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Löten verlackter Drähte/ (Cinch-)Kabel selber konf ektionieren

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(-: t wess

unread,
Jan 17, 2001, 2:26:47 PM1/17/01
to
Bei einigen (Cinch-)Kabeln, z.B. Straight-Wire Rhapsody, sind die einzelnen
Drähte lackiert. Nun ist beim Löten jedesmal das Problem, den Lack
wegzukriegen.
Klar, ich hab' mal einen Stahleierbecher auf der Herdplatte erhitzt und mir
so ein Tauchbad selbstgebaut :-)))
Da dies allerdings Mecker seitens der besten aller Ehefrauen gab, verkneif'
ich mir das künftig notgedrungen ;-(

Wie kriegt man sauber und professionell den Lack von den Drähten? Bürsten?
Abbrennen? Säure?

Gruß

Tom :-)

Rainer Zocholl

unread,
Jan 17, 2001, 4:24:00 PM1/17/01
to
(\(-: t wess) 17.01.01 in /de/rec/music/hifi:

>Bei einigen (Cinch-)Kabeln, z.B. Straight-Wire Rhapsody, sind die
>einzelnen Drähte lackiert. Nun ist beim Löten jedesmal das Problem,
>den Lack wegzukriegen.

>Klar, ich hab' mal einen Stahleierbecher auf der Herdplatte erhitzt
>und mir so ein Tauchbad selbstgebaut :-)))

Orginell :-)

Flussmittel? Schutzgas?


>Da dies allerdings Mecker seitens der besten aller Ehefrauen gab,
>verkneif' ich mir das künftig notgedrungen ;-(

>Wie kriegt man sauber und professionell den Lack von den Drähten?
>Bürsten? Abbrennen? Säure?

Ja.

a) mit einer russfreien Flamme ausglühen, putzen (Asche der
Baumwolle abschaben) und dann verzinnen.
b) Spalt-tablette(ASS) auf Tisch legen, lackiso Draht drauf,
mit passendendem (gut heiss)Lötkolben erhitzen, Draht wenden: blank.
(Warum das funktioniert möge ein Chemiker erklären...)
c) Nur lötbare Litzen kaufen.
d) Speziellen Lackabkratzer verwenden.
e) ca. 180er Schleifpapier mit der rauhen Seite zusammenfalten
den Draht ein paar mal durchzieh(Nebne Lackabkratzer
die einzige Chance bei lötfester Lackierung)
f) (Punkt-?)Schweissgerät?


Ja, es ist mühselig...
Nein, das ist nur was für "mal" zuhause und wenn gut gelüftet wird.

Achso:
Mit Flussmittel nicht geizen.

Reinhard Zwirner

unread,
Jan 17, 2001, 6:37:23 PM1/17/01
to
"(-: t wess" schrieb:

>
> Bei einigen (Cinch-)Kabeln, z.B. Straight-Wire Rhapsody, sind die einzelnen
> Drähte lackiert. Nun ist beim Löten jedesmal das Problem, den Lack
> wegzukriegen.

Hallo Tom,

meine Erfahrung mit _heutigem_ CuL-Draht geht dahin, daß ein
_sehr_ heißer Lötkolben genügt: wenn Du den samt Lötzinn lange
genug an die lackierten (Litzen-)Drähte hältst, schmilzt der Lack,
worauf das Verzinnen unproblematisch funktioniert.

HTH,

Reinhard

Andreas Huennebeck

unread,
Jan 18, 2001, 4:00:25 AM1/18/01
to
In article <944rlp$9jg$03$1...@news.t-online.com>,

"\(-: t wess" <tom....@t-online.de> writes:
> Bei einigen (Cinch-)Kabeln, z.B. Straight-Wire Rhapsody, sind die einzelnen
> Drähte lackiert. Nun ist beim Löten jedesmal das Problem, den Lack
> wegzukriegen. [..]

>
> Wie kriegt man sauber und professionell den Lack von den Drähten? Bürsten?
> Abbrennen? Säure?

Ich kratze etwas vom Lack mit dem Seitenschneider weg, dann gehe ich mit dem
Loetkolben dran: Zinn auf die Loetspitze, dann auf die freigekratzte Stelle
anlegen und weiter =kratzen. Wenn die bereits offenliegenden Teile des Drahts
Zinn angenommen haben, ist es nur noch eine Frage der Zeit (und der Staerke
des Loetkolbens), bis der Rest vom Lack weggebraten ist.

Tschau
Andreas

-------------------------------------------------------------------------
Andreas Huennebeck | email: and...@huennebeck-online.de (KEINE WERBUNG)
----- privat ----- | www : http://www.huennebeck-online.de
Fax/Anrufbeantworter: 0721/151-284301 o. 0180/50525-5232659 (24 Pfg/Min)
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-------------------------------------------------------------------------

Martin Wenk

unread,
Jan 18, 2001, 4:49:55 AM1/18/01
to
Andreas Huennebeck wrote:

> > Wie kriegt man sauber und professionell den Lack von den Drähten? Bürsten?
> > Abbrennen? Säure?
>

Hallo Andreas,
einfach den gelackten Draht in eine kleine Spiritusflamme halten
(bißchen Spiritus im Deckel einer Bierflasche anzünden) - sobald der
Draht glüht, diesen unterhalb der Flamme schnell im flüssigen Spiritus
"abschrecken". Damit erhältst Du das pure Kupfer, das Du
problemlos verzinnen kannst.
Gruß
Martin

Giovanni Favara

unread,
Jan 18, 2001, 7:19:23 AM1/18/01
to

"(-: t wess" <tom....@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:944rlp$9jg$03$1...@news.t-online.com...

> Bei einigen (Cinch-)Kabeln, z.B. Straight-Wire Rhapsody, sind die
einzelnen
> Drähte lackiert. Nun ist beim Löten jedesmal das Problem, den Lack
> wegzukriegen.

Der Lack verträgt keine große hitze. Wenn ich mich nicht täusche liegt die
Temp. bei ca. 120°C. Die Temp. sollte die 150°´C nicht überschreiten, sonst
schmilzt die Isolierung - besonders bei dünnen Drähten.

> Klar, ich hab' mal einen Stahleierbecher auf der Herdplatte erhitzt und
mir
> so ein Tauchbad selbstgebaut :-)))

Nicht so gut!!! Als "Highender" sollte man dies vermeinden. Das Lötbad wird
zu lange erhitzt und das bei hohen Temp., sodaß sich das Lötbad mit
Sauerstoff anreichert und matt wird. Die Folgen sind eine spröde
Lötverbindung und eine wesentliche schlechtere Leitfähigkeit des Lötzinns.
Besonders verstärkt wird dies, wenn Silber im spiel ist.

> Da dies allerdings Mecker seitens der besten aller Ehefrauen gab,
verkneif'
> ich mir das künftig notgedrungen ;-(
>
> Wie kriegt man sauber und professionell den Lack von den Drähten? Bürsten?
> Abbrennen? Säure?

Feuerzeug verwenden bei flexiblen, feinadrigen Drähten. Beim starren Draht
Schmörgelpapier.

>
> Gruß
>
> Tom :-)
>


(-: t wess

unread,
Jan 20, 2001, 10:40:03 AM1/20/01
to
> >Klar, ich hab' mal einen Stahleierbecher auf der Herdplatte erhitzt
> >und mir so ein Tauchbad selbstgebaut :-)))

> Orginell :-)

Fand meine Frau nicht ;-)))

> Flussmittel? Schutzgas?

Handelsübliches Flussmittel sowie im Lötzinn integriertes Fm (Tinol and heat
is all you need;-) )

> Ja, es ist mühselig...
> Nein, das ist nur was für "mal" zuhause und wenn gut gelüftet wird.

Der Dunstabzug über der Herdplatte ist eine feine Sache :-))) Schon fast
professionell zu nennen :-)

> Achso:
> Mit Flussmittel nicht geizen.

Never!

Gruß und danke für die Tips,

Tom :-)


(-: t wess

unread,
Jan 20, 2001, 10:44:39 AM1/20/01
to
> Nicht so gut!!! Als "Highender" sollte man dies vermeinden. Das Lötbad
wird
> zu lange erhitzt und das bei hohen Temp., sodaß sich das Lötbad mit
> Sauerstoff anreichert und matt wird. Die Folgen sind eine spröde
> Lötverbindung und eine wesentliche schlechtere Leitfähigkeit des Lötzinns.
> Besonders verstärkt wird dies, wenn Silber im spiel ist.

Tauchbadlöten ist die "offizielle", von Straight-Wire empfohlene
Vorgehensweise. Aber ich denke, die haben halt professionelle Geräte und
löten unter SChutzgasatmosphäre (Argon? Corgon?).

Gruß

Tom

(-: t wess

unread,
Jan 20, 2001, 10:41:57 AM1/20/01
to
> meine Erfahrung mit _heutigem_ CuL-Draht geht dahin, daß ein
> _sehr_ heißer Lötkolben genügt: wenn Du den samt Lötzinn lange
> genug an die lackierten (Litzen-)Drähte hältst, schmilzt der Lack,
> worauf das Verzinnen unproblematisch funktioniert.

Leider schmilzt dann auch oft das Di-elektricum und die Isolierung. Oder bei
Cinch der Stifthalter :-(
Überdies läßt meine Weller-Station keine Temperaturwahl zu.

Trotzdem danke für den Tip!

Gruß

Tom :-)

Robert Hoffmann

unread,
Jan 20, 2001, 12:31:02 PM1/20/01
to

Mein Gott macht kein Theater wegen dem Verzinnen von Lackdrähten. Zinn
oxidiert immer, wurscht ob man es anschaut, lötet oder sonst was damit
macht, wichtig ist das die Lötstelle immer Inneren keine Oxide oder
sonstige Schlacken aufweist.

Das Um und Auf beim Löten ist die richtige Temperatur und die
Verwendung des richtigen Flußmittels (am besten FSW32-Typen, kein
Lötwasser oder Lötfett oder ähnliches auch wenn Elektronik dabei
steht). Schutzgasatmosphäre verwendet man nur, wenn man ohne moderne
chemische Hilfsmittel Aluminium löten will.

Was ich nicht mitbekommen habe ist, ob es um Einzeldrähte oder um
mehrdrähtige Kabel (HF-Litzen) handelt.

Bei Einzeldrähten hängt es von der Art des Lacks ab, da gibt es
lötfähige, die sind im Normalfall so bis ca. 140°C belastbar und wenn
sie gelöten werden sollen, muß man sie (mit dem Handlötkolben) bei ca.
400°C löten. Bei Verwendung eines Tauchbades genügen aber sicher
niedrigere Temperaturen (schätze so um die 330°C, besser
ausprobieren), weil dort die Wärmekapazität des Bades größer ist als
die der üblichen Lötspitzen, außerdem ist der Wärmeübergangswiderstand
besser.

Die nicht lötfähigen Drähte, haben nur eine Isolation die halt weiter
oben schmilzt, jenseits der üblichen Löttemperaturen. Dann gibt es
auch noch Zwischenformen, die sog. Backdrähte, mit denen man Trafos
wickeln kann und sich bis zu einer gewissen Größe eine Vakkumtränkung
ersparen kann, indem man die Wicklung erhitzt und dafür sorgt das die
einzelnen Lagen zusammenbacken ohne daß sich die Isolierschicht
auflöst.

Zum Schluß die Tips zum richtigen Verzinnen:
------------------------------------------------------------------------
Lötbare Einzeldrähte: Ein heißer Lötkolben (je nach Größe der Spitze
380-420°C) mit etwas mehr Zinn auf der Spitze zum ersten Anheizen des
Drahtes. Das Zinn wirkt dabei als "flüssige" Lötspitze und verbessert
die Wärmeleitung. Danach bringt man etwas Flußmittel (am besten eine
FSW32 No Clean Paste, wie man sie normalerweise zum Löten von
SMD-Bauteilen verwendet) auf den Draht auf, streift das alte Zinn vom
Lötkolben ab (wichtig, weil im Zinnrest auf der Lötspitze die Schlacke
des Lackes enthalten ist), bringt etwas neues Zinn auf die Lötspitze
und verzinnt dann möglichst rasch den Draht.

Lötbare Litzen: Bis zu einem gewissen Durchmesser kann man genauso
vorgehen wie bei Einzeldrähten. Darüber braucht man dann wirklich ein
Lotbad. Dieses kann dann abhängig vom Querschnitt der zu verzinnenden
Leitung (Wärmeableitung) mit niedrigerer Temperatur als beim Lötkolben
gelötet werden (je größer der Querschnitt, desto höher die
Temperatur). Dabei taucht man auch den Lackdraht ein erstes mal ein um
den Lack zu "schwächen" gibt dann etwas Flußmittel auf den Draht und
taucht ihn erneut ein.

Nicht oder schwer lötbare Einzeldrähte: Dabei muß man den Draht mit
Hilfe eines Feuerzeugs oder eines Gaslötkolbens mit Flammdüse so
erhitzen, daß der Lack richtiggehend abbrennt. Danach entfernt man mit
einem zusammengefallteten, kleinen Stück Schleifpapier (feine Körnung
>=180) die verbrannten Reste des Lacks. Danach Flußmittel drauf und
entweder mit dem Bad oder einem Lötkolben (kann dann normale
Löttemperatur also so ca. 330-360°C haben) verzinnen.

A C H T U N G:
Der Isolierlack von Lackdrähten besteht üblicherweise aus Polyurethan.
Beim Löten bzw. Abbrennen der Lackschicht wird in kleinen Mengen das
giftige Toluoldiisocyanat frei. Man muß daher beim Löten gut lüften
oder eine Absaugung mit Filter verwenden. Wer es nicht macht und
länger das Zeug inhaliert, dem sind Kopfschmerzen am Abend sicher.

Robert


Dipl.Ing. Robert Hoffmann
robert_...@utanet.at

Rainer Zocholl

unread,
Jan 20, 2001, 5:46:00 PM1/20/01
to
(\(-: t wess) 20.01.01 in /de/rec/music/hifi:

>Überdies läßt meine Weller-Station keine Temperaturwahl zu.

Seit wann denn das?

Das wird durch die verschiedenen Spitzen fest festgelegt,
ist so durchaus einstellbar.
Verhindert halt, dass die Damen die Temperatur eigenmächtig
hochdrehen, damit der Accord besser wird...

Aber:
20W sind zu wenig wenn Du "richtige" Lautsprecher-Kabel löten willst.
Da ist Modell "Brateisen" gefragt, vielleicht reicht noch
ein 70W Ersa TC oder ein gasbetriebenes Gerät.

Was auch evtl. hilft:
Das Kabelende mit Heissluft/IR-Strahler vorwärmen.
Wenn man es aber übertreibt, zieht es das Lot natürlich zuweit ins
Kabel rein.

Besser ist aber ein ausreichend "dicker" Lötkolben.

Oder schau Dir mal die Preise für "Mini-Lötbäder" an.
Kosten nicht die Welt.

(-: t wess

unread,
Jan 21, 2001, 11:54:02 AM1/21/01
to
> >Überdies läßt meine Weller-Station keine Temperaturwahl zu.
> Seit wann denn das?

Sie hat zumindest keinen Temperaturwahlschalter und ist auch schon ein
älteres Modell. An Spitzen stehen mir eine breite zur Verfügung (ca. 3mm und
eine spitze).
Temperatur*regelung* ist vorhanden.

> Oder schau Dir mal die Preise für "Mini-Lötbäder" an.
> Kosten nicht die Welt.

So oft löte ich nun auch wieder nicht.

Gruss und danke für die Antwort,

Tom :-)


(-: t wess

unread,
Jan 21, 2001, 1:17:06 PM1/21/01
to
> Das Um und Auf beim Löten ist die richtige Temperatur und die
> Verwendung des richtigen Flußmittels (am besten FSW32-Typen, [...]

Was empfiehlst Du denn als Lot? Bleifrei? Silberanteil? Wie hoch brauche ich
denn die Temperatur wenn Silber im Lot enthalten ist?

Der Anwendungszweck ist, wie beschrieben, das Löten von Cinch-Kabeln (auch
unverlackt), ab und zu mal von Lautsprecherkabeln.

Gruß

Tom :-)

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