bei einer Diskussion über das meiner Ansicht nach sinnvolle Anschnallen
an Bord kam die Frage auf, wie tief das umgangssprachliche "Luftloch"
sein kann, d.h. wie weit ein Flugzeug durch unerwartete Abwinde oder
Turbulenzen plötzlich absacken kann. Kennt jemand Zahlen?
CU Christian
--
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> bei einer Diskussion über das meiner Ansicht nach sinnvolle Anschnallen
> an Bord kam die Frage auf, wie tief das umgangssprachliche "Luftloch"
> sein kann, d.h. wie weit ein Flugzeug durch unerwartete Abwinde oder
> Turbulenzen plötzlich absacken kann. Kennt jemand Zahlen?
erfahrungsgemäß >2m, wie an die decke geklatschte passagiere hin und
wieder eindrucksvoll (sic!) bestätigen...
CU Ralf
alsooooo:
1. Bei den im Volksmund sogenannten Luftlöchern handelt es sich in
normalerweiße um Auf- und Abwinde (Siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Thermik ). Das Gefühl des Fallens,
Schwerelosigkeit etc. (also negative Beschleunigung) wird dadurch
erzeugt, wenn das Flugzeug nach unten Beschleunigt wird.
Dies ist der Fall, wenn man sich das Flugzeug gerade eben noch in einen
Bereich befunden hat, in der die Luft nicht so stark gefallen ist, als
im Moment des "Absackens". Also zum Beispiel wenn man von steigender
Luft in vertikal nicht bewegte Luft, oder von vertikal nicht bewegter
Luft in fallende Luft gelangt. Es kann auch vorkommen, dass man von
steigender Luft direkt in fallende Luft fliegt.
Es spielt also für das Anschnallen überhaupt keine Rolle, wie weit die
Abwinde nach unten reichen. Es kommt allein auf die Beschleunigung an.
Auf die Beschleunigung kann man über Geschwindigkeit der Auf-/Abwinde
schließen, bzw. wie dicht die Auf- und Abwinde nebeneinander ligen. Am
Heftigsten ist dies unter oder in Gewitterwolken (Cumulonimbus).
Grüße,
Andreas
Christian Zietz schrieb:
Die vertikalen Windgeschwindigkeiten in Gewitterwolken können 15-30 m/s
betragen.
Besonders gefährlich für die Fliegerei sind bei Gewittern die bei und
doch recht selten auftretenden "Downbursts" während des Endanflugs.
http://www.meteoschweiz.ch/web/de/lexikon/d/Downburst.html
Grüße,
Andreas
Andreas Alin schrieb:
Gefährlich für die Luftfahrt, aber bei uns ziemlich selten sind die
"Downbursts" in Gewittern während des Landeanflugs oder nach dem Start.
Downbursts sind räumlich eng begrenzte Abwinde, die sich, sobald sie auf
den Boden aufgetroffen sind in alle Himmelsrichtungen horizontal ausbreiten.
http://www.meteoschweiz.ch/web/de/lexikon/d/Downburst.html
Grüße,
Andreas
Andreas Alin schrieb:
Andreas Alin wrote on 31.01.2007 21:33:
> 1. Bei den im Volksmund sogenannten Luftlöchern handelt es sich in
> normalerweiße um Auf- und Abwinde (Siehe
> http://de.wikipedia.org/wiki/Thermik ). Das Gefühl des Fallens,
> Schwerelosigkeit etc. (also negative Beschleunigung) wird dadurch
> erzeugt, wenn das Flugzeug nach unten Beschleunigt wird.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch starke/plötzliche
Änderungen in der horizontalen Windgeschwindigkeit den gleichen
Effekt erzeugen.
Ein Beispiel: Es herrscht Gegenwind, der plötzlich abnimmt
("negative Böe", oder auch negative Windscherung genannt). Da das
Flugzeug durch seine Massenträgheit eine Weile braucht, um die alte
Relativgeschwindgikeit gegenüber der Luftmasse wieder zu erreichen,
verringert sich schlagartig der Auftrieb. Das Flugzeug fällt nach
unten. Gleiches passiert, wenn wir mit Rückenwind unterwegs sind und
dieser plötzlich zunimmt.
Den umgekehrten Fall kann man auch haben: Plötzlich zunehmender
Gegen- oder abnehmender Rückenwind. Nur erfährt das Flugzeug hierbei
einen kurzfristigen Zugewinn an Auftrieb.
Ich vermute, dass die Abwärtsbewegungen einem Passagier eher bewusst
werden. Negative Beschleunigung wird vom Körper schneller unangenehm
empfunden als positive, außerdem ruft negative Beschleunigung so
nette Effekte wie fliegende Zeitungen und Getränke etc. hervor.
Mit freundlichen Grüßen / With kind regards,
Peter Schott
--
E-Mail: peter_...@gmx.invalid (use 'net' as TLD)
> 1. Bei den im Volksmund sogenannten Luftlöchern handelt es sich in
> normalerweiße um Auf- und Abwinde
Das ist mir klar und iirc schrieb ich das auch in meinem Posting. Man
entschuldige bitte, dass ich der Prägnanz wegen im Betreff das
umgangssprachliche Wort verwendet habe - wenn auch in Anführungszeichen.
> Es spielt also für das Anschnallen überhaupt keine Rolle, wie weit die
> Abwinde nach unten reichen. Es kommt allein auf die Beschleunigung an.
Das schrieb ich zwar nicht, aber mir sehr wohl klar, dass man die
Beschleunigung fühlt und nicht die absolute Höhenänderung.
Trotzdem würde ich gerne auf meine eigentliche Frage zurückkommen: Wie
tief sinkt ein Flugzeug plötzlich durch solche Abwinde? 10m? 100m? 1000m?
> 1. Bei den im Volksmund sogenannten Luftlöchern handelt es sich in
> normalerweiße um Auf- und Abwinde
Das ist mir klar und iirc schrieb ich das auch in meinem Posting. Man
entschuldige bitte, dass ich der Prägnanz wegen im Betreff das
umgangssprachliche Wort verwendet habe - wenn auch in Anführungszeichen.
> Es spielt also für das Anschnallen überhaupt keine Rolle, wie weit die
> Abwinde nach unten reichen. Es kommt allein auf die Beschleunigung an.
Das schrieb ich zwar nicht, aber mir ist sehr wohl klar, dass man die
Beschleunigung fühlt und nicht die absolute Höhenänderung.
Trotzdem würde ich gerne auf meine eigentliche Frage zurückkommen: Wie
tief sinkt ein Flugzeug plötzlich durch solche Abwinde? 10m? 100m? 1000m?
CU Christian
Entschuldige bitte, dass ich Leuten denen dies nicht bewusst ist und
über diesen Thread stolpern, eine passende Einleitung gegeben habe.
> Das schrieb ich zwar nicht, aber mir ist sehr wohl klar, dass man die
> Beschleunigung fühlt und nicht die absolute Höhenänderung.
Wobei du zugeben musst, dass durch deine Einleitung zur Frage:
>>> bei einer Diskussion über das meiner Ansicht nach sinnvolle
>>> Anschnallen (!sic) an Bord kam die Frage auf, wie tief das
>>> umgangssprachliche > "Luftloch" sein kann [...]
durchaus suggeriert wird, dass dies nicht bekannt ist.
> Trotzdem würde ich gerne auf meine eigentliche Frage zurückkommen: Wie
> tief sinkt ein Flugzeug plötzlich durch solche Abwinde? 10m? 100m? 1000m?
Kommt drauf an, was man unter plötzlich versteht. Ein Flugzeug könnte in
so einem Abwind, falls er groß ist das Kreisen anfangen. Dann kann man
auf diesem Weg schon paar 1000 m sinken. Die meisten Abwinde gehen bis
paar Meter übern Boden. Aber gehen wir mal davon aus, dass der Pilot für
solche Spielchen keine Zeit hat: Er fliegt gerade durch und haut das Gas
rein. In dem Moment hängts einfach noch von der Steigleistung des
Flugzeugtyps, der Reaktionszeit und von der Abwindstärke ab. Ist die
Steigleistung des Flugzeugs größer als die Abwindstärke, dann kanns
theoretisch schonmal vorkommen, dass das Flugzeug schonmal 10 Sekunden
mit 10 m/s im Gewitter sinkt.
Kleinere Flugzeuge erreichen so ne Steigleistung in der Regel nicht, die
müssen halt schauen, dass sie wieder aus den Auswind rauskommen oder
klüger: garnicht erst ins Gewitter rein.
Grüße,
Andreas