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Trüffelöl: widerlich?

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Mirko Driller

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Jan 10, 1999, 3:00:00 AM1/10/99
to
Wir haben eine Flasche Olivenöl mit Trüffel(aroma?) geschenkt bekommen.
Allerdings kann ich schon den Geruch nicht ertragen. Es ist mir auch
kaum möglich, ihn genauer zu beschreiben, weil ich ihn mir dann noch mal
ziehen müßte.

Da das Zeug dem Vernehmen nach eine große Delikatesse ist, wüßte ich
jetzt gerne, ob meins vielleicht einfach verdorben ist. Daher meine
Anfrage: kann es sein, daß einige Menschen das Öl als widerwärtig
empfinden, während andere es schätzen?

Danke,

--
Mirko Driller PGP Key ID 0x8ABBDC78
"Ich hasse die Wirklichkeit, auch wenn ich mir
darüber klar bin, daß sie der einzige Ort ist,
wo man ein anständiges Steak bekommt." (Woody Allen)

Eberhard Fruck

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Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to
Mirko Driller schrieb in Nachricht
<1dldby8.1s5...@ppp178.rz.hu-berlin.de>...

>Da das Zeug dem Vernehmen nach eine große Delikatesse ist, wüßte ich
>jetzt gerne, ob meins vielleicht einfach verdorben ist. Daher meine
>Anfrage: kann es sein, daß einige Menschen das Öl als widerwärtig
>empfinden, während andere es schätzen?

Vielleicht habe ich immer falsche/schlechte Zutaten oder Zubereitungsarten
erwischt: Ich habe dreimal Gerichte mit Trüffeln probiert und habe jedesmal
nur den Geruch von altem Gummi empfunden - meine Frau übrigens auch. Als uns
unser italienischer Wirt einmal voller Stolz sein eigens importiertes
Olivenöl mit Trüffelaroma über die Pasta geträufelt hat, haben wir diese
danach als ungeniessbar empfunden.

Eberhard

Ulf Neumann

unread,
Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to
In <1dldby8.1s5...@ppp178.rz.hu-berlin.de> Mirko Driller
wrote:

>Da das Zeug dem Vernehmen nach eine große Delikatesse ist, wüßte ich
>jetzt gerne, ob meins vielleicht einfach verdorben ist. Daher meine

Dann hätte es den typischen Geruch von Ranzigkeit. Der würde dann auch
durch das Trüffelaroma nicht mehr überdeckt.

>Anfrage: kann es sein, daß einige Menschen das Öl als widerwärtig
>empfinden, während andere es schätzen?

Ja, sicher. Warum sollte es mit Trüffelöl anders sein als mit den
meisten anderen Lebensmitteln?

Viele Grüße,

Ulf Neumann

Klaus Scheidgen

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Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to
Ich find's auc h widerlich, wie Lakritz, aber irgendwie schlimmer. Ich habe
das Fläschchen nach einmaliger Duftprobe mit spitzen Fingern in die
Mülltonne befördert

Gruß
Klaus

Christel Tolksdorf

unread,
Jan 12, 1999, 3:00:00 AM1/12/99
to
On Mon, 11 Jan 1999 00:26:27 +0100, EFte...@t-online.de (Eberhard
Fruck) wrote:

>Mirko Driller schrieb in Nachricht
><1dldby8.1s5...@ppp178.rz.hu-berlin.de>...
>

>>Da das Zeug dem Vernehmen nach eine große Delikatesse ist, wüßte ich

Hallo Mirko,
was eine Delikatesse ist, ist Geschmackssache, also individuell
verschieden.
Ich finde, man sollte sich da von (vor)herrschenden Meinungen
unabhängig machen und den eigenen Geschacks- und Geruchsnerven
vertrauen.
Ich habe vor einigen Jahren mal für viel Geld Trüffeln gekauft und war
sehr enttäuscht. Machmal muß das, was knapp ist eben gut
schmecken...;-) ...teuer genug war's ja....
Gruß
Christel

Gerrit Teunis

unread,
Jan 12, 1999, 3:00:00 AM1/12/99
to
Christel Tolksdorf wrote in message
<369a96d1...@news.pop-hannover.de>...

>Ich habe vor einigen Jahren mal für viel Geld Trüffeln gekauft und war
>sehr enttäuscht. Machmal muß das, was knapp ist eben gut
>schmecken...;-) ...teuer genug war's ja....


Hmm, also ich bin von Trüffeln restlos begeistert. Allerdings wird da wohl
auch viel Mist angeboten (chinesische Trüffel, die gerade mal danach
aussehen und mit irgendwelchen Aromen versetzt werden, osteuropäische
Trüffel sollen da ebenfalls nicht der Hit sein).
Ich war Sylvester wieder in Frankreich und konnte dort direkt auf einem
Trüffelmarkt von "Erzeuger" kaufen. Der Trüffel wurde dann in Scheiben
angebraten und einem Bresse-Huhn unter die Haut geschoben. Das Ganze vorm
Kamin gegrillt, und schon hatten wir das leckerste Essen 1998! Klassisch und
ebenfalls mit Wonne getestet ist die Variante, den Trüffel einfach unters
Rührei zu mischen.
Zugegeben, Trüffel hat ein sehr eigenes Aroma. Ich wüßte es auch gar nicht
so recht zu beschreiben. Daß das allerdings unter die Kategorie "ekelhaft"
fallen könnte, kann ich mir beim besten Willen und aller Unterschiedlichkeit
der Geschmäcker nicht vorstellen. Nun kenne ich Trüffelöl nicht, hatte
bisher jedoch nur Gutes darüber gelesen.
Vielleicht wendet Ihr Euch noch mal an den Trüffelhändler Eures Vertrauens
;-)

Gerrit


Michael Pronay

unread,
Jan 13, 1999, 3:00:00 AM1/13/99
to
Gerrit Teunis schrieb in Nachricht
<77f3un$5e7$1...@newsserver.rrzn.uni-hannover.de>...

>
>Ich war Sylvester wieder in Frankreich und konnte dort direkt auf
einem
>Trüffelmarkt von "Erzeuger" kaufen. Der Trüffel wurde dann in
Scheiben
>angebraten und einem Bresse-Huhn unter die Haut geschoben. ...

>Nun kenne ich Trüffelöl nicht, hatte bisher jedoch nur Gutes darüber
>gelesen.

Vorsicht: Du sprichst von schwarzen Trüffeln; Trüffelöl ist
in der Regel mit weißen Trüffeln aromatisiert. Die riechen
und schmecken keineswegs gleich.

Michael


Mechtild Schulte

unread,
Jan 14, 1999, 3:00:00 AM1/14/99
to
>
>
> Ich war Sylvester wieder in Frankreich und konnte dort direkt auf
> einem
> Trüffelmarkt von "Erzeuger" kaufen. Der Trüffel wurde dann in Scheiben
>
> angebraten und einem Bresse-Huhn unter die Haut geschoben. Das Ganze
> vorm
> Kamin gegrillt, und schon hatten wir das leckerste Essen 1998!
> Klassisch und
> ebenfalls mit Wonne getestet ist die Variante, den Trüffel einfach
> unters
> Rührei zu mischen.
> Gerrit

gut und schön, klingt lecker, aber was machst Du dann mit getrockneten
(schwarzen) Trüffeln? Ich habe sie geschenkt bekommen und
vorschriftsmäßig in Reis aufbewahrt,der riecht zwar ganz wunderbar und
ist sicher gekocht eine Delikatesse, aber ich wüßte doch gerne, ob man
mit den getr. Trüffeln noch was anderes und mehr als z.B. eine Pilzsoße
machen kann, was das Aroma gut zur Geltung bringt. Weißt Du da was?
Gruß, Mechtild

Uwe Schmitt

unread,
Jan 15, 1999, 3:00:00 AM1/15/99
to
Mechtild Schulte <s...@rrz.uni-koeln.de> wrote:
: ...
: aber ich wüßte doch gerne, ob man mit den getr. Trüffeln noch was

: anderes und mehr als z.B. eine Pilzsoße machen kann, was das Aroma gut
: zur Geltung bringt. Weißt Du da was?
: Gruß, Mechtild

ich hab mal gehoert ruehrei mit trueffeln sei ne sehr leckere
angelegenheit und sehr einfach zuzubereiten. ich selbst hab leider
noch keine trueffel in der hand gehabt bzw. gegessen.

gruss, uwe.
--
___________________________________________________________________

Uwe Schmitt
Universitaet des Saarlandes Angewandte Mathematik
Geb. 38, Zi. 107, Postfach 151150, D-66041 Saarbruecken
Fax : +49 (0)681/302-4435 Phone: +49 (0)681/302-2468
EMail: sch...@num.uni-sb.de Private: +49 (0)681/397052
___________________________________________________________________

Rene Gagnaux

unread,
Jan 16, 1999, 3:00:00 AM1/16/99
to
Hallo Michael

On Wed, 13 Jan 1999 18:02:44 GMT, "Michael Pronay" <pro...@teleweb.at> in
<8d5n2.102$xz5....@news.chello.at> wrote:

>Vorsicht: Du sprichst von schwarzen Trüffeln; Trüffelöl ist
>in der Regel mit weißen Trüffeln aromatisiert.

Bist Du wirklich sicher? Denn weisse Trüffeln sind doch bedeutend rarer und
teurer als schwarze Trüffeln?

>Die riechen und schmecken keineswegs gleich.

Wenn es sich um weisse Trüffeln aus dem Piemont handelt, ja. In den letzten
Jahren ist eine scheussliche, billige Zuchtsorte aus China auf dem Markt
gekommen :-(

Kürzlich hatte ich mich eine kleine Info über weisse Trüffeln vermerkt:

MMMMM----- Recipe Meal-Master via Ambrosia v0.50 Build 37

Title: Weisse Trueffel, einige Infos
Categories: Aufbau, Trueffel, Pilz, Info
Yield: 1 Text

Weisse Trueffel

MMMMM-----------------------NACH EINEM TEXT VON-----------------------
-- Toni Kaiser
-- Erfasst von Rene Gagnaux

Feinschmecker haben - nicht nur der Trueffeln, Haselnuesse und Reben
wegen - das Piemont als ihr Schlaraffenland auserkoren. Das huegelige
Gebiet mit dem melancholischen Einschlag zwischen Mailand und Turin
wird jedes Jahr im Herbst zur meistbesuchten Gegend Italiens.

Eine ganz besondere Spezialitaet der Gegend um Alba wird jeweils ab
Oktober bis Ende Jahr "geerntet": die weisse Trueffel. Was wurde
nicht schon alles ueber sie geschrieben und spekuliert! Aphrodisisch
sollen die Knollen wirken, die eher einer missratenen Kartoffel denn
einem - weissen oder schwarzen - Kuechendiamanten gleichen und den
bezauberndsten Duft der Welt verstroemen. Es stimmt, die ganze Stadt
riecht danach, in den Restaurants verdichten sich die Wolken
gleichsam zu Koerperlichkeit, sinnliche und betoerende Duefte nach
Knoblauch und Kaese schlagen einem entgegen.

Fuer die nuss- bis faustgrossen "Tartufi" stroemen Zehntausende von
Koechen, Haendlern und Trueffelfreunden in das auch sonst schon
schmucke, zu dieser Zeit aber fuer Gourmets geradezu paradiesische
Staedtchen Alba, um dabeizusein, wenn die raren und aeusserst
kostbaren Knollen auf dem beruehmten "mercatino del tartufo"
feilgeboten werden.

Es gibt kein Wenn und Aber, Trueffeln sind ein Mysterium geblieben.
Vom Duft, den der "tuber magnatum" auf raetselhafte Weise erzeugt,
sagen die italienischen Trueffeljaeger, dass er dem eines Hundes auf
Freiersfuessen aehnle. Deswegen seien bei der Trueffelsuche auch nur
Huendinnen mit Erfolg einzusetzen. Nun, ob Trueffeln und Sex etwas
miteinander zu tun haben, moegen Werber, Biologen und Verliebte
enscheiden. Tatsache ist, dass ein Kilo des begehrten ockerfarbenen
Pilzes gut und gerne 2500 bis 3000 Franken kostet - kein Wunder also,
dass die Trueffelsucher nachts mit ihren vierbeinigen Begleiterinnen
durch die Eichenwaelder streifen und tief unter der Oberflaeche nach
den unsichtbaren Schaetzen graben. Nachts darum, weil dann die
Trueffeln angeblich am staerksten duften oder sich die Hunde am
besten auf ihren Geruchssinn konzentrieren koennen; in Tat und
Wahrheit aber doch, um die Fundstellen vor neugierigen Augen
geheimzuhalten!

Doch das an drei Seiten von Bergen umgebene huegelige Piemont - das
"Land am Fusse der Berge" - ist nicht nur ein "Tartufo"-Land. Wie in
allen italienischen Regionen macht den Reiz seiner Kueche auch der
Spass an der Zubereitung der Gerichte und die Lust am Essen, die
Gastlichkeit und das vergnuegte Plaudern in anregender Gesellschaft
aus. Das spiegelt sich in der ueppigen Menueabfolge wider: Antipasti,
Primo, Secondo, Verdura - das sind Saisongemuese oder Salate -, Kaese
und Dessert, gefolgt von einem Espresso oder Likoer und natuerlich
begleitet von den zu den Speisen passenden Weinen aus der begnadeten
Weinregion der Langhe um Alba und Asti. Diese maechtigen und stolzen
Tropfen des Piemont, das sind die schweren, koerperreichen Barolo und
Barbaresco. Ein Glas davon, und man glaubt, sich die
neblig-herbstliche Melancholie der Langhe, die Gerueche ihrer Erde,
nasses Laub und Pilze, einverleibt zu haben. Oder wie es ein
begeisterter piemontesischer Heimatdichter poetischer ausdrueckt:
"Der Barolo hat die Farbe des herbstlichen Laubes und den frischen
Hauch des Fruehlings. Er geht nicht in die Beine und macht den Kopf
nicht schwer, sondern bereitet einen tiefen und traumlosen Schlaf.
Und am Morgen danach wird man sich fuehlen, als koenne man alle
Schlachten der Welt gewinnen." Gerade die Wucht dieser Weine, ihr
charaktervoller Auftritt und ihr Alkoholreichtum verlangen kraeftige
Speisen, die ihnen Widerstand leisten.

Erst in diesem Zusammenprall offenbaren sie ihr enormes Potential;
Wein wird eben im Piemont - wie ueberhaupt in Italien -
ausschliesslich zum Essen getrunken! Neben den "schweren" verlocken
den Weinfreund aber auch zahlreiche andere Tropfen, rote wie der
Nebbiolo und Freisa, der rustikale, aber oft unterschaetzte Barbera,
der leichtere, doch keineswegs "suesse" Dolcetto, und weisse wie der
hoechst sueffige Arneis oder der spritzige Asti spumante-Schaumwein.
Letztere erfreuen sich auch bei uns zunehmender Beliebtheit als
erfrischende Aperitive, und dazu knabbert man, wie es inzwischen in
(fast) allen italienischen Restaurants in der ganzen Welt in Mode
gekommen ist, Grissini, die - wie die beruehmten Haselnuesse auch -
dank aeusserst guenstiger Anbaubedingungen ebenfalls aus dem Piemont
stammen.

MMMMM

Salut ,
Rene

Michael Pronay

unread,
Jan 17, 1999, 3:00:00 AM1/17/99
to
Rene Gagnaux schrieb in Nachricht
<36c66201.71680064@news>...

>
>On Wed, 13 Jan 1999 18:02:44 GMT, "Michael Pronay"
<pro...@teleweb.at> in <8d5n2.102$xz5....@news.chello.at>
wrote:
>
>>Vorsicht: Du sprichst von schwarzen Trüffeln; Trüffelöl ist
>>in der Regel mit weißen Trüffeln aromatisiert.
>
>Bist Du wirklich sicher? Denn weisse Trüffeln sind doch bedeutend
>rarer und teurer als schwarze Trüffeln?

Ja. Von der Aromatik dessen, was ich als Trüffelöl kenne,
sind's ganz eindeutig die weißen.

Michael


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