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Loch in gehärtetes Metall

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Helmut Wicht

unread,
Jun 5, 2018, 2:42:33 AM6/5/18
to
Ich müsste in den gehärteten (keine Ahnung, warum der gehärtet ist ..)
Kupplungskorb meiner OSL vier Löcher 3mm bohren - es kommt nicht auf's
hundertstel an, da muss nur ein Ölfangblech aufgenietet werden.

Ich lese, man könne einen Steinbohrer mit eingelöteter
Hartmetallschneide umschleifen (also eine Schneide und einen Freiwinkel
anschleifen) und damit harte Sachen bohren.

Ständerbohrmaschine ist zur Hand.

Erfahrungen?
Petroleum als Schneidöl?
Schnell bohren?
Langsam?

--
hwicht

Marc Stibane

unread,
Jun 5, 2018, 3:26:22 AM6/5/18
to
Helmut Wicht <wi...@em.uni-frankfurt.de> wrote:

> Ich müsste in den gehärteten (keine Ahnung, warum der gehärtet ist ..)
> Kupplungskorb

wg. Rattermarken?

--
In a world without walls and fences,
who needs windows and gates?

Werner Schmidt

unread,
Jun 5, 2018, 3:31:32 AM6/5/18
to
Helmut Wicht schrieb am 05.06.2018 um 08:42:

> Erfahrungen?

nicht bis kaum ...

> Petroleum als Schneidöl?

weiß nicht ...

> Schnell bohren?
> Langsam?

Langsam. Schnell wird zu warm, dann kannst Du auch gleich weichglühen,
bohren und wieder härten :-)

Obwohl Du Dir damit wohl auch Probleme mit der Formtreue einhandeln würdest.

Gruß
Werner

Bernd Laengerich

unread,
Jun 5, 2018, 3:54:13 AM6/5/18
to
Am 05.06.2018 um 08:42 schrieb Helmut Wicht:

> Ich müsste in den gehärteten (keine Ahnung, warum der gehärtet ist ..)
> Kupplungskorb meiner OSL vier Löcher

Der klassische Weg wäre Anlassen, bohren, härten. Aber selbst angelassen wird
der Korb "hart" sein, nicht mit normalem Baustahl zu vergleichen.

> Ich lese, man könne einen Steinbohrer mit eingelöteter Hartmetallschneide
> umschleifen (also eine Schneide und einen Freiwinkel anschleifen) und damit
> harte Sachen bohren.

Prinzipiell sollte das gehen, allerdings ist die Hartmetallschneide auch nicht
mit einer normalen Edelkorund-Schleifscheibe zu bearbeiten, da sollte es schon
eine Diamantscheibe (oder mind. SiC) sein (zumal Du umschleifen und nicht nur
nachschärfen willst und daher einen hohen Abtrag benötigst).
Zumindest für gewerbliche Anwender gilt AFAIK eine Absaugpflicht wegen der
Wolframcarbid- und Kobalthaltigen Stäube.

> Ständerbohrmaschine ist zur Hand.

Alternativ einen Hartmetallbohrer kaufen? DIN 6539 in VHM
<https://www.werkzeuge-bohrer.de/hartmetall-bohrer/DIN-6539-TIALN/>

aber ggf geht auch so einer nach DIN 8037:

<https://www.werkzeuge-bohrer.de/bohren-in-metall-und-stahl/HARDOX-Manganhartstahl/HM-Bohrer-Din-8037.html>

Angeblich sollen Titanbohrer "alles" außer Diamant bohren können, habe
keinerlei Erfahrungen damit.

> Petroleum als Schneidöl?
> Schnell bohren?
> Langsam?

Industriell wird mit VHM-Werkzeugen bei hoher Schnittgeschwindigkeit und sehr
guter Kühlschmierung gearbeitet. Dazu sind aber auch hochstabile Maschinen
nötig. Alle diese Bedingungen wirst Du nicht einhalten können, ich hoffe Dein
Bohrständer ist stabil und die Maschine hat einen guten Rundlauf. Dann eher
"langsam" (die Schnittgeschwindigkeit für VHM-Bohrer wirst Du ohnehin kaum
erreichen, selbst bei lahmen 20m/min sind das für einen 3mm-Bohrer 2200/min)
und mit wenig Zustellung, Kühlen mit Petroleum oder Schneidöl ist nicht
verkehrt wenn man kein geeignetes KS-Mittel hat.

Viel Erfolg!

Bernd

Helmut Wicht

unread,
Jun 5, 2018, 4:05:26 AM6/5/18
to
Danke - auch für mails.
Hab' mir einen "Vollhartmetallbohrer" bestellt, mal gucken, ob ich damit
in das Material komme, evt. nach diamantenem "Abdremeln" der
Härteschicht über dem Bohrloch...

--
hwicht

Volker Bartheld

unread,
Jun 5, 2018, 4:06:19 AM6/5/18
to
On Tue, 5 Jun 2018 08:42:19 +0200, Helmut Wicht wrote:
> Ich müsste in den gehärteten (keine Ahnung, warum der gehärtet ist ..)

Warum wohl ist der Kupplungkorb gehärtet?

Damit sich - so es eine Naß- bzw. Lamellenkupplung [1] ist - die Mitnehmer
der Druck- und Reibscheiben nicht in die Finger des Kupplungskorbs
einarbeiten [2]. Das gibt dann Grate (auch "Rattermarken" genannt) und sie
führen zu einem inkonsistenten Aus- bzw. Einrückverhalten ("rupfende
Kupplung") sowie übermäßiger Geräuschentwicklung, insbesondere im Leerlauf.
Dann sind nämlich die Lamellen entlastet, d. h. können im
Beschleunigungsprofil der Verbrennungstakte hin- und herschlackern. Worst
case wäre der (Ermüdungs)Bruch des Kupplungskorbs, dessen Fragmente lustig
durchs Getriebe schwirren.

Bei Alukupplungskörben und auf geringes Gewicht/geringe Schwungmassen
getrimmten Krädern ist das Problem natürlich besonders prominent (die
typischerweise eingebrachte Harteloxierung und die Verwendung von
entsprechenden Legierungen wirkt auch keine Wunder) - ich kann mir aber
gut vorstellen, daß man (D)einem Stahlkupplungskorb eine Härteschicht
spendiert hat, weil es damals mit den Legierungen nicht so weit her war
und die Wurfpassungen der Lamellen/Mitnehmer ihr Übriges tun.

> Kupplungskorb meiner OSL vier Löcher 3mm bohren - es kommt nicht auf's
> hundertstel an, da muss nur ein Ölfangblech aufgenietet werden.

Das sind rotierende Teile. Ist Dein Ölfangblech rotatsionssymmetrisch bzw.
kannst Du sicherstellen, daß keine Unwucht entsteht? Was passiert, wenn
(zu kleine) Nieten sich lösen, abgeschert werden und davonfliegen, kann
man sich sehr gut am tragischen DUU/DUW-Getriebe (u. a. auch in meinem
olympischen Alptraum verbaut und natürlich dort ebenfalls abgefallen, mit
1k6€ teurem Getriebeplatzer=Totalschaden) vergegenwärtigen [3].

> Ich lese, man könne einen Steinbohrer mit eingelöteter Hartmetallschneide
> umschleifen (also eine Schneide und einen Freiwinkel anschleifen) und
> damit harte Sachen bohren.

Die Härteschicht ist oberflächlich. Diese mit einem Diamantfräser [4]
abfräsen und dann mit normalem HSS-Werkzeug weiter.

> Ständerbohrmaschine ist zur Hand.
> Erfahrungen?

Steinbohrer haben Hartmetallschneiden, ja. Deren Oberflächenhärte ist
vergleichbar mit der Deines Werkstoffes oder der eines
Wolfram-Carbid-Hartmetallfräsers. Da kann man auch gleich Letzteren
versuchen. Gebohrt wird da besser gar nicht(s), weil die Zentrierspitze
(die Dein umgebauter und durch die Schleiferei gefickter Steinbohrer nicht
hat) keinen Halt findet und wegläuft. Das sind dann nicht ein paar 1/10
sondern ein lockerer Millimeter.

> Petroleum als Schneidöl?

Schneidöl für Stahl.

> Schnell bohren?
> Langsam?

Langsam fräsen. Gut kühlen. Weder Hartmetall- noch Diamantfräser mögen
übermäßige Hitze.

Volker

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Lamellenkupplung
[2] http://www.svrider.de/Homepage/Bildergalerien/7089197484045e2db13e17.jpg
http://www.powerwheelie.de/index.php?/topic/3379-verschlei%C3%9Fbild-kupplungskorb/
[3] https://www.seat-portal.de/attachments/DSC01338[2929].jpg
[4] https://www.datron.de/de_de/cnc-fraeswerkzeuge/lieferprogramm/datron-diamant-fraeser.html#_c5159

Volker Bartheld

unread,
Jun 5, 2018, 4:09:19 AM6/5/18
to
Du hast es ganz schön eilig.

Helmut Wicht

unread,
Jun 5, 2018, 4:31:28 AM6/5/18
to
Am 05.06.2018 um 10:09 schrieb Volker Bartheld:

> Du hast es ganz schön eilig.

Ich will das Gelumpe am kommenden WE wieder zusammensetzen können. Ich
hatte das abgefallene Ölfangblech (siehe meinen Post weiter unten
"Erlkönig") vor 15 Jahren (!) mit Sekundenkleber aufgeklebt (eben weil
ich nicht in das Metall des Korbes hineinkam) - 15 Jahre sind für eine
solche Pfuschlösung eigentlich nicht schlecht ... aber jetzt will ich's
richtig machen.

Fast mehr Sorgen macht mir aber 'was anderes, und ich denke, Du bist der
richtige Mann (der professionalisierten Heimwerkerkatastrophe), um das
Dir gegenüber zu beklagen:

Das Ritzel der Kette des Hinterradantriebens wird auf der
Getriebeabtriebswelle vermittels einer Verschraubung

M 32 x 1,25 links

gehalten. Das entsprechende Gewinde auf der Abtriebswelle ist ein wenig
gnaddelig. Ich wollte es nachschneiden, wissend, dass ein Schneideisen
in dieser Größe nicht ganz preiswert sein würde. Es gibt in dieser
Steigung aber gar keine Schneideisen M 32 - vermutlich ist das letzte
Eisen in dieser bizarren Größe anno neunzehnhundertundhund, als sie in
Neckarsulm die Motorradproduktion eingestellt haben, auf den Schrott
gewandert.

Oder die Grössenangabe im (originalen) NSU-Ersatzteilkatalog stimmt
nicht. Ich geh' da noch mal mit der Gewindelehre 'ran.


--
hwicht

Volker Bartheld

unread,
Jun 5, 2018, 4:55:31 AM6/5/18
to
On Tue, 5 Jun 2018 10:31:25 +0200, Helmut Wicht wrote:
> Das Ritzel der Kette des Hinterradantriebens wird auf der
> Getriebeabtriebswelle vermittels einer Verschraubung
> M 32 x 1,25 links
> gehalten. Das entsprechende Gewinde auf der Abtriebswelle ist ein wenig
> gnaddelig. Ich wollte es nachschneiden

Da gibt es sehr unterschiedliche Konzepte, die von "Wurfpassung" (das
Ritzel wird auf die Keil- bzw. Kerbverzahnung der Abtriebswellen geschoben
und mit einem Sicherungs-/Seegerring am Herunterfallen gehindert) über
einen Konussitz mit Kontermutter bis hin zu irgendwelchen Federtellern
reichen, die mit hochfesten Schrauben und Innengewinde der Welle auf
Spannung gebracht werden. Yamaha bevorzugt eine Abwandlung der
Wurfpassung, wo eine Metallplatte bis zur Nut aufgeschoben wird, dann
verdreht und mit zwei Schräubchen befestigt. Bei KTM tendiert man m. W. n.
zur letzten Option, ich vermute einfach "weil man es kann".

Einen wirklich relevanten Vorteil gegenüber Option 1, die an meinen
japanischen Crossrädern verwendet wird, konnte ich nicht erkennen, weder
die Keilwelle noch das Ritzel scheinen im Geländebetrieb irgendeinem
übermäßigen Verschleiß zu unterliegen.

Soll heißen: Deine Verschraubung könnte möglicherweise komplett optional
sein. Wenn Du eine Möglichkeit findest, das Ritzel mit etwas Luft an
seinem Platz zu halten, dann ist das auch OK. Also eine passende
Unterlegscheibe mit ID entsprechend dem AD der Abtriebswelle, außen eine
umlaufende Nut abstechen, die einem DIN471/472 genügend Raum bietet und
der Drops ist gelutscht. Wer die Welle nicht ausbauen will oder kann,
flext sich die Nut eben fix rein.

Ja, das ist mglw. Pfusch, eine etwaige Härteschicht ist im Bereich der Nut
natürlich perdu. Wenn das Außengewinde aber ohnehin schon ausgenudelt ist,
war es mit "hart" wohl eher nicht so weit her.

> Es gibt in dieser Steigung aber gar keine Schneideisen M 32 - vermutlich
> ist das letzte Eisen in dieser bizarren Größe anno
> neunzehnhundertundhund, als sie in Neckarsulm die Motorradproduktion
> eingestellt haben, auf den Schrott gewandert.

Vielleicht findest Du eine passende Gewindefeile.

> Oder die Grössenangabe im (originalen) NSU-Ersatzteilkatalog stimmt
> nicht. Ich geh' da noch mal mit der Gewindelehre 'ran.

Das wäre ratsam.

Volker

Helmut Wicht

unread,
Jun 5, 2018, 4:56:11 AM6/5/18
to
Am 05.06.2018 um 10:06 schrieb Volker Bartheld:

> Das sind rotierende Teile. Ist Dein Ölfangblech rotatsionssymmetrisch bzw.
> kannst Du sicherstellen, daß keine Unwucht entsteht?
Ist symmetrisch. Und aus dünnem (1mm) Alu.

Was passiert, wenn
> (zu kleine) Nieten sich lösen, abgeschert werden und davonfliegen, kann
> man sich sehr gut am tragischen DUU/DUW-Getriebe (u. a. auch in meinem
> olympischen Alptraum verbaut und natürlich dort ebenfalls abgefallen, mit
> 1k6€ teurem Getriebeplatzer=Totalschaden) vergegenwärtigen [3].

Segen des Alteisens: Kupplung liegt offen, nackt und trocken ausserhalb
des Getriebegehäuses. Wenn da was abfällt, fällt es in die umgebende
Landschaft. Wahlweise in die Ketten des Primär- oder Sekundärtriebes.
Oder sonstige Katastrophen. Siehe "Erlkönig"-Post.

Das linsenartige Ölfangblech, das zwischen dem Abztriebsritzel und dem
Boden des Kupplungskorbes (der Nabe der Kupplung) auf dem letzteren
sitzt, dient dazu, das Öl der Verlustschmierung (welche über ein
Röhrchen da hineintröpfelt) dem grossen Aussen(rollen)lager zwischen
Kupplungsnabe (auf Getriebeeingangswelle) und Kupplungskorb (der
zugleich die Primärkettenverzahnung trägt) zuzuführen. Jenes Lager wird
eigentlich nur gebraucht, wenn man bei laufendem Motor und eingelegtem
Gang im Stand die Kupplung zieht - also beim Anfahren.


> Steinbohrer haben Hartmetallschneiden, ja.
(snip)

Danke, werde ich beherzigen.
--
hwicht

Helmut Wicht

unread,
Jun 5, 2018, 5:02:27 AM6/5/18
to
Am 05.06.2018 um 10:55 schrieb Volker Bartheld:


> Da gibt es sehr unterschiedliche Konzepte, die von "Wurfpassung" (das
> Ritzel wird auf die Keil- bzw. Kerbverzahnung der Abtriebswellen geschoben
> und mit einem Sicherungs-/Seegerring am Herunterfallen gehindert) über
> einen Konussitz mit Kontermutter bis hin zu irgendwelchen Federtellern
> reichen, die mit hochfesten Schrauben und Innengewinde der Welle auf
> Spannung gebracht werden. Yamaha bevorzugt eine Abwandlung der
> Wurfpassung, wo eine Metallplatte bis zur Nut aufgeschoben wird, dann
> verdreht und mit zwei Schräubchen befestigt. Bei KTM tendiert man m. W. n.
> zur letzten Option, ich vermute einfach "weil man es kann".

Nee, das muss bei NSU richtig angepatscht werden, denn diese
Verschraubung hält, via diverser Distanz- und Druckstücke, die noch
hinter dem Ritzel sitzen, die Getriebehauptwelle in ihrem Lager in
Position. Muskelschmalz, Loctite, Sicherungsblech: das ganze Programm.


--
hwicht

Heinz Frada

unread,
Jun 6, 2018, 6:51:19 PM6/6/18
to
Servus

> Am 05.06.2018 um 10:06 schrieb Volker Bartheld:
>
>
Danke!

HF


---
Diese E-Mail wurde von AVG auf Viren geprüft.
http://www.avg.com

Heinz Frada

unread,
Jun 6, 2018, 6:56:16 PM6/6/18
to
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