>Was ist der Unterschied zwischen Korn und Wodka, abgesehen davon, daß
>Wodka auch aus Kartoffeln hergestellt werden kann?
Der Geschmack.
Mit freundlichen Grüßen
Detlef Wirsing
> Was ist der Unterschied zwischen Korn und Wodka, abgesehen davon, daß
> Wodka auch aus Kartoffeln hergestellt werden kann?
"Korn oder Kornbrand dürfen sich nur Getreidespirituosen nennen, die in
Deutschland oder in einem Gebiet mit Deutsch als Amtssprache hergestellt
werden."
" Nach der EG-Verordnung Nr. 1576/89 (Art. 1 Abs. 4c) darf Korn
ausschließlich aus dem vollen Korn von Weizen, Roggen, Gerste, Buchweizen,
oder Hafer hergestellt werden. Es dürfen weder Würze, Aromen noch Farbstoffe
zugegeben werden. Auch ein Verschneiden ist nicht zulässig."
http://de.wikipedia.org/wiki/Kornbrand
"Polen und mehrere nordeuropäische Länder fordern, dass echter Wodka
lediglich aus Kartoffeln, Getreide und allenfalls noch Melasse hergestellt
werden dürfe. Ein solches Reinheitsgebot gibt es schon in Russland und der
Ukraine (weltweit vor der EU die größten Wodkaproduzenten). Der Ausschuss
für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit des
Europaparlaments einigte sich jedoch am 30. Januar 2007 auf den Bericht des
deutschen CDU-Abgeordneten Horst Schnellhardt, dass beim Brennen von Wodka
auch andere Substanzen verwendet werden dürfen. Allerdings müsste der
Ursprungsstoff im Namen getragen werden.
Getreide
Das traditionelle Getreide zur Wodkaherstellung in Osteuropa ist bis heute
Roggen. Daraus hergestellter Wodka schmeckt lieblich, weich, mild, leicht
süßlich; daher gilt er als der beste Ausgangsstoff. In westlichen Ländern
wird oft Weizen sowie in Skandinavien zum Teil auch Gerste verwendet. Andere
Getreidesorten wie Mais oder Reis gehören nicht zu den traditionellen
Rohstoffen und werden selten verwendet, wobei Reis allerdings in jüngerer
Zeit bei einigen in Europa eher unbekannten asiatischen Wodkaherstellern
Verbreitung gefunden hat.
Kartoffeln
Kartoffeln werden seit dem 19. Jahrhundert verwendet. Der Geschmack des
daraus gewonnenen Wodkas ist gewöhnlich schwerer und süßlicher als der des
aus Weizen destillierten Wodkas. Vor allem in Polen und der Ukraine werden
Wodkas aus Kartoffeln hergestellt. [15]
Melasse
Melasse ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion gilt als der billigste und
qualitativ schlechteste Rohstoff für Wodka. Der Geschmack des daraus
gebrannten Wodkas ist meistens etwas süßer als der von Getreidewodka. Die
Verwendung dieses Ausgangsstoffs ist sowohl in den Zuckerrohranbauländern
als auch in einigen europäischen Ländern wie z.B. Deutschland oder
Tschechien verbreitet. Hieraus hergestellte Wodkas zählen nahezu immer zum
unteren Preissegment."
http://de.wikipedia.org/wiki/Vodka
--
only a dead .sig is a good .sig
> Was ist der Unterschied zwischen Korn und Wodka, abgesehen davon, daß
> Wodka auch aus Kartoffeln hergestellt werden kann
Umpf. Wodka aus Kartoffeln ist zur Mutprobe und zum Rausschmeißen.
Servus,
Konni
--
Dieser Verteidigungsminister ist auf Grund von Urheberrechtsverletzungen
in Deinem Land nicht mehr verfügbar.
Mein Grossvatter ist tot, aller Wodka den er brannte, ist getrunken,
alle haben die Nachkriegszeit überlebt ....
Er sagte, so die Überlieferung, Vodka ist Kartoffel, Korn ist Korn ....
Dieser Kartoffelschnaps, der hier gebrannt wurde, soll eine gefährliche
Angelegenheit gewesen sein. Angeblich konnte man nicht nur " tot
bleiben". Man konnte da von/da ran wirklich sterben oder blind werden.
Siggi
--
Der Maler - Garant für Schutz und Schönheit
Ich glaube du verwechselst das mit Rübenschnaps aus Zuckerrüben, das
Zeug war berüchtigt weil beim schwarzbrennen oft genug Methylalkohol
drin blieb. MfG theo
>> > Was ist der Unterschied zwischen Korn und Wodka, abgesehen davon, daß
>> > Wodka auch aus Kartoffeln hergestellt werden kann?
>
>Die zitierten Wikipedia-Artikel kannte ich bereits. Sie beantworten
>meine Frage nicht.
>Also die Frage bleibt. Gibt es eine Menge von Bränden, die gleichermaßen
>als Korn und als Wodka gelten können oder bilden Korn und Wodka keine
>Schnittmenge?
Zunächst mal musst du unterscheiden zwischen den umgangssprachlichen
Bezeichnungen und den handelsrechtlichen.
Das, was auf der Flasche draufsteht, ist die Folge einer EU-Verordnung
zur Kennzeichnung alkoholhaltiger Getränke, die in Deutschland in der
Alkoholhaltige-Getränke-Verordnung umgesetzt ist.
http://www.gesetze-im-internet.de/spiritv/index.html
Die EU-Verordnung direkt:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:039:0016:0054:DE:PDF
Ich kann mich noch erinnern, als die EU-Verordnung novelliert wurde,
gab es ziemlichen Krach drum. Leider habe ich das nur am Rande
mitbekommen, sodass ich keine näheren Auskünfte geben kann.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
Methanol (= Methylakohol) hast du bei jedem brennen im Vorlauf.
Und im Nachlauf dann die Fuselöle.
Man sollte halt wissen was man macht wenn man brennt.
Wann man vom Brannt blind wird liegts in der Regel an der Person die
gebrannt hat und nicht am Ausgangsmaterial.
Um's noch deutlicher zu sagen: der Brenner entscheidet was noch zum
Vorlauf und schon zum Nachlauf (=Abfall) zählt.
Nur was zwischen Vor- und Nachlauf aus der Destille kommt ist guter
Schnaps. Da ist die Versuchung groß, einfach die Grenzen etwas weiter zu
setzen. Zumal auch die meisten Aromen entweder früher oder später als
Ethanol verdampfen.
Es gibt Brennverfahren, bei dem ein Teil des Vorlaufs und des Nachlaufs
einfach der nächsten Charge beigemischt wird. Mir hat man in einer
Whisky-Destillerie vor etlichen jahren erläutert, dass man die Kessel
nur einmal jährlich reinigen würde. Der Whisky der kurz vor der
Jahresreinigung gebrannt wurde würde viel kräftiger schmecken. ;-)
Helmut.
Hi,
ich kenn da nix von und war zu der Zeit (den Zeiten) noch nicht geboren.
Meinen Grossvater habe ich allerdings noch kennen gelernt. ;-)
Er war gesund und musste noch nicht mal im hohen Alter eine Brille
tragen. Im Gegensatz zu mir .... ;-)
Ich weiss wohl, dass die damals aus allem Unmöglichen Schnaps gemacht
haben. Sehr abenteuerlich, und immer verfolgt von Polizei und Zoll.
Aber alle, auch die eingeborenen Rheinländer haben mit gemacht. ;-)
Später hat man sich dann auf Schmuggel aus den Niederlanden umgestellt.
( Der Schnaps war auch nicht besser)
Das wurde genau so hart bestraft und sterben konnte man da auch, denn
der Zoll schoss scharf und schnell.
Gruss Siggi
Gruss Siggi
>> Angeblich konnte man nicht nur " tot
>> bleiben". Man konnte da von/da ran wirklich sterben oder blind werden.
>
> Ja, Methanol, und der wird bei falschen Brand in zu hoher Konzentration
> erzeugt, macht blind und ist in noch höherer Dosis tödlich.
"Trink schneller, Brüderchen. Es wird schon dunkel!"
XL
> Das Destillationsverfahren muß sich auch unterscheiden, da beim Korn
> "sensorischen Eigenschaften der verwendeten Ausgangsstoffe" erhalten
> bleiben, beim Wodka aber vermindert werden sollen.
Wodka wird auf unterschiedliche art behandelt, um geschmacksstoffe zu
entfernen. industriell wird wohl ueberwiegend mehrfach ueber Aktivkohle
filtriert, teilweise ueber aktivierten Kieselgur.
aus der kleinindustriellen und privaten fertigung sind andere
verfahren bekannt, angefangen bei holzspaenen und holzkohle ueber die
zugabe von Milch in die Vorlage bis hin zu wirklich ekligen sachen.
--
frobnicate foo
> Man kann es wohl so zusammenfassen:
<schnipp>
> Also ist normaler Korn schon wegen des geringeren Alkoholgehalts kein
> Wodka.
Das dient IMHO eher der Abgrenzung zwischen "Korn" und "Doppelkorn"
Und richtiger Wodka hat natürlich mindestens 40%
> Wodka ist wohl im allgemeinen aromatisiert, weil er andernfalls
> geschmacktneutral wäre.
Nein. Wodka *soll* geschmacksneutral sein. Mischgetränke "Wodka mit
..." sind eben Mischgetränke und kein Wodka.
> Korn wird aber nicht aromatisiert.
Richtig. Weil Korn (erwünschten) Eigengeschmack hat. Und IMNSHO meint
"Korn" auch immer "Roggenkorn" und meistens "Doppelkorn". Aber das
kann auch an meiner Sozialisierung als Ossi liegen :)
> Das Destillationsverfahren muß sich auch unterscheiden, da beim Korn
> "sensorischen Eigenschaften der verwendeten Ausgangsstoffe" erhalten
> bleiben, beim Wodka aber vermindert werden sollen.
Das wäre auch meine Definition. Beides ist wasserklarer Trinkalkohol
mit ca. 40 Vol % Ethanol. Wodka ist weitgehend geschmacksneutral,
Korn hat einen merklichen Eigengeschmack.
Bei Wodka muß man also mehr Aufwand treiben, um die unerwünschten
Komponenten (also alles außer Wasser und Ethanol) loszuwerden. Das
geht damit los, daß man "geschmackloses" Ausgangsmaterial verwendet.
Zweitens kann man mehrfach destillieren. Und drittens filtern.
XL
> Was ist der Unterschied zwischen Korn und Wodka, abgesehen davon, daß
> Wodka auch aus Kartoffeln hergestellt werden kann?
Nachdem hier ziemlich viel komisches Zeug geschrieben wurde, muss ich
nun eine Lanze für den Wodka brechen.
Tatsächlich kann man Wodka aus allen möglichen Grundstoffen brennen.
Alles was Stärke hat und verzuckerbar ist, kann schließlich als
Alkoholgrundlage dienen.
Wodka wird üblicherweise mehrfach destilliert und mehrfach gefiltert
(u.a. mit Aktivkohle) teilweise "milchgereinigt" (russ. Wodka
Parlament).
Das Ergebnis ist im Idealfall ein sehr weicher, "süffiger" Brand, der
trotz mindestens 40% (unter 40% ist erlaubt, aber... naja...)
keinesfalls brennt.
Guter Wodka ist nicht unbedingt teuer. Teuerer ist nicht unbedingt gut.
Um einen Einblick in die Vielfalt zu bekommen, kann man sich mal das
Angebot von http://www.vodkahaus.de/de ansehen. Mein Favorit ist immer
noch Nemiroff Lex (Ukraine).
Sehr einfache Wodka sind manchmal ziemlich hart. "Na pasatschok"
(übersetzt etwa so viel wie "zum RAusschmeißen") ist so ein Beispiel. DA
könnte ich mir vorstellen, dass der mehr Kartoffeln als GEtreide gesehen
hat.
Korn ist eben Korn. Da schmeckt man auch typischerweise mehr als beim
Wodka (obwohl beim Wodka Weizen und Roggen auch unterscheidbar sind!),
beim Korn möchte man sofort ein Stück Wurst dazu essen, während beim
Wodka eher Fisch angesagt ist.
Hm... einigermaßen klarer geworden?
Schonmal diesen Gras-Wodka Zeugs probiert?
Dann reden wir wieder euber Mutprobe ;))
Gruss,
Jens
Grasovka ist ebenfalls kein Wodka.
Sondern eben "Wodka mit (geschmacksgebenden) Gräser-Extrakten".
Auch "Wodka mit Zitrone" oder "Wodka mit Chilis und Honig" ist
jeweils ebensowenig "Wodka", wie "Wasser mit Cola-Sirup" noch
"Wasser" ist.
Ach ja, mir schmeckt Grasovka. Das Chili-Honig Zeugs (Nemiroff,
Ukraine) auch. Obwohl ich mir lieber selber einen Wodka mit ein
paar Habaneros ansetze :-O
XL
Korrekt. Bei einem guten Wodka kann man nachher nicht mehr schmecken,
ob der nun aus Kartoffeln, Weizen oder Rüben gemacht ist.
> Guter Wodka ist nicht unbedingt teuer. Teuerer ist nicht unbedingt gut.
> Um einen Einblick in die Vielfalt zu bekommen, kann man sich mal das
> Angebot von http://www.vodkahaus.de/de ansehen. Mein Favorit ist immer
> noch Nemiroff Lex (Ukraine).
Den hatte ich noch nicht. Aber finnischer Wodka (Kossu, 013) ist sehr
lecker.
Und noch was: weder Wodka noch Korn muß eiskalt getrunken werden. Man
kann das tun, büßt dabei aber 99% des Geschmacks ein. Wenn das Zeug
nur eiskalt trinkbar ist, dann ist es von schlechter Qualität.
XL
> Schonmal diesen Gras-Wodka Zeugs probiert?
> Dann reden wir wieder euber Mutprobe ;))
Gräßlich. Zu süß!
> Den hatte ich noch nicht. Aber finnischer Wodka (Kossu, 013) ist sehr
> lecker.
>
> Und noch was: weder Wodka noch Korn muß eiskalt getrunken werden. Man
> kann das tun, büßt dabei aber 99% des Geschmacks ein. Wenn das Zeug
> nur eiskalt trinkbar ist, dann ist es von schlechter Qualität.
Jeo. Ich trinke ihn gekühlt, aber nicht eiskalt.
Typischerweise beim Abschiedsfest von Besuch aus der Ukraine :)
Zusammen mit eingelgten Auberginen, kleinen Pastetchen, Blinis, Lachs,
Salaten...
Das sollte man mal gemacht haben.
Eher nicht. Der Alkoholgehalt ist gut als Abgrenzung zwischen "Korn"
und "Doppelkorn". Weil da der Unterschied eben hauptsächlich im
Alkoholgehalt liegt. Aber nicht als Abgrenzung zwischen "Korn" und
"Wodka", weil da der Geschmack unterschiedlich ist. Auch bei gleichem
Alkoholgehalt.
>>> Wodka ist wohl im allgemeinen aromatisiert, weil er andernfalls
>>> geschmacktneutral wäre.
>>
>> Nein. Wodka *soll* geschmacksneutral sein. Mischgetränke "Wodka mit
>> ..." sind eben Mischgetränke und kein Wodka.
>
> Es sollen aber nicht alle Wodkas gleich schmecken.
Natürlich nicht. Aber deswegen muß man Wodka doch nicht aromatisieren,
wie du gleich pauschal behauptet hast. Mineralwässer schmecken ja auch
durchaus unterschiedlich. Und auch ohne daß sie irgendwie aromatisiert
wären.
> Ich beziehe mich auf die Verordnung, auf die Gerald hingewiesen hatte.
> <http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:039:001
> 6:0054:DE:PDF>
>
> Dort, S. 25, Nr. 31, wird aromatisierter Wodka aufgeführt. Am
> bekanntesten ist wohl Grasovka (Büffelgraswodka).
Ja. Eben. Der heißt nicht "Wodka", sondern "Grasovka". Sobald es
gepanscht ist, ist es kein Wodka mehr. Auch dann nicht, wenn Wodka
der Hauptbestandteil ist. Siehe auch "Coca-Cola" und "Tafelwasser"
> > > Korn wird aber nicht aromatisiert.
>
> Überhaupt nicht. Das ist der Unterschied, s. ebd. S. 15, Nr. 3. d).
Es gibt durchaus aromatisierten Korn. Apfelkorn zum Beispiel. Wobei
der wegen des geringen Alkoholgehalts rein rechtlich als Likör zählen
dürfte. Trotzdem steht (stand?) "Apfelkorn" auf der Flasche.
>> Bei Wodka muß man also mehr Aufwand treiben, um die unerwünschten
>> Komponenten (also alles außer Wasser und Ethanol) loszuwerden. Das
>> geht damit los, daß man "geschmackloses" Ausgangsmaterial verwendet.
>> Zweitens kann man mehrfach destillieren. Und drittens filtern.
>
> Das ist dann eine Qualitätsverbesserung. Man kann aber nicht sagen, daß
> Wodka ein besserer Korn wäre, denn auch Korn kann mehrfach destilliert
> und gefiltert sein.
Deswegen habe ich das ja auch nicht geschrieben. Vielleicht *liest*
du demnächst erst mal ein Posting, bevor du darauf antwortest?
> Wodka zählt nicht, wie Korn, zu den Getreidespirituosen, die
> ausdrücklich aus dem "vollen Korn" gewonnen werden müssen, s. in der
> PDF-Datei S. 15, Nr. 3. Für Wodka scheint das nicht zu gelten.
> Vielleicht ist das der Unterschied im Ausgangsmaterial.
Das ist lebensmittelrechliches Blafasel. Wer weiß, welche Lobby da
mal den Markt an sich reißen wollte, indem sie dem Gesetzgeber das
volle Korn in die Feder diktiert hat.
Eigentlich stand alles wissenwerte in der ersten Antwort, die du in
diesem Thread erhalten hast. Ich zitiere mit Vergnügen:
> From: Detlef Wirsing <detlef....@gmx.de>
> Newsgroups: de.rec.mampf
> Subject: Re: Korn vs. Wodka
> Date: Tue, 10 May 2011 14:35:59 +0200
>
> Ralf Heinrich Arning schrieb:
>
>> Was ist der Unterschied zwischen Korn und Wodka ...
>
> Der Geschmack.
XL
>> Dort, S. 25, Nr. 31, wird aromatisierter Wodka aufgeführt. Am
>> bekanntesten ist wohl Grasovka (Büffelgraswodka).
>
> Ja. Eben. Der heißt nicht "Wodka", sondern "Grasovka". Sobald es
> gepanscht ist, ist es kein Wodka mehr. Auch dann nicht, wenn Wodka
> der Hauptbestandteil ist. Siehe auch "Coca-Cola" und "Tafelwasser"
>
Eigentlich heist die Sorte Żubrówka. "Grasovka" ist nur eine Marke.
Joachim
Das Ideal bei Wodka ist ein möglichst neutraler Geschmack; von den
Ausgangsstoffen soll nur Alkohol und Wasser übrigbleiben. Was ist im
Unterschied dazu das Geschmacksideal bei Korn? Wie wird das erreicht?
Joachim
> Dort, S. 25, Nr. 31, wird aromatisierter Wodka aufgeführt. Am
> bekanntesten ist wohl Grasovka (Büffelgraswodka).
> Darum ging es mir aber nicht, sondern darum, was zum eigentlichen Wodka
> angeführt wird, S. 20, Nr. 15. c):
Können wir diesen Büffelgraswodka bitte wieder in die polnische Prärie
schütten, wo er hingehört und einst von Bisons ausgepisst wurde?
Danke.
>
> Ach ja, mir schmeckt Grasovka. Das Chili-Honig Zeugs (Nemiroff,
> Ukraine) auch. Obwohl ich mir lieber selber einen Wodka mit ein
> paar Habaneros ansetze :-O
Kommt viel besser, ich hab 2 Habis in einen halben Liter getan und nach
einem Monat eine wieder raus.
Und danach Probiererle verteilt, hochrote Gesichter das Ergebnis.
Tschö,
Rainer
--
"What would I do with 72 virgins? That's not a reward, that's a punishment.
Give me two seasoned whores any day." (Billy Connolly)
Welche Vorlage?
Ich trinke weder Wodka noch Korn, schmecke auch keinen Unterschied
zwischen beiden, weiß aber, daß minimaler Zusatz von Kaliumpermanganat
den Wodkageschmack etwas manifester macht - FR
> > <schnipp>
>
> > > Also ist normaler Korn schon wegen des geringeren Alkoholgehalts kein
> > > Wodka.
>
> > Das dient IMHO eher der Abgrenzung zwischen "Korn" und "Doppelkorn"
> > Und richtiger Wodka hat natürlich mindestens 40%
>
> Das ist der Zweck der Unterscheidung, ja, aber wir haben damit zugleich
> ein Kriterium zur Abgrenzung von anderen klaren Schnäpsen.
>
>
>
> > > Wodka ist wohl im allgemeinen aromatisiert, weil er andernfalls
> > > geschmacktneutral wäre.
>
> > Nein. Wodka *soll* geschmacksneutral sein. Mischgetränke "Wodka mit
> > ..." sind eben Mischgetränke und kein Wodka.
>
> Es sollen aber nicht alle Wodkas gleich schmecken.
>
> Ich beziehe mich auf die Verordnung, auf die Gerald hingewiesen hatte.
> <http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:039:001
> 6:0054:DE:PDF>
>
> Dort, S. 25, Nr. 31, wird aromatisierter Wodka aufgeführt. Am
> bekanntesten ist wohl Grasovka (Büffelgraswodka).
> Darum ging es mir aber nicht, sondern darum, was zum eigentlichen Wodka
> angeführt wird, S. 20, Nr. 15. c):
>
> | Zur Aromatisierung dürfen nur natürliche, in dem Destillat aus
> | den vergorenen Ausgangsstoffen vorhandene Aromastoffe verwendet
> | werden. Außerdem können dem Erzeugnis besondere, vom
> | vorherrschenden Geschmack abweichende sensorische Eigenschaften
> | verliehen werden.
>
> > > Korn wird aber nicht aromatisiert.
>
> Überhaupt nicht. Das ist der Unterschied, s. ebd. S. 15, Nr. 3. d).
Hm, ich war überrascht, daß in Niedersachsen und Westfalen der Korn -
etwa Steinhäger, Doornkat &cet. - allzumeist mit Wacholder
aromatisiert wird. Östlich der Elbe kennt man den Köhm, also mit
Kümmel aromatisiert, auch in Skandinavien (Aquavit, Linie &cet.) - FR
> > Umpf. Wodka aus Kartoffeln ist zur Mutprobe und zum Rausschmeißen.
>
> Schonmal diesen Gras-Wodka Zeugs probiert?
> Dann reden wir wieder euber Mutprobe ;))
Ich vermeine, es gibt koreanischen Wodka bei dem sich in jeder Pulle
eine Schlange befindet - an den habe ich mich nicht rangetraut. Und
aus Nigeria kenne ich Wodka mit einer Pfefferblüte drin, so scharf,
daß man den Alkohol nicht mehr bemerkt - FR
*Aha*! Du trinkst nichts davon, schmeckst aber trotzdem keinerlei
Unterscheid heraus?
Korn und Wodka sind aber nun mal zweierlei Ding.
Und Du weißt im Grunde rein gar nischt - genau wie ich übrigens auch -
nur quatscht Du desto trotz völlig "*eitles Zeugs*" daher!
q-w
Nicht schlecht, in der Tat.
> Das Chili-Honig Zeugs (Nemiroff,
> Ukraine) auch. Obwohl ich mir lieber selber einen Wodka mit ein
> paar Habaneros ansetze :-O
In Rußland gibt es braunen Wodka, etwas heller als Weinbrand. Was ist
das eigentlich? FR
Was ist denn jetzt der Geschmacksunterschied? Und wie kommt er zustande?
Wodka ist, wie wir gehört haben, möglichst reines
Alkohol-Wasser-Gemisch. Dann ist im Korn also noch etwas anderes drin,
was den Geschmacksunterschied ausmacht. Vermutlich irgendwelche
Rückstände des Korns, die absichtlich dringelassen werden.
Joachim
Was ist denn jetzt der Geschmacksunterschied zwischen _unaromatisiertem_
Wodka und _unaromatisiertem_ Korn, und wie kommt der zustande?
Joachim
>
>In Rußland gibt es braunen Wodka, etwas heller als Weinbrand. Was ist
>das eigentlich? FR
Vermutlich Wodka Starka:
http://de.wikipedia.org/wiki/Starka
Ich habe nur einmal sowas vor über 30 Jahren in Stettin getrunken.
Damals hat er mich durchaus beeindruckt.
Gruß
Gerald
--
http://www.boen-end.de
>In Rußland gibt es braunen Wodka, etwas heller als Weinbrand. Was ist
>das eigentlich?
Erinnert mich an Ferien in Litauen und Russland, vor vielen, vielen
Jahren... *Normalerweise* ganz einfach im Holzfass gelagert, daher die
bräunlich-gelbe Farbe. Die Betonung liegt aber auf *normalerweise*... Bei
den vielen Wodka-Varianten, die man angeboten kriegt, ist man nie ganz
sicher, worum es sich eigentlich handelt. Ausser natürlich, dass
mindestens Alkohol und Wasser darin enthalten sind! ;-)
Salut
René
--
Die hier verwendete Absenderadresse könnte nur
kurzfristig existieren. Um mich sicher zu erreichen
bitte an ReneOnNews AT renegagnaux PUNKT ch schreiben.
>Vermutlich Wodka Starka:
>http://de.wikipedia.org/wiki/Starka
>
>Ich habe nur einmal sowas vor über 30 Jahren in Stettin getrunken.
>Damals hat er mich durchaus beeindruckt.
Ooohhh ja... Dies habe ich in Vilnius kennengelernt... hic... ;-)
Draussen war es -35 Grad, drinnen wärmer ;)
Salut
René
--
Adresse à laquelle on peut toujours m'atteindre:
reneonnews<aroba>renegagnaux<point>ch
Lese bitte erst mal die Wikipedia-Artikel über Aquavit und Gin, dann
siehst du wo die Unterschiede sind und dass beide Verfahren bis auf die
Ausgangsstoffe für den Alkohol nichts mit der Kornherstellung zu tun
haben.
Wenn du so argumentierst, dann ist auch der Stroh-Rum ein aromatisierter
Korn (oder auch der Whisky).
Helmut.
> >In Rußland gibt es braunen Wodka, etwas heller als Weinbrand. Was ist
> >das eigentlich?
>
> Vermutlich Wodka Starka:http://de.wikipedia.org/wiki/Starka
>
> Ich habe nur einmal sowas vor über 30 Jahren in Stettin getrunken.
> Damals hat er mich durchaus beeindruckt.
Aha, kannte ich nicht - FR
> Was ist denn jetzt der Geschmacksunterschied zwischen
> _unaromatisiertem_ Wodka und _unaromatisiertem_ Korn
*schmecken* mußt du den schon selber. Wobei es natürlich auf den
jeweiligen Wodka und den jeweiligen Korn ankommt.
Ein z.B. Nordhäuser Doppelkorn (rein aus Roggen) hat deutlich mehr
Eigengeschmack als z.B. ein Weizenkorn aus dem Aldi.
> und wie kommt der zustande?
Durch Ausgangsstoffe und Herstellungsverfahren. In der Maische sind
nach dem Gären ja durchaus noch viele Stoffe enthalten. Einige davon
erwischt man beim Destillieren halt mit. Manche sind richtig giftig
(z.B. Methanol), andere machen nur einen dicken Kopf. Geschmack geben
sie alle. Sammelbezeichnung ist "Fusel", "Fusel-Öle", "Fusel-Alkohol".
http://de.wikipedia.org/wiki/Fuselalkohol
Auf die Menge und Zusammensetzung dieser Stoffe hat so ziemlich alles
einen Einfluß: verwendete Ausgangsstoffe (incl. dem Wasser). Welche
Hefe verwendet wird. Prozeßführung (Gär-Dauer, Temperatur). Wie oft
destilliert wird, wie großzügig man Vorlauf und Nachlauf wegwirft.
Außerdem die Filtrierung und/oder Lagerung vor dem Abfüllen.
Mal ein Beispiel: Whisky-Brennmeister schwören darauf, daß ihr Wasser
und sogar die Form der Brennblasen einen Einfluß auf den Geschmack des
Whiskys hat. Auch wenn ich persönlich glaube, daß es gerade beim Whisky
noch viel mehr auf die spätere Lagerung ankommt. Aber ich hatte bei
einer Verkostung mal die Möglichkeit, an Fläschchen mit Rohdestillat,
Vorlauf und Nachlauf zu schnuppern. Den Fusel riecht man deutlich
(trinken möchte man das alles nicht).
XL
> Was ist denn jetzt der Geschmacksunterschied? Und wie kommt er
> zustande?
tauglicher wodka schmeckt und riecht im wesentlichen nach nichts anderem
als Ethanol, das ist der sinn der uebung.
> Wodka ist, wie wir gehört haben, möglichst reines
> Alkohol-Wasser-Gemisch. Dann ist im Korn also noch etwas anderes drin,
> was den Geschmacksunterschied ausmacht. Vermutlich irgendwelche
> Rückstände des Korns, die absichtlich dringelassen werden.
hatten wir doch eigentlich schon mehrfach im thread: durch vergaerung
von naturstoffen hergestellter Trinkalkohol ist ein gemisch, dass
ueberwiegen aus Ethanol und Wasser besteht, aber mit einer ganzen reihe
unterschiedlicher stoffe vermischt ist, die teilweise deutlichen
eigengeschmack aufweisen.
vollstaendig chemisch untersucht ist das meines wissens bisher nicht,
weil der aufwand fuer sowas gigantisch ist. man gibt sich damit
zufrieden, bestimmte stoffgruppen als sensorisch bemerkbar zu erkennen.
--
frobnicate foo
> On 12 Mai, 22:32, frank paulsen <frank.paul...@gmx.net> wrote:
>>
>> aus der kleinindustriellen und privaten fertigung sind andere
>> verfahren bekannt, angefangen bei holzspaenen und holzkohle ueber die
>> zugabe von Milch in die Vorlage bis hin zu wirklich ekligen sachen.
>
> Welche Vorlage?
das gefaess, in dem das kondensierte destillat aufgefangen wird.
wenn man dort (bei kleinen anlagen) milch zugibt, gerinnt diese und
nimmt dabei langkettige verbindungen, die man allgemein als Fuselöle
bezeichnet, mit in die feste phase. die dabei entstehende pampe wird
traditionell abgeschoepft, in der technik aber eher ueber eine
filterpresse entfernt.
grosstechnisch nimmt man normalerweise keine normale milch, sondern
eher milcheiweiss (Casein).
zu den relativ ekligen sachen zaehle ich die zugabe von Eiern oder
Schweineblut, zu den etwas seltsamen (und von der funktion her kaum
nachvollziehbaren) die zugabe von Gips oder Kalkstein.
> Ich trinke weder Wodka noch Korn, schmecke auch keinen Unterschied
> zwischen beiden, weiß aber, daß minimaler Zusatz von Kaliumpermanganat
> den Wodkageschmack etwas manifester macht - FR
viel darf man auch nicht reintun, weil man sonst die aldehyde baut, die
man eigentlich verzweifelt zu entfernen versucht...
dein argumentation ist ansonsten absurd: sinn der wodkaherstellung ist
genau das entfernen von geschmacksstoffen. wenn dadurch irgendwas
'manifester' wird, ist das ziemlich in die hose gegangen.
man sollte sich dabei aber nichts vormachen: die masse der wodkas wird
relativ simpel ueber eine kolonne destilliert, ueber aktivkohle
gefiltert und dann gehts halt wieder von vorne los, je nach preis zwei
bis fuenf mal.
--
frobnicate foo
> > Ich trinke weder Wodka noch Korn, schmecke auch keinen Unterschied
> > zwischen beiden, weiß aber, daß minimaler Zusatz von Kaliumpermanganat
> > den Wodkageschmack etwas manifester macht.
>
> viel darf man auch nicht reintun, weil man sonst die aldehyde baut, die
> man eigentlich verzweifelt zu entfernen versucht...
Es soll in der Spirituosenindustrie gemacht werden.
> dein argumentation ist ansonsten absurd: sinn der wodkaherstellung ist
> genau das entfernen von geschmacksstoffen. wenn dadurch irgendwas
> 'manifester' wird, ist das ziemlich in die hose gegangen.
>
> man sollte sich dabei aber nichts vormachen: die masse der wodkas wird
> relativ simpel ueber eine kolonne destilliert, ueber aktivkohle
> gefiltert und dann gehts halt wieder von vorne los, je nach preis zwei
> bis fuenf mal.
Wir haben (im Labor) mal Sliwowitz gemacht: Pflaumen entsteint(!), mit
Zucker angemaischt, im 50 ltr. Ballon der wilden Gärung überlassen,
nach Ende der stürmischen Gärung abgezogen, noch etwas weitergären
lassen, dann abdestilliert (einfache Destille ohne
Rektifizierkolonne). Die Blase war elektrisch beheizt, es mußte jemand
danebenstehen, um nach Passage des Vorlaufs die Vorlage zu wechseln,
u.zw. kurz bevor die Dampfphase die Temp. des H2O-Ethanol-Azeotrops
erreichte - ich meine das sind etwa 78°C -, Nachlauf verblieb in der
Blase, da die Heizung per Kontaktthermometer bei etwa 80 °C
abgeschaltet wurde. Nach dreimaligem Brennen hatte das Destillat
deutlich über 70 Vol.-%, wurde auf ca. 50 % verdünnt und erwies sich
als ausgesprochen derbe im Geschmack. Erst nach mehrmonatiger Lagerung
stellte sich eine deutliche Geschmacksverbesserung ein, weiß der
Henker was da vor sich geht, auch der typische, mir nicht angenehme
Sliwowitzgeschmack war manifest.
Übrigens war in der DDR die Vergärung von Reis verboten (entnahm ich
einer Broschüre zur Weinbereitung), es sollen bei zu langem Verbleib
über der Maische höhere Konz. von Amylalkoholen entstehen - FR
Naja, zumindest war nach '45 Kartoffelschnaps sehr verbreitet, natürlich
aus eigener Herstellung und jeder hatte den besten. Scheint auch
funktioniert zu haben. Mein Opa hatte jedenfalls sein Augenlicht behalten;-)
Rübenschnaps könnte es auch gewesen sein. Da müsste ich bei Gelegenheit
noch mal meine Eltern fragen, ob die das noch wissen.
> Kartoffelschnaps ist deutlich komplizierter, da man Stärke ja nicht
> mit Hefe einfach so vergären kann, da muss vorher noch eine Stufe mit
> keimendem Getreide -meist Gerste- eingefügt werden. Die Enzyme der
> keimenden Getreide knacken die Stärke zu Malzzucker, der dann vergoren
> werden kann. Um zu guten Ergebnissen zu kommen, muss jeder Schritt bei
> der richtigen Temperatur stattfinden, die Stärkespaltung/Verzuckerung
> z. B. sollte 2 Stunden lang bei 58 C stattfinden. Das sind keine
> Bedingungen, die man zu Hause in der Waschküche erreicht.
Naja, so kann man's auch machen - in der Futterküche des
wodkatrinkenden sibirischen Kleinbauern gewinnt man Stärkezucker durch
Erhitzen mit verdünnter Säure, z.B. HCl, überschüssiges HCl will der
Muzhik natürlich nicht im Destillat haben und neutralisiert dieses am
einfachsten mit Kalk. Man muß sich eben nur zu helfen wissen. FR
> > Kartoffelschnaps ist deutlich komplizierter, da man Stärke ja nicht
> > mit Hefe einfach so vergären kann, da muss vorher noch eine Stufe mit
> > keimendem Getreide -meist Gerste- eingefügt werden. Die Enzyme der
> > keimenden Getreide knacken die Stärke zu Malzzucker, der dann vergoren
> > werden kann. Um zu guten Ergebnissen zu kommen, muss jeder Schritt bei
> > der richtigen Temperatur stattfinden, die Stärkespaltung/Verzuckerung
> > z. B. sollte 2 Stunden lang bei 58 C stattfinden. Das sind keine
> > Bedingungen, die man zu Hause in der Waschküche erreicht.
>
> Da Du so etwas weißt, weißt Du auch, ob beim Brennen von Korn andere
> Produktionstemperaturen als beim Brennen von Wodka gewählt werden?.
Hm? Brennen ist volkstümlich für destillieren, und bei Korn und Wodka
ist der Siedepunkt des Ethanol-Wasser-Azeotrops der gleiche - FR