LUFTHANSA
Beinahe-Crash über Mexiko-Stadt
Über Mexiko-Stadt ist es fast zu einer Flugzeug-Katastrophe gekommen.
Nur das beherzte Eingreifen eines Lufthansa-Piloten rettete rund 500
Menschen das Leben.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,219712,00.html
Der Artikel ist ja ein wenig dürftig, hat jemand mehr Details?
Danke
Tom
"Möglicherweise sähen die Mexikaner in dem Vorfall keine schwere Störung,
sagte ein BfU-Sprecher. "
Was ist denn dann eine schwere Stoerung.. 30 Meter sind bei so _ein wenig_
groesseren Flugzeugen nicht so viel, vor allem nicht, wenn bei 30 m weniger
500 Paxe und Besatzungen draufgegangen waeren!
> (aus: Spiegel Online)
>
> LUFTHANSA
> Beinahe-Crash über Mexiko-Stadt
> Über Mexiko-Stadt ist es fast zu einer Flugzeug-Katastrophe gekommen.
> Nur das beherzte Eingreifen eines Lufthansa-Piloten rettete rund 500
> Menschen das Leben.
>
> http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,219712,00.html
Nicht zum ersten Mal haben wir hier widersprüchliche Anweisungen: "Die
mexikanische Flugsicherung verlangte dem Bericht zufolge von den Piloten,
ihren Befehlen zu gehorchen, und nicht TCAS."
Gruß, ULF
--
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Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
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> Was ist denn dann eine schwere Stoerung.. 30 Meter sind bei
> so _ein wenig_ groesseren Flugzeugen nicht so viel,
> vor allem nicht, wenn bei 30 m weniger 500 Paxe und Besatzungen
> draufgegangen waeren!
Der Artikel ist aber auch ziemlich reisserich aufgemacht. Wieso wird der
Lateral-Abstand eigentlich nicht erwähnt? Ausserdem ist ein near-miss immer
ein geschätzter Wert. Mir sind einige Fälle bekannt, wo nach Aussagen der
Paxe,Crew etc. erst ein Abstand von 50 ft angegeben wurde, und sich dann
später (nach Auswertung der Radaraufzeichnungen) ein tatsächlicher Abstand
von 300 ft ergab. Aus dem "Beinahe-Crash" würde dann ein "naher Vorbeiflug",
und ob das noch als schwere Störung gilt, kann ich nicht sagen, aber ich
weiss aus eigener Erfahrung, dass MEX eine sehr hohe Verkehrsdichte hat, und
nicht jeder Vorbeiflug gleich eine schwere Störung darstellt.
Klar, 30 Meter Abstand ist sehr wenig, aber waren es wirklich 30 Meter? Hat
der Spiegel hier vielleicht einen Pax zitiert? Nicht mal Piloten sind in der
Lage, Distanzen so genau einzuschätzen, und wenn die Radaraufzeichnungen
ausgewertet sind, wird die BFU das mit Sicherheit noch vor dem "Spiegel"
erfahren. Sollte sich dann herausstellen, dass es gar nicht so wild war,
dann ist natürlich die Schlagzeile futsch. Also lieber erst mal die Sache
riesengroß aufziehen, und 'ne Horror-Meldung über den "Beinahe-Crash"
verbreiten.
In solchen Sachen vertraue ich ausschließlich den offiziellen Berichten von
BFU, NTSB etc pp. und nicht einer Spiegel- oder Bild-Schlagzeile. Das ist
reine Spekulation.
--
mfG, Manuel
> > Was ist denn dann eine schwere Stoerung.. 30 Meter sind bei
> > so _ein wenig_ groesseren Flugzeugen nicht so viel,
> > vor allem nicht, wenn bei 30 m weniger 500 Paxe und Besatzungen
> > draufgegangen waeren!
>
> Der Artikel ist aber auch ziemlich reisserich aufgemacht. Wieso wird der
> Lateral-Abstand eigentlich nicht erwähnt? Ausserdem ist ein near-miss immer
> ein geschätzter Wert. Mir sind einige Fälle bekannt, wo nach Aussagen der
> Paxe,Crew etc. erst ein Abstand von 50 ft angegeben wurde, und sich dann
> später (nach Auswertung der Radaraufzeichnungen) ein tatsächlicher Abstand
> von 300 ft ergab. Aus dem "Beinahe-Crash" würde dann ein "naher Vorbeiflug",
> und ob das noch als schwere Störung gilt, kann ich nicht sagen, aber ich
> weiss aus eigener Erfahrung, dass MEX eine sehr hohe Verkehrsdichte hat, und
> nicht jeder Vorbeiflug gleich eine schwere Störung darstellt.
Soll das TCAS bei ordentlicher Staffelung ansprechen? Ich vermute, nein.
Wenn es also anspricht, dann haben wir ein deutliches Indiz für eine
erhebliche Störung.
> Soll das TCAS bei ordentlicher Staffelung ansprechen? Ich vermute, nein.
> Wenn es also anspricht, dann haben wir ein deutliches Indiz für eine
> erhebliche Störung.
TCAS ist dazu ausgelegt, eine gefährliche Annäherung ca. 45 Sekunden vor dem
errechneten "Zusammenstoß" mit einer Warnung anzuzeigen. "Zusammenstoß"
deshalb in Anführungszeichen, weil es noch lange nicht gesagt ist, daß es
tatsächlich zu einer Berührung der einzelnen Flugzeuge käme. Sie kämen sich
eben "nur" gefährlich nahe.
ca. 20-30 Sekunden vor der nächsten Annäherung kommt dann die RA (resolution
advisory), die die Piloten anweist, eine bestimmte Steig- bzw. Sinkrate
einzunehmen. Diese sind selten extrem, liegen normalerweise zwischen 0 und
1500 fpm (rauf oder runter).
Im Final auf Frankfurt muß das TCAS manchmal sogar ausgeschaltet werden, da
es sonst alle 2 Minuten eine Warnung abgeben würde. Von einem deutschlichen
Indiz für eine erhebliche Störung, kann hier eigentlich nicht ausgegangen
werden.
--
mfG, Manuel
> Soll das TCAS bei ordentlicher Staffelung ansprechen? Ich vermute, nein.
> Wenn es also anspricht, dann haben wir ein deutliches Indiz für eine
> erhebliche Störung.
Nein. Dem ist nicht immer so. Ich hatte z.B. auch mal einen TCAS-Incident
und die geringste Annäherung der Beteiligten Lfz war 9 NM. (Nicht mal in
der gleichen Höhe.)
Trotzdem sollen natürlich TCAS-Warnungen sehr ernst genommen werden. Wie
jedes technische System 'weiß' TCAS natürlich nicht im Voraus welchen
Flugweg das gegnerische Flugziel einnehmen wird. Wenn z.B. das andere
Flugziel eine Kurve fliegt, kann es eben dazu führen, dass TCAS
anspringt. So war es auch in obigem Fall, ich hatte eine Kurve befohlen
und eine Warnung ausgesprochen und die Piloten hatten den Verkehr in
Sicht. Eigentlich absolut unkritisch und trotzdem ist TCAS angesprungen.
Das gleiche passierte unlängst mit zwei Flugzeugen in einer TRA. Traffic
climbing to FL 120 und fast opposite Traffic descending to FL 150. Nur eben mit
sehr hohen Sinkgeschwindigkeiten. TCAS kann nicht wissen, dass der eine in
FL 120 und der andere in FL 150 'anhält'.
Und trotzdem ist TCAS unterm Strich eine gute Sache, IMHO.
Lars
--
[X] Nail here for new monitor.
Der Vorfall ereignete sich in IMC, daher kann keiner schätzen, sondern nach
der Anzeige vom TCAS gehen. Und wenn da 100 ft drauf steht, dann sinds halt
nur 30 m.
Lateral ist das TCAS zu ungenau. Daher darf man auch nur Vertikal
ausweichen.
>
>Manuel Mischo <u...@mischo.lu> schrieb in im Newsbeitrag:
>3db92b04$0$151$9b62...@news.freenet.de...
>>
>> > Was ist denn dann eine schwere Stoerung.. 30 Meter sind bei
>> > so _ein wenig_ groesseren Flugzeugen nicht so viel,
>> > vor allem nicht, wenn bei 30 m weniger 500 Paxe und Besatzungen
>> > draufgegangen waeren!
>>
>> Der Artikel ist aber auch ziemlich reisserich aufgemacht. Wieso wird der
>> Lateral-Abstand eigentlich nicht erwähnt? Ausserdem ist ein near-miss
>immer
>> ein geschätzter Wert.
>
>Der Vorfall ereignete sich in IMC, daher kann keiner schätzen, sondern nach
>der Anzeige vom TCAS gehen. Und wenn da 100 ft drauf steht, dann sinds halt
>nur 30 m.
>Lateral ist das TCAS zu ungenau. Daher darf man auch nur Vertikal
>ausweichen.
Richtig, wobei Lateral nur der Azimuth ungenau ist, die Entfernung ist
hochgenau ;)
Grüsse, Sven-Hajo
--
Sven-Hajo Sieber___________
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