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Chaumes

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Tilman Hausherr

unread,
Mar 2, 1998, 3:00:00 AM3/2/98
to

Kann man die Rinde von "Chaumes" Käse eigentlich essen? Soll man es?

Ulf Neumann

unread,
Mar 3, 1998, 3:00:00 AM3/3/98
to

In <35392813...@news.snafu.de> Tilman Hausherr wrote:

>Kann man die Rinde von "Chaumes" Käse eigentlich essen? Soll man es?

Ja. Nein.

Listeria monocytogenes liebt Rotschmiere. Davon abgesehen schmecken
die Rinden von Rotschmier-Käsen normalerweise nicht besonders gut.

Im Zusammenhang mit einem der letzten Fälle von Listerien-Erkrankungen
ist mir die Bemerkung eines (Rotschmier-)Käseproduzenten in Erinnerung
geblieben, etwa in der Art: "Ja, wenn die Leute denn die Rinde
mitessen; es kommt ja auch niemand auf die Idee, Bananen mit Schale zu
essen."

Viele Grüße,

Ulf Neumann

--
Biochemists wear designer genes

Michael Kauffmann

unread,
Mar 3, 1998, 3:00:00 AM3/3/98
to

Ulf Neumann wrote:

> ist mir die Bemerkung eines (Rotschmier-)Käseproduzenten in Erinnerung
> geblieben, etwa in der Art: "Ja, wenn die Leute denn die Rinde
> mitessen; es kommt ja auch niemand auf die Idee, Bananen mit Schale zu
> essen."

Allerdings gibt es Kaeserinden, bei denenn ich auch nie auf die Idee
kommen wuerde, sie zu essen, bei denen es aber ueblich sein soll.
Warum wird das auf den verpackungen eigentlihc nicht angegeben?

Michael Kauffmann

Ulf Neumann

unread,
Mar 3, 1998, 3:00:00 AM3/3/98
to

In <34FC16...@photo.verm.tu-muenchen.de> Michael Kauffmann wrote:

>Allerdings gibt es Kaeserinden, bei denenn ich auch nie auf die Idee
>kommen wuerde, sie zu essen, bei denen es aber ueblich sein soll.

Alles Geschmackssache eben.

>Warum wird das auf den verpackungen eigentlihc nicht angegeben?

Deklariert werden müssen wohl nur Käserinden, denen Verbindungen
kümstlich zugesetzt werden (Gewachste Rinden, Natamycin zur
Konservierung etc.) Die Käserinde selbst entsteht ja auf natürlichem
Wege bei der Käseherstellung.

Viele Grüße,

Ulf Neumann

Ulf Neumann

unread,
Mar 4, 1998, 3:00:00 AM3/4/98
to

In <34fd2ae1...@news.hamburg.netsurf.de> Edgar Meyer-Schönfelder
wrote:

>Ich denke nicht, daß hier der "natürliche Weg" eine Rolle spielen sollte,
>sondern ob der Verzehr der Rinde gesundheitsschädlich ist oder nicht. Wenn auf
>eine Verpackung stehen würde: "Mit dem natürlichen Extrakt des grünen
>Knollenblätterpilzes" hätte ich da - trotz "natürlich" - meine Bedenken ;-)

Richtig, ich wollte allerdings nicht so sehr auf die Unterscheidung
von künstlich und natürlich hinaus, als vielmehr auf die Grenzen der
Deklarierbarkeit und Verantwortung. Wenn ich ein nichtindustriell
hergestelltes Nahrungsmittel zu mir nehme, liegt die Verantwortung
eben bei mir. Ich kann nicht erwarten, daß neben jedem
Knollenblätterpilz in Wald und Flur ein Warnhinweis angebracht wird.
Ich erwarte auch nicht, daß die grünen Bohnen beim Gemüsehändler einen
Hinweis enthalten, daß das giftige Phasin erst durch Kochen zerstört
wird und ich deshalb bitte keine rohen Bohnen zu essen habe.
Wenn ich Knollenblätterpilze oder rohe grüne Bohnen esse, ist das mein
Problem. Dafür kann ich niemanden verantwortlich machen. Ein
vollständig betreutes Leben scheint mir auch nicht wünschenswert :-)
Anders sieht das aber bei Zusatzstoffen aus. Da kann ich eben nicht
selber wissen, was der Hersteller alles zugesetzt hat, und ich bin auf
die Deklarierung angewiesen und fordere die auch.
Um auf den Käse zurückzukommen: Daß bei Rotschmierkäsen gelegentlich
Listerien auftauchen, liegt nicht in der Verantwortung des
Produzenten. Mein Problem, wenn ich das nicht weiß. Andererseits kann
ich nichts über ein verwendetes Konservierungsmittel wie das Natamycin
wissen. Da verlange ich dann eben eine entsprechende Deklarierung.

Viele Grüße,

Ulf Neumann

Michael Kauffmann

unread,
Mar 5, 1998, 3:00:00 AM3/5/98
to

Ulf Neumann wrote:
>
> In <34FC16...@photo.verm.tu-muenchen.de> Michael Kauffmann wrote:
>
> >Allerdings gibt es Kaeserinden, bei denenn ich auch nie auf die Idee
> >kommen wuerde, sie zu essen, bei denen es aber ueblich sein soll.
>
> Alles Geschmackssache eben.
>
> >Warum wird das auf den verpackungen eigentlihc nicht angegeben?
>
> Deklariert werden müssen wohl nur Käserinden, denen Verbindungen
> kümstlich zugesetzt werden

Aber auch, wenn es nicht deklariert werden musz, koennte man es doch
trotzdem angeben. Auf jeder Nudelpackung steht die empfohlene Kochzeit;
sogar auf Fruchtquark steht, dasz man ihn vor dem Verzehr umruehren
soll; bei manchen Kaesen steht drauf, dasz man sie nicht frisch aus dem
Kuehlschrank essen, sondern erst waermer werden lassen soll; da konente
man doch auch auf dazuschreiben, ob die Rinde zum Verzehr vorgesehen
ist.

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Mar 5, 1998, 3:00:00 AM3/5/98
to

Ulf Neumann wrote:

> Richtig, ich wollte allerdings nicht so sehr auf die Unterscheidung
> von künstlich und natürlich hinaus, als vielmehr auf die Grenzen der
> Deklarierbarkeit und Verantwortung. Wenn ich ein nichtindustriell
> hergestelltes Nahrungsmittel zu mir nehme, liegt die Verantwortung
> eben bei mir.
> Wenn ich Knollenblätterpilze oder rohe grüne Bohnen esse, ist das mein
> Problem. Dafür kann ich niemanden verantwortlich machen.
> Anders sieht das aber bei Zusatzstoffen aus. Da kann ich eben nicht
> selber wissen, was der Hersteller alles zugesetzt hat, und ich bin auf
> die Deklarierung angewiesen und fordere die auch.
> Um auf den Käse zurückzukommen: Daß bei Rotschmierkäsen gelegentlich
> Listerien auftauchen, liegt nicht in der Verantwortung des
> Produzenten. Mein Problem, wenn ich das nicht weiß. Andererseits kann
> ich nichts über ein verwendetes Konservierungsmittel wie das Natamycin
> wissen. Da verlange ich dann eben eine entsprechende Deklarierung.

Ich sehe es zwar im Prinzip gleich wie Du. Mich stoert aber, dasz Du von
wissen _koennen_ schreibst. Das Wissen ueber die natuerliche Chemie der
Bohnen und die Listerien in der Rotschmiere ist dem Menschen auch nicht
angebiren, und ueber die in der Lebensmittelindustrie ueblichen
Zusatzstoffe kann man sich genauso informieren.

Michael Kauffmann

Karlo Gross

unread,
Mar 5, 1998, 3:00:00 AM3/5/98
to

Michael Kauffmann <mic...@photo.verm.tu-muenchen.de> wrote:

> Aber auch, wenn es nicht deklariert werden musz, koennte man es doch
> trotzdem angeben. Auf jeder Nudelpackung steht die empfohlene Kochzeit;
> sogar auf Fruchtquark steht, dasz man ihn vor dem Verzehr umruehren
> soll; bei manchen Kaesen steht drauf, dasz man sie nicht frisch aus dem
> Kuehlschrank essen, sondern erst waermer werden lassen soll; da konente
> man doch auch auf dazuschreiben, ob die Rinde zum Verzehr vorgesehen
> ist.

Nur bei Eiern sehe ich da ein Problem. :-)

Na. ja, wer fuer alles eine Empfehlung braucht.....

Hier ist eine:

Achtung: Toilettenpapier nur einseitig gebrauchen. :-)

Karlo
--
email: k...@orion.ddorf.rhein-ruhr.de
smail: Karl-O. Gross Blombachweg 11 40625 Duesseldorf Germany

Rainer Huebenthal

unread,
Mar 5, 1998, 3:00:00 AM3/5/98
to

To : Michael Kauffmann (mic...@photo.verm.tu-muenchen.de)

Hi Michael,

> Aber auch, wenn es nicht deklariert werden musz, koennte man
> es doch trotzdem angeben. Auf jeder Nudelpackung steht die
> empfohlene Kochzeit; sogar auf Fruchtquark steht, dasz man ihn
> vor dem Verzehr umruehren soll; bei manchen Kaesen steht
> drauf, dasz man sie nicht frisch aus dem Kuehlschrank essen,

Das sind alles "postive" Hinweise...

> sondern erst waermer werden lassen soll; da konente man doch
> auch auf dazuschreiben, ob die Rinde zum Verzehr vorgesehen
> ist.

und das haette evtl negativen Charakter : da ist was dran/drin,
was man nicht essen sollte.


-rh

Ulf Neumann

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

In <34FEB3...@photo.verm.tu-muenchen.de> Michael Kauffmann wrote:

>Ich sehe es zwar im Prinzip gleich wie Du. Mich stoert aber, dasz Du von
>wissen _koennen_ schreibst. Das Wissen ueber die natuerliche Chemie der
>Bohnen und die Listerien in der Rotschmiere ist dem Menschen auch nicht
>angebiren, und ueber die in der Lebensmittelindustrie ueblichen
>Zusatzstoffe kann man sich genauso informieren.

Aber genau um das "wissen können" geht es doch. Dabei geht es doch in
erster Linie nicht um Spezialwissen, sondern um Kenntnisse, die
Allgemeingut sind.
Wir wissen eben, daß man nicht jeden Pilz ißt, der da in der Gegend
rumsteht; wir wissen eben, daß rohe Bohnen fatal wirken; wir wissen
eben, daß Rotschmierkäse Listerien enthalten kann; wir wissen eben,
daß (Danke, Karlo) man Klopapier nur einseitig verwendet.
Anders sieht das eben mit Zusatzstoffen aus: Ich lese gerade, daß für
Käse über 50 (fünfzig) Zusatzstoffe nicht speziell deklariert werden
müssen. Welche Zusatzstoffe wirklich verwendet wurden, _können_ wir
eben nicht wissen. Deshalb hier meine Forderung einer
Deklarationspflicht.
Zusammenfassend: Ein Knollenblätterpilz ist immer giftig, wenn ich das
nicht weiß, dumm gelaufen. Eine Käserinde kann entweder auf
"natürlichem" Wege entstanden sein, dann ist sie entweder verzehrbar
oder auch nicht (diese Entscheidung kann Dir der Produzent kaum
abnehmen), oder sie enthält diverse Zusatzstoffe, dann möchte ich
gerne wissen, welche.

Viele Grüße,

Ulf Neumann

Ulf Neumann

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

In <34FEB2...@photo.verm.tu-muenchen.de> Michael Kauffmann wrote:

>Aber auch, wenn es nicht deklariert werden musz, koennte man es doch
>trotzdem angeben. Auf jeder Nudelpackung steht die empfohlene Kochzeit;
>sogar auf Fruchtquark steht, dasz man ihn vor dem Verzehr umruehren
>soll; bei manchen Kaesen steht drauf, dasz man sie nicht frisch aus dem

>Kuehlschrank essen, sondern erst waermer werden lassen soll; da konente


>man doch auch auf dazuschreiben, ob die Rinde zum Verzehr vorgesehen
>ist.

Das ist doch aber nicht immer so einfach. Die Rinde eines Käses, der
mit Natamycin behandelt wurde, ist sicher nicht zum Verzehr geeignet.
Die Rinde eines Rotschmierkäses kannst Du durchaus mitessen.
_Vielleicht_ bekommst Du damit Probleme, weil die Zahl der Listerien
doch recht hoch war. _Vielleicht_ aber auch nicht. Was schwebt Dir
vor?
"Der Bundesgesundheitsminister rät: Dieser Käse könnte in/auf seiner
Rinde eine Konzentration von Listerien enthalten, die Ihre Gesundheit
beeinträchtigen kann. Diese Beeinträchtigung ist abhängig von den
Lagerungsbedingungen des Käses und abhängig vom Status Ihres
Immunsystems."

Wie sagte meine Oma: "Don't eat the yellow snow, where the huskies
go". Das vollständig betreute Leben ist tödlich langweilig.

Viele Grüße,

Ulf Neumann

Michael Kauffmann

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Konrad Wilhelm wrote:
>
> On Thu, 05 Mar 1998 15:09:41 +0100, Michael Kauffmann

> > da konente
> >man doch auch auf dazuschreiben, ob die Rinde zum Verzehr vorgesehen
> >ist.
> >
> Was heißt schon vorgesehen?

> Die gesundheitlichen Aspekte spielen doch so gut wie überhaupt keine
> Rolle. Zum einen ist Chaumes glaub ich noch nicht mal ein
> Rohmilchkäse, wo sollen da die Listerien überleben, zum anderen
> müsstest du vermutlich seit dem Tertiär (vor 60 Mio Jahren?) täglich
> dreimal einen Rotschmierkäse essen, um eine 1:1 Chance zu haben, dir
> eine tötliche Listeriose einzufangen. Das ist doch derart selten!

Mir geht es ja auch nicht um die Gesundheit, sondern um die fehlende
Gebrauchsanweisung.

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Ulf Neumann wrote:
>
> In <34FEB2...@photo.verm.tu-muenchen.de> Michael Kauffmann wrote:
>
> >Aber auch, wenn es nicht deklariert werden musz, koennte man es doch
> >trotzdem angeben. Auf jeder Nudelpackung steht die empfohlene Kochzeit;
> >sogar auf Fruchtquark steht, dasz man ihn vor dem Verzehr umruehren
> >soll; bei manchen Kaesen steht drauf, dasz man sie nicht frisch aus dem
> >Kuehlschrank essen, sondern erst waermer werden lassen soll; da konente

> >man doch auch auf dazuschreiben, ob die Rinde zum Verzehr vorgesehen
> >ist.
>
> Das ist doch aber nicht immer so einfach. Die Rinde eines Käses, der
> mit Natamycin behandelt wurde, ist sicher nicht zum Verzehr geeignet.
> Die Rinde eines Rotschmierkäses kannst Du durchaus mitessen.
> _Vielleicht_ bekommst Du damit Probleme, weil die Zahl der Listerien
> doch recht hoch war. _Vielleicht_ aber auch nicht. Was schwebt Dir
> vor?

Mir schwebt vor, dasz auf industriell bunt verpackten exotischen
Nahrungsmitteln eine ausreichende Gebrauchanweisung drauf ist, damit ich
ueberhaupt weisz, was ich damit tun soll. Die Listerien sind mir egal.
Liest Du eigentlich auch, was Du zitierst?

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Karlo Gross wrote:

>
> Michael Kauffmann <mic...@photo.verm.tu-muenchen.de> wrote:
>
> > Auf jeder Nudelpackung steht die empfohlene Kochzeit;
> > sogar auf Fruchtquark steht, dasz man ihn vor dem Verzehr umruehren
> > soll; bei manchen Kaesen steht drauf, dasz man sie nicht frisch aus dem
> > Kuehlschrank essen, sondern erst waermer werden lassen soll; da konente
> > man doch auch auf dazuschreiben, ob die Rinde zum Verzehr vorgesehen
> > ist.
>
> Nur bei Eiern sehe ich da ein Problem. :-)

Die sind ja oft in einer Schachtel. Es geht mir ja auch nicht um vom
Feinkosthaendler offen verkaufte Lebensmittel, sondern um solche in
industrieller Verpackung.

> Na. ja, wer fuer alles eine Empfehlung braucht.....

Das verlange ich ja nicht. Wenn nirgends eine drauf waere, waere es eben
so. Aber mich stoert die Unregelmaeszigkeit. Selbstverstaendlichkeiten
stehen drauf, Besonderheiten nicht.

> Hier ist eine:
> Achtung: Toilettenpapier nur einseitig gebrauchen. :-)

Aber der Vorteil des beidseitigen Gebrauches liegt auf der Hand.

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Rainer Huebenthal wrote:

> > Auf jeder Nudelpackung steht die
> > empfohlene Kochzeit; sogar auf Fruchtquark steht, dasz man ihn
> > vor dem Verzehr umruehren soll; bei manchen Kaesen steht
> > drauf, dasz man sie nicht frisch aus dem Kuehlschrank essen,
>
> Das sind alles "postive" Hinweise...
>
> > sondern erst waermer werden lassen soll; da konente man doch
> > auch auf dazuschreiben, ob die Rinde zum Verzehr vorgesehen
> > ist.
>
> und das haette evtl negativen Charakter : da ist was dran/drin,
> was man nicht essen sollte.

Das scheint mir noch die plausibelste Antwort zu sein. Ich bin
allerdings bei solchen Sachen immer unsicher, und fremde Lebensmittel
ohne Gebrauchsanweisung probiere ich gar nicht erst aus. Auf mich wirkt
also der fehlende Hinweis negativer.

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Ulf Neumann wrote:
>
> In <34FEB3...@photo.verm.tu-muenchen.de> Michael Kauffmann wrote:
>
> >Ich sehe es zwar im Prinzip gleich wie Du. Mich stoert aber, dasz Du von
> >wissen _koennen_ schreibst. Das Wissen ueber die natuerliche Chemie der
> >Bohnen und die Listerien in der Rotschmiere ist dem Menschen auch nicht
> >angebiren, und ueber die in der Lebensmittelindustrie ueblichen
> >Zusatzstoffe kann man sich genauso informieren.
>
> Aber genau um das "wissen können" geht es doch. Dabei geht es doch in
> erster Linie nicht um Spezialwissen, sondern um Kenntnisse, die
> Allgemeingut sind.

So?

> Wir wissen eben, daß man nicht jeden Pilz ißt, der da in der Gegend
> rumsteht;

Das ja. Aber welche es im Einzelnen sind, nicht. Deshalb iszt der
Unkundige ueberhaupt keine selbstgesammelten.

> wir wissen eben, daß rohe Bohnen fatal wirken;

Ich weisz das eben nicht, bis gestern. Ich gehoere aber nicht etwa zu
denen, die glauben, dasz gruene Bohnen von der Eindosungsmaschine
hergestellt werden.

> wir wissen eben, daß Rotschmierkäse Listerien enthalten kann;

Und das weisz ich erst recht nicht, weil ich von "Rotschmierkaese" noch
nie etwas gehoert habe.

> wir wissen eben,
> daß (Danke, Karlo) man Klopapier nur einseitig verwendet.

Das ist etwas ganz anderes, da geht es um die praktische Funktion. Dasz
beidseitiger Gebrauch unguenstig ist, wuerde man ggf. schnell selbst
erkennen, ohne dasz der einmalige Fehlgebrauch schlimme Folgen hat.

> Anders sieht das eben mit Zusatzstoffen aus:

Warum? Dasz industriell hergestellte Lebensmittel diverse Zusatzstoffe
enthalten, ist mindestens so sehr Allgemeinwissen wie die natuerlichen
Eigenschaften von Lebensmitteln, deren Namen die meisten Leute noch nie
gehoert haben.

> Ich lese gerade, daß für
> Käse über 50 (fünfzig) Zusatzstoffe nicht speziell deklariert werden
> müssen. Welche Zusatzstoffe wirklich verwendet wurden, _können_ wir
> eben nicht wissen.

Wenn wir uns ein Buch ueber industrielle Kaeseherstellung kaufen,
koennen wir es schon eingrenzen.

> Deshalb hier meine Forderung einer Deklarationspflicht.

> Eine Käserinde kann entweder auf


> "natürlichem" Wege entstanden sein, dann ist sie entweder verzehrbar
> oder auch nicht (diese Entscheidung kann Dir der Produzent kaum
> abnehmen),

Die Entscheidung nicht, da gibt es ja nichts zu entscheiden. Es steht
schon vorher fest. Ich musz es nur noch feststellen. Und dabei kann mir
der Produzent helfen. Er kann mir das Wissen darueber weitergeben.

> oder sie enthält diverse Zusatzstoffe, dann möchte ich
> gerne wissen, welche.

Und Dein Moechten stufst Du hoeher ein als meines? Ein Recht gestehe ich
Dir darauf zu, zu wissen, dasz ueberhaupt Zusatzstoffe drin sind. Aber
das weiszt Du bei Industrieprodukten ohnehin. Es ist wie bei den Pilzen.
Du beschaffst Dir die Detailkenntnisse selbst, oder Du verzichtest
darauf.

Michael Kauffmann

Rüdiger Milting

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

> Wie sagte meine Oma: "Don't eat the yellow snow, where the huskies go".

Hmm, deine Oma hiess Frank Zappa?


RM

-------------------------------------------------------------------------------
E-Mail bitte an R.MI...@BIONIC.ZERBERUS.DE
-------------------------------------------------------------------------------

Randolf Skerka

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Michael Kauffmann wrote at Tue, 03 Mar 1998 15:42:05 +0100
in de.rec.mampf :
: Allerdings gibt es Kaeserinden, bei denenn ich auch nie auf die Idee

: kommen wuerde, sie zu essen, bei denen es aber ueblich sein soll.
: Warum wird das auf den verpackungen eigentlihc nicht angegeben?

Das scheint man wissen zu müssen oder sich eines der teuren Bücher zulegen
zu müssen ;)

Wir können ja mal die Käsesorten mit essbaren Rinden sammeln:

Raclette
Camembert


-- Randolf
+-------------------- To reply by mail remove -NOSPAM- -------------------+
| Randolf Skerka Tel./Fax. ++49-228-672704 D2 ++49-172-5440058 |
+-----------= Welcome to the traffic jam on the data highway =------------+

Ulf Neumann

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

In <34FFF8...@photo.verm.tu-muenchen.de> Michael Kauffmann wrote:

>Mir schwebt vor, dasz auf industriell bunt verpackten exotischen
>Nahrungsmitteln eine ausreichende Gebrauchanweisung drauf ist, damit ich

>ueberhaupt weisz, was ich damit tun soll..

Wir reden aber immer noch über Chaumes, oder? Den habe ich bisher noch
nicht als industriell bunt verpacktes exotisches Nahrungsmittel
betrachtet. Bisher war das für mich immer ein Käse, der nackt und
unverpackt an der Käsetheke wartete, nur eingehüllt in seine bei
seiner Herstellung automatisch entstandene rote Rinde. Und dafür
benötige ich keine Gebrauchsanweisung, da weiß ich auch so, was ich
damit tue: Essen. Und ich esse ihn ohne die Rinde, weil sie mir eben
nicht schmeckt. Würde ich sie mitessen, würde mir das mit allergrößter
Wahrscheinlichkeit auch nicht schaden.
Anders sieht es mit Zusatzstoffen aus. Die will ich deklariert wissen,
und zwar noch detaillierter und umfangreicher, als es heute
vorgeschrieben ist.

>Die Listerien sind mir egal

Mir auch.

>Liest Du eigentlich auch, was Du zitierst?

Was soll das denn jetzt? Ja, wenn ich mich mehrere Ebenen tief an
einem Thread beteilige, dann pflege ich den auch komplett zu lesen, zu
verstehen und angemessen zu zitieren.

Ulf Neumann

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

In <34FFFD...@photo.verm.tu-muenchen.de> Michael Kauffmann wrote:

>> Aber genau um das "wissen können" geht es doch. Dabei geht es doch in
>> erster Linie nicht um Spezialwissen, sondern um Kenntnisse, die
>> Allgemeingut sind.
>
>So?

Ja, es sieht allerdings so aus, als würden diese Kenntnisse zunehmend
in Vergessenheit geraten.

>[...]

>> Anders sieht das eben mit Zusatzstoffen aus:
>
>Warum? Dasz industriell hergestellte Lebensmittel diverse Zusatzstoffe
>enthalten, ist mindestens so sehr Allgemeinwissen wie die natuerlichen
>Eigenschaften von Lebensmitteln, deren Namen die meisten Leute noch nie
>gehoert haben.

Ja, allerdings hilft das nicht bei der Frage nach den _konkreten_
Zusatzstoffen in einem _konkreten_ Produkt.

>> Ich lese gerade, daß für
>> Käse über 50 (fünfzig) Zusatzstoffe nicht speziell deklariert werden
>> müssen. Welche Zusatzstoffe wirklich verwendet wurden, _können_ wir
>> eben nicht wissen.
>
>Wenn wir uns ein Buch ueber industrielle Kaeseherstellung kaufen,
>koennen wir es schon eingrenzen.

Eingrenzen vielleicht. Konkrete Informationen bekommst Du nur, wenn
die Deklaration vorgeschrieben ist. Nahezu nie deklariert ein
Hersteller freiwillig, ohne gesetzliche Vorgabe.

>> Eine Käserinde kann entweder auf
>> "natürlichem" Wege entstanden sein, dann ist sie entweder verzehrbar
>> oder auch nicht (diese Entscheidung kann Dir der Produzent kaum
>> abnehmen),
>
>Die Entscheidung nicht, da gibt es ja nichts zu entscheiden. Es steht
>schon vorher fest. Ich musz es nur noch feststellen. Und dabei kann mir
>der Produzent helfen. Er kann mir das Wissen darueber weitergeben.

Nein, er kann nicht generell sagen "verzehrbar" oder "nicht
verzehrbar". Nimm das Beispiel Salmonellen. Eine Salmonellenzahl, die
Du als gesunder Erwachsener eventuell mit leichten Beschwerden
wegsteckst oder sogar gar nicht bemerkst, reicht aus, um ganze
Kindergärten oder Altenheime zu entvölkern. Damit solche Fälle nicht
allzu häufig auftreten, gibt es eine Lebensmittelüberwachung, die
dafür sorgt, daß mikrobiologisch verdächtige Produkte gar nicht den
Weg zum Verbraucher gehen. Daß diese Überwachung eben auch nicht immer
funktioniert, kann man dann gelegentlichen Schlagzeilen in der Presse
entnehmen.

>> oder sie enthält diverse Zusatzstoffe, dann möchte ich
>> gerne wissen, welche.

>Und Dein Moechten stufst Du hoeher ein als meines?

Nein, Du kannst möchten was Du möchtest. Ich schließe mich nur nicht
Deiner Forderung nach einer Gebrauchsanweisung für Lebensmittel an.

Viele Grüße,

Ulf Neumann

Rainer Huebenthal

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

To : Michael Kauffmann (mic...@photo.verm.tu-muenchen.de)

Hi Michael,

> Das scheint mir noch die plausibelste Antwort zu sein. Ich bin


> allerdings bei solchen Sachen immer unsicher, und fremde
> Lebensmittel ohne Gebrauchsanweisung probiere ich gar nicht
> erst aus. Auf mich wirkt also der fehlende Hinweis negativer.

Da hast du aber noch mehr Probleme : genmanipulierte Lebensmittel
und bestrahlte sind nocht nicht Kennzeichnungspflichtig.


-rh

Petra Holzapfel

unread,
Mar 9, 1998, 3:00:00 AM3/9/98
to

On Sun, 08 Mar 1998 17:58:23 GMT, "Konrad Wilhelm"
<wil...@uni-muenster.de> wrote:


>Ich esse sehr gern rohe grüne Bohnen. Jedes malm wenn ich Bohnen
>putze, esse ich so 5 oder 6 roh. Ich habe noch nie irgendwelche
>negativen Folgen gehabt. Vielleicht erst ab 1 kg aufwärts?

Hallo Konrad,

da hast du aber bis jetzt Glueck gehabt!

Nach E. Lindner "Toxikologie der Nahrungsmittel":

Haemagglutinine in Bohnen
Viele Bohnenarten haben toxische Wirkungen, wenn sie roh gegessen werden.
Hier sind besonders die Phaseolus-vulgaris-Arten (= gruene Bohnen) und die
Feuerbohne Phaseolus coccineus zu nennen. Bereits der Genuss von nur 5-6
rohen gruenen Bohnen kann zu schweren, eventuell toedlichen
haemorrhagischen Gastroenteriden fuehren (O. Rainer: Zur Vergiftung mit
rohen gruenen Bohnen (Phasinvergiftung). Med. Klin. 57 (1962) 270).
Ausserdem koennen tonische Kraempfe, ein Schock, eine Hypokaliaemie und als
Folge davon starke Veraenderungen im Elektrokardiogramm auftreten....

Steige lieber auf Zuckererbsen um :-)

Gruesse
Petra
--
Petra Holzapfel
Helmutu.Pet...@t-online.de

Michael Kauffmann

unread,
Mar 9, 1998, 3:00:00 AM3/9/98
to

Ulf Neumann wrote:
>
> >Warum? Dasz industriell hergestellte Lebensmittel diverse Zusatzstoffe
> >enthalten, ist mindestens so sehr Allgemeinwissen wie die natuerlichen
> >Eigenschaften von Lebensmitteln, deren Namen die meisten Leute noch nie
> >gehoert haben.
>
> Ja, allerdings hilft das nicht bei der Frage nach den _konkreten_
> Zusatzstoffen in einem _konkreten_ Produkt.

Wenn Du aber den Namen eines Zusatzstoffes genannt bekommst, weiszt Du
erstmal genausowenig wie vorher. Um beurteilen zu koennen, was seine
Anwesenheit bedeutet, brachst Du mindestens ein gutes Fachbuch. Viele
Verbraucher sind sich dessen aber nicht bewuszt, was sie nicht kenenn,
beschlieszen sie einfach. "Iih, da ist Natriumchlorid drin, das
Chemiezeug esse ich nicht!" Ich kan verstehen, dasz die Hersteller das
vermeiden wollen.

> >> Eine Käserinde kann entweder auf
> >> "natürlichem" Wege entstanden sein, dann ist sie entweder verzehrbar
> >> oder auch nicht (diese Entscheidung kann Dir der Produzent kaum
> >> abnehmen),
> >
> >Die Entscheidung nicht, da gibt es ja nichts zu entscheiden. Es steht
> >schon vorher fest. Ich musz es nur noch feststellen. Und dabei kann mir
> >der Produzent helfen. Er kann mir das Wissen darueber weitergeben.
>
> Nein, er kann nicht generell sagen "verzehrbar" oder "nicht
> verzehrbar".

Er kann aber angeben, ob es unter Leuten, die den Kaese kennen, ueblich
ist, sie zuu verzehren.

> Nimm das Beispiel Salmonellen.

Um sowas geht es mir nicht.

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Mar 9, 1998, 3:00:00 AM3/9/98
to

Ulf Neumann wrote:
>
> In <34FFF8...@photo.verm.tu-muenchen.de> Michael Kauffmann wrote:
>
> >Mir schwebt vor, dasz auf industriell bunt verpackten exotischen
> >Nahrungsmitteln eine ausreichende Gebrauchanweisung drauf ist, damit ich
> >ueberhaupt weisz, was ich damit tun soll..
>
> Wir reden aber immer noch über Chaumes, oder?

Ich rede ueber Kaese im Allgemeinen. Es kann natuerlich auch Chaumes
sein.

> Den habe ich bisher noch
> nicht als industriell bunt verpacktes exotisches Nahrungsmittel
> betrachtet.

Exotisch ist er fuer mich schon, weil ich ihn nicht kenne. Und
industriell verpackt zu sein, ist natuerlich keine generelle Eigenschaft
von ihm. Aber ich rede eben ueber diese Darreichungsform.

> Bisher war das für mich immer ein Käse, der nackt und
> unverpackt an der Käsetheke wartete, nur eingehüllt in seine bei
> seiner Herstellung automatisch entstandene rote Rinde.

Das ist ein grundlegend anderer Fall. Dasz ich offen verkaufte
Lebensmitttel nicht meine, habe ich bereits orgendwo erwaehnnt. Gibt es
diesen Chaumes ueberhaupt nicht verpackt? Dann findet mein Anliegen auf
ihn keine Anwendung.

> Und dafür
> benötige ich keine Gebrauchsanweisung, da weiß ich auch so, was ich
> damit tue: Essen. Und ich esse ihn ohne die Rinde, weil sie mir eben
> nicht schmeckt. Würde ich sie mitessen, würde mir das mit allergrößter
> Wahrscheinlichkeit auch nicht schaden.

Weiszt Du bei Weiiszwuersten auch, wie Du sie behandeln muszt? Nicht
jeder hat die gleiche Allgemeinbbildung.

> >Die Listerien sind mir egal
>
> Mir auch.
>
> >Liest Du eigentlich auch, was Du zitierst?
>
> Was soll das denn jetzt? Ja, wenn ich mich mehrere Ebenen tief an
> einem Thread beteilige, dann pflege ich den auch komplett zu lesen, zu
> verstehen und angemessen zu zitieren.

Wenn ich abeer ueber Zunbereitungsanweisungen schriebe und Du ueber
Gesundheitsgefahren, bekomme ich eiennn anderen Eindruck.

Michael Kauffmann

Mirko Driller

unread,
Mar 28, 1998, 3:00:00 AM3/28/98
to

Randolf Skerka <-NOSPAM-Ran...@bigfoot.com> wrote:

> Wir können ja mal die Käsesorten mit essbaren Rinden sammeln:
>
> Raclette
> Camembert

Bördespeck

Mirko

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