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Ducati 1098/848 Leerlauf

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Clemens Gleich

unread,
Mar 19, 2008, 11:03:00 AM3/19/08
to
Hallo,

die von mir beschriebenen Leerlaufprobleme bei 1098 und 848 (siehe
Italiener-Diskussion) sind laut Hersteller angegangen worden: Es gibt ein
neues Leerlaufprogramm, das die Probleme behebt. Jeder Duc-Händler sollte
das vorliegen haben und über die Diagnoseschnittstelle einspielen können.

Anders als von mir vermutet liegt das Absterben nicht am
Leerlauf-/Seitenständerschalter (die Leerlauflampe geht gern aus, daher die
Vermutung), sondern an der Gemischanfettung: Im Leerlauf wird derartig viel
eingespritzt, dass sich Tropfen an den Drosselklappen bilden, die
schließlich zum Aubsterben des Motors führen. Da Problem und Lösung reine
Software sind, sollte der Tausch schnell vonstatten gehen.

Ich warte ja noch drauf, dass es bald im Internet die jeweils neuen Mappings
und Regelkreise gibt, die man direkt daheim per Garagenfunk (Bluetooth) auf
die Motorbox spielt.


Gruß,
Clemens


Christoph Baurichter

unread,
Mar 19, 2008, 12:17:54 PM3/19/08
to
Hiho,

On Wed, 19 Mar 2008, "Clemens Gleich"
<clemenspu...@mnviecher.net> wrote:

>Ich warte ja noch drauf, dass es bald im Internet die jeweils neuen Mappings
>und Regelkreise gibt, die man direkt daheim per Garagenfunk (Bluetooth) auf
>die Motorbox spielt.

.... und die Bank bei nicht gezahlten Raten die wegfahrsperre
reinhaut. Jepp. Schönebeuwelt.

Ciao
CeBe
--
Christoph Baurichter mailto:cba...@gmx.de
91er GSX600F, 84er RD500LC, 89er GSX1100R JRF#650 AfbbiA#1
Chopper sind nichts fuer Ahnungslose.
Chopper sind was fuer komplett Ahnungslose. JS in mo 5/98

Christoph Baurichter

unread,
Mar 19, 2008, 12:44:14 PM3/19/08
to
Hi,

On Wed, 19 Mar 2008 17:17:54 +0100, Christoph Baurichter
<cba...@gmx.de> wrote:

>.... und die Bank bei nicht gezahlten Raten die wegfahrsperre
>reinhaut. Jepp. Schönebeuwelt.

Schöneneuewelt war gemeint.

Message has been deleted

Werner Schmidt

unread,
Mar 19, 2008, 3:39:18 PM3/19/08
to
Hallo Christoph Baurichter, Du schriebst am 19.03.2008 17:44

> On Wed, 19 Mar 2008 17:17:54 +0100, Christoph Baurichter
> <cba...@gmx.de> wrote:
>
>> .... und die Bank bei nicht gezahlten Raten die wegfahrsperre
>> reinhaut. Jepp. Schönebeuwelt.
>
> Schöneneuewelt war gemeint.

Macht nix. Kann sich ja jeder mal einfangen, so einen Schnupfen.

Gruß
Werner

Achim Boy

unread,
Mar 19, 2008, 3:55:34 PM3/19/08
to
Am Wed, 19 Mar 2008 20:34:03 +0100 schrieb Frank Kemper
<sampl...@googlemail.com>:

> Christoph Baurichter wrote:
>> Hi,
>> On Wed, 19 Mar 2008 17:17:54 +0100, Christoph Baurichter
>> <cba...@gmx.de> wrote:
>>> .... und die Bank bei nicht gezahlten Raten die wegfahrsperre
>>> reinhaut. Jepp. Schönebeuwelt.
>> Schöneneuewelt war gemeint.

> Das mit der Bank täte mich als Gebrauchtfahrzeugkäufer und Barzahler
> nicht so nerven. Irritierender finde ich die Pläne, die gerade in
> Dänemark mit Fahranfängern laufen: Im Auto sitzt ein GPS-Sensor, der
> permanent die Fahrtroute und die gefahrene Geschwindigkeit trackt. Bei
> Überschreitungen gibt es automatisch Meldung an die Versicherung und die
> Prämie steigt.

Erschröckend, aber nicht durchsetzbar.

Wie will denn der Gesetzgeber den armen Fahranfänger dazu verpflichten,
ständig die Stromversorgung und Sendeleistung seines kleinen Maulwurfs zu
gewährleisten?

Da reicht ja schon die Alufolie, die die Freundin beim Schokoladefuttern
_leider_ an der falschen Stelle vergessen hat oder eine abgeknickte/
beschädigte Antenne, je nachdem, wie gefunkt werden soll.

Und die Elektrik bei solch armen Studikarren (ich entsinne mich
schwach...) ist ja auch dermassen schwach und defektanfällig verlegt, "ach
Hörr Wachtweister, ich weiß ja auch nicht, warum nach dem Anschluss der
umpf-umpf-Anlage der Gps-Sender nicht mehr ging..."

Die Aktion aus Dänemark ist in Deutschland auch datenschutzrechtlich (noch
nicht) durchsetzbar.

Locker bleiben.

Achim

--

private mails bitte an: achim.123 at t-online.de
Das at-Zeichen bitte sinngemäß einsetzen

Uwe Schickedanz

unread,
Mar 19, 2008, 5:25:35 PM3/19/08
to
On Wed, 19 Mar 2008 20:55:34 +0100, "Achim Boy" <nomail@invalid>
wrote:

>Erschröckend, aber nicht durchsetzbar.
>
>Wie will denn der Gesetzgeber den armen Fahranfänger dazu verpflichten,
>ständig die Stromversorgung und Sendeleistung seines kleinen Maulwurfs zu
>gewährleisten?
>
>Da reicht ja schon die Alufolie, die die Freundin beim Schokoladefuttern
>_leider_ an der falschen Stelle vergessen hat oder eine abgeknickte/
>beschädigte Antenne, je nachdem, wie gefunkt werden soll.
>
>Und die Elektrik bei solch armen Studikarren (ich entsinne mich
>schwach...) ist ja auch dermassen schwach und defektanfällig verlegt, "ach
>Hörr Wachtweister, ich weiß ja auch nicht, warum nach dem Anschluss der
>umpf-umpf-Anlage der Gps-Sender nicht mehr ging..."

If GPS<>true, goto to kill engine.

Ups.

Gruß Uwe

--

- Du solltest langsamer fahren.
- Du solltest gar nicht fahren.
Dirk Straka und Wolfgang Decker in drm
=== http://www.sicherheitslampe.de ===

Martin 'Cherry' Kirsch

unread,
Mar 19, 2008, 5:34:37 PM3/19/08
to
Uwe Schickedanz schrieb:

>
> If GPS<>true, goto to kill engine.

Sauber. Damit vermeidet man dann auch konsequent Unfälle auf regennasser
Straße, im Nebel und im Schneesturm.


Martin
--

C.H.E.R.R.Y.:
Cybernetic Humanoid Engineered for Repair and Rational Yardwork

Uwe Schickedanz

unread,
Mar 19, 2008, 5:43:19 PM3/19/08
to
On Wed, 19 Mar 2008 22:34:37 +0100, Martin 'Cherry' Kirsch
<mar...@kirschen.org> wrote:

>Uwe Schickedanz schrieb:
>>
>> If GPS<>true, goto to kill engine.
>
>Sauber. Damit vermeidet man dann auch konsequent Unfälle auf regennasser
>Straße, im Nebel und im Schneesturm.

Das hatte ich dabei im Hinterkopf.

Alles, was technisch machbar ist, wird eines Tages realisiert. Das
dürfte ein Axiom sein. Kontrollfreaks wie Schäuble beschleunigen diese
Entwicklung, ausweichen können wir ihr nicht.

Ralf Kiefer

unread,
Mar 19, 2008, 5:50:56 PM3/19/08
to
Christoph Baurichter wrote:

> On Wed, 19 Mar 2008, "Clemens Gleich"
> <clemenspu...@mnviecher.net> wrote:
>
> >Ich warte ja noch drauf, dass es bald im Internet die jeweils neuen Mappings
> >und Regelkreise gibt, die man direkt daheim per Garagenfunk (Bluetooth) auf
> >die Motorbox spielt.
>
> .... und die Bank bei nicht gezahlten Raten die wegfahrsperre
> reinhaut.

Oder Du kommst an der Poserkurve vorbei, wo ich nie anhalten würde, weil
sich die ganzen Viren bereits funkenderweise breit machen und munter
poppend vermehren. Igitt ;-)

Gruß, Ralf
--
Zweitakter SWM RS 250 GS ('81), 1010 Teile
Zweitakter KTM 250 GS ('84), einige Teile
Viertakter KTM LC4 Adventure R, 46/46Mm
Achttakter KTM LC8 Adventure S, 32/32Mm

Wolfgang Horejsi

unread,
Mar 19, 2008, 11:52:32 PM3/19/08
to
"Achim Boy" <nomail@invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:op.t794a...@smtp.t-online.de...

>> nicht so nerven. Irritierender finde ich die Pläne, die gerade in
>> Dänemark mit Fahranfängern laufen: Im Auto sitzt ein GPS-Sensor, der
>> permanent die Fahrtroute und die gefahrene Geschwindigkeit trackt. Bei
>> Überschreitungen gibt es automatisch Meldung an die Versicherung und die
>> Prämie steigt.
>
> Erschröckend, aber nicht durchsetzbar.
>
> Wie will denn der Gesetzgeber den armen Fahranfänger dazu verpflichten,
> ständig die Stromversorgung und Sendeleistung seines kleinen Maulwurfs zu
> gewährleisten?
>
> Da reicht ja schon die Alufolie, die die Freundin beim Schokoladefuttern
> _leider_ an der falschen Stelle vergessen hat oder eine abgeknickte/
> beschädigte Antenne, je nachdem, wie gefunkt werden soll.
>

Es wird sich ein Weg finden lassen, den Rabatt nur dann zu gewähren, wenn
KEINE Alufolie und keine abgeknickte Antenne die Übertragung behindert. MIT
Schokoladenfolie gibt es dann halt nur den "Standardtarif", der dann
allerdings abschreckend hoch ist.

--
Wolfgang Horejsi www.gebrauchtemotorradersatzteile.de


Achim Boy

unread,
Mar 20, 2008, 3:39:18 AM3/20/08
to
Am Wed, 19 Mar 2008 22:43:19 +0100 schrieb Uwe Schickedanz
<Uwe_use...@nurfuerspam.de>:

> On Wed, 19 Mar 2008 22:34:37 +0100, Martin 'Cherry' Kirsch
> <mar...@kirschen.org> wrote:
>
>> Uwe Schickedanz schrieb:
>>>
>>> If GPS<>true, goto to kill engine.
>>
>> Sauber. Damit vermeidet man dann auch konsequent Unfälle auf regennasser
>> Straße, im Nebel und im Schneesturm.
>
> Das hatte ich dabei im Hinterkopf.
>
> Alles, was technisch machbar ist, wird eines Tages realisiert. Das
> dürfte ein Axiom sein. Kontrollfreaks wie Schäuble beschleunigen diese
> Entwicklung, ausweichen können wir ihr nicht.

Dann wird aber auch konsequenterweise die Manipulation des GPS-Signals
kommen.
Das wird natürlich verboten, die Kontrolle aller Geräte wird aber aufgrund
des enormen Aufwandes nicht möglich sein, also verpufft die Sache, wie so
vieles...

Rainer Schlerege

unread,
Mar 20, 2008, 4:25:04 AM3/20/08
to
Am Wed, 19 Mar 2008 20:34:03 +0100 schrieb Frank Kemper:

>
> Das mit der Bank täte mich als Gebrauchtfahrzeugkäufer und Barzahler

> nicht so nerven. Irritierender finde ich die Pläne, die gerade in
> Dänemark mit Fahranfängern laufen: Im Auto sitzt ein GPS-Sensor, der
> permanent die Fahrtroute und die gefahrene Geschwindigkeit trackt. Bei
> Überschreitungen gibt es automatisch Meldung an die Versicherung und die
> Prämie steigt.

Und wie is das, wenn dieser jeder Fahranfänger zum Perfektionstraining auf
BundesdeutschenDosenBahnen unterwegs ist und v max fährt?
Es gibt ja schließlich im BW und BY nen paar Strecken wo es keine
Beschränkung gibt.

Tschö,
RainR
--
Viatores sumus quod patres nostres margine viae sepulti sunt.

Message has been deleted

Christoph Baurichter

unread,
Mar 20, 2008, 6:29:43 AM3/20/08
to
Hiho,

On Wed, 19 Mar 2008, Frank Kemper <sampl...@googlemail.com> wrote:

>Christoph Baurichter wrote:
>> Schöneneuewelt war gemeint.


>Das mit der Bank täte mich als Gebrauchtfahrzeugkäufer und Barzahler
>nicht so nerven.

solange der Bestandsschutz gilt, OK. Aber der wird ja grade z.B. durch
die Feinstaubverordnung ad absurdum geführt, wie Du ja selbst an Hand
des Beispieles MB100 (danke dafür, das hat mich meine Pläne ein altes
WoMo zu kaufen nochmal überdenken lassen) aufgezeigt hast.

>Irritierender finde ich die Pläne, die gerade in
>Dänemark mit Fahranfängern laufen: Im Auto sitzt ein GPS-Sensor, der
>permanent die Fahrtroute und die gefahrene Geschwindigkeit trackt. Bei
>Überschreitungen gibt es automatisch Meldung an die Versicherung und die
>Prämie steigt.

*poff* Hammer. Hätt ich so von unserem Nachbarn nicht gedacht, hört
sich eher nach England an.

Christoph Baurichter

unread,
Mar 20, 2008, 6:33:25 AM3/20/08
to
Hiho,

On Wed, 19 Mar 2008, R.Kief...@gmx.de (Ralf Kiefer) wrote:

>Oder Du kommst an der Poserkurve vorbei, wo ich nie anhalten würde, weil
>sich die ganzen Viren bereits funkenderweise breit machen und munter
>poppend vermehren. Igitt ;-)

was man so hört, wohl eines der grossen Probleme, warum das mit den
sich untereinander selbst updatenden Dosen noch nicht Stand der
Technik ist.

Ralf Kiefer

unread,
Mar 20, 2008, 7:27:45 AM3/20/08
to
"Achim Boy" wrote:

> Dann wird aber auch konsequenterweise die Manipulation des GPS-Signals
> kommen.

Wer soll das wie manipulieren? Der Betreiber könnte von den Satelitten
herab was falsches funken. Das wäre möglich, dann aber ein generelles
Problem für (mindestens) die halbe Welt. Andere können GPS-Signale
lediglich "zerstören" und somit das GP-System unbrauchbar machen (, wenn
die Zielgruppe die GPS-Empfänger im mobilen Einsatz nutzt). Andrerseits
wäre der Ausfall des aktuellen GP-Systems bereits heute eine große
Katastrophe z.B. in der Seefahrt, da frühere Positionsbestimmungssystems
auf See teils bereits abgeschaltet wurden.


> Das wird natürlich verboten, die Kontrolle aller Geräte wird aber aufgrund
> des enormen Aufwandes nicht möglich sein, also verpufft die Sache, wie so
> vieles...

Es gibt nur sehr wenige Anbieter von GPS-Empfängern ("Chips"). Wer diese
kontrolliert, hat die Kontrolle über das System.

Peter Huyoff

unread,
Mar 21, 2008, 7:14:43 AM3/21/08
to
Ralf Kiefer wrote:

> "Achim Boy" wrote:
>
>> Dann wird aber auch konsequenterweise die Manipulation des GPS-Signals
>> kommen.
>
> Wer soll das wie manipulieren? Der Betreiber könnte von den Satelitten
> herab was falsches funken. Das wäre möglich, dann aber ein generelles
> Problem für (mindestens) die halbe Welt. Andere können GPS-Signale
> lediglich "zerstören" und somit das GP-System unbrauchbar machen (, wenn
> die Zielgruppe die GPS-Empfänger im mobilen Einsatz nutzt). Andrerseits
> wäre der Ausfall des aktuellen GP-Systems bereits heute eine große
> Katastrophe z.B. in der Seefahrt, da frühere Positionsbestimmungssystems
> auf See teils bereits abgeschaltet wurden.

Erst wenn der Himmel abgeschaltet wird, wird's wirklich schwierig! Dann
bleibt nur noch Koppelnavigation. ;^)

>> Das wird natürlich verboten, die Kontrolle aller Geräte wird aber
>> aufgrund des enormen Aufwandes nicht möglich sein, also verpufft die
>> Sache, wie so vieles...
>
> Es gibt nur sehr wenige Anbieter von GPS-Empfängern ("Chips"). Wer diese
> kontrolliert, hat die Kontrolle über das System.

Bei den geringen Signalfeldstärken sollte es doch locker möglich sein, die
Originalsignale lokal mit Falschsignalen wegzudrücken. Gibt es sowas nicht
schon für militärische Zwecke?

Man kann dann ja immer den Garagenstandort senden, oder eine unverfängliche
Lieblingsroute in der Nähe des derzeitigen Standortes abspielen. Im
Unfall-Fall wird dann eine gesetzeskonforme Fahrt zur Unfallstelle gesendet
und das System abgeschaltet. Wäre auf jeden Fall ein interessantes
Bastelprojekt. ;^)

Grüße, Peter

Clemens Gleich

unread,
Mar 21, 2008, 9:44:37 AM3/21/08
to
Christoph Baurichter:

>> Oder Du kommst an der Poserkurve vorbei, wo ich nie anhalten
>> würde, weil sich die ganzen Viren bereits funkenderweise breit
>> machen und munter poppend vermehren. Igitt ;-)
>
> was man so hört, wohl eines der grossen Probleme, warum das mit den
> sich untereinander selbst updatenden Dosen noch nicht Stand der
> Technik ist.

Ich hab mal in der c't genau dazu ein Essay anlässlich des Geburtstags einer
außerirdischen Dame geschrieben:
http://mnviecher.net/pferd/smartass.pdf
(PDF, 301 KByte, veröffentlicht 2003)
Die Anmerkung am Schluss steht da, weil ich das Dokument als Textprobe in
einer Bewerbung verwendet habe.

Generell finde ich es weniger bedenklich, *dass* es so viel Technik gibt
(Marelli bereitet mir Kopfschmerzen), sondern *wie* diese Technik eingesetzt
wird. Ich weiß von einem Test eines demnächst auf den Markt kommenden Autos,
das ein 300-seitiges Handbuch mitbrachte, in dem u. a. erklärt wurde, was
man alles elektronisch ohne Schraubenzieher von der Konsole aus verstellen
konnte - teils während der Fahrt. Die Einstellungen waren sehr weitreichend.
Man konnte durch wenige Tastenklicks das Fahrzeug nahezu unfahrbar und
hochgefährlich machen.

Reaktion der Techniker vor Ort: "Ja, aber niemand würde das so einstellen."
Mm-hm. Der typische Autofahrer, noch mehr der Motorradfahrer, hat doch
Probleme, überhaupt einen Radiosender oder Blinker zu finden. Welche
Kombinationen fahrtechnisch schlüssig und sinnvoll sind, weiß er meist nicht
und selbst wenn er es motorisch implizit weiß, kann er dieses Wissen nicht
der Elektronik kommunzieren. Er drückt ein paar Knöpfe und fährt los. Das
Auto wurde noch am Test per Krisensitzung von der Straße genommen, kein
Fahren mehr, sofortige Revision. Den Technikern ist das Bedienproblem
während der gesamten Entwicklungsphase nicht aufgefallen.

Die japanischen Motorradhersteller haben unter anderem deshalb einen guten
Ruf, weil sie es gern mit Einstein halten: Mach es so einfach wie möglich,
aber nicht einfacher. Die Japaner könnten genausoviele Spielereien einbauen
wie andere, immerhin haben sie Tamagotchi erfunden. Sie tun es nur kaum.
Stattdessen testen sie mehr. Daher funktionieren die Dinge, die da sind, im
Schnitt deutlich zuverlässiger: Wenig Funktion statt viel Fehlfunktion.

Mit viel Technik könnte man ein Fahrzeug erlebt einfacher machen. Der
Apple-Ansatz, den sie mal besser, mal schlechter durchhalten: Viel
Hirnschmalz von Seiten der Entwicklung, viel Technik im Hintergrund, wenig
Einstellmöglichkeiten, hauptsächlich einfach verwendbare Presets. Am besten
wäre natürlich konzeptionelle Einfachheit. Es gibt das Forschungsgebiet der
"Embodied Cognitive Science", die in Anlehnung an die Beispiele der
Evolution intelligente Systeme nie ohne ihre physikalischen Körper und
dementsprechende emergente Phänomene betrachtet. Es gibt einen Roboter, der
Treppen laufen kann. Er hat keinerlei Hirn, er hat keinerlei Aktuatoren.
Sowas ist halt schwieriger zu erdenken als ein fahrphysikalisch
nachdoktornder Eingriff ins Motormanagement.

Oh, nur für die, die es gar nicht begreifen: Ich rede nicht von einer
Rückkehr zu altem Geraffel mit zwar einfacher, aber wartungsintensiver
Technik. Vielmehr plädiere ich dafür, die heute im Überfluss vorhandenen
Möglichkeiten intelligenter zu nutzen. Lässt sich halt im Marketing schlecht
kommunzieren: "ESP, ABS, CBS, DSG, STAcc, ETC" versus "Wir haben ein
durchgängig gutes Gesamtfahrzeug aus einfachsten Strukturen gebaut".

> Ciao
> CeBe


Gruß,
Clemens


Richard Anacker

unread,
Mar 21, 2008, 1:40:33 PM3/21/08
to
Clemens Gleich (Freitag, 21. März 2008 14:44):


> Die japanischen Motorradhersteller haben unter anderem deshalb einen
> guten Ruf, weil sie es gern mit Einstein halten: Mach es so einfach
> wie möglich, aber nicht einfacher. Die Japaner könnten genausoviele
> Spielereien einbauen wie andere, immerhin haben sie Tamagotchi
> erfunden. Sie tun es nur kaum. Stattdessen testen sie mehr. Daher
> funktionieren die Dinge, die da sind, im Schnitt deutlich
> zuverlässiger: Wenig Funktion statt viel Fehlfunktion.

Nunja. Mir fällt bei diesen Zeilen spontan das umschaltbare Mapping ein,
etwas, das jeder Spocht-Fahrer unbedingt benötigt. Oder die doppelte
Drosselklappe, die jetzt schon, weil fehlend, im letzten Superbiketest
der ZDJLAKK erwähnt wurde.

Wenn ich mir überlege, dass meine Harley vor über 25 Jahren bei 280kg
Fahrgewicht plus damals noch nur 2 Zentnern Biopren mit antiker Technik
bei zügiger Fahrweise kaum über 6,5l/100 und bei normaler
Landstraßenfahrt unter 5 Litern blieb, dann fehlt mir auch bei den
Japanesen der Blick fürs Wesentliche. Von BMW mal ganz zu schweigen.

> Oh, nur für die, die es gar nicht begreifen: Ich rede nicht von einer
> Rückkehr zu altem Geraffel mit zwar einfacher, aber wartungsintensiver
> Technik.

Warum eigentlich nicht? Nur weil die Mannstunde mittlerweile so teuer
ist? Was soll bei heutiger Materialtechnik denn auf 3Mm im Jahr kaputt
gehen? Und Ventile einstellen sowie Vergaser syncen ist ein Klacks.
Alle 4 Jahre eine große Inspektion, sogar das Öl und die Ketten halten
heute für diese Spanne locker durch.

Vielleicht würde das auch wieder eine Interessentengruppe generieren.
Nicht mehr die Wheelie-Gameboy-Generation sondern Spaß am Fahrzeug, so
wie ihn Helmut erlebt. Früher war mal Automechaniker einer der
Traumberufe eines Hauptschulabgängers. Der Reiz des Umgangs mit der
Technik ist heute als Auswechsler sicher verloren.

richie
--
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Hannes Deeken

unread,
Mar 21, 2008, 2:21:08 PM3/21/08
to
Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:
> Wenn ich mir überlege, dass meine Harley vor über 25 Jahren bei 280kg
> Fahrgewicht plus damals noch nur 2 Zentnern Biopren mit antiker Technik
> bei zügiger Fahrweise kaum über 6,5l/100 und bei normaler
> Landstraßenfahrt unter 5 Litern blieb, dann fehlt mir auch bei den
> Japanesen der Blick fürs Wesentliche. Von BMW mal ganz zu schweigen.

Ich weiss ned, was Du hast. Das sind die Verbrauchswerte meines Gixers.
Ja, ok, mit umschaltbarem Mapping und doppelter Drosselklappe und nur
200kg. Aber dafür auch mit einem anderen Level von "zügig" ;)


zufrieden,
Hannes
--
Hannes Deeken aka Glenlivet GSX-R 1000 K7, GSX-R 600 K1(4sale)
<h...@cool.de> Hubraum entspannt - Drehzahl befreit RRR#86

Richard Anacker

unread,
Mar 21, 2008, 2:30:49 PM3/21/08
to
Hannes Deeken (Freitag, 21. März 2008 19:21):

> Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:
>> Wenn ich mir überlege, dass meine Harley vor über 25 Jahren bei 280kg
>> Fahrgewicht plus damals noch nur 2 Zentnern Biopren mit antiker
>> Technik bei zügiger Fahrweise kaum über 6,5l/100 und bei normaler
>> Landstraßenfahrt unter 5 Litern blieb, dann fehlt mir auch bei den
>> Japanesen der Blick fürs Wesentliche. Von BMW mal ganz zu schweigen.
>
> Ich weiss ned, was Du hast. Das sind die Verbrauchswerte meines
> Gixers. Ja, ok, mit umschaltbarem Mapping und doppelter Drosselklappe
> und nur 200kg. Aber dafür auch mit einem anderen Level von "zügig" ;)

a) vor 25 Jahren
b) mit zusammen 100kg mehr Masse als Dein Gespann
c) Auch damals schon konnte ich durchaus Landstraßenschnitt (nach meiner
Messweise, nicht der von Clemens) von über 70 fahren (4 Inch over,
Flachschiebervergaser Blue Magnum regeln, über 70PS).
d) mein Goodyear Eagel war nach einem Jahr und 18Mm noch so gut wie neu.
e) Harley

Man sollte meinen, dass in einem viertel-Jahrhundert der Fortschritt im
Moppedsektor größer sein sollte als das, was da geboten wird.

richie, auch damals schon zufrieden.

Clemens Gleich

unread,
Mar 21, 2008, 2:38:33 PM3/21/08
to
Richard Anacker:

>> Die japanischen Motorradhersteller haben unter anderem deshalb
>> einen guten Ruf, weil sie es gern mit Einstein halten: Mach es so
>> einfach wie möglich, aber nicht einfacher. Die Japaner könnten
>> genausoviele Spielereien einbauen wie andere, immerhin haben sie
>> Tamagotchi erfunden. Sie tun es nur kaum. Stattdessen testen sie
>> mehr. Daher funktionieren die Dinge, die da sind, im Schnitt
>> deutlich zuverlässiger: Wenig Funktion statt viel Fehlfunktion.
>
> Nunja. Mir fällt bei diesen Zeilen spontan das umschaltbare
> Mapping ein, etwas, das jeder Spocht-Fahrer unbedingt benötigt.
> Oder die doppelte Drosselklappe, die jetzt schon, weil fehlend, im
> letzten Superbiketest der ZDJLAKK erwähnt wurde.

Du wirst bei genauerem Lesen feststellen, dass ich schon selbst
relativierte. Ich wollte darauf hinaus, dass die japanischen Hersteller im
statistischen Schnitt weniger Funktionen bei höherer Zuverlässigkeit haben.
Negativbeispiele kommen in meiner Erfahrung aus Bayern und Italien.

> Wenn ich mir überlege, dass meine Harley vor über 25 Jahren bei
> 280kg Fahrgewicht plus damals noch nur 2 Zentnern Biopren mit
> antiker Technik bei zügiger Fahrweise kaum über 6,5l/100 und bei
> normaler Landstraßenfahrt unter 5 Litern blieb, dann fehlt mir
> auch bei den Japanesen der Blick fürs Wesentliche. Von BMW mal
> ganz zu schweigen.

F 800, Kawas 650er-Gegenläufer. Gut, die BMW will keiner haben, aber die
preiswerten Kwacks gehen gut. Und insgesamt wurden die Motorräder leichter
und verbrennen bei ungleich höherer Leistung sauberer. Die Japaner sind
konservativ und ich wollte sie keineswegs als optimales Beispiel loben, aber
die Nippon-Kräder funktionieren nach meiner Erfahrung einfach am
zuverlässigsten.

>> Oh, nur für die, die es gar nicht begreifen: Ich rede nicht von
>> einer Rückkehr zu altem Geraffel mit zwar einfacher, aber
>> wartungsintensiver Technik.
>
> Warum eigentlich nicht?

Du schreibst es doch selbst:

> Nur weil die Mannstunde mittlerweile so
> teuer ist? Was soll bei heutiger Materialtechnik denn auf 3Mm im
> Jahr kaputt gehen? Und Ventile einstellen sowie Vergaser syncen
> ist ein Klacks. Alle 4 Jahre eine große Inspektion, sogar das Öl
> und die Ketten halten heute für diese Spanne locker durch.

Ich lese hier zwei mal "heute". Damit meinst Du grob dasselbe wie ich: Man
könnte heute immer noch einfach bauen und es würde besser funktionieren als
früher. Ich kann hier auch nochmal ER-6 sagen, das ist kein optimales, aber
immerhin reales Beispiel (häng Dich jetzt halt nicht an den Vergasern auf).

> Vielleicht würde das auch wieder eine Interessentengruppe
> generieren. Nicht mehr die Wheelie-Gameboy-Generation sondern Spaß
> am Fahrzeug, so wie ihn Helmut erlebt.

Helmut hatte als Kind keinen Game Boy. Ich schon. Und ich hab trotzdem Spaß
am Fahrzeug, allerdings zugegebenermaßen hauptsächlich an der Fahrt, weniger
am Zeug, wenn es steht und nicht geht. Ich sags immer wieder: Jedem das
Seine. Und die nächste Generation, die zwar klein, aber existent ist, steht
da eher auf meiner Seite.

> Früher war mal
> Automechaniker einer der Traumberufe eines Hauptschulabgängers.
> Der Reiz des Umgangs mit der Technik ist heute als Auswechsler
> sicher verloren.

Das hört sich an, als kennst Du die neue Generation der Fahrzeugentwickler
nicht. Es gibt in der vor noch gar nicht so langer Zeit neu gegründeten
Rennsportabteilung von Bosch Jobs, in denen man gleichzeitig
Programmierer-Geek und Testfahrer sein muss. Man schreibt Regelkreise und
entwirft Mappings, die man dann selbst in die Testkarre überspielt und
testet. Toller Job, ich durfte ihn mangels Studium damals trotz
Praxiserfahrung leider nicht machen.

Die Bastler von heute sind immer auch Hacker, weil die Hersteller ihnen
überall den Zutritt verbieten wollen. Doch im Prinzip kann man eine frei
programmierbare Zündbox kaufen und auch mit geringerem Fertigkeitslevel sein
eigenes Ding machen. Klar passt die Fahrzeugtechnik als
Mechatronik-Software-Amalgam nicht jedem, aber es gab schon früher und immer
Schrauber, die mit Elektrik rein gar nichts anfangen konnten. Was sollen die
dann erst mit Mikrocontrollern?

Ich weiß nicht, inwieweit Du junge, in Sachen KFZ interessierte Leute
kennst, aber ich kann den "Reiz des Umgangs mit der Technik" keinesfalls als
verloren erkennen. Dass irgendwann IT-Verweigerer auf der Strecke bleiben
werden, zeichnete sich schon 1979 mit den ersten Motorboxen ab. Und zum
Auswechseln: Defekte Teile wurden schon immer gern gewechselt, weil eine
Reparatur schwieriger ist. Es beeindruckt den Kunden nur mehr, wenn der Mech
mit öligen Händen einen Zylinderkopfdeckel wechselt, als wenn er eine
schwarze Plastikkiste tauscht, die er nicht versteht. In beiden Fällen wäre
eine Reparatur vielleicht möglich, aber aufwendiger gewesen.

> richie


Gruß,
Clemens


Clemens Gleich

unread,
Mar 21, 2008, 2:54:51 PM3/21/08
to
Richard Anacker:

> richie, auch damals schon zufrieden.

Wenn Du heute auf den Krapfen steigen würdest, tätest Dich ganz schon
erschrecken und erst nach ein paar Tankfüllungen wieder sagen, dass früher
ja auch alles schon gut war. Man gewöhnt sich schnell an alles.


Gruß,
Clemens


Richard Anacker

unread,
Mar 21, 2008, 3:05:25 PM3/21/08
to
Clemens Gleich (Freitag, 21. März 2008 19:38):

> Richard Anacker:

>> Wenn ich mir überlege, dass meine Harley vor über 25 Jahren bei
>> 280kg Fahrgewicht plus damals noch nur 2 Zentnern Biopren mit
>> antiker Technik bei zügiger Fahrweise kaum über 6,5l/100 und bei
>> normaler Landstraßenfahrt unter 5 Litern blieb, dann fehlt mir
>> auch bei den Japanesen der Blick fürs Wesentliche. Von BMW mal
>> ganz zu schweigen.
>
> F 800, Kawas 650er-Gegenläufer. Gut, die BMW will keiner haben, aber
> die preiswerten Kwacks gehen gut.

Wen interessiert das denn? Papierwerte, nicht mehr. Mein
erstes "richtiges" Mopped war eine CB550F mit zornigen 50PS - die
brauchte wahrscheinlich 5 bis 6 Sekunden bis hundert. Ich fand das
wesentlich geiler als die 125er Honda vorher, klar, trotzdem war meine
nächste eine XL250 mit 20 Pferdchen.

> Und insgesamt wurden die Motorräder
> leichter und verbrennen bei ungleich höherer Leistung sauberer.

Natürlich, Umweltaspekte wurden damals bestenfalls geräuschtechnisch
beachtet.

> Die
> Japaner sind konservativ und ich wollte sie keineswegs als optimales
> Beispiel loben, aber die Nippon-Kräder funktionieren nach meiner
> Erfahrung einfach am zuverlässigsten.

Unwidersprochen. Aber wieder - wen interessiert das bei 3Mm im Jahr?

>>> Oh, nur für die, die es gar nicht begreifen: Ich rede nicht von
>>> einer Rückkehr zu altem Geraffel mit zwar einfacher, aber
>>> wartungsintensiver Technik.
>>
>> Warum eigentlich nicht?
>
> Du schreibst es doch selbst:
>
>> Nur weil die Mannstunde mittlerweile so
>> teuer ist? Was soll bei heutiger Materialtechnik denn auf 3Mm im
>> Jahr kaputt gehen? Und Ventile einstellen sowie Vergaser syncen
>> ist ein Klacks. Alle 4 Jahre eine große Inspektion, sogar das Öl
>> und die Ketten halten heute für diese Spanne locker durch.
>
> Ich lese hier zwei mal "heute". Damit meinst Du grob dasselbe wie ich:
> Man könnte heute immer noch einfach bauen und es würde besser
> funktionieren als früher.

Genau das meine ich. All die Gimmiks sind fürn Arsch, weil (außer
besseren Abgaswerten, die dann gleich "weggetuned" werden nix bei rum
kommt. Wesentliche Verbesserungen kommen aus der Materialtechnik und
dem Maschinenbau. Ein Zylinderrohling heute ist ab werk genauer als vor
25 Jahren nach der Feinbearbeitung.

> Ich kann hier auch nochmal ER-6 sagen, das
> ist kein optimales, aber immerhin reales Beispiel (häng Dich jetzt
> halt nicht an den Vergasern auf).

Ich hänge mich an keinem deiner Punkte auf. Die stimmen, natürlich,
ABER:

>> Vielleicht würde das auch wieder eine Interessentengruppe
>> generieren. Nicht mehr die Wheelie-Gameboy-Generation sondern Spaß
>> am Fahrzeug, so wie ihn Helmut erlebt.
>
> Helmut hatte als Kind keinen Game Boy. Ich schon. Und ich hab trotzdem
> Spaß am Fahrzeug, allerdings zugegebenermaßen hauptsächlich an der
> Fahrt, weniger am Zeug, wenn es steht und nicht geht.

Genau das meine ich. Vielleicht hast Du's ja überlesen, ich schrieb


>> Vielleicht würde das auch wieder eine Interessentengruppe
>> generieren.

Du und Deine Gruppe existieren schon. Euch brauch man nicht neu zu
generieren.

> Ich sags immer
> wieder: Jedem das Seine. Und die nächste Generation, die zwar klein,
> aber existent ist, steht da eher auf meiner Seite.

Quark. Das ist *Deine* Generation. Das sind nicht die Lehrlinge, die
sich für kleine Kohle eine alte Möhre kaufen und sie wieder fahrbereit
machen. Das kann man mit dem Hightech-Geraffel nämlich nicht ohne eine
sehr spezielle Ausbildung.

>> Früher war mal
>> Automechaniker einer der Traumberufe eines Hauptschulabgängers.
>> Der Reiz des Umgangs mit der Technik ist heute als Auswechsler
>> sicher verloren.
>
> Das hört sich an, als kennst Du die neue Generation der
> Fahrzeugentwickler nicht.

Wen zur Hölle interessiert die denn? Ich schrieb vom Hauptschulabgänger,
nicht vom Computerfreak. Lös Dich doch mal von Deiner elitären
Betrachtung der Welt. Moppedfahrer hatten früher mal kein Unistudium
(nunja, die meisten jedenfalls nicht) und im Umfeld meiner Gang von
früher wurde 5 Jahre lang auf die alte Harley oder Kuh gespart, da
waren Creditcard-Rider noch nicht angesagt. Deine kleine Gruppe in den
Startlöchern kannst Du in der Pfeife rauchen, für die gibt niemand mehr
Millionen für Fahrzeugentwicklung aus.

> Es gibt in der vor noch gar nicht so langer
> Zeit neu gegründeten Rennsportabteilung von Bosch Jobs, in denen man
> gleichzeitig Programmierer-Geek und Testfahrer sein muss. Man schreibt
> Regelkreise und entwirft Mappings, die man dann selbst in die
> Testkarre überspielt und testet. Toller Job, ich durfte ihn mangels
> Studium damals trotz Praxiserfahrung leider nicht machen.

Na, ich werde mal einen Aushang an der Hauptschule hier ums Eck machen,
dass sich die Abgänger mal dort bewerben sollen.

> Die Bastler von heute sind immer auch Hacker,

nein, die Bastler, *die Du meinst* sind das. Die Bastler, die ich meine,
kaufen sich ne alte Schwalbe, machen die ein wenig besser, was nicht so
schwer ist, und werden dann von den Cops gejagt.

> weil die Hersteller
> ihnen überall den Zutritt verbieten wollen. Doch im Prinzip kann man
> eine frei programmierbare Zündbox kaufen und auch mit geringerem
> Fertigkeitslevel sein eigenes Ding machen. Klar passt die
> Fahrzeugtechnik als Mechatronik-Software-Amalgam nicht jedem, aber es
> gab schon früher und immer Schrauber, die mit Elektrik rein gar nichts
> anfangen konnten. Was sollen die dann erst mit Mikrocontrollern?

Eben. Wer braucht die?

> Ich weiß nicht, inwieweit Du junge, in Sachen KFZ interessierte Leute
> kennst,

kaum, natürlich machen bei mir nur Akademiker eine Fahrzeugausbildung,
die dann allerdings an Biowaffen oder Kerntechnik forschen.

Clemens, ich bilde Azubis aus, die werden mal Bäcker oder Koch und die
träumen von nem alten Admiral oder nem 280SE von 1980. Denen geht Dein
Microcontroller am Arsch vorbei.

> aber ich kann den "Reiz des Umgangs mit der Technik"
> keinesfalls als verloren erkennen.

Auf welchem Niveau - und sind das die Käufergruppen für Alltagsmoppeds
von morgen?

> Dass irgendwann IT-Verweigerer auf
> der Strecke bleiben werden, zeichnete sich schon 1979 mit den ersten
> Motorboxen ab.

LOL. Das irnkwann die Motorradsparte auf der Strecke bleiben wird, das
zeichnet sich ab. Löblicher Weise gibt es in meinem Freundeskreis schon
den ersten Logan, der fährt nämlich auch und kostet die hälfte von
überwiegend microcontrollerten PKW.

> Und zum Auswechseln: Defekte Teile wurden schon immer
> gern gewechselt, weil eine Reparatur schwieriger ist.

Gameboy. Klar.

Nein, das wurde nicht gemacht, weil man sich selbst behelfen konnte.

> Es beeindruckt
> den Kunden nur mehr, wenn der Mech mit öligen Händen einen
> Zylinderkopfdeckel wechselt, als wenn er eine schwarze Plastikkiste
> tauscht, die er nicht versteht. In beiden Fällen wäre eine Reparatur
> vielleicht möglich, aber aufwendiger gewesen.

Ich habe das Gefühl, wir reden aneinander vorbei.

Richard Anacker

unread,
Mar 21, 2008, 3:12:25 PM3/21/08
to
Clemens Gleich (Freitag, 21. März 2008 19:54):

> Wenn Du heute auf den Krapfen steigen würdest, tätest Dich ganz schon
> erschrecken

Woher weißt Du das?

Ich kaufe eine alte DT80, Zweitakter-Kinderenduro. Was mache ich
erstmal? Von den Cops im Einkaufszentrum (also nicht in den Häusern
selbst und auch nachts, nicht in der Öffnungszeit) gestellt werden,
weil ich es geil fand, mal wieder Treppen zu fahren. "Aber Herr
Anacker, sind wir da nicht ein bisschen alt für?" Die ham so gelacht,
dass ich nicht mal nen Knollen bekam.

Natürlich kann ich mit meiner Kiste heute mehr machen als mit meiner
ersten Kuh, einer R1000RS. Wenn ich nicht so ein stinkendreicher
Fahrlehrer wäre und nur was kleines bewegen könnte, ich wäre auch mit
einer 250er Enduro zufrieden, Hauptsache Mopped.

Nicht, dass es falsch rüberkommt - ich habe mich über Deinen
Originalartikel gefreut, weil er meiner Sicht entgegen kommt. Aber Du
bleibst - IMHO - auf halbem Weg stehen.

richie

Clemens Gleich

unread,
Mar 21, 2008, 3:39:36 PM3/21/08
to
Richard Anacker:

>> F 800, Kawas 650er-Gegenläufer. Gut, die BMW will keiner haben,
>> aber die preiswerten Kwacks gehen gut.
>
> Wen interessiert das denn? Papierwerte, nicht mehr.

Gehen gut im kaufmännischen Sinne, sie verkaufen sich gut, besonders im
Vergleich zur BMW.

>> optimales Beispiel loben, aber die Nippon-Kräder funktionieren
>> nach meiner Erfahrung einfach am zuverlässigsten.
>
> Unwidersprochen. Aber wieder - wen interessiert das bei 3Mm im
> Jahr?

Wenn jemand nur alle Monat zum Fahren kommt, ist es umso ärgerlicher, wenn
die Kiste ausgerechnet dann nicht geht.

> Genau das meine ich. All die Gimmiks sind fürn Arsch, weil (außer
> besseren Abgaswerten, die dann gleich "weggetuned" werden nix bei
> rum kommt. Wesentliche Verbesserungen kommen aus der
> Materialtechnik und dem Maschinenbau. Ein Zylinderrohling heute
> ist ab werk genauer als vor 25 Jahren nach der Feinbearbeitung.

Also Konsens.

> Du und Deine Gruppe existieren schon. Euch brauch man nicht neu zu
> generieren.

Du missverstehst mich. Ich wollte darauf hinaus, dass sich die Zeiten
ändern. Mehr dazu unten.

>> Ich sags immer
>> wieder: Jedem das Seine. Und die nächste Generation, die zwar
>> klein, aber existent ist, steht da eher auf meiner Seite.
>
> Quark. Das ist *Deine* Generation. Das sind nicht die Lehrlinge,
> die sich für kleine Kohle eine alte Möhre kaufen und sie wieder
> fahrbereit machen.

Doch, eigentlich meine ich genau die. Wen denn sonst? Nur war vor 25 Jahren
anderes Material alt als heute.

> Das kann man mit dem Hightech-Geraffel nämlich
> nicht ohne eine sehr spezielle Ausbildung.

Und Kurbelwellen wuchten kann man nach Handbuch?

>> Das hört sich an, als kennst Du die neue Generation der
>> Fahrzeugentwickler nicht.
>
> Wen zur Hölle interessiert die denn? Ich schrieb vom
> Hauptschulabgänger, nicht vom Computerfreak.

Das schließt sich nicht im geringsten aus.

> Lös Dich doch mal von
> Deiner elitären Betrachtung der Welt.

Da hast Du mich missverstanden.

> Moppedfahrer hatten früher
> mal kein Unistudium (nunja, die meisten jedenfalls nicht) und im

Ich hab auch kein Studium. Dasselbe gilt auch für die meisten meiner
Beispielpersonen, die mir beim Schreiben im Kopf umhergingen.

> Umfeld meiner Gang von früher wurde 5 Jahre lang auf die alte
> Harley oder Kuh gespart, da waren Creditcard-Rider noch nicht
> angesagt. Deine kleine Gruppe in den Startlöchern kannst Du in der
> Pfeife rauchen, für die gibt niemand mehr Millionen für
> Fahrzeugentwicklung aus.

"Meine kleine Gruppe", soso. Ich meinte eigentlich die Gesamtheit der (gut:
wenigen) Jugendlichen, die sich für Motorräder oder weiter gefasst modernen
Maschinenbau interessieren. Dazu braucht es weder überragende Hirnleistung,
noch ein Studium, noch unerreichbares Spezialwerkzeug, sondern nur genug
Begeisterung. Es hat sich gar nicht so viel an den Emotionen geändert,
wollte ich sagen, nur ein bisschen an den äußeren Umständen.

>> Die Bastler von heute sind immer auch Hacker,
>
> nein, die Bastler, *die Du meinst* sind das. Die Bastler, die ich
> meine, kaufen sich ne alte Schwalbe, machen die ein wenig besser,
> was nicht so schwer ist, und werden dann von den Cops gejagt.

Schwalbe? Hm. Ich kenn eher Jungs, die auf alten Kymcos und dergleichen
dasselbe machen. Siehe oben: heute ist Zeug alt, das es vor 20 Jahren eben
nicht war. Und unter diesen Jungs gibt es einige, die auch mit der
Elektronik spielen. Der Einstieg dort ist auch nicht höher als in Gasdynamik
oder ähnliches.

>> rein gar nichts anfangen konnten. Was sollen die dann erst mit
>> Mikrocontrollern?
>
> Eben. Wer braucht die?

Fragt ausgerechnet der, der hier die meisten davon spazierenfährt.

> Clemens, ich bilde Azubis aus, die werden mal Bäcker oder Koch und
> die träumen von nem alten Admiral oder nem 280SE von 1980. Denen
> geht Dein Microcontroller am Arsch vorbei.

Ich geb gern zu, dass Du mehr junge Leute triffst, aber ich unterstelle
beiden von uns selektive Wahrnehmung. Die Wahrheit wird dazwischen liegen.
Jochen weiß auch von ganz vielen Jugendlichen, die irgendwelche Oldtimer
herrichten, aber ich hab noch keinen getroffen.

> Auf welchem Niveau

s. o. Du überschätzt das Einstiegsniveau erheblich, glaube ich.

> - und sind das die Käufergruppen für
> Alltagsmoppeds von morgen?

Zum Teil, ja.

> LOL. Das irnkwann die Motorradsparte auf der Strecke bleiben wird,
> das zeichnet sich ab. Löblicher Weise gibt es in meinem
> Freundeskreis schon den ersten Logan, der fährt nämlich auch und
> kostet die hälfte von überwiegend microcontrollerten PKW.

Mm-hm. Klar, und der Logan hat gar nichts mit modernen Autos zu tun. Du
argumentierst emotional gegen übertechnisierte Fahrzeuge, die ich gar nicht
meinte. Ein Logan hat eine ganze Reihe von Controllern, und mit denen kann
man rumspielen wie an seinen mechanischen Komponenten auch. Es gibt seit
langer Zeit schon keine neuen Serien-KFZ ohne Computer mehr, das ist doch
genau mein Punkt. Und ein Logan oder auch ein Basis-Cuore sind für mich
positive Beispiele zurück zur Einfachheit. Die wiegt nämlich weniger.

> Nein, das wurde nicht gemacht, weil man sich selbst behelfen
> konnte.

Zurück zum Beispiel des defekten Deckels: Wie? Also nicht jemand mit einer
gut ausgestatteten Werkstatt, sondern Deine Bäcker-Azubis mit einer
Baumarkt-Kiste voll Werkzeug.

> Ich habe das Gefühl, wir reden aneinander vorbei.

Auch hier Konsens.

Ich hab außerdem das Gefühl einer nahenden Erkältung. Wo ist der Sommer,
wenn man ihn braucht?

> richie


Gruß,
Clemens


Clemens Gleich

unread,
Mar 21, 2008, 3:45:06 PM3/21/08
to
Richard Anacker:

>> Wenn Du heute auf den Krapfen steigen würdest, tätest Dich ganz
>> schon erschrecken
>
> Woher weißt Du das?

Ich weiß es nicht, ich vermutete es anhand der Erfahrungen anderer Leute.

> Natürlich kann ich mit meiner Kiste heute mehr machen als mit
> meiner ersten Kuh, einer R1000RS. Wenn ich nicht so ein
> stinkendreicher Fahrlehrer wäre und nur was kleines bewegen
> könnte, ich wäre auch mit einer 250er Enduro zufrieden, Hauptsache
> Mopped.

Motorradfahren macht also Spaß. Hat niemand bestritten. Ich wollte nur
darauf hinaus, dass der Unterschied zwischen den Maschinen im direkten
Vergleich immer größer ist als in der Erinnerung.

> Nicht, dass es falsch rüberkommt - ich habe mich über Deinen
> Originalartikel gefreut, weil er meiner Sicht entgegen kommt. Aber
> Du bleibst - IMHO - auf halbem Weg stehen.

Und wo willst Du hin?

> richie


Gruß,
Clemens


Richard Anacker

unread,
Mar 21, 2008, 4:22:48 PM3/21/08
to
Clemens Gleich (Freitag, 21. März 2008 20:39):

Ich reduziere es mal auf diese Aussage, denn da unterscheiden wir uns in
den Ansichten am weitesten.

> "Meine kleine Gruppe", soso. Ich meinte eigentlich die Gesamtheit der
> (gut: wenigen) Jugendlichen, die sich für Motorräder oder weiter
> gefasst modernen Maschinenbau interessieren.

genau darum ist es keine neu generierbare Gruppe. Das sind die, die sich
heute dafür interessieren. Meiner bescheidenen Meinung nach kann sich
Otto Groschenbügel nur noch fürs Fahren interessieren, nicht mehr für
die Maschine. Es wird nämlich nur noch die Fahrleistung beworben. Es
geht nicht mehr um das Gefühl des Fahrens, das bringt niemand mehr
rüber. Du kannst heute als junger Fahrer nicht mehr fliehen. Ohne
ADAC-Karte bist Du aufgeschmissen, wenn Dein Bock muckt. Übrigens ein
Grund, warum ich BMW fahre. Ich habe ein Handy, ich habe eine
Kundenkarte, ich werde aus der Landschaft gepflückt, ich finde es nicht
mehr romantisch neben meinem Bock in Gras zu übernachten.

Wenn ich früher durch Europa gefahren bin hatte ich mehr Werkzeug als
Wäsche dabei und ich habe an der Landstraße eine Kupplung gewechselt
oder mit den Blinkern die Zündung eingestellt. Das hat zumindest bis
zum nächsten Profi gereicht. Heute kannst Du nur noch nach einer
Schulung die Verkleidung abschrauben.

Motorrad fahren ist faszinierend, nicht nur wenn man theoretisch 300
fahren. Ich fand in dem bereits angesprochenen Test der Boliden die
Bemerkung witzig, dass die Blade mit ein wenig Hanging Off gefahren
werden möchte. Wie dummgeil ist das denn?

Die Faszination des Motorrades hat mit der Haptik eine weitere
Dimension, dein Satz mit dem Ärger über den kaputten Bock, wenn man
grad mal Zeit hat zu fahren ist genau mein Punkt.

Für war ist Moppedisieren mehr als mal zu fahren wenn ich mal Zeit habe.

Und ich glaube, junge Menschen könnten das auch so empfinden, wenn man
ihnen den Zugang dazu gäbe.

greets
richie

PS
Mir geht es im Moment sicher übler als Dir, ich habe heute den ganzen
Tag bei einem Umzug geholfen - und bekam eins nach dem anderen meine
defekten Teile presentiert, die normalerweise ausgetauscht gehören ;-)

Richard Anacker

unread,
Mar 21, 2008, 4:28:10 PM3/21/08
to
Clemens Gleich (Freitag, 21. März 2008 20:45):

> Richard Anacker:

> Motorradfahren macht also Spaß. Hat niemand bestritten. Ich wollte nur
> darauf hinaus, dass der Unterschied zwischen den Maschinen im direkten
> Vergleich immer größer ist als in der Erinnerung.

Ich weiß nicht mehr, wie sich meine Harley oder die XS1100 oder die
Freewind oder die Wing gefahren haben. Ich erinnere mich nicht daran,
ich glaube, weil es mich nicht interessiert hat. Ich erinnere mich aber
intensiv daran, wo ich mit denen überall war, wo ich mit wem eine
Nummer darauf geschoben habe, wo ich schon überall über den Asphalt
gerutscht bin.


>> Nicht, dass es falsch rüberkommt - ich habe mich über Deinen
>> Originalartikel gefreut, weil er meiner Sicht entgegen kommt. Aber
>> Du bleibst - IMHO - auf halbem Weg stehen.
>
> Und wo willst Du hin?

Zu einem Motor, Rädern, einem Sitz und der Möglichkeit, damit ein wenig
unabhängig zu sein.

greets

Richard Anacker

unread,
Mar 21, 2008, 4:31:27 PM3/21/08
to
Richard Anacker (Freitag, 21. März 2008 21:22):

> Für war ist Moppedisieren mehr als mal zu fahren wenn ich mal Zeit
> habe.

Örgs

Für mich war... Ich wollte das ist löschen und habe das mich
gestrichen :-)

Ich hör mal auf zu schreiben, vielleicht hilft die Wanne gegen den
Schmerz ;-)

Clemens Gleich

unread,
Mar 21, 2008, 4:35:50 PM3/21/08
to
Richard Anacker:

> Ich reduziere es mal auf diese Aussage, denn da unterscheiden wir
> uns in den Ansichten am weitesten.
>
>> "Meine kleine Gruppe", soso. Ich meinte eigentlich die Gesamtheit
>> der (gut: wenigen) Jugendlichen, die sich für Motorräder oder
>> weiter gefasst modernen Maschinenbau interessieren.
>

> genau darum ist es keine neu generierbare Gruppe. [...]

Stimmt. Sie kann dennoch je nach den äußeren Umständen Zuwachs erhalten.
Meiner Meinung nach mehr als mit den älteren Maschinen.

> Die Faszination des Motorrades hat mit der Haptik eine weitere
> Dimension, dein Satz mit dem Ärger über den kaputten Bock, wenn man
> grad mal Zeit hat zu fahren ist genau mein Punkt.
>
> Für war ist Moppedisieren mehr als mal zu fahren wenn ich mal Zeit
> habe.

Für die meisten ist das aber die Realität ihres Hobbies.

> Und ich glaube, junge Menschen könnten das auch so empfinden, wenn
> man ihnen den Zugang dazu gäbe.

Sicherlich. Nur glaube ich nicht, dass es sonderlich viele wären. Ich hab ja
schon das Beispiel mit dem ohne-alles-Roboter gebracht. Das finde ich
besonders schön, weil ich ein Freund von Klingen bin: Viel einfacher geht es
kaum noch, und trotzdem gibt es massive Unterschiede in Ausführung, Eignung
und Handling. Ein zukünftiges Einspurfahrzeug, das u. U. auf alle heute
bekannten Antriebe verzichtet und dennoch so einfach ist, dass jeder drauf
hätte kommen können, aber nur der geniale Erfinder tatsächlich darauf kam,
sowas hatte ich vage im Kopf.

Wenn Dir zu dem Thema mehr einfällt, immer her damit. Ich recherchiere
gerade Bus-Systeme, Echtzeitanforderungen für KFZ, daher auch FlexRay und im
Sinne der Zukunft 48 V und in diesem Umfeld kam mir die Idee für ein
Plädoyer für die Einfachheit. Vielleicht kann man da mal wieder was machen,
das Thema wird nie alt.

> greets
> richie
>
> PS
> Mir geht es im Moment sicher übler als Dir, ich habe heute den
> ganzen Tag bei einem Umzug geholfen - und bekam eins nach dem
> anderen meine defekten Teile presentiert, die normalerweise
> ausgetauscht gehören ;-)

Du brauchst das moderne Äquivalent zu einer abgeklemmten Öldruckwarnleuchte:
ein Software-Update Deines Schmerzzentrums.


Gruß,
Clemens

"...wo ist Ihr Diagnosestecker?"


Klaus Kresser-Boettger

unread,
Mar 21, 2008, 5:37:32 PM3/21/08
to
Clemens Gleich schrieb:

>
> "...wo ist Ihr Diagnosestecker?"
>
>

Hi!

.. wohl gerade "eingefahren" ;)

Greets,

Klaus


(sig gibts heute nicht...)

christian mock

unread,
Mar 21, 2008, 6:10:23 PM3/21/08
to
Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:

> genau darum ist es keine neu generierbare Gruppe. Das sind die, die sich
> heute dafür interessieren. Meiner bescheidenen Meinung nach kann sich
> Otto Groschenbügel nur noch fürs Fahren interessieren, nicht mehr für
> die Maschine. Es wird nämlich nur noch die Fahrleistung beworben.

wenn sich die leute nimmer für die maschine interessieren, dann frag
ich mich, warum geschätzt die hälfte der in internetportalen zum
verkauf angebotenen motorräder modifiziert sind. zugegebenermaßen
meistens optisch, aber das wird daran liegen, daß technisch kaum mehr
verbesserungsbedarf besteht.

> Es geht nicht mehr um das Gefühl des Fahrens, das bringt niemand
> mehr rüber.

das hat für mich noch nie jemand rübergebracht, das muß man schon
selbst erleben.

> Du kannst heute als junger Fahrer nicht mehr fliehen. Ohne
> ADAC-Karte bist Du aufgeschmissen, wenn Dein Bock muckt.

es soll ja noch böcke mit versagern geben, grad auf dem
gebrauchtmarkt, wo sich die jungen wilden wohl bedienen werden. und
dann bleibt an nicht-mit-dem-hammer-reparierbarem nur mehr die
elektronische zündung; die funktioniert aber normalerweise recht
zuverlässig und hat einige fehlerquellen weniger als die
kontaktzündung.

im gegenteil behaupte ich jetzt, daß man heute viel besser fliehen
kann, weil die kisten viel zuverlässiger sind: ich fahr heute 15000km
zwischen zwei services, bei denen auch nur öl gewechselt wird, ohne
irgendwas; früher gabs immer was, zündung einstellen, ventile
einstellen, hier was abgegammelt, dort was festgegammelt... das fühlt
sich dann vielleicht wie "flucht" an, wenn man im regen an der
landstraße liegenbleibt, aber hilfreich ist's nicht.

> Übrigens ein Grund, warum ich BMW fahre. Ich habe ein Handy, ich
> habe eine Kundenkarte, ich werde aus der Landschaft gepflückt, ich
> finde es nicht mehr romantisch neben meinem Bock in Gras zu
> übernachten.

das kommt jetzt rüber wie "die jungen sind alles weicheier, aber nur
ich darf es mir leisten, keins zu sein".

> Wenn ich früher durch Europa gefahren bin hatte ich mehr Werkzeug als
> Wäsche dabei und ich habe an der Landstraße eine Kupplung gewechselt
> oder mit den Blinkern die Zündung eingestellt. Das hat zumindest bis
> zum nächsten Profi gereicht. Heute kannst Du nur noch nach einer
> Schulung die Verkleidung abschrauben.

zündung einstellen mußt du nimmer, weils keinen systembedingten
mechanischen verschleiß mehr gibt. kupplung kannst wohl nach wie vor
an der landstraße tauschen, ich wüßt nicht, daß die sich (bis auf
anti-hopping) in den letzten 50 jahren drastisch geändert hätten.

als ich mein erstes motorrad hatte, hat mir ein alter architekt
erzählt, wie sie nach dem krieg mit den alten militär-harleys durchs
land gezogen sind -- und immer ein gespann voll mit werkzeug und
ersatzteilen dabei. wir haben uns darauf geeinigt, daß motorräder
heute viiiel zuverlässiger sind. 20 jahre später erzähl ich den
jungen, wie damals unter der straßenlaterne mit einem stück leder und
bindedraht der abgebrochene unterbrecherkontakt einer CB500 repariert
wurde.

und du mußt auch aufpassen, daß du nicht den fehler vieler alter leute
machst: daß früher alles besser war -- das ewige herumgescheiße mit
den alten rädern ergibt heute nette geschichten, aber damals wars
einfach ätzend.

> Die Faszination des Motorrades hat mit der Haptik eine weitere
> Dimension, dein Satz mit dem Ärger über den kaputten Bock, wenn man
> grad mal Zeit hat zu fahren ist genau mein Punkt.
>
> Für war ist Moppedisieren mehr als mal zu fahren wenn ich mal Zeit habe.

du fährst auch, wenn du keine zeit hast? #

der unterschied zu früher ist halt bei mir der, daß ich, wenn ich das
motorrad nicht nehmen kann (heutzutage eigentlich nur wegen wetter
oder warten auf die lieferung der neuen reifen), die dose nehm. früher
hatte ich keine dose, _und_ ich hatte ein weniger zuverlässiges
mopped.

und auch wenn ich "nur fahre, wenn ich mal zeit habe", ist das heute
deutlich mehr (jedenfalls an genußfahrten) als früher...

cm.

--
** christian mock in vienna, austria -- http://www.tahina.priv.at/
** http://www.vibe.at/ ** http://quintessenz.org/ ** s...@foo.woas.net
God has yet to tell me to believe the Bible. -- dpm

christian mock

unread,
Mar 21, 2008, 7:45:06 PM3/21/08
to
Clemens Gleich <clemenspu...@mnviecher.net> wrote:

> Ich hab mal in der c't genau dazu ein Essay anlässlich des Geburtstags einer
> außerirdischen Dame geschrieben:
> http://mnviecher.net/pferd/smartass.pdf

wie alle geschichten dieser art wird man in wenigen jahren sagen "ja,
wenns wirklich so harmlos gekommen wär, wie man sich damals gedacht
hat".

> Mit viel Technik könnte man ein Fahrzeug erlebt einfacher machen. Der
> Apple-Ansatz, den sie mal besser, mal schlechter durchhalten: Viel
> Hirnschmalz von Seiten der Entwicklung, viel Technik im Hintergrund, wenig
> Einstellmöglichkeiten, hauptsächlich einfach verwendbare Presets. Am besten

jein, ganz großes jein.

das user-interface eines motorrads (und ich mein jetzt nicht das vom
bordcomputer, sondern das gesamt-interface) ist ein beispiel für
einfachheit, die sinn macht -- man ist damit weit besser verbunden mit
dem gerät _und_ kann mehr dinge gleichzeitig machen als zb in der
dose.

zur technik aber: wenn man technische komplexität so verpackt, daß sie
einfach benutzbar ist, ist das gut. wenn man sie gleichzeitig so
einpackt, daß sie schwer modifizierbar ist (nämlich nicht für den, der
einfach mal ein paar knöpfchen drückt, sondern für den, der ernsthaft
verändern will), ist das schlecht, und es ist eine abkehr vom
gewohnten.

bei einem vergasermopped kann man unter zuhilfenahme von wenigen
standard-werkzeugen die bedüsung ändern; werkzeugkosten 10E. bei einem
einspritzmopped braucht man dazu spezielle, je hersteller/baureihe
unterschiedliche hard- und software, werkzeugkosten >100E. und es ist
nicht gesagt, daß man bei allen herstellern überhaupt an die mappings
herankommt, sonst würd's so krücken wie den powercommander nicht
geben. alle "begründungen" für diese einschränkung sind blödsinn, weil
sie für vergasermoppeds genauso gelten (unfahrbarkeit,
abgasvorschriften, blabla), aber dort sind die vergaser nicht
zugeschweißt.

will sagen: ich will den sourcecode vom on-board-navi meines autos
haben. das funktioniert zu 99% gut, aber das restliche prozent könnt
einfach noch verbessert werden -- nicht die navi-funktionalität,
sondern ein paar kleinigkeiten beim userinterface. ich möchte auch,
sollte ich jemals ein motorrad mit ECU haben, ein dokumentiertes
interface. nicht, weil ich basteln will, sondern weil ich basteln
können will...

cm.

--
Es ist jedenfalls VIEL besser als "Sie haben keinen Virus versandt und
hätten auch keinen erhalten, aber irgendwo in den Weiten des Internet
wurde eine mail gekillt, die zufällig ihre Adresse im From hatte."
-- Matthias Kahlert in aip

Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 4:36:12 AM3/22/08
to
christian mock (Fri, 21 Mar 2008 22:10:23 +0000):

> Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:

> wenn sich die leute nimmer für die maschine interessieren, dann frag
> ich mich, warum geschätzt die hälfte der in internetportalen zum
> verkauf angebotenen motorräder modifiziert sind. zugegebenermaßen
> meistens optisch, aber das wird daran liegen, daß technisch kaum mehr
> verbesserungsbedarf besteht.

optisch modifiziert hat man schon immer so lange ich in der Szene bin. Das
hat wenig mit der Technik des Motorrades zu tun. Einen anderen
Endschalldämpfer dran schrauben auch nicht. Aber ich will auch nicht
behaupten, dass es kein Interesse mehr daran gibt, sich mit seiner
Maschine über die optische Pflege hinaus zu beschäftigen. Das Motorrad
wird Hersteller-seitig nur so behandelt als wäre es so. Clemens deutete
dies ja schon an, als er schrieb, die Hersteller sperrten die
Schraubwilligen aus - ich behaupte weiter, es wird über die ganzen
eingebauten Gimmiks sogar eine Angst davor erzeugt, etwas zu manipulieren.

Ob Verbesserungsbedarf besteht, liegt wohl im Auge des Betrachters. Zu
meiner Jugendzeit war es üblich, andere Lenker auszuprobieren. Heute
findet man das nur noch beim Anbau sogenannter "Superbike-Kits", wobei
wahrscheinlich kein Schwein mehr weiß, warum das so heißt. Allerdings
zeigt es, dass der Käufer einer Spochtmaschine in diesem Fall gar kein
Fahrer einer Spochtmaschine ist.

>
>> Es geht nicht mehr um das Gefühl des Fahrens, das bringt niemand mehr
>> rüber.
>
> das hat für mich noch nie jemand rübergebracht, das muß man schon selbst
> erleben.

Für mich hat sich (früher) eine ganze Welt damit verbunden. Dabei fing das
Erleben mit dem Auseinanderschrauben eines DKW-Motors im Wohnzimmer meins
Kumpels im sonnigen Alter von 14 an.

>> Du kannst heute als junger Fahrer nicht mehr fliehen. Ohne ADAC-Karte
>> bist Du aufgeschmissen, wenn Dein Bock muckt.
>
> es soll ja noch böcke mit versagern geben, grad auf dem gebrauchtmarkt,
> wo sich die jungen wilden wohl bedienen werden.

Welche jungen Wilden denn? :-) Das würde ja voraus setzen, dass sie das
Mopped als Schraub-Maschine erlebt und begriffen haben.

> und dann bleibt an
> nicht-mit-dem-hammer-reparierbarem nur mehr die elektronische zündung;
> die funktioniert aber normalerweise recht zuverlässig und hat einige
> fehlerquellen weniger als die kontaktzündung.

Unbestritten. Ich bin jetzt auch nicht so alt, dass es damals[tm] keine
elektronischen Zündungen gegeben hätte. Andererseits sind defekte
Kondesatoren oder verschlissene Kontakte die eher seltenen Fehlerquellen
bei meinen liegen gebliebenen Maschinen gewesen.

> im gegenteil behaupte ich jetzt, daß man heute viel besser fliehen kann,
> weil die kisten viel zuverlässiger sind: ich fahr heute 15000km zwischen
> zwei services, bei denen auch nur öl gewechselt wird, ohne irgendwas;

Meine Erfahrungen sind dort etwas anders. Die Kawa meiner Freundin bleibt
alle 100 Meter mit ärgerlichen Kleinigkeiten liegen, meine letzte Kuh war
die sprichwörtliche Unzuverlässigkeit. Bei den technischen Problemen der
Leute meines Bekanntenkreises ist allerdings eines auffallend: Mir fallen
jetzt ad hoc nur Elektro-Probleme ein.


> früher gabs immer was, zündung einstellen, ventile einstellen, hier was
> abgegammelt, dort was festgegammelt... das fühlt sich dann vielleicht
> wie "flucht" an, wenn man im regen an der landstraße liegenbleibt, aber
> hilfreich ist's nicht.

Nein, das erinnere ich anders. Es mag sein, dass ohne "Wartung" solche
Probleme auftraten, meine Probleme lagen einfach nur im wesentlich höheren
Verschleiß als heute. Allerdings habe ich auch beständig meine Moppeds
ge"baby"t, also immer ein Auge auf alles gehabt - bei meinen hohen
km-Leistungen und den kurzen Wartungsintervallen ergab sich das mehr oder
weniger automagisch. Gammelprobleme gab es stets nur mit angekauftem
Alteisen.


>
>> Übrigens ein Grund, warum ich BMW fahre. Ich habe ein Handy, ich habe
>> eine Kundenkarte, ich werde aus der Landschaft gepflückt, ich finde es
>> nicht mehr romantisch neben meinem Bock in Gras zu übernachten.
>
> das kommt jetzt rüber wie "die jungen sind alles weicheier, aber nur ich
> darf es mir leisten, keins zu sein".

So ist das nicht gemeint gewesen sondern *ICH* bin ein Weichei - und zwar
weil ich es mir leisten kann. Ich bin einer dieser Creditcard-Riders
geworden. Wäre ich nicht vor 35 Jahren mit dem Virus Motorrad angefixt
worden würde ich wahrscheinlich heute die Auto-Motor-Sport lesen.


>
>> Wenn ich früher durch Europa gefahren bin hatte ich mehr Werkzeug als
>> Wäsche dabei und ich habe an der Landstraße eine Kupplung gewechselt
>> oder mit den Blinkern die Zündung eingestellt. Das hat zumindest bis
>> zum nächsten Profi gereicht. Heute kannst Du nur noch nach einer
>> Schulung die Verkleidung abschrauben.
>
> zündung einstellen mußt du nimmer, weils keinen systembedingten
> mechanischen verschleiß mehr gibt. kupplung kannst wohl nach wie vor an
> der landstraße tauschen, ich wüßt nicht, daß die sich (bis auf
> anti-hopping) in den letzten 50 jahren drastisch geändert hätten.

Es ist nun wirklichnicht so, dass ich das vermissen würde und es
widerspricht auch nicht meiner Meinung, dass der spürbare Fortschritt in
verbessertem Material zu sehen ist.

[...]


> und du mußt auch aufpassen, daß du nicht den fehler vieler alter leute
> machst: daß früher alles besser war

Muss ich Dir (in diesem Punkt leider) Recht geben, ich merke, dass ich
langsam so werde wie ich früher nie sein wollte. Ich glaube allerdings
auch, dass der Weg, denn Fahrzeugbauer heute gehen, der falsche ist,
gerade wegen meiner Erfahrungen aus "der guten alten Zeit". Ich bezweifle
einfach, dass "der Kunde das so will und so nicht will", der Kunde hat
nämlich zu kaufen, was die Marketing-Abteilung konzipiert hat.

Mir fallen spontan nicht besonders viele neue Konzepte ein, die einen
wirklichen Fortschritt ausmachen. Da ist das doppelte Vorderrad der neuen
Vespa, das ich genial finde, die neue Automatik-Aprilia - beides aber
"Roller"-Techniken.

Mir scheint, das (Un-)Konzept der Hersteller beruht einfach auf "mehr vom
selben". Mehr Pferde, mehr Bremskraft, mehr Topspeed...

> -- das ewige herumgescheiße mit den
> alten rädern ergibt heute nette geschichten, aber damals wars einfach
> ätzend.

nein, es war nicht ätzend. Es hat dazu gehört. Für mich war es kein
verlorenes Wochenende, wenn ich bei üblem Wetter in der Garage gesessen
und die Schmierstellen, Zündkerzen, Bowdenzüge... geprüft habe. Aber ich
will es nicht auf ein "und das ist gut so" hinaus laufen lassen. Hätte ich
nicht das gemacht, hätte ich eben was anderes gemacht und fände es heute
klasse.


>
>> Die Faszination des Motorrades hat mit der Haptik eine weitere
>> Dimension, dein Satz mit dem Ärger über den kaputten Bock, wenn man
>> grad mal Zeit hat zu fahren ist genau mein Punkt.
>>
>> Für war ist Moppedisieren mehr als mal zu fahren wenn ich mal Zeit
>> habe.
>
> du fährst auch, wenn du keine zeit hast? #

Den Satz hatte ich schon verbessert:

Für mich war Moppedisieren mehr als mal zu fahren wenn ich mal Zeit habe.
(Was es nämlich leider heute ist)


> und auch wenn ich "nur fahre, wenn ich mal zeit habe", ist das heute
> deutlich mehr (jedenfalls an genußfahrten) als früher...

Für mich ist es deutlich weniger. Zudem ist für mich eigentlich jede Fahrt
eine Genussfahrt, auch wenn sie mit warten auf den ADAC verbunden ist ;-)

richie
--
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Clemens Gleich

unread,
Mar 22, 2008, 7:42:07 AM3/22/08
to
Richard Anacker:

> als wäre es so. Clemens deutete dies ja schon an, als er schrieb,
> die Hersteller sperrten die Schraubwilligen aus - ich behaupte
> weiter, es wird über die ganzen eingebauten Gimmiks sogar eine
> Angst davor erzeugt, etwas zu manipulieren.

Kann gut sein. Aber eine gewisse Renitenz gegenüber solchen Hürden gehört in
der Jugend imo dazu.

Mir fällt grad mein Motorrad ein, das wurde damals in Deutschland mit
gedrosselten 118 PS ausgeliefert, wahrscheinlich aus Homologationsgründen.
Da hat praktisch jeder die Restriktoren in Airbox und Auspuff entsorgt und
auf das andere, passende Mapping umgeschaltet. 10 PS mehr für fast umme.
Übersetzung ist original ebenfalls viel zu lang. Gut, die Mille ist zehn
Jahre her, aber ich habe an beinah jedem fabrikneuen Motorrad eine Liste an
Dingen, die ich ändern würde und (wichtig->) könnte.

Unter der Rollerjugend haben sich diese Umschalter zwischen beschränkt 45
und offen recht weit verbreitet, das hat auch mal ein Bastler zuhause
zusammengebrutzelt. Ein Bekannter hat sich zum Spaß mal ein 0-100-Messgerät
gebaut, das den Tacho ausliest. Rasten. Lenker. Sitze. Ergonomie allgemein.
Und so weiter. Verbesserungs- oder besser: Veränderungsbedarf besteht
weiterhin, weil es beim Motorrad eher um wollen statt brauchen geht.

> Ob Verbesserungsbedarf besteht, liegt wohl im Auge des
> Betrachters. Zu meiner Jugendzeit war es üblich, andere Lenker
> auszuprobieren.

Empfindest Du das heute anders?

> Welche jungen Wilden denn? :-) Das würde ja voraus setzen, dass
> sie das Mopped als Schraub-Maschine erlebt und begriffen haben.

Das ist so ein bisschen Dein Punkt. Was ist so schlimm daran, dass sie die
heutigen, länger problemlos laufenden Maschinen realitätsnah eher als
Fahr-Maschine erleben/begreifen?

> Meine Erfahrungen sind dort etwas anders. Die Kawa meiner Freundin
> bleibt alle 100 Meter mit ärgerlichen Kleinigkeiten liegen, meine
> letzte Kuh war die sprichwörtliche Unzuverlässigkeit.

Wundert mich nicht.

> Bei den
> technischen Problemen der Leute meines Bekanntenkreises ist
> allerdings eines auffallend: Mir fallen jetzt ad hoc nur
> Elektro-Probleme ein.

Ist doch gut, dass das andere Zeug nimmer so schnell kaputt geht. Naja, die
Industrie sieht dieses Problem schon lange, sie ist nur groß und träge, also
wird es dauern, bis was passiert. Software ist heute schon für über 50
Prozent der Elektronikfehler verantwortlich (McKinsey). Umso wünschenswerter
wäre, wie Christian geschrieben hat, dass man selbst oder ein unabhängiger
Fachmann an dieser Stelle Nachbesserungen anbieten könnte. Es gibt aber nur
sehr wenige Beispiele, in denen der Hersteller das unterstützt.

> So ist das nicht gemeint gewesen sondern *ICH* bin ein Weichei -
> und zwar weil ich es mir leisten kann. Ich bin einer dieser
> Creditcard-Riders geworden. Wäre ich nicht vor 35 Jahren mit dem
> Virus Motorrad angefixt worden würde ich wahrscheinlich heute die
> Auto-Motor-Sport lesen.

Ich hab ja schon öfter erzählt, wie ich zum Motorradfahren gekommen bin. Ich
kenne in ganz Europa ähnliche Szenen. Motorräder sind faszinierend, nur gibt
es eben mittlerweile Mutationen des Motorradvirus. Sieh Dir dazu auch die
BMW-Saharareisenden an.

> Muss ich Dir (in diesem Punkt leider) Recht geben, ich merke, dass
> ich langsam so werde wie ich früher nie sein wollte. Ich glaube

Die Ärzte, Jazz ist anders, Allein. Musik beiseite geht das glaub ich vielen
so.

> allerdings auch, dass der Weg, denn Fahrzeugbauer heute gehen, der
> falsche ist, gerade wegen meiner Erfahrungen aus "der guten alten
> Zeit". Ich bezweifle einfach, dass "der Kunde das so will und so
> nicht will", der Kunde hat nämlich zu kaufen, was die
> Marketing-Abteilung konzipiert hat.

Hier zumindest kann ich Dir mit Vollgas recht geben. Wir hätten heute keine
Polos, die soviel wiegen wie zwei der ersten Golfs, wenn die Kokser nicht
ihr "qualitatives Wachstum" so forciert hätten (bedeutet Umsatzgenerierung
über aufpreispflichtiges Zubehör, kennste ja von Deiner Kuh). "Die
Rennreiselimousine ist keine Erfindung des Marktes, sondern der
Marketingabteilungen", schrieb Technology Review mal zu dem Thema.

Das Gute im Kradbereich ist, dass die Marketingler es hier zumindest ein
bisschen weniger leicht haben. Die allgemeine Ermüdung angesichts des
Leistungswettlaufs spürt jeder. Guzzi Stelvio, ein GS-Klon, das kommt direkt
aus den verschneiten Köpfen der Marketingleute und wird eine fette
Bruchlandung werden. B-King verkauft sich afaik nicht, obwohl es eigentlich
technisch ein richtig gutes Bigbike ist. F 800 läuft schleppend, weil kaum
jemand für ein Mittelklassekrad über 11.000 Euro ausgeben will (unsere
kostet so viel mit ihrem Zubehör). BMW-Einzylinderreihe: geflopt (lass Dich
da nicht von der Zulassungstatistik verwirren).

> Mir scheint, das (Un-)Konzept der Hersteller beruht einfach auf
> "mehr vom selben". Mehr Pferde, mehr Bremskraft, mehr Topspeed...

Ja. Wobei ich selbst bei den Sportlern sinnvolle Strömungen entdecke. Hondas
neue Fireblade punktet vor allem durch ihre Ergonomie. Damit kann man viel
mehr machen als mit 200 PS, die man nicht auf den Boden kriegt. D16RR hat
Twinpulse, weil der Motor manierlicher wird, weils mehr
Kurvenausgangstraktion gibt. Eine andere Zündfolge hätte man auf mehr
Spitzenleistung trimmen können. Buell und Rotax haben ewig daran getüftelt,
eine pralle Mitte und ein lineares Ansprechverhalten zu schaffen. Kostet
auch Spitzenleistung, hat man als Fahrer aber mehr davon. GasGas (?) baut
wieder einen seitengesteuerten Motor, um Bauraum zu sparen, der ist
strömungstechnisch nicht leistungsoptimal. Ja, man muss halt auch die
kleinen Schritte würdigen!

> richie


Gruß,
Clemens


Ralf Kiefer

unread,
Mar 22, 2008, 7:56:11 AM3/22/08
to
Richard Anacker wrote:

> optisch modifiziert hat man schon immer so lange ich in der Szene bin.

So auch meine Beobachtungen der (*uiuiui*) letzten 30 Jahre. Es hat aber
nicht automatisch jeder gemacht, der selbst geschraubt hat.


> Clemens deutete
> dies ja schon an, als er schrieb, die Hersteller sperrten die
> Schraubwilligen aus - ich behaupte weiter, es wird über die ganzen
> eingebauten Gimmiks sogar eine Angst davor erzeugt, etwas zu manipulieren.

Bei (sorry Jungz, in diesem Bereich beobachte ich etwas intensiver:) KTM
war das im Laufe der vergangenen Jahre gut zu beobachten. In den 1990er
Jahren wurden LC4 und EXC von KTM gebaut und vom Händler verkauft. Der
Händler war danach häufig nur noch dazu da die Ersatz- und
Verschleißteile zu beschaffen, was im Erdferkelsektor durchaus andere
Dimensionen einnimmt als bei Straßenposern. Soll heißen, der
KTM-Schrauber hat relativ zur Gesamtzahl der bewegten KTMs relativ wenig
schrauben und verdienen dürfen. Mit der LC8, dem ersten Mopped von KTM,
das technisch "unnahbar" war, hat sich dies stark geändert. Erstens
wurde damit ein Kundenkreis angesprochen, der eher weniger selbst
schraubt, andrerseits wurde das Schrauben nicht nur dem Selbstschrauber
sehr schwer gemacht. Ganz am Rand paßt die seinerzeit freiwillig
verkündetete Garantieverlängerung von 2 auf 3 Jahre genau in dieses
Konzept, da auf diesem Weg der ein oder andere Kunde vom Schrauben
abgehalten wurde. Ob KTM dieses Konzept angesichts der Preise für
normale Inspektionen durchhalten kann, ist eine andere Frage. Wenn sie
sich ans Vorbild BMW halten, dann könnte es klappen, aber eine andere
Kundschaft ansprechen.

Die heute erhältlichen LC4 haben mit den früheren LC4 nur den Name
gemeinsam. Selbstschrauben wird bei denen kaum noch stattfinden. Bereits
eine Änderung des Endschalldämpfers oder am Luftfilterkasten benötigt
eine anders eingestellte Gemischaufbereitung. Bei den "normalen" LC4 hat
das (fast) jeder auf die Schnelle und ggf. auf dem AU-Prüfstand selbst
erledigt (BTDTNT :-) ), mit der "modernen" Software geht das nicht mehr.
Reiseenduristen, Wüstenfahrer, Wettbewerbsfahrer u.a. bleiben zukünftig
mit ihren für ihre Zwecke notwendigen Umbauten ausgesperrt. Ganz davon
abgesehen sind genau die es, die selbst schrauben wollen und ggf.
müssen.


> Ob Verbesserungsbedarf besteht, liegt wohl im Auge des Betrachters.

ACK.


> Zu
> meiner Jugendzeit war es üblich, andere Lenker auszuprobieren.

Das machen Erdferkel und Schlammhupfer auch heute noch häufig genug, am
Besten zu beobachten bei den Japan-Enduros mit ihren 22m-Stahllenkern,
die häufig genug ausgetauscht werden müssen, weil sie zu krumm sind.

Was heutzutage typischerweise umgebaut wird, findet sich in den
Katalogen der großen Drei. Blinker, Rücklichter. Naja :-(


> Welche jungen Wilden denn? :-) Das würde ja voraus setzen, dass sie das
> Mopped als Schraub-Maschine erlebt und begriffen haben.

Der von mir beobachtete typisch junge "Wilde" fährt einen
Automatik-Roller, den ihm sein Roller-Center modifiziert hat, nachdem er
die vom Papa gespendeten Kröten vorbeigebracht hatte. Technisches
Verständnis kann ich bei vielen nicht beobachten. Eine Fortsetzung der
Karriere mit 18 findet dann typischerweise im Corsa oder Polo statt.
Moppedfahrer in der Altersklasse 18 bis 30 sind extrem selten.


> Ich bin einer dieser Creditcard-Riders
> geworden.

Das wurde ich beim Thema modernes Mopped mit der LC8 leider auch. Aber
ich halte den Kontakt zur guten, vernünftigen Zeit :-)

> > zündung einstellen mußt du nimmer, weils keinen systembedingten
> > mechanischen verschleiß mehr gibt. kupplung kannst wohl nach wie vor an
> > der landstraße tauschen, ich wüßt nicht, daß die sich (bis auf
> > anti-hopping) in den letzten 50 jahren drastisch geändert hätten.
>
> Es ist nun wirklichnicht so, dass ich das vermissen würde und es
> widerspricht auch nicht meiner Meinung, dass der spürbare Fortschritt in
> verbessertem Material zu sehen ist.

1987 unterwegs mit der RD250: an jedem zweiten Reisetag wurde die
Zündung eingestellt. Also Kerze raus, Meßuhr rein, Lampe über die
Kontakte und kurz die jeweilige Kontaktplatte etwas verdreht. Ok, ich
war pingelig, man hätte es auch jeden 3. Tag nur erledigen müssen.
Zuletzt weit unterwegs mit einer 1994er Affentwin: >14Mm in 6 Wochen, Öl
nachgekippt, Kette geschmiert, Luftfilter ausgepustet und unterwegs was
Schweißen lassen wg. eigener Dusseligkeit. Da sehe ich den Fortschritt.
Aber ab Ende der 1990er ging's so langsam bergab mit dem gut_gemeinten_,
Marketing-gesteuerten Fortschritt.


> > und du mußt auch aufpassen, daß du nicht den fehler vieler alter leute
> > machst: daß früher alles besser war
>
> Muss ich Dir (in diesem Punkt leider) Recht geben, ich merke, dass ich
> langsam so werde wie ich früher nie sein wollte. Ich glaube allerdings
> auch, dass der Weg, denn Fahrzeugbauer heute gehen, der falsche ist,
> gerade wegen meiner Erfahrungen aus "der guten alten Zeit". Ich bezweifle
> einfach, dass "der Kunde das so will und so nicht will", der Kunde hat
> nämlich zu kaufen, was die Marketing-Abteilung konzipiert hat.

ACK, und der Kunde wird immer inkompetenter in diesem Bereich. Ein sich
selbst verstärkender Effekt: Entmündigung durch die Fahrzeugbauer und
Verlagerung technischer Kompetenz in andere Bereiche des Lebens.

Hannes Deeken

unread,
Mar 22, 2008, 8:01:42 AM3/22/08
to
Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:
> Hannes Deeken (Freitag, 21. März 2008 19:21):
>
>> Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:
>>> Wenn ich mir überlege, dass meine Harley vor über 25 Jahren bei 280kg
>>> Fahrgewicht plus damals noch nur 2 Zentnern Biopren mit antiker
>>> Technik bei zügiger Fahrweise kaum über 6,5l/100 und bei normaler
>>> Landstraßenfahrt unter 5 Litern blieb, dann fehlt mir auch bei den
>>> Japanesen der Blick fürs Wesentliche. Von BMW mal ganz zu schweigen.
>>
>> Ich weiss ned, was Du hast. Das sind die Verbrauchswerte meines
>> Gixers. Ja, ok, mit umschaltbarem Mapping und doppelter Drosselklappe
>> und nur 200kg. Aber dafür auch mit einem anderen Level von "zügig" ;)
>
> a) vor 25 Jahren

Ja und?

> b) mit zusammen 100kg mehr Masse als Dein Gespann

Danke für das Kompliment, aber mit Kombi komm ich auch auf 2 Zentner.


> c) Auch damals schon konnte ich durchaus Landstraßenschnitt (nach meiner
> Messweise, nicht der von Clemens) von über 70 fahren (4 Inch over,
> Flachschiebervergaser Blue Magnum regeln, über 70PS).

Landstrassenschnitte hängen von der Strecke und von dem Grad der eigenen
Verrücktheit ab, nicht primär vom Mopped. Nimm doch mal Schräglage und
Kurvengeschwindigkeit, dann siehst Du vermutlich mehr Differenzierung :>


> d) mein Goodyear Eagel war nach einem Jahr und 18Mm noch so gut wie neu.

Wenn's ned grippt, rubbelt es auch nicht ab *g*


> e) Harley

Sind die als Schluckspechte verrufen?


> Man sollte meinen, dass in einem viertel-Jahrhundert der Fortschritt im
> Moppedsektor größer sein sollte als das, was da geboten wird.

Hm. Ca. 2.5fache Leistung bei gleichem Verbrauch, um Größenordnungen
bessere Bremsen, Fahrwerk und Reifen. Das hätte ich jetzt schon als
erwähnenswerten Fortschritt gesehen. Speziell unter der Massgabe, dass
sich am Mopped fahren eigentlich nix Gravierendes geändert hat.

Aber ich bin ja auch noch Anfänger und ging noch zur Schule, als Du
obige Harley bewegt hast ;)


Ciao,
Hannes, die Gnade des späten Lappens geniessend

Hannes Deeken

unread,
Mar 22, 2008, 8:02:16 AM3/22/08
to
Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:
> Zu einem Motor, Rädern, einem Sitz und der Möglichkeit, damit ein wenig
> unabhängig zu sein.

Was hat denn die Unabhängigkeit mit dem Verkehrsmittel zu tun? Oder
meinst Du nur die Unabhängigkeit von Werkstätten? :>

Ciao,

Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 8:17:58 AM3/22/08
to
Clemens Gleich (Sat, 22 Mar 2008 12:42:07 +0100):

>
>> Ob Verbesserungsbedarf besteht, liegt wohl im Auge des Betrachters. Zu
>> meiner Jugendzeit war es üblich, andere Lenker auszuprobieren.
>
> Empfindest Du das heute anders?

Ja. Ich werde so oft erstaunt angeschaut, wenn ich bei SHTs auf Ergonomie
zu sprechen komme und manche[r|m] vorschlage, einen anderen Lenker zu
montieren.


>
>> Welche jungen Wilden denn? Das würde ja voraus setzen, dass sie das


>> Mopped als Schraub-Maschine erlebt und begriffen haben.
>
> Das ist so ein bisschen Dein Punkt. Was ist so schlimm daran, dass sie
> die heutigen, länger problemlos laufenden Maschinen realitätsnah eher
> als Fahr-Maschine erleben/begreifen?

:-)

Ja, das ist so ein bisschen mein Punkt bezogen auf *generieren neuer User*

Man glaubt es nicht, wie viele Purchen, die ich anspreche wegen
Moppedschein, mir sagen, sie hätten zu viel Respekt vor den Kisten. Es
existiert kein Low-Power-Segment mehr. Mein Punkt dabei ist, dass es
eine solche Zielgruppe gäbe, wenn man die Leute nicht davon überzeugen
würde, dass size tatsächlich matters.

Wie interessiert sitzen absolut technisch Unbedarfte bei der Moppedtheorie
vor meiner 125er und verbinden "Zylinder", "Versager", "Federbein",
"Kettenspanner" oder "Lenkkopflager" mit vorher gehörtem, schauen stolz,
wenn sie begriffen haben, was Feder'vorspannung' bedeutet und fangen an
die Stirn zu runzeln, wenn mich die Geilheit packt und ich über Druck- und
Zugstufe losplaudere. Das will dann niemand mehr wissen. Die grobe Technik
begeistert aber viele.

greets

Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 8:18:35 AM3/22/08
to
Ralf Kiefer (Sat, 22 Mar 2008 12:56:11 +0100):

> ACK, und der Kunde wird immer inkompetenter in diesem Bereich. Ein sich
> selbst verstärkender Effekt: Entmündigung durch die Fahrzeugbauer und
> Verlagerung technischer Kompetenz in andere Bereiche des Lebens.

*unterschreib*

Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 8:21:12 AM3/22/08
to
Hannes Deeken (Sat, 22 Mar 2008 12:02:16 +0000):

> Was hat denn die Unabhängigkeit mit dem Verkehrsmittel zu tun? Oder meinst
> Du nur die Unabhängigkeit von Werkstätten? :>

Da - das ist eben der Fluch der späten Geburt :-))

Unabhängig heißt (in diesem Fall) dahin fahren zu können, wo und wie ich
das will. Ich glaube am unabhängigsten in dieser Beziehung habe ich mich
mit meiner XL gefühlt.

Hannes Deeken

unread,
Mar 22, 2008, 8:29:30 AM3/22/08
to
Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:
> Hannes Deeken (Sat, 22 Mar 2008 12:02:16 +0000):
>
>> Was hat denn die Unabhängigkeit mit dem Verkehrsmittel zu tun? Oder meinst
>> Du nur die Unabhängigkeit von Werkstätten? :>
>
> Da - das ist eben der Fluch der späten Geburt :-))

Das wird durch viel ausgeglichen :>>

> Unabhängig heißt (in diesem Fall) dahin fahren zu können, wo und wie ich
> das will. Ich glaube am unabhängigsten in dieser Beziehung habe ich mich
> mit meiner XL gefühlt.

Hm. Ich seh mich momentan in der Beziehung trotz eher hochtechnisiertem
Krad nicht wirklich eingeschränkt. Gut, vielleicht bei der
Reifenhaltbarkeit, da könnte mal eben Korsika und zurück ein wenig eng
werden, aber man muss ja keinen Sportler mit Superklebegummis fahren.

Ich sehe allerdings im Kontext Deines Gesprächs mit Clemens durchaus
ein, dass ich nicht in der von Dir angesprochenen Zielgruppe
(Ausbildung, Finanzkraft) liege. Da weiss ich aber auch nicht, ob die
Verfügbarkeit billiger, technisch simpler Moppeds die Hauptschüler
hinter den fett gepimpten PCs hervorlockt.

Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 8:31:13 AM3/22/08
to
Hannes Deeken (Sat, 22 Mar 2008 12:01:42 +0000):

> Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:

> Ja und?
>
>> b) mit zusammen 100kg mehr Masse als Dein Gespann
>
> Danke für das Kompliment, aber mit Kombi komm ich auch auf 2 Zentner.

+ 200kg Mopped macht 300. Ich damals 100 + Harley 280, also knappe 2
Zentner mehr.


> Landstrassenschnitte hängen von der Strecke und von dem Grad der eigenen
> Verrücktheit ab, nicht primär vom Mopped. Nimm doch mal Schräglage und
> Kurvengeschwindigkeit, dann siehst Du vermutlich mehr Differenzierung :>

Was bringen die möglichen 60° Deines Gixxers zu den möglichen 35 der Harley
damals? Nix auf der Straße erfahrbares. Die Meter später auf der Bremse
oder früher am Gas? Naaaaa ... das ist geistige Onanie im Straßenverkehr.

>
>
>> d) mein Goodyear Eagel war nach einem Jahr und 18Mm noch so gut wie
>> neu.
>
> Wenn's ned grippt, rubbelt es auch nicht ab *g*

Der Grip hat fürs Fahren und Rastenschleifen gereicht.

>> e) Harley
>
> Sind die als Schluckspechte verrufen?

Nein, aber das Motorenkonzept ist selbst heute noch steinzeitlich, damals,
obwohl der Shovelhead quasi neu am Markt war, war es noch antiker.


>> Man sollte meinen, dass in einem viertel-Jahrhundert der Fortschritt im
>> Moppedsektor größer sein sollte als das, was da geboten wird.
>
> Hm. Ca. 2.5fache Leistung bei gleichem Verbrauch, um Größenordnungen
> bessere Bremsen, Fahrwerk und Reifen. Das hätte ich jetzt schon als
> erwähnenswerten Fortschritt gesehen. Speziell unter der Massgabe, dass
> sich am Mopped fahren eigentlich nix Gravierendes geändert hat.

Welche 2.5fache Leistung? Vergleichst Du jetzt den Fortschritt beim Gixxer
mit dem bei Harley? Leistung nichtmal verdoppelt, die XS1100 hatte damals
92 in .de und über 100 in Amiland. Bremsen sind besser, ja, die Bremser
wahrscheinlich schlechter als damals. Aber das sind alles Verbesserungen
im Material-Bereich, der Verbrauch ist trotz gesunkenen Gewichtes nicht
runter gegangen, wenn Du nämlich Deine 170 Pferde abrufst, laufen weit
über 10l durch die Spritaufbereitung, mit den 5 oder 6 kommst Du nur im
Harley-Modus rum.


>
> Aber ich bin ja auch noch Anfänger und ging noch zur Schule, als Du
> obige Harley bewegt hast ;)

Genau, Bübchen. Werd erstmal trocken hinter den Ohren #


>
>
> Ciao,
> Hannes, die Gnade des späten Lappens geniessend

richie, genießend wann immer auch.

Clemens Gleich

unread,
Mar 22, 2008, 8:40:36 AM3/22/08
to
Richard Anacker:

> Ich werde so oft erstaunt angeschaut, wenn ich bei SHTs auf
> Ergonomie zu sprechen komme und manche[r|m] vorschlage, einen
> anderen Lenker zu montieren.

Hm. Dazu habe ich noch wenige gefragt, aber die SHT-Kundschaft kenne ich
genauso. Andererseits ist das Allererste, was ich auf *jedem* Motorrad
mache, die Hebeleien anzupassen. Gut, aber ich prüfe auch das Fahrwerk und
die Reifen und bin damit relativ allein.

> Man glaubt es nicht, wie viele Purchen, die ich anspreche wegen
> Moppedschein, mir sagen, sie hätten zu viel Respekt vor den
> Kisten.

Zustimmung. F 800. Ein relevanter Teil der potenziellen weiblichen
Kundschaft hat regelrecht Angst vor dem Motor, obwohl der nun wirklich nicht
laut ist.

> Es existiert kein Low-Power-Segment mehr. Mein Punkt dabei
> ist, dass es
> eine solche Zielgruppe gäbe, wenn man die Leute nicht davon
> überzeugen würde, dass size tatsächlich matters.

Es gibt weiterhin 125er und bei Kawa jetzt auch wieder eine Straßen-250er.
Nur kaufen tut die kaum jemand mit großem Schein.

> greets
> richie


Gruß,
Clemens


Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 8:41:13 AM3/22/08
to
Hannes Deeken (Sat, 22 Mar 2008 12:29:30 +0000):

> Da weiss ich aber auch nicht, ob die Verfügbarkeit
> billiger, technisch simpler Moppeds die Hauptschüler hinter den fett
> gepimpten PCs hervorlockt.


Es ist wohl die Frage, ob sie lockbar wären. Moppedisieren wird wo immer
möglich verteufelt, die pöhsen, die Raser, die Hirnlosen, die Organspender.

Das Motorrad wird in den Medien (also nicht Fachmedien) eher als Waffe
denn als Lifestyle angeboten. Wie Ralf schon angesprochen hat, nach dem
Kampfroller kommt der Polo.

Mit unseren Kreidlers, Herkulessen, Puchs oder Zündapdapdaps war es easy
am Wochenende irnkwohin zum Zelten zu fahren und Party zu machen. Mit den
Kampfrollern heute sind die Kids kastriert, 45km/h, 125er sind zu selten,
weil scheiße teuer in der Ausbildung, also wird die Gang hier schon
gespalten. Mit ner heutigen 50er wollte ich auch nicht übers Wochenende in
die Eifel fahren :-)

Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 8:43:51 AM3/22/08
to
Clemens Gleich (Sat, 22 Mar 2008 13:40:36 +0100):

> Es gibt weiterhin 125er und bei Kawa jetzt auch wieder eine Straßen-250er.
> Nur kaufen tut die kaum jemand mit großem Schein.

Genau. Wenn Du schon auf 60 PS deinen Lappen machen musst, wie soll nach
25 Fahrstunden jemand nochmal auf die 125er der ersten Fahrstunde zurück
wollen? Die fühlt sich erstmal Fahrrad-mäßig an und hat in der Werbung das
Immage von Harz4

Clemens Gleich

unread,
Mar 22, 2008, 8:48:35 AM3/22/08
to
Hannes Deeken:

> Ich sehe allerdings im Kontext Deines Gesprächs mit Clemens
> durchaus ein, dass ich nicht in der von Dir angesprochenen
> Zielgruppe (Ausbildung, Finanzkraft) liege. Da weiss ich aber auch
> nicht, ob die Verfügbarkeit billiger, technisch simpler Moppeds
> die Hauptschüler hinter den fett gepimpten PCs hervorlockt.

Das allein reicht natürlich nicht. Begeisterung in Massen ist immer auch
eine Frage der gesamten Gesellschaft. Warum haben wir viele schnelle Fahrer
in den Auto-Rennklassen? Weil das Auto hier gesellschaftlich gut dasteht.
Aus demselben Grund kommen die meisten guten Rennfahrer der Zweiradklassen
aus Italien oder Spanien, wo das Zweirad gesellschaftlich viel besser
anerkannt ist. In Spanien jubeln die Leute ungelogen besonders schönen
Mopeten zu, die vorbeifahren. In Deutschland sind die Maschinen eher
geduldet und werden am liebsten stehend gesehen, damit man den (mittlerweile
finanziell gut gepolsterten) Fahrern was zu Essen verkaufen kann. Da sind
dann auch die hohen Kosten für die Ausbildung nur noch Nebenthema.

> Ciao,
> Hannes


Gruß,
Clemens


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Hannes Deeken

unread,
Mar 22, 2008, 8:56:56 AM3/22/08
to

Exakt. Und ich seh bei der aktuellen gesellschaftlichen Stimmung auch
genau gar keinen Platz, um dem Moppedfahren ein positives Image geben
zu können. Es ist "nur noch" Spassfahrzeug, es verbrennt fossilen
Treibstoff, es ist laut, etc. usw. Unglaublich asozial und pfui.

Wir sind quasi zurück auf dem Weg ins Outlaw-Dasein :>

Message has been deleted

Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 9:06:04 AM3/22/08
to
Hannes Deeken (Sat, 22 Mar 2008 12:56:56 +0000):

> Wir sind quasi zurück auf dem Weg ins Outlaw-Dasein :>


Jaaaaaaaa!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!ELFEINS!11
Hurraaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

richie, pöhser puhbe

Sven Schmidt

unread,
Mar 22, 2008, 9:36:42 AM3/22/08
to
On 22 Mrz., 13:56, Hannes Deeken wrote:
> Es ist "nur noch" Spassfahrzeug, es verbrennt fossilen
> Treibstoff, es ist laut, etc. usw. Unglaublich asozial und pfui.

und es stinkt, nicht zu vergessen! Es stinkt einfach nur geil!

Gruß
Sven
--
http://www.svs-tools.de
KTM SuperDuke 990 *2005, *BrooOOARB* http://www.mf-miehlen.de
BMW R25/3 *1955, Arthur reloaded http://www.schmidt-sven.de

christian mock

unread,
Mar 22, 2008, 9:36:47 AM3/22/08
to
Richard Anacker <spam.q...@mamuts.org> wrote:

> optisch modifiziert hat man schon immer so lange ich in der Szene bin. Das
> hat wenig mit der Technik des Motorrades zu tun. Einen anderen
> Endschalldämpfer dran schrauben auch nicht. Aber ich will auch nicht

mit der technik nicht -- aber mit dem gefühl, daß das ein gerät ist,
das ich so verändern kann, daß es mir besser gefällt (jetzt nicht nur
im optischen sinn).

und ich denk halt wirklich, daß es bei den heutigen radln vieles
einfach schon so gut funktioniert, daß man nimmer verbessern *muß* --
ich hab damals bei der CB500Four eine zweite bremsscheibe
drangeschraubt (bzw auch schon damals hab dranschrauben lassen), weil
man mit dem ding dann wirklich besser stehenbleiben konnte. aber was
will ich an den bremsen der ZRX verbessern? was will ich am fahrwerk
verbessern? was will ich am motor verbessern? das funktioniert ja
schon alles allerfeinstens.

und das schrauben um des schrauben willens hatten auch damals (also
vor 20 jahren, als ich die CB500 als erstes richtiges motorrad gekauft
hab) nur manche leute wirklich drauf; der großteil in der partie von
damals ließ von einem der schrauber schrauben.

> Ob Verbesserungsbedarf besteht, liegt wohl im Auge des Betrachters. Zu

natürlich. beispiel ZRX, wenn ich da die foren lese, gibt's eine menge
leute, die ZZR-nocken einbauen, oder an den vergasern fummeln, oder an
der airbox -- ganz klassisches tuning. bei den einspritz-radln gibt's
offenbar einen markt für powercommander.

>>> Es geht nicht mehr um das Gefühl des Fahrens, das bringt niemand mehr
>>> rüber.
>>
>> das hat für mich noch nie jemand rübergebracht, das muß man schon selbst
>> erleben.
>
> Für mich hat sich (früher) eine ganze Welt damit verbunden. Dabei fing das
> Erleben mit dem Auseinanderschrauben eines DKW-Motors im Wohnzimmer meins
> Kumpels im sonnigen Alter von 14 an.

ja, aber das hast du selber *erlebt*, und nicht von irgendwem
"rübergebracht" bekommen. gut, die frage ist, wie du "angefixt"
wurdest.

ich bin ja in einer halbländlichen gegend aufgewachsen, entsprechend
war der grund, daß ich ein moped haben wollte, nicht irgendein
abstraktes gefühl, sondern ganz praktisch die frage, ob ich mobil bin.
daß es dann an einer technischen schule üblich war, an allem zu
schrauben, was nicht bei drei auf den bäumen war, war auch klar, und
außerdem war das üblich, daß man am moped schraubte, auch der polizei
war das ziemlich wurscht (niemand aus meinem bekanntenkreis hat AFAIR
wegen frisieren jemals gezahlt). vom "gefühl", das sich ergeben hat
daraus, ist das schwer zu trennen, ein frisiertes moped war einfach
teil dieses "jugendgefühls", zusammen mit der clique, den parties, dem
ärger mit den eltern.

nachdem ich jetzt in der großstadt wohne, kann ich nicht sagen, wie
das heute ist bei den jungen leuten -- die voraussetzungen sind
einfach anders, man braucht kein moped, die polizei hat mobile
prüfstände, und die gesellschaft ist generell ängstlicher geworden.
mein 16jähriger jedenfalls will kein moped, aber der ist sowieo
ziemlich risikoscheu. mein stiefsohn, damals auf der CB500 als sozius
schon auf "schneller, schneller" drauf, fährt eine K1200R und damit
kreise um mich.

>> früher gabs immer was, zündung einstellen, ventile einstellen, hier was
>> abgegammelt, dort was festgegammelt... das fühlt sich dann vielleicht
>> wie "flucht" an, wenn man im regen an der landstraße liegenbleibt, aber
>> hilfreich ist's nicht.
>
> Nein, das erinnere ich anders. Es mag sein, dass ohne "Wartung" solche
> Probleme auftraten, meine Probleme lagen einfach nur im wesentlich höheren
> Verschleiß als heute. Allerdings habe ich auch beständig meine Moppeds

ich bin ja kein warter, und war nie einer. damals wie heute kommen die
radln einmal im jahr zum service und pickerl machen, damals hab ich
noch selber zündung und ventile eingestellt und bremsflüssigkeit
gewechselt. jedenfalls war die CB500 nach 55.000km am ende, mehr öl
als sprit verbraucht, ziemlich verrostet, und hätte eine komplette
motorüberholung gebraucht. die ZRX hat jetzt 73.000km und rennt wie
ein uhrwerk. keine gerissenen oder eingefrorenen kupplungsseile
(hydraulik rulez!), keine permanent versifften kerzen, keine probleme
beim anspringen...

> Mir scheint, das (Un-)Konzept der Hersteller beruht einfach auf "mehr vom
> selben". Mehr Pferde, mehr Bremskraft, mehr Topspeed...

ja. ich seh das aber darin begründet, daß das grundkonzept "motorrad"
so gut ist, daß man daran nimmer viel grundsätzliches verbessern kann.

>> -- das ewige herumgescheiße mit den
>> alten rädern ergibt heute nette geschichten, aber damals wars einfach
>> ätzend.
>
> nein, es war nicht ätzend. Es hat dazu gehört. Für mich war es kein
> verlorenes Wochenende, wenn ich bei üblem Wetter in der Garage gesessen
> und die Schmierstellen, Zündkerzen, Bowdenzüge... geprüft habe. Aber ich
> will es nicht auf ein "und das ist gut so" hinaus laufen lassen. Hätte ich
> nicht das gemacht, hätte ich eben was anderes gemacht und fände es heute
> klasse.

das schrauben in der garage nicht; ich hab viele angenehme abende in
der werkstatt eines freundes verbracht, damals. was aber ätzend war,
war, bei kälte und regen auf einem nicht-anspringen-wollenden bock
herumzukickstartern, oder im winter mit dem eingefrorenen kupplungszug
zu hantieren. das ergibt heute lustige geschichten, aber damals wars
ärgerlich, und ich hätte die kisten am liebsten verschrottet.

>> und auch wenn ich "nur fahre, wenn ich mal zeit habe", ist das heute
>> deutlich mehr (jedenfalls an genußfahrten) als früher...
>
> Für mich ist es deutlich weniger. Zudem ist für mich eigentlich jede Fahrt
> eine Genussfahrt, auch wenn sie mit warten auf den ADAC verbunden ist ;-)

nein, ich fahr heute (also seitdem ich vor 2 1/2 jahren wieder
angefangen hab) deutlich bewußter, genießender als früher -- eben
weil's meistens nicht drum geht, von A nach B zu kommen, sondern
einfach spaß zu haben. und ich fahr auch mehr als früher.

ciao,

cm.

--
** christian mock in vienna, austria -- http://www.tahina.priv.at/

Wahrscheinlich ist die Klage billiger als eine Inseratenkampagne: "Wir
haben das Internet nicht verstanden."
-- Martin Hlustik ueber Ferrero in Sachen kinder.at

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Christian Mende

unread,
Mar 22, 2008, 11:13:26 AM3/22/08
to
On Fri, 21 Mar 2008 20:12:25 +0100, Richard Anacker
<spam.q...@mamuts.org> wrote:


>Natürlich kann ich mit meiner Kiste heute mehr machen als mit meiner
>ersten Kuh, einer R1000RS. Wenn ich nicht so ein stinkendreicher
>Fahrlehrer wäre und nur was kleines bewegen könnte, ich wäre auch mit
>einer 250er Enduro zufrieden, Hauptsache Mopped.
>

Genau da bin ich, als armer Sack von Automechaniker. Siehe Signatur,
und es macht wirklich Spaß. Aber auf Treppen fahre ich nicht,
höchstens mal auf dem Fahrradweg.


Hilfe! Suche Vergaser für XS360,
bei dem die Drosselklappenwellen
nicht merklich ausgeschlagen sind
Kennbuchstabe 1U5-00 oder so Chr. Mende

Robert Riesenberger

unread,
Mar 22, 2008, 6:37:02 PM3/22/08
to
Richard Anacker schrieb:

> Was bringen die möglichen 60° Deines Gixxers zu den möglichen 35 der Harley
> damals? Nix auf der Straße erfahrbares.

Ah klar. Du bist wirklich sehr amüsant. Manchmal, wenn mir wirklich langweilig
ist und mein Blutdruck in den Keller fällt, lese ich ein paar Deiner Ergüsse.
Und was soll ich sagen, es hilft.

> Bremsen sind besser, ja, die Bremser wahrscheinlich schlechter als damals.

Genau. Besonders Du wahrscheinlich.

> runter gegangen, wenn Du nämlich Deine 170 Pferde abrufst, laufen weit
> über 10l durch die Spritaufbereitung, mit den 5 oder 6 kommst Du nur im
> Harley-Modus rum.

Oh, der Auskenner. Mein Gixxer (ist aber nur der mittlere) braucht nichtmal
auf der Rennstrecke bei ambitionierter Fahrweise auch nur annähernd 10l.

Doppel-R
--
|- Suzuki GSX-R 750 '01 - Kawasaki ZR 750 C '91 - Gilera FXR 1xx Runner '00 -|
|-------"DEPPATA!... Des gheat so!" -- Wolfgang (C) afm-ST am 24.10.98-------|
|-- PIP#853 http://doppel-r.is-ur.org/ -- platzhalter für website RRR#853 --|
|-- Hier werkt ein glücklicher Pinguin in der Version 2.6.18.1-13-default --|

Robert Riesenberger

unread,
Mar 22, 2008, 6:38:50 PM3/22/08
to
Clemens Gleich schrieb:
> Richard Anacker:

>>> Wenn Du heute auf den Krapfen steigen würdest, tätest Dich ganz
>>> schon erschrecken
>> Woher weißt Du das?
> Ich weiß es nicht, ich vermutete es anhand der Erfahrungen anderer Leute.

Und recht hast. So gehts/gings mir jedesmal beim Wexel Zephyr/GSX-R.

Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 6:44:17 PM3/22/08
to
Robert Riesenberger (Sat, 22 Mar 2008 23:37:02 +0100):

> Oh, der Auskenner. Mein Gixxer (ist aber nur der mittlere) braucht
> nichtmal auf der Rennstrecke bei ambitionierter Fahrweise auch nur
> annähernd 10l.


Schwuchtel
--
Mein Sommertraum: http://www.youtube.com/watch?v=Z75CYlvg5rk

Robert Riesenberger

unread,
Mar 22, 2008, 6:58:16 PM3/22/08
to
Richard Anacker schrieb:

Kein Text, nur Unterschrift!? Verwirrt, alter Mann?

Richard Anacker

unread,
Mar 22, 2008, 7:34:22 PM3/22/08
to
Robert Riesenberger (Sat, 22 Mar 2008 23:58:16 +0100):

> Verwirrt, alter Mann?


"Jetzt müssen wir Rechnen: OSL = 1 Runde 3,667 40 Runden = 146,68 km da
etwa 1 Liter im Tank verbleibt: '17 Liter für 146,68 km also ~ 11,5
ltr/100 dabei ist das Motorrad Serie, offener Lufi, Powercommander, offene
Auspuffanlage komplett, Motorabstimmung für gleichmäßige
Leistungsentfaltung und sparsammer Kraftstofverbrauch. (Rundenzeiten um
die 1:35)"

(Hans-werner Köhle am 19. März 2008, Endurance Sport)
http://www.motorradfrage.net/nutzer/GSXR1000/antworten-auf-fragen/1

So, Schwuchtel, und jetzt wieder husch in den Filter.

Ralf Kiefer

unread,
Mar 22, 2008, 8:16:24 PM3/22/08
to
Sven Schmidt wrote:

> und es stinkt, nicht zu vergessen! Es stinkt einfach nur geil!

:-) Ich habe heute geholfen eine RG500 Gamma wieder zum Leben zu
erwecken. Irgendwann lief sie auf allen vier Zylindern. Der Klang
*schwärm*, vier Zündungen pro Kurbelwellenumdrehung, jeweils zwei
gleichzeitig ... Nur an der Duftwolke arbeiten wir morgen weiter. Da
muß Castrol TTS rein. Oder Rizinus? Aber am Sonntag. Gibt's das beim
Apothekennotdienst?

Ralf Kiefer

unread,
Mar 22, 2008, 8:16:29 PM3/22/08
to
Richard Anacker wrote:

> Es
> existiert kein Low-Power-Segment mehr. Mein Punkt dabei ist, dass es
> eine solche Zielgruppe gäbe, wenn man die Leute nicht davon überzeugen
> würde, dass size tatsächlich matters.

In meiner "Jugend", also vermutlich auch in Deiner :-), war die
27-PS-Klasse der Standard. Ich habe hier die Motorrad 26/1976 vom
29.12.1976 (BTW zum Preis von 2,50DM) herumliegen, die eine
Marktübersicht der 27-PS-Klasse abdruckte: Benelli, Ducati, Harley
(eigentlich Aermacchi), Hercules, Honda, Jawa, Kawasaki, Laverda, Maico,
Montesa, Morini, Guzzi, Sanglas, Suzuki, Yamaha und Zündapp waren mit
teils mehreren Moppeds vertreten, insgesamt 25. Die Motoren waren 2T, 4T
und Wankel mit 1 bis 3 Zylinder bzw. der einen Scheibe. Und nein, BMW
war nicht vertreten, denn die R27 gab es nicht mehr und die R45 noch
nicht. Eine vergleichbare Auswahl gibt es heute in der 98-PS-Klasse,
aber in keiner anderen Klasse. Daß diese Klasse nicht gerade die
Einsteiger-Klasse sein dürfte, ist auch klar.


> Wie interessiert sitzen absolut technisch Unbedarfte bei der Moppedtheorie
> vor meiner 125er und verbinden "Zylinder", "Versager", "Federbein",
> "Kettenspanner" oder "Lenkkopflager" mit vorher gehörtem, schauen stolz,

Das haben "wir" in Ermangelung von zu "pimpenden" PCs selbst erforscht.
Wieviele 50-ccm-Zylinder und -Kolben haben dran glauben müssen, weil sie
kaputtgeschraubt wurden ;-) BTDTNT Aber wir haben uns Gedanken um
Strömungen gemacht. Auch wenn wir nicht wußten, was laminar bedeuten
könnte, wurde über Formen und Größen von Kanälen und Löchern rund um den
Zylinder gefachsimpelt und probiert. Und wie habe ich gestaunt, als ich
irgendwann Ende der 1970er einen Bericht einer Straßenrennerle-Kreidler
las, die auf 24 PS kam, was mich wiederum motivierte, meiner Kreidler
das nächste halbe PS mehr zu entlocken. Das war deutlich näher an
Grundlagenforschung (und somit Verständnis dieser Grundlagen) dran als
der Einbau von beleuchteten Lüftern in PC-Gehäuse. "Damals"[tm] war eben
alles besser ;-) Zugegeben, Fahrwerke und Reifen waren übel.

Robert Riesenberger

unread,
Mar 22, 2008, 8:16:29 PM3/22/08
to
Richard Anacker schrieb:

> So, Schwuchtel, und jetzt wieder husch in den Filter.

Du bist wirklich einer der allergrössten Schwachmaten, die mir je
untergekommen sind, und da waren ein paar ganz besondere dabei.

Fahrlehrer halt.

Richard Anacker

unread,
Mar 23, 2008, 3:53:01 AM3/23/08
to
Ralf Kiefer (Sun, 23 Mar 2008 01:16:24 +0100):

> Nur an der Duftwolke arbeiten wir morgen weiter. Da muß
> Castrol TTS rein. Oder Rizinus? Aber am Sonntag. Gibt's das beim
> Apothekennotdienst?


Ich tippe mal drauf, die Chance, Rizinus an einer Tanke zu bekommen ist
größer als die, dort eine passende Zündkerze für das edle Gefährt zu finden.

richie

Richard Anacker

unread,
Mar 23, 2008, 4:18:09 AM3/23/08
to
Ralf Kiefer (Sun, 23 Mar 2008 01:16:29 +0100):

> Richard Anacker wrote:
>
>> Es
>> existiert kein Low-Power-Segment mehr. Mein Punkt dabei ist, dass es
>> eine solche Zielgruppe gäbe, wenn man die Leute nicht davon überzeugen
>> würde, dass size tatsächlich matters.
>
> In meiner "Jugend", also vermutlich auch in Deiner :-),

naja, 2 oder 5 Jahre liegen da wahrscheinlich noch dazwischen ;-)

> war die
> 27-PS-Klasse der Standard.

Das kam nach der Einführung der Leistungsversicherung. Davor wurde nach
Hubraum versichert und die erworbene Lizenz galt direkt unbeschränkt.

> Ich habe hier die Motorrad 26/1976 vom
> 29.12.1976 (BTW zum Preis von 2,50DM) herumliegen, die eine
> Marktübersicht der 27-PS-Klasse abdruckte: Benelli, Ducati, Harley
> (eigentlich Aermacchi), Hercules, Honda, Jawa, Kawasaki, Laverda, Maico,
> Montesa, Morini, Guzzi, Sanglas, Suzuki, Yamaha und Zündapp waren mit
> teils mehreren Moppeds vertreten,

ich frage mich gerade, warum mein Spellchecker aller Firmennamen anmeckert
bis auf Honda und Kawasaki?

> insgesamt 25. Die Motoren waren 2T, 4T und Wankel mit 1 bis 3 Zylinder
> bzw. der einen Scheibe. Und nein, BMW war nicht vertreten, denn die R27
> gab es nicht mehr und die R45 noch nicht.

Mein Kumpel hatte eine R60 mit irgendwas über 40 PS, womit er allerdings
uns japanesischen 50PS-Fahrern gehörig in den Arsch trat. Bei Topspeed
musste er mit dem Kopf das Windschild abstützen, weil sich das
beängstigend weit verbog :-))


> Eine vergleichbare Auswahl
> gibt es heute in der 98-PS-Klasse, aber in keiner anderen Klasse. Daß
> diese Klasse nicht gerade die Einsteiger-Klasse sein dürfte, ist auch
> klar.

jep. Ich muss trauriger Weise bekennen, dass ich keinen Überblick über die
heutige Einsteigerklasse habe, irnkwie leses ich wahrscheinlich zu wenig
die Werbung. Oder sie ist nicht auffällig genug für diese Klasse.

Auch hier ist wieder das einzige, das der Industrie einfällt, um
Einsteiger zu generieren, die Lobbyarbeit dazu zu benutzen, die
Einstiegsleistung auf knappe 50PS zu erhöhen. Macht ja auch sinn, dann
braucht man sich mit einfachen Konzepten gar nicht mehr abzugeben.

Meine 125er ist eine Yamaha SR, ich glaube, die wurde in Indien gebaut,
ist schon sehr betagt, (ca 10 oder 12 Jahre alt), muss nach wie vor
*jeden* Anfänger über die Schwelle der Straßentauglichkeit heben, ist
gewiss kein Hingucker und die Technik ist vom Allereinfachsten.

Aber sie läuft und läuft und läuft - ganz ohne Immage, ich glaube, ich
könnte sie das Jahr über unabgeschlossen hier rumstehen lassen, außer dem
Sperrmüll würde sich niemand dafür interessieren.

Die Kampfroller-Kids könnten sie nicht fahren, weil dort Automatik regelt,
für den Rest sind 125er nur von Interesse, wenn Aprilia drauf steht oder
die Kiste nach einer Rennreplika ausschaut.


> "Damals"[tm] war eben
> alles besser ;-) Zugegeben, Fahrwerke und Reifen waren übel.

Auch damals schon lag die Fähigkeit der Fahrwerke meist über den meinen :-)

greets

Radbert Grimmig

unread,
Mar 23, 2008, 4:57:19 AM3/23/08
to
Ralf Kiefer schrieb:

>29.12.1976 (BTW zum Preis von 2,50DM) herumliegen, die eine
>Marktübersicht der 27-PS-Klasse abdruckte: Benelli, Ducati, Harley
>(eigentlich Aermacchi), Hercules, Honda, Jawa, Kawasaki, Laverda, Maico,
>Montesa, Morini, Guzzi, Sanglas, Suzuki, Yamaha und Zündapp waren mit
>teils mehreren Moppeds vertreten, insgesamt 25. Die Motoren waren 2T, 4T
>und Wankel mit 1 bis 3 Zylinder bzw. der einen Scheibe. Und nein, BMW
>war nicht vertreten, denn die R27 gab es nicht mehr und die R45 noch
>nicht.

Das mag wohl sein, dass diese Moppeten irgendwo auf der Welt
existierten, und der entsprechende Zusammensteller in Stuttgart bekam
damals vermutlich sogar telefonisch jemanden ans Rohr, der sich als
Deutschland-Importeur ausgab und einen Preis nannte.

Aber ich wage zu behaupten, der Versuch, damals eine Benelli 254 oder
sowas aufzutreiben, wäre in Deutschland trotzdem nicht so ganz einfach
gewesen. Und wie glücklich man mit so einer Sanglas als Einsteiger
geworden wäre...

Bereits zu meiner Zeit hatten wir für solche Anbieter eine eigene
Rubrik im Katalog: "Exoten".

--

Gruß
Radbert

Richard Anacker

unread,
Mar 23, 2008, 5:08:03 AM3/23/08
to
Radbert Grimmig (Sun, 23 Mar 2008 09:57:19 +0100):

> Das mag wohl sein, dass diese Moppeten irgendwo auf der Welt existierten,
> und der entsprechende Zusammensteller in Stuttgart bekam damals vermutlich
> sogar telefonisch jemanden ans Rohr, der sich als Deutschland-Importeur
> ausgab und einen Preis nannte.

Hm, Du meinst, in Wirklichkeit gab es die gar nicht? So, wie es heute
keine - sagen wir mal - Chang Jiang 750 - gibt? Oder keine Ural?

Schau doch mal auf den Kampfroller-Markt, was es da alles gibt. Du
bekommst sogar schon einen dazu, wenn Du einen doppelten Handy-Vertrag
abschließt. Lauter Exoten, für die es nichtmal eine eigen Sparte in
Verkaufs-Blättchen gibt. Und dann geh mal auf die Straße uns suche eine
250er, 350er, ja, sogar 500er, die nicht älter als 10 Jahre ist.

Ich habe meiner Werbeblättchen-Sammlung schon vor Jahren weggeworfen und
kaufe nur noch sehr selten mal die MO, was ist denn heute so am Markt,
sagen wir mal, zwischen 15 und 34 PS? Von den 34ern wieder - wieviele sind
dafür konzipiert und nicht nur von höherer Leistung hinmodifiziert?

Dafür bekommst Du über 70PS nahezu für jeden Geschmack etwas.

Ralf Kiefer

unread,
Mar 23, 2008, 6:39:59 AM3/23/08
to
Radbert Grimmig wrote:

> Das mag wohl sein, dass diese Moppeten irgendwo auf der Welt
> existierten,

Ok, eine Sanglas habe ich AFAIR in .de nie im RL gesehen (aber
seinerzeit in Spanien als Rennleitungsmopped). Die Benelli nannte sich
hier 250-2C. Und ich erinnere mich tatsächlich einem Exemplar aus dieser
Baureihe in freier Wildbahn begegnet zu sein. Allerdings war die Präsenz
solcher Modelle sehr stark abhängig von Händlern in der Gegend und ihrem
Einsatz. Es gab sozusagen Nester ;-) Der Rhein-Neckar-Raum (wo ich
seinerzeit lebte) und der Odenwald (Röth u.a.) waren eine interessante
und vermutlich artenreiche Gegend, IMHO.

BTW in dieser Aufstellung von Ende 1976 waren noch nicht einmal die
vielen Geländesportmodelle mit Straßenzulassung vertreten, denn in
diesem Segment gab es in der beliebten 250er-Klasse noch sehr viele
mehr. In Nordbaden waren das mehrheitlich SWM.


> Bereits zu meiner Zeit hatten wir für solche Anbieter eine eigene
> Rubrik im Katalog: "Exoten".

Die fast überall zu findenden Moppeds aus dieser Marktübersicht waren:
W2000, XL und CB250, Jawa 350, KH250, 3 1/2V, Guzzi 350V, GT250, TS250,
DT400, XT500, XS360, RD250 und Z400. Den Wankel kannst Du natürlich in
die Rubrik Exoten stecken, wenn in Deinem Umfeld kein rumgefahren sind.
Im Umfeld vom zu dieser Zeit entstandenen Technikmuseum in Sinsheim gab
es häufiger welche zu sehen und hören(!).

Richard Anacker

unread,
Mar 23, 2008, 6:52:35 AM3/23/08
to
Ralf Kiefer (Sun, 23 Mar 2008 11:39:59 +0100):

> Den Wankel kannst Du natürlich in die
> Rubrik Exoten stecken, wenn in Deinem Umfeld kein rumgefahren sind. Im
> Umfeld vom zu dieser Zeit entstandenen Technikmuseum in Sinsheim gab es
> häufiger welche zu sehen und hören(!).

Hier liefen einige "Staubsauger" :-) Bei Regen saugten die das Wasser
unter die Sitzbank, sagte man mir.

Werner Schmidt

unread,
Mar 23, 2008, 7:49:11 AM3/23/08
to
Hallo Ralf Kiefer, Du schriebst am 23.03.2008 11:39

[Exoten der 70er / 80er, Benelli 254]

> Ok, eine Sanglas habe ich AFAIR in .de nie im RL gesehen (aber
> seinerzeit in Spanien als Rennleitungsmopped). Die Benelli nannte sich
> hier 250-2C.

Die 254 war ein Vierzylinder-Viertakter. Die 250 2C gab's auch, die war
ein Zweizylinder-Zweitakter. Der große Bruder meiner 125 2C.

Gruß
Werner

Christian Mende

unread,
Mar 23, 2008, 8:16:30 AM3/23/08
to
On Sun, 23 Mar 2008 11:39:59 +0100, R.Kief...@gmx.de (Ralf Kiefer)
wrote:


>BTW in dieser Aufstellung von Ende 1976 waren noch nicht einmal die
>vielen Geländesportmodelle mit Straßenzulassung vertreten, denn in
>diesem Segment gab es in der beliebten 250er-Klasse noch sehr viele
>mehr. In Nordbaden waren das mehrheitlich SWM.
>

Genau, METI-Import, Frank Schröder in Heidelberg.

Ralf Kiefer

unread,
Mar 23, 2008, 8:47:24 AM3/23/08
to
Werner Schmidt wrote:

> Die 254 war ein Vierzylinder-Viertakter.

Ok, da verschwimmen dann meine Erinnerungen.

BTW der Bericht aus jener Zeit klingt auch gerade für diese Diskussion
höchstinteressant. Wg. Urheberrecht wird das eher nix mit zugänglich
machen :-(

Sinngemäß: großes Problem waren zu jener Zeit die "zulässigen
Phonwerte". Heute dagegen lassen die sich praktisch nicht unterbieten,
möchte man nicht Mösl werden ;-)

Beklagt wird die nach Werkstatthandbuch(!) vorgeschriebene kleine
Inspektion alle 3000km bei vielen Moppeds. Davon ausgehend: "... doch
scheuten viele Besitzer die Kosten für die nötigen Einstellungs- und
Wartungsarbeiten. Ferner wurde gern und viel herumgebastelt. Sei es
wegen angeblich nötiger Einstellungen (zur Leistungssteigerung - weil
Meiers Fritz von nebenan 3,8km/h schneller war[1]) oder nur, um der der
Bastelwut zu frönen -, meist wurde mehr kaputtgemacht als der
Sollzustand erreicht."

Soviel zur Meinung der damals führenden Moppedzeitschrift in .de. Ich
bekam in den darauffolgenden Jahren eine eher gegenteilige Meinung.
Meine RD250 wurde seinerzeit zunächst "ordnungsgemäß" von den Jammerha-
"Fach"leuten inspiziert und eingestellt. Ergebnis: sie brauchte
8l/100km, im Drehzahlbereich 5500 - 6000/min klaffte ein tiefes
Leistungsloch und überhaupt war sie nur fahrbar zwischen 6000 und
7500/min. Ein paar Jahre Erfahrungen mit dem Mopped reduzierte den
Benzinkonsum auf <6l/100km und erweiterte das nutzbare Drehzahlband auf
800/min - 8000/min ohne Leistungsloch.

Aber "Motorrad" ergänzt in jenem Artikel: "Natürlich kann man mit seiner
Stammwerkstatt ins Wasser fallen, denn gerade in der Blütezeit des Booms
schossen die "Werkstätten" oder "Autorisierter Fachbetrieb" sich
nennenden Werkstätten mit angeschlossenem Shop aus dem Boden. Ehemalige
Schuhmacher, Gebrauchtwagenhändler und ähnliche "branchenkundige"
drängten in die ehemals ehrbare Zunft der Zweiradhandwerker."

Zusammenfassend: "Sicherlich ist in vielen Fällen das Do-it-yourself der
Maschinenbesitzer auf die Unzulänglichkeit ihrer Werkstätte oder des
Shops, in dem sie ihre Maschine kauften, zurückzuführen."

Im Klartext: wir haben selber geschraubt, weil wir die Besten[2] waren!
:-)

Gruß, Ralf

[1] Wenn das keine Motivation war, was dann? :-)
[2] Zumindest die Einäugigen unter den Blinden.

christian mock

unread,
Mar 23, 2008, 8:50:16 AM3/23/08
to
T0M WESS <t...@privacy.invalid> wrote:

> Technisch gäbe es sicher noch Verbesserungspotential.

gibt's immer, sonst gäbs keinen fortschritt mehr, und das wär ja
furchtbar. aber gibt's noch verbesserungs*notwendigkeiten*? was
würdest du an der CB1300 ernsthaft ändern wollen?

> Ich habe bereits früher in Sche*ßsituationen viel Kraft und Geduld darin
> gefunden, daß ich bald eine nette Geschichte werde erzählen können.
> So sind z.B. Vorkommnisse wie der o.a. Kettenriß oder stundenlange
> Regenfahrten zwar im Moment des Auftretens irgendwie shyce, bieten aber
> noch Jahre später Gesprächsstoff a la "weißt Du noch wie wir damals..."

hmmm, guter ansatz. jetzt muß ich die kinder nur noch motivieren,
enkerln zu produzieren, daß ich denen dann am knisternden feuer
geschichten aus der alten zeit erzählen kann :-)

ciao,

cm.

--
** christian mock in vienna, austria -- http://www.tahina.priv.at/

Inferring the workings of the US legal system from what's posted in
NANAE would be like trying to understand Europe by watching Monty
Python. -- Christopher H. in nanae

Clemens Gleich

unread,
Mar 23, 2008, 8:53:35 AM3/23/08
to
Robert Riesenberger:

> Mein Gixxer (ist aber nur der mittlere) braucht
> nichtmal auf der Rennstrecke bei ambitionierter Fahrweise auch nur
> annähernd 10l.

Sag mal genau. Meine Mille braucht auf der Renne nämlich ungefähr zehn
Liter. Ist aber auch schon zehn Jahre alt.


Gruß,
Clemens


Clemens Gleich

unread,
Mar 23, 2008, 9:01:51 AM3/23/08
to
christian mock:

> gibt's immer, sonst gäbs keinen fortschritt mehr, und das wär ja
> furchtbar. aber gibt's noch verbesserungs*notwendigkeiten*? was
> würdest du an der CB1300 ernsthaft ändern wollen?

Reifen. Die, die ich damals gefahren bin, lief auf Macadam vom Montageband.
Das sorgte für einige sehr adrenalinfördernde Hinterradausbrecher. Aber da
zeigte sich nochmal, wie einfach das Ding zu fahren ist: Hab sie nicht
weggeworfen. Ansonsten kenne ich Kunden, die einen anderen Sitzbankbezug
oder eine ganz andere Bank fahren, aber das sind dann schon ziemliche
Vielfahrer.

> hmmm, guter ansatz. jetzt muß ich die kinder nur noch motivieren,
> enkerln zu produzieren, daß ich denen dann am knisternden feuer
> geschichten aus der alten zeit erzählen kann :-)

Wahrscheinlich musste sie vor dem Feuer festbinden, damit sie nicht
schreiend an ihre Playstations rennen und da virtuell Motorrad fahren.

> ciao,
>
> cm.


Gruß,
Clemens


Werner Schmidt

unread,
Mar 23, 2008, 9:06:48 AM3/23/08
to
Hallo Ralf Kiefer, Du schriebst am 23.03.2008 13:47

> Im Klartext: wir haben selber geschraubt, weil wir die Besten[2] waren!

ich nicht. Ich war jung und brauchte das Geld :-)

Heute bin ich nicht mehr jung und verdiene etwas mehr - aber bin ans
Schrauben durchaus gewöhnt, und es macht mir Spaß. Außerdem habe ich im
Laufe der Jahre so viel an Werkstattpfusch erlebt, daß ich mich mit
Selbstschrauben auch "besser" (sicherer) fühle.

Gruß
Werner

Clemens Gleich

unread,
Mar 23, 2008, 9:10:21 AM3/23/08
to
Werner Schmidt:

> ans Schrauben durchaus gewöhnt, und es macht mir Spaß. Außerdem
> habe ich im Laufe der Jahre so viel an Werkstattpfusch erlebt, daß
> ich mich mit Selbstschrauben auch "besser" (sicherer) fühle.

I second that. Manche Sachen mache ich einfach nur deshalb selbst, weil
manche Werkstätten selbst für einen einfachen Öl- oder
Bremsflüssigkeitswechsel zu doof sind. Nervt mich unheimlich.

> Gruß
> Werner


Gruß,
Clemens


Robert Riesenberger

unread,
Mar 23, 2008, 9:08:44 AM3/23/08
to
Clemens Gleich schrieb:

> Sag mal genau. Meine Mille braucht auf der Renne nämlich ungefähr zehn
> Liter. Ist aber auch schon zehn Jahre alt.

Ich kann mich nicht erinnern, mit dem Gixxer jemals mehr als 8l/100km
verbraucht zu haben.

christian mock

unread,
Mar 23, 2008, 9:57:47 AM3/23/08
to
Clemens Gleich <clemenspu...@mnviecher.net> wrote:

> I second that. Manche Sachen mache ich einfach nur deshalb selbst, weil
> manche Werkstätten selbst für einen einfachen Öl- oder
> Bremsflüssigkeitswechsel zu doof sind. Nervt mich unheimlich.

du bist halt doch jung. wenn ich schon mal was selbst mache (auch
wenns nur der austausch von armaturenlämpchen ist), dann, weil ich es
kann, und weil ich mich wie ein lulu fühlen würde, wenn ich selbst so
einfache sachen jemandem überlassen würde.

ciao,

cm.

--
** christian mock in vienna, austria -- http://www.tahina.priv.at/

What other OS provides not one but two INTERCAL compilers as part of
the standard distribution?
Mark Brown about Debian

Hannes Deeken

unread,
Mar 23, 2008, 10:05:51 AM3/23/08
to
Clemens Gleich <clemenspu...@mnviecher.net> wrote:

> Wahrscheinlich musste sie vor dem Feuer festbinden, damit sie nicht
> schreiend an ihre Playstations rennen und da virtuell Motorrad fahren.

... dabei ist das sowas von langweilig :>

Ciao,
Hannes
--
Hannes Deeken aka Glenlivet GSX-R 1000 K7, GSX-R 600 K1(4sale)
<h...@cool.de> Hubraum entspannt - Drehzahl befreit RRR#86

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Hannes Deeken

unread,
Mar 23, 2008, 10:08:39 AM3/23/08
to

I third that. :>

Nix gegen die Qualifikation der Mechs, aber an meiner eigenen Kiste
arbeite ich doch deutlich sorgfältiger und mit weniger Blick auf die
Feierabend-Uhr als an ner fremden Kiste. Ausserdem kann ich mein Zeugs
nach meinem Zeitplan reparieren und muss nicht auf die Werkstatt warten.

Wenn ich was nicht kann, dann Werkstatt. Ansonsten selbst.

Ciao,
Hannes, quasi seit Moppedlappenerteilung Selbstschrauber.

Message has been deleted

Robert Riesenberger

unread,
Mar 23, 2008, 10:10:14 AM3/23/08
to
christian mock schrieb:

> du bist halt doch jung.

Ich auch.

> wenn ich schon mal was selbst mache (auch
> wenns nur der austausch von armaturenlämpchen ist), dann, weil ich es
> kann, und weil ich mich wie ein lulu fühlen würde, wenn ich selbst so
> einfache sachen jemandem überlassen würde.

Ich kann mich garnimmer erinnern, wann ich das letzte mal am Motorrad in einer
offiziellen Werkstatt hab machen lassen. Wenn wer anderer was gemacht hat,
dann wars einer der Roberts und auch da war ich fast immer selbst mit
beteiligt.

Oh, halt, da fällts mir ein. Damals, als ich noch La-Bestia hatte. *seufz* Ein
Service um etwas mehr als umgerechnet 1kEUR mit dem Endeffekt, dass ich sie
mit einem kaputten Antriebssatz (fehlende Zähne), fehlenden Schrauben am
Ansaugkanal und nicht gewechselten Luftfiltern, zu stark gespannter Kette
usw... wieder zurückbekommen hab. DAS kann jeder...

Radbert Grimmig

unread,
Mar 23, 2008, 11:32:53 AM3/23/08
to
Richard Anacker schrieb:

>Radbert Grimmig (Sun, 23 Mar 2008 09:57:19 +0100):
>
>> Das mag wohl sein, dass diese Moppeten irgendwo auf der Welt existierten,
>> und der entsprechende Zusammensteller in Stuttgart bekam damals vermutlich
>> sogar telefonisch jemanden ans Rohr, der sich als Deutschland-Importeur
>> ausgab und einen Preis nannte.
>
>Hm, Du meinst, in Wirklichkeit gab es die gar nicht? So, wie es heute
>keine - sagen wir mal - Chang Jiang 750 - gibt? Oder keine Ural?

Nein, ich meine, derartige Marken wurden zum großen Teil amateurmäßig
(um nicht zu sagen laienhaft) von hauptberuflichen Hinterhofschraubern
etc. importiert, die mehr oder weniger Service, Verlässlichkeit etc.
boten. So ähnlich wie, gutes Beispiel, diese Ostgespanne heute.

Man *konnte* Benellis vielleicht ja auch bei so Typen wie Egli
kriegen, allerdings natürlich zu Egli-Preisen. So wie seine
frischgemachte und auf Scrambler umgestrickte Enfeild.

Aber wer eine Benelli von "Team Manilla" in Essen haben wollte, der
musste schon verdammtes Glück haben, wenn da überhaupt ein
Telefonanschluss auf die im Gericke-Katalog angegebene Nummer lief,
geschweige denn das da mal jemand rangegangen wäre. Als ich meinen
Lappen machte, interessierte ich mich nämlich brennend für so ein
Ding, weil die eins der besten Leistungsgewichte im 27-PSBereich
hatte, so gerade eben knapp oberhalb des Mindestgewichts.

Die Krönung in Sachen Amateur-Import hab ich übrigens mit dem
Maico-"Importeur" erlebt, den ich vorn paar Jahren mal beim
Katalogmachen anrief, um zu fragen, ob er nicht vielleicht auch ein
Foto von seinen Moppeds hat, wo man keine widerlichem überquellenden
Mülltonnen im Hintergrund sieht. (Oder wenigstens eins, wo die
Mülltonnen nicht sogar *schärfer* als das Motorrad zu erkennen
sind...) "Hallo?" sagte da eine niederrheinische Frohnatur am anderen
Ende. "Hallo? Die Leitung ist ganz schlecht, ich verstehe Dich kaum.
HAAAHAHAHAHAHA! War ein WITZ! Ist bloß der ANRUFBEANTWORTER!
HAAhahaha."

Er ist dann halt nicht in den Katalog gekommen mit seinen Maicos.

--

Gruß
Radbert

Sabine 'Sani' Schulz

unread,
Mar 23, 2008, 6:12:59 PM3/23/08
to
* Am 23.03.2008 begab es sich, dass Robert Riesenberger schrieb:

> christian mock schrieb:

>> du bist halt doch jung.

> Ich auch.

Ich nicht.

>> wenn ich schon mal was selbst mache (auch wenns nur der austausch von
>> armaturenlämpchen ist), dann, weil ich es kann, und weil ich mich wie
>> ein lulu fühlen würde, wenn ich selbst so einfache sachen jemandem
>> überlassen würde.

> Ich kann mich garnimmer erinnern, wann ich das letzte mal am Motorrad in einer
> offiziellen Werkstatt hab machen lassen. Wenn wer anderer was gemacht hat,
> dann wars einer der Roberts und auch da war ich fast immer selbst mit
> beteiligt.

Meine Kiste gebe ich demnäxt in vertrauenswürdige Hände zur großen
Inspektion, weil ich a) schlicht ein fauler Sack bin und b) mir Sachen
wie Ventile einstellen nicht zutraue.

Ansonsten ist das Möpi für mich perfekt, wie es dasteht, ich habe keine
Ambitionen für nen anderen Auspuff oder sonstige Veränderungen, ich hab
das Teil zum Fahren gekauft und nicht, um daran rumzuschrauben.

> Oh, halt, da fällts mir ein. Damals, als ich noch La-Bestia hatte. *seufz* Ein
> Service um etwas mehr als umgerechnet 1kEUR mit dem Endeffekt, dass ich sie
> mit einem kaputten Antriebssatz (fehlende Zähne), fehlenden Schrauben am
> Ansaugkanal und nicht gewechselten Luftfiltern, zu stark gespannter Kette
> usw... wieder zurückbekommen hab. DAS kann jeder...

Da wäre ich auch sauer, wenn ich für Pfusch auch noch zahlen müßte.

Grüße
Sabine
--
Wer A sagt, muß nicht B sagen.
Er kann auch erkennen, daß A falsch war.
(Bertold Brecht, dt. Schriftsteller)

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Robert Riesenberger

unread,
Mar 24, 2008, 2:37:58 PM3/24/08
to
Frank Kemper schrieb:

> Mein Einsteigermotorrad war vor zwei Jahren eine Honda XL500 mit
> offiziell 27 und in Wirklichkeit angeblich 34 PS. Das Ding hatte keine
> Bremsen und es hatte kein Licht, aber es hat Spaß gemacht.

Aha, und glaubst Du, mit funktionierenden Bremsen, gutem Fahrwerk und
ordentlichem Licht hätte es weniger Spass gemacht?

> Der Kumpel, der sie mir damals geliehen hat, schraubt mit Begeisterung
> an XLs herum, weil er sagt, dass es solche einfachen, auf das Nötigste
> reduzierten Moppeds heute nicht mehr gibt. Und eine BMW G650 Xcountry,
> die von ihren technischen Daten der Honda von einst wohl am nähesten
> käme, kostet heute knapp 8.000 Euro. Sorry, aber das kann's ja wohl
> nicht sein.

Und? Damals kostete ein Golf GTi 14Kilomärker und heute kost der 5er GTi bei
uns runde 33kEUR Liste. So gesehen ist die BMW eh noch billig.

In über 25 Jahren wird schon mal was bissl teurer und nona auch besser. Ich
frag mich, warum man sich nach solchen alten Scheisshaufen sehnt, besonders,
nachdem ich mal Hermanns Silbertank-XT fahren durfte. Da fahr ich lieber eine
aktuelle, offene bzw. leicht getunede 50er. Geht genauso schnell, bremst aber
besser, liegt besser, leuchtet besser...

Doppel-R
--
|- Suzuki GSX-R 750 '01 - Kawasaki ZR 750 C '91 - Gilera FXR 1xx Runner '00 -|
|-------"DEPPATA!... Des gheat so!" -- Wolfgang (C) afm-ST am 24.10.98-------|

|--PIP#853 http://doppel-r.is-ur.org http://mei.webforum.is-ur.org RRR#853--|

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Clemens Gleich

unread,
Mar 24, 2008, 2:48:41 PM3/24/08
to
Frank Kemper:

>> Vielmehr plädiere ich dafür, die heute im Überfluss vorhandenen
>> Möglichkeiten intelligenter zu nutzen. Lässt sich halt im
>> Marketing schlecht kommunzieren: "ESP, ABS, CBS, DSG, STAcc, ETC"
>> versus "Wir haben ein durchgängig gutes Gesamtfahrzeug aus
>> einfachsten Strukturen gebaut".
>
> Na, ich weiß nicht. Unterm Strich betrachtet, ist doch bei Autos
> und Moppeds ganz viel einfach Geschmackssache. Der eine braucht
> gar keinen Drehzahlmesser, weil er nach Gehör fährt, der andere
> hat nur 'nen Fahrradtacho dran, weil der TÜV es will.
[...]

Frank, hast Du gelesen, was ich geschrieben hab? Dein Post hat nichts mit
meinem zu tun. Es geht nicht um Kundenwünsche, es geht um Marketing und
darum, zum selben Ergebnis auf einfachste Weise zu gelangen. Beispiel
stabile Spurführung mit ESP (funzt, ist aber eine Krücke) oder ein in dieser
Hinsicht sauber konstruiertes Fahrwerk. Meine Kritik war, dass letzteres auf
kurze Sicht teurer ist (siehe Markt), aber langfristig in der Summe (Ruf,
Kundenkosten etc.) günstiger sein könnte.

> Frank


Gruß,
Clemens


Clemens Gleich

unread,
Mar 24, 2008, 2:49:57 PM3/24/08
to
Robert Riesenberger:

> Aha, und glaubst Du, mit funktionierenden Bremsen, gutem Fahrwerk
> und ordentlichem Licht hätte es weniger Spass gemacht?

Ey! Ohne Licht, ne, da hört der Spaß aber auf!


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Robert Riesenberger

unread,
Mar 24, 2008, 3:15:21 PM3/24/08
to
Frank Kemper schrieb:

> Robert Riesenberger wrote:
>> Frank Kemper schrieb:

>>> Mein Einsteigermotorrad war vor zwei Jahren eine Honda XL500 mit
>>> offiziell 27 und in Wirklichkeit angeblich 34 PS. Das Ding hatte keine
>>> Bremsen und es hatte kein Licht, aber es hat Spaß gemacht.

>> Aha, und glaubst Du, mit funktionierenden Bremsen, gutem Fahrwerk und
>> ordentlichem Licht hätte es weniger Spass gemacht?

> Nein, aber sowas muss kein Vermögen kosten. Wenn Yamaha für eine
> piekfeine DR125 Sopermoto 4.7 aufruft, warum kostet dann ein Mopped mit
> nur ein paar PS mehr gleich doppelt so viel?

Ich kenn die Yamaha ja nicht, aber ich geh davon aus, dass man beim grösseren
Modell nicht nur zusätzliche PS kauft. Sondern auch so Kleinigkeiten wie
Fahrwerk, Bremserei, Elektrik... Und wenn so eine XL500 das für Dich beste
Preis/Leistungsverhältnis hat, dann kauf eine und werd glücklich mit dem
Scheisshaufen. *urks*

> Frank (der - wenn er irgendwann mal das Wunder vollbracht hat, seine
> Frau an sein Motorrad zu gewöhnen, sich evtl. noch was aus der
> Scrambler- oder Enduro-Liga dazustellen wird, für die Kurzstrecken)

Oh schau, ein nächste Klammeräffchen.

Clemens Gleich

unread,
Mar 24, 2008, 4:23:16 PM3/24/08
to
Frank Kemper:

> hatte dieses Problem nicht), glauben viele Fortschrittskritiker,
> dass fahrwerke früher, als es noch kein ESP gab, besser waren.

Hat keiner behauptet.

> Waren sie aber nicht. Seit den 80er Jahren sind konsequent nahezu
> alle Heckschleudern vom Markt verschwunden und zu deppensicheren
> Untersteuerern gemacht worden, damit auch nix schiefgehen kann.

Vielleicht war das Beispiel schlecht, aber Du redest immer noch in einem
anderen Thema. Ich steig an dieser Stelle aus.

> Frank


Gruß,
Clemens


Thomas Schade

unread,
Mar 24, 2008, 4:52:40 PM3/24/08
to
On 24.03.2008 20:05, Frank Kemper wrote:

> Scheint eine Frage der Zielgruppe und des Landes zu sein. Komme gerade
> aus Kroatien zurück, wo ich abends in der Bar ein (leise gedrehtes)
> Programm von Eurosport sah. Darin ein Werbespot für ein Suzuki-Mopped.
> Aussage: Wenn Du mit einem solche Mopped aufkreuzt, sind alle Frauen
> scharf auf Dich. Der Axe Effect also ;-)

Die Axe-Werbung ist aber zum Davonlaufen, davon fühlen sich nur Kevins
und ähnliches Prekariat angesprochen. Ist die Suzuki-Werbung genauso? *g*


Ciao
Toscha
--
I was a punk Honda CBR 900RR
before you were a punk. FB #1 WTS #5
[The Tubes] RB #0 GRR #20
mailto:tos...@toscha.de ___ http://www.toscha.de ____ GUS #35 RRR #666

Martin 'Cherry' Kirsch

unread,
Mar 24, 2008, 5:12:10 PM3/24/08
to
Frank Kemper schrieb:

>
> Scheint eine Frage der Zielgruppe und des Landes zu sein. Komme gerade
> aus Kroatien zurück, wo ich abends in der Bar ein (leise gedrehtes)
> Programm von Eurosport sah. Darin ein Werbespot für ein Suzuki-Mopped.
> Aussage: Wenn Du mit einem solche Mopped aufkreuzt, sind alle Frauen
> scharf auf Dich. Der Axe Effect also ;-)

Und in .bg am schwarzen Meer sind die scharfen Bräute in engen Tops ohne
Helm auf 6er Gixxer und 10er Ninja abends durchs Dorf gebraten...
Nummernschild schön dezent _im_ hinteren Kotflügel versteckt, und die
Moppeds sahen auch aus wie artgerecht bewegt, und nicht wie die
aufpolierten Eisdielen-Poserkisten, die hier oftmals unterwegs sind.

Martin
--
ICQ: 76384978

C.H.E.R.R.Y.:
Cybernetic Humanoid Engineered for Repair and Rational Yardwork

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