On 05.10.2012 15:51, Holger Petersen wrote:
> In der Kundenzeitschrift eines lokalen (Kiel) Supermarktes
> gibt es einen lobenden Artikel zur Verwendungs-Vielfalt die-
> ser (manchmal) verkannten Herbst-Frucht.
>
> Dabei wird auch das Stichwort "Marmelade" erwaehnt.
> Eine kurze Google-Recherche liefert nur die Erkenntnis, das
> der eine Journalist vom anderen abschreibt...
Am besten fragst mal ne alte Oma aus der Nachbarschaft. ;)
Die Chancen stehen hoch, dass das Zeug nicht wirklich schmeckte, und man
das Rezept aus dem kollektiven Ged�chnis vergessen will. Notl�sung,
Steckr�benwinter, etc...
"Die Versorgung mit Aufstrichmitteln, insbesondere Marmelade, und zwar
dieses Jahr mit einer besseren, die ohne verschlechternde Zus�tze ist
und vor allem der fr�heren Kohlr�benmarmelade erfreulicherweise wenig
gleicht, ist somit auch ausreichend gesichert."
Steckr�benkaffee d�rfte heute auch eher selten verlangt werden.
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Evtl. klappts ja auch mit Steckr�be?
Gelbe R�ben-Marmelade
1 kg Gelbe R�ben werden gekocht, gesch�lt und durch die Maschine
gedreht. Man wiegt die Masse und gibt die H�lfte bis 2/3. soviel Zucker,
Saft und Schale von 1 Zitrone und 10 bittere, fein aufgeriebene Mandeln
oder ein Fl�schchen Mandel�l dazu. Wenn die Marmelade erkaltet ist,
gie�t man 1 Gl�schen Rum daran, f�llt sie in Gl�ser und bindet diese mit
Einmach-Cellophan zu.
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Allerdings d�rfte es h�chst unwahrscheinlich sein, dass in authentischen
Rezepten viel Zucker verwendet wurde, da der Zucker damals streng
rationalisiert wurde. 1 KG pro Kopf und Monat.
� 3 der Bekanntmachung �ber den Verkehr mit Verbrauchszucker vom 10.
April 1916 (RGBl. S. 261)
und
� 16 der Verordnung �ber den Verkehr mit Zucker vom 17. Oktober 1917
F�r Betriebe galt wohl "Zur Herstellung von Marmelade darf Zucker bis zu
h�chstens 50 V. H. der Gesamtmenge verwendet werden."
Ich vermute, dass in Zeiten von Kunsthonig und anderen Ersatzprodukten
eher Zuckerr�ben f�r die Marmeladenherstellung verwendet wurden.
"Au�er zur Branntweinbereitung und R�bensaftherstellung fanden
Zuckerr�ben noch Verwendung zur Herstellung von Kaffee-Ersatzmitteln und
Marmelade. Die Preise f�r R�bensaft betragen im Betriebsjahr 1917/18 f�r
50 kg durch die Kriegs-R�bensaft-Gesellschaft in Berlin bezogen 31,50
M., im Gro�handelspreis 37,50 M. ohne Fa�, w�hrend der
Kleinverkaufspreis (Verbraucherpreis) auf 50 Pf. f�r 1 Pfd. festgesetzt
ist."