On Tue, 5 Jun 2018 08:42:19 +0200, Helmut Wicht wrote:
> Ich müsste in den gehärteten (keine Ahnung, warum der gehärtet ist ..)
Warum wohl ist der Kupplungkorb gehärtet?
Damit sich - so es eine Naß- bzw. Lamellenkupplung [1] ist - die Mitnehmer
der Druck- und Reibscheiben nicht in die Finger des Kupplungskorbs
einarbeiten [2]. Das gibt dann Grate (auch "Rattermarken" genannt) und sie
führen zu einem inkonsistenten Aus- bzw. Einrückverhalten ("rupfende
Kupplung") sowie übermäßiger Geräuschentwicklung, insbesondere im Leerlauf.
Dann sind nämlich die Lamellen entlastet, d. h. können im
Beschleunigungsprofil der Verbrennungstakte hin- und herschlackern. Worst
case wäre der (Ermüdungs)Bruch des Kupplungskorbs, dessen Fragmente lustig
durchs Getriebe schwirren.
Bei Alukupplungskörben und auf geringes Gewicht/geringe Schwungmassen
getrimmten Krädern ist das Problem natürlich besonders prominent (die
typischerweise eingebrachte Harteloxierung und die Verwendung von
entsprechenden Legierungen wirkt auch keine Wunder) - ich kann mir aber
gut vorstellen, daß man (D)einem Stahlkupplungskorb eine Härteschicht
spendiert hat, weil es damals mit den Legierungen nicht so weit her war
und die Wurfpassungen der Lamellen/Mitnehmer ihr Übriges tun.
> Kupplungskorb meiner OSL vier Löcher 3mm bohren - es kommt nicht auf's
> hundertstel an, da muss nur ein Ölfangblech aufgenietet werden.
Das sind rotierende Teile. Ist Dein Ölfangblech rotatsionssymmetrisch bzw.
kannst Du sicherstellen, daß keine Unwucht entsteht? Was passiert, wenn
(zu kleine) Nieten sich lösen, abgeschert werden und davonfliegen, kann
man sich sehr gut am tragischen DUU/DUW-Getriebe (u. a. auch in meinem
olympischen Alptraum verbaut und natürlich dort ebenfalls abgefallen, mit
1k6€ teurem Getriebeplatzer=Totalschaden) vergegenwärtigen [3].
> Ich lese, man könne einen Steinbohrer mit eingelöteter Hartmetallschneide
> umschleifen (also eine Schneide und einen Freiwinkel anschleifen) und
> damit harte Sachen bohren.
Die Härteschicht ist oberflächlich. Diese mit einem Diamantfräser [4]
abfräsen und dann mit normalem HSS-Werkzeug weiter.
> Ständerbohrmaschine ist zur Hand.
> Erfahrungen?
Steinbohrer haben Hartmetallschneiden, ja. Deren Oberflächenhärte ist
vergleichbar mit der Deines Werkstoffes oder der eines
Wolfram-Carbid-Hartmetallfräsers. Da kann man auch gleich Letzteren
versuchen. Gebohrt wird da besser gar nicht(s), weil die Zentrierspitze
(die Dein umgebauter und durch die Schleiferei gefickter Steinbohrer nicht
hat) keinen Halt findet und wegläuft. Das sind dann nicht ein paar 1/10
sondern ein lockerer Millimeter.
> Petroleum als Schneidöl?
Schneidöl für Stahl.
> Schnell bohren?
> Langsam?
Langsam fräsen. Gut kühlen. Weder Hartmetall- noch Diamantfräser mögen
übermäßige Hitze.
Volker
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Lamellenkupplung
[2]
http://www.svrider.de/Homepage/Bildergalerien/7089197484045e2db13e17.jpg
http://www.powerwheelie.de/index.php?/topic/3379-verschlei%C3%9Fbild-kupplungskorb/
[3]
https://www.seat-portal.de/attachments/DSC01338[2929].jpg
[4]
https://www.datron.de/de_de/cnc-fraeswerkzeuge/lieferprogramm/datron-diamant-fraeser.html#_c5159