Am 30.09.2016 um 12:36 schrieb H.-P. Schulz:
> Anlässlich einer trocken und hart gewordenen Semmel
Der "Anlass" macht mich (Bayern) lächelnd. Ich hätte die trockene
einzelne Semmel für Semmelbrösel gerieben, oder einen Zwilling/Drilling
trocken werden lassen und Semmelknödel daraus gemacht.
> kommt uns-hier die Idee, ein paar Frikadellen (Bouletten) herzustellen. Nun ist es
> schon ein Weilchen her (~30 Jahre), dass wir das zuletzt veranstaltet
> haben.
Oh, ein Frikadellen-Event!
;-)
> Ich erinnere mich an Hackfleisch als Hauptzutat - wir werden
> da irgendwas Rindernes nehmen schätze ich. Ferner Ei (nur das
> Dotter?), ebenjene Semmel (aufgeweicht), gehackte Zwiebel ... - äääh
> ja, also: Was noch? und: Wie weiter? (Gewichts- bzw.
> Volumenverhältnisse?) Irgendwelche besonderen Gewürze ("besonders"
> ist für mich alles jenseits Salz und Pfeffer!)? Dass aus dem Teig
> dann die Dinger geformt werden müssen (also, dass die sich nicht von
> selbst formen), versteht sich, ebenso wie das Braten.
Ich hoffe mal, Du meinst Deine Fragerei ernsthaft, obwohl es sich nicht
so anhört. Und ich hoffe mal, dass Du ein bisschen kochen (wenigstens
die Pfanne benutzen) kannst.
*Grundrezept*
Frikadellen / Fleischpflanzerl / Bratklops /Bouletten
(die Variationen, also die 'normalen', schreib ich dazu):
*Hackfleisch
*Brötchen/Semmel
*Ei
*Zwiebel
*Senf
*Salz, Pfeffer
Ungefähre Mengen für 4 Personen:
In eine große Schüssel geben:
*500 / 600 Gramm Hackfleisch
(gutes Hackfleisch (gern frischdurchgedreht) nehmen, also so halb
Schwein / halb Rind, (nur Rind ist zwar magerer, aber auch leicht
trockener, anderes Fleisch wie Lamm geht auch prima).
*Brötchen/Semmel/Toastbrot
(ein und/oder zwei Stück, dient der Lockerung, einweichen in Wasser,
Milch oder Sahne, etwas ausdrücken, zerpflücken, zur Fleischmasse geben)
*Ei
(bei 500 Gramm Fleisch ein ganzes Ei, bei weniger Hack auch nur das
Eigelb, bei mehr noch ein Ei und/oder etwas Sahne/Frischkäse)
*Zwiebel
(fein hacken (auch Charlotten passen), roh oder angeschwitzt (also
glasig werden lassen in der Pfanne mit etwas Butterschmalz/Öl)
*Senf
(maßgeblich am Geschmack beteiligt, mittelscharfer/scharfer Senf,
von 2 Teelöffeln mit 2 Esslöffel nach Belieben)
*Salz, Pfeffer
(nach Geschmack Salz und Pfeffer (schwarzen oder Mühle)
Entweder mit dem Knethaken (nicht Schneidemesser) des Mixers,
einfacher aber mit der sauberen Hand alles mischen/verkneten.
Es soll ein 'geschmeidiger' Fleischteig werden, probieren, und
evtl. nachwürzen.
Den Fleischteig zur Rolle formen, in gleichmäßige Stücke teilen,
geht so besser. Dann mit nassen Händen (kaltes Wasser über Deine
Hände laufen lassen) jedes Hackfleisch-Stück zu einem Klops drücken
und formen - und dann entweder in Semmelbrösel / Paniermehl wälzen
oder so lassen.
In der Pfanne Butterschmalz, Öl, Fett Deiner Wahl, mittlere Stufe
erhitzen, die fertig-geformten Fleischpflanzerl/Frikadellen einlegen und
braten.
Ca. 6 Min., dann wenden, wieder 6 Min. - dann nochmals wenden.
Wenn du mit der flachen Seite des Wenders leicht draufdrückst, soll
es nicht zu weich sein.
Auf einen Teller geben (Backofen, 100 Grad) bis alle gebraten sind
und dann servieren.
(Die schmecken auch kalt wunderbar aufs Brot/Salat/aus der Hand.
Also mach genug!)
;-)
Weitere Zutaten, ohne 'exotisch' zu werden, wie Du es ja auch nicht
willst (also nicht alles-auf-einmal, sondern wie Du willst):
Zwei Teel. Paprika-/Currypulver, 1 Teel. Chili-/Knoblauchgranulat,
gehackte Petersilie, Basilikumblättchen, Thymian, frische Knoblauchzehe,
Majoran, 1/2 Teel. Schabziger Klee, Prise gemahlenen Kümmel, usw.
Beim nächsten Mahl probierst Du dann es vielleicht aus, in den
Fleischteig Zusätze wie frische Maiskörnchen, Erbsen, getrocknete
Steinpilze, gehacktes Schnittlauch, Apfelstückchen, Joghurt, Feta-
oder Käsestückchen, usw. zu geben.
Dann bist Du aber schon Profi! ;-)
Dorothee