubenden Leonie Rysanek und Rudolf
Schock als Turiddu, schade nur, dass das grosse Duett Santuzza/ Turiddu
fehlt.
DER BAJAZZO mit Josef Traxel ( Geschmackssache) eine umwerfende Nedda:
Anneliese Rothenberger; Josef Metternich als Tonio und Hermann Prey als
Silvio;
LA BOHEME mit Erna Berger, ihrer Schülerin Erika Köth als Musetta, Rudolf
Schock, Gottlob Frick, Dietrich Fischer-Dieskau, Hermann Prey - eine
Wahnsinnsbesetzung!
RIGOLETTO mit der wunderbaren Erika Köth, Rudolf Schock, Josef Metternich
sowie ausgewählte Szenen mit Marcel Cordes und Erika Köth.
EUGEN ONEGIN mit Hermann Prey/Marcel Cordes, Melitta Muszely, Fritz
Wunderlich
- Herz was willst du noch mehr.
PIQUE DAME mit Melitta Muszely, Hermann Prey und Fritz Wunderlich -
traumhaft.
LA TRAVIATA mit Melitta Muszely, Rudolf Schock und Josef Metternich. Als
Bonus
Track dazu Szenen mit Schwarzkopf und Panerai ( in italienisch).
Und als Schluss noch:
DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR mit Gottlob Frick, Dietrich Fischer-Dieskau,
Erika Köth und Horst Wilhelm.
Wir reden soviel über heutige Sänger, Sänger die vielfach hochgejubelt
werden
und vergessen ganz, dass vor gar nicht allzu langer Zeit es deutsche Sänger
gab, die heutzutage jedem internationalen Vergleich leicht standhalten
könnten.
Ich dachte, viele von uns wird es freuen, das zu hören.
Alle erwähnte Aufnahmen hat der wunderbare Wilhelm Schüchter dirigiert.
Wer hat mehr Informationen über Wilhelm Schüchter? Soviel ich weiss, gab es
ja
in den 50igern und 60igern auch viele Operettenaufnahmen mit ihm, die bis
heute
noch nicht veröffentlicht wurden.
Wer weiss mehr darüber?
Ich wünsche Euch allen viel Spass beim Zuhören
in leichter Nostalgie schwelgend
Orphee
bei aller Begeisterung, die ich hin und wieder auch teile,
uebertreiben sollte man es doch nicht ...
On Wed, 7 Mar 2001 17:15:01 -0500, orphee bach
<orp...@MailAndNews.com> wrote:
>Hallo - endlich sind sie da!
>Es gab ja schon im Herbst unter EMI RARITÄTEN folgende Opernquerschnitte
>in deutscher Sprache:
[snip]
>
>seit letzter Woche gibt es nun:
>MADAME BUTTERFLY mit einer der berührendsten Sängerin unserer Tage: Erna
>Berger,
... beruehrendst ... unserer Tage (sie ist leider schon vor geraumer
Zeit verschieden) - Kesting meint: "Aber fuer dramatische Partien wie
Konstanze und Butterfly fehlte es ihrem Ton an Fuelle und Rundung".
Ausgezeichnet habe sie Seele und Suesse, eben maedchenhafte Partien
wie Susanne, Zerline, Aennchen, Norina oder Gilda. (Kesting, Die
grossen Saenger, S. 586 ff.)
>sowie Rudolf Schock, Sieglinde Wagner, Dietrich Fischer-Dieskau, Marcel
>Cordes
>unter Wilhelm Schüchter. Als Bonus-Track dazu Cordes als Gerard und Tonio -
>ein
>echter Wahnsinn!
stimmt :-) aber so meinst Du es wohl nicht ...
>AIDA mit Leonie Rysanek (mein Gott konnte die singen), Rudolf Schock und
>Josef Metternich.
"Die Aufnahmen der /Cavalleria/ (mit Schock und Metternich), der
Querschnitt aus /Aida/ (mit denselben Partnern) und Auszuege aus /Der
Rosenkavalier/ (mit Gruemmer als Octavian und Koeth als Sophie) sind
allenfalls etwas fuer eingefleischte Fans." (Kesting, S. 551)
>HOFFMANS ERZÄHLUNGEN mit Rudolf Schock, Rita Streich als Olympia und
>Antonia,
>Josef Metternich und als Bonus Track Marcel Cordes mit der Spiegelarie - und
>das NICHT transponiert!
Alternative: unter Rother (1946) mit Anders, Streich - Schock finde
ich nicht ueberzeugend; die Spiegelarie mit Cordes ist allerdings
empfehlenswert
>DIE VERKAUFTE BRAUT mit Erna Berger, Rudolf Schock, Gottlob Frick und als
>Bonus Track die wunderbare Gattin Wilhelm Schüchter's: Elisabeth Lindenmeier
>als
>Marie und Rusalka
>CAVALLERIA RUSTICANA mit einer atemberaubenden Leonie Rysanek und Rudolf
>Schock als Turiddu, schade nur, dass das grosse Duett Santuzza/ Turiddu
>fehlt.
bei allen vorangegangenen Aufnahmen stoert mich am meisten Rudolf
Schock - da gibt es Besseres ...
>DER BAJAZZO mit Josef Traxel ( Geschmackssache) eine umwerfende Nedda:
>Anneliese Rothenberger; Josef Metternich als Tonio und Hermann Prey als
>Silvio;
Kesting zu Rothenberger: "[...] doch fehlt ihrem Singen Fuelle,
klangliche Variabilitaet, Verve, Leuchtkraft und jener virtuose
Ueberschuss, der als Ueberfluss in die Gestaltung eingehen kann." (S.
610)
>LA BOHEME mit Erna Berger, ihrer Schülerin Erika Köth als Musetta, Rudolf
>Schock, Gottlob Frick, Dietrich Fischer-Dieskau, Hermann Prey - eine
>Wahnsinnsbesetzung!
dazu sagt Greenfield kurz und trocken: "[...] the 1954 Electrola disc
has a distinguished cast - but perhaps one for another opera." (Blyth
u.a.: Opera on Record, S. 582), also eine "Wahnsinns"(?)besetzung,
aber vielleicht fuer eine andere Oper ... :-)
[snip]
>Wir reden soviel über heutige Sänger, Sänger die vielfach hochgejubelt
>werden
>und vergessen ganz, dass vor gar nicht allzu langer Zeit es deutsche Sänger
>gab, die heutzutage jedem internationalen Vergleich leicht standhalten
>könnten.
>
Man tut diesen Saengern aber keine Gefallen, wenn man Aufnahmen von
ihnen empfiehlt, die sie nicht auf der Hoehe ihrer Kunst oder aber in
Fehlbesetzungen hoeren lassen. Bei dieser bunten Auswahl wird man
schnell nationale und internationale Alternativen nennen koennen, die
sowohl von den Saengern wie auch von den Dirigaten empfehlenswert
sind. Auch unter deutschsprachigen Auffuehrungen von urspruenglich
italienischen, russischen und franzoesischen Opern gibt es
hervorragende Beispiele einer interpretatorischen Annaeherung, es gibt
aber eben auch eine grosse Anzahl von provinziellen Auffuehrungen.
BTW auch heute gibt es genug deutsche Saenger, die einem
internationalen Vergleich standhalten koennen, wenn eben auch haeufig
in anderen Stimmfaechern.
>Ich dachte, viele von uns wird es freuen, das zu hören.
>Alle erwähnte Aufnahmen hat der wunderbare Wilhelm Schüchter dirigiert.
Auch wenn ich Schuechter (v.a. als Beethovendirigenten) schaetze - was
macht ihn hier so wunderbar?
>
>in leichter Nostalgie schwelgend
jetzt untertreibst Du aber :-)
Es gruesst Peter
--
[Der Mensch] macht die Uebereinkuenfte der anderen zu seinem Eigen-
tum. Er verhaertet seine Gedanken zu ungeschmeidigen Vorstellungen
und vertroestet seine inwendigen Kraefte auf ein Nachher oder Jen-
seits. (Jahnn: Fluss ohne Ufer)
Lieber Peter,
Leidenschaft zur Oper endet immer in kleinen Übertreibungen.
Das ist doch nur allzu menschlich.
Es freut mich sehr, dass Du Dir eine so grosse Mühe gemacht hast, meine Post
zu beantworten.
Ich lebe auch nicht in der Vergangenheit, aber wenn man über die ehemaligen
'Altstars' (Callas und Co.) schreibt, sollte diese deutschen Sänger nicht
unerwähnt bleiben.
Ich weiss natürlich, dass Erna Berger die BUTTERFLY im Alter von 54 Jahren
aufgenommen hat - mich fasziniert einfach ihre Musikalität und die
Schlichtheit
ihrer Interpretation.
Mit dem echten Wahnsinn habe ich natürlich Marcel Cordes gemeint.
Und was die Rysanek als AIDA betrifft, teile ich Herrn Kesting's Meinung
nicht.
BTW hast Du eingentlich alle Aufnahmen schon gehört?
<Kesting zu Rothenberger: "[...] doch fehlt ihrem Singen Fuelle,
klangliche Variabilitaet, Verve, Leuchtkraft und jener virtuose
Ueberschuss, der als Ueberfluss in die Gestaltung eingehen kann.">
Das ist doch purer Schwachsinn; hat dieser Herr die Rothenberger z. B.je als
'Lulu' gehört?
Ihre Aufführung(live CD)gilt in den Fachkreisen immer noch als exemplarisch.
<Man tut diesen Saengern aber keine Gefallen, wenn man Aufnahmen von
ihnen empfiehlt, die sie nicht auf der Hoehe ihrer Kunst oder aber in
Fehlbesetzungen hoeren lassen. Bei dieser bunten Auswahl wird man
schnell nationale und internationale Alternativen nennen koennen, die
sowohl von den Saengern wie auch von den Dirigaten empfehlenswert
sind. Auch unter deutschsprachigen Auffuehrungen von urspruenglich
italienischen, russischen und franzoesischen Opern gibt es
hervorragende Beispiele einer interpretatorischen Annaeherung, es gibt
aber eben auch eine grosse Anzahl von provinziellen Auffuehrungen.>
Du hast natürlich teilweise recht; aber Fehlbesetzungen haben heutzutage nur
noch zugenommen.
Schüchter ist für mich wunderbar, da er ein profundes Verständnis des Stiles
demonstriert und die Sänger immer auf Händen trägt, das zählt für mich.
Übrigens, so deutsch orientiert bin ich gar nicht.
Meine Favoriten sind: Freni, van Dam, Dessay, Alagna, Nucci, Alexia Cousin,
Giordani, Dessî, Hampson, Shicoff, Gruberova; Vanzo, Thill, Doria, del
Monaco,
Olivero, Scotto, Tebaldi um nur ein einige zu nennen.
Es grüsst Dich ein
überschwelgender, leidenschaftlicher:-)))))))
Orphee
orphee wrote:
> >
> <Kesting zu Rothenberger: "[...] doch fehlt ihrem Singen Fuelle,
> klangliche Variabilitaet, Verve, Leuchtkraft und jener virtuose
> Ueberschuss, der als Ueberfluss in die Gestaltung eingehen kann.">
>
> Das ist doch purer Schwachsinn; hat dieser Herr die Rothenberger z. B.je als
> 'Lulu' gehört?
> Ihre Aufführung(live CD)gilt in den Fachkreisen immer noch als exemplarisch.
Ist das dieses bei EMI habbare Set mit der 2-aktigen Fassung? Hab da mal
reingehört, aber ich konnte mich nicht so recht mit dieser Lulu
anfreunden. Und dass man diese Aufführung "in den Fachkreisen" als
exemplarisch bezeichnet hätte, wäre mir irgendwie auch bisher entgangen
- ich fand sie im Gegenteil irgendwie nirgends erwähnt, wenn es um die
Lulu ging.....
Beste Grüsse
Claus
Ich kenne die Aufnahmen der neuen serie leider nicht, aber nachdem eine Antwort
die Aufnahmen der zweiten Serie so sehr zerpflückt hat, möchte ich versuchen,
einige Anmerkungen zu Aufnahmen der ersten serie zu machen. Vieles ist nicht
überragend, das gebe ich zu, aber es sind immer wieder Besetzungen zu erleben,
die heute am internationalen Opernmarkt eine weltbesetzung darstellen würden!
>Es gab ja schon im Herbst unter EMI RARITÄTEN folgende Opernquerschnitte
>in deutscher Sprache:
>ARIADNE AUF NAXOS mit della Casa, Schock
Immerhin hat auch Karajan Schock für seine Ariadne-Aufnahme ausgewählt; und della
Casa ist natürlich auch sehr gut!
>DER ROSENKAVALIER mit Rysanek, Grümmer, Köth, Neidlinger
Ich verweise nur auf die himmlische Elisabeth Grümmer!
>LUCIA DI LAMMERMOOR mit Köth, Schock, Metternich
Erika Köth legt ihre Ariadne keineswegs als eine "Zwitschernatur" an und vermag
sehr wohl, andere Interpretinnen in de nach-Callas-Ära links liegen zu lassen.
Und Metternich ist eigentlich immer interessant und hörenswert! (Dafür ist das
berühmte Sextett eine Karikatur einer Interpretation)
>DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL mit Berger, Schock
Gerhard Unger und Gottlob Frick exerzieren hier vor, warum sie so lange auf diese
Rollen festgelegt waren. Ein Traum!
>DER BARBIER VON SEVILLA mit Köth, Prey, Frick, Holm
Eine entzückende aufnahme, die sehr viel witz und Esprit atmet!
>DON PASQUALE mit Köth, Traxel, Cordes
Marcel Cordes ist ein weit unterschätzter Bariton (auch wenn er hier nicht gar so
überzeugen kann)
>CARMEN mit Wagner, Schock, Metternich, Schlemm
Josef Metternich! (Und vielleicht sollte man auch einmal für die Natürlichkeit
des Rudolf schock eine Lanze brechen!)
>ARABELLA mit Schwarzkopf, Metternich, Gedda, Felbermayer, Berry
Das ist ein wohl sehr kostbares Klangdokument, das auch zeigt, wie walter legge
Opern produziert hat. (Der Nachteil ist einzig, daß es keine Gesamtaufnahme
ist!)
Ich jedenfalls möchte diese aufnahmen in meiner Diskographie nicht missen! (Oper
auf deutsch wäre überhaupt einmal ein interessantes Thema: Zu meinen Favoriten
zählen nämlich Rosvaenge, Bohnen, Hann, Schlusnus, Cebotari und andere dieser
alten Garde: Da könnte ich - als Nachgeborener - ins Schwärmen geraten!)
--
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de
Lieber Claus,
ja das ist die Berg Version bei EMI mit den Fragmenten aus dem 3. Akt und
nicht die von Cerha.
Wenn Nachfahren aus der Familie Berg diese Aufnahme als exemplarisch
bezeichnen, nehme ich das schon ernst. Ausserdem wurde dieses Thema vor gar
nicht allzu langer Zeit bei OPERA-L ausführlich besprochen.
Orphee
herzlichen Dank für Deine Ausführungen, genau so sehe ich es auch. Du wirst
von der zweiten Serie sicher auch begeistert sein.
Einer meiner grössten Lieblinge, von der es leider viel zu wenig Aufnahmen
gibt, ist Hilde Güden - da sollte sich z.B. Frau Fleming mal warm
anziehen:)))!
Herzlichst Orphee
In article <3aa7d810$1...@netnews.web.de>, e.pri...@ainet.at says...
> orphee bach <orp...@MailAndNews.com> wrote:
>
>
> Ich kenne die Aufnahmen der neuen serie leider nicht, aber nachdem eine Antwort
> die Aufnahmen der zweiten Serie so sehr zerpflückt hat, möchte ich versuchen,
> einige Anmerkungen zu Aufnahmen der ersten serie zu machen. Vieles ist nicht
> überragend, das gebe ich zu,
Wer so etwas trotz aller Schwaermerei zugibt, hat meine Sympathie :-)
> aber es sind immer wieder Besetzungen zu erleben,
> die heute am internationalen Opernmarkt eine weltbesetzung darstellen würden!
>
Auch da sind wir uns einig. Nur: Durchschnittliche Aufnahmen werden
nicht besser, wenn man sie laenger gelagert hat, sie Patina angesetzt
haben, oder schlichthin, weil sie mono sind.
>
> >Es gab ja schon im Herbst unter EMI RARITÄTEN folgende Opernquerschnitte
> >in deutscher Sprache:
> >ARIADNE AUF NAXOS mit della Casa, Schock
> Immerhin hat auch Karajan Schock für seine Ariadne-Aufnahme ausgewählt; und della
> Casa ist natürlich auch sehr gut!
>
della Casa schaetze ich, Schock weniger
>
> >DER ROSENKAVALIER mit Rysanek, Grümmer, Köth, Neidlinger
> Ich verweise nur auf die himmlische Elisabeth Grümmer!
>
Das reicht aber nicht so ganz im Vergleich etwa zu der Krauss-Aufnahme,
ganz und gar nicht zu der grossartigen Kleiber-Einspielung (Reinig! -
Gueden! - Jurinac! -Weber! - Dermota! - Poell!), hier wirklich ein
unvergleichliches Ensemble mit einem fantastischen Orchester. Oder auch
die hoch gepriesenen Karajan-Einspielungen. Die himmlische Gruemmer mag
ich eher als fromme Agathe :-)
>
> >LUCIA DI LAMMERMOOR mit Köth, Schock, Metternich
> Erika Köth legt ihre Ariadne keineswegs als eine "Zwitschernatur" an und vermag
> sehr wohl, andere Interpretinnen in de nach-Callas-Ära links liegen zu lassen.
BTW - du meintest Lucia :-)
> Und Metternich ist eigentlich immer interessant und hörenswert! (Dafür ist das
> berühmte Sextett eine Karikatur einer Interpretation)
>
eben ...
>
> >DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL mit Berger, Schock
> Gerhard Unger und Gottlob Frick exerzieren hier vor, warum sie so lange auf diese
> Rollen festgelegt waren. Ein Traum!
>
Bei der Konstanze ziehe ich Lipp vor, ins Traeumen kommt man Krips und
Beecham (und auch bei Fricsay). Bei der Entfuehrung sind mir aber
ansonsten neuere Einspielungen lieber, die die Musik ernster nehmen, so
etwa die Einspielung von Gardiner. (Ansonsten sollte man wenigstens
einmal in seinem Leben die Marterarie von der Callas gesungen gehoert
haben ...)
>
[...]
> >DON PASQUALE mit Köth, Traxel, Cordes
> Marcel Cordes ist ein weit unterschätzter Bariton (auch wenn er hier nicht gar so
> überzeugen kann)
>
Das ist ein Wort, das ich gern hoere. Die genannten Kuenstler haben
eigentlich alle Grosses gesungen - leider meist nicht in den genannten
Aufnahmen. Bei dem wahrlich zu Unrecht unschaetzten Cordes muss man sich
etwa Orffs "Die Kluge" anhoeren - ich kenne keine bessere Interpretation
des Koenigs.
>
> >CARMEN mit Wagner, Schock, Metternich, Schlemm
> Josef Metternich! (Und vielleicht sollte man auch einmal für die Natürlichkeit
> des Rudolf schock eine Lanze brechen!)
>
Dann brech mal - da musst Du mich noch ueberzeugen :-)
>
> >ARABELLA mit Schwarzkopf, Metternich, Gedda, Felbermayer, Berry
> Das ist ein wohl sehr kostbares Klangdokument, das auch zeigt, wie walter legge
> Opern produziert hat. (Der Nachteil ist einzig, daß es keine Gesamtaufnahme
> ist!)
>
und dann denkt man dabei, wie Legge, um die kostbare Stimme seiner Frau
auch hinreichend zu verwerten, mit anderen Saengerinnen umging, bzw. sie
vernachlaessigte - und dann hoert man etwa die Vier letzten Lieder mit
Gruemmer (leider einige Jahre zu spaet aufgenommen) und aergert sich,
was der Nachwelt so entgangen ist.
>
> Ich jedenfalls möchte diese aufnahmen in meiner Diskographie nicht missen! (Oper
> auf deutsch wäre überhaupt einmal ein interessantes Thema: Zu meinen Favoriten
> zählen nämlich Rosvaenge, Bohnen, Hann, Schlusnus, Cebotari und andere dieser
> alten Garde: Da könnte ich - als Nachgeborener - ins Schwärmen geraten!)
>
Das kannst Du bei diesen Namen zu Recht. Und da wir bei Hann sind, so
darf ich am Ende einmal eine vollstaendige Operneinspielung empfehlen,
in der Hann als Petrus mitsingt - Orff: Der Mond in der Einspielung
unter Rudolf Alberth mit dem unglaublichen Karl Erb, fuer den Orff die
Rolle des Erzaehlers einst kreierte - und der sie 73jaehrig noch einmal
singt - und eben so, dass man ihn nicht eintauschen moechte gegen eine
der anderen Interpretationen. Die Besetzung ist rundum ausgezeichnet,
ich wollte die CD schon mehrfach ins Regal stellen - und dann landete
sie doch wieder im Player :-)
Es gruesst Peter
(dem es nicht so sehr um das Zerpfluecken von schon zerpflueckter Musik
geht, sondern mehr darum, dass Leute, die sich beginnen, fuer
historische Aufnahmen zu interessieren, nicht mit Durchschnittsware
abgefertigt werden, bei der es allerdings auch die eine oder andere
Perle gibt, aber da muss man Ross und Reiter nennen.)
Ich habe es geschafft, den richtigen "Knopf" zu druecken und sende jetz mal eine
Probe ab. Also, ich bin zwar kein Opern- bzw. Stimmenkenner, habe aber im Laufe
meiner Recherchen bzgl. Rundfunkaufnahmen auch erfahren, daß vieles an Opern beim
Rundfunk geloescht wurde wonahc sich heute manche die Finger lecken würden - egal
ob "fehlbesetzt" oder nicht. Falls jemand Interesse hat, kann ich allerdings
etwas bieten: Wilhelm Schuechter dirigiert Leoncavallos Bajazzo beim NWDR, die
Nedda wird von Margot Guilleaume gesungen. Die Aufnahme ist nur noch als unter
Pseudonymen herausgegebener 1 1/2 LP-set im second-hand Handel der USA zu
bekommen. So, erstmal Schluss und Gruss, EL
In article <3aa7fa99$1...@netnews.web.de>, elu...@freenet.de says...
>
> Ich habe es geschafft, den richtigen "Knopf" zu druecken und sende jetz mal eine
> Probe ab.
Herzlichen Glueckwunsch :-))
> Also, ich bin zwar kein Opern- bzw. Stimmenkenner, habe aber im Laufe
> meiner Recherchen bzgl. Rundfunkaufnahmen auch erfahren, daß vieles an Opern beim
> Rundfunk geloescht wurde wonahc sich heute manche die Finger lecken würden - egal
> ob "fehlbesetzt" oder nicht.
Da blutet einem das Herz, wenn man so etwas erfaehrt, aber leider
geschieht das allerorten (auch wenn BBC immerhin aus ihrer Schatztruhe
eine Reihe vorzueglicher Aufnahmen veroeffentlicht hat). Fehlbesetzungen
verderben einem allerdings manchmal den Appetit an Gesamteinspielungen
(wenn es ohnedies nur herausgeschnittene Stuecke sind, spielt es eine
weniger grosse Rolle, wenn die Aida glaenzend, Radames aber Durchschnitt
ist - es sei denn, man hoert das abschliessende Duett ...). Mir geht es
allerdings mehr um die Musik - und wenn Fehlbesetzungen auch damit
korrespondieren, dass die musikalische Aussage verflacht, dann lecke ich
mir keine Finger mehr danach. Und die (dritte) Aufnahme der Vier letzten
Lieder von Schwarzkopf unter Karajan ist eben nur als Dokument
interessant, auch wenn da eben grosse Namen dastehen. Also: Mozart
moechte ich hoeren, nicht Rothenberger, Koeth oder Schock - und wenn die
schoen singen, die "Entfuehrung" aber nichts taugt, was soll mir diese
Aufnahme?
Ich bin froh, dass ich ueber lange Zeit eifrig Radiosendungen
mitschnitt, da hat man, so wie Du, einige Schaetzchen auf Band ...
> Falls jemand Interesse hat, kann ich allerdings
> etwas bieten: Wilhelm Schuechter dirigiert Leoncavallos Bajazzo beim NWDR, die
> Nedda wird von Margot Guilleaume gesungen. Die Aufnahme ist nur noch als unter
> Pseudonymen herausgegebener 1 1/2 LP-set im second-hand Handel der USA zu
> bekommen.
Es gruesst Peter
orphee wrote:
> ja das ist die Berg Version bei EMI mit den Fragmenten aus dem 3. Akt und
> nicht die von Cerha.
> Wenn Nachfahren aus der Familie Berg diese Aufnahme als exemplarisch
> bezeichnen, nehme ich das schon ernst.
Hmm, tun sie das? Da muss ich mich - aus der Erinnerung heraus - schon
fragen, wieso sie das tun? Das Dirigat (wer war's noch?) erschien mir
eher mittelprächtig (im Vergleich zu - sagen wir mal - Andrew Davis oder
Jeffrey Tate oder Pierre Boulez), und auch die Rothenberger hat sich mir
nicht so recht einprägen wollen in der Rolle......
> Ausserdem wurde dieses Thema vor gar
> nicht allzu langer Zeit bei OPERA-L ausführlich besprochen.
Sorry, wenn ich fragen muss: Wo? Kann ich das noch irgendwo lesen?
Beste Grüsse
Claus
>
>Sorry, wenn ich fragen muss: Wo? Kann ich das noch irgendwo lesen?
>
>
Liebe Freunde,
ich hab zu schnell aus dem Gedächtnis geschrieben, ohne richtig nachzulesen.
Es finden sich mindestens 10 posts zu einem thread über Anneliese
Rothenberger
und ihre LULU im Dezember 00 bzw. Anfang Januar 01 bei WM-L;(nicht Opera-L
wie
ich fälschlich geschrieben habe.)
Die richtige Adresse lautet:
http://groups.yahoo.com/group/WM-L
Viel Spass
Orphee
>>ja das ist die Berg Version bei EMI mit den Fragmenten aus dem
>>3. Akt und nicht die von Cerha. Wenn Nachfahren aus der Familie
>>Berg diese Aufnahme als exemplarisch bezeichnen, nehme ich das
>>schon ernst.
>
>Hmm, tun sie das? Da muss ich mich - aus der Erinnerung heraus - schon
>fragen, wieso sie das tun? Das Dirigat (wer war's noch?) erschien mir
>eher mittelprächtig (im Vergleich zu - sagen wir mal - Andrew Davis oder
>Jeffrey Tate oder Pierre Boulez), und auch die Rothenberger hat sich mir
>nicht so recht einprägen wollen in der Rolle......
Darauf würde ich sowie keinen Pfifferling geben. So hat z.B. Helene
Berg nie an Alban Berg als Komponisten geglaubt, und die Lulu hätte
sie wohl - wegen des Inhaltes - am liebsten verbrannt.
Abgesehen davon, wer sagt denn, das so ein Nachfahre das nötige
Fachwissen besitzt? Um einen Vergleich zu nehmen: Wie ernst kann
man schon den Herrn Wagner nehmen, der momentan in Bayreuth sein
Unwesen treibt?
Viele Grüsse
John Strieder
On Sun, 11 Mar 2001 13:06:29 +0100, John Strieder
<jstried...@compuserve.de> wrote:
>
>Darauf würde ich sowie keinen Pfifferling geben. So hat z.B. Helene
>Berg nie an Alban Berg als Komponisten geglaubt, und die Lulu hätte
>sie wohl - wegen des Inhaltes - am liebsten verbrannt.
>
Dann ist ja ihr Lob fuer die Rothenberger - so es denn von ihr kam -
auch verstaendlich ... :-;
>Abgesehen davon, wer sagt denn, das so ein Nachfahre das nötige
>Fachwissen besitzt? Um einen Vergleich zu nehmen: Wie ernst kann
>man schon den Herrn Wagner nehmen, der momentan in Bayreuth sein
>Unwesen treibt?
>
Es mischt sich auf jeden Fall eben auch anderes hinein, was der Sache
selten gut tut.
Es gruesst Peter
--
Die Faulheit seiner Seele wird so allgemein, dass [der Mensch] Un-
recht, ihm selbst zugefuegt, mit stoischen Betrachtungen verklei-
det.
(Jahnn: Fluss ohne Ufer)
John Strieder wrote:
>
[Berg und seine Nachfahren]
> Darauf würde ich sowie keinen Pfifferling geben. So hat z.B. Helene
> Berg nie an Alban Berg als Komponisten geglaubt, und die Lulu hätte
> sie wohl - wegen des Inhaltes - am liebsten verbrannt.
>
> Abgesehen davon, wer sagt denn, das so ein Nachfahre das nötige
> Fachwissen besitzt? Um einen Vergleich zu nehmen: Wie ernst kann
> man schon den Herrn Wagner nehmen, der momentan in Bayreuth sein
> Unwesen treibt?
Eben, sehe ich auch so. Gerade der Fall "Wagner" zeigt das ausgesprochen
deutlich in unseren Tagen.....
Beste Grüsse
Claus