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Fallschirmabsprung für Piloten - Kurse und Ausbildung

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Frank

unread,
Nov 26, 2001, 9:40:45 AM11/26/01
to

Keiner wünscht sich einen Notabsprung aus einem Flugzeug, doch vielen hat er
bereits das Leben gerettet!

Für Piloten ist es jedoch sehr wichtig auch in einem Notfall mit dieser
Situation vertraut zu sein um nach verlassen der Maschine sicher den Boden zu
erreichen. Eine große Hilfe dabei ist ein "Schnuppersprung". Piloten, die
bereits einen Notsprung nach einem solchen Kurs hinter sich haben, waren froh,
schon früher Erfahrungen mit einem Fallschirm gemacht zu haben.


Der Fallschirmsportclub Calw e.V. bietet ab nächstem Jahr wieder 2-Tages-Kurse
für Piloten (natürlich auch für Nicht-Piloten) an.
Inhalt des Kurses ist eine ausführliche theoretische und praktische Einweisung
durch erfahrene Sprunglehrer mit einem anschließendem Automatikabsprung mit
einem Fallschirm aus ca. 1200 m Höhe.
Ziel ist es, Piloten die Angst vor einem Notabsprung zu nehmen, bzw. ihnen die
Sicherheit zu vermitteln, wie sie sich dabei zu verhalten haben.
Termine sind nach Absprache.
Bei Gruppenanmeldungen ab 10 Personen (natürlich auch für Nicht-Piloten) gibt
es eine Ermäßigung von ca. 10%
Unter bestimmten Umständen sind auch Kurse auf Ihrem eigenen Platz möglich.

Fragen? Na dann einfach an meine Adresse mailen!


--
Posted from pmi1-10.fh-reutlingen.de [134.103.36.130]
via Mailgate.ORG Server - http://www.Mailgate.ORG

Dieter A. Sattler

unread,
Nov 26, 2001, 1:58:49 PM11/26/01
to
Frank wrote:

> Der Fallschirmsportclub Calw e.V. bietet ab nächstem Jahr wieder 2-Tages-Kurse
> für Piloten (natürlich auch für Nicht-Piloten) an.
> Inhalt des Kurses ist eine ausführliche theoretische und praktische Einweisung
> durch erfahrene Sprunglehrer mit einem anschließendem Automatikabsprung mit
> einem Fallschirm aus ca. 1200 m Höhe.

...also einen ganz normalen Automaten - Scbnupperkurs, wie man ihn an
fast jeder Dropzone in Deutschland machen kann.
--
Bis denne, blue skies,

Dieter Andreas Sattler, EXPO 2000 City Laatzen (Hannover), GERMANY

Sven-Hajo Sieber

unread,
Nov 26, 2001, 6:20:21 PM11/26/01
to
Am Mon, 26 Nov 2001 14:40:45 +0000 (UTC), schrieb "Frank"
<hansis...@gmx.de> folgendes:


Keinen AFF-Schnupperkurs? Die Segelflieger, die ja zahlenmaessig am staerksten
mit Fallschirmen in der GA ausgeruestet sind, haben recht haeufig manuelle
Schirme, keine Automaten (die gibts zwar auch, aber afaik in der minderzahl).
Sven-Hajo Sieber___________
email: | s_h_s...@hotmail.com
|
_|_
\__________________/ \________________/
Denti in diversen \___/ MUDs (SL, MG, PK)

Heico Lorenz

unread,
Nov 27, 2001, 7:58:39 AM11/27/01
to
s-h.s...@web.de (Sven-Hajo Sieber) wrote:


[...]


>Keinen AFF-Schnupperkurs? Die Segelflieger, die ja
>zahlenmaessig am staerksten mit Fallschirmen in der GA
>ausgeruestet sind, haben recht haeufig manuelle Schirme,
>keine Automaten (die gibts zwar auch, aber afaik in der
>minderzahl).


Richtig. Automaten werden allenfalls noch in Schulflugzeugen verwendet.
Ausserdem ist der Sprung im Rahmen eines AFF-Kurses wohl auch interessanter, weil
aus grösserer Höhe (z.B. aus 3500m wie bei: http://www.good-friends.
de/fallschirmspringen/bruchsal/aff-schnupperkurs.htm).


Dennoch ist Calw für mich/uns sehr interessant, weil in der Nähe (fliege in
Deckenpfronn bzw. EDDS). Vielleicht gibt es ja auch eine AFF-Möglichkeit? Was
soll der Spass denn so kosten?


Gruss,
Heico

--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de

Robert Grieb

unread,
Nov 27, 2001, 11:00:01 AM11/27/01
to
Hi!

könntet ihr mir freundlicherweise mal erklären, worin der unterschied
zw. normalem und automatischem fallschirmspringen besteht??
wird man bei autom. aus dem flieger geschubst oder wie ? :-)

danke,
RoBBz


Heico Lorenz

unread,
Nov 27, 2001, 11:51:12 AM11/27/01
to


Nicht das Fallschirmspringen selbst ist automatisch/manuell, sondern der
Fallschirm. Der Unterschied liegt in der Art, wie der Schirm ausgelöst/geöffnet
wird.


Ein automatischer Schirm ist mit einer Reissleine am Flugzeug befestigt, die den
Schirm automatisch aufzieht. Hier hat man natürlich keinen nennenswerten freien
Fall.


Ein manueller Schirm muss vom Springer manuell durch das Ziehen eines Griffes am
Schirm geöffnet werden. Hiermit kann man auch länger im freien Fall bleiben,
allerdings ist das sicher nicht so 'idiotensicher' wie ein Automat. Bei den AFF-
Schnupperkursen springen deshalb wohl auch zwei speziell ausgebildete
Sprunglehrer mit.


Allerdings gibt es auch Auslösemechanismen, die den Schirm auslösen, wenn eine
bestimmte Höhe unterschritten wird _und_ eine bestimmte
Mindestfallgeschwindigkeit vorliegt. Ich nehme an, dass man dies dann auch als
automatischen Schirm bezeichnet (bin auch kein Experte, sondern ziehe es i.d.R.
vor, nicht aus einem intakten Flugzeug zu springen, wenn ich damit noch
weiterfliegen kann ;-).


HTH,

Dieter A. Sattler

unread,
Nov 27, 2001, 12:58:48 PM11/27/01
to
Heico Lorenz wrote:

> Ein automatischer Schirm ist mit einer Reissleine am Flugzeug befestigt, die den
> Schirm automatisch aufzieht. Hier hat man natürlich keinen nennenswerten freien
> Fall.

Richtig, die Leine zieht den Schirm auf - sie reisst ihn NICHT auf:
Deswegen auch Aufziehleine und NICHT Reissleine...:)



> Allerdings gibt es auch Auslösemechanismen, die den Schirm auslösen, wenn eine
> bestimmte Höhe unterschritten wird _und_ eine bestimmte
> Mindestfallgeschwindigkeit vorliegt. Ich nehme an, dass man dies dann auch als
> automatischen Schirm bezeichnet (bin auch kein Experte, sondern ziehe es i.d.R.
> vor, nicht aus einem intakten Flugzeug zu springen, wenn ich damit noch
> weiterfliegen kann ;-).

Das stimmt nur bedingt, vorausgesetzt du spielst auf AAD's an. Diese
öffnen tatsächlich den Schirm in einer bestimmten Höhe bei einer
bestimmten Geschwindigkeit (z.B. Cypres: bei 225 Metern, wenn schneller
als 25 m/s) - ALLERDINGS öffnen sie den Reserveschirm.

Robert Grieb

unread,
Nov 27, 2001, 2:40:36 PM11/27/01
to
Sehr interessant,
danke euch beiden, jetzt weiss ich wieder etwas mehr :)
dann is die auto methode also das, bei dem die springer sich vor dem sprung
im flugzeug
an so eine über ihnen liegende leine einklinken?!

CU RoBBz


Dieter A. Sattler

unread,
Nov 27, 2001, 4:07:10 PM11/27/01
to
Robert Grieb wrote:

> dann is die auto methode also das, bei dem die springer sich vor dem sprung
> im flugzeug
> an so eine über ihnen liegende leine einklinken?!

Jepp.

Wolfgang Schmidt

unread,
Nov 28, 2001, 3:15:30 AM11/28/01
to
Heico Lorenz wrote:

.........


> automatischen Schirm bezeichnet (bin auch kein Experte, sondern ziehe es i.d.R.
> vor, nicht aus einem intakten Flugzeug zu springen, wenn ich damit noch
> weiterfliegen kann ;-).
>


Eben:-)

Verlasse nie ohne zwingenden Grund den sicheren Boden eines
Luftfahrzeugs :-)

Gruss Wolfgang

Dieter A. Sattler

unread,
Nov 28, 2001, 8:25:35 AM11/28/01
to
"Dieter A. Sattler" wrote:

> bestimmten Geschwindigkeit (z.B. Cypres: bei 225 Metern, wenn schneller
> als 25 m/s) - ALLERDINGS öffnen sie den Reserveschirm.

^^^^^^^^^^^^^^ upps, typo: Es muss natürlich 35 m/s heissen!

Frank

unread,
Nov 28, 2001, 12:20:32 PM11/28/01
to
Hallo alle miteinander!

Ab nächstem Jahr können wir auch AFF-Schnupperkurse anbieten, aber die sind
recht teuer und bringen auch für eine Notsituation nicht viel
mehr Erfahrung. Leider steht der Preis dafür noch nicht fest, aber z.b. in
Leutkirch zahlt man, wenn man den inklusiven Tandemsprung abzieht noch
540,- DM. Ich denke, daß wir dann auch auf ca. 500,- DM kommen.
Natürlich hat man auch mehr von diesem Sprung, v.a. mit Videobegleitung (
nicht inkl.), aber bei dem Preis...

Rein vom Lerneffekt für einen Notfall, hat man aber auch nicht unbedingt
mehr davon, denn es geht keineswegs um den freien Fall, sondern hauptsächlich
um die sichere Schirmfahrt und Landung.
Das ein Pilot seinen Schirm selbst öffnen kann,
davon MUSS man ausgehen. Die Körperhaltung bei der Öffnung kann man
aber auch genauso beim Automatensprung lernen, wobei die hauptsächliche
Lernphase mehr am Boden stattfindet und nicht bei einem einzigen
Sprung nach dem Exit. Man muß den Sinn des Kurses im Gesamten sehen und
den theoretischen Teil nicht vergessen, der schließlich einen großen Teil
ausmacht und bei AFF nicht viel anders gestaltet ist.
Außerdem sollte der Pilot keinen langen Freifall machen, sondern schnell sein
Rettungsgerät öffnen! Hight is life!!
Natürlich liegt die Entscheidung bei Euch, auch einen AFF-Schnuppersprung zu
machen.

Der Preis für einen konventionellen Schnuppersprung (mit Aufziehleine) liegt
bei uns bei ca. 300,- DM (ab 10 Pers. pro Anmeldung gibts Gruppenermäßigungen).
Ist auch nicht wenig, aber man muß auch dran denken, daß zwei volle Tage
Ausbildung (mit den entsprechenden Lehrern) dranhängen, in denen die Theorie,
die praktischen Übungen am Boden und der Sprung (inkl. Ticket) durchgeführt
wird. Die Teilnehmer erhalten ein Sprungbuch mit bestätigtem Sprung (für
weitere Ausbildung anrechenbar), die Theorieunterlagen und die Ausrüstung wird
kostenlos gestellt.

Gerne könnt Ihr mich auch direkt kontaktieren:
Tel.: 07056/1056 oder 0173/3025347

Bis dann,
Frank


--
Posted from cw06.c1.srv.t-online.de [193.158.141.122]

Dieter Oppel

unread,
Nov 28, 2001, 1:45:37 PM11/28/01
to
Heico Lorenz schrieb u.a.

Hallo Heico,

> Ein manueller Schirm muss vom Springer manuell durch das Ziehen eines
> Griffes am Schirm geöffnet werden. Hiermit kann man auch länger im
> freien Fall bleiben, allerdings ist das sicher nicht so 'idiotensicher'
> wie ein Automat.

Stimmt so ungefähr.

> Bei den AFF-Schnupperkursen springen deshalb wohl auch zwei
> speziell ausgebildete Sprunglehrer mit.

Der Grund, weshalb zwei AFF-Lehrer mitspringen ist hauptsächlich der, dass
die Ausbildung für den Schüler wesentlich verkürzt wird (AFF = Accelerated
freefall training = Beschleunigte Freifallausbildung). Diese Art von
Ausbildung kann in sehr kurzer Zeit (wenige Tage bis wenige Wochen)
absolviert werden.

Bei der konventionellen Ausbildungsmethode, die es zwar noch gibt, aber
langsam am Aussterben ist, muss der Schüler ohne Lehrer seine manuellen
Sprünge hinter sich bringen. Damit er dabei nicht überfordert ist, muss er
vorher mindestens 10 Automatensprünge absolviert haben. Diese Art der
Ausbildung dauert nicht selten mehrere Monate.

> Allerdings gibt es auch Auslösemechanismen, die den Schirm auslösen,
> wenn eine bestimmte Höhe unterschritten wird _und_ eine bestimmte
> Mindestfallgeschwindigkeit vorliegt. Ich nehme an, dass man dies dann
> auch als automatischen Schirm bezeichnet (bin auch kein Experte, sondern
> ziehe es i.d.R. vor, nicht aus einem intakten Flugzeug zu springen, wenn
> ich damit noch weiterfliegen kann ;-).

Bei diesem System handelt es sich um ein reines Notsystem (zumindest in
der zivilen Welt), welches erst dann auslöst, wenn es für eine normale
Schirmöffnung fast schon zu spät ist. Es handelt sich auf jeden Fall um
ein manuelles Gerät.

Viele Grüße

Dieter


Dieter A. Sattler

unread,
Nov 28, 2001, 2:29:37 PM11/28/01
to
Dieter Oppel wrote:

> Der Grund, weshalb zwei AFF-Lehrer mitspringen ist hauptsächlich der, dass
> die Ausbildung für den Schüler wesentlich verkürzt wird (AFF = Accelerated
> freefall training = Beschleunigte Freifallausbildung). Diese Art von
> Ausbildung kann in sehr kurzer Zeit (wenige Tage bis wenige Wochen)
> absolviert werden.

Der wirkliche Grund dürfte wohl eher sein, daß sie ihn stabil halten und
wenn er es vergisst (Stichwort: "sensory overload") den Schirm öffnen!

> Bei der konventionellen Ausbildungsmethode, die es zwar noch gibt, aber
> langsam am Aussterben ist, muss der Schüler ohne Lehrer seine manuellen
> Sprünge hinter sich bringen. Damit er dabei nicht überfordert ist, muss er
> vorher mindestens 10 Automatensprünge absolviert haben. Diese Art der
> Ausbildung dauert nicht selten mehrere Monate.

Wenn überhaupt, ist sie wirklich seehr langsam am Aussterben. Abgesehen
davon, muß ein Schüler nach wie vor 6 (nicht 10) A - Sprünge machen
(dabei 3 positive Scheingriffe in Folge, der letzte davon am selben Tag
wie der 1. manuelle bzw. max. 36h alt), bevor er manuell springen darf.

W. Marmit

unread,
Nov 29, 2001, 3:33:19 AM11/29/01
to
"Frank" <hansis...@gmx.de> wrote:


>Für Piloten ist es jedoch sehr wichtig auch in einem Notfall
>mit dieser Situation vertraut zu sein
> um nach verlassen der Maschine sicher den Boden zu

^^^^^^^^^^^^^^
Hier liegt das größte Problem. Dieser schwierigste Part
eines Notausstiegs ist nicht ohne weiteres trainierbar. Ich unterstelle hier
jetzt mal, daß ein motorisiertes Flugzeug und kein Segelflugzeug gemeint ist und
Martin-Bakers (Schleu-
dersitze) haben nur die Fighters dieser Welt.


Beim Kunstflug ist ein Notfallschirm Pflicht. Wenn man
sich mal die Situation klar vor Augen führt, ist der eigent-
lich nur zu gebrauchen, wenn man sich gerade in einer Figur
befindet die ein Aussteigen ermöglicht (wer ist schon mal beim Trudeln
ausgestiegen?) - oder halt eben im Geradeaus-
flug (Motor brennt). Solange keine akute Explosionsgefahr
oder schwere Schäden an den Steuerflächen vorliegen, sollte
man sich gut überlegen ob man aussteigt oder nicht. Insofern
ist der Spruch "es gibt für einen Piloten keinen Grund, frei-
willig aus einem intakten Flugzeug rauszuspringen" durchaus ernstzunehmen. Ein
Notausstieg birgt auch gewisse Risiken (Anschlagen am Höhenruder z.B. beim
Tiefdecker) Die
Ausrichtung konventioneller Sportflugzeuge im Falle eines
Absprungs ist ohne Autopilot schwierig und irgendwie muß man ja auch noch die Tür
gegen den Fahrtwind aufhalten - und das
bei 200km/h). Ein Kunstflugzeug läßt sich mit einer halben
Rolle notfalls auf den Rücken drehen (falls das von der An-
lenkbarkeit noch geht und sich das Teil nicht zerlegt hat),
doch wie sieht das bei einer PA-28 (mit Tür auf der rechten
Seite) aus?


Ich denke, daß es wesentlich sinnvoller ist, an einem jährlichen
Flugsichheitstraining im Frühjahr (z.B. DAeC)
teilzunehmen um in einem Notfall das Flugzeug sicher zu
beherrschen und (vielleicht sogar wiederverwendbar) heil auf
den Boden zurückzubringen. Die Mehrzahl der Flugunfälle
geschehen ohnehin in Flughöhen (Start/Landung), in denen an
ein Aussteigen erst garnicht zu denken ist.

Gruß,


Winnie

Steffen Sziedat

unread,
Nov 29, 2001, 10:33:02 AM11/29/01
to
Sven-Hajo Sieber schrieb:

>
> Am Mon, 26 Nov 2001 14:40:45 +0000 (UTC), schrieb "Frank"
> <hansis...@gmx.de> folgendes:

[...]

> Keinen AFF-Schnupperkurs? Die Segelflieger, die ja zahlenmaessig am staerksten
> mit Fallschirmen in der GA ausgeruestet sind, haben recht haeufig manuelle
> Schirme, keine Automaten (die gibts zwar auch, aber afaik in der minderzahl).

Ich fliege seit fast 27 Jahren im Segelflug (gut, ich gestehe: im
Osten), habe aber in meiner Praxis in dieser Zeit erst zweimal einen
manuellen Schirm auf den Ruecken binden muessen.
Fuer den Notausstieg im Segelflug ist mir der Schirm mit der
Aufzugsleine auf jeden Fall lieber - zumindest fuer den Schueler vor
mir, wenn ich ihn mal rauswerfen mueszte .. ;-(

Meiner Einschaetzung nach sind die Automatikschirma im
Rettungsschirmbereich eher in der deutlichen _Ueber_zahl.

MfG
Steffen

Sven-Hajo Sieber

unread,
Nov 29, 2001, 11:54:39 AM11/29/01
to
Am Thu, 29 Nov 2001 16:33:02 +0100, schrieb Steffen Sziedat
<Steffen...@imkf.tu-freiberg.de> folgendes:


Keine Ahnung, bei uns gabs nur einen Automatikschirm, und der war fuer den
Lehrer im Bergfalken, alles andere waren Manuelle, und nachgekauft wurden auch
nur Manuelle, bei Vergleichsfliegen mit anderen Vereinen sah das aehnlich aus.
Kann mich aber natuerlich hinsichtlich der allgemeinen Verbreitung auch stark
taeuschen.

Gruesse, Sven-Hajo

Matthias Schneider

unread,
Nov 29, 2001, 4:38:10 PM11/29/01
to
Cave Calwem !

Da hagelt's ja demnächst Flugzeuge,
in Gruppen von 10 springen die Piloten aus ihren Maschinen !

Was sagt da eigentlich die Ortsbevölkerung?

Wer von Euch war kürzlich in Afghanistan?

Schirm- und Filmriss, oder wie sagt man bei Euch ?

von: Bodenbrüter


Heico Lorenz

unread,
Nov 30, 2001, 5:45:34 AM11/30/01
to
Steffen Sziedat <Steffen...@imkf.tu-freiberg.de> wrote:
>Ich fliege seit fast 27 Jahren im Segelflug (gut, ich
>gestehe: im Osten), habe aber in meiner Praxis in dieser
>Zeit erst zweimal einen manuellen Schirm auf den Ruecken
>binden muessen.


Und ich fliege seit 14 Jahren im Segelflug (im Westen ;-) und habe nur während
der Doppelsteuer-Ausbildung einen unkomfortablen automatischen Schirm in meinem
Rücken gespürt.


Ansonsten fliegen hier alle mit manuellen Schirmen. Das ist auch meine Erfahrung
bei anderen Plätzen/Vereinen. Sollte es etwa auch hier noch signifikante
Unterschiede zwischen Ost und West geben?


Gruss,
Heico

Frank

unread,
Dec 3, 2001, 10:21:59 AM12/3/01
to
Natürlich ist es immer besser ein Flugzeug auf den Boden zurückzubringen!
Aber nicht immer ist das möglich. Natürlich ist auch der Ausstieg nicht zu
simulieren, aber ich frage mich eins! In den Maschinen in denen ich bis
jetzt mitgeflogen bin hatten die Türen immer einen Notabwurf, auch neben
dem Piloten und damit ist zumindest das Problem mit dem Aufhalten der Tür
erledigt.
Das ist doch bei Segelfliegern, die die Kanzel abwerfen können, nicht anders.
Und wenns wirklich nicht anders geht versucht ja auch jeder rauszukommen. Und
so viel Höhe braucht man auch nicht, wobei ich allerdings die Notsysteme der
Piloten nicht kenne. Ich vermute aber, daß es nicht länger dauert als bei einem
Reserveschirm in einem Fallschirm. Da liegt die Öffnungsstrecke bei ca. 150m.
Sicher ist natürlich ein Flugsicherheitstraining nicht zu ersetzen, aber das
geht ja auch in eine ganz andere Richtung. Fragt doch beim DAeC nach, was die
von einem Kurs, wie wir es anbieten halten!

Gruß,

Frank


--
Posted from pmi1-09.fh-reutlingen.de [134.103.36.129]

Frank Schäfer

unread,
Dec 3, 2001, 10:23:23 AM12/3/01
to
Don´t feed the trolls!


--
Posted from pmi1-09.fh-reutlingen.de [134.103.36.129]

Frank Schäfer

unread,
Dec 3, 2001, 10:40:05 AM12/3/01
to

Was soll der Mist eigentlich?

Wenn Du irgend ein Argument hast, das gegen Calw spricht, dann rück raus damit!
Wir bilden seit Jahren erfolgreich Springer aus und dabei war auch der eine
oder
andere Schnupperkurs für Piloten dabei!
Deine dummen Kommentare kannst Du Dir allerdings sparen. Mit der
Ortsbevölkerung gabs in letzter Zeit überhaupt keine Probleme. Ganz im
Gegenteil werden die Unternehmungen des Clubs von den umliegenden Gemeinden
durchaus unterstützt.

Ich hab kein Problem, mich mit Dir in eine Diskussion einzulassen, wenn es
sachlich zugeht, also, zeig Dich!

Gruß,

Frank

--
Posted from pmi1-09.fh-reutlingen.de [134.103.36.129]

Dieter A. Sattler

unread,
Dec 3, 2001, 12:12:47 PM12/3/01
to
Frank wrote:

> Piloten nicht kenne. Ich vermute aber, daß es nicht länger dauert als bei einem
> Reserveschirm in einem Fallschirm. Da liegt die Öffnungsstrecke bei ca. 150m.
> Sicher ist natürlich ein Flugsicherheitstraining nicht zu ersetzen, aber das
> geht ja auch in eine ganz andere Richtung. Fragt doch beim DAeC nach, was die
> von einem Kurs, wie wir es anbieten halten!

I.d.R. geht man eher von 100m Öffnungsstrecke aus (Tandems ca. 300m) -
bei 150m blieben bei einer Cypres Auslösung gerade mal 75m als Puffer.
Allerdings benötigt man dafür eine halbwegs stabile Lage. Meine
persönliche Meinung ist: ein untrainierter Nichtspringer (dazu zähle ich
auch One-jump-course'ler) braucht mit einem "idiotensicherem" System
(Rettungsgerät) mindestens 300 Meter Höhe, um überhaupt eine Chance zu haben.

Sven-Hajo Sieber

unread,
Dec 3, 2001, 4:49:45 PM12/3/01
to
Am Mon, 03 Dec 2001 18:12:47 +0100, schrieb "Dieter A. Sattler"
<ma...@dieter-sattler.de> folgendes:

>Frank wrote:
>
>> Piloten nicht kenne. Ich vermute aber, daß es nicht länger dauert als bei einem
>> Reserveschirm in einem Fallschirm. Da liegt die Öffnungsstrecke bei ca. 150m.
>> Sicher ist natürlich ein Flugsicherheitstraining nicht zu ersetzen, aber das
>> geht ja auch in eine ganz andere Richtung. Fragt doch beim DAeC nach, was die
>> von einem Kurs, wie wir es anbieten halten!
>
>I.d.R. geht man eher von 100m Öffnungsstrecke aus (Tandems ca. 300m) -
>bei 150m blieben bei einer Cypres Auslösung gerade mal 75m als Puffer.
>Allerdings benötigt man dafür eine halbwegs stabile Lage. Meine
>persönliche Meinung ist: ein untrainierter Nichtspringer (dazu zähle ich
>auch One-jump-course'ler) braucht mit einem "idiotensicherem" System
>(Rettungsgerät) mindestens 300 Meter Höhe, um überhaupt eine Chance zu haben.

Uns wurde mal in einem Flugsicherheitsvortrag gesagt, dass man im Segelflug
von einer mindestens erforderlichen Sicherheitshoehe von 750m ausgehen sollte,
von Ausstiegsendschluss bis sicher am Schirm baumeln. DG versucht das mit
seinem NOAH-System ja schon zu verringern, deutlich besser wird es aber wohl
erst mit Gesamtrettungssystemen.

Dieter A. Sattler

unread,
Dec 4, 2001, 3:06:21 AM12/4/01
to
Sven-Hajo Sieber wrote:

> >I.d.R. geht man eher von 100m Öffnungsstrecke aus (Tandems ca. 300m) -
> >bei 150m blieben bei einer Cypres Auslösung gerade mal 75m als Puffer.
> >Allerdings benötigt man dafür eine halbwegs stabile Lage. Meine
> >persönliche Meinung ist: ein untrainierter Nichtspringer (dazu zähle ich
> >auch One-jump-course'ler) braucht mit einem "idiotensicherem" System
> >(Rettungsgerät) mindestens 300 Meter Höhe, um überhaupt eine Chance zu haben.
>
> Uns wurde mal in einem Flugsicherheitsvortrag gesagt, dass man im Segelflug
> von einer mindestens erforderlichen Sicherheitshoehe von 750m ausgehen sollte,
> von Ausstiegsendschluss bis sicher am Schirm baumeln. DG versucht das mit
> seinem NOAH-System ja schon zu verringern, deutlich besser wird es aber wohl
> erst mit Gesamtrettungssystemen.

Da lag ich ja gar nicht so schlecht: Meine 300m bezogen sich auf "bei
300m aus dem Flugzeug sein und Griff ziehen". Wie ist denn eigentlich
die Akzeptanz unter Fliegern bzgl. NOAH?

Ruru Hesse

unread,
Dec 4, 2001, 10:26:37 AM12/4/01
to
"Dieter A. Sattler" schrieb:
>Sven-Hajo Sieber wrote:
>> Uns wurde mal in einem Flugsicherheitsvortrag gesagt, dass man im Segelflug
>> von einer mindestens erforderlichen Sicherheitshoehe von 750m ausgehen sollte,
>> von Ausstiegsendschluss bis sicher am Schirm baumeln. DG versucht das mit
>> seinem NOAH-System ja schon zu verringern, deutlich besser wird es aber wohl
>> erst mit Gesamtrettungssystemen.
>
> Da lag ich ja gar nicht so schlecht: Meine 300m bezogen sich auf "bei
> 300m aus dem Flugzeug sein und Griff ziehen". Wie ist denn eigentlich
> die Akzeptanz unter Fliegern bzgl. NOAH?

Diese Höhe ist mir etwas zu hoch. Außerhalb des Flugzeugs reichen 150m
ab Auslösen bequem - so wurde mir das beigebracht. Gesamtrettungssysteme
funktionieren bis wenige Meter über dem Boden, dank der Rakete, die den
Fallschirm aus dem Packsack zieht und öffnet.

Ich glaube, beim NOAH ist eher der Preis ein entscheidendes Kriterium.
Außerdem laesst sich der Pressluftsack nicht überall einbauen. Wirken
sehr hohe Kräfte auf das Flugzeug, ist man in Kunststoffseglern ohne
das System verloren, egal wie hoch man ist, da man nicht aussteigen
kann (da man quasi liegt und festgepresst wird).

In meiner Packerausbildung hatte ich mal Folien gesehen, dass wenn
man versucht mit Schirm aus einem Flieger auszusteigen, die
Wahrscheinlichkeit zu Überleben fast höhenunabhängig ab 200 m
etwa 50% beträgt.

Zum Thema "Testabsprünge" wurde mir während dieser Ausbildung mitgeteilt,
dass dies eher zu "leichtsinnigen", d. h. unnötigen, Absprüngen der so
"trainierten" Piloten führen würde - der Sinn, den Aufschlag mit einem
23ft. Rundkappenrettungsschirm freiwillig mitzumachen erschliesst sich
mir ausserdem auch nicht, es sein denn man mag Knochenbrüche in den Beinen.
Diese Schirme dürfen auch nur ein Mal verwendet werden - dann müssen sie
entweder an den Hersteller zur Nachprüfung geschickt werden, oder
man kauft gleich einen neuen Schirm, was billiger sein kann, wenn der
Schirm überdehnt wurde.

Viel eher glaube ich, daß in Segelflugzeugen - wie in ULs - Gesamtrettungs-
systeme sinnvoller sein würden, als die "lustigen" Rettungsschirme oder
sich aufblasende Kissen.

Gruss aus edfz
Ruru Hesse

Ruru Hesse

unread,
Dec 4, 2001, 10:45:05 AM12/4/01
to
Hallo,

Steffen Sziedat schrieb:


> Ich fliege seit fast 27 Jahren im Segelflug (gut, ich gestehe: im
> Osten), habe aber in meiner Praxis in dieser Zeit erst zweimal einen
> manuellen Schirm auf den Ruecken binden muessen.
> Fuer den Notausstieg im Segelflug ist mir der Schirm mit der
> Aufzugsleine auf jeden Fall lieber - zumindest fuer den Schueler vor
> mir, wenn ich ihn mal rauswerfen mueszte .. ;-(
>
> Meiner Einschaetzung nach sind die Automatikschirma im
> Rettungsschirmbereich eher in der deutlichen _Ueber_zahl.

Bei uns in EDFZ gibt es bei den Seglern ca. 20 manuelle und
3 zwangsauslösende Schirme. Automatische gibt es nur bei
Fallschirmspringern (das sind die Schirme mit dem Höhenmesser).

Als Packer denke ich, dass man die Zwangsauslöser im Vereinsbetrieb öfters
packen müsste ;o)

Gruss

Ruru

Ruru Hesse

unread,
Dec 4, 2001, 10:59:01 AM12/4/01
to
Robert Grieb schrieb:

> könntet ihr mir freundlicherweise mal erklären, worin der unterschied
> zw. normalem und automatischem fallschirmspringen besteht??
> wird man bei autom. aus dem flieger geschubst oder wie ? :-)

Hallo

Es gibt drei Arten, wie man einen Fallschirm auszulösen kann, meist
unterscheiden sich die Schirme in der Bauart, so dass nur eine oder
zwei Möglichkeiten funktionieren:

1. per Auslösegriff, manuell - hier "normal" genannt. Nach dem man
in der Luft ist, Zieht man am Auslösegriff und der Fallschirm öffnet
sich ca 80-120 m später.

2. hier "automatisch" genannt: Die Zwangsaulösung. Eine ca. 10-15 m
lange Leine (am Flugzeug befestigt) löst den Fallschirm erzwungen
aus.

3. Automatische Auslösung: Ein Höhenmesser im Fallschirm löst den
Fallschirm nach unterschreiten einer eingestellten Höhe automatisch
aus. Gibt es nur in Sprung-Schirmen von Fallschirmspringern, nicht (!)
in Rettungsschirmen.

Die Debatte drehte sich hier um Rettungsschirme. Sprungschirme sind
immer größer als Rettungsschirme, dürfen von jedem Springer selber
gepackt werden und mehrfach verwendet werden.
Rettungsschirme sind kleiner, und der Aufprall mit ihnen "rettet"
einem das Leben, rettet aber nicht vor Knochenbrüchen durch die
grössere Aufschlaggeschwindigkeit (kleinerer Schirm). Sie dürfen
nur genau 1x verwendet werden und man benötigt eine spezielle
Ausbildung, um sie packen zu dürfen.

Gruss aus EDFZ
Ruru Hesse

E.-R. Bruecklmeier

unread,
Dec 4, 2001, 12:03:30 PM12/4/01
to
Ruru Hesse schrieb:

> Es gibt drei Arten, wie man einen Fallschirm auszulösen kann, meist
> unterscheiden sich die Schirme in der Bauart, so dass nur eine oder
> zwei Möglichkeiten funktionieren:
>

... es gibt eine ganze Menge mehr Möglichkeiten, einen Schirm zu
öffnen... (z.B. IAD)

> 1. per Auslösegriff, manuell - hier "normal" genannt. Nach dem man
> in der Luft ist, Zieht man am Auslösegriff und der Fallschirm öffnet
> sich ca 80-120 m später.

Ich weiss nicht was Du Dir unter einem Auslösegriff vorstellst, aber
auch hier muss man zwischen Ripcord und Handdeploy unterscheiden!

> 2. hier "automatisch" genannt: Die Zwangsaulösung. Eine ca. 10-15 m
> lange Leine (am Flugzeug befestigt) löst den Fallschirm erzwungen
> aus.

Diese Methode heisst bei den Springern nunmal automatisch.

> 3. Automatische Auslösung: Ein Höhenmesser im Fallschirm löst den
> Fallschirm nach unterschreiten einer eingestellten Höhe automatisch
> aus. Gibt es nur in Sprung-Schirmen von Fallschirmspringern, nicht (!)
> in Rettungsschirmen.

Das ist etwas vereinfacht dargestellt - wäre es nur ein Höhenmesser,
würde jeder Sprung mit einem Biplane enden, da der Öffnungsautomat (AAD)
die Reserve und nicht die Hauptkappe aktiviert.

Gruesse

Eric.


--
When in doubt, hold on to your altitude.
No one has ever collided with the sky.

Frank Schäfer

unread,
Dec 4, 2001, 8:39:24 PM12/4/01
to
Andererseits gab es auch Berichte von verunglückten Piloten, die mit Ihrem
Fleiger lieber abgestürzt sind, als rauszuspringen.
Ich glaube nicht, daß man nach einem Schnupperkurs wirklich einen unnötigen
Sprung macht. Aber man hat auch vielleicht
weniger Angst davor, wenn man mal doch springen muß. Das ist ja das Hauptziel
so eines Kurses. Darum springt man da
auch nicht mit einem Rettungsgerät, daß nacher wieder teuer gewartet werden
muß. Ihr bekommt da einen Schüler-Flächenschirm,
den Ihr sicher zu Boden bringen könnt ohne die Gräten zu brechen.
Naja, muß jeder selbst entscheiden, was er tut. Nach Angaben eines Piloten, der
mal mitgemacht hat und ausgsteigen mußte,
meinte es hätte ihm das Leben gerettet. Er glaubt, ohne diesen Kurs wäre er
nicht gesprungen... Wenn das so stimmt, kanns ja
nicht so falsch sein! Wir bieten es auf jeden Fall an.
Ich denke außerdem, selbst allein das Gefühl als Pilot einmal aus einem Flieger
zu springen, ist es schon wert.
Bis dann,
Frank


>
> Zum Thema "Testabsprünge" wurde mir während dieser Ausbildung mitgeteilt,
> dass dies eher zu "leichtsinnigen", d. h. unnötigen, Absprüngen der so
> "trainierten" Piloten führen würde - der Sinn, den Aufschlag mit einem
> 23ft. Rundkappenrettungsschirm freiwillig mitzumachen erschliesst sich
> mir ausserdem auch nicht, es sein denn man mag Knochenbrüche in den Beinen.
> Diese Schirme dürfen auch nur ein Mal verwendet werden - dann müssen sie
> entweder an den Hersteller zur Nachprüfung geschickt werden, oder
> man kauft gleich einen neuen Schirm, was billiger sein kann, wenn der
> Schirm überdehnt wurde.
>
> Viel eher glaube ich, daß in Segelflugzeugen - wie in ULs - Gesamtrettungs-
> systeme sinnvoller sein würden, als die "lustigen" Rettungsschirme oder
> sich aufblasende Kissen.
>
> Gruss aus edfz
> Ruru Hesse


--
Posted from cw01.c1.srv.t-online.de [193.158.141.117]

W. Marmit

unread,
Dec 5, 2001, 2:37:36 AM12/5/01
to
"Frank Schäfer" <hansis...@gmx.de> wrote:


Hallo Frank!


>Wenn das so stimmt, kanns ja nicht so falsch sein! Wir
>bieten es auf jeden Fall an.


Das ist auch völlig ok. Es geht wohl eher um die Tatsache,
daß jeder Notfall jeweils unter völlig unterschiedlichen
Kritierien abläuft und nur in wenigen Fällen nach gleichem Muster verläuft. Ein
Notabsprung repräsentiert daher nur
EINEN TEIL eines umfangreicheren Sicherheitsprogramms zu
dem auch ungewöhnliche Flugzustände (z.B. das Ausleiten aus
dem Trudeln - das ist nicht einmal in der dt. Kunstflugprü-
fung enthalten!) und "echte" Notlandungen gehören sollten.
Ob man das unbedingt gleich in der PPL-Ausbildung machen
sollte oder nicht, sei mal dahingestellt.


Die im Rahmen üblicher PPL-Ausbildungen durchgeführten Not-
landeübungen bis 500ft Gnd sind nicht sonderlich aussagekräf-
tig - es ist einfach noch viel zu viel Platz für grundlegende
Fehler. Wer sich einmal über eine Beendigung eines Notlande-
verfahrens in 10-15ft Höhe über einem Kartoffelacker
"wundern" durfte (mit Fluglehrer!), wird mir an dieser Stelle
vielleicht zustimmen. Für Segelflieger gibt es eigentlich
kaum Notlandungen - jede Außenlandung ist eine. Das übt ;-)


Ansonsten mag springen, wer und so oft er will!

Dieter A. Sattler

unread,
Dec 5, 2001, 4:24:51 AM12/5/01
to
Ruru Hesse wrote:

> > Da lag ich ja gar nicht so schlecht: Meine 300m bezogen sich auf "bei
> > 300m aus dem Flugzeug sein und Griff ziehen". Wie ist denn eigentlich
> > die Akzeptanz unter Fliegern bzgl. NOAH?
>
> Diese Höhe ist mir etwas zu hoch. Außerhalb des Flugzeugs reichen 150m
> ab Auslösen bequem - so wurde mir das beigebracht. Gesamtrettungssysteme
> funktionieren bis wenige Meter über dem Boden, dank der Rakete, die den
> Fallschirm aus dem Packsack zieht und öffnet.

Wie ich bereits schrieb: Es handelt sich um ungeübte Springer, die
ausserdem unter starkem Stress stehen: 150m reichen da mit Sicherheit
nicht "bequem". Ich behaupte nach wie vor, dass 300m für einen ungeübten
Springer eine echte Chance zum Überleben darstellen. Man darf dabei
nicht vergessen, dass man wenn man aus dem Flieger raus ist auch den
Griff FINDEN und ZIEHEN muss - ich habe inzwischen diverse
Fallschirmsprungschüler gesehen, die darauf trainiert wurden den Griff
zu ziehen und entweder a) es nicht getan haben (das tat dann der
Lehrer), oder b) nicht gefunden haben (da hat dann der Lehrer geholfen).

> In meiner Packerausbildung hatte ich mal Folien gesehen, dass wenn
> man versucht mit Schirm aus einem Flieger auszusteigen, die
> Wahrscheinlichkeit zu Überleben fast höhenunabhängig ab 200 m
> etwa 50% beträgt.

Wieso nur 50% (höhenunabhängig)?

> Zum Thema "Testabsprünge" wurde mir während dieser Ausbildung mitgeteilt,
> dass dies eher zu "leichtsinnigen", d. h. unnötigen, Absprüngen der so
> "trainierten" Piloten führen würde - der Sinn, den Aufschlag mit einem

Naja... ich bringe hier mal einen Vergleich der sicherlich hinkt - aber
hoffentlich trotzdem eine gewisse Aussagekraft hat: Man sollte kleinen
Kindern nicht das Schwimmen beibringen, dass könnte zu "leichtsinnigen",
d.h. unnötigen Sprüngen in Gewässer der so "trainierten" Kinder führen...

> 23ft. Rundkappenrettungsschirm freiwillig mitzumachen erschliesst sich
> mir ausserdem auch nicht, es sein denn man mag Knochenbrüche in den Beinen.

Ehrlich gesagt, wären mir im Falle eines Falles gebrochene Beine lieber
als tot im Acker zu liegen.

> Diese Schirme dürfen auch nur ein Mal verwendet werden - dann müssen sie
> entweder an den Hersteller zur Nachprüfung geschickt werden, oder
> man kauft gleich einen neuen Schirm, was billiger sein kann, wenn der
> Schirm überdehnt wurde.

Wenn das die Sportfallschirmhersteller auch so handhaben würden, würde
ich sofort meine Packlizenz abgeben...;) - Im Ernst:
Sportfallschirreserven werden natürlicherweise (durch die relativ hohe
Anzahl von Sprüngen) doch relativ regelmässig benutzt (ca. alle 800 -
1000 Sprünge eine Reserve - statistisch gesehen), danach werden sie
einfach durch den Packer überprüft und wieder neu gepackt - fertig.
Lediglich bei Beschädigungen müssen sie evtl. zum Prüfer Kl. 5. Bei den
heutzutage verwendeten Materialien besteht wohl kaum die Gefahr einer
"überdehnung" - schliesslich werden aus den gleichen Materialien auch
Hauptfallschirme hergestellt, die teilweise bis zu mehreren tausend
Sprüngen absolvieren.

> Viel eher glaube ich, daß in Segelflugzeugen - wie in ULs - Gesamtrettungs-
> systeme sinnvoller sein würden, als die "lustigen" Rettungsschirme oder
> sich aufblasende Kissen.

Keine Frage, dass Gesamtrettungssysteme sehr sinnvoll sind - aber das
wird wohl (abgesehen von UL's) in der AL noch einiges dauern.

Dieter A. Sattler

unread,
Dec 5, 2001, 4:31:05 AM12/5/01
to
"E.-R. Bruecklmeier" wrote:

> > Es gibt drei Arten, wie man einen Fallschirm auszulösen kann, meist
> > unterscheiden sich die Schirme in der Bauart, so dass nur eine oder
> > zwei Möglichkeiten funktionieren:
> >
>
> ... es gibt eine ganze Menge mehr Möglichkeiten, einen Schirm zu
> öffnen... (z.B. IAD)

Was allerdings nur in einigen Ländern erlaubt ist - und vor allen Dingen
in dieser Diskussion überhaupt nicht relevant ist. Abgesehen davon ist
es eine manuelle Auslösung.

Ich habe es ausserdem so verstanden, dass "Ruru" nur erläutern wollte,
wie man generell Schirme auslösen kann, ohne dabei unnötige Details zu zeigen.

E.-R. Bruecklmeier

unread,
Dec 5, 2001, 5:02:50 AM12/5/01
to
"Dieter A. Sattler" schrieb:

> >
> > ... es gibt eine ganze Menge mehr Möglichkeiten, einen Schirm zu
> > öffnen... (z.B. IAD)
>
> Was allerdings nur in einigen Ländern erlaubt ist - und vor allen Dingen
> in dieser Diskussion überhaupt nicht relevant ist. Abgesehen davon ist
> es eine manuelle Auslösung.

Aus Sicht des Schuelers ist es eigentlich eine automatische Ausloesung -
ist aber auch egal ;-).

> Ich habe es ausserdem so verstanden, dass "Ruru" nur erläutern wollte,
> wie man generell Schirme auslösen kann, ohne dabei unnötige Details zu zeigen.

OK, ich hatte es anders verstanden - nix fuer ungut. :-)

Beste Gruesse

Ruru Hesse

unread,
Dec 5, 2001, 8:20:52 AM12/5/01
to
"Dieter A. Sattler" schrieb:

> > In meiner Packerausbildung hatte ich mal Folien gesehen, dass wenn
> > man versucht mit Schirm aus einem Flieger auszusteigen, die
> > Wahrscheinlichkeit zu Überleben fast höhenunabhängig ab 200 m
> > etwa 50% beträgt.
>
> Wieso nur 50% (höhenunabhängig)?

Hallo!
Durch die Sitzposition (eher: Liegeposition) in modernen Segelflugzeugen
ist das normale Aussteigen am Boden schon relativ schwer, man kann sich
das durch den Einbau weiterer Geräte (Loggerhalter, PDA, GPS,...) beliebig
erschweren.
Ferner gibt es Flugzeugtypen, in denen man praktisch keine Chance
hat, auszusteigen (z. B. Ka 6 - hohe Boardwand, flache Sitzposition
http://www.bfu-web.de/berichte/99_3X131DUB.pdf ).
Verliert man z. B. einen Flügel können die auftretenden Lastvielfachen
es völlig verhindern, das man Aussteigen kann (hier setzt das NOAH an)
(vergl. http://www.bfu-web.de/berichte/98_3X322DUB.pdf );
einige prallen auch gegen das Leitwerk, bekommen die (abgeworfene) Haube
ab (v. a. bei Doppelsitzern), e.t.c.
Solange das Flugzeug noch irgendwie steuerbar ist, würde ich zumindest
versuchen, es irgendwie zu landen - war auch der "Tip" während meiner
Segelflug- und Packerausbildung.

Die Höhenunabhängigkeit hatte mich auch sehr verwundert, ist aber auch
durch obige Phänomene z. T. erklärbar, ebenso können falsch gepackte Schirme
(kommt immer wieder vor) auch zum Tod führen. Bei der (mit dem Rettungsschirm)
sehr heftigen Landung können durch Pendelbewegungen oder Hindernisse am Boden
die abspringenden Piloten auch sehr stark gefärdet sein.

Übrigens fliegen die Segelflieger, die ich in Ungarn traf, fast alle
ohne Rettungsschirm (aber die fliegen in der Ausbildung auch ohne Faden).

Gruss
Ruru Hesse

Dieter A. Sattler

unread,
Dec 5, 2001, 4:23:53 PM12/5/01
to
Ruru Hesse wrote:

> ebenso können falsch gepackte Schirme
> (kommt immer wieder vor) auch zum Tod führen.

=:()

Wird den Packern danach die Lizenz entzogen, oder ist es ein
"Kavalliersdelikt"? Vielleicht wäre es doch schlauer, die Ausbildung für
Packer zu intensivieren... Bei uns muss man mindestens 2 Jahre im Sport
sein und mindestens 150 Sprünge haben (respektive 150 Packungen), bevor
man Packer werden kann. In der Ausbildung (z.B. 10 Tage Vollzeit) muss
man mindestens 40 Packungen machen, bevor man seine Packberechtigung
bekommt (diese kann auf verschiedene Systeme beschränkt, oder
unbeschränkt - je nach Einweisung und erbrachten Packungen, sein). Um
die Lizenz verlängern zu können, muss man dann alle 4 Jahre mindestens
80 Packungen nachweisen.

> Bei der (mit dem Rettungsschirm)
> sehr heftigen Landung können durch Pendelbewegungen oder Hindernisse am Boden
> die abspringenden Piloten auch sehr stark gefärdet sein.

Ich glaube, man hat euch da bei der Packausbildung ein ziemliches
Horrorszenario ausgemalt. Sicherlich ist es kein Spass an einer 23 ft
Rundkappe herunterzukommen und auch das Verletzungsrisiko ist nicht ohne
- aber wie ich schon mal vorher schrieb: Wenn etwas total schief geht,
sind gebrochene Knochen doch eher die bessere Alternative, als tot im
Acker zu liegen.

BTW: Es gibt heute schon feine Rettungsgeräte mit schicken Gleitern
drin, mit denen kann man ganz prima Hindernisse umfliegen und auch die
Landungen sind nicht so brutal...

> Übrigens fliegen die Segelflieger, die ich in Ungarn traf, fast alle
> ohne Rettungsschirm (aber die fliegen in der Ausbildung auch ohne Faden).

Über Sinn und Unsinn von Vorschriften lässt sich natürlich immer streiten...

Samuel Wolf

unread,
Dec 6, 2001, 1:10:57 PM12/6/01
to
Was soll man zu diesem Beitrag sagen? Außer das maneche leute zu viel zeit
haben...!

"Matthias Schneider" <pum-sc...@ginko.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3c06a8cb$1...@news.ginko.net...

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