On Fri, 18 Oct 2019 10:52:29 +0200, Dirk Wagner wrote:
> [pragmatisch geparktes Krad = OWI, regelrecht geparktes Krad = Freiwild]
> In letzter Zeit ist nun öfters vorgekommen, dass ich vorne so eng von
> PKW eingeparkt wurde, dass ein Abbocken ohne "Feindberührung" nicht
> möglich gewesen wäre. [...] Autofahrer fehlt da anscheinend das
> Verständnis für die Mechanik eines parkenden Motorrad. [...] Wie
> verhaltet Ihr Euch in so einer Situation?
Ich parke weiterhin pragmatisch. In München untersteht alles abseits der
Fuß-, Radwege und Fahrbahnen meist der Grünanlagensatzung (=KVR,
Baureferat) oder irgendwelchen Eigentümern. Diesen ist es meistens
reichlich egal, wenn ein Krad ohne Störung oder Gefährdung auf deren
Gelände abgestellt ist. Kanaldeckel von Grünstreifen sind oft praktisch für
den Hauptständer. Klar, da gibts dann betroffene Anwohner, die sich
generell am Anblick einer KTM vor ihrem Schlafzimmerfenster stören (BTDT),
aber mei. Irgendwas ist ja immer.
Falls ich mein Krad unbedingt im Einflußbereich von potentiell ignoranten
Arschgeigen in Käfigfahrzeugen abstellen muß (das war die Beschreibung, die
Du bei "fehlt da anscheinend das Verständnis für die Mechanik eines
parkenden Motorrads" gesucht aber nicht gefunden hast), versuche ich es so
zu tun, daß Domioeffekte möglichst ausgeschlossen sind.
Dominoeffekte wie sie der verzweifelte Fahrer im offenen Mazda-Cabriolet
bei der Parkplatzsuche vorm Biergarten ausgelöst hatte und meine Supercomp
mit der Stoßstange nach vorne vom Hauptständer schob, wo sie in der Folge
umkippte und mit Auspuff, Fußraste und Lenkerende auf den Asphalt
kraterte. Die Aussage "Naja, ist eine Enduro, die wirfst Du doch eh immer
mal wieder hin!" konterte ich mit Blick auf seine Beifahrerin und "Dann
leih mir doch mal Deine blonde Tussie, die wird doch immer mal wieder
durchgefickt.".
Ergo sind Feuerwehranfahrtszonen, Ein- und Ausfahrten, Poller,
Litfaßsäulen, usw. vorne oder hinten Dein Freund und eine Möglichkeit, den
Sicherheitsabstand zu schaffen, den Du zum Rangieren brauchst. Es sei aber
auch aus meinen Erfahrungen mit einem Motorradanhänger erwähnt, daß es
durchaus kreative Zeitgenossen gibt, die meinen man, könne alles, was sich
tragen und schieben läßt, nach Belieben arrangieren. Das führt dazu, daß
ich meinen Anhänger, dann, wenn ich nicht irgendwelche Bremsklauen ans Rad
oder ein Stahlseil um den Baum fummle, in der ganzen Siedlung suche und
ggfs. auch mit einem Strafzettel am Gehweg wiederfinde.
Die lapidare Aussage der Ordnungshüter hier: "Nicht ausreichend vor
unbefugter Benutzung gesichert.". Joah. Eh. Das möchte ich mal mit einer
unpraktisch geparkten Dose machen. Einfach das Abschleppseil um die
Hinterachse oder den Rangierheber unter den Vorderwagen und das Teil ohne
die üblichen 0.9 Wagenlängen vorne und hinten verschieben.
Long Story short: Such Dir das Ökosystem, wo Du mit der Spezies
"Autofahrer" möglichst wenig zu tun hast. Kollateralschäden an deren
deppat geparkten Hinterlassenschaften würde ich in Kauf nehmen. Lernen
durch Schmerz.
Ciao,
Volker