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Ultraschallbad schaedlich?

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Radbert Grimmig

unread,
Oct 25, 1997, 3:00:00 AM10/25/97
to

Huhu!

Vor einiger Zeit berichtete ich doch von den Vergaserproblemen meines
Freundes Joerg mit der alten Kawa GPZ 550. Na ja, mittlerweile war er
damit bei einem BMW-Dosenhaendler, der sie in sein Ultraschallbad gelegt
hat. Es war Joerg trotz allen Bemuehens nicht moeglich, ihm dafuer
irgendwelches Geld aufzunoetigen und das ganze offiziell zu machen; der
Typ bestand darauf, es "umsonst" als "Gefaelligkeit" zu machen.

Als Joerg die Teile wiederbekam, sahen sie anscheinend merkwuerdig aus,
zumindest die beiden linken waeren irgendwie dunkel angelaufen gewesen. Es
gab Schwierigkeiten, und er oeffnete die Vergaser. In den beiden linken
sassen die Schieber so fest drin, dass er sie mit dem Schraubenzieher
rausknippen musste. Er hat sie dann mal vorsichtig mit 1000er
Schleifpapier bearbeitet und sie sind einigermassen wieder gaengig; das
Motorrad funktioniert jetzt auch prinzipiell, und die Geschichte mit dem
nicht einstellbaren Standgas scheint tatsaechlich an irgendwelchem Dreck
gelegen zu haben, der jetzt weg ist - aber im oberen Lastbereich erinnert
sie nicht mal entfernt an das, was man sich unter 62 PS so vorstellt,
genau so wenig der aktuelle Topspeed von Tacho 150 ... vermutlich gehen
die Schieber immer noch nicht so ganz auf. Joerg meint, vielleicht haetten
sie die Dinger zu lange im Bad gelassen, weiss da jemand was? Alles, was
ich bisher hoerte, war, dass Gummiteile etc. im Ultraschallbad Schaden
naehmen.

Nebenbei sieht es - durch die inoffizielle unterderhand-Behandlung ohne
Bezahlung - mit der Haftung jetzt ganz schoen bescheiden aus, wie ein
befragter Anwalt erklaerte.

Bess dann, Radbert
--
http://zebra.fh-weingarten.de/~rrr/drm.faq/ - hier gibts die drm.FAQ
http://www.dejanews.com/ - alle alten Postings zu Heizgriffen,
Gegensprechanlagen etc.

Matthias Vogt

unread,
Oct 26, 1997, 2:00:00 AM10/26/97
to

Dies ist eine mehrteilige Nachricht im MIME-Format.
--------------EAE00D2D37AD7690FF161D4A
Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-1
Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-1
Content-Transfer-Encoding: 8bit
Content-Transfer-Encoding: 8bit

Radbert Grimmig schrieb:

Ein Ultraschallbad ist prinzipiell ziemlich schonend für die zu
säubernden Teile. Das Problem liegt im benutzten Reinigungsmittel, das
hinzugefuegt wird. Jeder Reinigungsvorgang kann aus 4 Teilen bestehen.
Diese sind:
1. Zeit
2. Temperatur
3. Mechanik
4. Chemie
Je nachdem, wie man (fra) diese Komponenten prozentual einsetzt ist die
Wirkung und natuerlich das Risiko. Nimm´ ein FCKW und deine Alufelgen
blitzen nur so. Aber die Umwelt leidet. Nimm Wasser und eine Bürste und
es passiert nichts.
Wenn nun also die freundliche Werkstatt ein scharfes Mittel in dem
Ultraschallbad eingestzt hat, ist der Schaden vorprogrammiert.
Wir benutzen im Betrieb z.B. Ultraschallbäder für unsere EDV-Tastaturen
(nur die Tasten) und haben schon bei zu hoher Konzentration des
Reinigungsmittels die Beschriftungen blaß gereinigt.

Tschö aus Soest (heimliche Hauptstadt Westfalens und Größte
Innenstadtkirmes Europas vom 05.11.97 - 09.11.97)

--------------EAE00D2D37AD7690FF161D4A
Content-Type: text/x-vcard; charset=us-ascii; name="vcard.vcf"
Content-Transfer-Encoding: 7bit
Content-Description: Visitenkarte für Vogt, Matthias
Content-Disposition: attachment; filename="vcard.vcf"

begin: vcard
fn: Vogt, Matthias
n: Vogt;Matthias
adr: Pollhofstraße 6;;;Soest;NRW;59494;Deutschland
email;internet: Matthi...@t-online.de
tel;home: +49 2921 12745
x-mozilla-cpt: ;-1
x-mozilla-html: FALSE
end: vcard


--------------EAE00D2D37AD7690FF161D4A--


Lienstaedt

unread,
Oct 27, 1997, 3:00:00 AM10/27/97
to

Moin!

In article
<MSGID_2=3A2457=2F825.27=40fidonet...@fidonet.org>,
Radbert...@hps.sesom.de says...

[Geschichte über geschrottete Vergaser gelöscht]


>Alles, was ich bisher hoerte, war, dass Gummiteile etc. im
>Ultraschallbad Schaden naehmen.
>

>Bess dann, Radbert

Also, ich würde eher vermuten der Händler hat irgende ein fieses
Reinigungszeugs mit reingekippt, die Heizung ordentlich
eingestellt und dann vergessen. Eigentlich ist Ultraschall
ziemlich unproblematisch, ich hatte jedenfalls noch nie Probleme
wenn ich mein Operationsbesteck vermittels Ultraschall gesäubert
habe und da sind ziemlich fieselige Pinzetten und Scheren aus der
Augenchirurgie bei, wenn die angeschlagen sind merke ich das
sofort beim nächsten operieren. Allerdings ist das Besteckt auch
aus Chirurgenstahl und nicht aus Alu wie (vermutlich) der
Vergaser, das könnte natürlich schon einen Unterschied bedeuten.


Bis denn
Bernd


Volker Bartheld

unread,
Oct 27, 1997, 3:00:00 AM10/27/97
to

Hei !

li...@zfn.uni-bremen.de (Lienstaedt) schrieb am 27 Oct 1997 10:16:56 GMT:


>[Geschichte über geschrottete Vergaser gelöscht]

>[...]Allerdings ist das Besteckt auch

>aus Chirurgenstahl und nicht aus Alu wie (vermutlich)

Zinkdruckguss afaik. Ansonsten Zustimmung. s. Vergaser-FAQ (Kap. Reinigung).
In's Bad gehoert Ethanol/Isopropanol, dest. Wasser und sonst nix. Reinigen am
besten kalt !

Ciao,
Volker
_
Volker Bartheld <bart...@mppmu.mpg.de>
XR600R '94: "Ein Mann, ein Zylinder."

Frank Baur

unread,
Oct 27, 1997, 3:00:00 AM10/27/97
to

Hallo,


Radbert Grimmig wrote:
> =

> Huhu!
> =

> Vor einiger Zeit berichtete ich doch von den Vergaserproblemen meines
> Freundes Joerg mit der alten Kawa GPZ 550. Na ja, mittlerweile war er

> damit bei einem BMW-Dosenhaendler, der sie in sein Ultraschallbad geleg=


t
> hat. Es war Joerg trotz allen Bemuehens nicht moeglich, ihm dafuer

> irgendwelches Geld aufzunoetigen und das ganze offiziell zu machen; der=

> Typ bestand darauf, es "umsonst" als "Gefaelligkeit" zu machen.

> =

> Als Joerg die Teile wiederbekam, sahen sie anscheinend merkwuerdig aus,=

> zumindest die beiden linken waeren irgendwie dunkel angelaufen gewesen.=
Es
> gab Schwierigkeiten, und er oeffnete die Vergaser. In den beiden linken=

> sassen die Schieber so fest drin, dass er sie mit dem Schraubenzieher
> rausknippen musste. Er hat sie dann mal vorsichtig mit 1000er

> Schleifpapier bearbeitet und sie sind einigermassen wieder gaengig; das=

> Motorrad funktioniert jetzt auch prinzipiell, und die Geschichte mit de=
m
> nicht einstellbaren Standgas scheint tatsaechlich an irgendwelchem Drec=
k
> gelegen zu haben, der jetzt weg ist - aber im oberen Lastbereich erinne=


rt
> sie nicht mal entfernt an das, was man sich unter 62 PS so vorstellt,

> genau so wenig der aktuelle Topspeed von Tacho 150 ... vermutlich gehen=

> die Schieber immer noch nicht so ganz auf. Joerg meint, vielleicht haet=
ten
> sie die Dinger zu lange im Bad gelassen, weiss da jemand was? Alles, wa=
s


> ich bisher hoerte, war, dass Gummiteile etc. im Ultraschallbad Schaden
> naehmen.

Meines Wissens greift ein Ultraschallbad Metallflaechen =

nicht an (warum auch?), es sei denn, die Leute in =

der Werkstatt haben den Vergaser in Saeure gebadet =

(Vieleicht irgendwelche Saeure-Reste in der Wanne).
Selbst die oftmals verwendeten Ultraschall-Laugen =

koennen das Material nicht angreifen. =

Spontan faellt mir als moegliche Erklaerungen zu dem =

Problem Deines Freundes ein: =

1. Saeure im Bad (s.o.).
Du sagst, da\3 das Material "angelaufen"
war. War es tatsaechlich angelaufen
(und wenn ja, wie? Farbe? Untergrundmaterial?), =

oder war es aufgerauht (und erschien
damit etwas dunkler)?
=

2. Vieleicht hat sich runtergeloester Dreck zwischen
Schieber und Vergaserwand festgesetzt. Im Benzinfilter
und in den Schwimmerkammern schwimmt immer etwas =

hartkoerniger Dreck (z.B. kleine Rostpartikel). Die
schwemmen beim Bad aus und koennen ggf. in =

die kleinen Ritzen diffundieren. In der =

Druckdose ueber dem Schieber findet sich =

manchmal auch ein bischen Dreck (Rost), =

der direkt am Schieber vorbei geht.
Moeglich ist auch, da\3 Dreck schon vorher =

zwischen Schieber und der Schieberfuehrung
sa\3 (daher die Probleme) und sich durch
das Bad gelo\3t und verkeilt hat.
Wie sahen die Schieber aus? =

Waren nach dem (gewaltsamen) Rausziehen =

gro\3flaechig Bereiche abgekratzt, oder
waren feine Kratzspuren drauf?

Au\3erdem besteht die Gefahr, da\3 =

Dreck (groe\3ere Partikel, ggf. aus =

Rueckstaenden in der Wanne) durch das
US-Bad aufgewirbelt werden und sich in =

den manchmal ziemlich engen =

Druckdurchfuehrungen festsetzen. =

=

=

3. Die Schieber an meinem Vergaser sind =

beschichtet (was, wei\3 ich nicht)
theoretisch koennte die Beschichtung =

angegriffen werden (Abloesung)
durfte aber eigentlich nicht.

4. Persoenlich baue ich den Vergaser erst
komplett auseinander, bevor ich ihn per US-Bad
reinige. Zum einen bin ich dann sicher,
da\3 die Fluessigkeit in allen Durchfuehrungen
steckt und an alle Teile frei rankommt,
zum anderen, da\3 der Dreck aus
Schwimmerkammer/Benzinfilter etc. direkt
ins Bad ausgespuelt wird. Zum anderen =

moechte ich es lieber nicht riskieren,
da\3 die Druckmembranen/Schimmer-Nadeln
(bei mir aus Gummi) angegriffen werden.
Im US-Bad kann man vorteilhafterweise =

irgendwelche fettloesenden Mittel drin =

(Azeton, Methanol, Waschlaugen) beifuegen,
die die Gummis kraeftig
entfetten. Ich wei\3 nicht, ob das im =

Moppedvergaser verwendete Material =

demgegenueber empfindlich ist, aber ich
riskier's halt lieber nicht.
=

5. Wenn Das Mopped unter Vollast (hmm.. Volllast???)
Leistungsprobleme hat, wuerde ich =

sagen, da\3 die Benzinzufuehrung/
Vergasung ungenuegend ist (Irgendeine Duese/Kanal
verstopft), bzw. der Schieber trotz des Abschleifens
haengt. Habt Ihr die Wand von der Schieberfuehrung
auch mal abgeschliffen? Ansonsten, Vergaser
komplett auseinander, alle Durchfuehrungen
reinigen (ist 'ne Schei\3-Arbeit),
ggf. nochmals US-Bad.
.
=

> =

> Nebenbei sieht es - durch die inoffizielle unterderhand-Behandlung ohne=

> Bezahlung - mit der Haftung jetzt ganz schoen bescheiden aus, wie ein
> befragter Anwalt erklaerte.

Ihr habt gar nichts Schriftliches?

-- =


Frank Baur
Institut f=FCr Grenzfl=E4chenforschung und Vakuumphysik (IGV)
Forschungszentrum J=FClich GmbH =

52425 J=FClich - Deutschland
Tel.: (.. 49) 0 24 61/61 43 35
FAX.: (.. 49) 0 24 61/61 39 07
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
eMail: f.b...@fz-juelich.de
WWW: http://igv113.igv.kfa-juelich.de

Frank Baur

unread,
Oct 28, 1997, 3:00:00 AM10/28/97
to

Hi,

Michael Dunin v. Przychowski wrote:

> =

> Ohh doch das koennen sie.
> Ich zitiere mal aus dem Zettel zu Tickopur RW77, das meist fuer die
> Reinigung von Metallen im Ultraschall verwendet wird.
> "nicht fuer Zink"
> "Aluminium nicht laenger als 1-10min beschallen"
> =

> ich hab mal n paar Alu-Teile im USbad vergessen und nach ca. 30min
> rausgeholt. Die waren schwarz!

OUUPS! Fehltritt. (Man sollte doch erst auf der Packung nachlesen, =

bevor man was in die NG postet :-)
Wei\3t Du, warum die Teile schwarz werden?
Alum.-Oxid?
Werde auf jeden Fall mal einige Kombinationen ausprobieren
(natuelich nicht mit 'nem Vergaser ...)

Grue\3e
Frank


-- =

WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW
http://igv113.igv.kfa-juelich.de =

WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW-WWW
Frank Baur
IGV - Forschungszentrum J=FClich GmbH =

D - 52425 J=FClich =

Michael Dunin v. Przychowski

unread,
Oct 28, 1997, 3:00:00 AM10/28/97
to

Frank Baur wrote:
> Michael Dunin v. Przychowski wrote:
> > ich hab mal n paar Alu-Teile im USbad vergessen und nach ca. 30min
> > rausgeholt. Die waren schwarz!
>
> Wei\3t Du, warum die Teile schwarz werden?
> Alum.-Oxid?

Ich bin kein Chemiker, aber RW77 enthaelt Ammoniak. Vermutlich haengt es
damit zusammen. Fuer Alu gibt es spezielle Seifen, wir verwenden RW30.

> Werde auf jeden Fall mal einige Kombinationen ausprobieren
> (natuelich nicht mit 'nem Vergaser ...)
>
> Grue\3e
> Frank

Michael

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