Markus Courage schrieb:
> Ich möchte nun gerne dieses Hobby wiederbeleben und einige
> Modellfunktionen realisieren. Für diese hätte ich am liebsten
> Gleichstrom. Auch stört dann die Geschwindigkeitsregelung durch
> Spannungsänderung.
>
> Was könnte ich da machen?
Auf Digital umsteígen!
Das sagt Dir nix? Du weisst nicht was und wie?
Lies hier
oder beschreibe hier nochmal, was genau Dir vorschwebt.
Grüße
Werner
--
http://home.t-online.de/home/Werner.Falkenbach
mailto:Werner.F...@t-online.de
Markus Courage schrieb:
> Auch stört dann die Geschwindigkeitsregelung durch Spannungsänderung.
Uiii, das hat mich noch nie gestört, auch Impulsbreitenmodulation
funktioniert durch eine Änderung der _effektiven_ Spannung.
Die Geschwindigkeit am Drehknopf des Fahrreglers einzustellen finde ich
sehr schön anschaulich.
> Was könnte ich da machen?
Wenn Du mit konstanter Motordrehzahl fahren willst, evtl. einen
Digitaldecoder fuer die Kupplung und Gangschaltung? In 1 sollte das
unterzubringen sein.
mar'meintest Du Richtungsänderung durch Überspannungsimpuls?-)'tiN.
--
*************** http://www.der-moba.de -> DE.Rec.MOdelle.BAhn im WWW
II___[ ] _==
(________/=/___] FAQ, Nettiquette, Who is who, Artikelsammlung, Links
__oo_O_O_O___o_o________________________________________________________
Markus Courage schrieb:
> Aber ich habe mich an anderer Stelle eingelesen.
Sehr gut.
> Ich bräuchte ein Netzgerät, ein Steuergerät, für jede Lok (bei mir 2
> Stück) und für Sonderfunktionen an den Wagons einen Decoder und halt 2
> Gleichstrommptoren.
>
> Kann das sein, das das dann so ca 300€ für eine Umrüstung anfallen?
Du hast nicht gesagt daß Du Geld sparen willst ;-))
Aber Du hast recht:
Du brauchst einen Trafo (hast Du ja schon)
Eine Zentrale (Lenz compact, für Deine Zwecke ausreichend) für EUR 90,--
Pro Lok einen Decoder (um EUR 30,--)
Der hat aber schon Ausgänge für Sonderfunktionen.
Wenn Sonderfunktionen in Wagen gewünscht sind sollen nochmals einen
einfachen Decoder (um EUR 20,--)
Dafür kannst Du dann auch mit beiden Loks unabhängig voneinander
gleichzeitig fahren.
Markus Courage schrieb:
> >Du brauchst einen Trafo (hast Du ja schon)
> Ja, aber der gibt doch Wechselspannung aus. IMO 7-12V und dann zum
> Umschalten 24V. Deshalb bräuchte ich den auch.
Ohne Gewähr: spucken die Märklin-Trafos nicht 16V~ aus?
> Funktioniert der Motor in der Lok mit Wechselspannung und Gleichstrom?
> (Siehe Trafo)
Ich kenne mich in Spur 1 nicht aus, behaupte aber mal ganz dreist:
beides.
Die Frage lautet also: muß bei der Digitalisisrung von alten M*
Spur-1-Modellen ein anderer Motor rein?
(ich denke nein; mal die Experten abwarten.)
> Ich werde nochmal ein wenig Googel´n bezüglich der Digitalsteuerung.
> Ist ja schon Erstaunlich, was sich in 25 Jahren zum Standart mausert.
[ ] Du hast z.B einen PC
[ ] Du hast z.B. einen CD-Spieler
[ ] Dein Auto hat z.B. Servolenkung und Airbags
Werner Spur 1!
Das heißt, die Motoren brauchen ggfs. mehr als 1 Ampere.
--> Die relativ preiswerten H0 Dekoder reichen nicht.
(Vielleicht bei einer Köf oder einem Glaskasten)
--> Die üblichen 2 - 2,5 Ampere einer Einsteiger Zentrale
reichen möglicherweise nur für eine Lok. (Hängt natürlich
von den Loks und den sonstigen Verbrauchern ab.)
--> Man braucht einen entsprechend leistungsfähigen Trafo.
(45 VA für 2 Ampere, 70 VA für 3 Ampere, ...)
Die Motoren arbeiten wahrscheinlich mit Feldspule.
--> Dekoder für Allstrom-Motoren verwenden oder
Motor auf Gleichstrom umbauen (ggfs. mittels Platine).
An Markus:
Was hast du für Loks, wie ist der Stromverbrauch, wieviel Motoren?
Haben die Loks Motoren mit Feldspulen?
Edbert
--
DER_MOBA
Linkseiten http://www.der-moba.de/Inhalt/Links/index.php3
Gleissysteme http://www.der-moba.de/Inhalt/Artikelverzeichnis/index.php3
Edbert van Eimeren schrieb:
> Werner Spur 1!
Ja ich hatte es gelesen ;-)
> Das heißt, die Motoren brauchen ggfs. mehr als 1 Ampere.
> --> Die relativ preiswerten H0 Dekoder reichen nicht.
> (Vielleicht bei einer Köf oder einem Glaskasten)
> --> Die üblichen 2 - 2,5 Ampere einer Einsteiger Zentrale
> reichen möglicherweise nur für eine Lok. (Hängt natürlich
> von den Loks und den sonstigen Verbrauchern ab.)
Dann braucht man (später) einen Booster.
> --> Man braucht einen entsprechend leistungsfähigen Trafo.
> (45 VA für 2 Ampere, 70 VA für 3 Ampere, ...)
>
> Die Motoren arbeiten wahrscheinlich mit Feldspule.
> --> Dekoder für Allstrom-Motoren verwenden oder
> Motor auf Gleichstrom umbauen (ggfs. mittels Platine).
Viele Villeichts. Marcus müsste noch mal mit paar Infos rüberkommen
> Was hast du für Loks, wie ist der Stromverbrauch, wieviel Motoren?
> Haben die Loks Motoren mit Feldspulen?
Das müsste doch auch Micheal L. wissen....
Markus Courage schrieb:
>
> Feldspule? -> Bahnhof:-(
> Was ist das denn?
Der Motor funktioniert, weil zwei Magnetfelder miteinander interferieren.
Eines davon ist im Anker oder Rotor untergebracht, das andere im Stator.
Das Magnetfeld des Ankers wird bei den gaengisten Motoren mit einer Spule
erzeugt, die drehbar gelagert ist
Das Magnetfeld des Stators wird entweder von einem Permanentmagneten
erzeugt oder von einer Spule (das ist die Feldspule)
Motoren fuer die Industrie (das sind dann meist aber Synchronmotoren)
haben ein Ankerfeld, das mit Permanentmagneten erzeugt wird, die sind dann
aber teurer.
Vorauf Edbert hinaus will ist, ob in dem Motor zwei Spulen (eine fuer den
Anker und eine am Stator) vorhanden ist.
> Nutzt es, wenn ich die Lok愀 aufschraube und vom Inneren ein Foto ins
> Web stelle?
Auf jeden Fall, damit wissen wir, wovon wir reden :)
Gruss
Thomas
Werner Falkenbach wrote:
>
> Edbert van Eimeren schrieb:
> >
> > Werner Spur 1!
> Ja ich hatte es gelesen ;-)
>
> > Das heißt, die Motoren brauchen ggfs. mehr als 1 Ampere.
> > --> Die relativ preiswerten H0 Dekoder reichen nicht.
> > (Vielleicht bei einer Köf oder einem Glaskasten)
> > --> Die üblichen 2 - 2,5 Ampere einer Einsteiger Zentrale
> > reichen möglicherweise nur für eine Lok. (Hängt natürlich
> > von den Loks und den sonstigen Verbrauchern ab.)
>
> Dann braucht man (später) einen Booster.
Bei den großen Motoren von Spur 1 eher früher als später. :-(
Aber es wäre schon ärgerlich wenn die Zentrale nicht mal für zwei
Loks gleichzeitig ausreichen würde.
> > [...]
> >
> > Die Motoren arbeiten wahrscheinlich mit Feldspule.
> > --> Dekoder für Allstrom-Motoren verwenden oder
> > Motor auf Gleichstrom umbauen (ggfs. mittels Platine).
>
> Viele Vielleichts. Marcus müsste noch mal mit paar Infos rüberkommen
Ja sicher, die Informationen waren etwas dürftig.
> > Was hast du für Loks, wie ist der Stromverbrauch, wieviel Motoren?
> > Haben die Loks Motoren mit Feldspulen?
>
> Das müsste doch auch Micheal L. wissen....
Michael L. wird kaum wissen, welche Loks Marcus einsetzt.
Die Loks von Marcus sind ca. 25 Jahre alt. In der Zeit hat sich
einiges getan. Heutige Spur 1 Loks von Märklin haben eine Dekoder
und können auf Märklin Digital, Wechselstrom oder Gleichstrom
eingesetzt werden. (Maxi-Loks: Deltadekoder, Gleichstrom nur über
Zusatzplatine).
Vor 25 Jahren gab es das wohl noch nicht.
hier bin ich, man hat mich gerufen? ;-)
Erst einmal willkommen im Club der "Handlichbahner". Ich hoffe,
Du bleibst dabei und läßt Dir von Widrigkeiten wie z. B. Preise
und Platzbedarf diese Baugröße nicht wieder vermiesen.
"Winzigbahner" gibt es genug! (*duck*)
"Markus Courage" <cou...@kd-haus.de> schrieb:
> Eine schwarze Dampfkock 3 Achsig und eine rote Diesellok auch
> 3Achsig. Drinnen ist jeweils ein Motor. Der Motor wird mit einem
> durch Überspannung geschaltetem Relais in der Laufrichtung
> umgekehrt. Ansonsten könnte ich nur die Zahlen die Vorn/Hinten
> dranstehen Posten.
Auf der Dampflok steht vermutlich 80 031, auf der Diesellok "25".
Das sind die beiden Standardloks, mit denen Märklin seinerzeit diese
Spurweite wiederbelebt hat. Leider habe ich recht wenig Erfahrung
mit Wechselstrommotoren bei der Spur 1 (ich habe mit der Spur 1 erst
angefangen, als Märklin dort nur noch Gleichstrommotoren verwendet
hat). Allerdings besitze ich auch eine Märklin-H0-Bahn, und
technisch ist das ungefähr dasselbe. Ich hoffe also, ich kann Dir
hier ein paar Tipps geben.
Zu Deinem Vorhaben: Du schreibst, Du möchtest "ein paar
Modellfunktionen" realisieren. Außerdem stört Dich die variable
Spannung am Gleis. Deine Anforderungen wären durch den Umstieg auf
ein Digitalsystem am besten erfüllt, aber das wurde Dir hier ja
schon geraten. Außer Loks kannst Du digital natürlich auch Weichen
und anderes Zubehör steuern.
An Digitalsystemen für die Spur 1 haben sich im wesentlichen 2
Normen etabliert: DCC und Märklin Motorola (MM). Letzteres wird von
Märklin verwendet, solltest Du Dich also für dieses entscheiden, so
bist Du damit (noch) kompatibel zu neuen Märklin-Loks. "Noch"
deshalb, weil immer wieder Gerüchte aufkommen, dass Märklin
langfristig ebenfalls zu DCC umschwenkt und das Motorola-Format
dann einstellt. Das wird dann nicht zum Problem für Dich, wenn Du
Dich für ein Steuergerät entscheidest, das beide Formate beherrscht
(z. B. die Uhlenbrock Intellibox oder die Systeme von Zimo). Das
DCC-System ist leistungsfähiger, es kann z. B. mehr Loks ansprechen
und feinfühliger regeln (127 statt nur 14 Fahrstufen). Aber auch bei
MM sind bis zu 80 Loks adressierbar, ich glaube kaum, dass Du mit
Deiner Baugröße diese Zahl jemals erreichen wirst.
Kurz zum Prinzip eines Digitalsystems: Am Gleis liegt immer die
volle Spannung (16-18 V). Dieser Spannung werden Steuerimpulse
überlagert, die so codiert sind, dass sich mehrere Loks (und in
diesen mehrere Zusatzfunktionen wie z. B. Licht oder Rauchgenerator)
in _einem_ Stromkreis unabhängig voneinander steuern lassen. Da die
Spannung am Gleis im wesentlichen konstant bleibt (die Steuerimpulse
fallen nicht so sehr ins Gewicht, und die Fahrtrichtungsumschaltung
erfolgt nicht mehr durch Überspannung, sondern durch die besagten
Steuersignale), kann man auch sehr schön Dinge wie im Stand
brennende Beleuchtung etc. realisieren.
Die Betriebsspannung samt Steuerimpulsen wird durch ein spezielles
Steuergerät ("Zentrale") erzeugt. Zur Stromversorgung der Zentrale
läßt sich der vorhandene Trafo verwenden. Man verbindet in diesem
Fall den Lichtausgang (gelb/braun) mit dem entsprechenden Eingang
der Zentrale. Der Fahrregler am Trafo ist dann überflüssig, der
Trafo muss nur noch eine konstante Spannung von 16V~ liefern. Man
muss allerdings beachten, dass speziell bei der Spur 1 die
Leistungsgrenze des Trafos schnell erreicht ist, 2 - 3 Loks dürften
für einen 30VA-Trafo das Maximum sein.
Damit die Loks auf die Steuerimpulse reagieren können, brauchen sie
einen sogenannten Decoder. Dieser ersetzt auch den mechanischen
Fahrtrichtungsschalter. Der Decoder ist zwischen Gleis und Motor
geschaltet und übernimmt die Geschwindigkeits- und Fahrtrichtungs-
steuerung, abhängig von den Steuersignalen, die er aus der
Fahrspannung "herausfiltert" und auswertet. Zusätzlich kann der
Decoder auch mehrere Zusatzfunktionen schalten, z. B. das Licht.
Außerdem kann er die Drehzahl des Motors belastungsunabhängig
konstant halten. Das sieht besonders bei Dampfloks bei extremer
Langsamfahrt sehr schön aus. Extreme Langsamfahrten sind ohne
Lastregelung gar nicht möglich, da die Lok entweder z. B. an
Weichen steckenbleiben oder auf Geraden und im Gefälle schneller
als gewünscht fahren würde. Bei manchen Decodern ist noch eine
Anfahr- und Bremsverzögerung eingebaut. Diese sorgt dafür, dass
die Lok nicht mehr abrupt anfährt und stehen bleibt, sondern wie
das Vorbild schön langsam Fahrt aufnimmt und beim Anhalten
ebenso langsam wieder ausrollt.
Am Decoder kann man eine sogenannte "Adresse" einstellen. Das
geschieht entweder mechanisch über kleine Schiebeschalter oder
wird von der Zentrale aus programmiert. Die Lok wird dann nur auf
solche Steuerimpulse reagieren, die (an der Zentrale) auf dieselbe
Adresse kodiert sind. Du könntest also beispielsweise die Dampflok
auf die Adresse "80" und die Diesellok auf die "25" kodieren.
Stellst Du nun an der Zentrale "80" ein (das geschieht über einige
wenige Tastendrücke), wird nur die Dampflok auf die Drehung am
Fahrregler der Zentrale reagieren, während die Diesellok keinen
Mucks macht, obwohl sie auf demselben Gleis steht. Wählst Du an der
Zentrale dagegen "25" aus, kannst Du nun die Diesellok steuern,
während die Dampflok mit der vorher eingestellten Geschwindigkeit
weiterfährt (oder auch stehen bleibt, wenn Du sie vor dem
Umschalten der Adresse angehalten hast). Willst Du beide Loks
gleichzeitig steuern, benötigst Du eine Zentrale mit 2 Fahrreglern.
An die meisten Zentralen lassen sich mehrere zusätzliche (mobile
oder stationäre) Fahrregler anschließen, eine (die bereits erwähnte
Uhlenbrock Intellibox) verfügt sogar bereits über 2 Fahrregler.
Viele Decoder lassen sich so einstellen, dass sie bei konventionellem
Betrieb (mit Trafo) auch den Überspannungsimpuls auswerten (der
Fahrtrichtungsschalter wird elektronisch "simuliert"). Man könnte mit
Decoder ausgerüstete Loks also auch wie gewohnt mit dem Trafo steuern,
man verzichtet aber damit auf einen Großteil der Möglichkeiten, die
der Digitalbetrieb bietet.
An dieser Stelle sollte ich zum besseren Verständnis noch kurz die
Funktion eines gängigen Modellbahn-Elektromotors erläutern:
In einem Elektromotor werden 2 Magnetfelder benötigt, damit er sich
drehen kann. Eines ist beweglich (im Rotor, hier wird das Magnetfeld
meist durch mehrere Einzelmagnete, sog. Pole, erzeugt. Märklin-
Motoren älterer Bauart haben 3 Pole). Das andere ist unbeweglich
(Stator). Die Drehung wird erzielt, indem sich, vereinfacht
ausgedrückt, der Magnet des Stators und die einzelnen Pole des Rotors
wechselweise anziehen. Die Stromzufuhr zu den Polmagneten wird dazu
immer im passenden Moment mechanisch ein- und ausgeschaltet, so dass
eine Drehbewegung entsteht.
Beim Gleichstrommotor ist der Statormagnet ein Dauermagnet. Beim
Märklin-Allstrommotor ist es eine Spule (die besagte Feldspule),
d. h. das Magnetfeld wird dadurch erzeugt, dass der Fahrstrom durch
diese Spule geleitet wird. Die Richtung, in der der Strom durch den
Stator-Magneten fließt, bestimmt die Drehrichtung des Motors. Bei
Märklin-Motoren haben wir es daher mit 2 gegenläufig gewickelten
Spulen zu tun, die durch den Fahrtrichtungsschalter wechselweise
eingeschaltet werden.
Leider setzen die meisten Decoder einen Gleichstrommotor voraus,
auch wenn die Lok später mit Wechselstrom fahren soll (der Decoder
richtet die Wechselspannung gleich). Es gibt zwar ein paar Tricks,
mittels zweier Dioden auch die Märklin-Allstrommotoren an einen
Decoder anzuschließen, aber die optimale Lösung ist das nicht. Man
sollte daher entweder einen speziellen Decoder anschaffen oder einen
Motorumbau einkalkulieren.
Der Decoder polt zur Fahrtrichtungsänderung die Versorgungsspannung
des Motors um (d. h. er vertauscht + und -). Bei einem Märklin-Motor
würde das gar nichts bewirken, denn es würden ja gleichzeitig Stator-
und Rotormagnetfeld umgepolt, was sich in der Wirkung gegenseitig
aufhebt. Ein Allstrommotor läuft also unabhängig von der Polung des
Betriebssroms immer in der gleichen Richtung. Eine Drehrichtungs-
Umkehr ist, wie bereits beschrieben, nur möglich, indem man die
Stromrichtung durch die Feldspule unabhängig vom Rotor umkehrt.
Genau hier setzt der Trick mit den Dioden an: man sorgt dafür,
dass bei einer bestimmten Polung des Motorstroms nur die Feldspule
für Vorwärtsfahrt Strom erhält, beim Umpolen die Feldspule für
Rückwärtsfahrt (bei Märklin sind es, wie gesagt, 2 entgegengesetzt
gewickelte Spulen). Man simuliert dadurch die Arbeitsweise des
mechanischen Fahrtrichtungsschalters. Diese Methode ist die
einfachste, denn der Motor kann so bleiben, wie er ist. Leider
arbeiten viele Decoder bei dieser Betriebsart nicht ganz optimal
(Ausnahme: Spezialdecoder für Allstrommotoren), das Fahrverhalten
der Lok wird also zu wünschen übrig lassen.
Die andere Methode wäre die, die Feldspulen auszubauen und durch
einen Dauermagneten zu ersetzen. Dadurch wird der Motor zu einem
Gleichstrommotor. Umpolen des Betriebsstroms ändert nur noch das
Magnetfeld im Rotor, so dass sich die Drehrichtung ändert. Diese
Vorgehensweise ist allerdings relativ aufwändig, man sollte etwas
Erfahrung in Feinmechanik und das passende Werkzeug dafür
besitzen.
Die letzte Möglichkeit wäre, den kompletten Motor auszutauschen.
Das ist mit Sicherheit am aufwendigsten, da ja auch das Getriebe
an den neuen Motor angepaßt werden muss. Dafür kann man das Fahr-
verhalten drastisch verbessern, ein moderner Motor mit 5 oder
mehr Polen (statt nur 3) läuft viel weicher als der veraltete
Originalmotor.
Geeignete Decoder gibt es z. B. von Uhlenbrock
(http://www.uhlenbrock.de/3/0/3/1/icc9832a-001.htm, Motorola-
Format, geeignet für Allstrom-Motoren) oder ESU
(http://www.loksound.de/index.php?par=d0102, DCC und Motorola).
Beide Decoder sind stark genug für kleinere Spur-1-Loks (bis 1,2
Amp. Stromaufnahme). Der Lokpilot eignet sich aber nicht für
Allstrommotoren, weswegen ein Umbau des Motors zum
Gleichstrommotor erforderlich ist. Die Preise (ohne Ein- bzw.
Umbau) liegen bei ca. 30-40 EUR.
Da moderne Decoder über recht umfangreiche Programmiermöglichkeiten
verfügen, z. B. zur Anpassung an den Motor oder zur Einstellung der
Adresse, sollte man eine Zentrale wählen, die diese Decoder auch
programmieren kann. Auf jeden Fall sollte es klappen mit der
bereits erwähnten Intellibox von Uhlenbrock, die zwar sehr teuer ist
(ca. 400 EUR), dafür aber dank Multiprotokoll und Update-Fähigkeit
zukunftssicher ist. Billiger geht's mit der Märklin-Zentrale central
unit 6021, die aber nur das Motorola-Format beherrscht und auch
sonst technisch nicht auf dem neuesten Stand ist. Für das Gebotene
ist sie daher m.E. trotz des geringeren Preises (ca. 200 EUR)
ebenfalls heftig teuer. Natürlich kann man immer nach Gebrauchtware
Ausschau halten. Es gibt auch noch andere Anbieter von Zentralen
z. B. Zimo (Multiprotokoll), Lenz oder Roco (DCC), aber mit diesen
Geräten habe ich weder Erfahrung noch kenne ich die Preise.
> Nutzt es, wenn ich die Lok´s aufschraube und vom Inneren ein Foto
> ins Web stelle?
Ich bin mir auch ohne Foto fast sicher, dass Du die von mir eingangs
genannten Loks besitzst.
> Wenn die Lok über die Schienenstöße fährt, sieht man einen kleinen
> Funkenregen, hatte mir ans Kind besonders Gut im dunkeln gefallen,
> vor allem an den Weichen:-))
Diesen Effekt sollte man im Digitalbetrieb aber unterbinden, da er
die Steuersignale stören kann. Also Schienen und Räder immer schön
sauber halten und ausgeleierte Schienenverbinder zurechtbiegen oder
besser austauschen. Auch ist es nützlich, den Fahrstrom nicht nur
an einer, sondern an mehreren Stellen in die Anlage einzuspeisen.
Gruß
Michael Landenberger
> Auf jeden Fall, damit wissen wir, wovon wir reden :)
Unter www.machmatuma.de/lok3.jpg (17kb)habe ich ein Detailfoto vom
Motor mit Richtungsumschalter abgelegt.
www.machmatuma.de/lok2.jpg (13kb)zeigt das ganze Fahrwerk und
www.machmatuma.de/lok1.jpg (18kb)geigt die Lok mit Verkleidung.
> Vorauf Edbert hinaus will ist, ob in dem Motor zwei Spulen (eine fuer den
> Anker und eine am Stator) vorhanden ist.
Ja, ist einer mit 2 Spulen
Der Wechselstromtrafo hat in der Tat 7-16V und 24V Überspannung
und 30VA. Typenschild unter www.machmatuma.de/trafo.jpg (23kb).
> Unter www.machmatuma.de/lok3.jpg (17kb)habe ich ein Detailfoto vom
> Motor mit Richtungsumschalter abgelegt.
Hallo Markus,
das sieht ja sehr abenteuerlich aus. Na ja, in einer Spur-1-Lok verliert
sich der Motor so ein bisschen ;-).
Unter der Voraussetzung, dass die Digitaltechnik für Dich in Frage kommt:
Die wenigste Mühe dürftest Du mit dem Uhlenbrock-Allstrom-Decoder haben
(siehe Link in meinem letzten Posting), denn dann kannst Du den
vorhandenen Motor ohne Umbau weiterverwenden. Allerdings legst Du Dich
damit auf das Motorola-Format fest, was aber, wie gesagt, mit einer
Multiprotokoll-Zentrale kein Problem darstellt. Damit Du sicher bist,
dass der Decoder den Motorstrom aushält, würde ich mittels Multimeter
vorher die Stromaufnahme der Lok messen. Dabei ruhig den Motor ein
bisschen belasten (z. B. durch Festhalten der Lok). Der Decoder verträgt
1,2 Ampere, ich schätze aber, dass das für eine so kleine Lok reicht.
Decoder sind normalerweise überlastgeschützt, aber wenn sie ständig an
der Grenze betrieben werden, kann es sein, dass sie öfter abschalten. Das
wäre natürlich lästig.
Außerdem muss der Antrieb bei Digitalbetrieb so leichtgängig wie möglich
sein, also ggf. reinigen und schmieren.
Noch ein Hinweis: außer Lokdecodern gibt es auch reine Funktionsdecoder.
Diese können keinen Motor ansteuern, verfügen jedoch über schaltbare
Ausgänge (für Wagenbeleuchtung etc.). Eine andere Ausführung sind Weichen-
und Schaltdecoder. Damit kann man elektrische Weichen fernsteuern oder
Verbraucher fernschalten. Um diese anzusteuern, braucht man allerdings
spezielle Schaltpulte, die an der Zentrale angeschlossen werden müssen.
Einige Zentralen verfügen aber über (primitive) Schaltpulte oder gar
Automatikfunktionen, mit denen ganze Fahrstraßen programmiert werden
können.
> www.machmatuma.de/lok1.jpg (18kb)geigt die Lok mit Verkleidung.
Wußte ich's doch, es ist die gute alte 80 031.
> Der Wechselstromtrafo hat in der Tat 7-16V und 24V Überspannung
> und 30VA. Typenschild unter www.machmatuma.de/trafo.jpg (23kb).
Von diesem Trafo wird zur Versorgung einer Zentrale nur der Lichtausgang
(gelb/braun) benötigt. An diesem liegen immer ca. 16V~ an, unabhängig
von der Stellung des Fahrreglers. Dieser wird auch nicht mehr benötigt,
denn die Loks werden im Digitalbetrieb ja von der Zentrale aus gesteuert.
30 VA sind aber bei 16V noch nicht einmal 2 Ampere, das dürfte höchstens
für 2 kleine Loks reichen.
Gruß
Michael Landenberger
Markus Courage schrieb:
> Ja, ist einer mit 2 Spulen
Hallo Markus.
Der Motor muesste eigentlich mit Gleichstrom auch funktionieren.
Die dieser Art Motor muss man bei Drehrichtungsumkehr eine der beiden Spulen
umpolen (wird ja mit dem Schalter fuer Ueberspannung gemacht). Eine der beiden
Spulen muss also zu einer Art Permanentmagnet umgebaut werden, darf also den
Strom nur in einer Richtung durchlassen. Am einfachsten wird das mit einem
Gleichrichter realisiert, den man vor eine Spule schaltet. Am besten den
Schalter durch dan Gleichrichter ersetzen. Dann sollte die Lok bei Umpolung der
Fahrspannung die Richtung wechseln.
Allerdings wuerde ich die digitale Loesung vorziehen, damit spielt sich's
einfach schoener :)
Gruss
Thomas
Hallo Markus
Ein kleiner Nachtrag zu den beiden Postings von Michael.
Die ESU Loksound Dekoder (http://www.loksound.de/) können ebenfalls
mit Wechselstrom Motoren umgehen. Für deine beiden kleinen Loks
reicht eventuell der Loksound 2 Dekoder (1,2 A Motorstrom).
Vorteile der Loksound Dekoder sind:
- Alle Motortypen (Wechselstrom, Gleichstrom, Faulhaber)
- Alle Betriebsarten (Wechselstrom, Gleichstrom, Motorola, DCC)
- Sound inklusive.
Nachteilig ist natürlich der Preis (durch die Sound-Fähigket).
Platz genug für Dekoder und Lautsprecher dürfte in Spur 1 Loks sein.
Der Lokpilot von ESU (ohne Sound, => preisgünstiger) funktioniert
leider nur mit Gleichstrom und Faulhaber Motoren.
Ein guter Tip!
Edbert van Eimeren schrieb:
>
> Nachteilig ist natürlich der Preis (durch die Sound-Fähigket).
> Platz genug für Dekoder und Lautsprecher dürfte in Spur 1 Loks sein.
ja, aber gerade in Spur 1 stelle ich mir das toll vor.
Ich denke die ohne Sound wären an der falschen Stelle gespart ;-)
Hallo Werner
Sehe ich auch so.
Allerdings sind Sounddekoder deutlich teuerer als solche ohne Sound.
Wenn Markus einen XL Dekoder bräuchte, würde es richtig heftig.
Loksound-2 135 Euro, [Loksound-XL 200 Euro] (Preisliste Noch)
UB 75200 (1,2 A mit Lastregelung) 60 Euro (Preisliste Uhlenbrock)
Das ist grob gerechnet das doppelte für eine H0 Allstrom-Dekoder.
Das kann nur Markus entscheiden, ob es ihm das wert ist.
> Ist ja eine ganz neue(andere?) Welt, wenn man jetzt so die Lok´s
> und Funktionen steuern kann.
Hallo,
ja, das hat mich beim Wiedereinstieg nach fast 25 Jahren Pause auch
fasziniert. Mittlerweile will ich die Digitaltechnik nicht mehr missen,
auch wenn's teuer ist. Bei neueren Märklin-Loks macht sich der
Preisunterschied allerdings nicht so sehr bemerkbar (es sei denn, sie
verfügen über den aufwendigeren Hochleistungsantrieb), denn durch den
Decoder wird der Fahrtrichtungsschalter eingespart. Nur die Zentrale
ist immer noch ein ganz schöner Schlag ins Kontor, verglichen mit den
Kosten für einen Trafo.
Ich selbst verwende bisher ausschließlich Märklin-Komponenten, d. h.
ich habe mich auf das Motorola-Format festgelegt (Nachteile hatte ich
dadurch bisher keine). Der Grund: ich habe meinem Sohn eine Märklin-
Maxi-Bahn (Das ist eine preiswerte Spur-1-Bahn aus Metall, die auch
für Kinder geeignet ist) geschenkt. Alle Maxi-Loks sind serienmäßig
mit einem Motorola-Decoder ausgerüstet. Schon nach Anschaffung der
zweiten Lok reifte in mir der Wunsch nach einem unabhängigen
Mehrzugbetrieb. Ich brauchte also eine Motorola-Zentrale. Die
preiswerteste Zentrale für dieses Format ist die Märklin Delta Station
6607 (es gibt zwar noch die noch billigere Delta Control 6604, aber die
ist zu schwach für die Spur 1). Bei der Delta Station handelt es sich
um eine ganz einfache Zentrale, die maximal 4 Loks adressieren, aber
keine Zusatzfunktionen steuern kann (daher habe ich sie bisher auch
nicht erwähnt, denn auf die Zusatzfunktionen legst du ja Wert).
Trotzdem erlaubt sie einen unabhängigen Mehrzugbetrieb mit bis zu 4
Zügen, die sich dank zusätzlich anschließbarer Handregler auch alle
gleichzeitig steuern lassen. Dank einer Ausgangsleistung von fast 50 VA
(setzt natürlich einen entsprechend starken Trafo voraus) ist das auch
leistungsmäßig kein Problem. Mittlerweile reichen mir aber 4 Lokadressen
nicht mehr, deshalb plane ich schon seit längerer Zeit die Anschaffung
einer Intellibox. Mal sehen, ob vom Urlaubsgeld was übrig bleibt...
> [1] Längste Antwort die ich bisher im Usenet bekommen habe, Danke.
Bitte sehr. Spur-1-er muss man pfleglich behandeln, die sind relativ
selten ;-)
Hier übrigens noch ein Link mit Informationen rund um die Spur 1:
http://www.spur1.de.
Gruß
Michael Landenberger
> Der Lokpilot von ESU (ohne Sound, => preisgünstiger) funktioniert
> leider nur mit Gleichstrom und Faulhaber Motoren.
das ist so nicht richtig, der Lokpilot versteht sehr wohl AC, DC, DCC und MM
genau so können an diesem Decoder normale Gleichstrom-Motoren angeschlossen
werden wie auch Faulhaber-Motoren, das einzige was nicht geht ist einen
Allstrom-Motor wie er von Märklin verwendet wird anzuschließen außer man
baut diesen mit dem Conrad-Magneten um [wurde hier ja schon öfters
beschrieben]
bis denn
Michael
> > Der Lokpilot von ESU (ohne Sound, => preisgünstiger) funktioniert
> > leider nur mit Gleichstrom und Faulhaber Motoren.
"Michael Hobel"<Michae...@teleos-web.de> antwortete:
> das ist so nicht richtig, der Lokpilot versteht sehr wohl AC, DC, DCC und MM
Einspruch, euer Ehren!
Sicher funktioniert der Lokpilot (eingangsseitig) mit Gleich- oder
Wechselstrom, er erkennt auch automatisch das Format (DCC bzw. Motorola)
und sogar den Überspannungsimpuls zum Umschalten bei Trafobetrieb. Der
Motor allerdings muss ein Gleichstrommotor sein, ESU beschreibt das
jedenfalls so in der Einbauanleitung. Man muss also ggf. einen
Allstrommotor mittels Permanentmagnet in einen Gleichstrommotor umbauen.
Edbert hat nur den Bindestrich hinter "Gleichstrom" vergessen.
Der Loksound 2 bzw. Loksound XL kommt auch mit Allstrommotoren klar.
Gruß
Michael Landenberger
Hallo Michael
Hast du deine Goldwaage ausgepackt? ;-)
Also nochmal: ... nur mit Gleichstrom- und Faulhaber-Motoren.
[wie Michael richtig anmerkte]
Markus (der den Thread begann) hat nun mal Allstrom-Motore.
Der Lokpilot ist daher für ihn _ohne_ Motorumbau nicht zu gebrauchen.