Vor einigen Monaten hat jemand in "adme" (daher das CrossPost)
gefragt, wie man denn am besten feinen Kupferlackdraht abisoliert.
Er wollte wohl LEDs o.ä. an/in Tragflächen einbauen.
Ich gab den Rat, den Lötkolben auf 400°C einzustellen und mit etwas
Lötzinn den Lack am Drahtende wegzubrennen.
Ich erntete harsche Kritik, das würde die Festigkeit des Drahtes
neagativ beeinflussen und der Draht würde bei Bewegung leichter
brechen.
Ich konnte es eh nicht recht glauben, hatte aber keinen Gegenbeweis.
Gerade bin ich dabei mit dünnen Lackdraht was zu verdrahten und
erinnere mich wieder *dasprobierichjetztaus*:
Man nehme 0.15er Lackdraht (Durchmesser inkl. Lack, ist schon
recht dünn), eine Pinzette und knicke den Draht über die Backen
der Pinzette um 180° scharfkantig (Radius 0,5mm oder so) hin und her.
Nach 5 Versuchen zeigt sich, dass der Draht recht reproduzierbar
nach 12-14 Mal knicken abbricht.
Nun hab ich den Knickbereich von 5 weiteren Versuchdrähten mit
400°C ordentlich "gebraten", viel länger als erforderlich um die
Isolierung abzubrennen. Ja, ich hab drauf geachtet, den Draht durch
das Lötzinn nicht dicker zu machen.
Nun ratet mal was der Knicktest ergab:
Genau. Selbes Ergebnis: nach 12-14 Mal bricht er.
Fazit: Das Sprödewerden von Kupferlackdraht durch Löten mit 400°
ist ein "Gschichtl"!
Ich schätze eher, dass durch das Lack-Abkratzen mit einem scharfen
Messer dem Draht Kupfer "verloren" geht...aber das hab ich nicht
ausprobiert.
Viele Grüße und ein angenehmes Weekend wünscht Euch
Wolfgang, jetzt im Genuß stehend
Wolfgang Mahringer schrieb:
über das spröde-werden kann ich nix sagen, aber:
> Ich schätze eher, dass durch das Lack-Abkratzen mit einem scharfen
> Messer dem Draht Kupfer "verloren" geht...aber das hab ich nicht
> ausprobiert.
>
Das was Du meinst, nennt man Kerbung und führt sehr sicher zum Draht-
bruch! Weswegen ich immer die Lötmethode empfehle. Mit gebrochenen
Spulenanschlüssen wg. falscher Verarbeitung ist mir bislang noch keine
Nachtflug- oder Scheinwerferelektronik zurückgekommen.
Gruß Hajo
Hajo Giegerich schrieb:
>
> > Ich schätze eher, dass durch das Lack-Abkratzen mit einem scharfen
> > Messer dem Draht Kupfer "verloren" geht...aber das hab ich nicht
> > ausprobiert.
> >
> Das was Du meinst, nennt man Kerbung und führt sehr sicher zum Draht-
> bruch! Weswegen ich immer die Lötmethode empfehle.
Richtig. Scharfe Kanten haben bei dünnem Draht nix verloren,
Lötkolben schon!
lG,
Wolfgang
"Wolfgang Mahringer" <wolfgang....@sbg.at> schrieb im Newsbeitrag
news:3EB28375...@sbg.at...
Hallo NG,
>Vor einigen Monaten hat jemand in "adme" (daher das CrossPost)
>gefragt, wie man denn am besten feinen Kupferlackdraht abisoliert.
>Er wollte wohl LEDs o.ä. an/in Tragflächen einbauen.
>Ich gab den Rat, den Lötkolben auf 400°C einzustellen und mit etwas
>Lötzinn den Lack am Drahtende wegzubrennen.
Warum eigentlich abisolieren?
Ich löte täglich Zehntausende Spulenanschlüsse (D=0,120) ohne abisolieren!
Thomas
Thomas Sailer schrieb:
> Warum eigentlich abisolieren?
> Ich löte täglich Zehntausende Spulenanschlüsse (D=0,120) ohne abisolieren!
Darf man vermuten dass der Lack ab ist, wenns Lötzinn haftet?
ciao, Fritz,
zum Abisolieren das sonst völlig überflüssige Feuerzeug nehmend;-)
"Fritz Reschen" <fr...@reschen.org> schrieb im Newsbeitrag
news:3EB2B6BC...@reschen.org...
> Darf man vermuten dass der Lack ab ist, wenns Lötzinn haftet?
>
>
> ciao, Fritz,
> zum Abisolieren das sonst völlig überflüssige Feuerzeug nehmend;-)
>
genau! ;-)