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Beerenauslese bei Aldi

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Axel Voss

unread,
Nov 6, 2001, 5:21:33 AM11/6/01
to
Bei Aldi Nord gibt es ab 7. November eine Beerenauslese aus
Rheinhessen/Pfalz für sagenhafte 5,98 Mark die 0,75l Flasche!
Jahrgangsangabe fehlt auf den ersten
Blick.Mit der Lupe kann man aber auf dem Etikett der abgebildeten Flasche
1999
erkennen. Normaler Schlabberwein (Grauburgunder etc.) von Aldi hat mich noch
nie vom
Hocker gehauen. Riesenentäuschungen habe ich aber auch noch nicht erlebt.
Eine Beerenauslese für 5,98 kann aber IMHO nicht funktionieren. Ich rechne
mal:

5,98 Endpreis
darin enthaltene Mwst 0,96
Es verbleiben 5,02
Kosten für Glasflasche, Etikett und Korken 0,20 (geschätzt)
Es verbleiben 4,82
Unterstellen wir, dass der Wein ein Lockartikel ist, Aldi also
keinen Gewinn dran macht, bleibt die Frage wie ein Winzer
für noch nicht mal 5 Mark eine Beerenauslese produzieren kann.
Gruebel
Axel

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 6, 2001, 6:55:38 AM11/6/01
to
"Axel Voss" <voss...@t-online.de> erfreute uns mit:

>Unterstellen wir, dass der Wein ein Lockartikel ist, Aldi also
>keinen Gewinn dran macht, bleibt die Frage wie ein Winzer
>für noch nicht mal 5 Mark eine Beerenauslese produzieren kann.

Kann er nicht. Höchstwahrscheinlich dubioseste Plörre. Finger weg.

MfG

Chris Kurbjuhn
--
Wenn man die Hitze nicht ertragen kann, sollte man
den Warp-Kern verlassen.
http://www.chris-kurbjuhn.de

Thiell

unread,
Nov 6, 2001, 7:39:33 AM11/6/01
to
Moin, moin,
ich kanns nicht lassen .....
Wenn sich einer ein Auto fuer 15TDM kauft, obwohl er weiss, dass der fuer
200TDM erst ein richtiges Auto ist, ist der doof?
Und der Leber isses sowieso egal, wovon sie hart wird.
Gruessle
max
P.S. verwendet wer noch OE6 als 'newsreader' und weiss wie mensch alle
markierten Beitraege als eine Textdatei speichern kann?

"Chris Kurbjuhn" <Nutz...@chris-kurbjuhn.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9s8mka.3...@chris-kurbjuhn.de...

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 6, 2001, 7:32:31 AM11/6/01
to
"Thiell" <max.t...@gmx.de> erfreute uns mit:

>Moin, moin,
>ich kanns nicht lassen .....

Ich auch nicht.

>Wenn sich einer ein Auto fuer 15TDM kauft, obwohl er weiss, dass der fuer
>200TDM erst ein richtiges Auto ist, ist der doof?

Mit Sicherheit nicht. Wenn man jedoch für DM 5,98 eine Flasche mit der
Aufschrift "Beerenauslese" kauft und gleichzeitig weiß, daß so ein
Wein im Prinzip das doppelte kosten müßte, dann ist die
Wahrscheinlichkeit eben ziemlich groß, daß keine Beerenauslese in der
Flasche ist. Im günstigsten Fall ist ein aufgezuckerter Tafelwein
drin, und der wäre mit DM 5,98 viel zu teuer.

>Und der Leber isses sowieso egal, wovon sie hart wird.

Meinem Gaumen ist es aber nicht egal, was ich ihm zumute.

Christian Köhn

unread,
Nov 6, 2001, 9:36:16 AM11/6/01
to
Hallo Max,

"Thiell" <max.t...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9s8ktg$11okke$1...@ID-68275.news.dfncis.de...


> Wenn sich einer ein Auto fuer 15TDM kauft, obwohl er weiss, dass der fuer
> 200TDM erst ein richtiges Auto ist, ist der doof?

Wenn auf dem Auto für 15TDM "Ferrari" steht und er das für bare Münze nimmt,
ist er doof. Wenn einer eine originale Rolex auf dem Basar für 200 DM kauft
und sich zu Hause wundert, dass sie gefälscht ist, ist er doof. Wer eine
Beerenauslese für 5,95 DM kauft, der ist entweder doof, oder es kommt ihm
(wie Deiner Leber) nur auf die alkoholische Wirkung an. Er sollte allerdings
noch den Preis für eine Packung Aspirin dazurechnen.

Gruß,
Christian


Malte Tanner

unread,
Nov 6, 2001, 11:18:51 AM11/6/01
to
Moin,moin, Max,
"Thiell" schrieb

> P.S. verwendet wer noch OE6 als 'newsreader' und weiss wie mensch alle
> markierten Beitraege als eine Textdatei speichern kann?

Benutze ihn hin und wieder, allerdings in der letzten Zeit häufiger.

Würde mir das Leben einfach machen:

Die Datei notepad.exe mach bitte auf. Dazu OE6. Geh auf Bearbeiten-Alles
Markieren,
Dann in OE6 auf Bearbeiten-Kopieren.

Wechsele in den Editor (notepad.exe) gehe auf Bearbeiten-Einfügen.

Danach im Editor Datei-Speichern unter anwählen, und tauf das Kind (äh
whoops die Datei).

HTH,

Malte


M.Daeumling

unread,
Nov 6, 2001, 12:50:07 PM11/6/01
to
On Tue, 6 Nov 2001 11:21:33 +0100, "Axel Voss" <voss...@t-online.de>
wrote:

>Bei Aldi Nord gibt es ab 7. November eine Beerenauslese aus
>Rheinhessen/Pfalz für sagenhafte 5,98 Mark die 0,75l Flasche!
>Jahrgangsangabe fehlt auf den ersten
>Blick.Mit der Lupe kann man aber auf dem Etikett der abgebildeten Flasche
>1999

Kommentare von Anderen gelesen .....


warum nicht einfach ne Flasche kaufen (eine! ). Probekosten! Und dann
hinterher lästern.....

mfG

Bernd Wortmann

unread,
Nov 6, 2001, 2:17:33 PM11/6/01
to
"Thiell" <max.t...@gmx.de> schrieb:

>
> P.S. verwendet wer noch OE6 als 'newsreader' und weiss wie mensch
> alle markierten Beitraege als eine Textdatei speichern kann?

Hallo Max,
Ja, in 3 Schritten, während ich glaube, daß die von Malte genannte
Technik eher "Einzelverarbeitung" ist.

Alle gewünschten Kopfzeilen markieren, Mausklick rechts,
"Zusammenfassen und dekodieren", OK.

Es erscheint ein Fenster mit der Reihenfolge, die Du zur Herstellung
von Medienclips korrigieren könntest, was aber zur vermutlichen
Extraktion von formatierten Rezepten nicht notwendig ist, also auch
OK.

Dann hast du eine eMail mit allen gewünschten Beiträgen, Dort:
"Datei", "Speichern unter", die Vorgabe *.eml in *.txt ändern, Namen
vergeben, OK.

Jetzt ist es eine reine Textdatei zur Weiterverarbeitung.

Bernd

Malte Tanner

unread,
Nov 6, 2001, 4:06:08 PM11/6/01
to
In diesem posting erwähnt Bernd Wortmann:

> Ja, in 3 Schritten, während ich glaube, daß die von Malte genannte
> Technik eher "Einzelverarbeitung" ist.

Korrekt. Und auch eine die vom Ablauf länger dauert.

>
> Alle gewünschten Kopfzeilen markieren, Mausklick rechts,
> "Zusammenfassen und dekodieren", OK.

whoooow :-) Gegenfrage: Wo stehen die Inhalte?. Das was man in das größere
Fenster reinschreibt? Wie wird das berücksichtigt?

>
> Es erscheint ein Fenster mit der Reihenfolge, die Du zur Herstellung
> von Medienclips korrigieren könntest, was aber zur vermutlichen
> Extraktion von formatierten Rezepten nicht notwendig ist, also auch
> OK.

hat also mit dem Zweck eine Gesamttextdatei zu erstellen nix zu tun? Wenn
ich Dich richtig verstehe.

>
> Dann hast du eine eMail mit allen gewünschten Beiträgen, Dort:
> "Datei", "Speichern unter", die Vorgabe *.eml in *.txt ändern, Namen
> vergeben, OK.

Soweit verstanden.

>
> Jetzt ist es eine reine Textdatei zur Weiterverarbeitung.

Da steht alles drin, auch wenn der thread sagen wir mal 60 postings enthält
mitsamt seinem Text?

Outlook Express könnte doch noch seine Dienste leisten wenn dem so ist :-)

Sorry letzter Satz mußte mal an die Anti-OE Front raus.

Malte

Malte Tanner

unread,
Nov 6, 2001, 4:14:52 PM11/6/01
to

"M.Daeumling"

> Kommentare von Anderen gelesen .....
>
>
> warum nicht einfach ne Flasche kaufen (eine! ). Probekosten! Und dann
> hinterher lästern.....

Bin kein Weintrinker, aber bei Aldi Nord wäre mir das neu, wenn dort
Weinproben
stattfänden.

Malte


Thiell

unread,
Nov 6, 2001, 5:59:02 PM11/6/01
to
Hallo Berndt,
"Bernd Wortmann" <b.wor...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9s9df8$rsn$07$2...@news.t-online.com...

das war der Tip des Tages!!!
Danke sehr, also ehrlich ohne 1000 Seiten lesen waere ich da nie drauf
gekommen, und wer weiss ob es da gestanden haette.

(Ich werd mir den Aldi Wein mal holen, schaun wir mal, vielleicht ist es ja
sowas wie der Schampus)
Gruss
max


Flups Baumann

unread,
Nov 6, 2001, 6:32:00 PM11/6/01
to
malte....@firemail.de (Malte Tanner) schrieb:

[Original-Zeilenumbruch beibehalten]

> Bin kein Weintrinker, aber bei Aldi Nord wäre mir das neu, wenn dort
> Weinproben
> stattfänden.

Nicht *bei* Aldi Nord, sondern *vor* Aldi Nord. Da gilt die Devise: Erst
kaufen, dann trinken, und wenn er schmeckt schnell mit Nachschub
versorgen, ehe alles weg ist...

Flups

Flups Baumann

unread,
Nov 6, 2001, 6:23:00 PM11/6/01
to
christi...@gmx.de (Christian Köhn) schrieb:

> oder es kommt ihm (wie Deiner Leber) nur auf die alkoholische Wirkung
> an. Er sollte allerdings noch den Preis für eine Packung Aspirin
> dazurechnen.

Gleich 'ne ganze Packung? 1 mg ASS sollte mehr als reichen, das kostet
vielleicht 10 Pfennig.

Flups

Andi Polster

unread,
Nov 6, 2001, 6:52:57 PM11/6/01
to
Servus Skeptiker,

M.Daeumling <mdau...@hotmail.com> schrieb >

> Kommentare von Anderen gelesen .....
>
>
> warum nicht einfach ne Flasche kaufen (eine! ). Probekosten! Und
dann
> hinterher lästern.....
>
> mfG
>

ist doch mal ein guter Vorschlag. Vielleicht handelt es sich ja um
eine miderwertige Beerenauslese aber umd eine geniessbaren Wein und es
schmeckt trotzdem! Außerdem: Wer bei einem 6 DM-Wein gleich Aspirin
braucht sollte sich lieber mal Gedanken über sein verträgliches
Quantum machen!

Gruss, Andi


Wolfgang Kommerell

unread,
Nov 6, 2001, 7:40:31 PM11/6/01
to
Flups Baumann <fl...@flups.de> wrote:

> Gleich 'ne ganze Packung? 1 mg ASS sollte mehr als reichen, das kostet
> vielleicht 10 Pfennig.

Eine fünfhundertstel Tablette? Scheint mir etwas wenig, außerdem schwer
präzise zu dosieren ;-)

SCNR,
Wolfgang.

Axel Voss

unread,
Nov 6, 2001, 2:12:15 PM11/6/01
to

M.Daeumling <mdau...@hotmail.com> schrieb in im Newsbeitrag:
3be820c4...@news.get2net.dk...

Weil mir sechs Mark, nur um zu lästern, zu viel sind.
Und weil ich meine Leber nicht über Gebühr gefährden möchte.

Gruss
Axel

Flups Baumann

unread,
Nov 6, 2001, 8:41:00 PM11/6/01
to
komm...@gmx.de (Wolfgang Kommerell) schrieb:

>> 1 mg ASS sollte mehr als reichen, das kostet vielleicht 10 Pfennig.

> Eine fünfhundertstel Tablette?

Uups, Einheitenfehler. Gramm sollte es heißen!

Flups

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 7, 2001, 4:24:09 AM11/7/01
to
Konrad Wilhelm <wil...@onlinehome.de> erfreute uns mit:

>Um ehrlich zu sein: ich ahn ja noch nicht mal, was sich hinter der
>Bezeichnung "Beerenauslese" ganz genau verbirgt. Wie muss der den
>besonders hergestellt werden?

Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen sind Weine aus überreifen,
rosinenartig getrockneten und auch sogenannten "edelfaulen" Beeren,
die sehr spät geerntet und oftmals _Beere für Beere von Hand_
gepflückt werden. Die entstehenden Weine werden auch als "edelsüß"
bezeichnet, sind (bei oftmals deutlicher Restsäure) süß und können
ungeheuer aromatisch werden.

Die Herstellung von BAs bzw. TBAs ist für den Winzer wesentlich
aufwendiger als bei anderen Weinen, da er die Trauben wesentlich
länger im Weinberg lassen muß, den optimalen Zeitpunkt für die Lese
finden muß (so spät wie möglich, aber vor dem ersten Frost) und die
Erträge wesentlich geringer sind. Das Risiko des Winzers ist
wesentlich größer als bei Tafelwein, Kabinett, Spätlese, da widrige
Witterungsbedingungen (Hagel, zuviel Regen, plötzlich einsetzender
Frost) ihm den ganzen (zukünftigen) Wein kaputt machen können. Ebenso
können bei der Weinlese keine Maschinen eingesetzt werden, er muß bei
der Weinlese also mit _vielen_ Helfern in den Weinberg gehen, was
seine Lohnkosten entsprechend erhöht. Ebenso erfordert die Lese der
empfindlichen Trauben von Hand eine sehr große Sorgfalt und kann nicht
von ungelernten Hilfskräften erledigt werden.

Gruß

Chris Kurbjuhn
--
Satire, Sport und fette Saucen auf
http://www.chris-kurbjuhn.de

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 7, 2001, 4:31:47 AM11/7/01
to
Konrad Wilhelm <wil...@onlinehome.de> erfreute uns mit:

>Ich bewundere Dich immer wieder, wie genau du über alles Bescheid
>weißt. Das muss schön für Dich sein.

Ich interessiere mich für Wein. Ich befasse mich gern mit Themen, die
mich interessieren. Das macht Spaß und man erfährt dabei so
mancherlei.

>So mit Wahrscheinlichkeiten und aufgezuckert und alles ...

In Deutschland sind die Mostgewichte für die verschiedenen
Qualitätsstufen gesetzlich vorgeschrieben, d. h. wenn Beerenauslese
draufsteht, muß der Wein IIRC über hundert Oechsle-Grade haben. Die
sind in Weinberg und Keller nur mit aufwendigen, risikobehafteten
Methoden zu erzielen, die sich mit DM 5,98 nicht refinanzieren lassen.
Also muß die Süße auf andere, deutlich preiswertere Weise in den Wein
gelangt sein.

Gruß

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 7, 2001, 4:51:58 AM11/7/01
to
"Andi Polster" <andip...@planet-interkom.de> erfreute uns mit:

>ist doch mal ein guter Vorschlag. Vielleicht handelt es sich ja um
>eine miderwertige Beerenauslese aber umd eine geniessbaren Wein und es
>schmeckt trotzdem!

Wie soll minderwertiger Wein genießbar sein und "trotzdem" schmecken
können?

>Außerdem: Wer bei einem 6 DM-Wein gleich Aspirin
>braucht sollte sich lieber mal Gedanken über sein verträgliches
>Quantum machen!

IMHO geht's beim Weintrinken um den Geschmack und nicht darum, sich
Alkohol zuzuführen und denselben zu "vertragen". Wenn du mal so eine
richtige "Chemie-Bombe" erwischst, können schon ein, zwei Schluck
genügen, um dir am nächsten Morgen entsprechende Kopfschmerzen zu
bescheren.

Schließlich "richtige" Beerenauslesen oder gar Trockenbeerenauslesen
oder Eisweine sind relativ teure Weine, weil ihre Herstellung sehr
aufwendig ist und der Winzer einen sehr geringen Ertrag pro Hektar
hat. Obwohl man's eigentlich nicht vergleichen kann: eine
Beerenauslese für DM 6.- "entspräche" in etwa einem Tafelwein für DM
1,50 pro Liter.

Christian Köhn

unread,
Nov 7, 2001, 7:27:28 AM11/7/01
to
"Andi Polster" <andip...@planet-interkom.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9s9t1d$11tt3a$1...@ID-23420.news.dfncis.de...
> Servus Skeptiker,

> Vielleicht handelt es sich ja um
> eine miderwertige Beerenauslese aber umd eine geniessbaren Wein und es
> schmeckt trotzdem! Außerdem: Wer bei einem 6 DM-Wein gleich Aspirin
> braucht sollte sich lieber mal Gedanken über sein verträgliches
> Quantum machen!

Hallo Andi,
mir fällt schon länger auf, dass es in de.rec.mampf starke Vorbehalte gegen
Leute gibt, die bekennnen, auch mal Weine für mehr als 6.99 DM zu trinken
oder gar so vermessen sind, sich als "Weinkenner" zu outen. Dabei geht es
beim Wein wie bei allen anderen Lebensmitteln nur um Qualität. Du kannst es
mit der Massentierhaltung vergleichen: Ein Huhn für 3 DM kann nur unter den
bekannten Bedingungen produziert werden und die entsprechende Qualtität
haben. Da macht es keinen grundsätztlichen Unterschied, ob Du es bei Aldi
oder sonstwo kaufst. Jeder Winzer kennt den Zusammenhang von Ertrag und
Qualität: Gute Qualtität gibt es nicht ohne Ertragsbegrenzung. Das steigert
zwangsläufig den Preis pro Flasche. Eine Beerenauslese (die mehr als 110
Oechsle-Grade haben muss!) ist auf natürliche Weise zu diesem Preis nicht zu
produzieren. Ein ähnlicher Fall sind die ganzen "Barrique-Weine" für 6 DM:
Wenn Du weisst, dass ein einziges gutes Barrique für 225 l Wein ca. 1200 DM
kostet und zweimal benutzt werden kann, kommst Du allein für den Holzausbau
auf 2 DM pro Flasche. Wohlgemerkt: Ohne Wein, ohne Flasche, ohne Korken,
ohne Etikett, ohne Mehrwertsteuer, ohne Arbeitslohn, ohne Transport, ohne
Gewinn. Da liegt doch der Verdacht auf der Hand, dass viele der
"Barrique-Weine" ein Holzfass nie von innen gesehen haben und statt dessen
mit (auf jeder Weinmesse zu kaufenden und gekauften) Holzspänen versehen
wurden, um den gewünschten Geschmack zu erzielen. Dass der Geschmack dann
aber grauenhaft parfümiert und unausgewogen ist, fällt dann erst beim
Probieren auf. Schau Dir mal in Winzerfachgeschäften die Chemie-Abteilung
an, und Du wirst nicht mehr behaupten, dass meine Kopfschmerzen vom Quantum
kommen. Ich habe in den vergangenen Jahren an mir beobachtet, dass, nachdem
ich erst einmal angefangen hatte, höhere Qualitäten zu probieren, meine
Ansprüche nach und nach gewachsen sind. Das hat zwar Konsequenzen für meinen
Geldbeutel aber auch für meine Lebensfreude, und ich kann nur alle
genussfreudigen Menschen (die ich eigentlich hier vermutet hätte) animieren,
vorurteilsfrei zu probieren.
Gruß und Prosit,
Christian


Axel Voss

unread,
Nov 7, 2001, 6:02:54 AM11/7/01
to

Chris Kurbjuhn <Nutz...@chris-kurbjuhn.de> schrieb > "Axel Voss"

<voss...@t-online.de> erfreute uns mit:
>
> >Unterstellen wir, dass der Wein ein Lockartikel ist, Aldi also
> >keinen Gewinn dran macht, bleibt die Frage wie ein Winzer
> >für noch nicht mal 5 Mark eine Beerenauslese produzieren kann.
>
> Kann er nicht. Höchstwahrscheinlich dubioseste Plörre. Finger weg.
>
Prinzipiell stimme ich Dir zu, Chris. Nachdem ich heute bei Aldi war,
sind mir jedoch Bedenken gekommen.
Es handelt sich um einen 2000er Siebeldinger Königsgarten (was
mir nicht allzuviel sagt, kennst Du die Lage??)
Beim Abfüller handelt es sich jedoch um die Weinkellerei Andreas Oster
aus Cochem. Und den Laden kenne ich recht gut. Ein Betrieb, der
soweit ich das weiss, über jeden Zweifel erhaben ist.
Die können es sich gar nicht leisten, schlechte Qualität auf den Markt
zu bringen.
Ich habe jedenfalls eine Flasche gekauft, allerdings nicht nicht
geöffnet oder gar den Wein probiert.
Ist immerhin erst 12.00 Uhr mittags ;-)
Die Flasche steht im Weinfach meines Kühlschranks.
Heute abend wird sie geöffnet und der Wein verkostet.
Über das Ergebnis und etwaige Folgen in Form von Kopfschmerzen
werde ich dann wohl morgen berichten.

Gruss
Axel

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 7, 2001, 10:18:28 AM11/7/01
to
"Axel Voss" <voss...@t-online.de> erfreute uns mit:

>Prinzipiell stimme ich Dir zu, Chris. Nachdem ich heute bei Aldi war,


>sind mir jedoch Bedenken gekommen.
>Es handelt sich um einen 2000er Siebeldinger Königsgarten (was
>mir nicht allzuviel sagt, kennst Du die Lage??)

Ja, liegt in der Pfalz. Spitzenlage ist "Siebeldinger im
Sonnenschein", Königsgarten ist 2. oder 3. IIRC. "Oekonomierat
Rebholz" sitzt in Siebeldingen, und von dem hatte ich schon einige
sehr schöne - allerdings trockene - Rieslinge im Glas. Ich glaube, er
macht auch edelsüße, die allerdings zu den üblichen Preisen. Was für
eine Rebsorte ist denn die Aldi-BA?

>Beim Abfüller handelt es sich jedoch um die Weinkellerei Andreas Oster
>aus Cochem. Und den Laden kenne ich recht gut. Ein Betrieb, der
>soweit ich das weiss, über jeden Zweifel erhaben ist.
>Die können es sich gar nicht leisten, schlechte Qualität auf den Markt
>zu bringen.

Die Weinkellerei kenne ich allerdings leider nicht.

>Ich habe jedenfalls eine Flasche gekauft, allerdings nicht nicht
>geöffnet oder gar den Wein probiert.
>Ist immerhin erst 12.00 Uhr mittags ;-)
>Die Flasche steht im Weinfach meines Kühlschranks.
>Heute abend wird sie geöffnet und der Wein verkostet.
>Über das Ergebnis und etwaige Folgen in Form von Kopfschmerzen
>werde ich dann wohl morgen berichten.

Ich kann es kaum erwarten. :)

Rudolf Göbel

unread,
Nov 7, 2001, 10:42:16 AM11/7/01
to

"M.Daeumling" <mdau...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:3be820c4...@news.get2net.dk...

> On Tue, 6 Nov 2001 11:21:33 +0100, "Axel Voss" <voss...@t-online.de>
> wrote:

snip

> Kommentare von Anderen gelesen .....
>
>
> warum nicht einfach ne Flasche kaufen (eine! ). Probekosten! Und dann
> hinterher lästern.....
>
> mfG


Bravo! Das ist wohl der richtige Weg. Diese Beerenauslese wäre nicht der
erste "Hammer des Tages", den ALDI auf den Markt bringt. Wenn es auch vielen
schwer fällt, zu begreifen_wie_ALDI das macht.

Rudi

Rudi


Malte Tanner

unread,
Nov 7, 2001, 10:42:18 AM11/7/01
to

"Flups Baumann"

> [Original-Zeilenumbruch beibehalten]

> Nicht *bei* Aldi Nord, sondern *vor* Aldi Nord. Da gilt die Devise: Erst
> kaufen, dann trinken, und wenn er schmeckt schnell mit Nachschub
> versorgen, ehe alles weg ist...

Dann wäre das direkt in einer Bushaltestelle bei Aldi in Walsrode besser
gesagt davor, würde dort räumlich nicht gehen :-)

Aber ansonsten kann ich Dir recht geben. Manches was bei Aldi mit
Zweitauszeichnung in den Regalen steht ist Qualität.

Malte


Christian Ehmann

unread,
Nov 7, 2001, 11:25:09 AM11/7/01
to
Axel Voss wrote:

> > Kann er nicht. Höchstwahrscheinlich dubioseste Plörre. Finger weg.
> >
> Prinzipiell stimme ich Dir zu, Chris. Nachdem ich heute bei Aldi war,
> sind mir jedoch Bedenken gekommen.

> Beim Abfüller handelt es sich jedoch um die Weinkellerei Andreas Oster


> aus Cochem. Und den Laden kenne ich recht gut. Ein Betrieb, der
> soweit ich das weiss, über jeden Zweifel erhaben ist.
> Die können es sich gar nicht leisten, schlechte Qualität auf den Markt
> zu bringen.

Wiiieee bitte? Oster, Cochem ist - hier ein großes AFAIK - eine von
vielen meist an der Mosel angesiedelten Megagroßkellereien [1], die auch
die beliebten, in Tetrapak und Zweiliterflaschen abgefüllten Massenweine
auf den Markt bringen, die der oftmals etwas schelmisch veranlagte
Volksmund gern unter dem Namen "Pennerglück" subsumiert.

Dreiste Behauptung von mir: Kein Wunder, daß das ein Aldi-Nord-Angebot
ist. Im Aldi-Süd-Gebiet verstehen die Leute nämlich was von Wein und
würden sich so etwas nicht andrehen lassen. Jetzt krieg ich bestimmt
wieder Schelte, weil ein Haufen Leute das persönlich nehmen wird (ein
beliebter Sport nicht nur in drm, aber ich sag dazu lieber nix mehr)...


Gruß
Christian


[1] Das hat historische Gründe und geht auf die Zeit zurück, als die
Moselwinzer von den Erträgen ihrer eigenen - sehr schwierig zu
bewirtschaftenden - Lagen nicht leben konnten.

M.Daeumling

unread,
Nov 7, 2001, 2:12:35 PM11/7/01
to
On Tue, 6 Nov 2001 20:12:15 +0100, "Axel Voss" <voss...@t-online.de>
wrote:

>


>Weil mir sechs Mark, nur um zu lästern, zu viel sind.
>Und weil ich meine Leber nicht über Gebühr gefährden möchte.

Wer hat denn irgendwelche Mengenangaben gemacht? Der professionelle
Weinkoster trinkt den Wein nicht, den er kostet.

mfG

Gunter Thierauf

unread,
Nov 7, 2001, 2:35:55 PM11/7/01
to
"M.Daeumling" <mdau...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:3be98221...@news.get2net.dk...

> On Tue, 6 Nov 2001 20:12:15 +0100, "Axel Voss" <voss...@t-online.de>

> Wer hat denn irgendwelche Mengenangaben gemacht? Der professionelle


> Weinkoster trinkt den Wein nicht, den er kostet.

Das soll heißen 'Er trinkt überhaupt keinen Wein?', weil er vom
verkosten ohnehin genügend Genuß erlebt hat?

Weinverkoster sind dennoch meist gute Weinkonsumenten, um nicht gerade
Säufer zu sagen. Dabei Verkosten sie eben nur ihre Lieblingsweine, die
dann angeblich Wertvoll und Genußfähig sind.

MfG Gunter


Karl Pflästerer

unread,
Nov 7, 2001, 4:26:13 PM11/7/01
to
On Wed, 07 Nov 2001, Konrad Wilhelm(wil...@onlinehome.de) wrote:
> Solche "vielleicht"-Erkenntnisse hast du gern, was?
> (dann würde eine 20er Packung normales Aspirin 1000 Mark kosten statt
> 7,80)
> Sind dir solche Ausrutscher eigentlich gar nicht peinlich?
> Dann solltest du mal über eine Politikerlaufbahn nachdenken.

Das erinnert mich an einen Ausspruch unseres Matheprofs bei den
Statistikübungen: "Es sei schon seltsam, daß außer Politikern niemand
in den Auschuß wolle."

bye
KP


--
'Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe;
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe. "Lewis Carroll" "Jabberwocky"

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 7, 2001, 6:31:04 PM11/7/01
to
"Gunter Thierauf" <GTned...@gmx.net> erfreute uns mit:

>"M.Daeumling" <mdau...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
>news:3be98221...@news.get2net.dk...
>> On Tue, 6 Nov 2001 20:12:15 +0100, "Axel Voss" <voss...@t-online.de>
>
>> Wer hat denn irgendwelche Mengenangaben gemacht? Der professionelle
>> Weinkoster trinkt den Wein nicht, den er kostet.
>
>Das soll heißen 'Er trinkt überhaupt keinen Wein?', weil er vom
>verkosten ohnehin genügend Genuß erlebt hat?

Mit Sicherheit nicht. Aber wenn die Profis verkosten, dann probieren
sie um die 50 bis 100 Weine pro Tag, Robert Parker kommt sogar schon
mal auf die 200. Da ist das Ausspucken der Proben reiner Selbstschutz
um der eigenen Gesundheit bzw. Urteilsfähigkeit willen.

>
>Weinverkoster sind dennoch meist gute Weinkonsumenten, um nicht gerade
>Säufer zu sagen. Dabei Verkosten sie eben nur ihre Lieblingsweine, die
>dann angeblich Wertvoll und Genußfähig sind.

Dies trifft IMHO nur auf die "Weinpäpste" wie Parker oder Johnson zu.
Die "Normalverbraucher" unter den Profi-Verkostern können sich nicht
immer aussuchen, was sie probieren.

MfG

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 7, 2001, 6:25:19 PM11/7/01
to
Konrad Wilhelm <wil...@onlinehome.de> erfreute uns mit:

>Weil dann wohlmöglich liebgewordene Vorurteile Schaden nehmen könnten.

Dies möchte ich mal in Beziehung setzen zu deiner Äußerung aus deinem
wenige Stunden zuvor abgesetzten Posting
(<edpgutcpnbua58bb3...@4ax.com>):

> Um ehrlich zu sein: ich ahn ja noch nicht mal, was sich hinter der
> Bezeichnung "Beerenauslese" ganz genau verbirgt. Wie muss der den
> besonders hergestellt werden?

Für mich jedenfalls ist spätestens jetzt klar, wer hier liebgewordene
Vorurteile pflegt.

MfG

Bettina Lander

unread,
Nov 8, 2001, 2:55:13 AM11/8/01
to
Christian Ehmann schrieb:

> Dreiste Behauptung von mir: Kein Wunder, daß das ein Aldi-Nord-Angebot
> ist. Im Aldi-Süd-Gebiet verstehen die Leute nämlich was von Wein und
> würden sich so etwas nicht andrehen lassen.

Mmmh, interessante These. Da die Grenze zwischen Aldi-Nord und Aldi-Süd
aber irgendwo zwischen Wuppertal (Nord) und Düsseldorf (Süd) verläuft,
glaube ich nicht so ganz daran, dass sie zutrifft ;-))

Bettina

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 8, 2001, 4:26:41 AM11/8/01
to
Konrad Wilhelm <wil...@onlinehome.de> erfreute uns mit:

>Der Most muss ja die Öchsle haben, nicht der Wein, und das wird direkt
>während der Lese gemessen. Und Zuckerzusatz is ja wohl nich bei
>deutschen Prädikatsweinen, oder? Was meinst du also mit "auf andere
>Weise in den Wein gelangt?"

Bei Winzern ist es wie überall: es gibt solche und solche. Die
Möglichkeiten der Chemie sind unendlich, und im Keller, bei der
Weinbereitung, ist der Winzer oft alleine. Die Versuchung, ein wenig
nachzuhelfen, kann da schon sehr groß sein, zumal das Zeug, vom
Fachmann eingesetzt, im fertigen Wein nicht oder nur sehr schwer
nachzuweisen ist. Wie hier andernorts bereits erwähnt wurde: Die
Auswahl an Chemikalien, die in Winzerfachgeschäften zu finden ist,
kann auf alle Fälle ziemlich erschreckend sein.

Umso höher sind diejenigen Winzer einzustufen, die jene Mittelchen
eben _nicht_ einsetzen. Sie haben einen deutlich größeren
Arbeitsaufwand im Weinberg und im Keller, müssen aber trotzdem mit den
Preisen ihrer vielleicht nicht ganz so sauber arbeitenden Kollegen
konkurrieren.

>Glaubst du tatsächlich, dass eine Firma wie Aldi sich auf kleine
>kriminelle Panschereien einlässt und damit ihren Ruf als
>Qualitätslieferant aufs Spiel setzt. Kann ich mir nicht denken.

Eine Beerenauslese ist kein Massenprodukt. Sie kann (und soll) es auch
gar nicht sein. Edelsüße Weine sind besondere Weine für besondere
Anlässe. Deshalb machen mich derartige Schnäppchen skeptisch bis
mißtrauisch.

Andersherum: wenn dir irgendein Händler (große Kette, kleiner
Einzelhandel, vollkommen egal) ein Kilo Rinderfilet zum Preis von DM
5.- anbietet, was denkst du?

"Superschnäppchen! Endlich mal ein Fleischer, der kalkulieren kann!"

Oder...

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 8, 2001, 4:11:06 AM11/8/01
to
Konrad Wilhelm <wil...@onlinehome.de> erfreute uns mit:


>Aber es ist auch eine Beerenauslese, wenn sie nicht _Beere für Beere
>von Hand_ gepflückt werden? Das kann der Winzer also so machen wie er
>will? Ganz normale Weinlese mit Maschine oder eben konventionell
>(Trauben pflücken, nicht Beeren) ist auch erlaubt (weil du "oftmals"
>schreibst)?

Eine Beerenauslese muß nicht immer _Beere für Beere_ aber immer _von
Hand_ gelesen werden. Beim Maschineneinsatz wäre der Schwund
angesichts der ohnehin geringen Erträge viel zu hoch.

>>Die Herstellung von BAs bzw. TBAs ist für den Winzer wesentlich
>>aufwendiger als bei anderen Weinen, da er die Trauben wesentlich
>>länger im Weinberg lassen muß, den optimalen Zeitpunkt für die Lese
>>finden muß (so spät wie möglich, aber vor dem ersten Frost) und die
>>Erträge wesentlich geringer sind.

>Warum kann er nicht auf Nummer sicher gehn und eben doch bisschen eher
>herbsten? Gibt es da Limits? Wann darf ein Wein Beerenauslese genannt
>werden?

Vereinfacht gesprochen: Je länger er die Trauben im Weinberg läßt,
desto größer ist die Aussicht auf einen höherwertigen Wein. Der Beginn
der Weinlese ist reglementiert, wie spät ein Winzer erntet bleibt ihm
selbst überlassen.

Eine Beerenauslese muss mindestens 110 bis 128 Grad Oechsle haben
(unterschiedlich je nach Anbaugebiet). Es dürfen nur überwiegend
edelfaule oder zumindest überreife Trauben verwendet werden. Der
natürlich vorhandene Alkoholgehalt muß mindestens 5,5 % vol. betragen.

>> Das Risiko des Winzers ist
>>wesentlich größer als bei Tafelwein, Kabinett, Spätlese, da widrige
>>Witterungsbedingungen (Hagel, zuviel Regen, plötzlich einsetzender
>>Frost)

>und was ist jetzt Eiswein? Durch Frost wird er doch eher noch besser?

Eiswein ist einerseits vom Charakter her IMHO ein anderer Wein als
eine BA oder eine TBA, bei dem die Süße absolut dominiert. Ist
Geschmackssache. Außerdem sind die Bestimmungen bei Eiswein noch
strenger, das Risiko für den Winzer noch größer: die gesunden,
möglichst nicht edelfaulen Trauben (es gibt auch Varianten mit
Edelfäule) müssen bis zum ersten Frosteintritt am Rebstock belassen
werden. Eiswein muß bei minus 7 % Celsius gelesen werden usw.

Also: ein milder Winter, ein plötzlicher Wärmeeinbruch bei der Lese
o.ä. und der Winzer hat den teuersten Most dieser Erde produziert.

>>ihm den ganzen (zukünftigen) Wein kaputt machen können. Ebenso
>>können bei der Weinlese keine Maschinen eingesetzt werden, er muß bei
>>der Weinlese also mit _vielen_ Helfern in den Weinberg gehen, was
>>seine Lohnkosten entsprechend erhöht. Ebenso erfordert die Lese der
>>empfindlichen Trauben von Hand eine sehr große Sorgfalt und kann nicht
>>von ungelernten Hilfskräften erledigt werden.
>>

>Das beantwortet wohl meine obige Frage: er dürfte schon, es würde aber
>nicht funktionieren. Bzgl Arbeitskräfte bin ich mir aber sehr sicher:
>wer Spargelstechen lernen kann kann auch Beerenauslese herbsten.

Hmm. Wenn ein Winzer sich entscheidet, eine Beerenauslese oder
Trockenbeerenauslese oder gar einen Eiswein herzustellen, braucht er
(immer vorausgesetzt, er hat nicht von vornherein vor, bei der Chemie
Zuflucht zu suchen) einen Weinberg in einer Region, in der das
überhaupt möglich ist, entsprechenden Boden, klimatische Bedingungen
usw. Zusätzlich muß er - um eine entsprechende Qualität _im Weinberg_
zu erzielen - den Ertrag der Rebstöcke stark reduzieren, er wird also
relativ wenige Trauben ernten, aus denen er seinen edelsüssen Wein
letztendlich keltern wird. Schließlich sind die Beeren zum Zeitpunkt
der Lese sehr empfindlich. Zum Zeitpunkt der Lese steht die Arbeit von
mehreren Jahren auf dem Spiel (im Keller geht es ja noch -
gelegentlich jahrelang - weiter). Also, wenn du das Risiko eingehen
würdest... :)

MfG

Axel Voss

unread,
Nov 8, 2001, 3:50:25 AM11/8/01
to

Chris Kurbjuhn <Nutz...@chris-kurbjuhn.de> schrieb

> "Axel Voss" <voss...@t-online.de> erfreute uns mit:
>

>>Es handelt sich um einen 2000er Siebeldinger Königsgarten (was
>>mir nicht allzuviel sagt, kennst Du die Lage??)
>
> Ja, liegt in der Pfalz. Spitzenlage ist "Siebeldinger im
> Sonnenschein", Königsgarten ist 2. oder 3. IIRC. "Oekonomierat
> Rebholz" sitzt in Siebeldingen, und von dem hatte ich schon einige
> sehr schöne - allerdings trockene - Rieslinge im Glas. Ich glaube, er
> macht auch edelsüße, die allerdings zu den üblichen Preisen. Was für
> eine Rebsorte ist denn die Aldi-BA?

Darüber schweigt das Etikett sich vornehm aus.
Aber auch die Flasche sieht vornehm aus. Blau eingefärbtes Glas.
Grünes und braunes Glas ist eben nur was für
normale Tischweine ;-)


> >Beim Abfüller handelt es sich jedoch um die Weinkellerei Andreas Oster
> >aus Cochem. Und den Laden kenne ich recht gut. Ein Betrieb, der
> >soweit ich das weiss, über jeden Zweifel erhaben ist.
> >Die können es sich gar nicht leisten, schlechte Qualität auf den Markt
> >zu bringen.
>
> Die Weinkellerei kenne ich allerdings leider nicht.

Der Laden ist ok. Und der Einwand, der hier von anderer Seite in der
Diskussion aufkam Oster wäre ein zweifelhafter Abfüller, nur weil
es eine große Firma ist, lasse ich nicht gelten.
Klar, Oster füllt auch minderwertige Weine ab, etikettiert sie dann
aber niemals mit Prädikaten.


> >Ich habe jedenfalls eine Flasche gekauft, allerdings nicht nicht
> >geöffnet oder gar den Wein probiert.
> >Ist immerhin erst 12.00 Uhr mittags ;-)
> >Die Flasche steht im Weinfach meines Kühlschranks.
> >Heute abend wird sie geöffnet und der Wein verkostet.
> >Über das Ergebnis und etwaige Folgen in Form von Kopfschmerzen
> >werde ich dann wohl morgen berichten.
>
> Ich kann es kaum erwarten. :)

Dein Warten hat ein Ende.

Volles Bukett, typisches Beerenauslese.
Aber irgendwie nicht rund. Vermutlich Schwefel
Farbe nicht so stark in Richtung Bernstein, wie ich
es von einer BA gewohnt bin.
Kopfschmerzen habe ich nicht bekommen, obwohl ich
gestern abend die ganze Pulle leer getrunken habe.
Allerdings zu zweit mit meiner Frau.
Mein Fazit:
Es ist schon eine Beerenauslese, aber die mieseste,
die ich je getrunken habe.
Was nicht heißen soll, dass dieser Wein an sich mies ist.
Mercedes hat ja auch Autos gebaut, die den Elch-Test
nicht bestanden haben.
Gruss
Axel

Wolfgang Kommerell

unread,
Nov 8, 2001, 5:31:18 AM11/8/01
to
Chris Kurbjuhn <Nutz...@chris-kurbjuhn.de> wrote:

> Eiswein muß bei minus 7 % Celsius gelesen werden usw.

Der "Witz" beim Eiswein ist, dass er auch bei höchstens minus 7°C *auf
die Kelter* muss. Das bewirkt, dass der Most stark konzentriert wird, da
ein Teil des Wassers gefroren *bleibt* und somit nicht im Most landet.
Ein ähnlicher Effekt ergibt sich, wenn man z.B. Orangensaft einfriert
und dann "aussaugt" - ich erinnere mich an ein Tupperware "Eis-am
Stiel"-Set zum selbstfüllen in meiner Kindheit... :-)

Wolfgang

Flups Baumann

unread,
Nov 8, 2001, 5:35:00 AM11/8/01
to
voss...@t-online.de (Axel Voss) schrieb:

> Aber auch die Flasche sieht vornehm aus. Blau eingefärbtes Glas.

Mal 'ne ganz blöde Offtopic-Frage: Wohin sortiert man Blauglas? Die
Altglas-Container haben ja nur weiß, grün und braun.

Flups =

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 8, 2001, 5:40:26 AM11/8/01
to
"Axel Voss" <voss...@t-online.de> erfreute uns mit:

>
>Chris Kurbjuhn <Nutz...@chris-kurbjuhn.de> schrieb


>> Was für
>> eine Rebsorte ist denn die Aldi-BA?
>
>Darüber schweigt das Etikett sich vornehm aus.

Oh, oh...

>Aber auch die Flasche sieht vornehm aus. Blau eingefärbtes Glas.
>Grünes und braunes Glas ist eben nur was für
>normale Tischweine ;-)

Mir ist mal in London ein Wein (weinähnliches Getränk) namens "Black
Tower" untergekommen. "A blend of the very best german wines, served
in the traditional stone bottle..." :))

>Dein Warten hat ein Ende.
>
>Volles Bukett, typisches Beerenauslese.
>Aber irgendwie nicht rund. Vermutlich Schwefel
>Farbe nicht so stark in Richtung Bernstein, wie ich
>es von einer BA gewohnt bin.
>Kopfschmerzen habe ich nicht bekommen, obwohl ich
>gestern abend die ganze Pulle leer getrunken habe.
>Allerdings zu zweit mit meiner Frau.
>Mein Fazit:
>Es ist schon eine Beerenauslese, aber die mieseste,
>die ich je getrunken habe.

Was angesichts des Preises ja - leider - zu erwarten war.
Danke trotzdem für deinen selbstlosen Einsatz... :)

>Was nicht heißen soll, dass dieser Wein an sich mies ist.
>Mercedes hat ja auch Autos gebaut, die den Elch-Test
>nicht bestanden haben.

Und letztendlich könnte ich mich drüber schwarzärgern. Viele Menschen,
die vielleicht noch nie eine Beerenauslese getrunken haben, werden bei
Aldi zugreifen, den Wein trinken und (möglicherweise? vermutlich?)
enttäuscht sein und auf Länge nicht mehr zum edelsüßen Wein greifen.
Und das finde ich _wirklich_ schade.

Gruß

Chris Kurbjuhn
--
"Ich lerne nicht extra französisch für die Spieler,
wo diese Sprache nicht mächtig sind." (Mario Basler)
http://www.chris-kurbjuhn.de

Ilka Spiess

unread,
Nov 8, 2001, 6:03:58 AM11/8/01
to
In <8CSDqT6d...@flups.de> Flups Baumann, schrieb:
Hallo Flups

>> Aber auch die Flasche sieht vornehm aus. Blau eingefärbtes Glas.

>Mal 'ne ganz blöde Offtopic-Frage: Wohin sortiert man Blauglas? Die
>Altglas-Container haben ja nur weiß, grün und braun.

Da würde ich doch mal auf dem zuständigen Landratsamt anrufen, die sollen doch
auch was davon haben;-)


Gruss,
o
Ilka
--
http://home.t-online.de/home/ufetzer (Ilkas und Ullis Kochecke)
** REZKONV ** MMTOOLS ** TV-COOK ** REZEPTE ** KÜCHENKRÄUTER **

Carsten Thorenz

unread,
Nov 8, 2001, 7:33:14 AM11/8/01
to
Flups Baumann wrote:

> Mal 'ne ganz blöde Offtopic-Frage: Wohin sortiert man Blauglas? Die
> Altglas-Container haben ja nur weiß, grün und braun.


Braun. Eigentlich sind die Altglas-Container fuer weiss, gruen und
"den Rest". Wenn man viele verschiedene Farben zusammenpampt, kommt
halt braun dabei raus.

Gruss,

Carsten

Heiner Hausen

unread,
Nov 8, 2001, 7:46:59 AM11/8/01
to

Schon mal beobachtet die diese Altglascontainer entleert werden?

H.H.


M.Daeumling

unread,
Nov 8, 2001, 12:42:21 PM11/8/01
to
On Wed, 7 Nov 2001 20:35:55 +0100, "Gunter Thierauf"
<GTned...@gmx.net> wrote:

>
>Das soll heißen 'Er trinkt überhaupt keinen Wein?', weil er vom
>verkosten ohnehin genügend Genuß erlebt hat?
>

Oh - die trinken sicherlich auch Wein. Aber beim professionellen
Kosten wird der Wein wieder ausgespuckt.

Ich möchte mal wissen, wia oft man das machen kann, bis einen der
durch die Zunge und den Mund direkt aufgenommene Alkohol besoffen
macht.....

mfG

Konrad Scheller

unread,
Nov 8, 2001, 9:14:26 PM11/8/01
to
M.Daeumling <mdau...@hotmail.com> wrote:

> Ich möchte mal wissen, wia oft man das machen kann, bis einen der
> durch die Zunge und den Mund direkt aufgenommene Alkohol besoffen
> macht.....

Das Sensorik-Seminar in Bingen ist mir hier noch in Erinnerung. Es fing
harmlos an, mit Wasserproben. Wasser, dem Geschmacksstoffe in Grundform
zugesetzt waren: reiner Traubenzucker (süß), reine Zitronensäure(sauer,
schmeckt nicht nach Zitrone), reines Koffein (für die Bitterstoffe).
Nach diesen "Feststellen der persönlichen Schwellenwerte" gings dann zur
Sache. 40-50 Weine am Tag - am Schluss bist Du fix und fertig, obwohl Du
nichts trinkst.

Servus,
Konni

--
CSS für Netscape 4 ist wie ein umweltverträglicher Treibstoff, der
ausgerechnet bei Verwendung in einem einzigen Fahrzeugtyp hochtoxische
Verbindungen bei der Verbrennung erzeugt, weil der Hersteller bei
der Motorkonstruktion gravierende Fehler begangen hat. (M.Herbst)

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 9, 2001, 8:58:30 AM11/9/01
to
Konrad Wilhelm <wil...@onlinehome.de> erfreute uns mit:

>Das macht mich kaum schlauer. Ist dieses "auf andere Weise in den Wein
>gelangen", was du wieder wortreich umschreibst ohne ein einziges
>Faktum, nun kriminell oder nicht?
>
>Was ist erlaubt?
>Was ist verboten, wird aber trotzdem gemacht?

Also, irgendwie ehrt mich das jetzt, daß du mir offenbar zutraust, dir
in einem NG-Beitrag das deutsche Weingesetz nebst anhängenden
Verordnungen, die entsprechenden Lebensmittelverordnungen, die
EU-Verordnungen und schließlich die entsprechenden Gesetze anderer
weinproduzierender Länder sowie die Umgehungsmöglichkeiten bzw. die
möglichen Verstöße gegen dieselben aufzudröseln. Ich weiß jetzt aber
nicht, ob der T-Online-Server Postings annimmt, die größer als 2 MB
sind... :)

Spaß beiseite, wenn du es _ganz konkret_ wissen willst, findest du
unter http://www.wein-plus.de das Weinforum, eine sehr kompetente
Mailingliste (da sitzen auch echte Experten, nicht nur so halbgare
Weinfreunde wie ich, die ihr unsolides Halbwissen wortreich in die
Gegend pusten) in der all diese Fragen ausführlichst diskutiert wurden
und werden (u.a. zur Zeit auch die Aldi-Beerenauslese).

>>Andersherum: wenn dir irgendein Händler (große Kette, kleiner
>>Einzelhandel, vollkommen egal) ein Kilo Rinderfilet zum Preis von DM
>>5.- anbietet, was denkst du?
>>
>>"Superschnäppchen! Endlich mal ein Fleischer, der kalkulieren kann!"
>>
>>Oder...
>>

>"Superschnäppchen! Endlich mal ein Fleischer, der nicht kalkulieren
>kann!"
>
>Ich würde mir ein Kilo mitnehmen und sehen ob es gut ist. Und wenn ja,
>würde ich mir die Truhe volllegen. Ich hab keine Angst vor billigen
>Produkten, wenn die gut sind.

Siehst du, und da denke ich anders. Ich differenziere zwischen "billig
bzw. preiswert" und "unmöglich". Ein Rinderfilet für DM 5.-/kg ist
nicht machbar, genauso wenig wie 1 Porsche, Garagenwagen, unfallfrei,
scheckheftgepflegt, 1/2 Jahr alt für DM 7.500.- oder eben eine
Beerenauslese für DM 5,98. Entweder das mir für diesen Sensationspreis
offerierte Produkt ist _kein_ Filet/Porsche/Beerenauslese oder das
Filet/der Porsche/die Beerenauslese haben einen entscheidenden Fehler.

Gruß

Christian Ehmann

unread,
Nov 9, 2001, 1:22:21 PM11/9/01
to

OK, OK bzw. ACK, ACK ;-) Ganz im Westen trifft das wohl zu, wenn Du mehr
in die Mitte gehst, verläuft die Grenze südlicher (so die Höhe von
Gießen ungefähr). Laß es mich anders ausdrücken: Alle deutschen
Weinanbaugebiete (möglicherweise mit Ausnahme von Saale-Unstrut und
Elbe) liegen im AS-Gebiet - und umgekehrt: In einem Großteil des
AS-Gebiets wird Wein angebaut. Und in vielen Weingegenden und deren
Umgebung nimmt Wein den gleichen Stellenwert ein wie anderswo Bier,
deshalb ist die Weinkenntnis dort im Durchschnitt höher oder sollte es
zumindest sein.


Gruß
Christian

M.Daeumling

unread,
Nov 10, 2001, 5:44:06 AM11/10/01
to
>
>Ich würde mir ein Kilo mitnehmen und sehen ob es gut ist. Und wenn ja,
>würde ich mir die Truhe volllegen. Ich hab keine Angst vor billigen
>Produkten, wenn die gut sind.
>

Genau darum geht es! :-)

m(sehr)fG

Christian Ehmann

unread,
Nov 10, 2001, 1:03:29 PM11/10/01
to
Konrad Wilhelm wrote:

>
> On Fri, 09 Nov 2001 19:22:21 +0100, Christian Ehmann
> <christia...@gmx.de> wrote:
>
> >Und in vielen Weingegenden und deren
> >Umgebung nimmt Wein den gleichen Stellenwert ein wie anderswo Bier,
>
> Nein!
> In sämtlichen Weinanbaugebieten ist der Bierkonsum immer noch sehr
> groß.

Das mag daran liegen, daß man weniger Wein als Bier trinken kann
(Alk.-Gehalt), zumindest in der Regel. Notabene: Über den tatsächlichen
Konsum habe ich keinerlei Aussage getroffen. Daß "Wein den gleichen
Stellenwert einnimmt wie anderswo Bier" impliziert keineswegs, daß kein
Bier getrunken würde.

> Auch in einer Wirtschaft in Ihringen findest du mehr Biertrinker als
> Weintrinker. Die Brauerei Riegel ist ja grad um die Ecke, und Ganter
> und Feierling sind direkt daneben in FR und Fürstenberg ist nah
> (Donaueschingen) und und und.

Kann ich für (Wein-)Franken nicht bestätigen. Für die Pfalz und den
Rheingau auch nicht. Geh mal auf ein Weinfest in einer dieser Gegenden.
Aber sei gewarnt: Vorstellungen von Wein als dem irgendwie
"kultivierteren" Getränk kannst Du dann vergessen, vor allem in der
Pfalz (die trinken da den Wein aus Halblitergläsern. Muß man sich mal
vorstellen...).


Gruß
Christian

Wolfgang Kommerell

unread,
Nov 10, 2001, 7:41:15 PM11/10/01
to
Christian Ehmann <christia...@gmx.de> wrote:

> > Auch in einer Wirtschaft in Ihringen findest du mehr Biertrinker als
> > Weintrinker. Die Brauerei Riegel ist ja grad um die Ecke, und Ganter
> > und Feierling sind direkt daneben in FR und Fürstenberg ist nah
> > (Donaueschingen) und und und.

Mich wirst Du in jeder Wirtschaft, in der es Riegeler oder Ganter gibt,
weintrinkend erleben ;-)
Hach, Ihringen... Gibt ne nette Strauße dort, in der auch die
Weintrinker vorherrschen.

> Kann ich für (Wein-)Franken nicht bestätigen. Für die Pfalz und den
> Rheingau auch nicht. Geh mal auf ein Weinfest in einer dieser Gegenden.

Ein *Wein*fest ist ja nun auch nicht gerade der richtige Ort, um eine
auch nur annähernd objektive Erhebung über die Trinkgewohnheiten einer
Region durchzuführen ;-).

Wolfgang (alter Freiburger, augenblicklich mit nem Glas Jever in der
Hand)

Chris Kurbjuhn

unread,
Nov 13, 2001, 8:25:18 AM11/13/01
to
"Axel Voss" <voss...@t-online.de> erfreute uns mit:

>Es handelt sich um einen 2000er Siebeldinger Königsgarten (was


>mir nicht allzuviel sagt, kennst Du die Lage??)

>Beim Abfüller handelt es sich jedoch um die Weinkellerei Andreas Oster
>aus Cochem.

Im Weinforum (Mailingliste auf http://www.weinplus.de) hat ein anderer
unerschrockener Weinfreund ebenfalls die Aldi-BA getestet (mit
niederschmetterndem Ergebnis BTW), bei ihm war es jedoch ein 2000er
Nußdorfer Bischofskreuz (ebenfalls von Oster abgefüllt).

Außerdem hab ich mich mal ein wenig (halb) schlau gemacht und eine
_mögliche Erklärung_ für dieses "Sonderangebot" gefunden. Im 2000er
Jahrgang wurden bei einigen Weinen - auf Grund ungünstiger
Witterungsbedingungen - größere Mengen von "flüchtigen Säuren"
gebildet, die durch einen deutlichen "Ester-Ton" auch schmeckbar sein
sollen. Dies gilt allgemein als wertmindernd. Bei Eiswein, BA und TBA
werden jedoch höhere Werte geduldet. Außerdem wäre es theoretisch
möglich gewesen, über eine Ausnahmegenehmigung mit
"Umkehrosmose" und "dahinter geschaltetem Ionenaustauscher" (bitte
nicht nachfragen! Ich gebe nur weiter, was ich selber erfragt und nur
zur Hälfte verstanden habe) einen derart geschädigten Wein zu
"reparieren" und auf den Markt zu bringen.

Dies muß selbstverständlich nicht auf die Aldi-BA zutreffen, _könnte_
aber eine Erklärung sein, wie "Beerenauslesen" zu diesem Preis auf den
Markt gelangen. Erstaunlich, was mit dem Weingesetz alles möglich ist.

Gunter Thierauf

unread,
Nov 13, 2001, 3:49:48 PM11/13/01
to
Hallo Chris!
"Chris Kurbjuhn" <Nutz...@chris-kurbjuhn.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9sragf.3...@chris-kurbjuhn.de...

> Außerdem hab ich mich mal ein wenig (halb) schlau gemacht und eine
> _mögliche Erklärung_ für dieses "Sonderangebot" gefunden. Im 2000er
> Jahrgang wurden bei einigen Weinen - auf Grund ungünstiger
> Witterungsbedingungen - größere Mengen von "flüchtigen Säuren"
> gebildet, die durch einen deutlichen "Ester-Ton" auch schmeckbar sein
> sollen. Dies gilt allgemein als wertmindernd. Bei Eiswein, BA und TBA
> werden jedoch höhere Werte geduldet. Außerdem wäre es theoretisch
> möglich gewesen, über eine Ausnahmegenehmigung mit
> "Umkehrosmose" und "dahinter geschaltetem Ionenaustauscher" (bitte
> nicht nachfragen! Ich gebe nur weiter, was ich selber erfragt und nur
> zur Hälfte verstanden habe) einen derart geschädigten Wein zu
> "reparieren" und auf den Markt zu bringen.
>
> Dies muß selbstverständlich nicht auf die Aldi-BA zutreffen, _könnte_
> aber eine Erklärung sein, wie "Beerenauslesen" zu diesem Preis auf den
> Markt gelangen. Erstaunlich, was mit dem Weingesetz alles möglich ist.

---------------
Umkehrosmose
Die Umkehrosmose ist ein Verfahren zur Erhöhung der Konzentration des
Traubenmosts durch Entziehung von Wasser. Ist von deutschen Behörden
offiziell noch nicht zugelassen. Es gibt jedoch eine größere Anzahl von
befristeten Genehmigungen für Winzer. Die Umkehrosmose benutzt die
unterschiedlichen Dichten von Wasser und Alkohol. Kritiker befürchten
durch die Zulassung eine verstärkte Abkehr vom handwerklichen Weinmachen
hin zur hochtechnischen Weinproduktion. Befürworter begrüßen die
Qualitätsverbesserung. Konzentrierte Weine sind bei vollerem Geschmack
komplexer und farbtiefer. International ist die Konzentration des
Traubenmosts mit unterschiedlichen Techniken (Vakuumverdampfung,
Schockfrosten durch Kryoextraktion) oder einfach durch Aufzuckern
(Chaptalisieren) erlaubt. Jegliche Konzentration des Traubensafts erhöht
den Alkoholgehalt und verändert dadurch das gesamte geschmackliche
Erscheinungsbild eines Weins.
http://www.himpelmann.de/bereiche/Lexikon.htm
----------------

Angewandte Methoden in der EU findet manhier. Teilweise NUR bis 12.2003
genehmigt.
http://europa.eu.int/eur-lex/de/lif/dat/2001/de_301R1037.html


----------------

Dr. Gerd Scholten
Neue Techniken in der Weinbereitung

Zusammenfassung
Hauptgegenstand des Vortrages sind die neuen oenologischen Verfahren,
die z. Z. im Internationalen Weinamt in Paris intensiv diskutiert
werden. In der Expertengruppe Technologie, in der der Referent die
Bundesrepublik Deutschland vertritt, werden die verschiedenen
Auffassungen über die Weinbereitung : die traditionelle Art einerseits
und die Nutzung aller neuen oenologischen Verfahren andererseits
vehement diskutiert. Für die Nutzung der neuen oenologischen Verfahren
treten insbesondere die neuen weinbautreibenden Länder ein.

In einem Gesamtüberblick werden die neuen oenologischen Verfahren, die
z. Z. in der Diskussion sind, dargestellt:

Verfahren der Aromatisierung
Holzspänechips
Holzextrakt
Pektolytische Enzyme mit aromafreisetzender Wirkung
Tannin


Stabilisierung
Lysozym
Urease
Velcorin (DMDC)
Ionenaustauscher


Weinsteinstabilisierung
Elektrodialyse
CMC
Mannoproteine
Ionenaustauscher

Detailliert wird auf die aktuellen Verfahren der Mostkonzentrierung
eingegangen: Hier sind insbesondere die Umkehrosmose und die
Vakuumverdampfung zu nennen. Während in Deutschland die Erhöhung des
Alkoholgehaltes mittels Saccharose erfolgt, präferieren insbesondere die
südlichen Weinbauländer die Konzentrierungsverfahren, bei denen keine
weinfremden Stoffe zugesetzt werden. Die Umkehrosmose ist ein
kostengünstiges, technisch jedoch relativ aufwendiges Membranverfahren.
Die Vakuumverdampfung ist in der Investition sehr teuer, in der
Handhabung sehr einfach, Aromaverluste sind bis zu einem gewissen Ausmaß
in Kauf zu nehmen.

Die bisher durchgeführten vergleichenden Versuche zeigen eine Präferenz
für die Konzentrierungsverfahren bei ausreiften Mosten (ab 80° Oe).
Detailliert wird auf ein neues Verfahren zur Verminderung eines erhöhten
Gehaltes an flüchtiger Säure behandelt. Dieses Verfahren, das die
flüchtige Säure mittels Umkehrosmose und nachgeschalteter
Ionenaustauscherbehandlung entfernt, wird vom Wirkungsprinzip her
erläutert. Dieses Verfahren ist hervorragend geeignet, einen Gehalt an
flüchtiger Säure, der nicht oberhalb des zulässigen Grenzwertes liegt,
geringfügig zu reduzieren, um den sensorischen Eindruck der flüchtigen
Säure zu vermindern.

Das Verfahren ist nicht geeignet, verdorbene Weine wieder verkehrsfähig
zu machen, da es ausschließlich reine Essigsäure, nicht aber deren
Begleitstoffe wie Essigsäureethylester oder andere
Verdorbenheitskriterien vermindert. Das Verfahren ist zudem in der
Anwendung relativ teuer und nur für eine enge Auswahl von Mosten
geeignet.

Insgesamt werden in dem Vortrag die gegensätzlichen Auffassungen
traditioneller und moderner Oenologen gegenübergestellt und fachlich
erläutert.

Am Ende des Vortrages wird ein persönlicher Ausblick auf die weitere
Entwicklung der Oenologie gegeben.

http://www.stmlf.bayern.de/alle/cgi-bin/go.pl?region=home&page=http://ww
w.stmelf.bayern.de/lwg/termine/01-02-22.html
----------------

MfG Gunter
Jetzt kann man das ALDI-BA-Produkt doch etwas besser beurteilen. ;-)


Gernot Katzer

unread,
Nov 14, 2001, 5:10:34 AM11/14/01
to

> Die Umkehrosmose benutzt die
> unterschiedlichen Dichten von Wasser und Alkohol.


Osmotische Verfahren nutzen keine Dichteunterschiede aus, sondern das
Selektionskriterium ist die Faehigkeit eines Molekuels, eine gewisse
"Wand" zu durchdringen. Das hat vor allem mit der Groesze des Molekuels
zu tun.

Was Du zur Osmose brauchst, ist so eine Art Sieb, das Wasser durchlaeszt
und Alkohol nicht. Dann kannst Du das Wasser selektiv entfernen, genauso
wie Du Deine Gnocchi auf einem Nudelsieb vom Kochwasser befreist
(naja, oder so aehnlich).

--
Gernot Katzer
Alles ueber Gewuerze im Web: http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~katzer/germ

Martin Jangowski

unread,
Nov 14, 2001, 6:30:54 AM11/14/01
to
Heiner Hausen <hein...@gmx.de> wrote:

> Schon mal beobachtet die diese Altglascontainer entleert werden?

Ja. Per Kran ueber einen Lastwagen mit verschiedenen Kammern
gehalten und dann der Boden geoeffnet, sodass das sortierte
Glas in die verschiedenen Kammern faellt. Wieso?

Martin

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