Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

The Long Way Round (was: Motorradreisende in den (öffentlich-rechtlichen) Medien)

20 views
Skip to first unread message

Volker Bartheld

unread,
May 2, 2021, 5:15:15 AM5/2/21
to
On Sat, 1 May 2021 20:56:21 +0200, Ralf Kiefer wrote:
> Vor rund 3 Monaten zeigte der Spätzlefunk als "Doku-Reihe" den Film "Mit
> Vollgas in den Ruhestand". Eine völlig dilletantische Reise

Danke für die Warnung. Mir wurde irgendwann das Dreierset "The Long Way
Round" zugetragen. VORSICHT SPOILER.

Wie bei zwei verzärtelten, leicht selbstgefälligen und etwas saturierten
B-Movie-Schauspielern in nicht-mehr-ganz-jungen Jahren üblich, regiert das
Anspruchsdenken. So wird aus einem durchaus ansehnlichen Initiativvorhaben
im Alleingang eben eine medienwirksame Reality-Soap mit "Herr der
Ringe"-Troß. Plötzlich gibt es Kameramänner, Sekretärinnen, Sponsoren,
T-Shirts, Aufkleber, persönlich gewidmete Snap-On Ausrüstung und Einbauten
für den Servicetruck von Suzuki(?), einen Selbstverteidigungslehrer,
"Location Coaches" und drahtlose Helmfunk- und Videoausrüstung. Ein paar
peinlich Patzer (der Motorradkameramann hat keinen gültigen Führerschein)
und dilettantisches Rumgedengele am Maschinenpark (die Stahlrohrträger des
Koffersystems passen nicht) verzeiht man den Profis gerne.

Dann passiert das Unausdenkliche: KTM erdreistet sich nach reiflicher
Überlegung, in den zwei Yuppies nicht ihr Zielpublikum zu sehen und
verweigert ihnen die freundliche Spende von drei LC8 Adventure. Welch
Geringschätzung des heheren Plans! Gut, daß eine große weißblaue
Lifestylefirma einspringt und einen Satz tourenschlapfiger 1150ccm
"Großenduros" zur Verfügung stellt. Im Gegenzug für diesen Akt der Güte
müssen die Darsteller dann aber leider auch den Rest der Produkte aus dem
Bekleidungskatalog tragen, darunter ein Protektorenhemd aus der
Weltraumforschung, von dem vermutlich selbst die Dakarprofis noch nichts
gehört haben. Zur Dakar dann später mehr, weiter unten.

Nach der tränenrührenden Abreise von Kind und Kegel geht es alsdann munter
von Meeting zu Meeting, von gemeinnütziger Mission zu gemeinnütziger
Mission und über landschaftlich durchaus aufregende jedoch stets
asphaltierte Verbindungsetappen von feudaler Privatwohnung zu
Privatwohnung, Minnesang mit Maschinengewehr des Gastgebers inclusive.
Spätestens die schon geringfügig anspruchsvollere Steppe von Kasachstan
läßt die Vermutung aufkommen, daß die zwei Buben, die dann und wann ein
kleines Kardanhopserchen mit ihren Dickschiffen vom Stapel lassen und
bitterlich über verwaltungstechnische Gaus bei der Grenzabfertigung
klagen, möglicherweise ein bißchen mehr abgebissen haben, als sie kauen
können. Erinnerungen an den "Dakar-Prolog" auf Eurosport werden wach, wo
sich einige Newbies erst für die größte Rallye der Welt und eine
Sponsorenschaft qualifizieren mußten und dann nach drei Etappen mit
totalem Materialversagen ausschieden.

Im Fazit also für den motorradverliebten Seher erträgliche und den
unvoreingenommenen Seher durchaus ansprechende Kost, besser als bspw.
"mein Traum vom Haus" - mit Motorrädern statt Häusern eben. Jedoch könnte
die Ausführung weit weniger kommerziell (s. auch die
longwayround-Website), die Wiederholungen anfangs und am Ende einer
Episode weniger zahlreich ausfallen und soziale Belange wie
Spendentingelei und Heldentum zugunsten von Tourimpressionen zurücktreten.
Das Zeug zum spannenden Dokumentarfilm hat die Route nämlich allemal.

Einschub: Ich warte ja bis heute auf eine unvoreingenommene und dem
Eurosport-Kürzestfilmformat entwachsene Dakarberichterstattung. Als Option
gibt es die [[ASIN:0751538175 Race to Dakar]], mit einem heldenhaften
Charley Boorman im Alleingang, befreit von der Heulsuse E. McGregor:

"[...] Die härteste Rallye der Welt ! [...] Charley Boorman ist diesmal
ohne seinen Kumpel Ewan McGregor aber mit dem bewährten
Long-Way-Round-Team unterwegs. Diesmal versucht er sich an der
berüchtigten Dakar-Rally, [...] Absolut fesselnd und mit hohem
Suchtpotential!!! [...]"

Daumen hoch und gut investiertes Geld für zwei Scheiben mit fast 6 Stunden
Laufzeit. Weniger episch-historisch-heroisch und daher erfreulich
nüchterner als die ebenfalls in meinem Besitz befindliche "Dust to Glory"
(nur als Importware). Moppeds sind meiner Einschätzung nach *an sich*
geil, da muß sich keine barbusige Tusse und auch kein bärtiger Typ drauf
räkeln.

Zum zweiten Teil muß ich konstatieren, daß die drei Jungs hier eine etwas
bessere Partie liefern. Hat man die bittere Pille der Kommerzialisierung
dieses Projekts erst einmal geschluckt - wozu DVD 1 ja reichlich
Gelegenheit bot - kann man sich an der wilden und unberührten Landschaft
von Kasachstan, Mongolien und Sibirien durchaus ergötzen.

Als jemand, der sich schon mit den Zwängen hinsichtlich Beladung und
Fernreisetauglichkeit von Motorrädern befaßt hat und die besonderen
Belastungen im Geländebetrieb kennt, oder einfach sensibilisierter Zuseher
ist, lauert man natürlich geradezu auf Ermüdungserscheinungen des
Materials. Und es kommt, was kommen muß: Ein Rahmenbruch an der BMW des
Kameramannes, angeblich ausgelöst durch das Auffahren auf einen
fußballgroßen Stein und den darauffolgenden Sturz.

Bei meiner KTM hatte ich exakt in einer solchen, übrigens auf Video
dokumentierten, Aktionen (Tagliamento) einen... Platten. Wurde am
italienischen Dorfbrunnen mit Flickzeug aus dem Rucksack behoben.

Der Rahmen wird dann auch umgehend mit dem Elektrodenschweißgerät
provisorisch angenagelt und es offenbart sich wieder einmal die Tücke die
der Kombination aus mangelndem technischen Sachverstand und einem
elektroniküberfrachteten Fahrzeug innewohnt. Sei es nun durch die vom
Schweißen in das Bordnetz eingebrachten Spannungsspitzen (jeder halbwegs
erfahrene Mechaniker trennt zumindest die Masseverbindung der Batterie,
besser noch die Steckverbinder an CDI und anderen vitalen Steuergeräten
bevor er mit seiner MAG/MIG herumbrät) oder die beim Sturz exponierten
Teile: Das Bremssystem der R1150GS, m. E. übrigens immer noch auf einem
wenig performanten TKC80 unterwegs, ist platt und unbenutzbar. Eine im
Gelände zumindest komplett irrelevante wenn nicht sogar gefährliche
Integral-ABS-Variante übrigens, wie der Zuschauer mit einiger Heiterkeit
zur Kenntnis nimmt.

Ob McGregor & Co diese Funktion im Laufe ihrer Reise überhaupt je
abgeschaltet haben?

Aus mir unerklärlichen Gründen wird die gestrandete BMW nicht instand- (die
Begleitfahrzeuge halten sich ohnehin stets in Reichweite des
Satellitentelefons auf), sondern der Trip mit der Gurke eines Hiesigen
fortgesetzt. Ironischerweise hält just dieses Teil ohne Rahmenbrüche und
mit Ausnahme eines etwas obskuren und mit Bordmitteln reparablen
Kupplungs- oder Getriebeschadens, der im Film nur vage beschrieben wird,
bis zum Übersetzen am Flughafen von Magdan durch.

Als besonderes Highlight für den Enduristen darf die Durchquerung der
Sumpfgebiete und Steppen von Yakutsk gelten, nicht zuletzt da es aus dem
Munde eines Einheimischen heißt, daß diese Route mit Motorräder um diese
Jahreszeit quasi nicht zu bewältigen sei. Wohl eher in Winter, wenn die
meisten Flüsse zugefroren sind.

So wird nach einigem Hadern, ob man sich vom wilden Kasachstan und der
Mongolei nicht doch lieber in die im Vergleich geradezu zivilisiert
anmutende Sicherheit Rußlands begeben möchte, zugunsten der
Inanspruchnahme von schweren Gelände-LKWs verworfen, die die
Flußdurchquerungen über steile Ufer, Brückengerippe und metertiefe
Stromschnellen etwas erleichtern.

Einen Platten und einen weiteren Rahmenbruch im weißblauen Fuhrpark gibt es
auch zu bestaunen, ersterer wird wohl mit reiner Magie und dem im
BMW-Bordwerkzeug befindlichen "Pannenset" geflickt, letzterer
augenscheinlich mit Kabelbindern und Montiereisen provisorisch
stabilisiert. Die Henkelmann-Aktion also, hüben eine Bimpf, drüben eine
Honda XR600R. Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man es überhaupt
versuchen kann, in derartiges Gelände mit einem Schlauchlosreifen zu
starten. Das Fahren mit stark abgesenktem Reifendruck verbietet sich von
vorneherein, weil dann ruckzuck die restlichen Zehntelbar auch noch aus
dem auf mangels Reifenhalters durchrutschenden Reifen entweichen und bei
einem nach Sturz oder sonstiger Gewalteinwirkung verformtem Felgenhorn das
Ding ohne Schlauch (der hoffentlich mitgeführt wurde) nicht mehr dicht zu
kriegen ist.

Auch darf die Frage erlaubt sein, welchen Sprit die katalysierten
Einspritz-BMWs auf dieser Etappe so getankt und durch ihre 2x4 Ventile
eingesaugt und ausgestoßen haben. Aber sicher kommt so ein
Einspritzsteuergerät auch mit 70-oktaniger Klingelplörre und Höhenluft
klaglos zurecht. Davon ab - wie mag eigentlich der (Papier)Luftfilter nach
einer solchen Passage ausgesehen haben?

Aber das Backup-Team ist mit Geländewägen stets präsent, auch hier hat der
Offroadeinsatz Spuren hinterlassen: Der eine Suzuki(?) sieht nach einem
Überschlag in augenscheinlich nicht übermäßig forderndem Terrain nicht
mehr wirklich vertrauenerweckend aus. Aber das macht nichts, in Anchorage
steht freilich schon ein neuer Longbed-Truck bereit. Schließlich bereist
man noch die "Road of Bones", eine zwar nicht unbedingt
hochgeschwindigkeitsfähige Passage mit einigen Stolperstellen, letztlich
aber nicht unbedingt etwas, was einen auf Geländebetrieb und niedriges
Gesamtgewicht hin optimiertes Setup hätte überfordern können. Die Fahrer
selbst sind es auf den vorangegangenen Etappen wohl schon manchmal,
vielleicht hätte man im Vorfeld besser auch hier auf ein günstigeres
Leistungsgewicht geachtet. Hrhr.

Dieser Erkenntnis trägt man dann auch in einem namenlosen Hotelzimmer
Rechnung und befreit sich von reichlich unnötigem Ballast.

Unterm Strich darf die DVD 2 wohl durchaus als Highlight der Kollektion
gelten, man vermißt als Endurist natürlich etwas die fahrerischen Details,
die zugunsten der aufregenden Landschaft und wohl auch als Tribut an das
angepeilte Format der Episoden aber gerne ein wenig zurückstehen können.

Wie eingedenks der letzten TLWR-Folge erwähnt, durften wir gespannt sein,
wie sich das Gespann McGregor/Boorman in Kanada so schlagen und ob der
leidgeprüfte, aber offenbar mit einem zweckmäßigeren Motorrad
ausgestattete Kameramann seine BMW zurückbekommt.

Diese Fragen möchte ich der Reihe nach beantworten: Die vom Team befahrenen
Wege sind allesamt leicht sandig oder gar asphaltiert und die größte
Gefahr droht (wie so oft) von unaufmerksamen Dosentreibern, die einem die
Vorfahrt nehmen, oder, wie im gezeigten Fall, dem Kradisten schlicht
hintenrein donnern.

Ein Wunder, daß da nicht mehr passierte als ein eingedrücktes Topcase und
der obligatorische Rahmenbruch, der sich aber erst später herausstellte.
Der beteiligte Kleinwagen von Honda sah ärger aus. Ein wenig komisch mutet
es den Zuseher jedoch schon an, wie sich McGregor am Abend nach dem Crash
noch mit dem offensichtlich eben volljährigen Unfallfahrer telefonisch in
Verbindung setzt, sich nach dessen Befinden erkundigt und seine
Befürchtungen mit den großherzigen Worten, es sei ja nichts passiert etc.
zerstreut und mahnt, er solle in Zukunft eben ein wenig besser auf
Motorradfahrer achten. Kintopp. Zumindest ein - völlig berechtigter -
Obulus erschiene mir hier doch das Normalste der Welt.

Auch Boormann hat Pech, ihn schneidet augenscheinlich ein Rechtsabbieger.

Im kanadischen Motoradshop werden die R1150GS dann mit straßentauglichen
Reifen neu besohlt und mit weiteren Sponsoraufklebern versehen. Wie durch
ein Wunder taucht auch die (alte?) BMW für den Kameramann (wieder?) auf.
Der Kommentar geht darauf meines Wissens nach nicht ein.

Die Wikipedia weiß hier angeblich mehr: "Der Rahmen der Maschine von
Claudio von Planta brach [...]. Nach Schweißarbeiten [...] versagte dann
das Integral-ABS. [...] anzunehmen, daß der Defekt durch unsachgemäßes
Elektroschweißen entstanden ist [...] Aufgrund der offensichtlichen
Unfahrbarkeit [...] wurde die BMW R 1150 GS Adv. von Ulaangom (Mongolei)
nach Ulaan Baatar (Mongolei) verschifft, und dort repariert. [...]". Hier
auch einige lustige Seitenhiebe auf ABS und dessen "Restbremsfunktion" -
ein Schelm, wer Böses dabei denkt und daraus auf die Natur der Autoren
dieses Artikels schließt.

Wir verfolgen das Team noch einige Male beim Zelten in malerischer
Landschaft und vor Tankstellen, die Marschrichtung der nun mit Lederkluft
sowie coolen Sonnenbrillen ausgestatteten "Biker" sieht jetzt klar nach
"Ankommen" bzw. Kilometerfresserei aus, zwischendurch steht noch ein
Besuch der amerikanischen Schwermetallschmiede in Milwaukee an. Leider
werden nach dem Werksbesuch statt der dort ebenfalls gefertigten
sportlichen Buells nur chopperartige Konstrukte probegefahren.

Die Krone setzt diesem Treiben schließlich C. Boorman auf, als er vor
versammelter Mannschaft der aus diversen Reality Soaps wohlbekannten Firma
"Orange County Choppers" gesteht, daß sich diese Spezialumbauten doch
eigentlich ganz manierlich führen. Na klar. Im Vergleich zu einer
Sackkarre vielleicht.

Schließlich spurtet man von Chicago weiter nach New York, wo einer
hollywoodreifen, erneut tränenreichen aber etwas länglichen
Familienzusammenführung nichts mehr im Wege steht.

Im Bonusteil der dritten DVD gibt es noch weitere Interviews, nähere
Details zur "Road of Bones", der transsibirischen Straße zum Polarmeer und
ein paar Worte zur Reifenpanne, die aus einer seitlich aufgeschlitzten
Karkasse bestand. Wie diese repariert wurde, bleibt jedoch weiterhin
offen.

FAZIT:

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß TLWR eine durchaus unterhaltsame
Abwechslung zum drögen "Monstermaschinen"- (aka. "viele schmutzige Männer,
wie sie mit riesigen Geräten unter extremen Zeitdruck schwere Bauteile von
A nach B befördern"), "Zu Besuch beim weltgrößten
Schokopralinenhersteller"- und "100 Kumpelz auf der Ölbohrinsel"-Einerlei
im Fernsehen ist. Man lernt die Schauspieler Boorman und McGregor von
einer anderen, etwas privateren Seite kennen und auch Fernreisesüchtige
bzw. Motorradabenteurer kommen bei der glücklicherweise nicht ganz so
cleanen Show auf ihre Kosten.

Der Charme einer draufgängerischen Zweimannaktion bleibt allerdings im
Laufe der Episoden etwas auf der Strecke. Ich kann mich daher der
euphorischen IMDB-Wertung von 9.4/10 hinsichtlich 7.3/10 für "Dust To
Glory" nicht ganz anschließen, v. a. der Aufmacher "2 men, 2 bikes, 20,000
miles" weckt Erwartungen, die nicht in vollem Umfang erfüllt werden. 8 von
10 Punkte sind aber fair und durchaus gerechtfertigt.

Volker

Ralf Kiefer

unread,
May 2, 2021, 9:00:49 AM5/2/21
to
Volker Bartheld wrote:

> Mir wurde irgendwann das Dreierset "The Long Way
> Round" zugetragen.

Lange nicht mehr angeschaut. Aber es reizt nicht. AFAIR hatte ich bisher
nicht mal bis zu Ende durchgehalten.


> Dann passiert das Unausdenkliche: KTM erdreistet sich nach reiflicher
> Überlegung, in den zwei Yuppies nicht ihr Zielpublikum zu sehen und
> verweigert ihnen die freundliche Spende von drei LC8 Adventure.

Wenn ich mich einigermaßen chronologisch erinnere, dann gibt's da ein
bißchen was zur Ausgangssituation zu erklären :-)

KTM hatte noch zur Jahrtausendwende nichts mit Medien zu tun. Wurde wohl
als reines Teufelszeug betrachtet ;-) Die hatten noch nicht mal die
Domain ktm.de, die damals dem KTM-Schrauber Rau gehörte. Internet war
noch viel teufelszeugiger ;-) Bis zum Jahr 2003 lernten sie in
Mattighofen immerhin, daß man nicht nur Motorräder bauen kann, manchmal
bessere, manchmal schlechtere, sondern auch, daß man dokumentiert (man
macht was mit Papier!), was man ausgeliefert hat. Wir erinnern uns:
vorher wurde ausgeliefert, für was man gerade Teile im Lager fand. Meine
1999er LC4 @v wurde in den 4-Farb-Prospekten mit Mikuni-Vergaser
angepriesen, ausgeliefert wurden in jenem Jahr alle mit Dellorto, was
auch besser war. Und ähnliche Schoten. Die waren Schrauber. Und
Fahrer/Zerschroter, siehe Kini. Punkt.

Dann bauten sie den Zweizylinder und lernten die Ersatzteilversorgung zu
organisieren. Sie lernten organisieren! Und ja, dann kamen Medien. Der
erste, der wohl einen Film mit einer LC8 drehen wollte, war Thomas
Junker vom Ostfernsehen. Der bekam 'ne L8 und vermutlich Unterstützung.
Zum Film "Bis ans Ende der Welt": wer eine stärkere Schlaftablette
braucht, muß mit einem Rezept zur Apotheke ;-)

So fanden die armen Briten keine besonders begeisterte Ansprechpartner
für "irgendwas mit Medien", zumal es auf fast denselben Wegen in den
Osten gehen sollte.

KTM lernte irgendwann später mit Medien umzugehen: sie fanden Joe
Pichler. Der ist aus der KTM-Gegend und sprach dieselbe Sprache. Nur
keine andere. Irgendwann lernte er deutsch, so daß seine Vorträge auch
hierzulande verständlich wurden :-)


> Als Option
> gibt es die [[ASIN:0751538175 Race to Dakar]], mit einem heldenhaften
> Charley Boorman im Alleingang, befreit von der Heulsuse E. McGregor:

Hier übrigens von der Dakar 2006 aus dem Fahrerlager in Er Rachidia:
www.ralf-kiefer.de/512ke/reisen/2005marokko/ma05-292b.JPG
www.ralf-kiefer.de/512ke/reisen/2005marokko/ma05-294b.JPG

Ich habe die Dias auf die Schnelle nicht besonders bearbeitet, nur
kleiner gemacht und geschärft. Also tschuldigung für die schwache
Qualität :-)

Die LC4 mit der Ortliebrolle rechts im Bild ist kein Wettbewerbsfahrzeug
:-) BTW das Interview auf dem 2.Bild kommt im geschnittenen Film nicht
vor. Möglicherweise, also ich kenne mich mit Filmen nicht so aus, könnte
es dabei an eher bescheidenen Lichtverhältnissen gelegen haben. Ok,
meine Vermutung, aber das waren bekanntlich Profis.


> "Dust to Glory"
> (nur als Importware).

Gute Idee, die mal wieder anzuschauen :-)


Gruß, Ralf
--
Honda, SWM und ein paar KTMs
Alle Greta-kompatibel, denn die fahren im Grünen

Gerhard Hoffmann

unread,
May 2, 2021, 9:07:54 AM5/2/21
to
Am 02.05.21 um 11:15 schrieb Volker Bartheld:
.....................

Oh, Volker lässt uns mal wieder am Erfahrungsschatz aus
jahrelangen Erfahrungen von Fernreisen in die Fröttmaninger Heide
teilhaben, in der -v -Version!

Gerhard

Volker Bartheld

unread,
May 2, 2021, 3:34:36 PM5/2/21
to
On Sun, 2 May 2021 15:00:47 +0200, Ralf Kiefer wrote:
> Volker Bartheld wrote:
>> Mir wurde irgendwann das Dreierset "The Long Way Round" zugetragen. Dann
>> passiert das Unausdenkliche: KTM erdreistet sich nach reiflicher
>> Überlegung, in den zwei Yuppies nicht ihr Zielpublikum zu sehen und
>> verweigert ihnen die freundliche Spende von drei LC8 Adventure.
> KTM hatte noch zur Jahrtausendwende nichts mit Medien zu tun. [...] Bis
> zum Jahr 2003 lernten sie in Mattighofen immerhin, daß man nicht nur
> Motorräder bauen kann, [...] sondern auch, daß man dokumentiert
> So fanden die armen Briten keine besonders begeisterte Ansprechpartner
> für "irgendwas mit Medien"

Da haben sich ja auch genau die Richtigen getroffen. Irgendwelche Stoffel
aus dem österreichischen Hinterland und britisches Establishment.

>> "Dust to Glory"
>> (nur als Importware).
> Gute Idee, die mal wieder anzuschauen :-)

Jup. Fand ich recht cool. Ich sollte irgendwann mal in der Zeit für
Spoonfilm im wilden Osten Europas rumendurieren. Die suchten ein
Zweierteam (so einer Art "Zwillinge im Geiste", "Thelma & Louise",
"Waldorf and Statler" oder vielleicht "Dick und Doof"). Zerschlug sich
dann aber leider, weil "Doof" keine Zeit hatte. Keine Ahnung, was dann aus
der Reportage geworden ist. Vielleicht auch besser so.

Ciao,
Volker
0 new messages