Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Buhrufe f. Lufthansa Piloten

110 views
Skip to first unread message

Martin Hotze

unread,
May 17, 2001, 1:23:59 PM5/17/01
to
http://www.tirol.com/online/wirtschaft/international/tolpage_showarticle_
126405.html

(alles 1 Link)

und:
http://www.tirol.com/online/wirtschaft/international/tolpage_showarticle_
126367.html

//
Es kursieren Flugblätter, in denen ironisch um Hilfe für das
Cockpitpersonal gebeten wird: "Tausende von Piloten leben an oder sogar
unter der sechsstelligen Einkommensgrenze."
//


vielleicht sollte jeder beim Boarding dem Kabinenpersonal 2-3 Mark in
die Hand drücken um es im Cockpit abzugeben ....

langsam wird es lächerlich ....

martin
--
>Wieso ist eigentlich in Österreich vorgeschrieben, daß es nur 3 oder
>4 terrestrische Frequenzen für TV-Sender geben darf?
Weil in Österreich die funkwellenausbreitung politischen gesetzen
unterliegt, im rest der welt jedoch physikalischen. (aus a.m.f)

Peter Veith

unread,
May 17, 2001, 1:57:48 PM5/17/01
to
Martin Hotze schrieb:

> langsam wird es lächerlich ....

richtig! Selbst die _Gewerkschaft_ "ver.di", aus der "cockpit" rechtzeitig
ausgetreten ist, hetzt gegen die Streikenden, das bringe das "Lohngefüge"
durcheinander - weil sie selbst nicht den Finger zieht!

Richtig Piloten, weiter so!!!
Wenn Gewerkschaften nicht die Interessen der Arbeitnehmer vorbehaltlos
stützen, dann gehören die "fetten" Funktionäre wieder "an die Schippe" - zum
Gesellenlohn!

Veith
--
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

Karlheinz Juenemann

unread,
May 17, 2001, 3:40:53 PM5/17/01
to
ve...@snafu.de schreibt:

>Wenn Gewerkschaften nicht die Interessen der Arbeitnehmer vorbehaltlos
>stützen, dann gehören die "fetten" Funktionäre wieder "an die Schippe" -
>zum
>Gesellenlohn!

Hört sich etwas an wie die alten Parolen der ausgebeuteten Arbeiterklasse.
Also in diesem Zusammenhang ebenfalls lächerlich.

Karlheinz


Peter Scholz

unread,
May 17, 2001, 2:16:49 PM5/17/01
to
Peter Veith schrieb:

>Wenn Gewerkschaften nicht die Interessen der Arbeitnehmer vorbehaltlos
>stützen, dann gehören die "fetten" Funktionäre wieder "an die Schippe" - zum
>Gesellenlohn!

wie wärs, wenn die "fetten" Piloten mal für ein, zwei Jahre zum
Facharbeiterlohn arbeiten würden? Ich will auch 30% Lohnerhöhung und
meine Gewerkschaft unterstütz das nicht. Bleiben die Piloten da auch
für meine Forderung am Boden?

Gruss

Peter

Sven-Hajo Sieber

unread,
May 17, 2001, 4:12:44 PM5/17/01
to
Am Thu, 17 May 2001 19:57:48 +0200, schrieb "Peter Veith" <ve...@snafu.de>
folgendes:

Darum hat sich die VC ja 1999 von der DAG geloest. Inzwischen wird nach und
nach bekannt, welche Posten die Ver.di-Verhandlungsfuehrer nach dem neuen
Tarifvertrag Boden/Kabine im Konzern haben, fuehrende Posten bei LSG etc. Nett
wie man als arbeitnehmer da verarscht wird. Ich bin ehrlich froh, dass wir
Piloten mit der VC inzwischen eine eigene kleine und schlagkraeftige
Gewerkschaft haben. Die UFO strebt ja etwas aehnliches an, bin mal gespannt,
obs klappt.

Ach ja, weitere Probleme dieses Jahr bei anderen Airlines wird es auch geben:

LH Cityline (Tarifvertrag laeuft aus)
DBA (Kabine MTV, ev. VTV)
DBA (Cockpit, VTV)
Team Lufthansa (TV PV, MTV etc)
Air Berlin (eher unwahrscheinlich, aber vielleicht raffen sich die Piloten
dort mal auf, die Kabine ist ja schon outgesourced)


Gruesse, Sven-Hajo
Sven-Hajo Sieber___________
email: | s_h_s...@hotmail.com
|
_|_
\__________________/ \________________/
Denti in diversen \___/ MUDs (SL, MG, PK)

Peter Veith

unread,
May 17, 2001, 4:38:17 PM5/17/01
to
Peter Scholz schrieb:

> wie wärs, wenn die "fetten" Piloten mal für ein, zwei Jahre zum
> Facharbeiterlohn arbeiten würden?

nunja, Arbeitsleitungen losgelöst vom Marktwert zu beurteilen ist schon
schwierig, aber das ihre Leistung mehr wert sind, als die eines
Facharbeiters ist IMHO unstrittig. Bei Gewerkschaftsfunktionären habe
inzwischen meine Bedenken.

> Ich will auch 30% Lohnerhöhung

ICH auch!


> und
> meine Gewerkschaft unterstütz das nicht.

Kruzi, bei mir auch!

> Bleiben die Piloten da auch
> für meine Forderung am Boden?

leider ist das kollektive Gedächtnis kurz: Die Piloten haben durch
Lohn_verzicht_ zur Sanierung des Unternehmens beigetragen und nun - wo es
den Unternehmen
besser geht - fordern sie ihr Recht. Und alle, einschließlich Gewerkschaften
schreien Moder und Zedrio ... kann doch etwas nicht stimmen.
Unabhängig, das es meiner /Deiner Unternehmen-/Gewerkschaftsführung
schnurzpipe ist ...

Veith
--
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

Peter Claus

unread,
May 17, 2001, 4:53:07 PM5/17/01
to
klasse Idee!
Vermutlich nehmen (DIESE Art) von Piloten auch Kreditkarten.
Werde ich machen.
:-)))
PC

"Martin Hotze" <mar...@hotze.com> schrieb im Newsbeitrag
news:POTM6.209$uj5....@nreader2.kpnqwest.net...

Peter Claus

unread,
May 17, 2001, 4:54:37 PM5/17/01
to
AR....CH!
Da ist wohl jeder Blick für Realitäten weg.
Altes (Vor)Urteil: blöd = Pilot.
Das beste Beispiel bist DU!
;-(((


"Sven-Hajo Sieber" <s-h.s...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3b042efd...@news.cis.dfn.de...

Karlheinz Juenemann

unread,
May 17, 2001, 5:06:34 PM5/17/01
to
ve...@snafu.de schreibt:

> Die Piloten haben durch
>Lohn_verzicht_ zur Sanierung des Unternehmens beigetragen und nun - wo es
>den Unternehmen

Nun, erstens haben _alle_ Beschäftigten zur Sanierung des Unternehmens
beigetragen, einschließlich der 5000, die ihren Job verloren haben.

Und zweitens hat meines Wissens kein Pilot der Lufthansa auf Lohn
verzichtet.

Es gab einen Bestandsschutz, lediglich Neuanfänger haben weniger bekommen
als ihre Vorgänger. Zu dem Bestandsschutzpaket gehörten z.B. auch noch
Beschäftigungsgarantien, die sich jetzt in dem sog. Arbeitskampf für die
Airline rächen. Damals glaubte wohl keiner, daß die Piloten einmal eine so
unvernünftige Arbeitnehmervertretung haben würden.

Karlheinz


Jan Voigtländer

unread,
May 17, 2001, 5:25:07 PM5/17/01
to
Wer zahlt eigentlich den Schaden oder den Verlust wenn ein Manager mit LH
fliegen wollte weil er die Pünklichkeit und den Service schätzt und durch
den Streik, oder in meinen Augen die Arbeitsverweigerung, einen hohen
finanziellen Schaden davonträgt und eventuell sogar Leute entlassen muß?

Ich bekomme auch zu wenig Geld für meine Arbeit. Ich bin einer der Typen die
die Vögel bei der Bundeswehr flugklar machen und die haben zum Teil SCHARFE
WAFFEN dranhängen und ich liebe meinen Job und genau deswegen mach ich ihn.

Die Kutscher der LH sollen doch zu einer anderen Airline gehen wenn ihnen
Ihr Gehalt hier nicht passt.

Seid bitte nicht böse liebe LH-Kutscher, das ist nur MEINE persönliche
Meinung, Ihr beschert Eurem Arbeitgeber gerade Verluste in Millionenhöhe,
wie soll er denn da Eure, in meinen Augen überzogenen, Gehaltsforderungen
erfüllen?


Bitte nicht sauer sein, MfG Jan Voigtländer


Peter Veith

unread,
May 17, 2001, 5:56:14 PM5/17/01
to
Karlheinz Juenemann schrieb:

> Nun, erstens haben _alle_ Beschäftigten zur Sanierung des Unternehmens
> beigetragen,

unzweifelhaft!

> Es gab einen Bestandsschutz, lediglich Neuanfänger haben weniger bekommen
> als ihre Vorgänger. Zu dem Bestandsschutzpaket gehörten z.B. auch noch
> Beschäftigungsgarantien, die sich jetzt in dem sog. Arbeitskampf für die
> Airline rächen.

Es wurde auf "normale" Lohnangleichungen zum Bsp. zu Inflationsrate durch
die Piloten verzichtet.

> Damals glaubte wohl keiner, daß die Piloten einmal eine so
> unvernünftige Arbeitnehmervertretung haben würden.

Ich finde es Spitze, vielleicht habe im Ergebnis alle was Positives (mehr
Lohn) davon.

Veith
--
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

Thore Tams

unread,
May 17, 2001, 6:02:52 PM5/17/01
to
Jan Voigtländer <j.voigt...@t-online.de> schrieb:

> Wer zahlt eigentlich den Schaden oder den Verlust wenn ein Manager mit LH
> fliegen wollte weil er die Pünklichkeit und den Service schätzt und durch
> den Streik, oder in meinen Augen die Arbeitsverweigerung, einen hohen
> finanziellen Schaden davonträgt und eventuell sogar Leute entlassen muß?

Streiks zählen als "höhere Gewalt". Damit ist die Lufthansa ihren
Kunden gegenüber nicht Schadensersatzpflichtig. Der Lufthansa
entsteht jedoch ein Schaden in Form von Verlusten, langfristig in
Form eines Imageverlustes.

> Ich bekomme auch zu wenig Geld für meine Arbeit. Ich bin einer der Typen die
> die Vögel bei der Bundeswehr flugklar machen und die haben zum Teil SCHARFE
> WAFFEN dranhängen und ich liebe meinen Job und genau deswegen mach ich ihn.

Trotzdem scheint es in den Augen so mancher weniger wertige Arbeit
zu sein. Du bist halt nur ein "grease monkey" und läufst nicht in
einer schicken dunkelblauen Uniform herum.

> Die Kutscher der LH sollen doch zu einer anderen Airline gehen wenn ihnen
> Ihr Gehalt hier nicht passt.

Da werden sie dann aber nicht so gehätschelt.
(Senioritätsverlust)

> Seid bitte nicht böse liebe LH-Kutscher,

Nana, du willst sie doch nicht etwa mit Busfahrern vergleichen?

> Ihr beschert Eurem Arbeitgeber gerade Verluste in Millionenhöhe,
> wie soll er denn da Eure, in meinen Augen überzogenen, Gehaltsforderungen
> erfüllen?

Die Piloten erheben doch den Anspruch, Führungskräfte zu sein. Da
werden sie darauf sicher eine Antwort haben. Man könnte doch
vielleicht bei der Technik sparen, wir haben doch sowieso einen
viel zu hohen Personalkostenanteil.

Thore
--
Ewig währt am längsten.

Thore Tams

unread,
May 17, 2001, 6:07:10 PM5/17/01
to
Peter Veith <ve...@snafu.de> schrieb:

>> Es gab einen Bestandsschutz, lediglich Neuanfänger haben weniger bekommen
>> als ihre Vorgänger. Zu dem Bestandsschutzpaket gehörten z.B. auch noch
>> Beschäftigungsgarantien, die sich jetzt in dem sog. Arbeitskampf für die
>> Airline rächen.
> Es wurde auf "normale" Lohnangleichungen zum Bsp. zu Inflationsrate durch
> die Piloten verzichtet.

Also keine *Kürzungen*.

>> Damals glaubte wohl keiner, daß die Piloten einmal eine so
>> unvernünftige Arbeitnehmervertretung haben würden.
> Ich finde es Spitze, vielleicht habe im Ergebnis alle was Positives (mehr
> Lohn) davon.

Vielleicht auch nicht.

Thore
--
Never is almost always shorter than you think.
-- Æleen Frisch

Konstantin Gründger

unread,
May 17, 2001, 6:34:02 PM5/17/01
to
"Peter Claus" <Clau...@yahoo.com> schrieb im Newsbeitrag
news:9e1dqe$33o$05$1...@news.t-online.com...

Guido Frey

unread,
May 17, 2001, 7:21:42 PM5/17/01
to
Peter Claus schrieb:

>
> AR....CH!
> Da ist wohl jeder Blick für Realitäten weg.
> Altes (Vor)Urteil: blöd = Pilot.
> Das beste Beispiel bist DU!
> ;-(((

Hallo Peter,

eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht mehr aeussern, da ich
als direkt Betroffener sicherlich befangen bin.

Allerdings finde ich es unwuerdig, wenn auf diesem Niveau und derart
emotional ueber dieses Thema in der, gerade wegen ihrer vernuenftigen
Umgangsweisen von mir sehr geschaetzten, Gruppe diskutiert wird.

Ich habe wirklich nichts gegen unterschiedliche Meinungen und Ansichten.
Ich respektiere auch, dass sicherlich nicht jeder mit den Zielen der VC
uebereinstimmt und dies auch gerne hier kundtun mag, aber ich finde dies
sollte nicht zu persoenlichen Schmaehungen einzelner in dieser Gruppe
fuehren!

Gerade Sven-Hajo bringt hier immer wieder sehr sachliche und fundierte
Kommentare. Auch wenn Du mit seiner Meinung nicht uebereinstimmst, ist
dies m. E. kein Grund, ihn dafuer persoenlich anzugreifen und zu
beleidigen.

Stelle doch bitte Deine Sachargumente in diese Gruppe ein, so dass sich
jeder Teilnehmer sein eigenes Bild von der Lage und Deiner Argumentation
machen kann.

Ich denke, dass eine solche Vorgehensweise sicherlich effektiver darin
ist, einen Grossteil der hier lesenden Leute von Deinem Standpunkt zu
ueberzeugen, als durch undifferenzierte Kommentare einen einzelnen
Diskutanten persoenlich herabzuwuerdigen. Schliesslich geht es doch um
die Sache und nicht um das persoenliche Ansehen eines Einzelnen, oder?

Viele Gruesse,

Guido

Peter Veith

unread,
May 18, 2001, 2:26:16 AM5/18/01
to
Thore Tams wrote:
>> Es wurde auf "normale" Lohnangleichungen zum Bsp. zu Inflationsrate durch
>> die Piloten verzichtet.
>
>Also keine *Kürzungen*.


? etwas merkwürdiger Standpunkt.
Ich las gerade etwas von 3,9 Prozent Inflation in diesem Jahr (Benzin!),
allerdings von mehr Lohn für mich nicht.
Will sagen, am Ende des Jahres habe ich real 3,9 Prozent weniger in der Tasche,
ohne "Kürzungen" ...


Peter
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de

Peter Veith

unread,
May 18, 2001, 3:25:19 AM5/18/01
to
noch ein aktueller Linktip zum Thema:
http://www.jungewelt.de/2001/05-18/009.shtml


Hammerhart finde ich:"Dabei wurden sie von mehreren hundert Technikern und
Service-Mitarbeitern der Lufthansa wegen ihrer Lohnforderungen beschimpft. Diese
Gegenveranstaltung mit rund 100 Bodenmitarbeitern sei von der Gewerkschaft ver.di
organisiert gewesen."

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 4:07:00 AM5/18/01
to
In article <9e13gn$onm$1...@unlisys.unlisys.net>,
"Peter Veith" <ve...@snafu.de> wrote:

gute Hintergrundinformationen finden sich hier:
http://www.n-tv.de/?2278012

dort auch: </begin> Ein Copilot in seinem ersten Jahr kommt etwa auf
brutto 106.200 DM jährlich. Dafür muss er monatlich 78 reine Flugstunden
leisten. </end>

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 4:11:35 AM5/18/01
to
In article <9e1d28$7g0$1...@unlisys.unlisys.net>,
"Peter Veith" <ve...@snafu.de> wrote:

> leider ist das kollektive Gedächtnis kurz: Die Piloten haben durch
> Lohn_verzicht_ zur Sanierung des Unternehmens beigetragen und nun - wo es
> den Unternehmen
> besser geht - fordern sie ihr Recht. Und alle, einschließlich Gewerkschaften
> schreien Moder und Zedrio ... kann doch etwas nicht stimmen.
> Unabhängig, das es meiner /Deiner Unternehmen-/Gewerkschaftsführung
> schnurzpipe ist ...

ja .. letztes Jahr waren Gewinne bei LH und heuer ist das 1. Quartal mit
Defizit beschieden.

die VC: <quote> "Cockpit verweist [...] auf Pilotenknappheit und
gewachsene Belastungen im Cockpit. <quote>


Pilotenmangel? indeed?

und bitte erkläre mir einer die Mehrbelastung. Das ist jetzt nicht
ironisch gemeint. Aber ich denke, dass immer mehr unterstützende Systeme
reinkommen und das eher der Erelichterung dient, oder nicht? Oder sind
das andere Belastungen?

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 4:12:47 AM5/18/01
to
In article <9e1dqe$33o$05$1...@news.t-online.com>,
"Peter Claus" <Clau...@yahoo.com> wrote:

> AR....CH!
> Da ist wohl jeder Blick für Realitäten weg.
> Altes (Vor)Urteil: blöd = Pilot.
> Das beste Beispiel bist DU!
> ;-(((
>

bitte Sachlich bleiben!

(und richtig quoten)

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 4:17:58 AM5/18/01
to
In article <9e1fge$dqg$01$1...@news.t-online.com>,
"Jan Voigtländer" <j.voigt...@t-online.de> wrote:

> Wer zahlt eigentlich den Schaden oder den Verlust wenn ein Manager mit LH
> fliegen wollte weil er die Pünklichkeit und den Service schätzt und durch
> den Streik, oder in meinen Augen die Arbeitsverweigerung, einen hohen
> finanziellen Schaden davonträgt und eventuell sogar Leute entlassen muß?

der Streik war angekuendigt ... ich denke, dass es da wenig Chancen gibt.
ich hoerte was von 100 Mio DEM, die so ein Streiktag kosten soll. mal
abgesehen vom Imageverlust für LH und für die Branche ...

>
> Ich bekomme auch zu wenig Geld für meine Arbeit. Ich bin einer der Typen die
> die Vögel bei der Bundeswehr flugklar machen und die haben zum Teil SCHARFE
> WAFFEN dranhängen


du willst drohen :-)))))

> und ich liebe meinen Job und genau deswegen mach ich ihn.
>
> Die Kutscher der LH sollen doch zu einer anderen Airline gehen wenn ihnen
> Ihr Gehalt hier nicht passt.
>

deren Argument ist, dass sie dann die guten tollen Rechte verlieren
würden, die sie dort haben, aber woanders nicht sofort bekommen.
(Seniorität, etc.)



> Seid bitte nicht böse liebe LH-Kutscher, das ist nur MEINE persönliche
> Meinung, Ihr beschert Eurem Arbeitgeber gerade Verluste in Millionenhöhe,
> wie soll er denn da Eure, in meinen Augen überzogenen, Gehaltsforderungen
> erfüllen?


und das auch für die Zukunft. Also wenn es zB der Branche wieder mal
schlecht geht (oder auch nur der LH), dann muessen eben - um diese
Gehälter bezahlen zu koennen - ein paar andere den Job verlieren, ist ja
klar.

aus Unternehmersicht würde ich mal vorsorglich ein paar neue Piloten
suchen, man weiss ja nie ....

Guido Frey

unread,
May 18, 2001, 4:17:48 AM5/18/01
to
Martin Hotze schrieb:

>
> und bitte erkläre mir einer die Mehrbelastung. Das ist jetzt nicht
> ironisch gemeint. Aber ich denke, dass immer mehr unterstützende Systeme
> reinkommen und das eher der Erelichterung dient, oder nicht? Oder sind
> das andere Belastungen?
>
> martin

Hallo Martin,

gemeint ist in diesem Zusammenhang, dass auf Grund der Pilotenknappheit
die verbleibenden Piloten bis an das gesetzliche Maximum an
Flugdienstzeit und bis ans gesetzliche Minimum an Ruhezeit geplant
werden, um das derzeit recht grosse Flugprogramm ueberhaupt darstellen
zu koennen.

Viele Gruesse,

Guido

Guido Frey

unread,
May 18, 2001, 4:37:21 AM5/18/01
to
Martin Hotze schrieb:
<...>

>
> und das auch für die Zukunft. Also wenn es zB der Branche wieder mal
> schlecht geht (oder auch nur der LH), dann muessen eben - um diese
> Gehälter bezahlen zu koennen - ein paar andere den Job verlieren, ist ja
> klar.
>
> aus Unternehmersicht würde ich mal vorsorglich ein paar neue Piloten
> suchen, man weiss ja nie ....
>
> martin


Hallo Martin,

genau um diesen Punkt geht es gerade bei den Tarifverhandlungen:

1992 ging es der LH sehr schlecht. Deswegen wurden bei den Piloten die
Gehaelter recht drastisch gekuerzt. Es wurde allerdings nichts
vereinbart, was geschieht, wenn es der Firma wieder gut geht...

Nun ging es der Firma in den letzten Jahren sehr gut und das Bestreben
der Piloten ist nun, eben jene auf Grund der Krise zugestandenen
Lohnkuerzungen wieder rueckgaengig zu machen.

Da jedoch auch die Piloten wissen, dass die Luftfahrtbranche im extremen
Masse anfaellig ist fuer die Schwankungen der Konjunktur soll auch hier
vorgebaut werden.

Derzeit wird daher u. a. auch ueber eine Staerkung von variablen
Gehaltsteilen verhandelt. So soll ein Teil des Gehaltes in direkter
Abhaengigkeit von der Gewinnsituation der Firma gezahlt werden (Sprich
wenn die Firma den Gewinnbetrag x im Jahr ueberschreitet gibt es eine
entsprechende Ausschuettung. Bleibt der Gewinn unter dieser Schwelle
oder ergibt sich sogar ein Verlust, so gibt es dann nichts.).

Das Problem an einer solchen Konstellation ist nur, dass andere
Strukturen nicht unbedingt optimal auf diese Verguetungssysteme
eingestellt sind. So ist z. B. das derzeit praktizierte kapitalgedeckte
Altersversorgungssytem der LH nur auf das Grundgehalt abgestellt, vom
System der gesetzlichen Rentenversicherung ganz zu schweigen. Hier muss
in den Verhandlungen auch eine Loesung gefunden werden.


Die aktuellen Tarifverhandlungen drehen sich also im elementaren Masse
auch um die Absicherung sicherlich auch wieder kommender wirtschaftlich
schwieriger Zeiten.

Viele Gruesse,

Guido

Peter Veith

unread,
May 18, 2001, 5:19:46 AM5/18/01
to
Martin Hotze wrote:
>gute Hintergrundinformationen finden sich hier:
>http://www.n-tv.de/?2278012
Danke, sehr informativ.


>dort auch: </begin> Ein Copilot in seinem ersten Jahr kommt etwa auf
>brutto 106.200 DM jährlich. Dafür muss er monatlich 78 reine Flugstunden
>leisten. </end>

das sind knapp 70.000 DM netto. Nicht schlecht, aber auch nicht üppig und IMHO
mehr als gerechtfertigt. Spannend finde ich die Verrechnung der Ausbildungskosten
iHv 80.000 DM mit dem Gehalt. Da hat die LH zweifellos Gestaltungsmöglichkeiten.

Tilman Schulz

unread,
May 18, 2001, 5:28:39 AM5/18/01
to
In article <9e1d28$7g0$1...@unlisys.unlisys.net>,

"Peter Veith" <ve...@snafu.de> writes:
>> Bleiben die Piloten da auch
>> für meine Forderung am Boden?
> leider ist das kollektive Gedächtnis kurz: Die Piloten haben durch
> Lohn_verzicht_ zur Sanierung des Unternehmens beigetragen und nun - wo es
> den Unternehmen
Also, eigentlich habe ich hier nichts mit dem Thema zu tun, aber
ich werde trotzdem mal was dazu sagen:

In dem Gehaltsgefuege, in dem sich die Lufthansapiloten befinden, spricht
man von leitenden Angestellten, ist von der Verantwortung fuer Material
und Personal (Cabin-Crew) sicherlich auch angemessen.

Und leitende Angestellte streiken nicht. Punkt.
Im Maschinenbau ist es bei einigen Firmen schon vorgekommen,
dass all AT-Angestellten auf 10% ihres Gehaltes verzichten muessen,
weil das Unternehmen rote Zahlen schreibt. Und dann wird von denen
hinterher nicht gestreikt.

Dass Angestellte in diesem Gehaltsbereich einen Tarifvertrag haben
ist eh schon SEHR ungewoehnlich, normalerweise wird dort einzeln
verhandelt. Ich wuerde mal ketzerisch sagen, dass die VC garnicht weiss,
in welch paradiesischen Zustaenden sie das lebt. Ist zugegebenermassen
polemisch, aber musste mal raus.

Also mein Verstaendnis fuer diesen Streik haelt sich in ENGEN Grenzen.

In diesem Sinne,

Tilman

Wolfgang Schmidt

unread,
May 18, 2001, 6:01:03 AM5/18/01
to
Thore Tams schrieb:

>
> Jan Voigtländer <j.voigt...@t-online.de> schrieb:
> > Wer zahlt eigentlich den Schaden oder den Verlust wenn ein Manager mit LH
> > fliegen wollte weil er die Pünklichkeit und den Service schätzt und durch
> > den Streik, oder in meinen Augen die Arbeitsverweigerung, einen hohen
> > finanziellen Schaden davonträgt und eventuell sogar Leute entlassen muß?
>
> Streiks zählen als "höhere Gewalt". Damit ist die Lufthansa ihren
> Kunden gegenüber nicht Schadensersatzpflichtig. Der Lufthansa
> entsteht jedoch ein Schaden in Form von Verlusten, langfristig in
> Form eines Imageverlustes.
>

Und weil *die Lufthansa nicht schadenersatzpflichtig* ist, kann der
besagt Manager seinen Laden ruhig zumachen? Bei der Denkweise wird mir
einiges klar.

Kopfschuettelnd Wolfgang

Wolfgang Schmidt

unread,
May 18, 2001, 6:05:37 AM5/18/01
to
Guido Frey schrieb:
>
.......

>
> Derzeit wird daher u. a. auch ueber eine Staerkung von variablen
> Gehaltsteilen verhandelt. So soll ein Teil des Gehaltes in direkter
> Abhaengigkeit von der Gewinnsituation der Firma gezahlt werden (Sprich
> wenn die Firma den Gewinnbetrag x im Jahr ueberschreitet gibt es eine
> entsprechende Ausschuettung. Bleibt der Gewinn unter dieser Schwelle
> oder ergibt sich sogar ein Verlust, so gibt es dann nichts.).
>

Korrekt waere, wenn sie dann etwas zurueckzahlen wuerden...

Gruss Wolfgang

Martin Spieck

unread,
May 18, 2001, 6:11:02 AM5/18/01
to
Peter Veith wrote:
>
[...]

> > Damals glaubte wohl keiner, daß die Piloten einmal eine so
> > unvernünftige Arbeitnehmervertretung haben würden.
> Ich finde es Spitze, vielleicht habe im Ergebnis alle was Positives (mehr
> Lohn) davon.

Ich bin ja 'mal gespannt, wie es in 5-8 Jahren auf dem Europaeischen
Markt aussehen wird. Ich habe z.B. eine Analyse aus der Zeit vor den
Auseinandersetzungen bei Lufthansa im Hinterkopf (ich glaube aus Flight
Int.), bei der prognostiziert wird, dass nur zwei Gesellschaften in
Europa als "Global Player" ueberleben werden - alle anderen werden sich
bei irgendwem an den Rockzipfel haengen duerfen. Lufthansa ist dabei
dank der bis dahin (fuer Analysten) positiven Kostenstruktur als eines
der aussichtsreicheren Unternehmen beurteilt worden.
Wenn diese Beurteilung zutrifft, dann duerften die Auswirkungen des
Arbeitskampfes dem LH-Management auf jeden Fall graue Haare verursachen
- wobei imho die tatsaechliche Reduzierung des LH-Gewinns durch erhoehte
Pilotengehaelter ein Klacks sein duerfte gegenueber dem Schaden, der dem
Ruf der LH als kostenoptimierte Airline schon entstanden ist. Egal wie's
jetzt im Einzelnen ausgeht: das Vertrauen von Grossinvestoren und
-anlegern duerfte einen deutlichen Daempfer erhalten haben. (Wobei, um
gehaessig zu sein, dies wiederum den 45-jaehrigen Kapitaen weniger
interessiert - er wird sein erkaempftes Geld bis zur Pensionierung auch
dann erhalten, wenn LH ein Ableger von United geworden ist :o)

Blue skies,
Seck

Ulf Kutzner

unread,
May 18, 2001, 6:33:48 AM5/18/01
to
On Fri, 18 May 2001, Martin Spieck wrote:

> Ich bin ja 'mal gespannt, wie es in 5-8 Jahren auf dem Europaeischen
> Markt aussehen wird. Ich habe z.B. eine Analyse aus der Zeit vor den
> Auseinandersetzungen bei Lufthansa im Hinterkopf (ich glaube aus Flight
> Int.), bei der prognostiziert wird, dass nur zwei Gesellschaften in
> Europa als "Global Player" ueberleben werden - alle anderen werden sich
> bei irgendwem an den Rockzipfel haengen duerfen. Lufthansa ist dabei
> dank der bis dahin (fuer Analysten) positiven Kostenstruktur als eines
> der aussichtsreicheren Unternehmen beurteilt worden.

Und ich hätte gedacht, aufgrund der Monopolstruktur auf vielen
innerdeutschen und Kartellstruktur auf vielen europäischen Linien...

Das ist das Problem der Sabena: kein Inlandsmarkt...

Gruß, ULF
--
________________________________________________________________________
Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________


Fred v. Jupiter

unread,
May 18, 2001, 6:58:54 AM5/18/01
to
Martin Hotze schrieb:

>
> langsam wird es lächerlich ....
>

Ist es IMHO schon längst.

Gegen die pauschale Forderung der VC spricht, daß gut 40% der Piloten, die
derzeit Ausgleich für die Sanierungseinbußen fordern, zum Zeitpunkt des
Entstehens dieser Einbußen gar nicht bei Lufthansa beschäftigt waren...

Gegen alle an der Sanierung Beteiligten spricht, daß scheinbar keine
vernünftige/wirksame Vereinbarung über die Kompensation der
Sanierungseinbußen getroffen worden ist.

Bei dem derzeitigen "Pilotenmangel" muß die Frage erlaubt sein, warum die
unzufriedenen Piloten nicht bei Arilines anheuern, die das bezahlen, was
diese piloten derzeit fordern.

Gruß, Peter.

Martin Spieck

unread,
May 18, 2001, 6:40:56 AM5/18/01
to
Ulf Kutzner wrote:
>
[...]

>
> Und ich hätte gedacht, aufgrund der Monopolstruktur auf vielen
> innerdeutschen und Kartellstruktur auf vielen europäischen Linien...

Jetzt bin ich natuerlich nicht so schlau wie ein Wirtschaftsberater,
aber ich koennte mir vorstellen, dass das eine Firma zwar zu einem
interessanten Uebernahmekandidaten macht, aber nicht unbedingt (alleine)
dazu ausreicht, um selbst Leader auf einem sich zuspitzenden Markt zu
werden...

Hurga,
Seck

Sven-Hajo Sieber

unread,
May 18, 2001, 8:04:00 AM5/18/01
to
Am Fri, 18 May 2001 10:11:35 +0200, schrieb Martin Hotze <mar...@hotze.com>
folgendes:


>
>Pilotenmangel? indeed?
>
>und bitte erkläre mir einer die Mehrbelastung. Das ist jetzt nicht
>ironisch gemeint. Aber ich denke, dass immer mehr unterstützende Systeme
>reinkommen und das eher der Erelichterung dient, oder nicht? Oder sind
>das andere Belastungen?

Hallo Martin,

den Pilotenmangel gibt es bei LH-Konzern und Cityline tatsaechlich, allerdings
vor allem verursacht durch den Eingangstest (DLR-Test) der auch bei anderen
Airlines fuer erhebliche Durchfallraten sorgt.

Gestiegene Belastung hat jeder Pilot schon alleine deswegen, weil sowohl die
Luftraeume enger werden (TCAS-TAs bzw. RAs sind leider nicht mehr sehr
selten), zum anderen weil man schlicht und einfach mehr fliegen muss. Dazu
kommt eine staendig komplexer werdende Arbeitsumgebung. So schoen ein voll
computerisiertes Cockpit ist wenn alles funktioniert, so wenig schoen ist es
wenn nur ein kleines Teil nicht mehr tut. Sowohl Guido als auch ich haben da
noch ziemlich Glueck gehabt, weil die 737 ein altmodisches und daher relativ
einfach zu erlernendes Flugzeug ist was die Systemkenntnisse betrifft. Bei
einem Airbus ist es schon fast unmoeglich die Systemverknuepfung auch nur im
Grobdiagramm im Kopf zu haben.

Ich habe die Studie leider nicht mehr vorliegen, aber laut einer bei
British-Airways erarbeiteten Studie ist sowohl die Situational Awareness als
auch der Systemueberblick in einem Glascockpit geringer als in einem
sogeannten "Steam-Cockpit". Ich werd mal schauen, ob ich sie noch finde.

Gruesse, Denti

Boris Haschke

unread,
May 18, 2001, 8:06:58 AM5/18/01
to
Gerade habe ich einen TV bericht über die "Gegendemonstration" gesehen;
Anschließend wurden noch passagiere usw. befragt - der Tenor aus dem ganzen
war etwa." Warum wollen denn die Piloten noch mehr Geld?"
Anschließend kam ein Sprechern der VC (nicht Herr Fongern) und sagte: "Die
unterstützung der allgemeinheit ist vorhanden!" - ist der völlig Weltfremd?
Egal wo man hinsieht, überall gibt es nur Kritik an den Vorderungen!

cu all

boris

"Martin Hotze" <mar...@hotze.com> schrieb im Newsbeitrag
news:EK4N6.16$zt5...@nreader2.kpnqwest.net...

Uwe Süring

unread,
May 18, 2001, 8:53:00 AM5/18/01
to
Eines Unterscheidet die Deutschen von allen Europäern,

Neid und Geiz.

Gruß Uwe


"Fred v. Jupiter" <zwei...@usa.net> schrieb im Newsbeitrag
news:3B05006E...@usa.net...

Steffe...@sz2.maus.de

unread,
May 18, 2001, 9:21:47 AM5/18/01
to
Du hast Gier vergessen.

"Uwe Süring" <uwe...@netcologne.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9e35mg$f2a$1...@news.netcologne.de...

Peter Scholz

unread,
May 18, 2001, 4:19:55 AM5/18/01
to
Peter Veith schrieb:

>nunja, Arbeitsleitungen losgelöst vom Marktwert zu beurteilen ist schon
>schwierig, aber das ihre Leistung mehr wert sind, als die eines
>Facharbeiters ist IMHO unstrittig.

nachdem Du ja im nächsen Natz wieder pauschalierst, bestreite ich das
energisch. Worin liegt der Grund, dass die Leistung des Facharbeiters
weniger wert ist?

Worin unterscheidet sich die Höhere Leistung des Piloten zum Zugführer
eines ICE oder zum Strassenbahnfahrer? Nur weil es in der Luft keine
Schienen gibt?

Gruss

Peter


Bernd Reinecke

unread,
May 18, 2001, 10:34:48 AM5/18/01
to
On Thu, 17 May 2001 19:23:59 +0200, Martin Hotze <mar...@hotze.com>
wrote:

>vielleicht sollte jeder beim Boarding dem Kabinenpersonal 2-3 Mark in
>die Hand drücken um es im Cockpit abzugeben ....

>langsam wird es lächerlich ....

Du mußt die schon verstehen; wenn man jede Million zweimal umdrehen
muß... :-)

Mal im Ernst: über die Höhe will ich mich nicht ausslassen, da haben
andere sich schon genug aufgeregt, aber eines frage ich mich noch:

*** Wo sind sie denn, die streikenden Piloten?? ***

Wo sind denn die Leute, die wie bei jedem anderen Streik mit
Transparenten auf der Strasse oder in diesem Fall in den Auflughallen
stehen?

Aber nein, die Piloten lassen ihren Streik von den Leuten am Check-In
austragen. Von Leuten die 10% verdienen und 2-3% mehr bekommen haben.
_Die_ müssen sich dann von den Passagieren beschimpfen lassen, die
müssen dann die Probleme ausbaden.

Dieses Verhalten ist derartig schäbig, da fehlen mir einfach die
Worte.

Bernd

--
Wo ein Unwille ist, da ist auch ein Umweg.

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 11:14:17 AM5/18/01
to
In article <3B04DAAC...@gmx.de>, Guido Frey <Guido...@gmx.de>
wrote:

> Martin Hotze schrieb:
>
> >
> > und bitte erkläre mir einer die Mehrbelastung. Das ist jetzt nicht
> > ironisch gemeint. Aber ich denke, dass immer mehr unterstützende Systeme
> > reinkommen und das eher der Erelichterung dient, oder nicht? Oder sind
> > das andere Belastungen?
> >
> > martin
>
> Hallo Martin,
>
> gemeint ist in diesem Zusammenhang, dass auf Grund der Pilotenknappheit

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

es gibt eine Pilotenknappheit?


> die verbleibenden Piloten bis an das gesetzliche Maximum an
> Flugdienstzeit und bis ans gesetzliche Minimum an Ruhezeit geplant
> werden, um das derzeit recht grosse Flugprogramm ueberhaupt darstellen
> zu koennen.

darf ich also das so verstehen, dass man mehr arbeitet, dafür auch mehr
Geld verdient (Überstunden oder sonst was)? vertraglich muss ja eine
max. Arbeitszeit vereinbart sein. Ich zumindest habe sowas mit meinen
Mitarbeitern vereinbart.

ansonsten ... ich wuesste 2-3 fertige Piloten (mit ATPL), die gerne
anfangen würden bei LH ... sollte es wirklich so knapp sein.

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 11:18:41 AM5/18/01
to
In article <3B04DF41...@gmx.de>, Guido Frey <Guido...@gmx.de>
wrote:


> genau um diesen Punkt geht es gerade bei den Tarifverhandlungen:
>
> 1992 ging es der LH sehr schlecht. Deswegen wurden bei den Piloten die
> Gehaelter recht drastisch gekuerzt.


also, ich las es heute hier so, dass grob 5000 Leute gefeuert wurden und
der Rest keine Erhöhungen/keinen Inflationsausgleich bekamen.

> Es wurde allerdings nichts
> vereinbart, was geschieht, wenn es der Firma wieder gut geht...
>

muss man das?

> Derzeit wird daher u. a. auch ueber eine Staerkung von variablen
> Gehaltsteilen verhandelt. So soll ein Teil des Gehaltes in direkter
> Abhaengigkeit von der Gewinnsituation der Firma gezahlt werden (Sprich
> wenn die Firma den Gewinnbetrag x im Jahr ueberschreitet gibt es eine
> entsprechende Ausschuettung.


das wollen eigentlich die Aktionäre .... das ist dann unternehmerisches
Risiko. Piloten snd aber simple Angestellte und keine Unternehmer ....

> Bleibt der Gewinn unter dieser Schwelle
> oder ergibt sich sogar ein Verlust, so gibt es dann nichts.).
>

no no ... das Pendel kann doch nicht nur in eine Seite schwingen ....
wenn ich den gooodie will, dann muss ich auch die Kehrseite haben
wollen/muessen. s.o.: unternehmerisches Risiko.



> Das Problem an einer solchen Konstellation ist nur, dass andere
> Strukturen nicht unbedingt optimal auf diese Verguetungssysteme
> eingestellt sind. So ist z. B. das derzeit praktizierte kapitalgedeckte
> Altersversorgungssytem der LH nur auf das Grundgehalt abgestellt, vom
> System der gesetzlichen Rentenversicherung ganz zu schweigen. Hier muss
> in den Verhandlungen auch eine Loesung gefunden werden.


also: private Vorsorge würde ich mal sagen.


mfg

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 11:21:19 AM5/18/01
to
In article <3b04e933$1...@netnews.web.de>,
"Peter Veith" <ve...@ddr-luftwaffe.de> wrote:

> Martin Hotze wrote:
> >gute Hintergrundinformationen finden sich hier:
> >http://www.n-tv.de/?2278012
> Danke, sehr informativ.
>
>
> >dort auch: </begin> Ein Copilot in seinem ersten Jahr kommt etwa auf
> >brutto 106.200 DM jährlich. Dafür muss er monatlich 78 reine Flugstunden
> >leisten. </end>
> das sind knapp 70.000 DM netto.

so viel? ich vermutete höhere Abzüge für Sozialversicherung und
Lohnsteuer.

> Nicht schlecht, aber auch nicht üppig

*hmmmmm* über den Begriff "üppig" können wir dann noch mal reden ...

Heico Lorenz

unread,
May 18, 2001, 11:34:45 AM5/18/01
to
On Fri, 18 May 2001 14:53:00 +0200, "Uwe Süring"
<uwe...@netcologne.de> wrote:

>Eines Unterscheidet die Deutschen von allen Europäern,
>
>Neid und Geiz.

Das stimmt! Gönnt doch Cathay, United, Air France, BA etc. ihre
höheren Gehälter ;-))

SCNR,
Heico

Frank Sonntag

unread,
May 18, 2001, 11:58:12 AM5/18/01
to
Guido Frey wrote:

> Die aktuellen Tarifverhandlungen drehen sich also im elementaren Masse
> auch um die Absicherung sicherlich auch wieder kommender wirtschaftlich
> schwieriger Zeiten.

Handelt es sich da um die Absicherung für die Piloten oder für das
Bodenpersonal ? Ich als Lufthanseat befürchte da nämlich das
aufgrund dieser Lohnforderungen in anderen Bereichen Einsparungen
gemacht werden müssen. Und da dies in der Wirtschaft nun mal am
schnellsten und effektivsten über das Personal geht kann man
ganz stark davon ausgehen das demnächst die GlobeGround Pläne
wieder aus der Schublade geholt werden. Und ich frage mich ob
sich unsere Piloten dann evtl. solidarisch zeigen oder ob
einfach mit den Achseln gezuckt wird. Frei nach dem Motto:
Wir fliegen schliesslich die Flugzeuge, was interessiert mich
das Bodenpersonal.
Nichts für ungut, ich habe als einer der wenigen schon Verständnis
für die Forderungen der Piloten, aber ich glaube das niemand der
Damen und Herren sich Gedanken über die Folgen macht die dies
unter Umständen mit sich bringt.

Gruss
Frank


--
-------------------------------------------------------------------------------
Erwachsen, was heisst das schon? Vernünftig, wer ist das schon?
Ich bin ich und du bist du, das ist alles was ich weiss!
Du bist jung und ich bin alt, aber was kann das schon bedeuten?

Guido Frey

unread,
May 18, 2001, 1:19:33 PM5/18/01
to
Martin Hotze schrieb:
>
<...>

>
> darf ich also das so verstehen, dass man mehr arbeitet, dafür auch mehr
> Geld verdient (Überstunden oder sonst was)? vertraglich muss ja eine
> max. Arbeitszeit vereinbart sein. Ich zumindest habe sowas mit meinen
> Mitarbeitern vereinbart.

Hallo Martin,

da hast Du Recht. Es geht darum, dass momentan in recht extremem Masse
Ueberstunden geflogen werden. Eigentlich gibt es hierfuer zum einen, wie
bei Dir im Betrieb auch, eine tarifvertragliche Maximalgrenze.

Ausserdem gibt es vom Gesetzgeber noch eine Maximalgrenze. Die
Tarifvertragsgrenze liegt momentan sehr nah an der gesetzlichen
Maximalgrenze. Einziger Sinn und Zweck der gesetzlichen Grenzen ist es,
eine gewisse Sicherheit im Luftverkehr zu gewaehrleisten (sprich niemand
soll am Steuer einschlafen...).

Der Manteltarifvertrag, der solche Dinge betriebsintern regelt und
feiner ausformuliert, wurde nun noch zu Zeiten ohne Computer
geschlossen.

Damals wurde Einsatzplanung noch "von Hand" gemacht. Der
Manteltarifvertrag wurde nun bewusst moeglichst nahe an die gesetzlichen
Grenzen gelegt, um in aussergewoehnlichen Situationen den Planern
moeglichst viel Freiraum zur Disposition geben zu koennen (z. B.
Flugzeug ist irgendwo ausgefallen, Reparatur dauert lange und Crew ist
somit trotzdem noch legal fuer einen Weiterflug verfuegbar).

Um die Arbeit fuer die Planer in Grenzen zu halten, wurden die Umlaeufe
noch vergleichsweise "einfach" zusammengestrickt. Es gab eine Art
Schichtsystem, das mit sehr viel Luft zu den maximalen Dienstzeiten
geplant wurde.

Die Kombination aus Einfuehrung eines computerisierten Planungssystemes
und ein recht grosses Flottenwachstum fuehrte dann dazu, dass mit Hilfe
des Computers das Ausreizen der max. Flugdienstzeiten fast zum
Normalfall wurde. Also ein Vertrag, der urspruenglich fuer den
Ausnahmefall bewusst grosszuegig gestaltet wurde, wird nun schon im
Normalbetrieb ausgenutzt.

Ich bin nun wirklich nicht arbeitsscheu und mag auch meinen Job sehr
gerne, auch bin ich nicht jemand, der in jeder Situation auf die mir
zustehenden Arbeitnehmerrechte pocht, aber es darf m. E. nicht sein,
dass planungstechnisch staendig im "Ausnahmezustand" gearbeitet wird...

Ich denke bei Dir im Betrieb wird das sicherlich aehnlich sein: Es ist
kein Problem, mal eine Nacht durchzuarbeiten und am naechsten Tag noch
einen 16 h Tag durchzustehen, aber ein ganzes Arbeitsleben wirst Du das
nicht aushalten...

>
> ansonsten ... ich wuesste 2-3 fertige Piloten (mit ATPL), die gerne
> anfangen würden bei LH ... sollte es wirklich so knapp sein.
>
> martin


Immer man her mit den Bewerbungen!

Hier die Adresse:

Lufthansa Career Center
c/o Lufthansa Verkehrsfliegerschule
Flughafendamm 40
Bremen
Tel. 0421-5592-853

Die Postleitzahl habe ich leider nicht im Kopfe, aber die laesst sich
sicher herausbekommen.

Viele Gruesse,

Guido


Guido Frey

unread,
May 18, 2001, 1:23:28 PM5/18/01
to
Martin Hotze schrieb:

>
> In article <3b04e933$1...@netnews.web.de>,
> "Peter Veith" <ve...@ddr-luftwaffe.de> wrote:
<...>

> > >dort auch: </begin> Ein Copilot in seinem ersten Jahr kommt etwa auf
> > >brutto 106.200 DM jährlich. Dafür muss er monatlich 78 reine Flugstunden
> > >leisten. </end>
> > das sind knapp 70.000 DM netto.
>
> so viel? ich vermutete höhere Abzüge für Sozialversicherung und
> Lohnsteuer.
>

Hallo Peter, hallo Martin,

hier muss ich leider Martin recht geben. Es bleiben ziemlich exakt 52000
DEM uebrig (Weihnachts- und Urlaubsgeld eingerechnet, Kosten fuer Loss-
of Licence und Ausbildunkskosten nicht eingerechnet).

Viele Gruesse,

Guido


Guido Frey

unread,
May 18, 2001, 1:41:33 PM5/18/01
to
Martin Hotze schrieb:

>
> In article <3B04DF41...@gmx.de>, Guido Frey <Guido...@gmx.de>
> wrote:
>
> > genau um diesen Punkt geht es gerade bei den Tarifverhandlungen:
> >
> > 1992 ging es der LH sehr schlecht. Deswegen wurden bei den Piloten die
> > Gehaelter recht drastisch gekuerzt.
>
> also, ich las es heute hier so, dass grob 5000 Leute gefeuert wurden und
> der Rest keine Erhöhungen/keinen Inflationsausgleich bekamen.

Hallo Martin

das ist korrekt. Bei den Piloten wurde ein kompletter Copilotenlehrgang
in der Probezeit gekuendigt. Die noch in der Grundausbildung
befindlichen Copiloten hatten bis zu drei Jahre Wartezeit nach ihrer
Ausbildung, in der sie auf der Strasse standen.

Die Verguetungsstruktur des Cokpits wurde im Gegensatz zum Boden- und
Kabinenpersonal nicht eingefroren, sondern recht drastisch gesenkt.

>
> > Es wurde allerdings nichts
> > vereinbart, was geschieht, wenn es der Firma wieder gut geht...
> >
>
> muss man das?

Waere meiner Ansicht nach sinnvoll gewesen, das haette sicherlich die
jetzigen Streiks vermieden.


>
>
> > Derzeit wird daher u. a. auch ueber eine Staerkung von variablen
> > Gehaltsteilen verhandelt. So soll ein Teil des Gehaltes in direkter
> > Abhaengigkeit von der Gewinnsituation der Firma gezahlt werden (Sprich
> > wenn die Firma den Gewinnbetrag x im Jahr ueberschreitet gibt es eine
> > entsprechende Ausschuettung.
>
> das wollen eigentlich die Aktionäre .... das ist dann unternehmerisches
> Risiko. Piloten snd aber simple Angestellte und keine Unternehmer ....


Dann wiederum stellt sich die Frage, warum dann in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten Gehaelter gekuerzt werden? Also entweder ich
entscheide mich dafuer, meine Angestellten an meinem wirtschaftlichen
Risiko zu beteiligen, dann muss dies aber in beiden Richtungen geschehen
(also auch eine Beteiligung am Erfolg).

Oder aber ich zahle Lohn voellig unabhaengig vom wirtschaftlichen
Umfeld, was sich dann aber auch in der Krise negativ auswirken kann.

Hier hat sich LH 1992 eindeutig fuer ein "variables" Modell entschieden.
Dies muss nun aber auch m. E. in der anderen Richtung komsequent
durchgehalten werden.

>
> > Bleibt der Gewinn unter dieser Schwelle
> > oder ergibt sich sogar ein Verlust, so gibt es dann nichts.).
> >
>
> no no ... das Pendel kann doch nicht nur in eine Seite schwingen ....
> wenn ich den gooodie will, dann muss ich auch die Kehrseite haben
> wollen/muessen. s.o.: unternehmerisches Risiko.

Genau! Das dies moeglich ist wurde ja nun 1992 durchaus bewiesen.

>
> > Das Problem an einer solchen Konstellation ist nur, dass andere
> > Strukturen nicht unbedingt optimal auf diese Verguetungssysteme
> > eingestellt sind. So ist z. B. das derzeit praktizierte kapitalgedeckte
> > Altersversorgungssytem der LH nur auf das Grundgehalt abgestellt, vom
> > System der gesetzlichen Rentenversicherung ganz zu schweigen. Hier muss
> > in den Verhandlungen auch eine Loesung gefunden werden.
>
> also: private Vorsorge würde ich mal sagen.
>
> mfg
> martin

Hier geht es in den Verhandlungen genau um diesen Punkt. Die Swissair
hat hier z. B. schon seit Jahren einen eigenen Pensionsfonds der
Mitarbeiter, der anscheinend recht effektiv verwaltet wird. Vielleicht
wird dies mal ein Modell der Zukunft fuer LH, die leider noch in einigen
altersversorgungsmaessigen "Altlasten" aus Staatsbetriebszeiten
verheddert ist...

Viele Gruesse,

Guido


Guido Frey

unread,
May 18, 2001, 2:00:01 PM5/18/01
to
Bernd Reinecke schrieb:
<...>

>
> *** Wo sind sie denn, die streikenden Piloten?? ***
>
> Wo sind denn die Leute, die wie bei jedem anderen Streik mit
> Transparenten auf der Strasse oder in diesem Fall in den Auflughallen
> stehen?
>
> Aber nein, die Piloten lassen ihren Streik von den Leuten am Check-In
> austragen. Von Leuten die 10% verdienen und 2-3% mehr bekommen haben.
> _Die_ müssen sich dann von den Passagieren beschimpfen lassen, die
> müssen dann die Probleme ausbaden.
>
> Dieses Verhalten ist derartig schäbig, da fehlen mir einfach die
> Worte.
>
> Bernd


Hallo Bernd,

genau dort am Check In war ich gestern mit vielen Kolleginnen und
Kollegen, um den Passagieren und Bodenkolleginnen und -kollegen unsere
Anliegen zu erklaeren und uns selbstverstaenlich auch ihre Ansichten
anzuhoeren. Was uns dort jedoch empfing war eine von der Firma
organisierte Heerschar von Bodenmitarbeitern, die pfiffen und buhten.
Ich fuehlte mich etwas an die Mai-Demonstrationen im Sozialismus mit dem
bestellten Volkszorn der arbeitenden Massen gegen das Kapitalistensystem
erinnert...

Da frage ich mich natuerlich, welches Verhalten hier schaebig ist?

Ich persoenlich finde es schade, dass die Geschaeftsleitung es geschafft
hat, das Bodenpersonal vor ihren Karren zu spannen.

Die VC hat sich waehrend der Tarifverhandlungen von VERDI nicht
hingestellt und hat eifersuechtig darauf gepocht, dass auf gar keinen
Fall zuviel vom angeblichen "Gewinnkuchen" an VERDI ging.

Waehrend der Tarifverhandlungen von VERDI gab es auch keine Piloten, die
mit Pfiffen und Buhrufen auf die Streikposten der VERDI zumarschierten.

Bei den Tarifverhandlungen der VERDI kam vom Catering auch niemand an
Bord und erzaehlte den veraergerten Passagieren an Bord, warum sie jetzt
kein Essen bekommen!

Einige aeltere frueher in DAG und OETV organisiert Kollegen berichteten
mir enttaeuscht, dass sie noch fuer einen Tarifabschluss des
Bodenpersonals gestreikt haben, der ihnen im Prinzip Verluste (konstante
Einmalzahlung ueber alle Lohngruppen statt am Gehalt orientierte
Gewinnbeteiligung) einbrachte. Der gestrige Auftritt des Bodenpersonals
schien dann wohl der Dank dafuer gewesen zu sein...

Mich persoenlich hat diese gestrige Erfahrung in meiner Ueberzeugung
bestaerkt, dass die Tarifarbeit fuer mich bei der VC in weit besseren
Haenden ist als bei VERDI. Wenn ich mir solche Platituden wie gestern
ansehe, frage ich mich wirklich, wo das Niveau von VERDI und der
Geschaeftsleitung momentan liegt...

Viele Gruesse,

Guido

Guido Frey

unread,
May 18, 2001, 2:23:54 PM5/18/01
to
Frank Sonntag schrieb:

>
> Guido Frey wrote:
>
> > Die aktuellen Tarifverhandlungen drehen sich also im elementaren Masse
> > auch um die Absicherung sicherlich auch wieder kommender wirtschaftlich
> > schwieriger Zeiten.
>
> Handelt es sich da um die Absicherung für die Piloten oder für das
> Bodenpersonal ? Ich als Lufthanseat befürchte da nämlich das
> aufgrund dieser Lohnforderungen in anderen Bereichen Einsparungen
> gemacht werden müssen.

Hallo Frank,

ich glaube ehrlich, dass beim Stationspersonal nicht mehr viel
einzusparen ist! Die Situation an den Gates ist doch schon mehr als
katastrophal!
Wenn ich sehe, mit wie wenig Leuten ein ganzer Jumbo abgefertigt werden
soll und wie einige Gate-Kolleginnen und Kollgen an diesem ehemaligen
"Berlin-Gate" geradezu zwischen der Abfertigung mehrer auf Grund von
Slot nahezu gleichzeitig operierender Fluege hin- un hersprangen, glaube
ich kaum, dass sich in diesem Bereich noch irgendetwas einsparen laesst!

Andere Gesellschaften erfliegen mit einem ganz anderen Lohnniveau auch
Gewinn. Dafuer sparen sie aber an den richtigen Stellen (da wird keine
woechentliche Betriebszeitung im Vierfarbdruck und dem Inhaltsniveau der
Prawda oder des Neuen Deutschland an saemtliche Mitarbeiter verteilt, da
werden Betriebsausfluege nicht als "Outdoor-Training" fuer sogenannte
Fuehrungskraefte getarnt oder fuer teures Geld zweimotorige
Schulflugzeuge angeschafft, die nach misslungener Praxiserprobung nur
nach den Wert eines Klumpen Aluminiums haben etc. etc....)!

Fuer mich persoenlich wird ein Unternehmen nicht primaer durch ein
geringes Lohnniveau wirtschaftlich, sondern hauptsaechlich durch eine
vernuenftige Organisation und Planung!

Viele Gruesse,

Guido

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 3:07:19 PM5/18/01
to
In article <3B0559A5...@gmx.de>, Guido Frey <Guido...@gmx.de>
wrote:

> Martin Hotze schrieb:
> >

> Ich bin nun wirklich nicht arbeitsscheu und mag auch meinen Job sehr


> gerne, auch bin ich nicht jemand, der in jeder Situation auf die mir
> zustehenden Arbeitnehmerrechte pocht, aber es darf m. E. nicht sein,
> dass planungstechnisch staendig im "Ausnahmezustand" gearbeitet wird...
>

wie sind denn die Zahlen? wieviel fliegt ein LH-Pilot pro Monat im
Durchschnitt? evtl. im Jahresschnitt odersonst Zahlen.

> Ich denke bei Dir im Betrieb wird das sicherlich aehnlich sein: Es ist
> kein Problem, mal eine Nacht durchzuarbeiten und am naechsten Tag noch
> einen 16 h Tag durchzustehen, aber ein ganzes Arbeitsleben wirst Du das
> nicht aushalten...

ja.

>
> >
> > ansonsten ... ich wuesste 2-3 fertige Piloten (mit ATPL), die gerne
> > anfangen würden bei LH ... sollte es wirklich so knapp sein.
> >
> > martin
>
>
> Immer man her mit den Bewerbungen!
>
> Hier die Adresse:
>
> Lufthansa Career Center
> c/o Lufthansa Verkehrsfliegerschule
> Flughafendamm 40
> Bremen
> Tel. 0421-5592-853

Walter?

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 3:11:11 PM5/18/01
to
In article <3B055A90...@gmx.de>, Guido Frey <Guido...@gmx.de>
wrote:


> hier muss ich leider Martin recht geben. Es bleiben ziemlich exakt 52000
> DEM uebrig (Weihnachts- und Urlaubsgeld eingerechnet, Kosten fuer Loss-
> of Licence und Ausbildunkskosten nicht eingerechnet).


vielleicht ein blöder Vergleich: aber soviel bekommt meine Frau nach 3
Jahren Berufsausbildung als Dipl.-Krankenschwester und nun schon seit 7
Jahren in der selben Firma (im selben Krankenhaus) - bei einem
öffentl.-rechtl. Dienstgeber - nicht mal brutto.

ja, ich weiss, man kann verschiedene Berufe nicht vergleichen ... aber
wieviel dürfte/sollte sie verdienen? sie könnte ja auch mal diese
komsiche Spritze mit dem Sekundenklebstoff (gibt es dort angeblich) mal
verspritzen bevor sich alle die Schutzbrillen und die Schutzmäntel
angezogen haben ....

Martin Hotze

unread,
May 18, 2001, 3:17:28 PM5/18/01
to
In article <3B055ECD...@gmx.de>, Guido Frey <Guido...@gmx.de>
wrote:

> Martin Hotze schrieb:

> das ist korrekt. [...]


>
> Die Verguetungsstruktur des Cokpits wurde im Gegensatz zum Boden- und
> Kabinenpersonal nicht eingefroren, sondern recht drastisch gesenkt.
>

oben gibst du mir recht, dass es keine Kürzungen gab ("das ist korrekt")
und schreibst aber im letzen Absatz oben "Die Verguetungsstruktur des
Cokpits wurde [...] recht drastisch gesenkt."


was jetzt?


> > no no ... das Pendel kann doch nicht nur in eine Seite schwingen ....
> > wenn ich den gooodie will, dann muss ich auch die Kehrseite haben
> > wollen/muessen. s.o.: unternehmerisches Risiko.
>
> Genau! Das dies moeglich ist wurde ja nun 1992 durchaus bewiesen.
>


korrekterweise hättet ihr also seinerzeit streiken muessen und nicht
jetzt. dann wäre es evtl. nachvollziehbar gewesen.

> > also: private Vorsorge würde ich mal sagen.
>

> Hier geht es in den Verhandlungen genau um diesen Punkt.

und warum soll das der Dienstgeber machen? warum macht sich das nicht
jeder selber?

Guido Frey

unread,
May 18, 2001, 3:26:48 PM5/18/01
to
Martin Hotze schrieb:

> >
>
> wie sind denn die Zahlen? wieviel fliegt ein LH-Pilot pro Monat im
> Durchschnitt? evtl. im Jahresschnitt odersonst Zahlen.


Hallo Martin,

75 Blockstunden sind normal. Im Maerz hatte ich jetzt 96 Blockstunden.
Sprich die Zeit fuer Flugvorbereitung, Briefing, Transit, ein Teil der
Deadhead-Zeit und meine Woche im Buero etc. sind da nicht eingerechnet.

<...>


Viele Gruesse,

Guido


Guido Frey

unread,
May 18, 2001, 3:51:42 PM5/18/01
to
Martin Hotze schrieb:

>
> In article <3B055ECD...@gmx.de>, Guido Frey <Guido...@gmx.de>
> wrote:
>
> > Martin Hotze schrieb:
>
> > das ist korrekt. [...]
> >
> > Die Verguetungsstruktur des Cokpits wurde im Gegensatz zum Boden- und
> > Kabinenpersonal nicht eingefroren, sondern recht drastisch gesenkt.
> >
>
> oben gibst du mir recht, dass es keine Kürzungen gab ("das ist korrekt")
> und schreibst aber im letzen Absatz oben "Die Verguetungsstruktur des
> Cokpits wurde [...] recht drastisch gesenkt."
>
> was jetzt?

Hallo Martin,

da habe ich mich missverstaendlich ausgedrueckt. Ich dachte, dass Du den
Satz "keine Erhoehung / Inflationsausgleich" auf das Bodenpersonal
bezogen haettest.

Um es nochmal klarzustellen:

Im Bodenbereich ist die Lohnstruktur von 1992 bis 1994 konstant
geblieben (auch kein Inflationsausgleich).

Im Cockpitbereich hat es hier Absenkungen im Bereich von ca. 40%
gegeben.


>
> > > no no ... das Pendel kann doch nicht nur in eine Seite schwingen ....
> > > wenn ich den gooodie will, dann muss ich auch die Kehrseite haben
> > > wollen/muessen. s.o.: unternehmerisches Risiko.
> >
> > Genau! Das dies moeglich ist wurde ja nun 1992 durchaus bewiesen.
> >
>
> korrekterweise hättet ihr also seinerzeit streiken muessen und nicht
> jetzt. dann wäre es evtl. nachvollziehbar gewesen.

Wuerdest Du als Feuerwehrmann erst mal das Haus abbrennen lassen, weil
Du mit dem Besitzer erstmal die Entschaedigung fuer Deinen Einsatz
aushandeln moechtest?

Ich denke hier waere einfach etwas mehr anstaendiger Umgang und Fairness
unter den Tarifvertragsparteien gefragt. Dann haette es diese ganze
Diskussion und den oeffentlichen Wirbel nicht gegeben. Mir macht
Streiken zumindestens keinen sonderlichen Spass, auch wenn ich den
jetzigen Streik fuer ein leider notwendiges Uebel halte...

>
>
> > > also: private Vorsorge würde ich mal sagen.
> >
> > Hier geht es in den Verhandlungen genau um diesen Punkt.
>
> und warum soll das der Dienstgeber machen? warum macht sich das nicht
> jeder selber?
>
> martin

Weil es in bestimmten Faellen effektiver sein kann, diese Dinge
gebuendelt zu erledigen (Swissair hat es vorgemacht). Wie jedoch eine
optimale Verteilung zwischen diesen verschiedenen "Saeulen" der
Altersversorgung aussieht (wieviel privat, wieviel betrieblich und
wieviel gesetzlich) vermag ich als versorgungstechnischer Laie leider
nicht genau zu beurteilen.

Guido

P. S.: Vielleicht sollten wir diesen Thread langsam beenden und zur
eigentlichen Fliegerei zurueckkommen, denn sonst heisst diese Gruppe
demnaechst de.rec.tarifvertraege...;-)

Thore Tams

unread,
May 18, 2001, 4:20:55 PM5/18/01
to
Martin Hotze <mar...@hotze.com> schrieb:
> Pilotenmangel? indeed?

Ja. Lufthansa Cargo kann mangels Crews nicht alle MD-11
einsetzen. Lufthansa hat einige A320 verleast, weil nicht
ausreichend Crews vorhanden sind.

Thore
--
Tipps und Tricks rund um Outlook Express: <URL:http://oe-faq.de>

Thore Tams

unread,
May 18, 2001, 4:20:55 PM5/18/01
to
Boris Haschke <boris....@gmx.net> schrieb:

> Gerade habe ich einen TV bericht über die "Gegendemonstration" gesehen;
> Anschließend wurden noch passagiere usw. befragt - der Tenor aus dem ganzen
> war etwa." Warum wollen denn die Piloten noch mehr Geld?"
> Anschließend kam ein Sprechern der VC (nicht Herr Fongern) und sagte: "Die
> unterstützung der allgemeinheit ist vorhanden!" - ist der völlig Weltfremd?
> Egal wo man hinsieht, überall gibt es nur Kritik an den Vorderungen!

Intern ging heute eine Unterschriftenliste herum, in der die
Piloten aufgefordert werden, das Angebot der Lufthansa anzunehmen
und den Arbeitskampf zu beenden.

Alle gönnen den Piloten eine Gehaltserhöhung, jedoch herrscht
allgemeines Unverständnis über die Höhe der Forderungen in
Verbindung mit ihrer Durchsetzung.

Thore
--
Tipps und Tricks rund um Netscape:
<URL:http://www.ufaq.org>
<URL:http://home.t-online.de/home/Peter.Dobler/netscape.htm>

Thore Tams

unread,
May 18, 2001, 4:20:54 PM5/18/01
to
Peter Veith <ve...@ddr-luftwaffe.de> schrieb:
> Thore Tams wrote:
>>> Es wurde auf "normale" Lohnangleichungen zum Bsp. zu Inflationsrate durch
>>> die Piloten verzichtet.
>>
>>Also keine *Kürzungen*.
>
> ? etwas merkwürdiger Standpunkt.

Ich sehe durchaus noch einen Unterschied zwischen einer Kürzung
und einer ausbleibenden Lohnerhöhung. Dass mit allem, was
unterhalb der Inflationsrate bleibt, Reallohneinbußen einher-
gehen, ist mir auch klar.

Thore
--
Neu im Usenet? <URL:news:de.newusers.infos> ist einen Besuch wert.

Thore Tams

unread,
May 18, 2001, 4:26:50 PM5/18/01
to
Martin Hotze <mar...@hotze.com> schrieb:
> Pilotenmangel? indeed?

Ja. Wenn ich mich richtig erinnere, kann Lufthansa Cargo mangels
Crews nicht alle MD-11 einsetzen. Lufthansa hat wohl einige A320


verleast, weil nicht ausreichend Crews vorhanden sind.

Tho'wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt're
--

Guenther Lazelsberger

unread,
May 18, 2001, 4:39:29 PM5/18/01
to
Guido Frey schrieb:

> Wuerdest Du als Feuerwehrmann erst mal das Haus abbrennen lassen, weil
> Du mit dem Besitzer erstmal die Entschaedigung fuer Deinen Einsatz
> aushandeln moechtest?
>

Das Problem haben wir nicht; wir arbeiten ja überwiegend gratis, wenn
auch nicht umsonst.

--
Grüße
Günther

Thomas Mergler

unread,
May 18, 2001, 4:58:07 PM5/18/01
to

...................................................................... Man
könnte doch
> vielleicht bei der Technik sparen, wir haben doch sowieso einen
> viel zu hohen Personalkostenanteil.
>
> Thore
> --
> Ewig währt am längsten.

Und wir haben einen FACHARBEITERBRIEF!


Heiko Bauer

unread,
May 18, 2001, 1:56:26 PM5/18/01
to
> > die verbleibenden Piloten bis an das gesetzliche Maximum an
> > Flugdienstzeit und bis ans gesetzliche Minimum an Ruhezeit geplant
> > werden, um das derzeit recht grosse Flugprogramm ueberhaupt darstellen
> > zu koennen.
>
> darf ich also das so verstehen, dass man mehr arbeitet, dafür auch mehr
> Geld verdient (Überstunden oder sonst was)? vertraglich muss ja eine
> max. Arbeitszeit vereinbart sein. Ich zumindest habe sowas mit meinen
> Mitarbeitern vereinbart.

Also, nur als Statement als gelegentlich persönlich betroffener:
Wer nach der 2. DV LuftBo (Flugdienstruhezeiten) eingesetzt wird, hat kein
lebenswertes Leben mehr. Man möge selbst nachlesen:


2. DVO LuftBO § 8
Flugdienstzeiten der Besatzungsmitglieder

(1) Die uneingeschränkte Flugdienstzeit jedes Besatzungsmitgliedes zwischen
zwei Ruhezeiten beträgt 10 Stunden. Innerhalb 7 aufeinanderfolgender Tage
ist eine viermalige Verlängerung der Flugdienstzeit nach Satz 1 bis zu 4
Stunden zulässig, wobei die Summe der Verlängerungen innerhalb jeweils 7
aufeinanderfolgender Tage 8 Stunden nicht überschreiten darf. Der Zeitraum
von 7 aufeinanderfolgenden Tagen beginnt jeweils um 00.00 Uhr Mittlere
Greenwich-Zeit (MGZ) des ersten und endet um 24.00 Uhr MGZ des siebten
Tages. Bei einem Luftfahrzeugführer, der während der Flugdienstzeit nach
Satz 1 ganz oder teilweise ohne Unterstützung durch ein weiteres
Flugbesatzungsmitglied als Luftfahrzeugführer tätig wird, finden die Sätze 2
und 3 keine Anwendung.

(2) Bei Flugbesatzungsmitgliedern verringert sich die nach Absatz 1
höchstzulässige Zeitverlängerung von 4 Stunden

1. um 1 Stunde, wenn der Flugdienst mehr als 2, jedoch weniger als 4
Stunden,

2. um 2 Stunden, wenn der Flugdienst 4 oder mehr Stunden zwischen 01.00 Uhr
und 07.00 Uhr Ortszeit des Startflugplatzes (Winterzeit) ausgeübt wird.

(3) Eine nach Absatz 2 verringerte Zeitverlängerung ist

1. bei mehr als 3, jedoch weniger als 6 Landungen um eine weitere Stunde,

2. bei mehr als 5 Landungen um weitere 2 Stunden zu kürzen.

(4) Bei einer Verstärkung der vorgeschriebenen Mindestflugbesatzung und bei
Vorhandensein geeigneter Schlafgelegenheiten in einem von dem Führerraum und
der Kabine abgetrennten Raum kann die Aufsichtsbehörde auf schriftlichen
Antrag eine zweimalige Verlängerung der Flugdienstzeit nach Absatz 1 Satz 1
bis zu 8 Stunden innerhalb 7 aufeinanderfolgender Tage zulassen. Die mit der
Führung und Bedienung des Luftfahrzeugs verbrachte Zeit jedes
Flugbesatzungsmitgliedes darf hierbei 12 Stunden nicht überschreiten. Für
die Flugbegleiter sind angemessene Arbeitspausen während des Fluges
vorzusehen. Für diesen Zweck sind Ruhesitze vorzuhalten. Im übrigen gilt §
12 Abs. 3 entsprechend.

(5) Die Flugdienstzeiten dürfen innerhalb 30 aufeinanderfolgender Tage 210
Stunden, innerhalb eines Kalenderjahres 1.800 Stunden nicht überschreiten.


Weiter gehts mit:

2. DVO LuftBO § 9
Ruhezeiten der Besatzungsmitglieder:

(1) Innerhalb einer 24-Stunden-Periode ist jedem Besatzungsmitglied eine
Ruhezeit von mindestens 10 Stunden zu gewähren. Eine 24-Stunden-Periode
beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem eine Ruhezeit endet. Die Ruhezeit ist bei
einer nach § 8 Abs. 4, § 10 oder § 12 Abs. 1 verlängerten Flugdienstzeit von
mehr als 14 Stunden unmittelbar nach Beendigung des Flugdienstes zu
gewähren. Eine Beförderung des Besatzungsmitgliedes vom Einsatzort an seinen
dienstlichen Wohnsitz ohne Anrechnung auf die Ruhezeit ist zulässig.

(2) Die Mindestruhezeit ist nach einem nach § 8 Abs. 1 Satz 2, § 8 Abs. 4, §
10 oder § 12 Abs. 1 verlängerten Flugdienst von mehr als 11 Stunden auf 12
Stunden und von mehr als 12 Stunden auf 14 Stunden zu erhöhen.

(3) Jedem Besatzungsmitglied ist eine zusammenhängende Ruhezeit von 36
Stunden so zu gewähren, daß eine solche Ruhezeit mindestens einmal innerhalb
jeweils 7 aufeinanderfolgender Tage beginnt. § 8 Abs. 1 Satz 3 gilt
entsprechend.

(4) Besteht zwischen dem Ort des Antritts des Flugdienstes und der
Beendigung des Flugdienstes (Einsatzorte) ein Zeitzonenunterschied von 4
oder mehr Zeitzonen, ist die Mindestruhezeit auf 14 Stunden zu erhöhen. Nach
Rückkehr zum dienstlichen Wohnsitz nach einem oder mehreren Flugdiensten
nach Satz 1 ist eine Ruhezeit nach Maßgabe der Sätze 3 und 4 zu gewähren.
Die Ruhezeit ist durch Multiplikation der Zahl 8 mit dem
Zeitzonenunterschied, der zwischen dem dienstlichen Wohnsitz und dem
Einsatzort mit dem größten Zeitzonenunterschied zum dienstlichen Wohnsitz
besteht, zu errechnen. Ein Zeitzonenunterschied von mehr als 12 Zeitzonen
ist nicht zu berücksichtigen. Für die Ermittlung des Zeitzonenunterschiedes
ist die Winterzeit der jeweiligen Einsatzorte zugrundezulegen. Die Sätze 2
bis 5 gelten nach einer Rückkehr zum dienstlichen Wohnsitz als nicht
diensttuendes Besatzungsmitglied entsprechend.

(5) Der Unternehmer hat an den Orten außerhalb des dienstlichen Wohnsitzes
der Besatzungsmitglieder, an denen den Besatzungsmitgliedern eine Ruhezeit
zu gewähren ist, für die Bereitstellung ruhiger Räume mit Schlafgelegenheit
zu sorgen.

(6) Der Unternehmer hat die Besatzungsmitglieder schriftlich anzuweisen,
während der Ruhezeit Tätigkeiten zu unterlassen, die dem Zweck der Ruhezeit
entgegenstehen.


Wer Piloten nach diesen Vorgaben einsetzt, macht sich nicht strafbar........


Gruß,
Heiko


Karlheinz Juenemann

unread,
May 18, 2001, 7:00:12 PM5/18/01
to
kutz...@mail.uni-mainz.de schreibt:
>Das ist das Problem der Sabena: kein Inlandsmarkt...

Eher wohl deren starke Gewerkschaften! (Die KLM hat auch keinen
Inlandsmarkt)
Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: Ich bin auch abhängig davon,
daß die Gewerkschaft für mich kämpft - oder besser verhandelt - aber ohne
Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge können sie eine Firma auch
ruinieren.

Karlheinz

Karlheinz Juenemann

unread,
May 18, 2001, 7:34:10 PM5/18/01
to
Guido...@gmx.de schreibt:

>1992 ging es der LH sehr schlecht. Deswegen wurden bei den Piloten die
>Gehaelter recht drastisch gekuerzt

Hallo Guido,

könntest Du vielleicht präzisieren wessen Gehalt gekürzt wurde?
Mißverständliche Äußerungen helfen hier nicht.
Ich meine, Legenden werden nicht dadurch wahr, daß man sie
gebetsmühlenartig wiederholt.

Es gab Nullrunden über mehrere Jahre - wie beim übrigen Personal
Es gab schlechtere Bedingungen für Berufsanfänger - wohl noch mehr als
beim übrigen Personal
Es gab weitgehenden Bestandsschutz - im Gegensatz zum übrigen Personal
Es gab keine Entlassungen - im Gegensatz zu 5000 beim übrigen Personal

Karlheinz


Karlheinz Juenemann

unread,
May 18, 2001, 7:34:41 PM5/18/01
to
Guido...@gmx.de schreibt:

> Was uns dort jedoch empfing war eine von der Firma
>organisierte Heerschar von Bodenmitarbeitern, die pfiffen und buhten.

Das ist ja schon eine heftige Unterstellung. Ich nehme an, Guido wird das
hier entsprechen belegen um sich nicht unglaubwürdig zu machen.

Karlheinz

Guido Frey

unread,
May 19, 2001, 12:22:35 AM5/19/01
to
Karlheinz Juenemann schrieb:
<...>

>
> Hallo Guido,
>
> könntest Du vielleicht präzisieren wessen Gehalt gekürzt wurde?
> Mißverständliche Äußerungen helfen hier nicht.
> Ich meine, Legenden werden nicht dadurch wahr, daß man sie
> gebetsmühlenartig wiederholt.
>
> Es gab Nullrunden über mehrere Jahre - wie beim übrigen Personal
> Es gab schlechtere Bedingungen für Berufsanfänger - wohl noch mehr als
> beim übrigen Personal
> Es gab weitgehenden Bestandsschutz - im Gegensatz zum übrigen Personal
> Es gab keine Entlassungen - im Gegensatz zu 5000 beim übrigen Personal
>
> Karlheinz

Hallo Kar-Heinz,

hier ein recht interessanter Link der VC zu diesem Thema:

http://www.vcockpit.de/pages/tarif/dlhkonzern/gehaltsentwicklungen.doc

Im Gegensatz zum uebbrigen Personal der LH wurde beim Cockpit in der
Gehaltsstruktur gekuerzt.
Das Copiloteneingangsgehalt wurde gekuerzt.
Die Ueberstundenausloesgrenze wurde erhoeht (sprich ich bekomme fuer die
gleiche Arbeitszeit weniger Geld, das nenne ich Kuerzung. Denn im
Gegensatz zum Bodenpersonal, beruht der Lohn im Cockpit in wesentlichem
Masse auf den geflogenen Stunden.)
Das Kapitaenseingangsgehalt wurde abgeschafft und durch eine Zulage
ersetzt.
Die Typenzulage wurde ersatzlos gestrichen.
Die Unterschiede kannst Du sehr genau nachlesen in dem
Verguetungstarifvertrag Bord vom 1. 10. 1991 und dem spaeteren VTV
Cockpit Nr. 4.
Flugschueler wureden nun erst nach Ende des Type Ratings in ein
Arbeitsverhaeltnis uebernommen anstatt zu dessen Beginn.
Die Ausbildungskosten mussten nun von den Flugschuelern aufgebracht
werden (statt 0 DM musste nun jeder 140000 DEM mitbringen, wenn das
keine Kuerzung ist...)
Es gab Entlassungen beim Cockpitpersonal. Ein kompletter
Copilotenjahrgang ging von der Probezeit direkt in die Arbeitslosigkeit.
Saemtliche Flugschuelerjahrgaenge dieser Zeit gingen fuer bis zu drei
Jahre in die Wartezeit resp. Arbeitslosigkeit.
Von der Kuerzung der Altersversorgung gar nicht zu sprechen (Dort wird
naemlich im Gegensatz zum Boden nur 60% des Gehaltes eingerechnet).

Viele Gruesse,

Guido

Guido Frey

unread,
May 19, 2001, 12:26:18 AM5/19/01
to
Karlheinz Juenemann schrieb:

Hallo Karlheinz,

ich bin leider selber dabei gewesen und musste mir diverse Sprueche
anhoeren, von denen "Geben Sie Ihren gelben Ausweis zurueck..." noch
einer der harmlosesten war.

Viele Gruesse,

Guido

Frank Sonntag

unread,
May 19, 2001, 4:03:06 AM5/19/01
to
Guido Frey wrote:

> genau dort am Check In war ich gestern mit vielen Kolleginnen und
> Kollegen, um den Passagieren und Bodenkolleginnen und -kollegen unsere
> Anliegen zu erklaeren und uns selbstverstaenlich auch ihre Ansichten
> anzuhoeren. Was uns dort jedoch empfing war eine von der Firma
> organisierte Heerschar von Bodenmitarbeitern, die pfiffen und buhten.

Hi Guido,

du glaubst aber nicht wirklich das dies von der Firma organisiert war ?
Die Bodenmitarbeiter sind einfach nur sauer über das knallharte
durchziehen eurer Forderungen, ohne das wir im Endeffekt genau zu wissen
wie sich diese Forderungen aufteilen.
Euer Fehler war das niemand ausserhalb der VC und eures Kreises
weiss, worum es eigentlich geht. Wir haben nur 35 % gehört und
fragen uns natürlich ob noch alles klar bei euch ist.
Euer Fehler war das ihr den "Rest der Firma", sprich uns, im
unklaren über eure Forderungen gelassen habt.

> Ich persoenlich finde es schade, dass die Geschaeftsleitung es geschafft
> hat, das Bodenpersonal vor ihren Karren zu spannen.

Das habt ihr schon selber geschaft.



> Die VC hat sich waehrend der Tarifverhandlungen von VERDI nicht
> hingestellt und hat eifersuechtig darauf gepocht, dass auf gar keinen
> Fall zuviel vom angeblichen "Gewinnkuchen" an VERDI ging.

Nun, das stimmt schon. Das verdi jetzt darüber schimpft ist
eher noch verständlich, aber das die jetzt auch noch evtl. mit
nachforderungen kommen halte ich auch für ziemlich deplaziert.



> Waehrend der Tarifverhandlungen von VERDI gab es auch keine Piloten, die
> mit Pfiffen und Buhrufen auf die Streikposten der VERDI zumarschierten.

Hmm, bei uns gab es auch nur einen mehrstündigen Warnstreik und keine
längerdauerenden Streiks über 24 Stunden. Ist wohl auch ein kleiner
Unterschied, oder ?
Desweiteren seid ihr auch nicht so massiv von ausgliederung bedroht wie
das Bodenpersonal. Wenn ihr eure Forderungen so durchbekommen würdet
wie ihr anfänglich haben wolltet wäre das Existenzbedrohend
für alle Bodenmitarbeiter die noch nicht ausgegliedert sind.
Und glaub mir, das Thema Ausgliederung ist nach euren Aktionen und
Forderungen wieder ganz oben auf der Tagesliste. Und dieser
Umstand ist der Hauptgrund für den Unmut den ihr euch in der
Firma zugezogen habt.


> Bei den Tarifverhandlungen der VERDI kam vom Catering auch niemand an
> Bord und erzaehlte den veraergerten Passagieren an Bord, warum sie jetzt
> kein Essen bekommen!

Wie schon gesagt, vergleiche bitte mal die Dauer der Streiks.



> Mich persoenlich hat diese gestrige Erfahrung in meiner Ueberzeugung
> bestaerkt, dass die Tarifarbeit fuer mich bei der VC in weit besseren
> Haenden ist als bei VERDI. Wenn ich mir solche Platituden wie gestern
> ansehe, frage ich mich wirklich, wo das Niveau von VERDI und der
> Geschaeftsleitung momentan liegt...

Nun, eine gewisse Arroganz kann ich ebenfalls am Verhalten der VC
sehen. Was ich mometan von verdi halten soll weiss ich auch noch nicht.
Ich jedenfalls habe verdi über dieses Thema schon eine Mail
geschickt. Mal sehen was zurückkommt.

Frank Sonntag

unread,
May 19, 2001, 4:09:59 AM5/19/01
to
Guido Frey wrote:

> Hallo Frank,
>
> ich glaube ehrlich, dass beim Stationspersonal nicht mehr viel
> einzusparen ist! Die Situation an den Gates ist doch schon mehr als
> katastrophal!
> Wenn ich sehe, mit wie wenig Leuten ein ganzer Jumbo abgefertigt werden
> soll und wie einige Gate-Kolleginnen und Kollgen an diesem ehemaligen
> "Berlin-Gate" geradezu zwischen der Abfertigung mehrer auf Grund von
> Slot nahezu gleichzeitig operierender Fluege hin- un hersprangen, glaube
> ich kaum, dass sich in diesem Bereich noch irgendetwas einsparen laesst!

Nun, ich rede auch nicht von der Menge der Mitarbeiter. Genau
wie bei euch haben wir eindeutig zu wenig Mitarbeiter.
Das Einsparen würde sich auf Ausgliederung beziehen.

> Andere Gesellschaften erfliegen mit einem ganz anderen Lohnniveau auch
> Gewinn. Dafuer sparen sie aber an den richtigen Stellen (da wird keine

Ja, mit wesentlich weniger Gehalt als wir. Wenn du mal ehrlich
bist verdienen wir Bodenmitarbeiter im vergleich zu vielen anderen
Airlines nicht schlecht.

> woechentliche Betriebszeitung im Vierfarbdruck und dem Inhaltsniveau der
> Prawda oder des Neuen Deutschland an saemtliche Mitarbeiter verteilt, da
> werden Betriebsausfluege nicht als "Outdoor-Training" fuer sogenannte
> Fuehrungskraefte getarnt oder fuer teures Geld zweimotorige
> Schulflugzeuge angeschafft, die nach misslungener Praxiserprobung nur
> nach den Wert eines Klumpen Aluminiums haben etc. etc....)!

Da gibt es noch viele Beispiele. Und ich muss dir recht geben
das bei LH sehr viel Geld für unsinnige Dinge verschwendet
werden. Das wird dann solange schöngerechnet bis es stimmt.
Aber im Endeffekt ist es dann wieder teurer. (Siehe das Thema Omo)

<Provokation on>
Was die zweimotorigen Flugzeuge angeht. Fliegt ihr wirklich so schlecht ?
<\Provokation off>

> Fuer mich persoenlich wird ein Unternehmen nicht primaer durch ein
> geringes Lohnniveau wirtschaftlich, sondern hauptsaechlich durch eine
> vernuenftige Organisation und Planung!

Sag das mal dem Vorstand wenn ihr eure Forderungen durchbekommen habt.

Peter Scholz

unread,
May 19, 2001, 6:02:56 AM5/19/01
to
Guido Frey schrieb:

>Die Ausbildungskosten mussten nun von den Flugschuelern aufgebracht
>werden (statt 0 DM musste nun jeder 140000 DEM mitbringen, wenn das
>keine Kuerzung ist...)

so schlecht das ist. es ist keine Kürzung. Von einem Piloten sollte
man eigentlich erwarten können, dass er den Unterschied kennt :-)

Flugschülern ist doch wohl nicht wärend der Ausbildung gesagt worden,
dass sie nunmehr entgegen der Vereinbarung die Kosten für die
Ausbildung zu tragen haben.

Dies ist doch wohl nur bei neuen Bewerbern VOR Antritt der Ausbildung
geschehen. Damit haben sich zwar die Eingangsbedingen verschlechtert,
aber da der neue Pilot vorher nix hatte, konnte man ihm auch nix
kürzen.

Gruss

Peter

Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:18:44 AM5/19/01
to

"Guido Frey" <Guido...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B04DF41...@gmx.de...

> genau um diesen Punkt geht es gerade bei den Tarifverhandlungen:
>

> 1992 ging es der LH sehr schlecht. Deswegen wurden bei den Piloten die

> Gehaelter recht drastisch gekuerzt. Es wurde allerdings nichts


> vereinbart, was geschieht, wenn es der Firma wieder gut geht...

Märchen Teil 1

Es wurden keine bis dahin gezahlten Pilotengehälter gekürzt. Es wurden
lediglich die Tabellen-Eingangs- und Endgehälter abgesenkt; und zwar für
die, die noch nicht bei LH waren (Eingang) und die, die noch nicht in den
höheren Stufen waren. "Nachteil" für Piloten: Die, die in Bremen in der
Ausbildung saßen und noch gar keinen Arbeitsvertrag hatten, unterschrieben
dann später freiwillig einen Arbeitsvertrag mit eben diesen niedrigeren
Eingangsgehältern. (Die Newcomer hätten sonst eh auf der Straße gesessen,
weil es keine LH mehr gegeben hätte.)


>
> Nun ging es der Firma in den letzten Jahren sehr gut und das Bestreben
> der Piloten ist nun, eben jene auf Grund der Krise zugestandenen
> Lohnkuerzungen wieder rueckgaengig zu machen.


Märchen Teil 2

Was niemand sagt, ist daß es auch einiges an Gegenleistungen gab.
So wurde z. B. die Südflug (Flugebetrieb der Condor B757/B767), die mit
eigenen viel billigeren Tarifverträgen arbeitete, tutti kompletti in den LH
Tarifvertrag integriert - und die Seniorität. Viele der damaligen Copiloten
sind daduch um einiges schneller Kapitän geworden.

>
> Da jedoch auch die Piloten wissen, dass die Luftfahrtbranche im extremen
> Masse anfaellig ist fuer die Schwankungen der Konjunktur soll auch hier
> vorgebaut werden.


>
> Derzeit wird daher u. a. auch ueber eine Staerkung von variablen
> Gehaltsteilen verhandelt. So soll ein Teil des Gehaltes in direkter
> Abhaengigkeit von der Gewinnsituation der Firma gezahlt werden (Sprich
> wenn die Firma den Gewinnbetrag x im Jahr ueberschreitet gibt es eine

> entsprechende Ausschuettung. Bleibt der Gewinn unter dieser Schwelle


> oder ergibt sich sogar ein Verlust, so gibt es dann nichts.).
>

> Das Problem an einer solchen Konstellation ist nur, dass andere
> Strukturen nicht unbedingt optimal auf diese Verguetungssysteme
> eingestellt sind. So ist z. B. das derzeit praktizierte kapitalgedeckte
> Altersversorgungssytem der LH nur auf das Grundgehalt abgestellt, vom
> System der gesetzlichen Rentenversicherung ganz zu schweigen. Hier muss
> in den Verhandlungen auch eine Loesung gefunden werden.

Märchen Teil 3

Klar doch. Piloten sind Führungskräfte.
Welche Führungskraft hat eine tarifvertragliche Arbeitszeit? Welche
Führungskraft bekommt jede Stunde über die nicht vorhandene
tarifvertragliche Arbeitszeit hinaus extra bezahlt? Welche Führungskraft in
größeren Unternehmen hat heute nicht das Risiko mit der variablen Vergütung?

Unterhalb der Vorstandsebene wird die variable Vergütung nicht oder nicht in
vollem Umfang in die Altersversorgung eingebracht. Das gilt - soweit ich
weiß - auch die Fühungskräfte der LH. Hier im Limburger Land wohnen einige
von ihnen, mit denen kann man auch ganz gescheit über Führungskräfte reden.

Führungskräfte (ich meine die richtigen, nicht die, die sich dafür halten =
Piloten) sorgen heute selbst für's Alter vor.

Märchen Teil 4

Jeder LH-Pilot (und Flugingenieur) kann heute mit 55 Jahren in den
Vorruhestand gehen. Der Übergang wird versüßt mit einer Versorgung, die
tutti completti von LH bezahlt wird. Sicher, die Beträge sind nicht in der
Kapitäns-Endstufe, aber es ist viel mehr, als ein - sagen wir mal
Abteilungsleiter in irgendeinem deutschen Großunternehmen an Basisvergütung
erhält.

Märchen Teil 5

Was ich hier auch noch nicht gelesen habe: Auf das Tabellen-Grundgehalt
eines LH-Piloten kommen nochmal zwischen 15 und 20% an sogenannter
Schichtzulage; das Schöne ist: steuerfrei!!!

>
> Die aktuellen Tarifverhandlungen drehen sich also im elementaren Masse
> auch um die Absicherung sicherlich auch wieder kommender wirtschaftlich
> schwieriger Zeiten.

Obermärchen: Piloten sind Führungskräfte

Falls Du - Guido - LH-Pilot bist: Ein Unternehmen kann sich für
wirtschaftlich schwierige Zeiten rüsten, bei LH zum Beispiel: junge Flotten,
Anreizsysteme für's Personal, Reservenbildung etc etc.
Das was Du "Führungskraft" hier haben willst ist ein sehr dickes Stück vom
Kuchen in der guten Zeit, und das wird letzten Endes dazu führen, daß die
schlechten Zeiten noch schlechter werden. Na ja - Hauptsache Ihr seid
versorgt. Die anderen 70000 Leute im LH Konzern braucht's ja nicht.

> Viele Gruesse,
>
> Guido

:-(((
PC


Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:25:29 AM5/19/01
to

"Guido Frey" <Guido...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B055ECD...@gmx.de...

> Hallo Martin
>
> das ist korrekt. Bei den Piloten wurde ein kompletter Copilotenlehrgang
> in der Probezeit gekuendigt. Die noch in der Grundausbildung
> befindlichen Copiloten hatten bis zu drei Jahre Wartezeit nach ihrer
> Ausbildung, in der sie auf der Strasse standen.

"Ein kompletter Grundlehrgang" sind so um die 20 Leute ... oder? Abgebaut
wurden etwa 8000 Leute; also 7980 am Boden.
Die Grundausbildungscopiloten waren keine LH-Angestellten. Auf der Straße
standen sie auch nicht, die meisten wurden bei LH beschäftigt (Büro, Kabine,
....). Eigentlich sollte man meinen, daß die damals das reale Leben
kennengelernt haben - ist aber wenig übrig geblieben. Das in 1992 war
übrigens kein Novum, das gab's vorher schon - so um den 112 NFF.


>
> Die Verguetungsstruktur des Cokpits wurde im Gegensatz zum Boden- und
> Kabinenpersonal nicht eingefroren, sondern recht drastisch gesenkt.

Stimmt nicht. Siehe andere Postings.
[...]

> Hier geht es in den Verhandlungen genau um diesen Punkt. Die Swissair
> hat hier z. B. schon seit Jahren einen eigenen Pensionsfonds der
> Mitarbeiter, der anscheinend recht effektiv verwaltet wird. Vielleicht
> wird dies mal ein Modell der Zukunft fuer LH, die leider noch in einigen
> altersversorgungsmaessigen "Altlasten" aus Staatsbetriebszeiten
> verheddert ist...

Nur für den Fall, daß es die VC noch nicht gemerkt hat: Die Swissair steht
kurz vor der Pleite. Mal gespannt, was dort übrig bleibt -f ür und an
Piloten.

PC


Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:30:42 AM5/19/01
to

"Guido Frey" <Guido...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B05F50B...@gmx.de...
> Karlheinz Juenemann schrieb:

Liebe "Führungskraft" Guido:

mit Tabellen kann ich noch besser umgehen, als die Künstler von der VC.
Ich glaube, ich würde es sogar schaffen herauszuarbeiten, daß der Herr
Esser - ex Mannesmann - eigentlich Anspruch auf Sozialhilfe hat.
Vielleicht sollte ich mit der VC zusammenarbeiten.

:-((

Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:27:19 AM5/19/01
to

"Frank Sonntag" <Frank....@wtal.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B054694...@wtal.de...
> Guido Frey wrote:
{...]
> Und da dies in der Wirtschaft nun mal am
> schnellsten und effektivsten über das Personal geht kann man
> ganz stark davon ausgehen das demnächst die GlobeGround Pläne
> wieder aus der Schublade geholt werden. Und ich frage mich ob
> sich unsere Piloten dann evtl. solidarisch zeigen oder ob
> einfach mit den Achseln gezuckt wird. Frei nach dem Motto:
> Wir fliegen schliesslich die Flugzeuge, was interessiert mich
> das Bodenpersonal.

Was glaubst Du wohl?


PC


Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:35:44 AM5/19/01
to

"Guido Frey" <Guido...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B057778...@gmx.de...

Welches Muster???
PC


Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:32:07 AM5/19/01
to

"Boris Haschke" <boris....@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:9e3385$t981$1...@ID-30536.news.dfncis.de...

> Gerade habe ich einen TV bericht über die "Gegendemonstration" gesehen;
> Anschließend wurden noch passagiere usw. befragt - der Tenor aus dem
ganzen
> war etwa." Warum wollen denn die Piloten noch mehr Geld?"
> Anschließend kam ein Sprechern der VC (nicht Herr Fongern) und sagte: "Die
> unterstützung der allgemeinheit ist vorhanden!" - ist der völlig
Weltfremd?
> Egal wo man hinsieht, überall gibt es nur Kritik an den Vorderungen!
>
> cu all
>
> boris
>
> "Martin Hotze" <mar...@hotze.com> schrieb im Newsbeitrag
> news:EK4N6.16$zt5...@nreader2.kpnqwest.net...
> > In article <9e13gn$onm$1...@unlisys.unlisys.net>,
> > "Peter Veith" <ve...@snafu.de> wrote:
> >
> > > Martin Hotze schrieb:
> > >
> > > > langsam wird es lächerlich ....
> > >
> > > richtig! Selbst die _Gewerkschaft_ "ver.di", aus der "cockpit"
> rechtzeitig
> > > ausgetreten ist, hetzt gegen die Streikenden, das bringe das
> "Lohngefüge"
> > > durcheinander - weil sie selbst nicht den Finger zieht!
> > >
> > > Richtig Piloten, weiter so!!!
> > > Wenn Gewerkschaften nicht die Interessen der Arbeitnehmer vorbehaltlos
> > > stützen, dann gehören die "fetten" Funktionäre wieder "an die
Schippe" -
> zum
> > > Gesellenlohn!
> > >
> >
> > gute Hintergrundinformationen finden sich hier:
> > http://www.n-tv.de/?2278012
> >
> > dort auch: </begin> Ein Copilot in seinem ersten Jahr kommt etwa auf
> > brutto 106.200 DM jährlich. Dafür muss er monatlich 78 reine Flugstunden
> > leisten. </end>

Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:39:05 AM5/19/01
to

"Guido Frey" <Guido...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B056321...@gmx.de...
> Bernd Reinecke schrieb:
> <...>
> >
> > *** Wo sind sie denn, die streikenden Piloten?? ***
> >
> > Wo sind denn die Leute, die wie bei jedem anderen Streik mit
> > Transparenten auf der Strasse oder in diesem Fall in den Auflughallen
> > stehen?
> >
> > Aber nein, die Piloten lassen ihren Streik von den Leuten am Check-In
> > austragen. Von Leuten die 10% verdienen und 2-3% mehr bekommen haben.
> > _Die_ müssen sich dann von den Passagieren beschimpfen lassen, die
> > müssen dann die Probleme ausbaden.
> >
> > Dieses Verhalten ist derartig schäbig, da fehlen mir einfach die
> > Worte.
> >
> > Bernd
>
>
> Hallo Bernd,

>
> genau dort am Check In war ich gestern mit vielen Kolleginnen und
> Kollegen, um den Passagieren und Bodenkolleginnen und -kollegen unsere
> Anliegen zu erklaeren und uns selbstverstaenlich auch ihre Ansichten
> anzuhoeren. Was uns dort jedoch empfing war eine von der Firma
> organisierte Heerschar von Bodenmitarbeitern, die pfiffen und buhten.
> Ich fuehlte mich etwas an die Mai-Demonstrationen im Sozialismus mit dem
> bestellten Volkszorn der arbeitenden Massen gegen das Kapitalistensystem
> erinnert...
>
> Da frage ich mich natuerlich, welches Verhalten hier schaebig ist?

>
> Ich persoenlich finde es schade, dass die Geschaeftsleitung es geschafft
> hat, das Bodenpersonal vor ihren Karren zu spannen.
>
> Die VC hat sich waehrend der Tarifverhandlungen von VERDI nicht
> hingestellt und hat eifersuechtig darauf gepocht, dass auf gar keinen
> Fall zuviel vom angeblichen "Gewinnkuchen" an VERDI ging.
>
> Waehrend der Tarifverhandlungen von VERDI gab es auch keine Piloten, die
> mit Pfiffen und Buhrufen auf die Streikposten der VERDI zumarschierten.
>
> Bei den Tarifverhandlungen der VERDI kam vom Catering auch niemand an
> Bord und erzaehlte den veraergerten Passagieren an Bord, warum sie jetzt
> kein Essen bekommen!
>
> Einige aeltere frueher in DAG und OETV organisiert Kollegen berichteten
> mir enttaeuscht, dass sie noch fuer einen Tarifabschluss des
> Bodenpersonals gestreikt haben, der ihnen im Prinzip Verluste (konstante
> Einmalzahlung ueber alle Lohngruppen statt am Gehalt orientierte
> Gewinnbeteiligung) einbrachte. Der gestrige Auftritt des Bodenpersonals
> schien dann wohl der Dank dafuer gewesen zu sein...

>
> Mich persoenlich hat diese gestrige Erfahrung in meiner Ueberzeugung
> bestaerkt, dass die Tarifarbeit fuer mich bei der VC in weit besseren
> Haenden ist als bei VERDI. Wenn ich mir solche Platituden wie gestern
> ansehe, frage ich mich wirklich, wo das Niveau von VERDI und der
> Geschaeftsleitung momentan liegt...
>
> Viele Gruesse,
>
> Guido
>


Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:37:27 AM5/19/01
to
Danke, Peter, danke!
:-))
PC

"Fred v. Jupiter" <zwei...@usa.net> schrieb im Newsbeitrag
news:3B05006E...@usa.net...


> Martin Hotze schrieb:
>
> >
> > langsam wird es lächerlich ....
> >
>

> Ist es IMHO schon längst.
>
> Gegen die pauschale Forderung der VC spricht, daß gut 40% der Piloten, die
> derzeit Ausgleich für die Sanierungseinbußen fordern, zum Zeitpunkt des
> Entstehens dieser Einbußen gar nicht bei Lufthansa beschäftigt waren...
>
> Gegen alle an der Sanierung Beteiligten spricht, daß scheinbar keine
> vernünftige/wirksame Vereinbarung über die Kompensation der
> Sanierungseinbußen getroffen worden ist.
>
> Bei dem derzeitigen "Pilotenmangel" muß die Frage erlaubt sein, warum die
> unzufriedenen Piloten nicht bei Arilines anheuern, die das bezahlen, was
> diese piloten derzeit fordern.
>
> Gruß, Peter.
>


Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:41:21 AM5/19/01
to

"Guido Frey" <Guido...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B056321...@gmx.de...
> Bernd Reinecke schrieb:
>
> Da frage ich mich natuerlich, welches Verhalten hier schaebig ist?
>
> Ich persoenlich finde es schade, dass die Geschaeftsleitung es geschafft
> hat, das Bodenpersonal vor ihren Karren zu spannen.

Hat sie das - die Geschäftsleitung oder ist der gesunde Menschenverstand bei
den Leuten, die näher an der Null-Linie des Girokontos leben, nicht besser
ausgeprägt?

>
> Die VC hat sich waehrend der Tarifverhandlungen von VERDI nicht
> hingestellt und hat eifersuechtig darauf gepocht, dass auf gar keinen
> Fall zuviel vom angeblichen "Gewinnkuchen" an VERDI ging.

Die Eifersucht hätte ich bei 3,5% gerne gesehen.

> Wenn ich mir solche Platituden wie gestern
> ansehe, frage ich mich wirklich, wo das Niveau von VERDI und der
> Geschaeftsleitung momentan liegt...

Und das der VC?

PC


Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 6:42:03 AM5/19/01
to

"Guido Frey" <Guido...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B05F5EA...@gmx.de...
> Karlheinz Juenemann schrieb:

>
> Hallo Karlheinz,
>
> ich bin leider selber dabei gewesen und musste mir diverse Sprueche
> anhoeren, von denen "Geben Sie Ihren gelben Ausweis zurueck..." noch
> einer der harmlosesten war.

Ist das Beleg? Glaube nicht ....


Thore Tams

unread,
May 19, 2001, 8:24:25 AM5/19/01
to
Guido Frey <Guido...@gmx.de> schrieb:

> Karlheinz Juenemann schrieb:
>> Guido...@gmx.de schreibt:
>> > Was uns dort jedoch empfing war eine von der Firma
>> >organisierte Heerschar von Bodenmitarbeitern, die pfiffen und buhten.
>>
>> Das ist ja schon eine heftige Unterstellung. Ich nehme an, Guido wird das
>> hier entsprechen belegen um sich nicht unglaubwürdig zu machen.
>>
> ich bin leider selber dabei gewesen und musste mir diverse Sprueche
> anhoeren, von denen "Geben Sie Ihren gelben Ausweis zurueck..." noch
> einer der harmlosesten war.

Ich hätte ja lieber einen Beweis für die Behauptung "von der
Firma organisiert".

Thore
--
Dieses Posting wurde optimiert für slrn bei einer Auflösung von
100*45 Zeichen und benötigt MIME-Decoding und Syntax-Highlighting.
slrn gibt es kostenlos bei <URL:http://www.slrn.org>.

Martin Hotze

unread,
May 19, 2001, 10:52:41 AM5/19/01
to
In article <3B057D4E...@gmx.de>, Guido Frey <Guido...@gmx.de>
wrote:

> Um es nochmal klarzustellen:
>
> Im Bodenbereich ist die Lohnstruktur von 1992 bis 1994 konstant
> geblieben (auch kein Inflationsausgleich).
>
> Im Cockpitbereich hat es hier Absenkungen im Bereich von ca. 40%
> gegeben.


also gab es für Piloten effektive Kürzungen im Grundgehalt und
allenfalls auch Streichung der einen oder anderen Zulage. Ist das jetzt
richtig so?

Martin Hotze

unread,
May 19, 2001, 10:54:05 AM5/19/01
to
In article <3B057D4E...@gmx.de>, Guido Frey <Guido...@gmx.de>
wrote:

> P. S.: Vielleicht sollten wir diesen Thread langsam beenden und zur
> eigentlichen Fliegerei zurueckkommen, denn sonst heisst diese Gruppe
> demnaechst de.rec.tarifvertraege...;-)


*hmmmm* wir koennten noch ueber die Lufthansa Fliegerschule und das
tolle Verhalten deren Leute drueben in Arizona reden .... *doooh*


nein, nein ... es ist halt mal gerade aktuell und wird wohl IMHO so
lange aktuell bleiben, bis es zu einer Einigung gekommen ist.

Martin Hotze

unread,
May 19, 2001, 10:57:51 AM5/19/01
to
In article <9gb0...@kruemel.dyndns.org>, t.t...@gmx.de (Thore Tams)
wrote:

> Martin Hotze <mar...@hotze.com> schrieb:
> > Pilotenmangel? indeed?
>

> Ja. Lufthansa Cargo kann mangels Crews nicht alle MD-11
> einsetzen. Lufthansa hat einige A320 verleast, weil nicht
> ausreichend Crews vorhanden sind.
>


dann sollte man vielleicht bei Bewerbungsgesprächen nicht fragen ob man
denn den Tripper hätte ... mit der Begründung, dass das bei Langstrecke
nicht so angenehm sei ....

angeblich bei Lauda so passiert (aber nicht ein Gerücht über 10 Ecken).

und so, wie sich mir die LH darstellt kann ich mir vorstellen, dass es
dort noch viel schlimmer ist.

Als Kunde ist die LH für mich OK und am oberen Leistungsbereich ... aber
die LH ist mE "aussen hui und innen pfui".

just my 2 cents,

Martin Hotze

unread,
May 19, 2001, 11:08:59 AM5/19/01
to
In article <9e5i0i$gli$05$1...@news.t-online.com>,
"Peter Claus" <Clau...@yahoo.com> wrote:

> Liebe "Führungskraft" Guido:

ich würde es sehr begrüßen, wenn du die Polemik in deinen Postings
weglassen würdest. du wanderst entlang eines "plonk".

Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 11:23:31 AM5/19/01
to

"Martin Hotze" <mar...@hotze.com> schrieb im Newsbeitrag
news:d0wN6.69$ZD5...@nreader2.kpnqwest.net...

> In article <9e5i0i$gli$05$1...@news.t-online.com>,
> "Peter Claus" <Clau...@yahoo.com> wrote:
>
> > Liebe "Führungskraft" Guido:
>
> ich würde es sehr begrüßen, wenn du die Polemik in deinen Postings
> weglassen würdest. du wanderst entlang eines "plonk".

Vermutlich kennt man bei Euch den Unterschied zwischen "Ironie" und
"Polemik" nicht.

Dem kann abgeholfen werden:

Iro'nie, I·ro'nie 0f. 19; unz.1 hinter Ernst versteckter Spott, mit dem man
das Gegenteil von dem ausdrückt, was man meint, seine wirkl. Meinung aber
durchblicken lässt;

Po'le·mik 0f. 201 wissenschaftl., meist publizistisch ausgetragener Streit;
nicht mehr ganz sachl. Angriff mit Worten [<frz. polémique, urspr.
"kriegerisch, streitbar" <grch. polemikos "den Krieg betreffend, kriegerisch
"; zu polemos "Krieg"]

Dazu ist zu sagen, daß "Polemik" selten das ist, was "Volkes Stimme"
darunter versteht.

Wenn Du wieder einmal etwas brauchst (vor dem PLONKen) versuch's mal damit:
www.wissen.de. Es gibt noch bessere, wir sollte aber langsam damit anfangen,
damit Du nicht überfordert wirst.

:-)))
PC


Martin Hotze

unread,
May 19, 2001, 11:46:33 AM5/19/01
to
In article <9e635l$8n2$07$1...@news.t-online.com>,
"Peter Claus" <Clau...@yahoo.com> wrote:

> "Martin Hotze" <mar...@hotze.com> schrieb im Newsbeitrag
> news:d0wN6.69$ZD5...@nreader2.kpnqwest.net...
> > In article <9e5i0i$gli$05$1...@news.t-online.com>,
> > "Peter Claus" <Clau...@yahoo.com> wrote:
> >
> > > Liebe "Führungskraft" Guido:
> >
> > ich würde es sehr begrüßen, wenn du die Polemik in deinen Postings
> > weglassen würdest. du wanderst entlang eines "plonk".
>
> Vermutlich kennt man bei Euch den Unterschied zwischen "Ironie" und
> "Polemik" nicht.
>
> Dem kann abgeholfen werden:
>
> Iro'nie, I·ro'nie 0f. 19; unz.1 hinter Ernst versteckter Spott, mit dem man
> das Gegenteil von dem ausdrückt, was man meint, seine wirkl. Meinung aber
> durchblicken lässt;
>
> Po'le·mik 0f. 201 wissenschaftl., meist publizistisch ausgetragener Streit;
> nicht mehr ganz sachl. Angriff mit Worten [<frz. polémique, urspr.
> "kriegerisch, streitbar" <grch. polemikos "den Krieg betreffend, kriegerisch
> "; zu polemos "Krieg"]
>
> Dazu ist zu sagen, daß "Polemik" selten das ist, was "Volkes Stimme"
> darunter versteht.
>
> Wenn Du wieder einmal etwas brauchst (vor dem PLONKen) versuch's mal damit:
> www.wissen.de. Es gibt noch bessere, wir sollte aber langsam damit anfangen,
> damit Du nicht überfordert wirst.
>
> :-)))

da hilft auch der Smiley nicht.

*plonk*

und: es bleibt bei:"nicht mehr ganz sachl. Angriff mit Worten", aber ich
lies dich ja eh nimmer, pfiat di.


vorsorglich auch noch ein x-post mit f-up nach dag.

Peter Claus

unread,
May 19, 2001, 12:36:09 PM5/19/01
to
da hilft dag nichts: IDIOT!
:-))


"Martin Hotze" <mar...@hotze.com> schrieb im Newsbeitrag

news:uzwN6.12$Rq3...@nreader1.kpnqwest.net...

Guido Frey

unread,
May 19, 2001, 3:37:25 PM5/19/01
to
Peter Claus schrieb:

Boeing 737-300/-300QC/-500

Guido


Guido Frey

unread,
May 19, 2001, 3:49:17 PM5/19/01
to
Frank Sonntag schrieb:
>
> Guido Frey wrote:
<...>
> > oder fuer teures Geld zweimotorige
> > Schulflugzeuge angeschafft, die nach misslungener Praxiserprobung nur
> > nach den Wert eines Klumpen Aluminiums haben etc. etc....)!
<...>

>
> <Provokation on>
> Was die zweimotorigen Flugzeuge angeht. Fliegt ihr wirklich so schlecht ?
> <\Provokation off>

Selbst mich haben die Dinger von ihrer Struktur her ueberlebt, also
scheint die Festigkeit an sich schon mal nicht so schlecht zu
sein...;-)). Aber im Ernst: Es macht kaum Sinn, ein Flugzeug
anzuschaffen, dass dafuer gebaut ist, damit ein Privatmensch damit max.
zwei bis drei Legs pro Tag mit einer minimalen Dauer von einer Stunde
darauf fliegt. Denn wenn dieses fuer den angesprochenen Zweck dann in
den Schulungsbetrieb kommt, wo 10-15 Landungen am Tag an der
Tagesordnung sind und dann auch noch zum Ueben im FLug staendig
Treibwerke von Vollschub auf Leerlauf gestellt werden und umgekehrt,
dann bekommst Du automatisch Triebwerksprobleme...

Dazu bedarf es noch nicht mal irgendwelcher hellseherischer
Faehigkeiten. Aber dafuer waren diese Flugzeuge in der Anschaffung sehr
guenstig....


>
> > Fuer mich persoenlich wird ein Unternehmen nicht primaer durch ein
> > geringes Lohnniveau wirtschaftlich, sondern hauptsaechlich durch eine
> > vernuenftige Organisation und Planung!
>
> Sag das mal dem Vorstand wenn ihr eure Forderungen durchbekommen habt.
>
> Gruss
> Frank

Da bin ich gerne und jederzeit zu bereit!

Viele Gruesse,

Guido


Guido Frey

unread,
May 19, 2001, 4:01:21 PM5/19/01
to
Peter Claus schrieb:

>
> da hilft dag nichts: IDIOT!
> :-))
>


Hallo Peter,

bei allem Respekt, glaube ich doch, dass wir uns in der Gruppe ruhig
einen etwas freundlicheren Umgangston leisten koennen.

Ich habe kein Problem damit, wenn Du in der Sache hart angreifst. Im
Gegenteil, ich freue mich sogar sehr darueber, aber das sollte noch
lange kein Grund sein, persoenlich zu werden.

Viele Gruesse,

Guido


Guido Frey

unread,
May 19, 2001, 4:34:33 PM5/19/01
to
Peter Claus schrieb:

>
> "Guido Frey" <Guido...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:3B04DF41...@gmx.de...
>
> > genau um diesen Punkt geht es gerade bei den Tarifverhandlungen:
> >
> > 1992 ging es der LH sehr schlecht. Deswegen wurden bei den Piloten die
> > Gehaelter recht drastisch gekuerzt. Es wurde allerdings nichts
> > vereinbart, was geschieht, wenn es der Firma wieder gut geht...
>
> Märchen Teil 1
>
> Es wurden keine bis dahin gezahlten Pilotengehälter gekürzt. Es wurden
> lediglich die Tabellen-Eingangs- und Endgehälter abgesenkt; und zwar für
> die, die noch nicht bei LH waren (Eingang) und die, die noch nicht in den
> höheren Stufen waren.

Hallo Peter,

gleichzeitig wurden die Steigerungen gestreckt und die
Ueberstundenausloesegrenze abgesenkt. Also fuer die gleiche Anzahl an
Flugstunden gab es weniger Geld.

Das ist dann laut Deiner Definition keine Kuerzung?


> Märchen Teil 2
>
> Was niemand sagt, ist daß es auch einiges an Gegenleistungen gab.
> So wurde z. B. die Südflug (Flugebetrieb der Condor B757/B767), die mit
> eigenen viel billigeren Tarifverträgen arbeitete, tutti kompletti in den LH
> Tarifvertrag integriert - und die Seniorität. Viele der damaligen Copiloten
> sind daduch um einiges schneller Kapitän geworden.


Die Aussage ist korrekt. Allerdings hat es auch diverse Kollegen
gegeben, die deswegen genau um den gleichen Betrag laenger auf ihre
Kapitaenswerdung warten mussten, da ihnen die neu hinzugekommenen
Kollegen mit hoeherer Senioritaet vorgezogen wurden. Also aenderte sich
im Ergebnis nix.
>
<...>


>
> Märchen Teil 3
>
> Klar doch. Piloten sind Führungskräfte.
> Welche Führungskraft hat eine tarifvertragliche Arbeitszeit? Welche
> Führungskraft bekommt jede Stunde über die nicht vorhandene
> tarifvertragliche Arbeitszeit hinaus extra bezahlt? Welche Führungskraft in
> größeren Unternehmen hat heute nicht das Risiko mit der variablen Vergütung?

Es gab mal einen schoenen Spruch eines Amerikaners ueber diese "Sucht",
dass sich alle auf einmal als Fuehrungskraefte titulieren wollten:

"They gave up good pilots, and received bad managers instead..."

Ich persoenlich bin weiterhin mit Leib und Seele Pilot und nicht mehr
oder weniger!

>
> Unterhalb der Vorstandsebene wird die variable Vergütung nicht oder nicht in
> vollem Umfang in die Altersversorgung eingebracht. Das gilt - soweit ich
> weiß - auch die Fühungskräfte der LH. Hier im Limburger Land wohnen einige
> von ihnen, mit denen kann man auch ganz gescheit über Führungskräfte reden.

Allerdings fliesst hier das Grundgehalt zu 100% in die Versorgung ein,
waehrend es beim Cockpit nur zu 60% versorgt wird.


>
> Führungskräfte (ich meine die richtigen, nicht die, die sich dafür halten =
> Piloten) sorgen heute selbst für's Alter vor.

s. o.

>
> Märchen Teil 4
>
> Jeder LH-Pilot (und Flugingenieur) kann heute mit 55 Jahren in den
> Vorruhestand gehen. Der Übergang wird versüßt mit einer Versorgung, die
> tutti completti von LH bezahlt wird. Sicher, die Beträge sind nicht in der
> Kapitäns-Endstufe, aber es ist viel mehr, als ein - sagen wir mal
> Abteilungsleiter in irgendeinem deutschen Großunternehmen an Basisvergütung
> erhält.

Leider bin ich im Thema Altersversorgung nicht fit. Wenn ich es aber
richtig verstanden habe, so gibt es in diesem Bereich zwei verschiedene
Systematiken:

1) Fuer aeltere Mitarbeiter wird ein Schluessel aus "LH-Staatszeiten"
angewendet. Diese sog. VBL-Versorgung beruecksichtigt aber nur 60% des
Einkommens und wird wegen der derzeitigen Beitragsfinanzierung der zu
Grunde liegenden Kassensystematik trotz einer jetzt bestehenden
Kapitaldeckung (aus dem AUskuaf aus der VBL) nach und nach abgesenkt.

2) Alle spaeter Eingestellten erwerben jedoch ueber ihr Gehalt sog.
"Rentenbausteine" die somit eine Kapitaldeckung sicherstellen.

Ich hoffe, ich habe dies jetzt korrekt ruebergebracht.

>
> Märchen Teil 5
>
> Was ich hier auch noch nicht gelesen habe: Auf das Tabellen-Grundgehalt
> eines LH-Piloten kommen nochmal zwischen 15 und 20% an sogenannter
> Schichtzulage; das Schöne ist: steuerfrei!!!

Dem Finanzamt fiel es in Zeiten ohne Computer recht schwer, bei jedem
individuell die Anteile von Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit
auszurechnen (Insbesondere bei Zeitzonenfluegen). Der hierauf
entfallende Lohnzuschlag ist bei jedem Schichtarbeiter steuerfrei. Das
ist kein Spezifikum des Cockpits. Das Finanzamt pauschaliert hier
jeweils nach der Art der Operation (von CityLine mit wenig Nachtfluegen
12,3% bis Cargo mit viel Nachtanteil 20%).

Mir persoenlich waere lieber eine individuelle Abrechnung lieber, aber
das Finanzamt will es nun mal so...


>
> >
> > Die aktuellen Tarifverhandlungen drehen sich also im elementaren Masse
> > auch um die Absicherung sicherlich auch wieder kommender wirtschaftlich
> > schwieriger Zeiten.
>
> Obermärchen: Piloten sind Führungskräfte
>
> Falls Du - Guido - LH-Pilot bist: Ein Unternehmen kann sich für
> wirtschaftlich schwierige Zeiten rüsten, bei LH zum Beispiel: junge Flotten,
> Anreizsysteme für's Personal, Reservenbildung etc etc.

Und ein Anreizsystem fuers Personal sind variable Verguetungsstrukturen,
ueber die gerade verhandelt wird.


> Das was Du "Führungskraft" hier haben willst ist ein sehr dickes Stück vom
> Kuchen in der guten Zeit, und das wird letzten Endes dazu führen, daß die
> schlechten Zeiten noch schlechter werden. Na ja - Hauptsache Ihr seid
> versorgt. Die anderen 70000 Leute im LH Konzern braucht's ja nicht.

Verzeih mir, dass ich auch mal "polemisch" antworte:
Den anderen 70000 war bislang auch das Cockpit herzlich egal...

Viele Gruesse,

Guido

P. S.: Ich moechte hier nichts abwuergen, aber vielleicht sollten wir
die Diskussion langsam zu einem Ende bringen. Ich weiss nicht, ob
derartige Spezifika den Rest der Gruppe, die sich sicherlich nicht nur
aus LH- Leuten zusammensetzt, noch interessieren...;-)


Heiko Bauer

unread,
May 19, 2001, 5:11:31 PM5/19/01
to
> Selbst mich haben die Dinger von ihrer Struktur her ueberlebt, also
> scheint die Festigkeit an sich schon mal nicht so schlecht zu
> sein...;-)). Aber im Ernst: Es macht kaum Sinn, ein Flugzeug
> anzuschaffen, dass dafuer gebaut ist, damit ein Privatmensch damit max.
> zwei bis drei Legs pro Tag mit einer minimalen Dauer von einer Stunde
> darauf fliegt. Denn wenn dieses fuer den angesprochenen Zweck dann in
> den Schulungsbetrieb kommt, wo 10-15 Landungen am Tag an der
> Tagesordnung sind und dann auch noch zum Ueben im FLug staendig
> Treibwerke von Vollschub auf Leerlauf gestellt werden und umgekehrt,
> dann bekommst Du automatisch Triebwerksprobleme...
>
> Dazu bedarf es noch nicht mal irgendwelcher hellseherischer
> Faehigkeiten. Aber dafuer waren diese Flugzeuge in der Anschaffung sehr
> guenstig....

Wenns hier um die Senecas geht frage ich mich allerdings, wie andere
Luftfahrerschulen mit diesen Dingern ganz zufrieden sein und diese seit
einigen Jahrzehnten erfolgreich zu ebensolcher Schulung einsetzen können....
Wenn man solche Flugzeuge adäquat behandelt und nicht Düse damit spielt,
halten die auch....
Wenn man allerdings unbedingt Düse spielen will, muß man wohl auch Düse
bezahlen.....


Gruß,
Heiko


Guenther Lazelsberger

unread,
May 19, 2001, 5:26:02 PM5/19/01
to
Guido Frey schrieb:

> Ich weiss nicht, ob
> derartige Spezifika den Rest der Gruppe, die sich sicherlich nicht nur
> aus LH- Leuten zusammensetzt, noch interessieren...;-)
>

Dochdoch, Deine Ausführungen sind für mich sehr interessant.

In den Medien hört man ja nur "die wollen +35%", aber von den diversen
Details erfährt man kaum etwas.

--
Grüße
Günther

Thore Tams

unread,
May 19, 2001, 5:22:25 PM5/19/01
to
Guido Frey <Guido...@gmx.de> schrieb:

> P. S.: Ich moechte hier nichts abwuergen, aber vielleicht sollten wir
> die Diskussion langsam zu einem Ende bringen. Ich weiss nicht, ob
> derartige Spezifika den Rest der Gruppe, die sich sicherlich nicht nur
> aus LH- Leuten zusammensetzt, noch interessieren...;-)

Vorschlag: Wenn du (und andere hier mitlesende) Zugriff aufs
LH-Intranet haben, könnte man die Diskussion im Webboard von WS
weiterführen.

<URL:http://lww.lht.ham.dlh.de/wf-ws-web>, dann dem Link
"Webboard" folgen.

Viele Grüße,

Thore
--
Tipps und Tricks rund um Netscape:
<URL:http://www.ufaq.org>
<URL:http://home.t-online.de/home/Peter.Dobler/netscape.htm>

Guido Frey

unread,
May 20, 2001, 3:12:51 AM5/20/01
to
Heiko Bauer schrieb:
<...>

> Wenn man allerdings unbedingt Düse spielen will, muß man wohl auch Düse
> bezahlen.....
>
> Gruß,
> Heiko

Und fuer diese Erkenntnis hat es eines laengeren und eher kostspieligen
Lernprozesses bedurft....:-(

Viele Gruesse,

Guido


Guido Frey

unread,
May 20, 2001, 3:32:26 AM5/20/01
to
Thore Tams schrieb:
<...>

>
> Vorschlag: Wenn du (und andere hier mitlesende) Zugriff aufs
> LH-Intranet haben, könnte man die Diskussion im Webboard von WS
> weiterführen.
>
> <URL:http://lww.lht.ham.dlh.de/wf-ws-web>, dann dem Link
> "Webboard" folgen.
>
> Viele Grüße,
>
> Thore

Hallo Thore,

leider haben wir als Piloten nur einen eingeschraenkten Intranet-Zugang
ueber das Crew-Remote-Access und ueber die Flugbetriebsterminals.
Offensichtlich scheint man uns von Firmen Seite vor
"pilotengefaehrdenden" Seiten schuetzen zu wollen...;-))

Aber ganz herzlichen Dank fuer die Einladung! Es haette mich schon sehr
interessiert, wie die Stimmung dort ist.

Denn gerade mit der Technik hat man ja nun des oefteren im Betrieb zu
tun. Bei den dann sich auch schon mal ergebendem Small-Talk hoerte ich
zwar oft kritische Stimmen zum Tarifgeschehen, aber mit doch sehr
vernuenftigen und wenig emotionalen Argumenten. Das gefiel mir immer
sehr gut.

Viele Gruesse,

Guido

Peter Scholz

unread,
May 19, 2001, 5:12:46 PM5/19/01
to
Guido Frey schrieb:

>Der hierauf
>entfallende Lohnzuschlag ist bei jedem Schichtarbeiter steuerfrei.

für Sonntage, Feiertage und Nachschichtzuschläge. Nicht aber für die
grundsätzliche Erschwernis

>
>Mir persoenlich waere lieber eine individuelle Abrechnung lieber, aber
>das Finanzamt will es nun mal so...

mmh, ob das das Finanzamz so will? Aber ein Schichtzuschlag in der von
Dir genannten Grössenordnung ist auf jeden Fall schon fast durch die
Nachtschichtfreibeträge abgedeckt.

btw. durch die Tatsächliche Abrechnung der Freibeträge würde sich mehr
steurfreies Einkommen erzielen lassen, allerdings wäre der
administrative Aufwand wohl deutlich höher...

Gruss

Peter

Peter Scholz

unread,
May 19, 2001, 5:16:47 PM5/19/01
to
Guido Frey schrieb:

>P. S.: Ich moechte hier nichts abwuergen, aber vielleicht sollten wir
>die Diskussion langsam zu einem Ende bringen. Ich weiss nicht, ob
>derartige Spezifika den Rest der Gruppe, die sich sicherlich nicht nur
>aus LH- Leuten zusammensetzt, noch interessieren...;-)

ich gehör nicht zur Lufthansa, ich wohne lediglich Fraport nahe,
trotzdem interessiert es mich schon. Es hilft auch ein wenig die
Positionen zu verstehen. Also bleibt mal ruhig hier und tragt das
weiterhin hier in der gewählten Form aus.

Ich persönlich weiss nicht so recht, wie ich mit Eurer Forderung
umgehen soll. Teilweise kann ich es verstehen, andererseits bin ich
etwas verwundert...

Gruss

Peter

Heiko Bauer

unread,
May 20, 2001, 11:15:58 AM5/20/01
to

Und das eigentliche imagemäßige Eigentor war die zu Zeiten der Cheyennes und
Bonanzas noch geringschätzige Herabwürdigung der anderen Schulen ob ihres
popeligen Schulungsgeräts (eben diese Senecas/Seminoles).
Als LH dann die Dinger selbst einsetzte konnte der dilettantische Rest der
Ausbildungszunft ja wohl nichts anderes als frotzeln, und das mit
Recht......

Gruß,
Heiko


Heiko Bauer

unread,
May 20, 2001, 11:15:58 AM5/20/01
to

Und das eigentliche imagemäßige Eigentor war die zu Zeiten der Cheyennes und

Guido Frey

unread,
May 20, 2001, 8:15:50 PM5/20/01
to
Peter Scholz schrieb:

>
> Guido Frey schrieb:
>
> >Der hierauf
> >entfallende Lohnzuschlag ist bei jedem Schichtarbeiter steuerfrei.
>
> für Sonntage, Feiertage und Nachschichtzuschläge. Nicht aber für die
> grundsätzliche Erschwernis

<...>


>
> btw. durch die Tatsächliche Abrechnung der Freibeträge würde sich mehr
> steurfreies Einkommen erzielen lassen, allerdings wäre der
> administrative Aufwand wohl deutlich höher...
>
> Gruss
>
> Peter

Hallo Peter,

da habe ich mich missverstaendliche ausgedrueckt. Ich meinte, dass
Nacht-, Feiertags- und Sonntagszuschlaege ueblicherweise bei allen
Schichtarbeitern steuerfrei sind. Im Cockpit werden hier jetzt nicht die
einzelnen Nacht- und Feiertagsschichten aufgedroselt, sondern es wird
einfach an der Stelle von Nachtzuschlaegen etc. die o. a. Pauschale
bezahlt.

Ob damit jetzt ein geldlicher Vorteil oder Nachteil gegenueber einer
detaillierten Abrechnung entssteht, weiss ich offen gestanden nicht. Ich
habe es bisher auch nicht nachgerechnet.

Viele Gruesse,

Guido

Robert Wittmann

unread,
May 23, 2001, 5:12:52 AM5/23/01
to
Karlheinz Juenemann wrote:

>? schreibt:
>>Wenn Gewerkschaften nicht die Interessen der Arbeitnehmer vorbehaltlos
>>stützen, dann gehören [S******hausparole gelöscht].
>
>Hört sich etwas an wie die alten Parolen der ausgebeuteten Arbeiterklasse.
>Also in diesem Zusammenhang ebenfalls lächerlich.
>

Als Ergänzung dazu dieser Artikel:

http://www.faz.de/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=uptoday/content.asp&doc={FBB9AF04-4B86-46F5-BBD1-6B333191F3B5}&rub={76B8D537-8E0E-4970-B366-37AC8DAA545F}

Hier in Kopie:
------------------------------------------------------------------------
Koffein
Die Piloten - ein Spiegel der Gesellschaft


23. Mai 2001 Ist Deutschland eine „Neidgesellschaft“, wie das
„Kursbuch“ in seiner aktuellen Ausgabe schreibt? Jeder, der sich eine
Zeitlang in einem anderen Land aufgehalten hat, weiß, dass die
Beobachtung nicht ganz falsch ist.

Es gibt Länder, in denen erfolgreiche Menschen von allen bewundert
werden: Italien ist so ein Land oder auch Amerika. Anders in
Deutschland: Hier wird jeder Erfolgreiche besonders kritisch beäugt.
Jeden Tag muss er sich die Frage gefallen lassen: Hat der das
verdient? Ist der sein Geld wert? Beide Systeme haben ihre Vor- und
Nachteile: In Italien und Amerika macht Erfolgreichsein Spass, aber
manchmal wirkt die Anbetung des Erfolges auch unkritisch. In
Deutschland weckt Erfolg offenen Neid, dafür kann sich auch keiner auf
seinen Lorbeeren ausruhen.

Heute Morgen hat die Neidgesellschaft zugeschlagen. Auf Seite eins der
„Woche“ prangt die kolossale Überschrift „Die große Gier“: Anlass ist
der Streik der Lufthansa-Piloten. Der Autor ist ein alter Bekannter.
Der Wirtschaftswissenschaftler Wilhelm Hankel. Hankel spielt in seiner
Zunft die Rolle der Kassandra. Keine Talk-Show über den Euro, wo er
nicht wortreich vor den Gefahren der neuen Währung warnt. Da Herr
Hankel jede Talk-Show beehrt, war es klar, dass er eines Tages auch in
der „Woche“ die erste Seite bekommen würde, zu deren Programm es
gehört, Leuten das Wort zu erteilen, deren Gesicht die Leute kennen.
So hat hier Ulrich Wickert (noch eine Kassandra) eine Kolumne.

Wie will uns Hankel davon überzeugen, dass die Forderungen der
Lufthansa-Piloten falsch sind? Er argumentiert neoliberal, indem er
schreibt, für die Shareholder Value sei der Gehaltspoker gar nicht
gut. Ob er sich mit diesem Begriff einen Gefallen getan hat, ist
fragwürdig. Shareholder Value ist ein Wort, dass die
Unterprivilegierten nicht gerne hören. Es hat schon manchen auf den
unteren Stufe der sozialen Leiter seinen Arbeitsplatz gekostet.

Hankel malt das Bild einer Gesellschaft, dass „Solidarität durch
Exklusivität honoriert“ und nicht mehr Knochenarbeit und Anstrengung.
Auch dieses Argument steht auf schwankendem Boden. Zum einen ist die
Frage, ob es „Knochenarbeit“ überhaupt noch gibt. Hier dürften sich
allenfalls noch Möbelpacker angesprochen fühlen. Die verrichten
wirkliche Knochenarbeit. Zum anderen hat die Gesellschaft gerade in
den letzten Jahren die Übereinkunft getroffen, dass es künftig weniger
Solidarität geben soll und dafür mehr Eigenverwantwortlichkeit.

Insofern verteidigen die Lufthansa-Piloten Interessen, die völlig in
Einklang mit den Prinzipien der Marktwirtschaft stehen. Sie machen es
nebenbei nicht anders als die Gewerkschaften, die ebenfalls nach dem
Prinzip funktionieren, auf ihre Art am längeren Hebel zu sitzen.

In Wahrheit erkennen viele Deutsche in den Lufthansa-Piloten sich
selbst. Die „aufopferungsvolle“ Krankenschwester (die Hankel in seinem
Artikel als billiges Gegenbild instrumentalisiert) und Hankels
„Knochenarbeiter“, sie wären auch gern in der Position der
Lufthansa-Piloten. Sie hätten auch gern die Gewissheit, dass sie
praktisch nicht zu ersetzen sind. Und dann würden sie auch fordern,
dass sie so viel verdienen wie die Kollegen aus anderen Ländern, denen
sie täglich begegnen. Was viele stört, ist, dass die Lufthansa-Piloten
dank ihrer seltenen Qualifikation gegenüber ihrem Arbeitgeber mächtig
sind, sie selbst aber ohnmächtig. Das Gefühl ist verständlich, die
Spielregeln ändert es nicht.

Hankel verlang Solidarität von anderen. Aber die Piloten sind so wie
unsere Gesellschaft ist. Und das wird manchem jetzt schmerzlich
bewusst.


Text: @hc

-----------------------------------------------------------------------

It is loading more messages.
0 new messages