was genau unterscheidet eigentlich Röstkartoffeln von Schwenkkartoffeln?
Wenn ich das richtig verstanden habe, werden erstere aus rohen, letztere
aus in Salzwasser gekochten Kartoffeln zubereitet, ist das richtig?
Oder können Röstkartoffeln auch aus Pellkartoffeln zubereitet werden,
sind also nix anderes als die gemeinen Bratkartoffeln, nur ohne Zusätze
wie Speck, Ei etc.?
Oder wie?
Harald
Nach meinem Verständnis (NRW; Bayern) [2] sind:
/Röst-Kartoffeln/: *Rohe Kartoffeln*, in dünne Scheiben, Streifen oder
Würfel geschnitten, kross in der Pfanne in Margarine, Öl, auch Schmalz,
gebraten. Immer erst zum Schluß gesalzen (werden sonst weich) und
pfeffert. Variationen [1] möglich.
/Schwenkkartoffeln/: Kleine Kartoffeln (größere längs halbieren)
schälen, in *Salzwasser* nicht zu weich *kochen*, abdämpfen - und in
Butter, Öl, Margarine (gehackte Kräuter) in der Pfanne oder Topf
'schwenken'. Meistens als Beilage gedacht.
/Bratkartoffeln/: Pellkartoffeln (gern auch vom Vortag), pellen, in
Scheiben geschnitten (kleine, junge Kartoffeln nur abbürsten und im
Ganzen) in der Pfanne mit Öl, Margarine, Schmalz braun braten.
Variationen [1] möglich.
[1] Variationen mit Kräutern, Zwiebeln, Speck, Schinken, Gemüse,
Käse, Wurst, Fleisch(resten), Ei, und, und ...
[2] Ich bin eigentlich ziemlich sicher, dass es in anderen Regionen
Deutschlands für die Namen Röst-, Schwenk- und Bratkartoffeln jeweils
die unterschiedlichsten "Voraussetzungen" (wie "roh" oder gekocht") gibt ...
Dorothee
>Am 09.10.2010 06:51, schrieb Harald Beukel:
>> was genau unterscheidet eigentlich Röstkartoffeln von Schwenkkartoffeln?
Der Unterschied liegt in der Region, in der derjenige aufgewachsen ist,
der sie zubereitet.
Bei mir gibt es weder noch sondern einfach Bratkartoffel.
jue
Ich kann zwar nachvollziehen, dass kein Unterschied zwischen Röst- und
Bratkartoffeln gemacht wird - aber Schwenkkartoffeln sind etwas
anderes.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
Hartmut
>Wie wär es noch mit Brägele, Roigebrädelde und Rösti?
>Die Bezeichnung hängt doch sehr von der Region ab.
>Bei uns gibt es keine Röstkartoffel.
>in Wikiopedia schreibt man
>"Bratkartoffeln im engeren Sinne werden aus gekochten Kartoffeln
>(Pellkartoffeln) hergestellt – bei Verwendung roher Kartoffeln entstehen
>Schmorkartoffeln (auch Röstkartoffeln, pommes sautées)."
>dafür macht man dort in die Rösti Eier, Speck und Käse ok und Eier dann
>drüber
Unter Rösti verstehe ich auch wieder etwas ganz anderes.
Die schreibende Zunft bei Wikipedia ist nicht unbedingt durch ihre
Kochfähigkeiten bekannt.
Grüße,
Lars Friedrich
Bei uns gibt es ein Restaurant, wo sowohl Schwenk- als auch
Röstkartoffeln als Beilage angeboten werden.
Ich habe dort aber noch nie gegessen, deswegen konnte ich auch nicht
fragen, wo die den Unterschied machen.
Harald
Bei den Röstkartoffeln werden die Kartoffeln hauptsächlich geröstet.
(Tchuldigung, aber was soll ich sonst dazu schreiben?)
Bei den Schwenkkartoffeln geht es weniger um das Rösten, sondern darum,
die Kartoffeln möglichst gleichmässig mit <Inhalt der Pfanne, sprich
Kräuter, Gewürze und natürlich viel Fett> zu bedecken. Daraus ergibt
sich dann auch, dass Schwenkkartoffeln üblicherweise mit gegarten
Kartoffeln zubereitet werden, da sie nunmal nicht so lange in der Pfanne
verbleiben müssen, um Schwenkkartoffeln zu werden. Gekochte Kartoffeln
ist aber nicht ursächlich für Schwenkkartoffeln, sondern nur Symptom.
Grüße,
Lars Friedrich
Nicht ganz, erstere können auch aus Pellkartoffeln gemacht werden.
>
>Oder können Röstkartoffeln auch aus Pellkartoffeln zubereitet werden,
>sind also nix anderes als die gemeinen Bratkartoffeln, nur ohne Zusätze
>wie Speck, Ei etc.?
Genauso seh ich das. Röstis dagegen sind was vollkommen anderes, da sie aus
rohen Kartoffeln fein geraffelt und in der Pfanne dann wieder
zusammengedrückt werden.
Ciao
Harald
--
See my friends...
http://www.negativeland.de
http://www.hartmut-mechtel.de
> Rösti kommen aus der Schweiz
Quatsch, entweder aus der Tiefkuehltruhe im Supermarkt oder bei mir aus der
Kueche.
> und werden in der Regel aus mind. am Vortag
> gekochten Pellkartoffeln hergestellt. Es gibt aber auch eine Variante
> mit rohen Kartoffeln, das sind aber nicht die echten Rösti.
Jeder wie er mag, bei uns gips nur die echten aus rohen Kartoffeln.
Jedesmal fehlt mir aber eine passende Beilage. Zum Galsch und Rotkohl sind
sie gut, rutschen sie aber in die Sauce werden sie labberig. Das mag ich
nicht.
Beim Sauerkraut das gleiche Theater.
Nur mit Spiegelei ist´s ein bisschen droege.
Was macht ihr dazu?
Edgar
--
Einfach ist genial
Habt Ihr nur einen Teller pro Person?
Rösti mit Züricher Geschnetzeltem... mjamm!
Dazu natürlich Endiviensalat (den echten, also den bitteren) mit
Kartoffelsauce!
Nochmal: mjamm!
:-)
Harald
Jein.
Sie sind ein typisch schweizer Gericht und ich habe sie in den letzten
40 Jahren dort sehr oft gegessen in den verschiedensten Ausprägungen.
Zitat aus Wikipedia:
Um die richtige Herstellung der Rösti gibt es in der Schweiz
Meinungsverschiedenheiten, insbesondere in der Frage, ob rohe oder
vorgekochte Kartoffeln verwendet werden sollen und welche
Kartoffelsorte am besten geeignet ist.
Dieser Rösti-Streit ist auch ein Streit zwischen den beiden Städten
Bern und Zürich, denn die Berner verwenden gekochte Kartoffeln, die
Zürcher (und Ostschweizer) rohe.
Ist die Rösti Beilage zu einem Fleischgericht mit Sauce, muss sie
saugfähig sein – in diesem Fall sollte sie vorzugsweise aus
vorgekochten Kartoffeln hergestellt werden.
Nebenbei, die Rösti die in der Schweiz von der Konservenfabrik
Bischofszell - einem Produktionsbetrieb der Migros - hergestellt und
auch bei uns durch Kaufland vertrieben werden, sind eindeutig
vorgegart.
Helmut.
> Habt Ihr nur einen Teller pro Person?
Hola varon,
1 Teller von dem ich speise, 1 Teller fuer den Salat, jetzt dazu 1 Schale
fuer die Roesti, 1 Schale fuer den Salat, 1 Schale fuer den Rotkohl, 1
Bierglas, das ganze x 2.
Sollte ich Schalbretter anstellen oder wenigstens Schlingerleisten
anschrauben?
> Rösti mit Züricher Geschnetzeltem... mjamm!
Musste mir nicht sagen.
> Dazu natürlich Endiviensalat (den echten, also den bitteren) mit
> Kartoffelsauce!
Arrghhhh..., Lechuga, Tomate, Mais. Das passt schon.
Oder noch besser, Gurkensalat mit Knoblauchsenfdressing (nicht zum
Zuercher!)
> Nochmal: mjamm!
> :-)
Das kriegen wir schon hin. ;-)
Mesa de comedor nuevo?
>> Rösti mit Züricher Geschnetzeltem... mjamm!
>
> Musste mir nicht sagen.
>
>> Dazu natürlich Endiviensalat (den echten, also den bitteren) mit
>> Kartoffelsauce!
>
> Arrghhhh..., Lechuga, Tomate, Mais. Das passt schon.
Yo, Mais passt zu Züricher Geschnetzeltem...
Pass bloß auf, das ein gewisser Herr Gagnaux das nicht liest...
Harald
>Jein.
>Sie sind ein typisch schweizer Gericht und ich habe sie in den letzten
>40 Jahren dort sehr oft gegessen in den verschiedensten Ausprägungen.
Genaugenommen sogar nur aus der Deutschschweiz. Bei Volksabstimmungen,
deren Ergebnisse oftmals durch die Sprachgrenzen bestimmt sind,
spricht man auch vom "Röschtigraben".
Tssh, ich importiere doch keine Speisen aus der Schweiz.
>und werden in der Regel aus mind. am Vortag
>gekochten Pellkartoffeln hergestellt.
Von mir aus. Da ich aber keine Zeitmaschine habe um zum Vortag zu reisen,
wenn ich Lust auf Rösti habe, gibt's die bei mir aus rohen.
>Es gibt aber auch eine Variante
>mit rohen Kartoffeln, das sind aber nicht die echten Rösti.
Nur meine sind die 'echten', alle anderen sind bloß virtuell.
Rösti Hawaii
Grüße,
Lars Friedrich
> Am 10.10.2010 06:19, schrieb Edgar Warnecke:
>> Am Sat, 09 Oct 2010 22:44:55 +0200 schrieb Harald Beukel:
>>
>>
>>> Habt Ihr nur einen Teller pro Person?
>>
>> Hola varon,
>>
>> 1 Teller von dem ich speise, 1 Teller fuer den Salat, jetzt dazu 1 Schale
>> fuer die Roesti, 1 Schale fuer den Salat, 1 Schale fuer den Rotkohl, 1
>> Bierglas, das ganze x 2.
>> Sollte ich Schalbretter anstellen oder wenigstens Schlingerleisten
>> anschrauben?
>
> Mesa de comedor nuevo?
No señor, 2 m de longitud y un metro de ancho es sufficiente.
No mas por favor. Recordarte de longitud de mi brazos.
>> Arrghhhh..., Lechuga, Tomate, Mais. Das passt schon.
>
> Yo, Mais passt zu Züricher Geschnetzeltem...
>
> Pass bloß auf, das ein gewisser Herr Gagnaux das nicht liest...
Erlaubt es was mir/Dir schmeckt ;-)
[stirnklatsch] Jauuu, mit Ketchup!
Ist ein bisschen OT, aber kannste die Kantone mal kurz zuordnen?
Scheinst Dich ja auszukennen.
Es geht nach Sprachgrenzen und es wird vor allem zwischen den welschen
und deutschen Kantonen unterschieden.
http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6stigraben
Edgar, ist ein bisschen kompliziert, da die Sprachgrenzen teilweise
durch die Kantone gehen. Hilft dir dies?
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Karte_Schweizer_Sprachgebiete_2010.png&filetimestamp=20100122190237
Wie du siehst, ist es mit italienisch noch am deutlichsten: Tessin und
die 3 südlichsten Zipfel von Graubünden, doch dies gibt nicht die echte
Sprachverteilung wieder. So findest du in manchen deutschschweizer
Großstädten durchaus höhere Anteile italienisch Sprechender, doch das
sind oft keine Schweizer sondern zugewanderte Italiener, die zählen
nicht. ;-)
Und dazu kommt, dass jeder Kanton (für seine Behörden) und jede Gemeinde
(für ihre Ämter) bestimmen kann, welche der 4 Landessprachen dort Amts-
sprache ist. Als einziger Kanton ist Graubünden ofiziell dreisprachig:
deutsch, rätoromanisch, italienisch; doch das gilt wie gesagt nur für
die Kantonalbehörden.
Helmut.
(der hofft, damit nicht bereits zu sehr verallgemeinert zu haben)
...und auf einmal sehe ich die Schweiz neu gezeichnet.
Vielen Dank!
> Edgar Warnecke stellte die Frage :
>> Am Sun, 10 Oct 2010 07:16:45 +0200 schrieb Gerald Fix:
> [...]
>>>
>>> Genaugenommen sogar nur aus der Deutschschweiz. Bei Volksabstimmungen,
>>> deren Ergebnisse oftmals durch die Sprachgrenzen bestimmt sind,
>>> spricht man auch vom "Röschtigraben".
>>
>> Ist ein bisschen OT, aber kannste die Kantone mal kurz zuordnen?
>> Scheinst Dich ja auszukennen.
>>
>
> Edgar, ist ein bisschen kompliziert, da die Sprachgrenzen teilweise
> durch die Kantone gehen. Hilft dir dies?
> http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Karte_Schweizer_Sprachgebiete_2010.png&filetimestamp=20100122190237
Dem Himmel sei Dank:
http://170.51.49.50/
Deswegen habe ich gelesen und geschaut.
Was fuer ein Durcheinander.
> Wie du siehst, ist es mit italienisch noch am deutlichsten: Tessin und
> die 3 südlichsten Zipfel von Graubünden, doch dies gibt nicht die echte
> Sprachverteilung wieder. So findest du in manchen deutschschweizer
> Großstädten durchaus höhere Anteile italienisch Sprechender, doch das
> sind oft keine Schweizer sondern zugewanderte Italiener, die zählen
> nicht. ;-)
Italiener reicht nicht:
> Und dazu kommt, dass jeder Kanton (für seine Behörden) und jede Gemeinde
> (für ihre Ämter) bestimmen kann, welche der 4 Landessprachen dort Amts-
> sprache ist. Als einziger Kanton ist Graubünden ofiziell dreisprachig:
> deutsch, rätoromanisch, italienisch; doch das gilt wie gesagt nur für
> die Kantonalbehörden.
Erinnert mich an den Ostfriesen in Peking.
Er will nach Hause und geht zum Bahnschalter:
"Einmal Fedderwarden, bitte."
Schalterbeamte:
"Feddelwadelsiel odel Feddelwadelgloden?"
> Helmut.
> (der hofft, damit nicht bereits zu sehr verallgemeinert zu haben)
Dito
A°S
--
Persönliche Daten sind wie Plutonium.
Wenn zuviele davon auf einem Haufen liegen, wird es kritisch.
-- Dirk Engling, CCC
Etwas Rosmarin, Thymian und Knoblauch sollte aber auch noch dazu. Und
vorher natürlich das Fell abziehen, sonst fusselt das im Mund so.
SCNR
Gruß
Thomas
Ich hab' mal (weil's im Kollegenkreis Differenzen über "das einzig wahre
Röstirezept(TM)" gab) wie ein wilder gegoogelt, und bin dabei auf eine
Schweizer Kochseite (IIRC vom Tourismus- oder Gastronomieverband)
gestolpert, die gefühlt ca. 30 "aecht original Rösti-Rezepte"
hatte. Scheint wohl von Kanton zu Kanton (oder gar von Dorf zu Dorf)
unterschiedlich zu sein.
Ich persönlich mag "aus rohen Kartoffeln, mit etwas Zwiebel und Möhre um
den Geschmack abzurunden" am liebsten - ob das irgendwo in der Schweiz
von irgendeinem Schweizer als "einzig wahres Original" empfunden wird,
entzieht sich meiner Kenntnis.
Tilman
> Hallo liebe Mampfer,
>
> was genau unterscheidet eigentlich Röstkartoffeln von Schwenkkartoffeln?
>
> Wenn ich das richtig verstanden habe, werden erstere aus rohen,
> letztere aus in Salzwasser gekochten Kartoffeln zubereitet, ist das
> richtig?
"Richtig" ist wohl eher nicht das passende Wort hier. Ich kenne
"Röstkartoffeln" oder einfach "Röster" als in einigen Gegenden Ost(von
mir aus auch "Mittel")deutschlands gebräuchliche Bezeichnung dessen, was
ich aus Westberlin und Ostfriesland einfach als "Bratkartoffeln" kenne
(knusprig gebratene Kartoffelscheiben - der eine nmmt lieber vorgekochte
Kartoffeln, der andere rohe). Die Bezeichnung "Schwenkkartoffeln" kenne
ich nur für in Butter leicht angeschwenkte (nicht Farbe nehmen oder
Knusprig werden lassen) kleine Pell- oder Salzkartoffeln.
Ich würde aber davon ausgehen, daß das regional recht unterschiedlich
gehandhabt wird...
Tilman
>Ich hab' mal (weil's im Kollegenkreis Differenzen über "das einzig wahre
>Röstirezept(TM)" gab) wie ein wilder gegoogelt, und bin dabei auf eine
>Schweizer Kochseite (IIRC vom Tourismus- oder Gastronomieverband)
>gestolpert, die gefühlt ca. 30 "aecht original Rösti-Rezepte"
>hatte. Scheint wohl von Kanton zu Kanton (oder gar von Dorf zu Dorf)
>unterschiedlich zu sein.
Ist es auch so ;-) Und es ist auch gut so, sonst wäre es doch viel zu
langweilig! Und Ofenrösti gibt es auch noch, typisch für Graubünden,
Stichwort 'Plain in pigna', und auch da gibt es etliche Varianten.
>Ich persönlich mag "aus rohen Kartoffeln, mit etwas Zwiebel und Möhre um
>den Geschmack abzurunden" am liebsten - ob das irgendwo in der Schweiz
>von irgendeinem Schweizer als "einzig wahres Original" empfunden wird,
>entzieht sich meiner Kenntnis.
Wenn, dann aber nicht mit Möhren, sondern mit Rüebli ;-) Es ist eine
schmackhafte Variante, auch farblich hübsch, die aber nicht zu den
traditionellen Arten gehöhrt. Ich meine, dass diese Art ursprünglich von
"Betty Bossi" eingeführt worden ist,
Salut
René
--
Die hier verwendete Absenderadresse könnte nur
kurzfristig existieren. Um mich sicher zu erreichen
bitte an ReneOnNews AT renegagnaux PUNKT ch schreiben.