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Bau einer Oberleitung 3.

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A. Lange

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Jun 12, 2001, 12:26:48 PM6/12/01
to
Lektion 3: Seitenhalter und Seitenlage

Wer nun ganz eifrig war, und die Fahrleitung aus Punkt 2 sofort
nachgebaut hat, wird folgendes feststellen:
Die Seitenhalter stehen waagerecht und es besteht die Gefahr, daß der
Bügel an den Fahrdraht anschlägt. auf meiner eigenen Anlage ist das kein
Problem, weil ich
1. an Einzelmasten Glockenisolatoren verwende, deren Seitenhalter
zweimal gekröpft ist und deshalb nicht im klemmfreien Raum liegen.
2. An Querfeldern die geraden Seitenhalter nur auf Zug beansprucht
werden.
Nun ist es natürlich nicht möglich, auf der freien Strecke die
Seitenhalter nur auf Zug zu legen. Aber da gibt es einige Optionen...

Betrachten wir nun einmal einen Rohrseitenhalter des Vorbildes. Dann
stellen wir fest, daß er nicht nur aus den 3/4 " Rohr besteht. Die
Befestigung des Fahrdrahtes erfolgt über die Fahrdrahtklemme, die an
einen Bock sitzt. Damit hat das eigentliche Rohr einen Abstand von
ungefähr 10 cm vom Fahrdraht. Somit sollte auch der Modellseitenhalter
diesen Abstand erhalten, am einfachsten ist es, wenn der Seitenhalter an
der Spitze abgewinkelt wird. Somit dürfte der Abstand des Seitenhalters
vom Schleifstück reichen.

Beim Vorbild finden Rohrseitenhalter nur bei Geschwindigkeiten bis 80
bzw. 100 km/h Verwendung. Darüber hinaus gibt es nur
Leichtbauseitenhalter, die an Rüsselrohren aufgehängt werden. Ein Rüssel
ist im Prinzip nichts anderes als ein Rohrseitenhalter, der an der
Spitze noch mit einem Rüsselhänger aufgehängt wird. Das Rohr fällt mit
etwa 2°.

Der Leichtbauseitenhalter wird nur auf Zug belastet, bei einer
Seitenlage von +/- max ist der Seitenhalter nicht im Arbeitsbereich des
Bügels.
Außerdem gelingt es durch die Art der beweglichen Aufhängung genügend
Höhenspiel zu gewährleisten.

Der seitliche Ausschlag (ZickZack) hat beim Vorbild, auch wenn die
Spanier das anders sehen, mehrere Aufgaben. Dadurch wird eine
gleichmäßige Abnutzung des Schleifstückes erreicht. Weiter hält sie die
Erwärmung der Schleifkohle in Grenzen.
Beim Modell kommt natürlich nur der erste Effekt zum Tragen. In den
Sechzigern berichteten einzelne Modellbahner, daß sich in den
Schleifstücken ihrer Loks Rillen bildeten. So etwas konnte ich noch
nicht beobachten, achte aber trotzdem darauf, möglichst den gesamten
Schleifbereich zu nutzen.
Größere Bedeutung erhält die Seitenlage auf Weichenstraßen und
Kreuzungen, Stichwort: zweiseitiger Auflauf.

Die NEM schlägt einen ZickZack von 2x6 mm vor. Nutzt man nun den
kompletten Ausschlag, liegen die Seitenhalter waagerecht und werden nur
minimal hoch gedrückt.
Dieser ZickZack beinhaltet eine gewisse Reserve, weil manche Loks ein
bißchen wackelig auf den Beinen sind und man Bügelentgleisungen auf
jeden Fall vermeiden will.
Nun hatte die DR in den Zwanziger in Schlesien einen Seitenausschlag von
+/- 500. Deshalb experimentierte ich ein wenig und und verwendete im
Zusammenhang mit den AEG- Querfeldern einen ZickZack von +/- 8 mm.
Durch diesen stärkeren seitlichen Abzug drücken die Stromabnehmer den
Fahrdraht nur noch minimal hoch.

Nachtrag zur Lektion 1.
Ich habe das Bild von der Fleischmannanlage gefunden und ins Internet
gestellt:

http://www.gillcom.de/agrhkncc/flm.jpg

Seht Euch die Kettenwerke mal genauer an.

Gruß
Andreas

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