Aus aktuellem Anlaß suche ich eine (oder mehrere) Anleitungen zum
spleißen von Stahlseilen. Irgendwie macht es jeder anders und keiner
weiß wie es denn 'richtig' geht. (Wenn es 'richtig' überhaupt gibt.)
Meine Suche im Netz war nicht erfolgreich, drum möchte ich mal fragen
wie Ihr Eure Windenstartseile nach einem Seilriß wieder spleißt. Wie
heißen die Methoden und wie funktionieren sie? Wie sind die
Erfahrungen damit?
Ich erwarte jetzt keine genauen Anleitungen, ich will es niemanden
zumuten eine Anleitung zum Spleißen zu schreiben *g. Ich wollte nur
mal so hören welche Methoden es so gibt. Falls jedoch schon fertige
Anleitungen gibt, scheut Euch nicht diese zu posten.
CU,
Lars
--
root@localhost newsmaster@localhost webmaster@localhost
Feed the SPAM-Bots!
Vote against SPAM: http://www.politik-digital.de/spam/
Lars Bamberger wrote:
>
> Hallo werte Zielgruppe!
>
> Aus aktuellem Anlaß suche ich eine (oder mehrere) Anleitungen zum
> spleißen von Stahlseilen. Irgendwie macht es jeder anders und keiner
> weiß wie es denn 'richtig' geht. (Wenn es 'richtig' überhaupt gibt.)
>
> Meine Suche im Netz war nicht erfolgreich, drum möchte ich mal fragen
> wie Ihr Eure Windenstartseile nach einem Seilriß wieder spleißt. Wie
> heißen die Methoden und wie funktionieren sie? Wie sind die
> Erfahrungen damit?
Also wir in Landau machen immer diesen Schnellspliss, i.e. ein Seilende wird
mit dem Schraubenzieher vorsichtig durchstossen und dann das andere Ende
durchgesteckt. Nach jeweils einer halben Drehung des Schraubenziehers wird
das andere Ende erneut durchgesteckt. Das ganze wird sieben mal gemacht
und auf der anderen Seite wiederholt.
ciao
Martin
Lars Bamberger schrieb:
>
> Aus aktuellem Anlaß suche ich eine (oder mehrere) Anleitungen zum
> spleißen von Stahlseilen. Irgendwie macht es jeder anders und keiner
> weiß wie es denn 'richtig' geht. (Wenn es 'richtig' überhaupt gibt.)
>
> Meine Suche im Netz war nicht erfolgreich, drum möchte ich mal fragen
> wie Ihr Eure Windenstartseile nach einem Seilriß wieder spleißt. Wie
> heißen die Methoden und wie funktionieren sie? Wie sind die
> Erfahrungen damit?
>
> Ich erwarte jetzt keine genauen Anleitungen, ich will es niemanden
> zumuten eine Anleitung zum Spleißen zu schreiben *g. Ich wollte nur
> mal so hören welche Methoden es so gibt. Falls jedoch schon fertige
> Anleitungen gibt, scheut Euch nicht diese zu posten.
>
Ja, das wäre doch einmal eine wirkliche sprachliche Herausforderung, den
Spleißvorgang in einem schönen Prosatext allgemeinverständlich zu
beschreiben.
Nein, ich werde mich an diese Aufgabe nicht ohne zwingenden Grund
heranwagen. Zumal es, wie Du richtig schreibst, mehrere Methoden gibt.
Ich glaube allerdings, daß heute überwiegend ohne Seele und nach der
Regel "über einen, unter zwei" gespleißt wird. Auf jeder Seite wird
mindestens dreimal (besser viermal) herumgespleißt, bevor bei jeder
folgenden Umdrehung zwei Kardeele herausgeschlagen werden. Blutige
Finger gibt es immer, aber wenigstens hält der Knoten garantiert, selbst
wenn ein paar Fehler eingebaut wurden.
Aber schau doch mal in das Buch:
Jacobs, Hans; Lück, Herbert: Werkstatt-Praxis für den Bau von Gleit- und
Segelflugzeugen, Edition libri rari.
In dieser hochinteressanten, unveränderten Neuauflage eines
Werkstatthandbuchs aus den Dreißigern (Preis 59 DM) ist u. a. das
Spleißen von Steuerseilen u. dgl. ausführlich an Hand beigefügter
Zeichnungen erklärt. Der Transfer zum Spleißen von Windenseilen diene
dem geneigten Leser dann als Übungsaufgabe. ;-)
Schönen Sonntag
gez. Holger
Hi,
Also: Soviel ich weiß gibt es drei Arten zu Spleißen:
1. So wie die Landauer
2. Der sogenannte Hornberg Spleiß
3. Der "keine Ahnung wie der heißt" Spleiß, den Holger mal kurz angerissen
hat.
Mal vorweg: Version 3 ist mit Sicherheit der beste von allen. Den habe ich
auch mal gelernt, aber inzwischen schon wieder vergessen, außerdem dauert er
sehr lange, produziert meistens blutige Finger, hält dafür aber bombig und
sieht schön aus...
Die Landauer Methode habe ich jetzt auch zum ersten mal gehört. Hört sich
aber auch ganz nett an. Vor allem scheint sie sehr einfach zu sein.
Hier in Karlsruhe (Akaflieg) machen wir die Spleiße so:
Die sauber abgeschnittenen Enden des gerissenen Seiles werden jeweils auf
einer Länge von einem Meter (bis einem Meter fünfzig) gleich lang in der
Form drei Kardeelen / drei Kardeelen plus die Seele aufgedreht. Die so
entstandenen vier Enden werden dann so zusammengelegt, dass die Enden
jeweils ca. 25 cm "hinten" überstehen.
------------- 3 K ------------------
-Seil 1---------------<
-------------- 3 K + 1 S -----------
------------- 3 K ------------------
(^) >---------------Seil
2----------
-------------- 3 K + 1 S -----------
(Wenn's da oben jetzt müll-mäsig aussieht, kopiert den Kram in die
Zwischenablage und schaut in Euch mit einem Editor an, der alles in Fixed
Font (z.B. Courier) darstellt...)
Man, hoffentlich versteht das hier einer... 3 K sind die 3 Kardeelen, 3 K +
1 S dementsprechend noch die eine Seele dazu....
So, jetzt hat man ja vom Seil 1 das Stück mit den 3 Kardeelen und der Seele
und vom Seil 2 das Stück dass nur die drei Kardeelen hat. Diese werden jetzt
an der mit (^) gekennzeichneten Stelle genommen und wieder zu einem Seil
verdreht.
------------- 3 K ------------------
-Seil 1---------------<
---------============== 6 K + 1 S ==---------
(^) >---------------Seil
2----------
-------------- 3 K + 1 S -----------
Sodele, noch alle klar?
Die zwei Seilstücke, die jetzt noch aus 3 Kardeelen bestehen werden jetzt so
abgeschnitten, dass sie sich nicht mehr in der Mitte berühren können:
- 3 K ------
-Seil 1---------------<
---------============== 6 K + 1 S ==---------
>---------------Seil
2----------
-----3K+1S--
Jetzt nimmt man sich die Verzweigungsstelle von Seil eins vor, packt das
Seil dort mit zwei Zangen an und dreht es ein bißchen auf, so das ein Korb
entsteht. (Die Seile haben ja eine Drehrichtung und wenn man mit zwei Zangen
im Abstand von ca. 2 cm entgegen der Drehrichtung dreht, dann müßte es
klappen)
In diesen Korb steckt man nun einen Schraubendreher derart hinein, dass auf
der einen Seite des Drehers drei Kardeelen und auf der anderen die anderen
drei Kardeelen und die Seele liegen.
Jetzt steckt man das Ende des 6k+1s Seils (die 3 überstehenden Kardeelen)
durch diesen Korb. Dann wird der Schraubendreher mit dem durchgestecktem
Seil so gedreht, dass er in das Seil 1 reinläuft und dabei die drei
Kardeelen mit reindreht. Dabei muß man darauf achten, dass die drei
Kardeelen in Drehrichtung des Schraubendrehers vor und auf dem
Schraubendreher liegen... aber am besten schaut man sich das mal mit viel
gesundem Menschenverstand an und überlegt sich wie man wohl die 3 Kardeelen
am besten in das Seil 1 reindreht, dann wird einem auch klar, wie man diese
in den Korb reinzustecken hat.
Wenn man die Kardeelen reingedreht hat und dabei auch drauf geachtet hat,
dass sie auch wirklich *rein*gedreht werden und nicht etwa außen dran lang,
wird man merken, dass entweder alle Kardeelen im Seil hängen bleiben, oder
aber ein paar rauspringen. Bei denen die rausspringen, schaut man, ob sie
irgendwann ins Seil laufen, gut, dann werden sie dort abgeschnitten, oder ob
sie sich soweit nach vorne wieder aufdrehen lassen, dass sie eigentlich gar
nichts halten. Dann werden sie einfach durch das ganze Seilpacket gesteckt
und dann abgeschnitten.
Das Ganze macht man bis kein Seil mehr übersteht, und fertig ist der
Hornberg-Spleiß...
Alles klar ?!?
Gruß
Thomas
Genau wie beim Hornberg-Spliss wird das Seil dabei in 2 Teile mit je 3 Kardelen,
bzw. bei Seil mit Seele in 3 und 4 Kardelen aufgeteilt, so dass beim Drehen des
Seils der Schraubenzieher einfach weiterrutscht und das Seil aufspaltet.
> und dann das andere Ende
> durchgesteckt. Nach jeweils einer halben Drehung des Schraubenziehers wird
> das andere Ende erneut durchgesteckt. Das ganze wird sieben mal gemacht
> und auf der anderen Seite wiederholt.
sieht dann am Ende ungefaehr so aus:
_ _ _
===/=======\===/===========\---/=\---/=\---/============
============/---\=/---\=/---\=========\=======/===\=====
anstatt der hier gezeigten 3 "Knoten" sind das dann 7 auf jeder Seite.
ciao
Martin Bahlinger
Thomas Bäro schrieb:
>
> Vorab aber noch was in eigener Sache:
> Wie kommst Du, Lars, eigentlich zum spleißen? Brauchst Du das für die
> BW-Uni, oder fliegst Du auch? (Reine Neugierde...)
Auf die verrückte Idee Stahlseile zu schleißen kommt man latürnich nur
als Segelflieger :-)
<Bissige Anmerkung>
1.) Wenn man die Idee mit den Steckbriefen besser aufgenommen hätte,
würden sich die Leute hier besser kenn und wissen, was der andere
macht.
2.) Ich HASSE es wenn man von der e-mail-addi auf die Person schließt.
Ach übrigens: Alle AOLler sind Spammer und deja-news-ler sind zu feige
ihren Realnamen zu posten. Und GMXler lesen ihre Mail nicht.
</Bissige Anmerkung>
Nix für ungut, ich bin Segelflieger und studiere z. Z. LRT hier in
München. Ich bin Fluglehrer bei der DASA-FSG in Manching, habe neben
dem PPL-C und B noch die Kunstflugberechtigung. Und wenn unser neuer
MoSe in drei Wochen kommt, auch bald CFVR *eg
CU,
Lars
Danke für die doch sehr guten Beschreibungen von Spleißen!
Meistens machen wir so einen Mischmatsch aus allen erwähnten Spleißen.
Ich werde mal nachgucken, es gibt bestimmt noch irgendwo eine DIN-Norm
für Langspleiße.
Nochmal Danke an alle, es war sehr aufschlußreich.
> <Bissige Anmerkung>
> 2.) Ich HASSE es wenn man von der e-mail-addi auf die Person schließt.
> Ach übrigens: Alle AOLler sind Spammer und deja-news-ler sind zu feige
> ihren Realnamen zu posten. Und GMXler lesen ihre Mail nicht.
> </Bissige Anmerkung>
Ach was bin ich froh, dass ich einn GMX-, AOL, und Tonnline-Account habe, da
trifft dann fast alles auf mich zu :-)
> Nix für ungut, ich bin Segelflieger und studiere z. Z. LRT hier in
> München. Ich bin Fluglehrer bei der DASA-FSG in Manching, habe neben
> dem PPL-C und B noch die Kunstflugberechtigung. Und wenn unser neuer
> MoSe in drei Wochen kommt, auch bald CFVR *eg
Wie gesagt, war nur reine Neugierde, hätte ja auch sein können, dass Du in
der Nähe von KöDorf fliegst...
Gruß
Thomas