seit Monaten sinniere ich in unregelmäßigen Abständen über die
Anlassermimik der XV750SE, die ja noch besch... als die der TR1 ist.
Als Abfallprodukt ergab sich ein Lösungsansatz für die TR1, den ich hier
zur Diskussion stellen möchte:
Einer der Knackpunkte ist ja (sowohl bei der XV750SE als auch der TR1)
das Zwischenzahnrad, das in den Zahnkranz der Lima eingreifen soll,
dieses aber manchmal nicht so richtig kann weil es sich zum Zeitpunkt
des Eingreifens bereits dreht und demzufolge Zahn an Zahn schnell
aneinander vorbeirattern. Die entstehenden Geräusche sind allen TR1/XV
Fahrern wohlbekannt.
Dieses Problem auf mechanischem Wege lösen zu wollen, erscheint mir der
falsche Weg zu sein, da es inzwischen billige Leistungselektrik gibt.
Folgender Lösungsansatz:
Beim Betätigen des Anlasserschalters bleibt zunächst der Anlasser
stromlos, das Einrückrelais hingegen erhält sofort Strom. Dadurch bewegt
sich das Zwischenzahnrad Richtung Lima und greift sofort ein (wenn man
Glück hat). Wenn man weniger Glück hat, stehen Zahn auf Zahn und das
Zahnrad kann noch nicht eingreifen.
Jetzt muß der Anlasser in eine schwache Drehung versetzt werden, d.h.
mit erheblich weniger als 12V angetrieben werden. Es soll gerade reichen
um das Zwischenzahnrad um maximal einen Zahn weiter zu bewegen, so daß
es vollständig einrücken kann.
"Einrücken" und "schwache Drehung" kann bzw sollte natürlich
gleichzeitig erfolgen, da sich dann die Zähne erst gar nicht ineinander
verhaken können.
Erst jetzt wird volle Spannung am Anlasser freigegeben (damit die
anderen beiden Haupt-Schwachpunkte Planetengetriebe und Freilauf noch zu
ihrem Recht kommen :-)).
Natürlich kann man keine zusätzlichen Sensoren im Motor einbauen um
festzustellen, ob das Einrückzahnrad schon voll im Eingriff ist oder
nicht. Die Zeiten für die Verzögerung und benötigte Spannung für
"langsame Drehung" wären empirisch zu ermitteln. So ganz aus dem Bauch
heraus würde ich mal sagen:
6-9 V für den Anlasser, vielleicht braucht er auch einen "Peak" um
Losbrechmomente zu überwinden
Einschaltverzögerung für die 12V ca 0,5 bis max 1 sec.
Also: Elektroniker an die Front; ein ausgefranztes Zahnrad kostet 50-60
Euro, ein ausgefranztes Polrad 500 Euro, die Bauteile der Schaltung max.
10 Euro. Auch wäre keine Notwendigkeit mehr gegeben, halb angefressene
Zahnräder auszuwechseln. Nachdenken lohnt sich also :-) ........
Grüße
Michael
PS:Bei der XV750SE geht dieser Ansatz leider nicht, da hier kein
Einrückmagnet vorhanden ist. Hier bewegt sich das Einrückzahnrad auf
einer Schraubenbahn ausschließlich durch die Drehung des Anlassers. Ein
Ansatz für die "Kleine" wäre ein mehrfaches Starten und schnelles
Stoppen des Anlassers im schnellen Wechsel (vielleicht 10-tel bis
100stel sec Bereich), wodurch sich das Einrückzahnrad immer weiter
Richtung "Wunschposition" bewegt, bis dann endgültig die 12V Spannung am
Anlasser geschaltet wird (ein abruptes Abbremsen des Anlassers könnte
erreicht werden, indem man während der Abbremsphasen den 12V Anschluß
und Masse kurzschließt. Dadurch würde er seine Drehenergie in
elektrische Energie umwandeln und in einem Kurzschluß=unbegrenzter Strom
verbraten. Da diese Phasen sehr kurz sind, mache ich mir bzgl der
Dauerhaltbarkeit keine zu große Sorgen).
Die Schaltung wäre in jedem Fall deutlich komplizierter und der Erfolg
keineswegs garantiert :-(
Vielleicht fällt ja eine Lösung für mich ab....
> seit Monaten sinniere ich in unregelmäßigen Abständen über die
> Anlassermimik der XV750SE, die ja noch besch... als die der TR1 ist.
Die Bulldog BT 1100 hat scheinbar die gleiche Mimik wie die XV 750,
jedenfalls "fehlt" dort ebenso der Magnetschalter oben auf dem Anlasser.
Vielleicht redest Du mal mit einem kooperationsbereiten Yamaha-Haendler,
ob nicht die Anlasserteile der Bulldog in die TR1/XV750 passen. Meiner
hat mir damals erzaehlt, als ich das abgeratschte Zwischenrad neu
kaufte, dass der gleiche Anlasser ja auch in der <fluester>Virago</fluester>
verwendet wuerde, und der waere mittlerweile verbessert und weiterentwickelt
und die gleichen Teile gaebe es dann auch fuer die TR1.
> Einer der Knackpunkte ist ja (sowohl bei der XV750SE als auch der TR1)
> das Zwischenzahnrad, das in den Zahnkranz der Lima eingreifen soll,
> dieses aber manchmal nicht so richtig kann weil es sich zum Zeitpunkt
> des Eingreifens bereits dreht und demzufolge Zahn an Zahn schnell
> aneinander vorbeirattern. Die entstehenden Geräusche sind allen TR1/XV
> Fahrern wohlbekannt.
Das passiert aber imho nur, wenn der Motor einmal kurz zuendet, wodurch
er eine hoehere Drehzahl bekommt und das Zwischenrad ausrueckt. Dieses
sitzt ja verschiebbar auf einer Welle mit Steilgewinde wodurch es sich
quasi selbst einrueckt, solange der Anlasser den Motor treibt, und wird
umgekehrt ausgerueckt wenn der Motor schneller dreht. Haelt man nun
den Starterknopf fest und der Motor stirbt doch wieder ab, rueckt
das drehende Rad natuerlich nicht wieder ein.
Beste Abhilfe ist imho dafuer, a) ein neues Zwischenrad einzubauen.
Die heute lieferbaren Raeder haben eine etwas andere Verzahnung mit an der
Seite abgeschraegten Zaehnen, die ein leichteres Einspuren ermoeglichen.
b) Den Motor sauber einstellen, so dass er gut anspringt und c) eine
gescheite Batterie einbauen, die ordentlich Saft liefert um den Motor
zuverlaessig zu starten ohne langes Wuergen und Probieren. Ausserdem
den Anlasser-Motor in Schuss halten, Anker abdrehen oder blankschmirgeln,
Kohlebuersten rechtzeitig tauschen. Seit ich neue Buersten und eine
Hawker-Batterie habe, springt das Mopped endlich so an, wie man es
erwartet: Schluessel rum, Starterknopf druecken. Brrommm!
> Beim Betätigen des Anlasserschalters bleibt zunächst der Anlasser
> stromlos, das Einrückrelais hingegen erhält sofort Strom. Dadurch bewegt
> sich das Zwischenzahnrad Richtung Lima und greift sofort ein (wenn man
> Glück hat). Wenn man weniger Glück hat, stehen Zahn auf Zahn und das
> Zahnrad kann noch nicht eingreifen.
> Jetzt muß der Anlasser in eine schwache Drehung versetzt werden, d.h.
> mit erheblich weniger als 12V angetrieben werden. Es soll gerade reichen
> um das Zwischenzahnrad um maximal einen Zahn weiter zu bewegen, so daß
> es vollständig einrücken kann.
Ist das nicht eh schon aehnlich realisiert. Der Magnetschalter hat
seinen Masseanschluss naemlich ueber den Anlassermotor. Ich weiss das,
weil bei meinem Anlasser letztes Jahr der Anker defekt war.
Dort wo die Wicklungsdraehte am Kollektor angeloetet sind, war das
Zinn ausgeschmolzen, und der Magnetschalter rueckte damit auch garnicht
mehr ein. Also wird imho schon beim Einruecken der Anlassermotor mit
Strom versorgt, allerdings ueber die Spule des Magnetschalters als
Vorwiderstand. Ob das reicht um ihn in eine leichte Drehung zu versetzen,
weiss ich aber auch nicht. Wenn der Magnetschalter angezogen hat, schliesst er
einen Kontakt der den Motor dann ueber die dicke Leitung direkt mit
Spannung versorgt.
> Natürlich kann man keine zusätzlichen Sensoren im Motor einbauen um
> festzustellen, ob das Einrückzahnrad schon voll im Eingriff ist oder
> nicht.
Wieso nicht? Wenn schon sollte man das auch machen.
> Die Schaltung wäre in jedem Fall deutlich komplizierter und der Erfolg
> keineswegs garantiert :-(
Eben. Imho liegt das Problem auch eher weniger beim nicht einrueckenden
Zahnrad, diese Problem habe ich sehr sehr selten. Probleme sind halt
der unnoetige Freilauf und das Planetengetriebe, die durchrutschen
koennen, und der zu schwache Anlassermotor der es manchmal halt nicht schafft,
den Motor ueberhaupt ueber den Verdichtungstakt zu drehen.
Gruss,
Georg
> Vielleicht redest Du mal mit einem kooperationsbereiten
> Yamaha-Haendler, ob nicht die Anlasserteile der Bulldog in die
> TR1/XV750 passen. Meiner hat mir damals erzaehlt, als ich das
> abgeratschte Zwischenrad neu kaufte, dass der gleiche Anlasser ja
> auch in der <fluester>Virago</fluester> verwendet wuerde, und der
> waere mittlerweile verbessert und weiterentwickelt und die gleichen
> Teile gaebe es dann auch fuer die TR1.
Ich soll doch wohl nicht etwa weiteres Geld in eine Viagra stecken oder?
Und dann auch noch Neuteile??? :-)
Nene, dieses Ding ist Forschungs- und Bastelobjekt. Zum Fahren habe ich
etwas anderes. Wenn sie irgendwann einmal wieder als zuverlässig gelten
kann, bekommt Schwiegerpapa sie.
>> Einer der Knackpunkte ist ja (sowohl bei der XV750SE als auch der
>> TR1) das Zwischenzahnrad, das in den Zahnkranz der Lima eingreifen
>> soll, dieses aber manchmal nicht so richtig kann weil es sich zum
>> Zeitpunkt des Eingreifens bereits dreht und demzufolge Zahn an Zahn
>> schnell aneinander vorbeirattern. Die entstehenden Geräusche sind
>> allen TR1/XV Fahrern wohlbekannt.
>
>
> Das passiert aber imho nur, wenn der Motor einmal kurz zuendet,
> wodurch er eine hoehere Drehzahl bekommt und das Zwischenrad
> ausrueckt. Dieses sitzt ja verschiebbar auf einer Welle mit
> Steilgewinde wodurch es sich quasi selbst einrueckt, solange der
> Anlasser den Motor treibt, und wird
Moment mal! Bei der "Kleinen" ist definitiv ein Steilgewinde auf dieser
Achse. Muß auch so, da es ja keine elektromagnetische "Einspurhilfe"
gibt. Bei der TR1 ist die Achse doch geradeverzahnt oder hat sich da
auch im Leben der TR1 einiges konstruktiv geändert?
> Beste Abhilfe ist imho dafuer, a) ein neues Zwischenrad einzubauen.
> Die heute lieferbaren Raeder haben eine etwas andere Verzahnung mit
> an der Seite abgeschraegten Zaehnen, die ein leichteres Einspuren
> ermoeglichen.
Habe ich, (inkl Federsatz, bei der TR1 ebenfalls nicht vorhanden) aber
trotzdem geht jeder 2. Anlaßvorgang mit Geratter vonstatten. Das ist
halt DIE Schwachstelle im Anlasser der Kleinen, dafür geht dort der
teure Freilauf nicht kaputt (es gibt nämlich keinen)
> Ist das nicht eh schon aehnlich realisiert. Der Magnetschalter hat
> seinen Masseanschluss naemlich ueber den Anlassermotor. Ich weiss
> das, weil bei meinem Anlasser letztes Jahr der Anker defekt war. Dort
> wo die Wicklungsdraehte am Kollektor angeloetet sind, war das Zinn
> ausgeschmolzen, und der Magnetschalter rueckte damit auch garnicht
> mehr ein. Also wird imho schon beim Einruecken der Anlassermotor mit
> Strom versorgt, allerdings ueber die Spule des Magnetschalters als
> Vorwiderstand. Ob das reicht um ihn in eine leichte Drehung zu
> versetzen, weiss ich aber auch nicht. Wenn der Magnetschalter
> angezogen hat, schliesst er einen Kontakt der den Motor dann ueber
> die dicke Leitung direkt mit Spannung versorgt.
>
Klingt logisch und ich habe das anhand des Schaltplanes nachvollziehen
können. Aber woher kommt dann das auch bei der TRine zeitweilig
auftretende Geratter schon beim Einspuren? Das Forum ist voll mit diesen
Meldungen und ausgefranzte Zahnkränze hat aich jeder. So selten kann
das Problem also doch nicht auftreten.
>> Die Schaltung wäre in jedem Fall deutlich komplizierter und der
>> Erfolg keineswegs garantiert :-(
>
>
> Eben. Imho liegt das Problem auch eher weniger beim nicht
> einrueckenden Zahnrad, diese Problem habe ich sehr sehr selten.
wie gesagt, bei der Kleinen das Hauptübel.
> Probleme sind halt der unnoetige Freilauf und das Planetengetriebe,
der Freilauf ist nicht überflüssig: Laut Yamaha soll man ihn nicht
lahmlegen, da ein plötzlich anspringender Motor so viel Kraft übertragen
können soll, daß es bis zum Gehäusebruch kommen kann.
Und das Planetengetriebe läßt sich ja auch dauerhaft bändigen, das
Problem sowohl der Kleinen als auch der TR1 kann als gelöst angesehen
werden.
> die durchrutschen koennen, und der zu schwache Anlassermotor der es
> manchmal halt nicht schafft, den Motor ueberhaupt ueber den
> Verdichtungstakt zu drehen.
Wie Du schon schriebst, mit einer gut geladenen Batterie ist der gar
nicht so schlapp. Ich habe allerdings auch noch keine Winterversuche
gestartet.
Grüße
Michael
> > Die Bulldog BT 1100 hat scheinbar die gleiche Mimik wie die XV 750,
> > jedenfalls "fehlt" dort ebenso der Magnetschalter oben auf dem
> > Anlasser.
> Oh nein! Die werden doch wohl nicht rezidivieren ......
> Vielleicht hat Yamaha ja auf das Einspuren endgültig verzichtet und nur
> einen Freilauf verwendet? Im Gegensatz zur XJ, bei der das so gelöst
> ist, ist bei den V2 Motoren ein gutes Herankommen an den Freilauf möglich.
Keine Ahnung, aber ich will demnext eh mal bei meinem Yamaha-Haendler
vorbeischauen und die Bulldog mal probefahren.
> > [durchratschender Anlasser]
> > Das passiert aber imho nur, wenn der Motor einmal kurz zuendet,
> > wodurch er eine hoehere Drehzahl bekommt und das Zwischenrad
> > ausrueckt. Dieses sitzt ja verschiebbar auf einer Welle mit
> > Steilgewinde wodurch es sich quasi selbst einrueckt, solange der
> > Anlasser den Motor treibt, und wird
> Moment mal! Bei der "Kleinen" ist definitiv ein Steilgewinde auf dieser
> Achse. Muß auch so, da es ja keine elektromagnetische "Einspurhilfe"
> gibt. Bei der TR1 ist die Achse doch geradeverzahnt oder hat sich da
> auch im Leben der TR1 einiges konstruktiv geändert?
Ich meine sehr, da waere ebenfalls ein Steilgewinde drauf, quasi als
Unterstuetzung des Magnetschalters. Kann mich aber niocht mehr genau erinnern
ist schon lange her dass ich die Seite zuletzt offen hatte. Wie gesagt habe
ich mit dem Mechanismus keine Probleme mehr, aber der Elektrik-Teil des
Anlassers macht mir dauernd zu schaffen...
> > Also wird imho schon beim Einruecken der Anlassermotor mit
> > Strom versorgt, allerdings ueber die Spule des Magnetschalters als
> > Vorwiderstand. Ob das reicht um ihn in eine leichte Drehung zu
> > versetzen, weiss ich aber auch nicht. Wenn der Magnetschalter
> > angezogen hat, schliesst er einen Kontakt der den Motor dann ueber
> > die dicke Leitung direkt mit Spannung versorgt.
> Klingt logisch und ich habe das anhand des Schaltplanes nachvollziehen
> können. Aber woher kommt dann das auch bei der TRine zeitweilig
> auftretende Geratter schon beim Einspuren? Das Forum ist voll mit diesen
> Meldungen und ausgefranzte Zahnkränze hat aich jeder. So selten kann
> das Problem also doch nicht auftreten.
Mit dem ollen Zahnrad war das bei mir auch so, aber seit ich ein neues
drin habe, haelt sich das Problem sehr in Grenzen.
> > Probleme sind halt der unnoetige Freilauf und das Planetengetriebe,
> der Freilauf ist nicht überflüssig: Laut Yamaha soll man ihn nicht
> lahmlegen, da ein plötzlich anspringender Motor so viel Kraft übertragen
> können soll, daß es bis zum Gehäusebruch kommen kann.
Ach was, der Motor beschleunigt doch nicht blitzartig auf 10krpm. ;-)
Und wie gesagt, wimret ist da noch das Steilgewinde welches das Zahnrad
ausruecken sollte.
> Und das Planetengetriebe läßt sich ja auch dauerhaft bändigen, das
> Problem sowohl der Kleinen als auch der TR1 kann als gelöst angesehen
> werden.
Ja, das Planetengetrieb ist nicht wirklich das Problem.
> > die durchrutschen koennen, und der zu schwache Anlassermotor der es
> > manchmal halt nicht schafft, den Motor ueberhaupt ueber den
> > Verdichtungstakt zu drehen.
> Wie Du schon schriebst, mit einer gut geladenen Batterie ist der gar
> nicht so schlapp. Ich habe allerdings auch noch keine Winterversuche
> gestartet.
Kaelte ist nicht das Problem, wenn der Motor warm ist und Kolben/Zylinder
schoen mit Oel benetzt sind und richtig abdichten, ist die Verdichtung
viel hoeher. Wenn der Motor dann direkt vorm Verdichtungstakt steht
habe ich ab und zu das Problem.
Gruss,
Georg