die recht grosse Gruppe der Maerklinisten "erfreut" die andere
H0-Fraktion i.d.R. durch fast schon religioesen Glauben und
"unbrauchbare" Modelle. Meist werden Argumente angefuehrt, die
gegen die Vorbildtreue der M*-Produkte sprechen (Rasselbahner,
Metallklumpen, Zahnradbahn) oder gegen die ueberhoehten Preise.
Diese Argumente taugen zwar zu netten Flamewars oder verbalen
Kneipenschlaegereien sind jedoch im Grunde unbedeudent.
Echten Anlass zum Gelaestere ueber ihre Kunden bietet IMHO die
Firma Maerklin selbst. Derzeitiger Hoehepunkt ist der sogenannte
Beta-Test des neuen Antriebskonzepts. Das Antriebskonzept besteht
im wesentlichen aus einem neuen Motor, der wohl von der Stange
gekauft werden kann und dessen Montage in bereits vorhandene
Modelle. Das alte Getriebe kann wohl uebernommen werden. Das
eigentlich "revolutionaere" duerfte sein, dass der neue Motor
problemlos in den alten Modellen installiert werden kann. Die
Entwicklungskosten sind IMHO recht niedrig. Auch die
Produktionskosten kann man vergessen. Der Motor hoert auf den
Namen Sinus und wird zunaechst in ein ICE-Modell eingebaut.
Dieses ICE-Modell wird der erlauchten Insider-Schaft, also
eigentlich Maerklins bester Kundenstamm, zum Beta-Test angeboten.
Natuerlich muss der Insider das Ding kaufen, und es wird nicht
billig sein (um die DM 1000,-).
Sieht man mal davon ab, dass ein ICE zum Test eines neuen
Modellbahnmotors ziemlich ungeeignet scheint, ist das Vorgehen
der Firma Maerklin doch lediglich mit einem Kopfschuetteln zu
kommentieren. "Insider, so dumm wie Du bist, wirst Du auch das
noch mitmachen!" Das kann nur das Motto der Verantwortlichen sein.
Warum scheut Maerklin die Investition in ein neues Antriebskonzept?
Warum wird versucht, das unternehmerische Risiko auf die Kunden
abzuwaelzen? So kann doch eine Firma mit dieser Groesse und
Marktbedeutung nicht denken! Waren die Entscheidungstraeger
in frueheren Zeiten kleine Kraemer? Oder will man dieses
Antriebskonzept gar nicht wirklich und bedient mit diesem
Angebot lediglich den Sammlermarkt?
Torsten
--
---------------------------------------------------------------------
| Torsten Vogt - Lehrstuhl Praktische Informatik I,Uni Mannheim |
| Diplom-Wirtschaftsinformatiker |
| email: vo...@pi1.informatik.uni-mannheim.de |
| WWW : http://pi1.informatik.uni-mannheim.de/~vogt |
> Warum scheut Maerklin die Investition in ein neues Antriebskonzept?
> Warum wird versucht, das unternehmerische Risiko auf die Kunden
> abzuwaelzen? So kann doch eine Firma mit dieser Groesse und
> Marktbedeutung nicht denken! Waren die Entscheidungstraeger
> in frueheren Zeiten kleine Kraemer? Oder will man dieses
> Antriebskonzept gar nicht wirklich und bedient mit diesem
> Angebot lediglich den Sammlermarkt?
>
> Torsten
>
Moin Torsten,
als Antworten auf Deine Frage koennte man sagen :
Aktionaersglueck...
Geldverdienen allgemein...
Gesetze der Marktwirtschaft..
reicht Dir das ??
Gruss
Heinz Luebke
Hallo Torsten, hallo liebe Zielgruppe,
ich moechte doch noch einmal in ein paar Saetzen als bekennender
Maerklinist - und sogar bezahlender "Insider" - zu dem Thema limitierte
Modelle sagen :
Wie schon bei dem "Northlaender" hat es Maerklin mit dem "ICE-Sinus"
wohl wieder einmal verstanden, Geld zu verdienen. Nichts anderes ist der
Geschaeftszweck dieser Firma. Da offensichtlich viele Leute der Meinung
sind, das diese Modelle ihren Gegenwert klingender Muenze wert sind, hat
Maerklin mit seiner Geschaeftspolitik recht !
Im uebrigen weiss ich nicht so recht, wo hier Gruende zur Klage seien
sollen. Niemand zwingt mich, Dich oder Euch, Maerklinmodelle zu kaufen.
Einfach liegenlassen, ist ganz einfach !! Du wirst es kaum glauben, ich
habe weder die Schneeschleuder noch den Northlaender - und den haette
ich zu einem Preis weit unter DM 1000,-- bekommen koennen - gekauft. Und
ich werde wohl auch auf den ICE verzichten, so wichtig ist mir Maerklin
naemlich nicht. Es handelt sich hier nur um ein Hobby - und davon habe
ich mehrere.
Vielleicht liegt das daran dass als Hamburger in Schleswig-Holstein
lebe. Hier wird alles etwas lockerer - eben hanseatischer - gesehen.
Maerklin kann mich mit "limitierten Sondermodellen" nicht schrecken. Und
das wollen "Sie" wohl auch nicht, den das Ziel von Maerklin ist allein
wirtschaftlicher Erfolg.
Kauf auch Du Dir in Zukunft nur, was Dir wirklich gefaellt.Du glaubst
garnicht, wie entspannend das ist.
Freundliche Gruesse vom Me(h)er
Heinz Luebke
>als Antworten auf Deine Frage koennte man sagen :
>
>Aktionaersglueck...
>Geldverdienen allgemein...
>Gesetze der Marktwirtschaft..
>
>reicht Dir das ??
Darum geht es mir nicht. Die sollen das Ding auf den Markt bringen
und hoffen, dass die gekauft werden und nicht ihre Kunden fuer dumm
verkaufen.
>Im uebrigen weiss ich nicht so recht, wo hier Gruende zur Klage seien
>sollen. Niemand zwingt mich, Dich oder Euch, Maerklinmodelle zu kaufen.
>Einfach liegenlassen, ist ganz einfach !! Du wirst es kaum glauben, ich
>habe weder die Schneeschleuder noch den Northlaender - und den haette
>ich zu einem Preis weit unter DM 1000,-- bekommen koennen - gekauft. Und
>ich werde wohl auch auf den ICE verzichten, so wichtig ist mir Maerklin
>naemlich nicht. Es handelt sich hier nur um ein Hobby - und davon habe
>ich mehrere.
Ich auch und ich kaufe auch nicht jeden Sch... .
>Kauf auch Du Dir in Zukunft nur, was Dir wirklich gefaellt.Du glaubst
>garnicht, wie entspannend das ist.
Da solltest Du mich aber besser kennen. Ich kaufe NUR das, was mir
gefaellt. Trotzdem ist dieses Verhalten der Firma M* zumindest
diskussionswuerdig.
Entspannte Gruesse aus Mannheim
>>Aktionaersglueck...
>>Geldverdienen allgemein...
>>Gesetze der Marktwirtschaft..
>>
>>reicht Dir das ??
>
>Darum geht es mir nicht. Die sollen das Ding auf den Markt bringen
>und hoffen, dass die gekauft werden und nicht ihre Kunden fuer dumm
>verkaufen.
>
>Torsten
Da gehören immer zwei zu!
Gruß,
Stefan Lieser
warum hoffen, wenn Maerklin die "Lizenz zum Gelddrucken" hat ??
Faellt immer noch unter 1 - 3 (siehe oben )
Gruss
Heinz Luebke
>
> Ich auch und ich kaufe auch nicht jeden Sch... .
schon zwei wirkliche "Insider" ; - )))
> >Kauf auch Du Dir in Zukunft nur, was Dir wirklich gefaellt.Du glaubst
> >garnicht, wie entspannend das ist.
>
> Da solltest Du mich aber besser kennen. Ich kaufe NUR das, was mir
> gefaellt. Trotzdem ist dieses Verhalten der Firma M* zumindest
> diskussionswuerdig.
Na ja, aber durchaus nachzuvollziehen. Wie wuerdest Du als
Geschaeftsfuehrer entscheiden, der jeden Monat seine Aktionaersherren
gluecklich machen muss ?? Und selbst ich mit meinen bloeden Schrauben :
immer weg damit - moeglichst viel und moeglichst teuer !!
Ich empfinde das Vorgehen von Maerklin vom Profitdenken her voellig
normal. Wie gesagt, keiner wird gezwungen, einen ICE zu kaufen. Wie im
Forum ja auch von "Wurzelsepp" (hoffentlich halten "Die" uns hier nicht
alle fuer bloed, wenn "Sie" hoeren, mit welchen Namen im Forum gepostet
wird ; - ) ) geschrieben, soll und wird wohl auf diese Art dem
Spekulantentum die Spitze gebrochen werden. Und Herr Topp hatte doch ein
"Exclusives Modell nur fuer Insider" versprochen - Bitteschoen, hier ist
es. Und der Preis liegt im Rahmen dessen, was ein "normaler" ICE auch
kosten wuerde.
> Entspannte Gruesse aus Mannheim
Ebensolche aus dem Norden - fahre jetzt ans Meer - Juhuuuuuu
Heinz Luebke
>Torsten Vogt schrieb:
>
>> Echten Anlass zum Gelaestere ueber ihre Kunden bietet IMHO die
>> Firma Maerklin selbst. Derzeitiger Hoehepunkt ist der sogenannte
>> Beta-Test des neuen Antriebskonzepts.
>
>Hallo Torsten, hallo liebe Zielgruppe,
>
>ich moechte doch noch einmal in ein paar Saetzen als bekennender
>Maerklinist - und sogar bezahlender "Insider" - zu dem Thema limitierte
>Modelle sagen :
Ich bin froh, daß Du ein Insider bist - damit kannst Du Märklin
kritisieren, ohne als intoleranter DCler bezeichnet zu werden ...
>
>Wie schon bei dem "Northlaender" hat es Maerklin mit dem "ICE-Sinus"
>wohl wieder einmal verstanden, Geld zu verdienen. Nichts anderes ist der
>Geschaeftszweck dieser Firma. Da offensichtlich viele Leute der Meinung
>sind, das diese Modelle ihren Gegenwert klingender Muenze wert sind, hat
>Maerklin mit seiner Geschaeftspolitik recht !
>
Diese Geschäftstüchtigkeit ist wirklich bemerkenswert und a priori
nicht negativ. Schau ich mir dazu das Merchandising (zu Deutsch: der
Verkauf von Andenken und Reliquien) auf dem Märklin-Homepage an, wird
dort nur das nachvollzogen, was bei anderen _Marken_ gang und gäbe
ist: Accessoires von Porsche, Daimler und BMW, T-Shirts, Socken und
anderer Kleinkram von BOSS, etc. Wahrscheinlich gibt es irgendwann
auch ein Märklin-Parfum, mit altem Lokaroma, abgefüllt von Seuthe ;-)
>Im uebrigen weiss ich nicht so recht, wo hier Gruende zur Klage seien
>sollen. Niemand zwingt mich, Dich oder Euch, Maerklinmodelle zu kaufen.
>Einfach liegenlassen, ist ganz einfach !! Du wirst es kaum glauben, ich
>habe weder die Schneeschleuder noch den Northlaender - und den haette
>ich zu einem Preis weit unter DM 1000,-- bekommen koennen - gekauft. Und
>ich werde wohl auch auf den ICE verzichten, so wichtig ist mir Maerklin
>naemlich nicht. Es handelt sich hier nur um ein Hobby - und davon habe
>ich mehrere.
Kaufen kann ja jeder gerne soviel und was er will. Sammeln ist ist ok.
Nur wenn jemand dann die Inhalte der Serien (rote Dampfloks und
ähnliche Scherze) als vorbild-orientiert begründet, dann muß er mit
inhaltlicher Kritik rechnen ... die dann gerne mit "Ihr seid ja nur
neidisch, weil Ihr keine Punktkontakte habt" abgebügelt wird.
> (...)
>Kauf auch Du Dir in Zukunft nur, was Dir wirklich gefaellt.Du glaubst
>garnicht, wie entspannend das ist.
Ach 'ne, auch schon mal an den Händler gedacht ? :-)
--
Frank Forsten
Duisburg, Germany
hast Du Dir mal die Zeichnungen auf der Hompage von M. Weiss angesehen ?
Wenn's den von der Stange gibt will ich auch einen ( mehrere ) haben,
und wenn's nur zum testen ist.
> Das alte Getriebe kann wohl uebernommen werden.
So schlecht ist das Stirnradgetriebe ja auch garnicht ...
> Das
> eigentlich "revolutionaere" duerfte sein, dass der neue Motor
> problemlos in den alten Modellen installiert werden kann.
Das revolutionaere ist (patentiert :-( ) die Verwendung eines
bürstenlosen Motors in diesem Kontext.
> Die
> Entwicklungskosten sind IMHO recht niedrig.
Unteschätz das mal nicht ...
> Auch die
> Produktionskosten kann man vergessen.
Da duerftest Du recht haben der Motor ist wesentlich einfacher
Aufgebaut.
> Der Motor hoert auf den
> Namen Sinus und wird zunaechst in ein ICE-Modell eingebaut.
Na "Sinus" klingt doch gut, es gab mal ein Telefon von Siemens,
dass hiess auch so - und jeder hat mal was in der Schule davon gehört
und technisch kompliziert hört es sich auch an .
> Dieses ICE-Modell wird der erlauchten Insider-Schaft, also
> eigentlich Maerklins bester Kundenstamm, zum Beta-Test angeboten.
Ist meiner Meinung auch gut so, sonst muessten Sie wieder Anzeigen
schalten wenn ein Kondensator irgendwann den Geist aufgibt. Der
Inseider wird gegenüber Problemen mit dem neuen Produkt erst mal
tolleranter reagieren wie ein Otto-normal-verbraucher.
> Natuerlich muss der Insider das Ding kaufen, und es wird nicht
> billig sein (um die DM 1000,-).
Den hohen Preis finde ich unangemessen - für einen Beta-Test
> Sieht man mal davon ab, dass ein ICE zum Test eines neuen
> Modellbahnmotors ziemlich ungeeignet scheint,
Ja, eine Lok die Gemisch für Strecken- und Rangierdienste eingesetzt
wird
hätte ich auch sinnvoller empfunden.
> ist das Vorgehen
> der Firma Maerklin doch lediglich mit einem Kopfschuetteln zu
> kommentieren. "Insider, so dumm wie Du bist, wirst Du auch das
> noch mitmachen!" Das kann nur das Motto der Verantwortlichen sein.
Vieleicht eher die Frage - wer wendet sich nicht gleich von uns ab
wenn das Produkt probleme bereitet.
Ich denke da aber auch an alle die "Geil" auf die neusten Beta's
von MS-Win XX sind. Die verteilt MS ja auch kostenpflichtig an
"Hardliner" - warum wohl ?
> Warum scheut Maerklin die Investition in ein neues Antriebskonzept?
Haben sie ja nicht ...
> Warum wird versucht, das unternehmerische Risiko auf die Kunden
> abzuwaelzen?
Weil der Motor trotzdem nicht "Nichts" kostet. IMHO hätte Märklin den
Motor
zum Selbstkostenpreis anbieten sollen - so das jeder der testen möchte,
ihn in das "Modell" seiner Wahl einbauen hätte können.
> So kann doch eine Firma mit dieser Groesse und
> Marktbedeutung nicht denken!
So sollte sie nicht denken ...
Shareholder Value - Warscheinlich saniert Kajo Neukirchen ...
> Waren die Entscheidungstraeger
> in frueheren Zeiten kleine Kraemer? Oder will man dieses
> Antriebskonzept gar nicht wirklich und bedient mit diesem
> Angebot lediglich den Sammlermarkt?
Ich vermute man will es schon - man brauch es wegen CE. Und es
beschweren sich ja genung über die "Langsamfahreigenschaften"
> Torsten
>
Trotzdem finde ich das man deswegen über Märklinisten lachen sollte.
Eher Bedauern sollte man die, die mit Scheuklappen und
Dogmen herumlaufen,
> --
> ---------------------------------------------------------------------
> | Torsten Vogt - Lehrstuhl Praktische Informatik I,Uni Mannheim |
> | Diplom-Wirtschaftsinformatiker |
> | email: vo...@pi1.informatik.uni-mannheim.de |
> | WWW : http://pi1.informatik.uni-mannheim.de/~vogt |
Du hast doch auch Marketing-Vorlesungen gehört ?
Entweder Du bist Stinksauer auf Märklin oder... ich verstehe dich
nicht...
Beste Gruesse,
Stefan Sczekalla-Waldschmidt
ssw@oikossw
> Warum wird versucht, das unternehmerische Risiko auf die Kunden
> abzuwaelzen? So kann doch eine Firma mit dieser Groesse und
> Marktbedeutung nicht denken! Waren die Entscheidungstraeger
> in frueheren Zeiten kleine Kraemer?
hallo torsten,
ich verstehe die aufregung nicht ganz - welcher kunde wird von wem gezwungen
irgendetwas zu kaufen, was ihm nicht zusagt?
als firma würde ich vermutlich auch nicht anders handelt. solange sich ein
produkt verkaufen läßt, kann es gar nicht teuer genug sein...
ist ja schließlich meine knete! und wenn man es als limiterte auflage
erzeugt, hat es noch einen seltenheits-touch und manche wollen
das trum dann unbedingt haben weils einmal was wert sein könnte ....
das dieser gedankengang nicht ganz unbegründet ist, zeigt sich ja immer
wieder! solange wir kunden da mitmachen wird sich
sicher nichts änder - warum auch?
das ist aus den augen der firma betrachtet weder schändlich noch sonst was.
da gehts nur ums geldverdienen - je mehr desto besser.
selbst deine aufregung darüber wird nix ändern - solange du trotzdem kaufst.
und wennst nicht kaufst ist es der firma auch egal
ob du dich jetzt aufregst oder nicht. nur wenn sie auf ihrer ware
sitzenbleiben könnte es zum nachdenken anregen, aber da müßten
schon alle potentionelle kunden sozusagen "streiken" - ob das gelingt?
lg
oliver.
Willst Du damit sagen, dass die VERWENDUNG eines BUERSTENLOSEN Motors in
einer Modellokomotive patentiert ist? Sollte das stimmen, dann kann ich
nur noch den Kopf ueber die Moeglichkeit solcher Anwendungspatente
schuetteln.
> > Die
> > Entwicklungskosten sind IMHO recht niedrig.
>
> Unteschätz das mal nicht ...
Es koennte sein, dass dieser Motor speziell fuer Maerklin entwickelt
wurde, und dann ist das ziemlich teuer.
> > Auch die
> > Produktionskosten kann man vergessen.
>
> Da duerftest Du recht haben der Motor ist wesentlich einfacher
> Aufgebaut.
...
Das nun wieder halte ich fuer ziemlichen Unsinn. Der bisher von Maerklin
verwendete Universalmotor ist ein billiges Gelump, jedoch wird der neue
Motor, auch wenn er noch so einfach aussieht, in der Herstellung
DEUTLICH teurer sein. Ein Richtwert zum Vergleich: Ein 500-W-Motor fuer
eine Standard-Schlagbohrmaschine darf in der Herstellung ca. 4,- bis 5,-
DM kosten ! DIE Stueckzahlen werden bei Maerklin zwar nicht erreicht,
doch wollte ich hauptsachlich zeigen, dass ein Kommutator-Motor, auch
wenn er teuer aussieht, nicht viel Geld kosten muss. BTW handelt es sich
nicht um Kollektor-Motoren sondern um KOMMUTATOR-Motoren. Die Motoren
haben Stromwender und keine Sammler (Kollektor). Motoren mit Kollektor
sind keine Motoren sondern Generatoren.
Wenn mich das, was M. Weiss auf seiner Seite zeigt, nicht voellig
taeuscht, dann handelt es sich um einen ueber Hallsensoren elektronisch
kommutierten Gleichstrommoter (Warum sonst waere das Hallsensorsignal
gezeigt?). Was an diesem Motor teuer ist, sind die sicherlich
verwendeten Magnete, die Bewickelung der neun Nuten, die Hallsensoren
und die notwendige Elektronik zur Ansteuerung. Normalerweise ist ein
solcher Motor eher noch teurer als selbst ein Faulhaber.
Maerklin hat hier allerdings den Vorteil gegenueber den Faulis, dass sie
weder Buersten verwenden noch das Lagerproblem wie bei den Faulis haben.
Das heisst, die Lebensdauer ist nur durch die Lebensdauer der Lager
begrenzt, der Motor hann so lange ohne Schaeden ueberlastet werden, bis
er seine thermische Grenze erreicht, und durch die Verwendung der alten
Stirnradgetriebe muessen seine Lager keine axiale Last ertragen koennen
(das ist das tyische Fauliproblem in Verbindung mit Schneckenraedern).
Das ist uebrigens kein Ausschlusskriterium fuer Faulis, wie hier in
diesem Kreis mal geschrieben wurde, man muss nur die Faulis von der
axialen Last entkoppeln, wie es z.B. Brawa bei ihrer 216 macht.
Gruss, Joerg
------------------------------------------------------------
Joerg Butterfass | Tel: +49(0)8153-281491
Dipl.-Ing. | Fax: +49(0)8153-281134
DLR Oberpfaffenhofen |
Abteilung FF-DR | e-mail: Joerg.Bu...@dlr.de
Postfach 1116 | www.robotic.dlr.de/Joerg.Butterfass
D-82230 Wessling |
------------------------------------------------------------
>Torsten Vogt schrieb:
>Hallo Torsten,
>
>>
>> Ich auch und ich kaufe auch nicht jeden Sch... .
>
>schon zwei wirkliche "Insider" ; - )))
und ich bin der 3. der diesen Sch.. nicht kauft.
Noch dazu wo er so gar nicht in die EPII paszt :-))))
>> Entspannte Gruesse aus Mannheim
>
>Ebensolche aus dem Norden - fahre jetzt ans Meer - Juhuuuuuu
Ebensolche aus Wien - und ich fahre zum Heurigen !
mfg
Mario Binder
E-Mail: bin...@gmx.at
URL: http://surf.to/m.binder
>>ich moechte doch noch einmal in ein paar Saetzen als bekennender
>>Maerklinist - und sogar bezahlender "Insider" - zu dem Thema limitierte
>>Modelle sagen :
>Ich bin froh, daß Du ein Insider bist - damit kannst Du Märklin
>kritisieren, ohne als intoleranter DCler bezeichnet zu werden ...
Unfug! es gibt genügend Meckerer, die zwar Mittelleider-Fahrer aber
keine Insider sind.
>>wohl wieder einmal verstanden, Geld zu verdienen. Nichts anderes ist der
>>Geschaeftszweck dieser Firma. Da offensichtlich viele Leute der Meinung
Und genau das scheinen unsere US-Freunde nicht wahrhaben zu wollen. In
der mml herrscht der Glaube an den großen Bruder M. vor.
>
>Kaufen kann ja jeder gerne soviel und was er will. Sammeln ist ist ok.
Das sehe ich anders. Wer sammelt ist schon abhängig und sorgt für
genau das "anrüchige" Verhalten von M. Sammler (egal was) kann ich
nur bedauern.
>ähnliche Scherze) als vorbild-orientiert begründet, dann muß er mit
>inhaltlicher Kritik rechnen ... die dann gerne mit "Ihr seid ja nur
>neidisch, weil Ihr keine Punktkontakte habt" abgebügelt wird.
Unsinn. Verdrehen Sie nicht die Tatsachen. Niemand wehrt sich gegen
berechtigte Kritik - nur gegen durchaus ernst gemeinte Rundschläge und
Herabwürdigungen wie "Rasselbahner" und ähnliches.
Dr.K.
---------------------------------------------------
--
RA Dr. M. Michael Koenig
Anwaltskanzlei Dr. Koenig & Coll.
Antoniter-Weg 11 Adelonstrasze 58
D-65843 Sulzbach/Ts. D-65929 Frankfurt a.M.
+49/6196/750120 FON +49/69/301024
+49/6196/750324 FAX +49/69/315271
e-mail info[remove]@drkoenig.de
http://www.drkoenig.de
>Diese Geschäftstüchtigkeit ist wirklich bemerkenswert und a priori
>nicht negativ. Schau ich mir dazu das Merchandising (zu Deutsch: der
>Verkauf von Andenken und Reliquien) auf dem Märklin-Homepage an, wird
>dort nur das nachvollzogen, was bei anderen _Marken_ gang und gäbe
>ist: Accessoires von Porsche, Daimler und BMW, T-Shirts, Socken und
>anderer Kleinkram von BOSS, etc. Wahrscheinlich gibt es irgendwann
>auch ein Märklin-Parfum, mit altem Lokaroma, abgefüllt von Seuthe ;-)
Am Ende steht ein Smiley, und doch beschreibst Du genau, worum es geht
bei dieser Firma: Man ist auf dem Weg vom Hersteller von Modellen zum
Devotionalienhändler und dabei schon ein schönes Stück vorangekommen.
Freundliche Grüße
Rainer Finke
>Du hast doch auch Marketing-Vorlesungen gehört ?
>
>Entweder Du bist Stinksauer auf Märklin oder... ich verstehe dich
>nicht...
Sauer auf M*? Eigentlich nicht. Ich wuerde den ICE-Sinus auch zum
Selbstkostenpreis (den man sowieso noch nicht berechnen kann)
nicht nehmen. Warum bietet man den Motor nicht
in einer einfachen (HOBBY?)-Lok zu einem Preis an, der einer
Testphase wuerdig ist? Darum ging es mir eigentlich mit meinem
Artikel.
Meine Kernaussagen waren:
* zu teuer fuer einen Test
* gewaehltes Modell voellig ungeeignet (fuer einen Test)
Trotzdem wird das Ding vermutlich reissenden Absatz finden.
Torsten
irgendwie verstehe ich das nicht. Warum scheinen manche DCler zu glauben die
besseren Modellbahner zu sein und warum glauben manche ACler sich immer
wieder rechtfertigen zu muessen? Hoffentlich ist das nicht ansteckend ;-)
Gruß
Harald
>Meine Kernaussagen waren:
>
> * zu teuer fuer einen Test
> * gewaehltes Modell voellig ungeeignet (fuer einen Test)
>
>Trotzdem wird das Ding vermutlich reissenden Absatz finden.
... wobei wir wieder beim McDonald-Effekt sind: keiner gibt es zu, und
jeder geht hin... Das fällt mir auch bei den meisten Kommentaren in
diesem Thread auf, dass der eindeutige Tenor der Ablehnung in krassem
Widerspruch zum Verkaufserfolg steht!
viele Grüsse von
Peter Popp
Rueckantwort bitte ausschliesslich an diese
email: Peter...@t-online.de
http://tsx.de/p-popp
Hallo Harald
Das scheint daran zu liegen
das sie alle so schwer an ihren Lupen (wegen der 1:87 Fummelei)
zu schleppen haben.
Streß bewirkt bei jedem eine andere Reaktion.
Mit schmalspurigen "G" rüßen
Paul
Paul Golisch
Mailinglist: Schma...@onelist.com
>bei dieser Firma: Man ist auf dem Weg vom Hersteller von Modellen zum
>Devotionalienhändler und dabei schon ein schönes Stück vorangekommen.
:-))))) Sehr schön gesagt,. Demnächst beginnen wir den Tag mit einem
Gebet in Richtung Göppingen!
>>Trotzdem wird das Ding vermutlich reissenden Absatz finden.
>... wobei wir wieder beim McDonald-Effekt sind: keiner gibt es zu, und
"Jeder Hamburger verletzt, der letzte tötet." :-) Habe ich in einem
Urteil gelesen.
>jeder geht hin... Das fällt mir auch bei den meisten Kommentaren in
>diesem Thread auf, dass der eindeutige Tenor der Ablehnung in krassem
>Widerspruch zum Verkaufserfolg steht!
Aber sicher nicht durch die Leser dieser ng. Der typische Käufer
dürfte doch eher der nicht via Internet sensibilisierte Mäklinist sein
sonder der, der sich nur im Sympathisantenumfeld bar aller
kritischen/ketzerischen Äußerungen bewegt. Ausnahmen bestätigen die
Regel.
> >Kaufen kann ja jeder gerne soviel und was er will. Sammeln ist ist ok.
>
> Das sehe ich anders. Wer sammelt ist schon abhängig und sorgt für
> genau das "anrüchige" Verhalten von M. Sammler (egal was) kann ich
> nur bedauern.
hier muss man sicher etwas differenzieren. Ich habe auch einige Jahre
gesammelt, da ich nicht den Platz für Fahrbetrieb hatte. Wie jeder Sammler
mit endlichen Portemonaie habe ich mich auf einen Schwerpunkt konzentriert.
Der war bei mir Metallmodelle der 50er und 60er Jahre.
So habe ich über etliche Jahre Kontakt mit einem meiner Hobbies halten
können. Wie Du weißt, dominiert heute bei mir wieder der Fahrbetrieb und das
Sammeln steht hinten an...
Entsprechend wird mehr Geld in Dekoder etc. als in Sammelobjekte investiert.
Nicht jeder Sammler ist ein 'hirnloser Alleskäufer'...
Gruß
Holger
>> >Kaufen kann ja jeder gerne soviel und was er will. Sammeln ist ist ok.
>>
>> Das sehe ich anders. Wer sammelt ist schon abhängig und sorgt für
>> genau das "anrüchige" Verhalten von M. Sammler (egal was) kann ich
>> nur bedauern.
>
>hier muss man sicher etwas differenzieren.......
>So habe ich über etliche Jahre Kontakt mit einem meiner Hobbies halten
>können. ....
>Nicht jeder Sammler ist ein 'hirnloser Alleskäufer'...
Auch ich sehe es mittlerweile differenziert: auf der einen Seite
führen Sammler zu teilweise absurden Preisen für Gebrauchtware, vor
allem bei M*skis. Gut, nicht Jeder zahlt was verlangt wird - aber die
permanente Nachfrage nach M*produkten zieht halt die Preise hoch!
Der Dumme ist hier derjenige, der gerne einsteigen oder erweitern will
und an der "ohne Moos nix los"-Devise resigniert...
Andererseits ist es doch tatsächlich so, dass in unserer
statussymbolverbohrten Welt der Sammler das Fähnchen Modelleisenbahn
(bitte jetzt nicht wieder die Bemerkung "Märklin ist gar keine
Modelleisenbahn") gegen das Image des "Eisenbahnspielers" hochhält und
so ein völliges Abkippen in die Bedeutungslosigkeit verhindert.
Dabei stellt sich allerdings auch die Frage, warum kinderleichte und
fast idiotensichere (den DAU wollen wir hier mal ausklammern)
Computerspiele und Spielkonsolen offensichtlich ein positiveres Image
und mehr Nachfrage haben als die - ich meine es jetzt ernst -
anspruchsvollen technischen Wunderwerke auf und Bastelgeschick bei der
Modelleisenbahn. Warum kann sich unter Jugendlichen jeder mit dem
neueseten Flugsimulator brüsten, Eisenbahn wird aber nur als kindische
Spielerei abgetan (dabei spielen heute wahrscheinlich mehr Kinder am
Computer als mit der Eisenbahn)?
Wären dies nicht Argumente, um den Nachwuchs (wobei ich mit Nachwuchs
nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch sozusagen den
zweiten Bildungsweg) zu fördern?
Natürlich kommt hier immer auch der Punkt, an dem die Kosten des
Hobbies eine Rolle spielen. Auch hier ist zu differenzieren.
Interessant für mich ist immer der Vergleich mit dem
Freiluft-Modellbau, sprich ferngesteuerte Flug-, Schiffs- und
Automodelle, wo digitale Steuerung mittlerweile Standard ist. Warum
kostet ein Decoder für eine Lok so viel wie eine komplette
Fernsteuerung mit Servos? Die Digitalsteuerung wäre der entscheidende
Schritt vom Spielzeug, das schon der Pappi hatte, zum modernen
Hi-Tech-Produkt, und gerade die ist das teuerste. Während man Produkte
wie den Walkman auf möglichst billig und hohe Stückzahl getrimmt hat,
versuchen die Modellbahnhersteller nach wie vor Exklusivität durch
Hochpreispolitik vorzugaukeln - für mich der falsche Weg (auch da man
in einem Vitrinenmodell gar nicht sieht, was drin ist).
Entschuldigt, dass das Posting so lange wurde. Aber manchmal bin ich
noch so naiv, dass ich glaube, andere überzeugen zu können oder
müssen...
kann mich dem nur anschließen. ich habe mir gestern - nach 1/2 jahr
modellbahnabstienz -
die miba 7/99 gekauft... ich bin fast aus allen wolken gefallen als die 90,-
ats wollten.
der öbb wendezugsteuerwagen von roco wird angeblich im ausgust um knappe
600,- ats zu
haben sein, die 1014 kostet so um die 2300,-- , ein wendezug-zwischenwagen
ca 500,- ats.
da fragt noch einer warum der nachwuchs mit computer spielt?
ein einigermaßen vorbildgerechter zug mit 4 wagen und lok kommt auf über
4000,-- ats!
darum bekommst du locker 7 - 10 computerspiele, die man auch noch tauschen
kann etc.
in der ganzen elektronik-branche, vorallem bei computern werden die dinger
immer
leistungsfähiger und trotzdem billiger, nur die modellbahnbranche wird von
jahr zu jahr
teurer. warum können computerzeitungen mit 3(!) cd's (wobei mindestens eine
davon
eine vollversion eines noch aktuellen spieles drauf hat) um 60,- ats
angeboten werden
und die miba zb. (um nur eine zu nennen) kostet 90,- ats OHNE irgendwas
dabei oder
mehr seiten/inhalt etc.
so schön das hobby ist, aber erstens ist es nichts für eben mal
zwischendurch und schon
gar nicht bei den preisen (um 90,- ats werde ich künftig auf diverse
modellbahnzeitungen
verzichten und wenn überhaupt sicher nur mehr ausgesuchte ausgaben kaufen)
lg
oliver
Ich kann Dir zu Deinen Ausführungen nur gratulieren, Du hast es richtig erkannt.
Auch ich habe bis 1984 Märklin gesammelt und zwar alles was mir unter die Finger
kam. Ich habe auch an dem ersten Märklinsammlerkatalog mit Bildern - Brassen
Katalog - mitgearbeitet. Im Jahre 1984 kam aber so eine Neuheitenflut, 3 echte
Neuheiten 150 Farbänderungen und jede Menge Werbewagen, so daß ich von heute auf
morgen nicht mehr gesammelt habe. Das Hobby wurde für mich unbezahlbar. Ich kaufe
jetzt nur noch Stücke die mir gefallen und habe mich auf den Schiffsmodellbau
verlegt.
Auch hier gibt es die Probleme mit dem Nachwuchs und wie Du sagst der 2.
Bildungsweg. Die Ursachen sind aber nicht nur im Preis zu suchen, sondern vor
allen Dingen darin, daß keinerlei Werbung in den Medien gemacht wird und das gilt
für den Modellbau allgemein, solange alles was mit Modellbahn oder bau von den
Medien als Spielzeug angesehen wird. Werbung in der Fachpresse erreicht doch nur
die Leute , die sich schon mit der Modellbahn beschäftigen, aber erreicht keinen
anderen.
Ich habe in einem meiner ersten Beiträge zu dieser NG geschrieben, daß wir mehr
für den Nachwuchs tun müssen. Ich organisiere für einen Veranstalter im
Ruhrgebiet Modellbahnbörsen und muß feststellen, daß der Besucheranteil der
Schüler und Studenten seit einigen Jahren sehr rückläufig ist, bei insgesamt
gleichbleibenden Besucherzahlen. Nur ein Beispiel:
Am 13. Juni bei der Börse in Kamp-Lintfort hatten wir ca. 500 Besucher, davon
aber nur 14 !!! zum halben Preis (DM 2,50 Schüler und Studenten) . Im vergangenen
Jahr bei gleicher Besucherzahl aber noch 98. Ich glaube das sagt mehr als alle
Worte. Solange selbst in der sogenannten Umsatzstarken Zeit (Weihnachten) keine
Werbung für die Modellbahn (Modellbau) in den Medien zu sehen ist, brauchen wir
uns nicht zu wundern. Unsere Kids sprechen im Kindergarten und in der Schule über
daß, was sie im Werbefernsehen sehen und das sind Gameboy, Playstation usw. nur
das ist "IN", da ist die Modellbahn ein Relikt aus einer anderen Welt. Wenn sich
die Modellbahnindustrie weiterhin nur auf Sammler und Leute mit dicker
Brieftasche konzentrieren, können wir uns ausrechnen wann es den Modellbau nicht
mehr gibt, denn diese Leute sterben nach und nach weg und die jüngere Generation
wird dann nicht mehr die teilweise hohen Renten von heute haben .
Gruß
Heinz-Dieter Papenberg
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de
>Auch ich sehe es mittlerweile differenziert: auf der einen Seite
>führen Sammler zu teilweise absurden Preisen für Gebrauchtware, vor
>allem bei M*skis. Gut, nicht Jeder zahlt was verlangt wird - aber die
>permanente Nachfrage nach M*produkten zieht halt die Preise hoch!
Auch das muß man differenziert sehen. 08/15-Ware gibt es oft schon für
relativ wenig Geld.
>Der Dumme ist hier derjenige, der gerne einsteigen oder erweitern will
Wer einsteigen will findet viele Standard-Sachen dehr günstig. Gegen
eine BR23 für DM 100,- kann man nichts sagen, oder? Auch eine BR89 für
DM 50,- geht doch i.o.
>Andererseits ist es doch tatsächlich so, dass in unserer
>statussymbolverbohrten Welt der Sammler das Fähnchen Modelleisenbahn
> gegen das Image des "Eisenbahnspielers" hochhält und
>so ein völliges Abkippen in die Bedeutungslosigkeit verhindert.
Tatsächlich? Ist mir noch nicht aufgefallen. D.h. bevor ich wieder mit
dem Basteln und Spielen anfing, habe ich nie von Eisenbahnsammlern
oder gar deren Bedeutung gehört.
>Modelleisenbahn. Warum kann sich unter Jugendlichen jeder mit dem
>neueseten Flugsimulator brüsten, Eisenbahn wird aber nur als kindische
>Spielerei abgetan (dabei spielen heute wahrscheinlich mehr Kinder am
Warum tragen die kids diese wenig ansprechenden Hochplateau-Schuhe?
Warum mußten wir früher unbedingt im Hochsommer unter eklig langen
Zotteln schwitzen? Warum war in unserer Jugend erst die Länge der
Hosenschlags und später die Kraft der Abschnürung durch enge Jeans
wichtig? Kindern sind halt Kinder ... und viele bleiben es auch als
Erwachsene (so oder so, positiv wie auch negativ) .
>Wären dies nicht Argumente, um den Nachwuchs (wobei ich mit Nachwuchs
>nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch sozusagen den
>zweiten Bildungsweg) zu fördern?
Ich hatte die abenteuerliche Idee, hier im Urt eine Art
Modellbahn-Workshop für die Jugend zu initiieren. Ein echter Flop ....
>Automodelle, wo digitale Steuerung mittlerweile Standard ist. Warum
>kostet ein Decoder für eine Lok so viel wie eine komplette
>Fernsteuerung mit Servos? Die Digitalsteuerung wäre der entscheidende
Gute Frage - schon oft gestellt. Fragen wir die Hersteller.
Ich habe ziehe mich bekanntlich auf den Selbstbau zurück und kann nur
jedem raten, sich diese geringen Lötkünste anzueignen. Manche mögen
zwar stolz darauf sein, möglich viel möglichst teuer zu kaufen
(Statussymbol?) - ich sehe dagegen wir jeder vernünftige Mensch im
Minimieren der Kosten das erstrebenswerte Ziel.
>Hi-Tech-Produkt, und gerade die ist das teuerste. Während man Produkte
>wie den Walkman auf möglichst billig und hohe Stückzahl getrimmt hat,
Das ist es wohl auch: So viele Dekoder werden nicht verkauft &
benötigt.
>Entschuldigt, dass das Posting so lange wurde. Aber manchmal bin ich
>noch so naiv, dass ich glaube, andere überzeugen zu können oder
>müssen...
Kein Problem. Sie reden halt nur mit den Falschen und rennen offene
Türen ein. Stellen Sie sich auf Ihren Markplatz und halten Sie die
Rede für diejenigen, die es hören müssen/sollen ;-)
>hier muss man sicher etwas differenzieren. Ich habe auch einige Jahre
Klar. Zwischen Nichtsammeln und Sammeln.
>gesammelt, da ich nicht den Platz für Fahrbetrieb hatte. Wie jeder Sammler
Aber warst Du denn Sammler? Was zeichnet denn den Sammler aus? Er
kauft nicht, was ihm gefällt, sondern was zu seinem "Thema" gehört.
Und wenn noch hinzukommt, daß man vorerst nur kauft und hinstellt,
weil man keinen Platz für die Anlage hat, ist dies erst recht kein
Sammeln. Denn das Sammeln ist ja Selbstzweck.
>
>Nicht jeder Sammler ist ein 'hirnloser Alleskäufer'...
Das komtm auf die Definiton von Sammler hat. Hat jemand eine Encharta
griffbereit und kann mal deren Definition von Sammler posten? Würde
mich sehr wundern, wenn der Sammler nicht ein Alleskäufer ist -
nämlich alles, was in sein Sammelthema fällt, ob es ihm persönlich
gefallt oder nicht.
>peter popp schrieb u.a.:
>>Hi-Tech-Produkt, und gerade die ist das teuerste. Während man Produkte
>>wie den Walkman auf möglichst billig und hohe Stückzahl getrimmt hat,
>
>Das ist es wohl auch: So viele Dekoder werden nicht verkauft &
>benötigt.
Der Walkman wird auch nicht "benötigt" und man hat hier erst die
Marktlücke geschaffen ... vielleicht hätte sich M* mit Sony statt
Motorola zusammentun sollen...
Heinz-Dieter Papenberg schrieb:
----schnippl----
> Die Ursachen sind aber nicht nur im Preis zu suchen,
> sondern vor allen Dingen darin, daß keinerlei Werbung
> in den Medien gemacht wird und das gilt für den Modellbau
> allgemein, solange alles was mit Modellbahn oder bau von
> den Medien als Spielzeug angesehen wird. Werbung in der
> Fachpresse erreicht doch nur die Leute , die sich schon
> mit der Modellbahn beschäftigen, aber erreicht keinen
> anderen.
Auch wenn das Konsumverhalten heute weit werbungsorientierter ist, als
noch vor einem Vierteljahrhundert, glaube ich nicht das hierin eine
wesentliche Ursache fuer das Nachwuchsproblem liegt - der Schwund der
vielfach besungenen Schaufensteranlagen mal aussen vor. Was trieb und
treibt denn viele von uns etwa in Epoche III? Doch - um nur einiges zu
nennen - etwa spannende Betriebsablaeufe und ein vielfaeltiger
Fahrzeugpark, den viele noch selbst, und sei es auf den Schultern von
Papa, *draussen* kennengelernt haben. Demgegenueber ist fuer die meisten
etwa Epoche V nur noch kreuzlangweilig, will sagen: was sollen die Kids
denn nachspielen? Etwa Streckenstilllegung in X, Zugverspaetung in Y
oder die Zwangsbeschhränkung pannengeplagter, unausgereifter Neuheiten
durch das EBA? Ueberwiegend naechtlicher Gueterzugbetrieb? Kind, Du
musst ins Bett...
Ist nicht die *Krise* der kleinen Bahn ein Spiegelbild der grossen? Oder
andersherum: Waere bei einer attraktiven Ludewig u. Co.-Bahn das
Nachwuchsproblem chez nous wirklich eines? Man spielt das nach, was man
kennt bzw. was man meint zu kennen. Wenn man dann zudem staendig aus der
Modellbahnerei die Vorzuege einer vergangenen Zeit vor die kleine Nase
gehalten bekommt, kann man als Kid doch nur abwinken. Dampflok? Pah!
Klar, es tur sich was in Epoche V und hie und da bekommen Kinnigs wieder
Eisenbahnen auf Strecken zu sehen, bei denen sich bereits ihre Eltern
fragten, warum die ueberhaupt noch in der Landschaft liegen. Ich denke,
man wird abwarten muessen. Von Seiten der Modellbahnerei hier etwas
reissen zu wollen, halte ich zwar fuer ehrbar, aber letzlich doch
insgesamt fuer chronisch erfolglos.
mfg
Rupert
Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen, ich finde daß gerade Werbung in
jeglicher Art den Modellbau bzw. die Modellbahn wieder salonfähig machen könnte.
Firmen wie Sony z.B. nutzen die Medien gnadenlos aus und der Erfolg gibt ihnen
recht. Kinder und Jugendliche wollen nur noch das haben, was sie aus der Werbung
kennen. Ich selber kenne das von meinem nun 9 jährigen Sohn, bei dem es auch
bereits losgeht. Fußballschuhe müssen von Puma oder Addidas sein, weil er die aus
der Werbung kennt. Nicht umsonst ist diese Zielgruppe hart umkämpft. Nun könnte
natürlich das Argument kommen, daß die Modellbahnindustrie nicht so finanzkräftig
ist wie z.B. Sony, um bei diesem Beispiel zu bleiben. Das ist richtig, aber etwas
Werbung, um im Gespräch zu bleiben, ist besser als gar nichts. Außerdem gibt es
die Möglichkeit der indirekten Werbung. Wir älteren Semester erinnern uns sicher
noch an Peter Alexander oder Peter Frankenfeld, die große Modellbahnfreunde waren
und selber Anlagen besaßen. In jedem Blatt der bunten Presse und auch im
Fernsehen wurde darüber berichtet. Nicht umsonst bekamen beide von Märklin immer
Lokneuheiten als Geschenk, denn sie waren kostenlose Werbeträger. Heute könnte
man z.B. bei der RTL Serie Gute Zeiten, Schlechte Zeiten , die ja überwiegend von
Jugendlichen gesehen wird, über mehrere Folgen an einer Modellbahn basteln. Das
würde Kreise ziehen und einige Neuanfänger zu unserem Hobby bringen. Den Kindern
ist es auch egal, ob sie in Epoche III, IV oder V bauen. Wichtig ist nur, daß die
Züge "schnell" über Gleise und Weichen rauschen ohne zu entgleisen.
Die von Dir angesprochenen Schaufensteranlagen könnten das unterstützen, denn
auch heute drücken sich Kinder vor solchen Anlagen die Nasen platt. In den 50 er
oder 60 er Jahren gab es in der ARD eine Sendereihe. " Wir bauen eine
Modelleisenbahn", so etwas brauchen wir auch heute wieder. Das sind nur einige
Dinge die man machen könnte, aber die Modellbahnindustrie müßte da selber auch
mitspielen. Wenn sich die großen Hersteller einigen könnten und jeder einen Teil
der Summe den sie heute bereits für Werbung ausgeben in einen gemeinsamen Topf
geben würden, wäre eine Finanzierung dieser Werbung möglich. Es sollte aber auch
eine Firmen unabhängige Werbung sein, damit sich keine Firma benachteiligt fühlt.
Hersteller, Händler, Dachverbände und die Fachpresse müssen zusammenarbeiten, nur
dann werden wir wieder Nachwuchs für unser Hobby bekommen.
Ich weiß selber, daß meine Gedanken ein Wunschdenken sind aber vielleicht kommt
es ja doch einmal soweit und solange müssen auch wir Modellbahner die Hersteller
mit solchen Dingen konfrontieren..
Gruß
Heinz-Dieter
>vielfach besungenen Schaufensteranlagen mal aussen vor. Was trieb und
>treibt denn viele von uns etwa in Epoche III? Doch - um nur einiges zu
>nennen - etwa spannende Betriebsablaeufe und ein vielfaeltiger
>Fahrzeugpark, den viele noch selbst, und sei es auf den Schultern von
>Papa, *draussen* kennengelernt haben. Demgegenueber ist fuer die meisten
Ob das wirklich der Grund ist? Ich selbst habe - das merkt man -
keinerlei Ahnung von Betriebsabläufen und bin in meiner ganzen Jugend
bis ich mit der S-Bahn zur Uni gefahren bin vielleicht ein dutzend Mal
mit der Eisenbahn gefahren. Meine Kinder haben aufgrund entsprechender
Freizeitaktivitäten viel mehr Bezug zur "alten" Eisenbahn und doch
kaum tiefergehendes Interesse.
>kennt bzw. was man meint zu kennen. Wenn man dann zudem staendig aus der
>Modellbahnerei die Vorzuege einer vergangenen Zeit vor die kleine Nase
>gehalten bekommt, kann man als Kid doch nur abwinken. Dampflok? Pah!
Mhm. Wir haben letzte Woche den Geburtsag meines filius secundus im
Frankfurter Feldbahnmuseum gefeiert. Die Jungs (um die 7 Jahre) waren
durchaus begeistert (wie es bei diesen Zwergen eben der Fall ist - 1
Minute nach dem Bestaunen einer "echten" Dampflok haben sie sich
wieder gebalgt) und wollten alle ihren nähsten Geburtstag auch dort
verbringen. Eine gewisse Faszination geht von diesen technischen
Werken halt doch aus.
>Modelleisenbahn", so etwas brauchen wir auch heute wieder. Das sind nur einige
>Dinge die man machen könnte, aber die Modellbahnindustrie müßte da selber auch
>mitspielen. Wenn sich die großen Hersteller einigen könnten und jeder einen Teil
>der Summe den sie heute bereits für Werbung ausgeben in einen gemeinsamen Topf
>geben würden, wäre eine Finanzierung dieser Werbung möglich.....
>Ich weiß selber, daß meine Gedanken ein Wunschdenken sind aber vielleicht kommt
>es ja doch einmal soweit und solange müssen auch wir Modellbahner die Hersteller
>mit solchen Dingen konfrontieren..
Es gibt ja den Verband der Modelleisenbahnherstellet, die bekanntlich
auch in dem Prozeß der Wagon-Lite gegen Märklin involviert sind und -
im Interesse aller Hersteller - Schützenhilfe leisten. Gerade solche
Aktionen - Verhandlungen mit Medien, TV-Anstalten pp - fallen originär
in die Daseinsberechtigung des Verbands. Aber vielleicht ist das
genauso wie mit unseren berufsständischen Vereinigungen ....
RA Dr. M. Michael Koenig wrote:
> >kennt bzw. was man meint zu kennen. Wenn man dann zudem staendig aus der
> >Modellbahnerei die Vorzuege einer vergangenen Zeit vor die kleine Nase
> >gehalten bekommt, kann man als Kid doch nur abwinken. Dampflok? Pah!
>
> Mhm. Wir haben letzte Woche den Geburtsag meines filius secundus im
> Frankfurter Feldbahnmuseum gefeiert. Die Jungs (um die 7 Jahre) waren
> durchaus begeistert (wie es bei diesen Zwergen eben der Fall ist - 1
> Minute nach dem Bestaunen einer "echten" Dampflok haben sie sich
> wieder gebalgt) und wollten alle ihren nähsten Geburtstag auch dort
> verbringen. Eine gewisse Faszination geht von diesen technischen
> Werken halt doch aus.
Geht mal in einen Kindergarten oder Grundschulklasse und bittet die Kinder,
eine Lok oder einen Zug zu malen. Da wird es Dampfloks und seit neuestem ICE
in allen Farben geben, vor allem aber Dampfloks und keine E- oder Dieselloks.
Christoph
Von dieser Vereinigung habe ich auch schon einmal gehört, aber keiner konnte mir
eine Ansprechadresse nennen. Können Sie mir da weiter helfen ??
Ich versuche schon seit einigen Jahren den Modellbau / Bahn in die Medien zu
bekommen aber leider ohne Erfolg. Die privaten Fernsehsender sagen
übereinstimmend, daß mit "Kinderspielzeug" keine Einschaltquoten zu erreichen
sind und die öffentlich rechtlichen sagen, daß auf der "Bildungsschiene" kein
Bedarf wäre. Als ob man da noch nichts von Hobby und Freizeitspaß gehört hat.
Firmen wie z.B. Faller, Kibri und weitere bekannte Hersteller haben mir
Unterstützung zugesagt, aber bisher ist alles an den Medien gescheitert.
Ich beschäftige mich nicht nur mit Modellbahn, sondern auch mit Schiffsmodellbau.
In diesem Bereich ist es mir gelungen zu einer großen Modellrennboot
Veranstaltung RTL Regional West Live zu einer Berichterstattung zu bekommen.
Jahrelang war mein Bemühen vergebens, ich hatte immer unter dem Namen des Vereins
geschrieben. Ich diesem Jahr hatte der Deutsche Dachverband 40 jähriges Jubiläum
und die Veranstaltung war ein Teil des Jubiläumsprogramms und siehe da unter
diesem Briefkopf kam nicht nur eine Antwort, sondern auch ein Reporterteam. Es
ist also zu vermuten, daß ein Deutscher Dachverband andere Türen öffnet als ein
normaler Verein oder eine Privatperson. Darum sollten alle Dachverbände, die der
Vereine und Hersteller , sich bemühen ob nicht doch bei den Medien etwas machbar
ist.
Gruß
Heinz-Dieter Papenberg
> (...)
>Geht mal in einen Kindergarten oder Grundschulklasse und bittet die Kinder,
>eine Lok oder einen Zug zu malen. Da wird es Dampfloks und seit neuestem ICE
>in allen Farben geben, vor allem aber Dampfloks und keine E- oder Dieselloks.
>Christoph
>
In den Bilderbüchern sieht es ähnlich aus, dort wird noch fröhlich
gedampft. Ein Glück, daß die Hespertalbahn in unserer Nähe ist, da
geht es dann kinderfreundlich "live" zur Sache (man muß die
Entwicklung seiner Lieben doch fördern ...)
Und dann gibt es noch das Buch "Wir fahren mit der Eisenbahn" o.ä. von
einer weiblichen Autorin, die ihr Fachwissen tatsächlich aus dem
Märklin-Katalog hat. Die Drehscheibe sieht dem alten Märklin-Modell
zum Verwechseln ähnlich, inklusive Zahnkranz zwecks Antrieb. Und die
Bügelkupplungen kann sie auch nicht bei der großen Bahn gesehen haben
... zum Schreien komisch!
----schnibbl----
> Ob das wirklich der Grund ist? Ich selbst habe - das
> merkt man - keinerlei Ahnung von Betriebsabläufen und bin
> in meiner ganzen Jugend bis ich mit der S-Bahn zur Uni
> gefahren bin vielleicht ein dutzend Mal mit der Eisenbahn
> gefahren.
Keine Sorge, ich selbst fahre meinen aktuellen 2. Bildungsweg
hartnaeckig in Epoche V aus... ;-)
Allerdings sehe ich meine ersten modellbahnerischen Anfaenge schon in
einer gewissen Naehe zu meiner damaligen Wahrnehmung der grossen
Eisenbahn; irgendwann stoerte die kleine Dampflok aus der Startpackung
nur noch - wie eben auf meinen Heimatgleisen. Und fortan wurde nur noch
gedieselt und, zugegeben, irgendwann dann ganz stillgelegt.
Auch wenn gerade letzteres eigentlich andere Ursachen hatte und so wie
oben geschrieben ein wenig arg an den Haaren herbeigezogen ist, denke
ich schon, dass diese *fruehen* Erinnerungen nicht voellig schuldlos
sind an unserem Treiben heute. Dabei ist es vielleicht sogar gleich, ob
diese an einer real existierenden Bahnsteigsperre oder in einem
Feldbahnmuseum gewonnen wurden.
mfg
Rupert
----schnibbl-----
> Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen, ich finde
> daß gerade Werbung in jeglicher Art den Modellbau bzw. die
> Modellbahn wieder salonfähig machen könnte. Firmen wie
> Sony z.B. nutzen die Medien gnadenlos aus und der Erfolg
> gibt ihnen recht. Kinder und Jugendliche wollen nur noch
> das haben, was sie aus der Werbung kennen.
Sicherlich fuehlst Du mit Deinem 9jährigen das Werbungsproblem
intensiver, als ich etwa mit meinen Patenkindern, bei denen ich froh
bin, wenn sie, um einen OT-Bezug herzustellen, nicht so nah an meine
Modelleisenbahn herangehen... ;-)
Dennoch: Wird denn tatsaechlich alles, was bei den Kurzen zum spielen
mega in ist, wirklich massiv direkt beworben? Super-Mario und dieser
Konsolenkram ja, aber auch Flugsimulatoren oder indizierte Ballerspiele
Marke Doom? Es ginge also, wenn ich Dich recht verstehe, *nur* oder
immerhin um eine intensiv beworbene Initialzündung, die die Begeisterung
fuer *Anspruchvolleres* gleichsam langfristig ausloeste oder ausloesen
sollte. Hm, hm. Aber Du koenntest so gesehen tatsaechlich recht haben.
Eigentlich muessten wir (muessten wir?) auch Lego-Bahn-Spieler oder
Playmobil-Bahn-Spieler zu unserem Nachwuchs zaehlen, also nicht nur jene
mit der Startpackung von den *WMF* o.ae. Streng genommen - beim
Schreiben dieser Zeilen faellt es mir wieder ein - lagen meine eigenen
*modellbahnerischen* Anfaenge auch nicht bei Maerklin, sondern lange
frueher bei einer Holzeisenbahn auf Holz-Rillenschienen, die man IMHO
auch heute noch in aehnlicher Form kaufen kann. Ob das dann aber
wirklich der mythenumwobene Keim war, der zwischen frueh gelegten
Schwellen zart keimte - und nach laengerer Unterbrechung nun wieder
heftigst wuchert?
Wie ist das mit der modellbahn-ureigensten Bastelei? Du kennst ja die
allgemeine Modellbauerei - ist dort auch so etwas wie ein
Nachwuchsproblem zu spueren, oder spielt sich dieses tatsaechlich nur
zwischen zwei - ok: oder drei - Miniaturschienen ab?
mfg
Rupert
basierend auf dem Thread " über Märklinisten lachen " möchte ich im
folgenden nochmals einiges rekapitulieren, kommentieren und beitragen.
Aufgrund der Vielzahl von Beiträgen glaube ich, dass es sich hier um
ein Thema handelt, das alle interessiert.
Worum geht es? Wir Modellbahner - und damit meine ich jetzt wieder mal
alle vom Spielbahner bis zum NZ/PK - fürchten um die Zukunft unseres
Hobbies und sind daran interessiert, Nachwuchs zu fördern.
Die Vielseitigkeit der Diskussionsbeiträge zu diesem Thema - das immer
wieder neu hochkommt - zeigt m.E. wie schwierig es ist, hier eine
Lösung zu finden bzw. dass es nicht nur eine Lösung geben kann.
Letztenendes kristallisieren sich folgende grundsätzliche
Problemblöcke heraus:
Kosten: Viele beurteilen die Modellbahn als zu teuer.
Medien: Werbung und Berichte über Modelleisenbahn sind kaum oder gar
nicht zu finden, die Fachpublikationen erreichen nur die, die bereits
im Hobby aktiv sind. Bekannte Persönlichkeiten outen sich nicht mehr
als Modellbahner.
alternative Interessen/Angebote: Computerspiele und andere
Freizeitaktivitäten werden bevorzugt.
Image: Das Modellbahnhobby wird als Spielerei abgetan und hat ein
schlechtes Image.
Hersteller: Die Hersteller tun zu wenig für die Verbreitung.
Vorbild: Die schlechte Situation und das Image der echten Bahn machen
wenig Lust auf das Modell.
Streithansel: der Dauerzank zwischen Spiel- und Modellbahnern
verschreckt.
Für mich ist die Modelleisenbahn eines der vielfältigsten denkbaren
Hobbies: Sammeln, Handwerkliches Geschick (Basteln), Kreativität
(Gestaltung, Airbrush), Technik und Computer, Landschaftsbau usw
usw... es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Schwerpunkte, das Hobby
auszuüben. Interessant wäre in diesem Zusammenhang: viele Modellbahner
haben beschrieben, wie sie zur Modellbahn gekommen sind, aber
eigentlich niemand warum er jetzt Modellbahner ist... (jetzt bitte
nicht einfach sagen: weil es mir Spass macht).
Bei meinen Überlegungen zu Möglichkeiten der Nachwuchsförderung ist
mir etwas aufgefallen: Ist die Modelleisenbahn ein Thema, das für die
heutige Zeit zu viel Aktivität erfordert? Kann die heutige Generation
nur noch vor der Glotze oder dem Computer hocken und sich vom Jet in
die Mallediven oder vom Lift auf den Berg bringen lassen? Denn aktiv
muss man als Modellbahner schon sein...
Ein Problem noch, das ich in dieser Newsgroup sehe, ist dass wir als
sozusagen "organisierte Nichtorganisierte" nur wenig Druck nach aussen
ausüben können.
Trotzdem sollten wir über einen sachlichen und konstruktiven Dialog
nach Wegen suchen, unser Hobby zu vertreten und zu verbreiten.
Natürlich soll in dieser ng Frage und Antwort zu Modellbahnerproblemen
nicht zur Nebensächlichkeit verkommen!
Rupert Schreiber wrote:
> Eigentlich muessten wir (muessten wir?) auch Lego-Bahn-Spieler oder
> Playmobil-Bahn-Spieler zu unserem Nachwuchs zaehlen, also nicht nur jene
> mit der Startpackung von den *WMF* o.ae. Streng genommen - beim
> Schreiben dieser Zeilen faellt es mir wieder ein - lagen meine eigenen
> *modellbahnerischen* Anfaenge auch nicht bei Maerklin, sondern lange
> frueher bei einer Holzeisenbahn auf Holz-Rillenschienen, die man IMHO
> auch heute noch in aehnlicher Form kaufen kann.
Jaaah! Die legendäre Brio-Bahn! (Inzwischen auch reichlich
mit Plaste verunziert, leider, aber es gibt sie AFAIK immer
noch.)
MfG,
Erik.
--
Brio, Märklin, NEM, Elite-Gleis... Schritte auf dem Weg zu H0-pur ;-)))
>
>Jaaah! Die legendäre Brio-Bahn! (Inzwischen auch reichlich
>mit Plaste verunziert, leider, aber es gibt sie AFAIK immer
>noch.)
>
Nicht AFAIK, sondern definitiv! Aber auch bei der Holzbahn ist die
Welt nicht mehr heil: Es gibt ein fast identisches, aber etwas
preiswerteres Produkt von "Eichholz". Leider nur fast identisch, das
(nicht lachen!) Radsatz-Innenmaß stimmt nicht, und daher klemmen die
Wagen auf fremden Weichen. Und die Schienen beider Systeme lassen sich
auch nur mit Kraftaufwand zusammenstecken, weil die
Zapfen-Loch-Abmessungen gerade ein bisschen abweichen ... Kommt Euch
das nicht bekannt vor?
>
>Brio, Märklin, NEM, Elite-Gleis... Schritte auf dem Weg zu H0-pur ;-)))
Da fehlt noch LEGO-Duplo, LEGO und RP25 ... Kommt Märklin vor oder
nach LEGO ? :-)
> (...)
>Kosten: Viele beurteilen die Modellbahn als zu teuer.
Hängt ganz davon ab, wieviel Material man im Monat kaufen muß. Nach
einer gewissen Erstausstattung kann der Etat reduziert werden, ohne
daß das Hobby darunter leiden muß
>Medien: Werbung und Berichte über Modelleisenbahn sind kaum oder gar
>nicht zu finden, die Fachpublikationen erreichen nur die, die bereits
>im Hobby aktiv sind. Bekannte Persönlichkeiten outen sich nicht mehr
>als Modellbahner.
>alternative Interessen/Angebote: Computerspiele und andere
>Freizeitaktivitäten werden bevorzugt.
>Image: Das Modellbahnhobby wird als Spielerei abgetan und hat ein
>schlechtes Image.
Kann ich nur wiedersprechen! ich kümmere mich um EDV-Projekte und habe
oft mit den Geschäftsführern und IT-Leitern der Kundenunternehmen zu
tun. Also Leute, bei denen man statusorientierte Hobbies erwarten
würde. Irrtum, etwa jeder 4. ist ein aktiver oder (mangels Zeit)
passiver Spiel/Modellbahner. Schlechtes Image?
>Hersteller: Die Hersteller tun zu wenig für die Verbreitung.
>Vorbild: Die schlechte Situation und das Image der echten Bahn machen
>wenig Lust auf das Modell.
Das mag sein. Ich fahre jeden Tag mit der Ep.V-Bahn, trotzdem spiele
ich abends noch. Aber es stimmt schon, Ludewig ist ein "Schmerz am
Gesäß".
>Streithansel: der Dauerzank zwischen Spiel- und Modellbahnern
>verschreckt.
Jemand, der im Internet auf diese kleine Gemeinde ("community")
gestoßen ist, wird sich davon doch nicht ernsthaft vom Hobby abhalten
lassen. Ich glaube, Du überschätzt die Wichtigkeit und den Einfluß
dieser news group.
> (...)
>Bei meinen Überlegungen zu Möglichkeiten der Nachwuchsförderung ist
>mir etwas aufgefallen: Ist die Modelleisenbahn ein Thema, das für die
>heutige Zeit zu viel Aktivität erfordert? Kann die heutige Generation
>nur noch vor der Glotze oder dem Computer hocken und sich vom Jet in
>die Mallediven oder vom Lift auf den Berg bringen lassen? Denn aktiv
>muss man als Modellbahner schon sein...
> (...)
Ich denke, daß Du damit den Nagel auf den Kopf getroffen hast. Auch
innerhalb der Modellbahnerei ist Selbermachen selten geworden. Ganz
früher wimmelte z.B. die MIBA von Selbstbau- und
Verbesserungsvorschlägen. Mitte der Achtziger gab es fast nur noch
Neuheitenpräsentationen. Glücklicherweise geht dieser Trend wieder
zurück.
Hingegen bezweifle ich, daß nur die "heutige Generation" (welche:
meine, die meiner Eltern, die meiner Kinder?) passiver geworden ist.
Sich aufraffen und selber machen ist nicht mehr so gefragt. Und genau
da liegt m.M. der Reiz des Hobbies. Ob Dekoder-, Gebäude- oder
Weichenselbstbau oder andere individuelle Veränderungen - wo sonst
kann man noch machen was man will?
Frank Forsten wrote:
> On Wed, 23 Jun 1999 12:12:41 +0200, Erik Meltzer <er...@gmx.de> wrote:
> >Jaaah! Die legendäre Brio-Bahn! (Inzwischen auch reichlich
> >mit Plaste verunziert, leider, aber es gibt sie AFAIK immer
> >noch.)
> Nicht AFAIK, sondern definitiv! Aber auch bei der Holzbahn ist die
> Welt nicht mehr heil: Es gibt ein fast identisches, aber etwas
> preiswerteres Produkt von "Eichholz". Leider nur fast identisch, das
> (nicht lachen!) Radsatz-Innenmaß stimmt nicht, und daher klemmen die
> Wagen auf fremden Weichen. Und die Schienen beider Systeme lassen sich
> auch nur mit Kraftaufwand zusammenstecken, weil die
> Zapfen-Loch-Abmessungen gerade ein bisschen abweichen ... Kommt Euch
> das nicht bekannt vor?
:-) bzw. eigentlich :-(, aber nett geschrieben...
Aber die Brio-Produkte selbst mit Plasterädern etc. sind ja ohnehin
nicht mehr das Wahre. Hier bin ich Traditionalist! (Muß unbedingt
mal die alten Dinger von Vadderns Dachboden kramen... :-)
> >Brio, Märklin, NEM, Elite-Gleis... Schritte auf dem Weg zu H0-pur ;-)))
> Da fehlt noch LEGO-Duplo, LEGO und RP25 ... Kommt Märklin vor oder
> nach LEGO ? :-)
Das sind glaubich nicht aufeinanderfolgende Schritte, sondern
alternative Routen. :-) Weggelassen hab ich, was ich selber nicht
hatte. Meine Schritte also, hätte aber nicht mehr in die Zeile gepaßt.
MfG,
Erik.
--
"Everybody loves the sound of a train in the distance."
-- Paul Simon, "Train in the Distance"
Frank Forsten wrote:
> On Wed, 23 Jun 1999 06:58:28 GMT, webm...@msc-software.de (Peter
> Popp ) wrote:
> > (...)
> Kosten: Viele beurteilen die Modellbahn als zu teuer.
> Hängt ganz davon ab, wieviel Material man im Monat kaufen muß. Nach
> einer gewissen Erstausstattung kann der Etat reduziert werden, ohne
> daß das Hobby darunter leiden muß
> [...]
> >Image: Das Modellbahnhobby wird als Spielerei abgetan und hat ein
> >schlechtes Image.
>
> Kann ich nur wiedersprechen! ich kümmere mich um EDV-Projekte und habe
> oft mit den Geschäftsführern und IT-Leitern der Kundenunternehmen zu
> tun. Also Leute, bei denen man statusorientierte Hobbies erwarten
> würde. Irrtum, etwa jeder 4. ist ein aktiver oder (mangels Zeit)
> passiver Spiel/Modellbahner. Schlechtes Image?
ABER:Wie schaut´s mit dem Image AUSSERHALB der IT-Branche aus? ;-) Haben
IT-Leute nicht auch ein schlachtes Image, also der sozial abgekapselte
Computerfreak, der sich abends auch noch mit seiner Modellbahn
beschaeftigt? In meinen eigenen Untersuchungen (bin Psychologe) zeigte
sich uebrigends auch, dass math.-nat. begabte Jugendliche eher weniger
Wert auf soziale Aktivitaeten legten! :-( oder ;-) ?
> >Hersteller: Die Hersteller tun zu wenig für die Verbreitung.
> >Vorbild: Die schlechte Situation und das Image der echten Bahn machen
> >wenig Lust auf das Modell.
>
> Das mag sein. Ich fahre jeden Tag mit der Ep.V-Bahn, trotzdem spiele
> ich abends noch. Aber es stimmt schon, Ludewig ist ein "Schmerz am
> Gesäß".
Glaub ich weniger, da sich viele ja mit vergangenen Epochen beschaeftigen
und ausserdem das Image von Autos (Stau auf der Autobahn oder in der
Ringstraße) und Flugzeugen (wie war das in Muenchen: 35 Prozent der Fluege
verspaetet) von den Erfahrungen der Leute her auch nicht besser sein
duerfte. Derezit aergere ich mich ueber die Bahn mehr als ueber andere
Verkehrsmittel (eben weil ich viel mit der Bahn fahre).
> >Streithansel: der Dauerzank zwischen Spiel- und Modellbahnern
> >verschreckt.
>
> Jemand, der im Internet auf diese kleine Gemeinde ("community")
> gestoßen ist, wird sich davon doch nicht ernsthaft vom Hobby abhalten
> lassen. Ich glaube, Du überschätzt die Wichtigkeit und den Einfluß
> dieser news group.
Denke ich auch,
> > (...)
> >Bei meinen Überlegungen zu Möglichkeiten der Nachwuchsförderung ist
> >mir etwas aufgefallen: Ist die Modelleisenbahn ein Thema, das für die
> >heutige Zeit zu viel Aktivität erfordert? Kann die heutige Generation
> >nur noch vor der Glotze oder dem Computer hocken und sich vom Jet in
> >die Mallediven oder vom Lift auf den Berg bringen lassen? Denn aktiv
> >muss man als Modellbahner schon sein...
> > (...)
>
> Ich denke, daß Du damit den Nagel auf den Kopf getroffen hast. Auch
> innerhalb der Modellbahnerei ist Selbermachen selten geworden. Ganz
> früher wimmelte z.B. die MIBA von Selbstbau- und
> Verbesserungsvorschlägen. Mitte der Achtziger gab es fast nur noch
> Neuheitenpräsentationen. Glücklicherweise geht dieser Trend wieder
> zurück.
> Hingegen bezweifle ich, daß nur die "heutige Generation" (welche:
> meine, die meiner Eltern, die meiner Kinder?) passiver geworden ist.
> Sich aufraffen und selber machen ist nicht mehr so gefragt. Und genau
> da liegt m.M. der Reiz des Hobbies. Ob Dekoder-, Gebäude- oder
> Weichenselbstbau oder andere individuelle Veränderungen - wo sonst
> kann man noch machen was man will?
Ích glaube, das ist es nicht allein. Was die Modelleisenbahn nicht so
recht in die Zeit passen laesst ist
a) das niedrige Tempo, mit dem sich alles entwickelt. Jetzt plane ich
schon ueber ein Jahr an meiner zukuenftigen Anlage herum, habe
verschiedenes erwogen, wieder verworfen, Fingeruebungen gemacht, habe es
bis jetzt aber nur zu einem Mini-Diorama (ca. 8 x 15 cm, Bierwagen vor
einer Laderampe, also eine bessere Praesentationsbox) und zum Umbau eines
Gueterwagens gebracht. Die Langsamkeit ist halt doch noch nicht entdeck
worden. ;-)
Fertige Bausaetze, Baeume etc. beschleunigen natuerlich auch, erhoehen das
Tempo. Ist halt wie mit Junk-Food (Tiefkuehlkost, Fertigpizza etc.), wo
wird noch taeglich aus frischen Zutaten gekocht?... Von Kreativität (z.B.
Baeume aus Bimsstein bauen) wird zwar viel geredet, sie ist aber wenig
gefragt, bei der Modelleisenbahn sehen darueber hinaus Bimssteinbaeume
auch in den Augen anderer ModellbahnerInnen wohl eher weniger gut aus.;-)
b) Beschaeftigung mit der Modellbahn hat in der Vorstellung von Herrn und
Frau Jedermann keine "positiven" Effekte: Man staehlt seine Gesundheit
nicht - im Gegensatz zu Drachenfliegen, Skaten, Bungy-Jumping etc. ;-) -,
man tut nichts fuer die Gesellschaft oder deren Unterhaltung
(Jugendgruppen, Theatervereine etc., Arbeit in Parteien), das Hobby ist
"nicht von dieser Welt",
c) Modellbahner gelten als ein bischen verschroben, vielleicht
liebenswert, aber verschroben.
d) es braucht nicht nur Geld, sondern auch Platz!
Na ja, und so weiter
Gruesse aus Muenchen
Christoph
> (...)
>> Kann ich nur wiedersprechen! ich kümmere mich um EDV-Projekte und habe
>> oft mit den Geschäftsführern und IT-Leitern der Kundenunternehmen zu
>> tun. Also Leute, bei denen man statusorientierte Hobbies erwarten
>> würde. Irrtum, etwa jeder 4. ist ein aktiver oder (mangels Zeit)
>> passiver Spiel/Modellbahner. Schlechtes Image?
>
>ABER:Wie schaut´s mit dem Image AUSSERHALB der IT-Branche aus? ;-) Haben
>IT-Leute nicht auch ein schlachtes Image, also der sozial abgekapselte
>Computerfreak, der sich abends auch noch mit seiner Modellbahn
>beschaeftigt? In meinen eigenen Untersuchungen (bin Psychologe) zeigte
>sich uebrigends auch, dass math.-nat. begabte Jugendliche eher weniger
>Wert auf soziale Aktivitaeten legten! :-( oder ;-) ?
> (...)
Nee, nee. Du denkst an die Matheschüler mit ausgebeulten Kordhosen und
Karhemden, die immer einen Taschenrechner in der Brusttasche tragen?
Die sitzen in der IT-Branche im Programmierer-Keller, die
Führungsetage ist dort meist mit BWLer bevölkert, bei unseren Kunden
("normale Firmen") sowieso. Und diese Leute legen sehr viel Wert aufs
Image (Kleidung, Auto, Manager-Accessoires ... :-) ... weshalb ich bei
diesen Gelegenheiten immer den ungeliebten Strick um den Hals binden
muß ...
for...@tic.thyssen.com (Frank Forsten) writes:
> Ich denke, daß Du damit den Nagel auf den Kopf getroffen hast. Auch
> innerhalb der Modellbahnerei ist Selbermachen selten geworden. Ganz
> früher wimmelte z.B. die MIBA von Selbstbau- und
> Verbesserungsvorschlägen. Mitte der Achtziger gab es fast nur noch
> Neuheitenpräsentationen. Glücklicherweise geht dieser Trend wieder
> zurück.
Vielleicht hat dieser Effekt auch damit zu tun, dass die Modelle
heutzutage einfach besser sind als Ende der 70er Jahre. Sieht man sich
z.B. Großserienlokmodelle in H0 an, gehen viele von denen doch
mittlerweile weit über das hinaus, was man vor 20 Jahren in Kleinserie
zu hoffen nicht wagte. Das betrifft sowohl Auswahl (die Loks die dem
einen oder anderen wirklich fehlen auf seiner Anlage lassen sich doch
heute fast an einer Hand abzählen), wie Aussehen wie
Fahreigenschaften.
Mit freundlichen Gruessen
Udo.
--
===========================================================================
Udo Kappel Tel. : 0231 / 755-3033
Universität Dortmund Fax : 0231 / 755-5981
Arbeitsgebiet Theorie der EMV
44221 Dortmund Mailto : u...@tem.e-technik.uni-dortmund.de
===========================================================================
> In meinen eigenen Untersuchungen (bin Psychologe) zeigte
> sich uebrigends auch, dass math.-nat. begabte Jugendliche eher weniger
> Wert auf soziale Aktivitaeten legten! :-( oder ;-) ?
Eine erstaunliche Erfahrung an der Uni Dortmund: Die Wahlbeteiligung
bei Studentenparlamentswahlen o.ä. liegt in den Fachbereichen der
Ingenieurswissenschaften regelmäßig höher als bei denen der
Geisteswissenschaften. Oder ist Wählen keine soziale Aktivität im
psychologischen Sinne?
Vielleicht sind in Dortmund ja auch nur die math.-nat.
_interessierten_ und nicht die _begabten_ versammelt. :-)
Hallo Modellbahner aller Systeme
Ich habe fast den Eindruck, daß sich hier eine Hochwissenschaftliche
Gesellschaft Gehör verschaffen will. Es geht doch ganz einfach nur darum, wie man
Kinder und Jugendliche an das Hobby Modelleisenbahn heranführen kann. Da ist es
doch vollkommen egal ob math.-nat. begabte Jugendliche eher weniger Wert auf
soziale Aktivitaeten legen oder nicht. Es geht um die breite Masse der Otto
Normalverbraucher und nicht um einen kleinen hochspezialisierten Elitekreis.
Fakt ist, das Modellbau / Modellbahn ein schlechtes Image haben. Bei den Medien
ist er gleichbedeutend mit Kinderspielzeug und das bringt keine Einschaltquoten.
Diese Aussagen habe ich schriftlich von fast allen privaten Fernsehsendern
vorliegen. Bei ARD + ZDF hat man für solche Sendungen auf der Bildungsschiene
keinen Bedarf, auch das habe ich schriftlich. Also wie kann man die Kids
erreichen ?? Außerdem müssen wir uns darüber im klaren sein, daß Kinder weder in
Epochen noch nach Plandienst fahren möchten, also ist Modellbahn auch keine
langwierige Sache. Sie möchten ganz einfach und für einige unverständlich ihre
Loks auf den Schienen flitzen sehen. Aber haben wir so nicht alle einmal
angefangen ??
Es ist ein Hobby, das in diesem Land zwar Verbreitung, aber nicht
unbedingt Akzeptanz findet. Es möge ein jede(r) sich die Freude
machen, einmal nach England zu fahren und dortige Modellbahner
aufzusuchen (selten habe ich selbstbewußtere Modellbahner erlebt) oder
auch mit ihnen auf Ausstellungen (Dortmund, München, Köln, Sinsheim)
zu sprechen oder sie nur einfach zu beobachten.
Auch ihre Ausrichtung und Philosophie ist vielschichtig und artet
manchmal in heftige Diskussionen aus.
Vielleicht sollte man(n) sich einmal informieren, wie dort die
Nachwuchsarbeit aussieht?
Hier in der NG ist sie wohl eher schlaff. Ich erinnere, daß kürzlich
ein Lehrer hier um Unterstützung für den Aufbau einer Anlage durch ein
AG bat und mit dem schlichten Hinweis auf die Hersteller abgefunden
wurde. Ich habe mich inzwischen ein bisschen schlau gemacht. Ein
offenbar sehr bekanntes Projekt ist die Anlage der AG des Internates
in Eutin. Und dann natürlich die Wuppermodule. Es gibt bestimmt noch
mehr.
Wer aus dieser NG wirkt denn dabei mit ?
Gruß
Will
Um weiter dabeizubleiben, wird dann von nur wenigen, die irgendwann mit dem
"Eisenbahnvirus" in Kontakt gekommen sind, ein neuer Weg eingeschlagen:
Fruchtbare Betaetigungsfelder bieten die Beschaeftigung mit
Vorbild-Eisenbahntechnik, Eisenbahngeschichte, Fahrzeug-/Landschaftsbau
sowie technologische Loesungen fuer alle moeglichen Anwendungsfaelle (wie
z.B. die Digitalsteuerung in allen Geschmacksrichtungen). Das sind aber
alles Bereiche, die den Willen zur "ernsthaften" Beschaeftigung mit der
Materie erfordern, was den meisten Jugendlichen aber mit der Zeit abhanden
kommt und andere Betaetigungsfelder gesucht werden. Aus eigener Erfahrung
weiss ich, wie wichtig es ist, denjenigen Jugendlichen, die ernsthaft weiter
an Modellbahn interessiert sind, auch genuegend Moeglichkeiten zu bieten, an
Information zu gelangen und ihr Potential entsprechend zu foerdern (sowas
geht!).
Leider sind da die Grosshersteller keine grosse Hilfe, eigentlich muesste in
jedem Modellkatalog zumindest eine Literaturliste drin sein, die dazu
animiert, sich tiefer mit der Materie auseinanderzusetzen. Der
"Informationsmangel", zu beobachten bei diversen oeffentlichen
Veranstaltungen unseres Modulclubs, ist da ein Problem: Die Besucher wissen
oft die erstaunlichsten Einzelheiten ueber das Sortiment von
Grossherstellern, haben aber von den elementarsten Methoden, eine Eisenbahn
fernab des Teppichovals aufzubauen, nicht gerade viel Ahnung. Und solange
diese elementarsten Informationen nicht "rueberkommen", wird die
Fahrzeugsammlung eine solche bleiben und die Fahrzeuge niemals ueber eine
schoene Anlage rollen.
Etwas Werbung ist hier angebracht: Wenn man Information ueber lustige und
auch interessante Beschaeftigung mit der Modellbahn sucht, ist sie sehr wohl
zu finden, im Usenet, WWW (http://www.der-moba.de, eine unter vielen) und im
Buchhandel. Nur man muss sie halt nicht nur finden, sondern auch beherzigen!
Bitte mich nicht falsch zu verstehen, aber eine Langzeitmotivation wird wohl
bei den allermeisten nicht so recht aufkommen wollen, solange nicht
genuegend Information vorliegt, wie und mit welchen Mitteln eine schoene
Anlage aufzubauen ist. Und wenn schon viele erwachsene Modellbahner dieses
Wissen nicht besitzen, wird es an Jugendliche erst recht schwer zu
vermitteln sein.
Es gibt einige recht ermutigende Ansaetze dazu, hin und wieder wurden
Projekte vom Werkunterricht vorgestellt, wo jeder Interessierte ein "Stueck"
Anlage bauen koennte. Und wenn man ein Stueck zusammenkriegt, dann geht das
auch eine Dimension groesser; so stelle ich mir Motivation vor. Umgekehrt
ist es oft schwieriger: Wenn der "Happen" Anlage zu gross ist, verschluckt
man sich leicht daran (meine mit 14 Lenzen gebaute Anlage kam (gottseidank)
ueber eine Platte, ein paar aufgepickte Gleise und ein paar Styroportruemmer
nicht hinaus).
Die Vorbilder fehlen! Eine tolle, grosse Clubanlage ist nichts fuer einen
Anfaenger, die Alternative Modulbau/Diorama ist aber leider zu selten sehen,
auch wenn sich das in der letzten Zeit zu aendern beginnt.
Gruesse
Guenter
Will Berghoff schrieb:
> Es ist ein Hobby, das in diesem Land zwar Verbreitung, aber nicht
> unbedingt Akzeptanz findet. Es möge ein jede(r) sich die Freude
> machen, einmal nach England zu fahren und dortige Modellbahner
> aufzusuchen (selten habe ich selbstbewußtere Modellbahner erlebt) oder
> auch mit ihnen auf Ausstellungen (Dortmund, München, Köln, Sinsheim)
> zu sprechen oder sie nur einfach zu beobachten.
Ja, da kann man sehr schoene Dinge sehen :-)
Endlich mal nicht den hierzulande meistens ueblichen Plastiksch*** von den
einschlaegigen Firmen, wo ein Haus kitschiger und plastikglaenzender als das
andere ist. So ist es doch leider bei vielen Anlagen.
Das so etwas dann natuerlich gleich in die Richtung Spielzeug
und eben nicht Modellbau einsortiert wird, muss einen nicht wundern.
> Hier in der NG ist sie wohl eher schlaff. Ich erinnere, daß kürzlich
> ein Lehrer hier um Unterstützung für den Aufbau einer Anlage durch ein
> AG bat und mit dem schlichten Hinweis auf die Hersteller abgefunden
> wurde.
Toller Hinweis :-(
> Ich habe mich inzwischen ein bisschen schlau gemacht. Ein
> offenbar sehr bekanntes Projekt ist die Anlage der AG des Internates
> in Eutin. Und dann natürlich die Wuppermodule. Es gibt bestimmt noch
> mehr.
http://www.crefeld.de/KEG.htm
Das ist die Eisenbahn-AG der freien Waldorfschule Krefeld.
In Syke gibt es auch noch eine Modellbahn-AG. Davon hatten wir beim FREMO
schon haeufiger Module und natuerlich auch die Jugendlichen dabei.
In Lingen gibt es an einer Schule ebenfalls eine Modellbahn-AG,
die Module baut. Derzeit entstehen dort zwei Bahnhoefe und einiges an Strecke.
Ich denke, dass es bestimmt noch mehr Projekte gibt.
Sinnvoll waere es, wenn die beiden Modellbahnverbaende BDEF und Moba sich mal
um dieses Thema kuemmern wuerden, aber irgednwie habe ich da keine grosse
Hoffnung, wenn ich mir auf den Messen immer wieder die Rentnerclubs auf deren
Messestaenden anschaue.
Armin
--
http://www.muenster.de/~amuehl (Muehl privat)
http://home.t-online.de/home/muehl.armin/mfm.htm
(Muensterlaendisches Feldbahnmuseum e.V.)
Leider nein. Ich habe davon auch nur anläßlich der Messesendung von
"Eisenbahnromatik" gehört, in der ja kurz dieses Thema angesprochen
wurde. Und in einem FAZ-Artikel dazu war der Verband m.W. auch nur
kurz erwähnt, ohne weitere Daten. Leider habe ich diesen Artikel nicht
aufgehoben :-(
>Ich versuche schon seit einigen Jahren den Modellbau / Bahn in die Medien zu
>bekommen aber leider ohne Erfolg. Die privaten Fernsehsender sagen
>übereinstimmend, daß mit "Kinderspielzeug" keine Einschaltquoten zu erreichen
>sind und die öffentlich rechtlichen sagen, daß auf der "Bildungsschiene" kein
>Bedarf wäre. Als ob man da noch nichts von Hobby und Freizeitspaß gehört hat.
Erstaunlich. Dann können wir ja dankbar sein, daß es überhaupt die
"Eisenbahnromatik" gibt.
Dr.K.
---------------------------------------------------
--
RA Dr. M. Michael Koenig
>
>Hallo Modellbahner aller Systeme
^--hier fehlt das VEREINIGT EUCH! ;-)
Ossi-Grischan
> (...)
>Hallo Modellbahner aller Systeme
>
>
>Ich habe fast den Eindruck, daß sich hier eine Hochwissenschaftliche
>Gesellschaft Gehör verschaffen will.
> (...)
Oh je, die OT-Polizei ist wieder unterwegs ... für den Schutz der
Bandbreite und anderer bedrohter Arten ...
>
>Erstaunlich. Dann können wir ja dankbar sein, daß es überhaupt die
>"Eisenbahnromatik" gibt.
Hallo Herr Dr. K.
Wir können wirklich froh sein daß es die Sendung Eisenbahnromantik gibt. Nur
wird hier, von (zu)wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, über daß Vorbild berichtet.
Das reicht aber nicht um den Nachwuchs auf die Möglichkeiten einer Modellbahn
aufmerksam zu machen. Wir brauchen daher etwas was sich rein mit Modellbau /
Modellbahn beschäftigt.
Ich habe die Medien auch nicht angeschrieben ohne ein Konzept zu haben. Es wäre
sogar möglich gewesen Beiträge fast fertig beim Fernsehen abzugeben. Anfragen von
Zuschauern wären nach meinem Konzept an die Dachverbände weitergeleitet worden,
so daß es auch nur einer kleinen Redaktion bedurft hätte, aber wie gesagt es
kamen sofort nur Absagen mit der Begründung: Modellbau = Kinderspielzeug = keine
Einschaltquoten.
Hmmm, wuerde es nicht genuegen, DEN richtigen Ansprechpartner zu finden?
Waere nicht z.B. Hagen von Ortloff einer, der im Rahmen von
Eisenbahnromantik einen regelmaessigen Schwerpunkt Modellbahn setzen koennte?
Evtl. 4 Sondersendungen im Jahr 'Modellbahnromantik'? Wenn die Einschaltquoten
stimmen, koennte daraus mehr werden.
Torsten
--
---------------------------------------------------------------------
| Torsten Vogt - Lehrstuhl Praktische Informatik I,Uni Mannheim |
| Diplom-Wirtschaftsinformatiker |
| email: vo...@pi1.informatik.uni-mannheim.de |
| WWW : http://pi1.informatik.uni-mannheim.de/~vogt |
habe ich versucht, bin aber immer von der Redaktion abgeschmettert worden und
konnte ihm dadurch meine Ideen nicht mitteilen.
>Diese Diskussion startet in halbjährlicher Folge und geht jedesmal wie
>das Hornberger Schießen aus.
1. zeigt dass es ein Thema ist dass allen am Herzen liegt, 2. ist das
traurige daran...
>Es ist ein Hobby, das in diesem Land zwar Verbreitung, aber nicht
>unbedingt Akzeptanz findet. Es möge ein jede(r) sich die Freude
>machen, einmal nach England zu fahren und dortige Modellbahner
>aufzusuchen ....
>Vielleicht sollte man(n) sich einmal informieren, wie dort die
>Nachwuchsarbeit aussieht?
Das ist schon die Frage, ob es ein "landesspezifisches" Problem ist.
Speziell England ist ja auch ein Land, wo "Spinner" in allen
Ausrichtungen eher beklatscht als belächelt werden... Wobei Spinner
jetzt nicht negativ gemeint ist. In diesem Zusammenhang fällt mir auch
ein Artikel im eisenbahnmagazin (?) ein über finnische
Modelleisenbahner, die unter dem Problem leiden dass es fast nichts
fertiges für finnische Vorbilder gibt und das meiste selbst gebastelt
werden muss. Gibt es bei uns vielleicht zuviel?
>Hier in der NG ist sie wohl eher schlaff. Ich erinnere, daß kürzlich
>ein Lehrer hier um Unterstützung für den Aufbau einer Anlage durch ein
>AG bat und mit dem schlichten Hinweis auf die Hersteller abgefunden
>wurde. ...
>Wer aus dieser NG wirkt denn dabei mit ?
Ich erinnere mich nicht an die Anfrage .... Allerdings ist sowas auch
erstens ein geografisches Problem, ich wohne hier in der Nähe von
München und könnte also kaum jemandem in Wuppertal oder so helfen...
ausserdem noch etwas anderes m.E. schwerwiegenderes:
Es gibt die organisierten Modellbahner die an Vereinsanlagen tüfteln,
andererseits die (zu denen gehöre ich) denen jegliche Vereinsmeierei
ein Graus ist und still und heimlich an ihrer eigenen Kelleranlage
basteln. Zu solchen Schulanlagen sollten Vereine eigentlich die
richtigen Ansprechpartner sein .. aber die sind oft so auf sich selbst
fixiert, dass es da auch schwierig wird.
>Ich habe fast den Eindruck, daß sich hier eine Hochwissenschaftliche
>Gesellschaft Gehör verschaffen will. Es geht doch ganz einfach nur darum, wie man
>Kinder und Jugendliche an das Hobby Modelleisenbahn heranführen kann.
> ( .... )
> Es geht um die breite Masse der Otto
>Normalverbraucher und nicht um einen kleinen hochspezialisierten Elitekreis.
Du brauchst Kindern und Jugendlichen nicht einzutrichtern, was es an
Spielmöglichkeiten gibt. Sie kennen sich diesbezüglich besser aus als
Du. Daß heute weniger als in früheren Zeiten nach einer Modellbahn
schielen, hat mit zwei Ursachen zu tun: Einmal ist die Modellbahn
nicht mehr wie ehedem einziges Technik-Spielzeug, anderseits hat ihr
großes Vorbild heute nicht mehr die gleiche Bedeutung wie früher.
>Fakt ist, das Modellbau / Modellbahn ein schlechtes Image haben. Bei den Medien
>ist er gleichbedeutend mit Kinderspielzeug und das bringt keine Einschaltquoten.
>Diese Aussagen habe ich schriftlich von fast allen privaten Fernsehsendern
>vorliegen. Bei ARD + ZDF hat man für solche Sendungen auf der Bildungsschiene
>keinen Bedarf, auch das habe ich schriftlich.
Fernsehen ist das flüchtigste aller Medien. Was erhoffst Du davon? Daß
es die Modellbahn gibt, mußt Du nicht zeigen. Die Leute wissen es.
Wenn sie trotzdem nicht in Scharen zu diesem Hobby überlaufen, muß es
wohl irgendwelche Gründe dafür geben. Was hindert Dich, dies
einzusehen?
> Außerdem müssen wir uns darüber im klaren sein, daß Kinder weder in
>Epochen noch nach Plandienst fahren möchten, also ist Modellbahn auch keine
>langwierige Sache. Sie möchten ganz einfach und für einige unverständlich ihre
>Loks auf den Schienen flitzen sehen. Aber haben wir so nicht alle einmal
>angefangen ??
Freilich. Einige sind bis heute nicht weiter gekommen.
Schau Dir das Publikum einer Modellbahnmesse oder ähnlicher
Veranstaltung an: meist ältere Semester, wie ja auch hier in der NG.
Glaubst Du ernsthaft, diese ja offenbar ernsthaften Interessenten mit
Rasselbahn-Motiven gewinnen zu können?
Freundliche Grüße
Rainer Finke
> (...)
>Schau Dir das Publikum einer Modellbahnmesse oder ähnlicher
>Veranstaltung an: meist ältere Semester, wie ja auch hier in der NG.
>Glaubst Du ernsthaft, diese ja offenbar ernsthaften Interessenten mit
>Rasselbahn-Motiven gewinnen zu können?
> (...)
- Intermodellbau in Dortmund: Alle Generationen vertreten (wenn man
vom BDEF und MOBA-Stand absieht, da sah es eher wie beim IOC aus)
- Modellbahnausstellung der IGM Kaarst: Ein paar Besucher aus dem
CdaS, der Rest gleichmäßig zwischen Schüler und jungem Familienvater
verteilt
- Museumstage in Bochum-Dahlhausen: Ein buntes Gemisch aus Rentnern,
Hard-Core-Eisenbahnfans unbestimmbaren Alters sowie sehr viele
Familien mit großen und kleinen Kindern
Das Interesse an (Modell)-Eisenbahnen ist offensichtlich da. Und ich
bezweifle sehr, (diesmal pro AC!) daß der Grad der Maßstäblichkeit und
Detaillierung große Auswirkung auf den "me-too"-Effekt hat!
darf ich da einhaken?
hast du eventuell adressen in und rund um london von modellbahn/bahn museen,
shops etc.?
(letztes jahr habe ich selber in london gesucht, hatte aber schon probleme
einschlägige fachzeitungen zu finden ...)
danke und
lg oliver
>Das Interesse an (Modell)-Eisenbahnen ist offensichtlich da. Und ich
>bezweifle sehr, (diesmal pro AC!) daß der Grad der Maßstäblichkeit und
>Detaillierung große Auswirkung auf den "me-too"-Effekt hat!
Das ist leider ein weiterer Punkt: Typischer Dialog zwischen
bewunderndernden Besuchern und Ausstellungsmanschaft bei unseren
Modultreffen:
"Ist das Maerklin oder Kleinbahn?" (Anmerkung: wir fahren 2L-DC aller
Marken)
Spricht man ihn darauf an, wie ihm das Ganze gefaellt und was der Besucher
selbst so baut:
"Ja, das gefaellt mir alles sehr gut, aber nein, sowas wuerde ich mir selbst
*niiiemals* zutrauen!"
Fragt mann dann weiter, was er selbst so plant und baut:
"Ja, zweigleisige Hauptbahn mit Nebenbahn auf 3m^2!"
Dass mit einem solchen Informationsstand die eigene Anlage ein Fiasko wird,
ist so gut wie vorprogrammiert. Der Wille, sich selbst zu informieren, ist
anscheinend einfach nicht so gegeben. Und eine schoene Modulanlage schreckt
anscheinend so manchen ob des erwarteten Aufwands ab, anstatt ihn
anzuspornen, etwas aehnliches zumindest zu versuchen. Merkwuerdig, nicht?
Guenter
> bekommen oder wie sich eine Bahnstrecke in die Landschaft einfügt?
> Ich denke, da liegt der Hase im Pfeffer, oder?
und schon gar, wenn diverse neubaustrecken teils im tunnel, oder in
einschnitten laufen, bzw. werden lärmschutzwände aufgestellt.
für die reine fortbewegung ist das sicher ok (gibts was schnelleres als die
u-bahn in der stadt? aber wer würde schon eine reine
u-bahn-modell-anlage bauen?), für das "einfügen der bahnstrecke in die
landschaft" imho nicht (wennst aus dem fenster schaust
ist es entweder dunkel, oder du siehst eine wand ...). und kinder die mit
dem auto neben der bahn herfahren um dieser zuzusehen
sind eher selten bis gar nicht anzutreffen ...
lg
oliver
>Der Aufbau einer und das Spiel mit einer Modellbahn ist wie jedes Spiel
>gerade bei Kindern das Nachempfinden der Realität.
Das halte ich fuer einen Irrtum: gerade die vielen computerspiele sind
ein krasses Beispiel für Realitätsflucht! anscheinend ist das ein
grund für die Verbreitung !?
>Leider ist es um die
>Realität nicht besonders gut bestellt ... man fährt Auto. Wie soll bei
>Kindern (und das sind ja potentielle Modellbahner von morgen) da
>Interesse aufkeimen? Wie sollen sie ein Gefühl für die Masse eines Zuges
>bekommen oder wie sich eine Bahnstrecke in die Landschaft einfügt?
Dem möchte ich zustimmen...
Bei dieser Gelegenheit treibe ich etwas Selbsterkundung: Warum spiele
(ja, ich spiele!) ICH mit der Modelleisenbahn? Unter anderem weil ich
fasziniert von der (vor)Alpenlandschaft bin und den technischen
Leistungen, die die Erbauer der Gebirgsbahnen geleistet haben. Dass
ich bei geschäflichen Terminen möglichst die Bahn nutze, resultiert zu
mindestens 50% aus meiner Modellbahnliebe... Ich kann mich zwar noch
an die Zeiten erinnern, als auf unserer Hausstrecke (Jetzt münchner
S-bahn-Bereich) erst Dampfloks, dann V100 und Schienenbusse fuhren,
aber meine jetzige Modellbahnliebe wurde eigentlich nur durch die
Sonderhefte zur Brennerbahn geweckt und die hat mich interessiert weil
unsere Flitterwochen vor 15 Jahren (mit dem Auto) nach Südtirol
führten...
Ich finde es faszinierend, Häuschen, Berge, Strassen, Flüsse udergl im
Modell nachzubilden und mir meine kleine Welt zu schaffen, und die
Modellbahn haucht dem Ganzen Leben ein... Aber wie kann man das
jemandem nahebringen, der mit einem schiessenden Rennboot auf dem
Computer rumrast?
Also m.E. ist das Problem, das es nicht nur ein Problem gibt....
>Ich denke, da liegt der Hase im Pfeffer, oder?
Hase im Pfeffer in H0: das wäre ein Motiv.... :-)
Ach ja, von wegen "Spielen": Das ist so ein Begriff... auf den ersten
Gedanken würde ich sagen eine Tätigkeit zum Spass ausf ühren im
Gegensatz zur Arbeit. Aber beim Fussballspieler wird das Spiel zur
Arbeit...
Shops sind merkwürdigerweise weniger brauchbar im Londoner Raum, aber
super an der Südküste (Arundel ist Pflichtbesuch !!!) oder in Wales.
Museen sind klar: Didcot(Oxon) und die großen Bahnhöfe Londons sind
auch sehenswert. Außerdem das London Transport Museum.
Im Großraum gibt es auch Museumbahnbetrieb (Kent/Sussex)
> (letztes jahr habe ich selber in london gesucht, hatte aber schon
probleme
> einschlägige fachzeitungen zu finden ...)
Nee, Fachzeitschriften finden kann doch nun wirklich nicht das Problem
sein, es sei denn, sie sind mal wieder zu spät oder ausverkauft. W H
Smith führt in der Innenstadt und den meisten kleineren Städten
rundherum eine Vollauswahl, besonders im Bahnhofsbuchhandel.
Gruß
Will
Ich denke, und ich bin da keine Ausnahme, daß bei unserem Hobby auch die
Kosten eine Riesenrolle spielen. In unsere Gesellschaft hat halt ein
Wertewandel unter den Jüngeren eingesetzt, wo Äußerlichkeiten wie Klamotten
und Turnschuhe mehr zählen als "innere" Werte. Deshalb ist für das Hobby
auch relativ wenig Geld da, und selbst ich, der ich mich nicht dazuzähle,
muß bei manchen Neuheiten schon tief durchatmen, wenn ich z.B. einen Waggon
kaufen möchte. Den Güterwagen für 10,-- gibt es halt nicht mehr (oder nur
noch selten). Einsteigermodelle hingegen sind häufig von der Optik oder dem
Fahrverhalten völlig inakzeptabel.
Ich weiß, früher hatten wir noch einen Kaiser ;o), aber wenn ich bedenke,
daß ich füher von meinem spärlichen Taschengeld die Anlage oder den
Fahrzeugpark erweitern konnte... heute können viele Jugendliche das nicht
mehr. Und dies ist auch mein persönlicher Vorwurf an die Firma Müllklin:
eine SPIELZEUGEISENBAHN, denn aufgrund des unkomplizierten
Mittelleitersystemes und der Stabilität gehr M*****n ja in diese Richtung,
sollte preislich nicht so hinlangen.
Wenn Ketten wie Toys-r-us, wenn das bekannteste Kieler
Spielwarenfachgeschäft oder auch viele kleineren Modellbaugeschäfte keine
Modellbahnen mehr führen und man nachfragt, warum, dann sagen alle, es lohne
nicht mehr, das Zeug sei zu teuer. Und ein mir bekannter Händler bietet
Messeneuheiten nur noch auf Vorbestellung an. Er hat die Nase voll davon,
daß Nietenzähler, die sich eigentlich ja über "ihre" Lok in z.B. Epoche III
freuen sollten, dann ein Revisionsdatum von 1955 bemängeln, wo doch alle
ihre Wagen 1962 angeschrieben haben.
Was außerdem abschreckt, sind die "Aufnahmerituale" vieler Eisenbahn- und
Modellbahnclubs. Anstatt zu "spielen", oder dabei zuzuschauen, müssen wie
bei der DB-Lokführerprüfung Signale gebüffelt werden, PS-Zahlen von
Vorbildloks, in einem Fall, von dem ich weiß, sogar die RAL-Farbtöne der
Bahn-bevor der Neueinsteiger und -interessierte überhaupt eine fahrende Lok
zu Gesichte bekommt. Kein Wunder, daß viele Clubs fast nur aus Rentnern (die
diese Rituale nicht mitmachen mußten, weil die sie sich nämlich ausgedacht
haben) bestehen.
Ich habe in Bezug auf solche Besserwisser-Nietenzählervereine so einen
Rochus, da hier Interessierte wirklich Anregungen suchen und auch bereit
sind mitzumachen, die dann nach solchen Erlebnissen sich frustriert abwenden
und keine Lust mehr auf dies Hobby haben, daß sich viele Eisenbahner (nicht
hier in der Newsgroup, hier sind fast alle hilfsbereit, kameradschaftlich
und kooperativ), statt auf die Medien zu zeigen, sich auch mal an die eigene
Nase fassen sollten, warum der Nachwuchs ausbleibt.
So, genug geschimpft. Das Hobby ist eigentlich viel zu schön, um sich so
aufzuregen. In diesem Sinne, TS
Da kann ich nur zustimmen. Der Sprachschatz der Kleinen beginnt eben mit:
MAMA, PAPA, AUTO..., das Word 'Eisenbahn' kommt viel, viel später. Wenn ich
mich in meiner direkten Nachbarschaft und im Bekanntenkreis umschaue, dann
wird mir sofort klar, daß etwa 80-90 Prozent der heranwachsenden Kinder bis
6 Jahre noch nie einen Eisenbahnwagen von innen gesehen haben, daß selbst
die Eltern seit einer halben Ewigkeit nicht mehr mit dem Zug gefahren sind.
Wie soll da Nachwuchs entstehen??? Woher soll das Interesse für die
Modellbahn denn kommen?
Das war in meiner Jugend noch ganz anders: Wir hatten kein Auto, die
Urlaubsreise wurde mit dem Zug angetreten. Optimale Voraussetzungen, das
Interesse für Vorbild und die Modellbahn wurde in die Wiege gelegt. Dafür
bin ich das lebende Beispiel, aber leider vom Aussterben bedroht :-(
Gruß Georg
***********************************************
Die HGP Modellbahnseite:
http://home.t-online.de/home/georg.petras
Meine ersten Worte sollen 'Köf' und 'Lore' gewesen sein, da ich in den
50er als strammer 3jähriger oft ins BW Köln-Deutzerfeld und Köln-Bbf
kam. Dort gab es die unetwegt laufenden Kohlen-Seilbahnen, die mich
wohl fasziniert haben, und mit einer Köf wurde ich hin- und her
gefahren.
Derartige Erlebnisse bleiben den Kindern heute leider erspart.
Gruß
Will
>- Intermodellbau in Dortmund: Alle Generationen vertreten (wenn man
>vom BDEF und MOBA-Stand absieht, da sah es eher wie beim IOC aus)
>- Modellbahnausstellung der IGM Kaarst: Ein paar Besucher aus dem
>CdaS, der Rest gleichmäßig zwischen Schüler und jungem Familienvater
>verteilt
>- Museumstage in Bochum-Dahlhausen: Ein buntes Gemisch aus Rentnern,
>Hard-Core-Eisenbahnfans unbestimmbaren Alters sowie sehr viele
>Familien mit großen und kleinen Kindern
>
>Das Interesse an (Modell)-Eisenbahnen ist offensichtlich da. Und ich
>bezweifle sehr, (diesmal pro AC!) daß der Grad der Maßstäblichkeit und
>Detaillierung große Auswirkung auf den "me-too"-Effekt hat!
Bedenke bitte, daß zu solchen Veranstaltungen meist Leute wie wir
kommen, d. h. solche, die man nicht mehr für dieses Hobby gewinnen
muß, da sie schon aktiv sind. Wenn man darüber hinaus noch Leute
"infizieren" kann, soll´s mir recht sein.
Es gibt tatsächlich Interessenten für Modellbahn, und sie sind auch im
Durchschnitt sachkundiger und aktiver als in früheren Tagen. Was aber
fehlt, ist das breite Fundament. Zu meiner Zeit in den fünfziger
Jahren hatte wohl jeder zweite Junge eine Eisenbahn. Vergangene
Zeiten!
Ich glaube nicht, daß man Kinder heute mit Modellbahn-Sendungen im
Fernsehen oder mit irgendwelchen katechetischen Übungen zur Modellbahn
führen kann. Dazu gibt es einfach zu viele Alternativen, die früher
nicht existierten.
Freundliche Grüße
Rainer Finke
>Streithansel: der Dauerzank zwischen Spiel- und Modellbahnern
>verschreckt.
Diesen "Streit" bekommt man nur nach intensiver Befassung mit der
Sache mit. Bervor ich zu dieser ng stieß war mit praktisch nichts
darüber bekannt - gelegentlich Anspielungen von DClern stießen bei mir
auf Unverständnis. Die das "draußen" wissen davon überhaupt nichts.
Für die ist Modelleisenbahn - wobei man "draußen" weniger von
Modelleisenbahn oder Spielzeugeisenbahn als vielmehr "der elektrischen
Eisenbahn" - synomym mit Märklin. Tut mit leid, ihr
Nicht-Mittelleider, aber sogar meiner Angetrauten, die es besser
wissen müßte bzw. weiß, ist das gestern wieder entwichen.
>haben beschrieben, wie sie zur Modellbahn gekommen sind, aber
>eigentlich niemand warum er jetzt Modellbahner ist... (jetzt bitte
>nicht einfach sagen: weil es mir Spass macht).
Zu einem wichtigen Teil wegen der Elektronik-Bastelei. Nicht
vorzustellen, es wäre einmal alles fertig und gebastelt ....
>Bei meinen Überlegungen zu Möglichkeiten der Nachwuchsförderung ist
>mir etwas aufgefallen: Ist die Modelleisenbahn ein Thema, das für die
>heutige Zeit zu viel Aktivität erfordert? Kann die heutige Generation
>nur noch vor der Glotze oder dem Computer hocken und sich vom Jet in
>die Mallediven oder vom Lift auf den Berg bringen lassen?
Das ist ein wichtiger Punkt: Trotz Vorbild des ewig schraubenden Papas
(und heimlicher Indoktrination) ist keines meiner drei Kinder an
Fummeln, Basteln oder Werkeln interessiert. Mein Vater hatte hingegen
zwei linke Hände und war froh, die anfallenden Nageleinschlagarbeiten
u.ä. irgendwann an mich delegieren zu können. Vielleicht deshalb?
>Denn aktiv muss man als Modellbahner schon sein...
Das klingt jetzt aber sehr positiv. Wenn damit auch gemeint ist, sich
abendlich in den Keller zu begeben und zu fummeln ....
> (...)
>Für die ist Modelleisenbahn - wobei man "draußen" weniger von
>Modelleisenbahn oder Spielzeugeisenbahn als vielmehr "der elektrischen
>Eisenbahn" - synomym mit Märklin. Tut mit leid, ihr
>Nicht-Mittelleider, aber sogar meiner Angetrauten, die es besser
>wissen müßte bzw. weiß, ist das gestern wieder entwichen.
> (...)
Damit kann ich ja leben. Viel schlimmer ist es, wenn meine wenigen
Gebäudeum- und selbstbauten als "Fallerhäusschen" bezeichnet werden
:-)
>Hallo Ihr da draussen,
> (...)
>Worum geht es? Wir Modellbahner - und damit meine ich jetzt wieder mal
>alle vom Spielbahner bis zum NZ/PK - fürchten um die Zukunft unseres
>Hobbies und sind daran interessiert, Nachwuchs zu fördern.
> (...)
Eben war ich mal "drüben" bei rec.models.railroad, auch da gibt es
einen Thread zum Thema "Zukunft des Hobbys". Interessanter Einwurf: In
den letzten Jahren hat es viele neue Fachzeitungen gegeben, dann kann
es mit der Zukunft ja nicht so schlecht bestellt sein. Bei uns sieht
das ja nicht anders aus, ich habe jedenfalls oft im Bahnhofsbuchhandel
den Eindruck, daß jeden Monat ein neuer Titel dazukommt.
Ach ja: Auch die Amis zanken sich wie die Kesselflicker. Derzeit tobt
eine Schlammschlacht in einem abgedrifteten Thread, in der sich die
Microsoft-Fans und -Hasser prügeln. Im Vergleich dazu geht es bei uns
äußerst gesittet zu ...
>> ...Der Sprachschatz der Kleinen beginnt eben mit:
>> MAMA, PAPA, AUTO..., das Word 'Eisenbahn' kommt viel, viel später.
>...
>
>Meine ersten Worte sollen 'Köf' und 'Lore' gewesen sein, da ich in
den
Mir erzählt man immer, in der Nähe von Eisenbahnen "Zuch Zuch
Ameisbahn!" gerufen zu haben (als 2-3jähriger). Und in Hannover wollte
ich wohl lieber mit dem beigeroten Zug fahren. Mit dem grünen
(Nahverkehr) bin ich ja schon angekommen.
Übrigens: Ich bin 77er, aber geschädigt durch die Tatsache, daß mein
Vater bei der Bahn ist. Also stimmt das zuvor gesagte schon wieder.
Gruesse aus dem schoenen Weserbergland
Andreas
--
http://www.modellbahnverwaltung.de
http://www.pothe.de
Heute wirken selbst Großstadtbahnhöfe ziemlich verwaist.
Inhalt meiner Spielaktivitäten war es, die beobachteten Betriebsabläufe
umzusetzen, zunächst mit der Lego-Eisenbahn, später mit der
Modelleisenbahn. NEIN - Märklin kam dabei nicht vor - Märklinisten mögen
es mir verzeihen - mein Vater besaß schon damals die Weitsicht,
Piko-Modelle aus der DDR zu "importieren". Selbst
Fleischmann-Lokomotiven wirkten klobig und unförmig dagegen.
Meine Kinder wachsen an anderer Stelle auf, hier gab es nie eine
Eisenbahn. Aber wären sie in o.g. Kleinstadt aufgewachsen, wäre die
Situation trotzdem anders. Heute bevölkern abgestellte LKWS einer
Spedition die Ladestraße an Wochenenden, Güterumschlag findet nicht mehr
statt. Durch das Einerlei mit 6298ern wurde die Strecke gerade mal eben
vor der Stillegung gerettet. Den ICE kennen sie aus einem Kinderbuch und
können ihn auch schon vom TGV unterscheiden - kein Wunder daß Märklin
mit der entspechenden Anfangspackung einen gewissen Erfolg verbuchen
konnte.
Wenn man die Kids von heute nicht massiv nötigt, sich mit dem Thema
Eisenbahn zu beschäftigen, tut sich da nichts. Demgegenüber steht eine
ungeheure Vielfalt an konkurrierenden Freizeitaktivitäten,die man hier
sicherlich nicht aufzuzählen braucht.
Ich würde das Preisargument gar nicht in den Vordergrund stellen.
Langfristig zahlt es sich oft aus, eine qualitativ bessere Ware zu einem
höheren (letztendlich angemessenerem) Preis zu erwerben, als den
Billigkram kontinuierlich zu ersetzen. Und ob die Preissteigerungsrate
im Modellbahnbereich der allgemeinen Preisentwicklung wirklich so weit
davonläuft, sollte man erst einmal überprüfen.
Ich habe schon manches mehr oder weniger billige "Schnäppchen" auf die
Dauer bitter bereut, andere schon damals teuer eingekaufte Modelle sind
dagegen bis heute zeitlos schön geblieben.
Gruß
Michael
>Eben war ich mal "drüben" bei rec.models.railroad, auch da gibt es
>einen Thread zum Thema "Zukunft des Hobbys". Interessanter Einwurf: In
>den letzten Jahren hat es viele neue Fachzeitungen gegeben, dann kann
>es mit der Zukunft ja nicht so schlecht bestellt sein. Bei uns sieht
>das ja nicht anders aus, ich habe jedenfalls oft im Bahnhofsbuchhandel
>den Eindruck, daß jeden Monat ein neuer Titel dazukommt.
Den Faden habe ich auch gelesen. Am besten fand ich den Vorschlag,
dass einschlaegige Modellbahnfirmen die Loks und Wagen in den
Modefarben der Saison bemalen. Maennliche Pubertierende koennten
die Lok mit der Lieblingsfarbe der Angebeteten kaufen, was dann den
"ach-die-ist-aber-suess"-Effekt haette. (Hilft vielleicht auch
bei aelteren Semestern noch.)
Ein anderer Vorschlag waere:
Statt so langweilige Themen wie "100 Jahre Museum Nuernberg" oder
"Musical Space Dream" sollte Maerklin lieber die aktuelle
Boygroup fuer die weibliche Pubertierende auf die Sondermodelle
kleben. M. wuerde nicht nur 1.000 sondern 100.000 Loks verkaufen,
und unwissendlich wird die junge Frau modellbahnsuechtig.
Atschoe, Axel
Will Berghoff <WBer...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7ktmp8$e34$2...@newsread.do.de.uu.net...
>Kosten eine Riesenrolle spielen. In unsere Gesellschaft hat halt ein
>Wertewandel unter den Jüngeren eingesetzt, wo Äußerlichkeiten wie Klamotten
>und Turnschuhe mehr zählen als "innere" Werte. Deshalb ist für das Hobby
Mit 41 kann ich auch mit verklärtem Blick von meiner Jugend sprechen -
und weiß ziemlich sicher, daß es bei uns mit inneren Werten auch nicht
so weit her war. Bei uns waren es (in willkürlicher Aufzählung) lange
Haare, Schlabberhemd, hautenge Jeans, Cowboystiefel - natürlich auch
in bestimmter Aufmachung bzw. Provinienz.
Die Vorstellung, meine Tochter würde irgendwann mit so einem Jüngling
daherkommen, wie ich es einer war (und wie die meisten es waren),
schreckt mich ungemein.
>Ich weiß, früher hatten wir noch einen Kaiser ;o), aber wenn ich bedenke,
So alt sind Sie?
>daß ich füher von meinem spärlichen Taschengeld die Anlage oder den
>Fahrzeugpark erweitern konnte... heute können viele Jugendliche das nicht
S.o. - ich weiß genau, daß ich mir von meinem Taschengeld gerade mal
die neuesten Perry-Rhodan-Romane aller Auflagen kaufen konnte, nicht
aber Eisenbahnzubehör. Das war nur im Wege von Geschenken
erschwinglich. Und schaue ich die alten Preis-Bapperl auf en Kartons
an und setzte das ins Verhältnis zu den damaligen Einkommen,
erscheinen mit die heutigen Preise für diese Teile nicht
unverhältnismäßig hoch.
>mehr. Und dies ist auch mein persönlicher Vorwurf an die Firma Müllklin:
Tststs. Ich glaube, daß solche Bemerkung in keiner Weise förderlich
sind. Siehe anderes mail.
>
>Was außerdem abschreckt, sind die "Aufnahmerituale" vieler Eisenbahn- und
>Modellbahnclubs. Anstatt zu "spielen", oder dabei zuzuschauen, müssen wie
>bei der DB-Lokführerprüfung Signale gebüffelt werden, PS-Zahlen von
>Vorbildloks, in einem Fall, von dem ich weiß, sogar die RAL-Farbtöne der
>Bahn-bevor der Neueinsteiger und -interessierte überhaupt eine fahrende Lok
>zu Gesichte bekommt. Kein Wunder, daß viele Clubs fast nur aus Rentnern (die
Ist das wahr? Heidenei ... Warum macht dann keiner einen Verein auf,
indem man nur wissen muß, wie man Gleise zusammensteckt.
>Ich habe in Bezug auf solche Besserwisser-Nietenzählervereine so einen
>Rochus, da hier Interessierte wirklich Anregungen suchen und auch bereit
>sind mitzumachen, die dann nach solchen Erlebnissen sich frustriert abwenden
>und keine Lust mehr auf dies Hobby haben, daß sich viele Eisenbahner (nicht
Genau.
Dr.K.
--
RA Dr. M. Michael König
Anwaltskanzlei Dr. König & Coll.
Antoniter-Weg 11 Adelonstraße 58
Wie bitte? H.v.O ist doch "die" Redaktion. Und Sie konnten nicht zu
ihm (telefonisch) durchdringen sondern wurden von irgendwelchen
Knechten vorher abgefangen? Der Mann ist doch nicht der Papst oder der
Bundeskanzler.
>Dass mit einem solchen Informationsstand die eigene Anlage ein Fiasko wird,
>ist so gut wie vorprogrammiert. Der Wille, sich selbst zu informieren, ist
>anscheinend einfach nicht so gegeben. Und eine schoene Modulanlage schreckt
>anscheinend so manchen ob des erwarteten Aufwands ab, anstatt ihn
>anzuspornen, etwas aehnliches zumindest zu versuchen. Merkwuerdig, nicht?
Überhaupt nicht. Denn aus Ihnen spricht eine Einstellung, die der
"Nachwuchs", um den es ja geht, nicht hat und nicht haben kann. Auch
mich schrecken solch tolle Anlagen ab - abschrecken in dem Sinne, daß
ich so etwas aufgrund des damit verbundenen Aufwands und Zeit nie
bauen würde.
Was soll diese Arroganz über die Anlagenplanung dieses Besuchers? Mag
sein, daß das aus Ihrer Profi-Modellbahnbauer-Sicht echter Kokolores
ist. Aber das ist nun einmal die breite Masse der Modellbahner - das
"Rückrat" (wie der Hauptgefreite das Rückrat der Armee darstellen soll
;-)). Der zu gewinnenden Nachwuchs - junge wie nicht mehr ganz so
junge - wird nicht dutzende von Modulen für eine 20qm-Anlage bauen -
sondern genau diesm nämlich möglichst alles in die 2qm, die er eben
hat, packen - so wie ich, der auf dem Brett für filius nebem dem
Bahnhof, der Nebenahn und dem Rangierbahnhof nebst Berg auch noch am
liebsten eine Drehscheibe reingepackt hätte. Und - oh Graus, das
Schlimmste bliebt Ihnen nicht erspart - er wird sich mit größter
Wahrscheinlichkeit auch für M. entscheiden.
Aber Hauptsache ist doch, _daß_ noch Kinder damit spielen (SPIELEN),
mag es auch der Blechgleiskreis auf dem Eßtisch sein.
Eines ist klar: Konfrontiert man diese möglichen Interessenten mit
Anforderungen der Profi-Modellbahnbauer und läßt man sie spüren, daß
sie als M.-Spielanlagen-Benutzer zur einer zwar weit verbreiteten,
nichts destoweniger aber völlig minderwertigen Gattung angehören, wird
selbst vorhandenes Interesse schnell in Frust und Wut umschlagen.
Ein Aspekt in diesem Zusammenhang, auf den mich meine Holde (!)
gebracht hat und der hier noch gar nicht aufgetaucht ist: Die (m.E.
übersteigerte) Mobilität in unserem Freizeitverhalten! Wenn man am
Montag die Arbeitskolleg(inn)en erzählen hört, wo sie wieder überall
gewesen sind... Wann haben denn die Kinder und Jugendlichen überhaupt
Zeit und Muße, an einer Modellbahn zu basteln wenn man nie daheim
ist...
viele Grüsse + auf wiederbasteln...
[Jammerei bezueglich angeblicherDiskriminierung von M*-Bahneren geloescht]
Naja, wie Ihre Antwort zum urspruenglichen Artikel passt,ist mir nicht ganz
klar: Was ich aufgezeigt habe, war, dass viele am Hobby Interessierte
einfach nicht den Informationsstand haben, um frei zwischen Hersteller und
Anlagentypus waehlen zu koennen. Kein Wort von herablassendem Verhalten
gegenueber Ausstellungsbesuchern oder M*-Benutzern! Was ich von einer, wie
war nochmal Ihre Bezeichnung dafuer, Kokolores-Anlagenplanung halte: Schoen
fuer den der es baut, er wird sicher viel Spass damit haben!
Aber: Haette er so etwas auch geplant und gebaut, *nachdem* er
beispielsweise alle Artikel auf DER_MOBA durchgelesen hat? Ich meine doch,
dass sich viele Probleme einer eigenen Anlage ("Meine 26,4m-Wagen entgleisen
im R1", "meine Loks entgleisen auf den 300mm-Weichen", "mir geht die
Kreisfahrerei auf die Nerven...") mit ausreichender Information (und
dementsprechenden Anlagenkonzepten) umschiffen liessen...
Man braucht kein "Profi", wie Sie meinen, zu sein, um z.B. eine ansprechende
Landschaft zu gestalten, ein wenig Information tut da Wunder.
Preisfrage: Was ist muehsamer und teurer? Ein Stueck Modellgelaende mit
gefaerbter Saegespaene zu verzieren oder Grasfasern mit Weissleim
anzubringen? Loesung: Beides gleich, aber Grasfasern schauen einfach besser
aus. Was zeigt das? Richtige Methodenwahl, mithin: *ausreichende*
Information beschert ein schoeneres Ergebnis bei *gleichem* Aufwand, nix
also mit angeblichem "Profi"-Tum.
Und bei Digital ist das genauso.
Guenter
"RA Dr. M. Michael Koenig" schrieb:
>
> Am Fri, 18 Jun 1999 07:24:00 GMT, meinte webm...@msc-software.de
> (Peter Popp ):
>
>
> >Automodelle, wo digitale Steuerung mittlerweile Standard ist. Warum
> >kostet ein Decoder für eine Lok so viel wie eine komplette
> >Fernsteuerung mit Servos? Die Digitalsteuerung wäre der entscheidende
>
> Gute Frage - schon oft gestellt. Fragen wir die Hersteller.
> Ich habe ziehe mich bekanntlich auf den Selbstbau zurück und kann nur
> jedem raten, sich diese geringen Lötkünste anzueignen. Manche mögen
> zwar stolz darauf sein, möglich viel möglichst teuer zu kaufen
> (Statussymbol?) - ich sehe dagegen wir jeder vernünftige Mensch im
> Minimieren der Kosten das erstrebenswerte Ziel.
>
> >Hi-Tech-Produkt, und gerade die ist das teuerste. Während man Produkte
> >wie den Walkman auf möglichst billig und hohe Stückzahl getrimmt hat,
>
> Das ist es wohl auch: So viele Dekoder werden nicht verkauft &
> benötigt.
>
Einspruch! Dekoder könnten zu Tausenden verkauft werden - wenn sie nicht
so teuer wären. Jeder nur halbwegs größere Sammler VERZICHTET auf den
teuren Spaß. 5 oder 10 Loks auszurüsten, geht ja gerade noch. Aber
rechnen Sie einmal Dekoder für 100 oder mehr Loks durch!! Diese Summen
gebe ICH lieber für Anlage und Fuhrpark aus. Deshalb kommt für mich
digital nicht in Frage - zumal ich bei meiner Dachboden-Anlage ohnehin
nicht um Blockstrecken, etc. nicht herumkomme. Die restlichen Vorteile,
die Digital bei Vorspann- und Schiebediensten, bei Lokbeleuchtung
(ein-/aus-/umschalten) und bei Dauerzugbeleuchtung dann noch bietet,
stehen jedoch in keinerlei Relation zu den Kosten.
Schöne Grüße aus Wien
Martin Lischka
"Ch. Perleth" schrieb:
>
> >
> > Kann ich nur wiedersprechen! ich kümmere mich um EDV-Projekte und habe
> > oft mit den Geschäftsführern und IT-Leitern der Kundenunternehmen zu
> > tun. Also Leute, bei denen man statusorientierte Hobbies erwarten
> > würde. Irrtum, etwa jeder 4. ist ein aktiver oder (mangels Zeit)
> > passiver Spiel/Modellbahner. Schlechtes Image?
>
> ABER:Wie schaut´s mit dem Image AUSSERHALB der IT-Branche aus? ;-) Haben
> IT-Leute nicht auch ein schlachtes Image, also der sozial abgekapselte
> Computerfreak, der sich abends auch noch mit seiner Modellbahn
> beschaeftigt? In meinen eigenen Untersuchungen (bin Psychologe) zeigte
> sich uebrigends auch, dass math.-nat. begabte Jugendliche eher weniger
> Wert auf soziale Aktivitaeten legten! :-( oder ;-) ?
Seid mir nicht böse. Wer überlegt sich sein Hobby nach dem Image? Und
die, dies tun, sollen ruhig Golfspielen.
>
> > >Hersteller: Die Hersteller tun zu wenig für die Verbreitung.
> > >Vorbild: Die schlechte Situation und das Image der echten Bahn machen
> > >wenig Lust auf das Modell.
> >
> > Das mag sein. Ich fahre jeden Tag mit der Ep.V-Bahn, trotzdem spiele
> > ich abends noch. Aber es stimmt schon, Ludewig ist ein "Schmerz am
> > Gesäß".
>
> Glaub ich weniger, da sich viele ja mit vergangenen Epochen beschaeftigen
> und ausserdem das Image von Autos (Stau auf der Autobahn oder in der
> Ringstraße) und Flugzeugen (wie war das in Muenchen: 35 Prozent der Fluege
> verspaetet) von den Erfahrungen der Leute her auch nicht besser sein
> duerfte. Derezit aergere ich mich ueber die Bahn mehr als ueber andere
> Verkehrsmittel (eben weil ich viel mit der Bahn fahre).
Also ich fahre fast nur mit der Bahn - oder mit dem Rad. Ich ärgere mich
zwar oft über Kleinigkeiten. Aber übers Autofahren ärgere ich mich IMMER
viel mehr - egal, ob ich selbst im Blechkübel schwitze, oder ob ich
einmal wieder vor lauter Blechkübeln die Straße nicht überqueren kann.
Es ist eine Frage der Einstellung. Natürlich war's nicht lustig, 1 1/2
Stunden auf einen verspäteten Zug in Winterkälte zu warten. Aber: Von
300 Fahrten passiert das vielleicht 2 mal. Würde ich all das mit dem
Auto fahren, müßte ich öfter zum Service und würde schon dabei locker
diese 1 1/2 Stunden verlieren (aber das rechnet ja keiner). Und wenn ich
im Auto einmal selbst eine Panne habe, dauert das um einiges länger -
und ich muß mich auch noch selbst um die Reparatur kümmern - wieder Zeit
plus KOSTEN.
> b) Beschaeftigung mit der Modellbahn hat in der Vorstellung von Herrn und
> Frau Jedermann keine "positiven" Effekte: Man staehlt seine Gesundheit
> nicht - im Gegensatz zu Drachenfliegen, Skaten, Bungy-Jumping etc. ;-) -,
> man tut nichts fuer die Gesellschaft oder deren Unterhaltung
> (Jugendgruppen, Theatervereine etc., Arbeit in Parteien), das Hobby ist
> "nicht von dieser Welt",
Man kann sehrwohl Freiluftaktivitäten und Modellbahnerei unter einen Hut
bringen. Bei meinen Fahrten zum Berg studiere ich das Vorbild.
> c) Modellbahner gelten als ein bischen verschroben, vielleicht
> liebenswert, aber verschroben.
> d) es braucht nicht nur Geld, sondern auch Platz!
Platz ist in der kleinsten Hütte. Man muß ja nicht immer eine
H0-Hauptbahn bauen. Auch Schmalspur-, Feld- und Waldbahnen sind toll -
oder eben kleinere Baugrößen.
>
> Na ja, und so weiter
> Gruesse aus Muenchen
> Christoph
Udo Kappel schrieb:
>
>
> Vielleicht hat dieser Effekt auch damit zu tun, dass die Modelle
> heutzutage einfach besser sind als Ende der 70er Jahre. Sieht man sich
> z.B. Großserienlokmodelle in H0 an, gehen viele von denen doch
> mittlerweile weit über das hinaus, was man vor 20 Jahren in Kleinserie
> zu hoffen nicht wagte. Das betrifft sowohl Auswahl (die Loks die dem
> einen oder anderen wirklich fehlen auf seiner Anlage lassen sich doch
> heute fast an einer Hand abzählen),
Da mag für deutsche Vorbilder gelten. In Österreich fiele mir da genug
ein. Nur allzu oft muß ich auf teure Kleinserien zurückgreifen.
Erst recht wird Selbstbau bei Häusern, Brücken und Viadukten notwendig -
wenn nich alles in undefinierbarem Einheitsbrei daherkommen soll.
wie Aussehen wie
> Fahreigenschaften.
>
> Mit freundlichen Gruessen
>
> Udo.
>
> --
> ===========================================================================
> Udo Kappel Tel. : 0231 / 755-3033
> Universität Dortmund Fax : 0231 / 755-5981
> Arbeitsgebiet Theorie der EMV
> 44221 Dortmund Mailto : u...@tem.e-technik.uni-dortmund.de
> ===========================================================================
Heinz-Dieter Papenberg schrieb:
>
> Fakt ist, das Modellbau / Modellbahn ein schlechtes Image haben. Bei den Medien
> ist er gleichbedeutend mit Kinderspielzeug und das bringt keine Einschaltquoten.
> Diese Aussagen habe ich schriftlich von fast allen privaten Fernsehsendern
> vorliegen. Bei ARD + ZDF hat man für solche Sendungen auf der Bildungsschiene
> keinen Bedarf, auch das habe ich schriftlich.
Ich bin Fernsehjournalist und würde gerne solche Beiträge machen. Ich
kann auch versuchen, sie anzuzetteln. Kannst Du mir nähere Infos
übermitteln - wo Du schon angefragt hast? Hast Du Ansprechpartner in der
Eisenbahnromantik-Redation (wie ist die aufgebaut, wie groß ist die und
kann man Hagen von Ortloff nicht direkt anschreiben?)
Ich könnte beim ORF zumindest einmal anfragen - vielleicht ist die
Reaktion aber ebenso wie bei den deutschen Sendern?!
Und an unsere Soziologen/Psychologen:
Gibt's vielleicht irgendwelche Untersuchungen, die belegen, daß
Modellbahnen DOCH Quotenbringer sein können? So viel ich weiß,
beschäftigt sich jeder zweite männliche Schweizer mit diesem Hobby (kann
das vielleicht daran liegen, daß die so viele gute Eisenbahnen haben?!)
In meinem Bekanntenkreis war ich jedenfalls verblüfft, wie viele sich
angesichts meines Anlagenbaus interessiert zeigten.
Eisenbahn-Romantik hat doch gute Einschaltquoten - oder?
Liebe Grüße
Martin Lischka
e-mail: a860...@unet.univie.ac.at
Postadresse: A-1170 Wien, Hormayrg. 14/16
Guenter Jaritz schrieb:
>
> Frank Forsten schrieb in Nachricht <37721870...@news.is-europe.net>...
> >On Thu, 24 Jun 1999 10:05:39 GMT, bunt...@t-online.de (Rainer Finke)
> >wrote:
>
> >Das Interesse an (Modell)-Eisenbahnen ist offensichtlich da. Und ich
> >bezweifle sehr, (diesmal pro AC!) daß der Grad der Maßstäblichkeit und
> >Detaillierung große Auswirkung auf den "me-too"-Effekt hat!
>
> Das ist leider ein weiterer Punkt: Typischer Dialog zwischen
> bewunderndernden Besuchern und Ausstellungsmanschaft bei unseren
> Modultreffen:
>
> "Ist das Maerklin oder Kleinbahn?" (Anmerkung: wir fahren 2L-DC aller
> Marken)
> Spricht man ihn darauf an, wie ihm das Ganze gefaellt und was der Besucher
> selbst so baut:
> "Ja, das gefaellt mir alles sehr gut, aber nein, sowas wuerde ich mir selbst
> *niiiemals* zutrauen!"
> Fragt mann dann weiter, was er selbst so plant und baut:
> "Ja, zweigleisige Hauptbahn mit Nebenbahn auf 3m^2!"
>
> Dass mit einem solchen Informationsstand die eigene Anlage ein Fiasko wird,
> ist so gut wie vorprogrammiert. Der Wille, sich selbst zu informieren, ist
> anscheinend einfach nicht so gegeben. Und eine schoene Modulanlage schreckt
> anscheinend so manchen ob des erwarteten Aufwands ab, anstatt ihn
> anzuspornen, etwas aehnliches zumindest zu versuchen. Merkwuerdig, nicht?
>
> Guenter
Viele, die sich fürs Hobby interessieren, werden von den Clubs selbst
abgeschreckt:
Erstens Vereinsmeierei:
(Fast) jedes Mal wenn ich einen Club besuchte, wurde von ein paar
Dattergreisen fachgesimpelt in höchsten Tönen. Auf der schönen
Großanlage fuhr aber nicht ein Zug. Erst auf mein Drängen, wurde ließ
einer der Typen ein Züglein kreisen, packte es dann aber gleich wieder
ein, damit nur ja nichts verstaubt...
Ein anderer - großartiger - Modellbahnclub in Wien, ging von seinen
Tagen der offenen Tür vor Weihnachten wieder ab: Die Scharen
Schaulustiger - mit vielen Kindern - paßten einfach zu wenig auf. Die
lieben Kleinen haben alles mögliche verbogen und die verständnislosen
Eltern erklärten zur Schelte durch Vereinsmitglieder nur: Das is ja ein
Kind! Super - oder.
Durch genau solche Aktionen werden Kinder nicht zur Modellbahn geführt.
Martin
Peter Popp schrieb:
>
>
> Bei dieser Gelegenheit treibe ich etwas Selbsterkundung: Warum spiele
> (ja, ich spiele!) ICH mit der Modelleisenbahn? Unter anderem weil ich
> fasziniert von der (vor)Alpenlandschaft bin und den technischen
> Leistungen, die die Erbauer der Gebirgsbahnen geleistet haben. Dass
> ich bei geschäflichen Terminen möglichst die Bahn nutze, resultiert zu
> mindestens 50% aus meiner Modellbahnliebe... Ich kann mich zwar noch
> an die Zeiten erinnern, als auf unserer Hausstrecke (Jetzt münchner
> S-bahn-Bereich) erst Dampfloks, dann V100 und Schienenbusse fuhren,
> aber meine jetzige Modellbahnliebe wurde eigentlich nur durch die
> Sonderhefte zur Brennerbahn
Die Brennerbahn ist sicher sehr nett. Noch viel besser gefallen mir aber
Arlberg- und Tauernbahn (vor allem die alte Südrampe ohne den protzigen
Betonviadukten) - ganz zu schweigen von der Semmeringbahn.
geweckt und die hat mich interessiert weil
> unsere Flitterwochen vor 15 Jahren (mit dem Auto) nach Südtirol
> führten...
> Ich finde es faszinierend, Häuschen, Berge, Strassen, Flüsse udergl im
> Modell nachzubilden und mir meine kleine Welt zu schaffen, und die
> Modellbahn haucht dem Ganzen Leben ein... Aber wie kann man das
> jemandem nahebringen, der mit einem schiessenden Rennboot auf dem
> Computer rumrast?
>
Auch der Computer kann Leute zur Modellbahn führen. Ein Bekannter war
total begeistert von meinem computergesteuerten "Stellwerk" (von einem
Freund entworfen - ich selbst habe mit PCs nichts am Hut und baue
Strecken, Landschaft und vielleicht einmal Loks).
Liebe Grüße
Martin
Martin Lischka wrote:
(u.a.)
> Seid mir nicht böse. Wer überlegt sich sein Hobby nach dem Image?
,,Ueberlegen'' trifft's nicht. Aber ueber Hobbies mit ,,schlechtem'' Imgae
spricht man nicht so viel, und damit gibt es auch keine Verbreitung. Fuer
Modellbahnerei trifft das nach meiner Erfahrung zu. Es kann gut sein, dass der
Kollege im Buero neben mir genauso modellbahnbegeistert ist wie ich - aber das
wird er nur erfahren, wenn er hier mitliest. Leider gibt es Branchen (Kreise),
in denen solche ,,Spielzeug-Hobbies'' wie Modellbahn (oder Eisenbahn generell)
eine sehr geringe Akzeptanz haben. Und dann spielt man zwar weiter begeistert
Modellbahn, aber man spricht nicht drueber...
Und das ist schon schade, findet
Ralph Timmermann
> Seid mir nicht böse. Wer überlegt sich sein Hobby nach dem Image? Und
> die, dies tun, sollen ruhig Golfspielen.
He, Vorsicht mit Deinen Aussagen, ich bin Modellbahner und spiele auch Golf.
Bei beiden ist es mir vollkommen egal, welches Kastldenken ich bei anderen
damit auslöse. Trotzdem ärgert es mich, immer irgendwelche (immer die
selben) Vorurteile hören und lesen zu müssen. Das gilt genauso für den
ewigen Streit Märklin oder nicht Märklin.
Das wichtigste ist doch, daß man mit seinem Hobby zufrieden ist. Ob man
jetzt auf 2qm im Oval spielt oder auf den gleichen 2qm ein (einigermaßen)
maßstäbliches, detailreiches Modell mit Fahrbetrieb in jahrelanger
Kleinarbeit aufbaut, ist doch vollkommen powidl; Hauptsache es macht Spaß.
Wenn es uns als Modellbahner gelingen könnte, der breiten Öffentlichkeit zu
vermitteln, daß Modellbahn - in welcher Form auch immer - Spaß macht, dann
sind wir einen Teil unserer Nachwuchsprobleme los.
Sollte sich jemand fragen, welcher der obgenannten Kategorien (schon wieder
dieses Kastldenken) ich angehöre, dann finde ich mich eher im 2. Kastl
wieder.
Trotzdem spiele ich ausgesprochen gerne mit meinem Junior am
Kinderzimmerboden, ohne jedweden Anspruch an exakteVorbildtreue.
happy categorizing
Martin
>Peter Popp meinte:
>> Wann haben denn die Kinder und Jugendlichen überhaupt Zeit und Muße,
>> an einer Modellbahn zu basteln wenn man nie daheim ist...
>Nun, jetzt im Sommer (wenn's denn einer wird) ist das nachvollziehbar.
>Man möchte ja z.B. auch mit der großen Bahn Ausflüge machen, damit man
>seine Erlebnisse später modellbahnerisch bewältigen kann.
>Im Modellbahn-Keller kammer dann ja wieder zur Winterszeit hocken, wenn
>man in den kalten, dunklen Tagen kaum Anreize zu Exkursionen hat.
Da stehen dann alle auf der Autobahn zum Skilift....
Martin Lischka wrote:
> "Ch. Perleth" schrieb:
> >
> [...]
> > und ausserdem das Image von Autos (Stau auf der Autobahn oder in der
> > Ringstraße) und Flugzeugen (wie war das in Muenchen: 35 Prozent der Fluege
> > verspaetet) von den Erfahrungen der Leute her auch nicht besser sein
> > duerfte. Derezit aergere ich mich ueber die Bahn mehr als ueber andere
> > Verkehrsmittel (eben weil ich viel mit der Bahn fahre).
>
> Also ich fahre fast nur mit der Bahn - oder mit dem Rad. Ich ärgere mich
> zwar oft über Kleinigkeiten. Aber übers Autofahren ärgere ich mich IMMER
> viel mehr - egal, ob ich selbst im Blechkübel schwitze, oder ob ich
> einmal wieder vor lauter Blechkübeln die Straße nicht überqueren kann.
> Es ist eine Frage der Einstellung. Natürlich war's nicht lustig, 1 1/2
> Stunden auf einen verspäteten Zug in Winterkälte zu warten. Aber: Von
> 300 Fahrten passiert das vielleicht 2 mal. Würde ich all das mit dem
> Auto fahren, müßte ich öfter zum Service und würde schon dabei locker
> diese 1 1/2 Stunden verlieren (aber das rechnet ja keiner). Und wenn ich
> im Auto einmal selbst eine Panne habe, dauert das um einiges länger -
> und ich muß mich auch noch selbst um die Reparatur kümmern - wieder Zeit
> plus KOSTEN.
Seh´ ich genauso, viele unserer Mitmenschen sehen das aber anders! Lieber im
warmen Auto jeden Tag eine STunde im Stau als einmal im Jahr 1 1/2 Stunden auf
die Bahn warten....
> > b) Beschaeftigung mit der Modellbahn hat in der Vorstellung von Herrn und
> > Frau Jedermann keine "positiven" Effekte: Man staehlt seine Gesundheit
> > nicht - im Gegensatz zu Drachenfliegen, Skaten, Bungy-Jumping etc. ;-) -,
> > man tut nichts fuer die Gesellschaft oder deren Unterhaltung
> > (Jugendgruppen, Theatervereine etc., Arbeit in Parteien), das Hobby ist
> > "nicht von dieser Welt",
>
> Man kann sehrwohl Freiluftaktivitäten und Modellbahnerei unter einen Hut
> bringen. Bei meinen Fahrten zum Berg studiere ich das Vorbild.
Einverstanden, aber sehen das moegliche Interessenten fuer das Modellbahnhobby
auch so?
> > c) Modellbahner gelten als ein bischen verschroben, vielleicht
> > liebenswert, aber verschroben.
> > d) es braucht nicht nur Geld, sondern auch Platz!
>
> Platz ist in der kleinsten Hütte. Man muß ja nicht immer eine
> H0-Hauptbahn bauen. Auch Schmalspur-, Feld- und Waldbahnen sind toll -
> oder eben kleinere Baugrößen.
Auch einverstanden, was mich angeht. Kindern reicht das aber meist nicht. So
mindestens 2 qm in H0 fuer einen Ovalbetrieb muessen es da schon sein.
Das Problem ist nicht was die Modellbahner/Speilbahner (oder wie Ihr sonst
heissen wollt!) tun, sondern was die Leute ausserhalb davon halten. (Zitat vom
Wochenende: "Modellbahner sind doch die, die in einen 0,4mm Draht ein 0,2mm Loch
bohren wollen")
Christoph
Will Berghoff wrote:
> Meine ersten Worte sollen 'Köf' und 'Lore' gewesen sein, da ich in den
> 50er als strammer 3jähriger oft ins BW Köln-Deutzerfeld und Köln-Bbf
> kam. Dort gab es die unetwegt laufenden Kohlen-Seilbahnen, die mich
> wohl fasziniert haben, und mit einer Köf wurde ich hin- und her
> gefahren.
>
> Derartige Erlebnisse bleiben den Kindern heute leider erspart.
Wirklich, meine Toechter hatten so mit 1 1/2-2 Jahren eine "Beisenbahn"
von Chicco oder so. Da konnte man sich draufsetzen und festhalten und auf
einen Knopf druecken, der Fahrgeraeusche, Pfeifen und Bimmeln ausloeste.
;-)
Chirstoph
Meiner Meinung nach liegt das nicht an der Zeit und Muße sonder einfach an
der Tatsache, daß andere Freizeitaktivitäten interessanter sind.
Leider mußte ich auch beobachten, daß Kinder unserer Zeit nur sehr schwer
lange bei ein und der selben Beschäftigung bleiben können. Spannung, Action
und Abwechslung ist gefragt. Die Modellbahn wird schnell langweilig.
Und wer in der Szene (der Jugendlichen) spricht über Modellbahn?
Das Aussterben der Dampfschiffart, der Dampflokomotiven und des Hula-Hupp
Reifens und des Brummkreisels sind nun mal Zeiterscheinungen. Ich schätze,
daß die Modellbahnerei so in 20 - 30 Jahren ein Hobby für Exoten sein wird.
Ruhe sanft geliebte Modellbahn.
Seufz.
Waldemar Rodenberg
> Meiner Meinung nach liegt das nicht an der Zeit und Muße sonder einfach an
> der Tatsache, daß andere Freizeitaktivitäten interessanter sind.
Alles nur eine Frage der Darstellung. Hobbys und Freizeit gab es in meiner
Kindheit auch schon jede Menge, trotzdem habe ich die Modellbahnerei nie
aufs Abstellgleis geschoben.
> Leider mußte ich auch beobachten, daß Kinder unserer Zeit nur sehr schwer
> lange bei ein und der selben Beschäftigung bleiben können. Spannung,
Action
> und Abwechslung ist gefragt. Die Modellbahn wird schnell langweilig.
Ist das nicht fehlende Konzentration, verursacht durch das enorm gestiegene
Überangebot der Medien (TV, PC, Games usw.)? Alles wird nur vorgespielt. Die
Fähigkeit selbst Kreativ zu sein geht vielen Jugendlichen dadurch verloren.
> Und wer in der Szene (der Jugendlichen) spricht über Modellbahn?
Es gibt sie noch, wenn auch nicht so zahlreich wie früher.
> Ruhe sanft geliebte Modellbahn.
> Seufz.
KOPF HOCH! Depression wäre jetzt total verkehrt.
--
Gruß Georg
***********************************************
Die HGP Modellbahnseite:
http://home.t-online.de/home/georg.petras
>teuren Spa=DF. 5 oder 10 Loks auszur=FCsten, geht ja gerade noch. Aber
>rechnen Sie einmal Dekoder f=FCr 100 oder mehr Loks durch!! Diese Summen
Deswegen baue ich auch selbst.
>digital nicht in Frage - zumal ich bei meiner Dachboden-Anlage ohnehin
>nicht um Blockstrecken, etc. nicht herumkomme. Die restlichen Vorteile,
>die Digital bei Vorspann- und Schiebediensten, bei Lokbeleuchtung
Das ist Ansichtssache. Für jeden Spieler ist das Digitalsystem (egal
welches) ein Gottesgeschenk. Der Nutzen bei bereits mit
Blockstellenbetrieb laufenden oder laufen sollenden Anlagen ist
natürlich eher gering. Aber bei Digital bedarf es eines solchen ja
auch nicht mehr.
>[Jammerei bezueglich angeblicherDiskriminierung von M*-Bahneren geloescht]
Wie? Wo? Was?
>Naja, wie Ihre Antwort zum urspruenglichen Artikel passt,ist mir nicht ganz
>klar: Was ich aufgezeigt habe, war, dass viele am Hobby Interessierte
Ist doch recht offensichtlich: Der Nachwuchs fängt ab der Basis am, am
Bleich-Gleis- (oder jetzt C-Gleis)-Kreis auf dem Teppich im Wohnzimmer
und wird schon aus Platzgründen über 2qm oder 3 qm nicht hinauskommen
- auf den eben alles Platz finden muß. Die Masse sind einfache
Spilebahner wie ich und nicht "echte" Modellbahner, die sich tagelang
den Kopf zerbrechen, wie sie Schotter am realistischsten imitieren
können.
>Aber: Haette er so etwas auch geplant und gebaut, *nachdem* er
>beispielsweise alle Artikel auf DER_MOBA durchgelesen hat? Ich meine doch,
Er wenig Auswahl, da er nun mal Spieler ist und Platzprobleme hat.
Sicher, aus dieser breiigen Masse wachsen im Laufe der Zeit ein paar
Modellbahner heraus, die auch vielleicht zu Nicht-Mittelleiter-System
wechseln.
>Man braucht kein "Profi", wie Sie meinen, zu sein, um z.B. eine ansprechende
>Landschaft zu gestalten, ein wenig Information tut da Wunder.
Oh doch. Man muß schon Modellbahn-Profi sein. Ich glaube, Sie sehen
das nicht mehr ganz objektiv, welches Know-how und Fertigkeiten man
für so etwas besitzen muß - und welche Überzeugung, fast schon
Fanatismus, nötig ist um die Schottersteine akkurat einzufärben und
exkat zu plazieren. Jedem das seine, jeder wie er glücklich wird, aber
mir wird schwidelig, wenn ich die Diskussionen über solche
Modellbahnerische Themen oder entsprechenden Zeitschriftenbeiträge
lese.
>aus. Was zeigt das? Richtige Methodenwahl, mithin: *ausreichende*
>Information beschert ein schoeneres Ergebnis bei *gleichem* Aufwand, nix
>also mit angeblichem "Profi"-Tum.
Das "professionelle" (im Gegensatz zum spielerhaften/spielerischen)
beginnt schon bei dem Wunsch nach mehr und eingehenden Informationen
und deren Beschaffung.
>
>Und bei Digital ist das genauso.
Sollte es sein. Und wie viele verharren leider in dem
nicht-"professionellen" Zustand, blind zu kaufen, was der Händler hat
bzw. empfiehlt und nicht nach links und rechts zu schauen - bei
Märklinisten typischerweise drauf zu schaun, daß auch ja M. drauf
steht? Oder hilflos vor der Einstellung der Adresse zu stehen, nicht
mal den Dekoder einbauen zu können (ich war auch mal so, ich kann das
noch gut nachvollziehen)?
Aber so ist das nun einmal. Mir wird hier auch dauernd vorgehalten,
ich können von den Leuten nicht einmal diese simplen Lötkünste
erwarten ...
>Ich bin Fernsehjournalist und würde gerne solche Beiträge machen. Ich
>kann auch versuchen, sie anzuzetteln. Kannst Du mir nähere Infos
>übermitteln - wo Du schon angefragt hast? Hast Du Ansprechpartner in der
>Eisenbahnromantik-Redation (wie ist die aufgebaut, wie groß ist die und
>kann man Hagen von Ortloff nicht direkt anschreiben?)
>Ich könnte beim ORF zumindest einmal anfragen - vielleicht ist die
>Reaktion aber ebenso wie bei den deutschen Sendern?!
>Und an unsere Soziologen/Psychologen:
>Gibt's vielleicht irgendwelche Untersuchungen, die belegen, daß
>Modellbahnen DOCH Quotenbringer sein können?
Vielleicht kann man mit geschickter Medienarbeit Kanzler werden trotz
ansonsten mangelnder Berufung. Das sollte Euch aber nicht zu dem
Trugschluß verleiten, mit der einen oder anderen Fernsehsendung könne
man nun in merkbarem Umfang Bürger zu Modellbahnern machen.
Ich wünsche Euch Erfolg, glaube aber nicht daran. Zuviel hat sich seit
meiner Kindheit in den fünfziger Jahren geändert, und all dies hat
Auswirkungen auf den Zuspruch, den die Modellbahn erfährt.
Daß sie einst das Technikspielzeug schlechthin war und heute eben
nicht mehr ist, habe ich schon gepostet. Mindestens ebenso wichtig ist
aber, welchen Wandel in Erscheinung und Bedeutung ihr Vorbild
inzwischen erfahren hat.
Vor der Massenmotorisierung war es die Eisenbahn, die die Menschen in
die Ferne brachte. Vom Nimbus berühmter Züge wie Orient-Express
versucht die CIWLT noch heute Kapital zu schlagen. Doch im Zeitalter
des massenhaften Luftverkehrs und der Autofernreisen ist der Appeal
der internationalen Züge weitgehend dahin.
Zu Dampfzeiten war Eisenbahn eine zwar komplexe, aber doch elementare,
begreifbare und einsehbare Technik. Heute hat man etwas mehr Abstand,
denn mit Vierquadrantenstellern und Gleichstromzwischenkreisen läßt
man sich nicht gern ein.
Daß eine Dampflok (freilich nicht jeder Rangierbock) zu ihrer Zeit
auch metaphorisch beladen war, kann man nachempfinden, wenn man Arthur
Honeggers sinfonische Suite "Pacific 231" hört: Der vorwärts stürmende
Fortschritt. Eine 101 hat dagegen die Anmutung eines Trambahnwagens.
Allenfalls der ICE kann da ein wenig mithalten.
> So viel ich weiß,
>beschäftigt sich jeder zweite männliche Schweizer mit diesem Hobby (kann
>das vielleicht daran liegen, daß die so viele gute Eisenbahnen haben?!)
>In meinem Bekanntenkreis war ich jedenfalls verblüfft, wie viele sich
>angesichts meines Anlagenbaus interessiert zeigten.
Da kommen wir der Sache schon näher. Die Schweizer sind ja tatsächlich
das Volk mit den meisten Personenkilometern pro Kopf. Das strahlt dann
auch auf das Modellbahnhobby aus. Schaut man sich die dümmliche
Werbung der DB an, dann merkt man, wie weit davon entfernt man
hierzulande ist.
Freundliche Grüße
Rainer Finke
Schrieb das der Michael, der in anderen Threads behauptet, dass jeder
(SMD)-loeten kann? Dass man bei den Herstellern kein elektronischen
Zubehoer kaufen sollte, weil man schliesslich alles selbst bauen kann?
Und nun kapitulierst Du bei der Anwendung im Grunde einfacher
handwerklicher Taetigkeiten?
>Aber so ist das nun einmal. Mir wird hier auch dauernd vorgehalten,
>ich können von den Leuten nicht einmal diese simplen Lötkünste
>erwarten ...
Es ist Michael! Er hat es endlich selbst bemerkt.
Torsten
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| Torsten Vogt - Lehrstuhl Praktische Informatik I,Uni Mannheim |
| Diplom-Wirtschaftsinformatiker |
| email: vo...@pi1.informatik.uni-mannheim.de |
| WWW : http://pi1.informatik.uni-mannheim.de/~vogt |
Selbst wenn dann ein Dekoder 'nur' DM 20,- kostet und Du nur ca.
1 Stunde brauchst um einen zu bauen ist es bei 100 Loks ein
erheblicher Aufwand.
>>digital nicht in Frage - zumal ich bei meiner Dachboden-Anlage ohnehin
>>nicht um Blockstrecken, etc. nicht herumkomme. Die restlichen Vorteile,
>>die Digital bei Vorspann- und Schiebediensten, bei Lokbeleuchtung
>
>Das ist Ansichtssache. Für jeden Spieler ist das Digitalsystem (egal
>welches) ein Gottesgeschenk.
Naja, mich stoert das 'jeden' in Deinem Satz. Aber das faellt jetzt
sicher wieder unter Haarspalterei. Trotzdem koennen auch 'Spieler'
grossen Spass an konventionellen Anlagen haben. Von 'Gottesgeschenk'
wuerde ich nicht sprechen.
>Der Nutzen bei bereits mit
>Blockstellenbetrieb laufenden oder laufen sollenden Anlagen ist
>natürlich eher gering. Aber bei Digital bedarf es eines solchen ja
>auch nicht mehr.
Ach ja? Wie willst Du denn einen vernuenftigen automatischen Zugbetrieb
ohne Blockstellen realisieren? IMHO ginge dies nur, wenn die Dekoder
ihre aktuelle Position an die CU melden koennten. Evtl. geht es auch
mit externen Sensoren zur Zugerkennung an bestimmten Stellen. Allerdings
ist der Aufwand sicher aehnlich hoch, wie mit Blockstellen.