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Russland stellt auf Fuss um

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Steffen B.

unread,
Nov 6, 2011, 3:07:28 PM11/6/11
to
Das kommt für mich ganz überasschend, bin wohl nicht up to date. Seid
wann redet denn man da von?

----------
Am 17.11.2011 stellen folgende Länder ihr Flightlevel System auf Fuß um
und führen gleichzeitig von FL290 bis FL410 RVSM ein:

Afghanistan, Uzbekistan, Tajikistan, Russland, Kirgistan, Kasachstan

Die Mongolei führt ebenfalls RVSM ein, allerdings nur in Metern.

Die Flugflächen sind dabei an die chinesischen (und nordkoreanischen)
angepasst.

Ab dem 17.11.2011 gelten dann für diese Länder die Regularien für RVSM,
wie sie die ICAO empfiehlt.

Wichtig: Es wird nur oberhalb des Transition Levels auf Fuß umgestellt,
darunter bleibt es zunächst einmal bei Meter, QFE.

In einem zweiten Schritt soll, in noch nicht absehbarer Zukunft,
eventuell auch unterhalb des Transition Levels auf Fuß QNH umgestellt
werden.

Nach Schätzungen fliegen in Russland heute nur noch etwa 10% Flugzeuge
älterer russischer Bauart ohne Höhenmesser in Fuß. Für diese Flüge wird
es dauerhaft Umrechnungstabellen geben und parallel Flightlevel in Fuß
und in Metern, z.B. FL290 und 8850m.

Die vertikale Staffelung beträgt dann 1000ft oder 300m. An der lateralen
Staffelung ändert sich nichts.

-----
Grüße
Steffen
----------
Antworten/ Reply: SteffenBr*****(at)gmx.de

René Schuster

unread,
Nov 7, 2011, 3:23:01 AM11/7/11
to
On 2011-11-06 23:07, Steffen B. wrote:

> Das kommt für mich ganz überasschend, bin wohl nicht up to date. Seid
> wann redet denn man da von?

Interessant. Mich überrascht es ebenfalls dass ich da noch nie über eine
Meldung gestolpert bin; Meldungen über die bevorstehende Umstellung
einiger afrikanischer Länder auf RVSM geisterten jahrelang vor der
Verwirklichung durch die einschlägigen Medien. Russland ist ja nun nicht
gerade ein kleines Land und die Aufgabe des metrischen Systems ist auch
nicht nur ein kleiner Schritt... naja, man kann halt nicht alles wissen. ;-)

> ----------
> Am 17.11.2011 stellen folgende Länder ihr Flightlevel System auf Fuß um
> und führen gleichzeitig von FL290 bis FL410 RVSM ein:

Jetzt müssen nur noch die Amis von A auf QNH umstellen, obwohl umgekehrt
eigentlich konsistenter wäre.

--
rs

Alexandros Gougousoudis

unread,
Nov 7, 2011, 5:29:07 AM11/7/11
to
Moin,

Steffen B. schrieb:

> und führen gleichzeitig von FL290 bis FL410 RVSM ein:


Was für ein Rückschritt. Metrisch ist SI, nicht diese krummen
möchtegern-Maßeinheiten. Nach der Wende wäre es ein prima Zeitpunkt
gewesen, die Luftfahrt auf das metrische System umzustellen. Aber nein,
jetzt müssen alle in diesen krummen Systemen rechnen.

Schade.

Steffen Br.

unread,
Nov 7, 2011, 12:09:37 PM11/7/11
to
Und ich bin froh das es bei Non-SI bleibt

Ganz ehrlich, ist doch Sch###-Egal in welche Höheneinheit ich mich bewege.

Wenn man ständig die Höhenmeter für irgendwelche Formeln bräuchte, OK. Oder
wenn ich nach Wanderkarten fliegen müsste.

Feet für Flughöhe ist nur mal wesentlich verbreiteter gewesen als Meter es
je war. Für den Piloten ist ja auch eine eindeutige Sache.

Feet = Höhe
Meter = Sicht
NM = Distanz

Zudem gibt es wirklich Simple Fausformeln die auch Feet und NM basieren
(OK, soetwas würde es dann sicherlich auch für Meter geben, doch wären die
dann so Charmant).

Da fand ich das US-System mit Landmeile & Feet für Flugsicht bzw RVR nicht
optimal.

Wenn Du den schon SI haben möchtest, würdest Du dann auch Meter für
Entfernung haben wollen?

Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de

Gernot Zander

unread,
Nov 7, 2011, 12:33:37 PM11/7/11
to
Hi,

in de.rec.luftfahrt Steffen Br. <I_will_NOT...@gmx.net> wrote:
> Wenn Du den schon SI haben möchtest, würdest Du dann auch Meter für
> Entfernung haben wollen?

Ja wennschon dennschon. Sonst isses Käse und führt zu neuen Fehlern.
Denn auch km/h, hpa, m/s und Liter. Und dann natürlich Flugflächen
nicht auf 8450 m sondern sowas wie 80, 83, 86, 90 93, 96...
Das rappelt zwar einmal, aber eben nur einmal.
Da wird aber der große Bruder (also der im Westen, meine ich) nicht
mitmachen. Und auf Putin hört keiner (außer Medvedev).

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
Windows95 beherrscht echtes Multitasking! Es kann gleichzeitig booten
und abstürzen! (Andreas Pick)
Message has been deleted

Dr. Oliver Brock

unread,
Nov 7, 2011, 3:21:20 PM11/7/11
to
Am 07.11.2011 18:33, schrieb Gernot Zander:
> Hi,
>
> in de.rec.luftfahrt Steffen Br.<I_will_NOT...@gmx.net> wrote:
>> Wenn Du den schon SI haben möchtest, würdest Du dann auch Meter für
>> Entfernung haben wollen?
>
> Ja wennschon dennschon. Sonst isses Käse und führt zu neuen Fehlern.
> Denn auch km/h, hpa, m/s und Liter. Und dann natürlich Flugflächen
> nicht auf 8450 m sondern sowas wie 80, 83, 86, 90 93, 96...
> Das rappelt zwar einmal, aber eben nur einmal.
> Da wird aber der große Bruder (also der im Westen, meine ich) nicht
> mitmachen. Und auf Putin hört keiner (außer Medvedev).
>
> mfg.
> Gernot
>

oha... das ist schon fast wie die Debatte über Links- und Rechtsverkehr :-).

Oliver
Message has been deleted

Alexandros Gougousoudis

unread,
Nov 7, 2011, 4:06:13 PM11/7/11
to
Hallo,

> Und ich bin froh das es bei Non-SI bleibt

Ja, Du hast schon recht. Ich will das Rad der Zeit ja nicht
zurückdrehen. Ich wollte nur prinzipiell mal anmerken, dass es schade
ist, nicht auf SI umgestellt zu haben. Darf man doch in meinem Alter mal
sagen... :-)

Ist ja klar, inzwischen ist das aus der Fliegerei nicht mehr rauszukriegen.

Inzwischen rechne ich auf der Autobahn auch meine Geschwindigkeit in Kt
um, um zu wissen wann ich theoretisch abheben könnte... :-)

> Wenn Du den schon SI haben möchtest, würdest Du dann auch Meter für
> Entfernung haben wollen?

Na klar. Die Sichten werden doch auch in Metern angegeben.. Da störts
keinen...

ciao
Alex

Steffen Br.

unread,
Nov 7, 2011, 4:11:20 PM11/7/11
to
Gernot Zander <hi...@gmx.de> wrote:

> Ja wennschon dennschon. Sonst isses Käse und führt zu neuen Fehlern.

Obwohl ich ja vermute das dieser Beitrag nicht soooo Ernst gemeint ist,
frage ich trotzdem mal.

Welche Neue Fehler?

Und welche Alten?

(USG bzw lbs benutze ich auch schon lange nicht mehr)

Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de

Steffen Br.

unread,
Nov 7, 2011, 4:47:50 PM11/7/11
to
Moin Wolfgang

Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
> wäre es schon vorteilhafter,
> sich für's metrische System zu entscheiden.

Warum?

Ehrliche Frage.

>> Feet für Flughöhe ist nur mal wesentlich verbreiteter gewesen als
>> Meter es je war. Für den Piloten ist ja auch eine eindeutige Sache.
>
> Ist es nicht so, dass in Europa (außer UK vermutlich) früher das
> metrische System verbreitet war, und erst der US-Einfluss nach dem 2.
> Weltkrieg die Füße und Meilen brachte?

Auch die Frage: na und.

>> Wenn Du den schon SI haben möchtest, würdest Du dann auch Meter für
>> Entfernung haben wollen?
>
> Sicher. Obwohl Seemeilen/Knoten wegen ihrer Ableitung aus dem Erdumfang
> generisch Sinn machen. Der Meter ist allerdings ursprünglich auch
> daraus abgeleitet, nimmt sich also nicht viel.

Nautische Meilen und dadurch Kts als Geschwindigkeit harmoniert besser mit
dem Koordinatensystem. Ist altmodisch, ich weis.

Die Ableitung aus dem ursprünglich 40000stel des Umfang der Erde ist
schon recht willkürlich, finde ich. Hätte auch eine andere Zahl sein
können, 5000stel Teil der Strecke London Paris z. B.

--
Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de

Ernst-Peter Nawothnig

unread,
Nov 7, 2011, 6:19:57 PM11/7/11
to
Am 07.11.2011 21:46, schrieb Wolfgang Schwanke:

> Aber wenn man heute neu anfangen
> würde, ohne auf vorhandene Gewohnheiten, Karten, Lufträume und
> Messgeräte Rücksicht nehmen zu müssen, wäre es schon vorteilhafter,
> sich für's metrische System zu entscheiden.

Das Nicht-System mit feet, 2 Sorten Meilen, knots, mph, psi, lbs, pints,
2 Sorten Gallonen usw. würde man bestimmt nicht aktiv neu erfinden. Ist
ja nicht logischer als Elle, Spanne, Klafter, Fuder, Scheffel.
Aber Amerika ist eben das Maß aller Luftfahrt-Dinge. Bis China auch da
übernimmt.
Ernst-Peter

Gernot Zander

unread,
Nov 7, 2011, 5:51:35 PM11/7/11
to
Hi,

in de.rec.luftfahrt Steffen Br. <I_will_NOT...@gmx.net> wrote:
> > Ja wennschon dennschon. Sonst isses Käse und führt zu neuen Fehlern.

> Obwohl ich ja vermute das dieser Beitrag nicht soooo Ernst gemeint ist,
> frage ich trotzdem mal.

Ja:-)

> Welche Neue Fehler?

Es gibt doch bestimmt irgendwelche Faustformeln für Sinkrate und
Entfernung und AGL, damit man sauber unten ankommt. Am PC mache
ich das nach Daumen, aber da müsste man sich bestimmt neu orientieren
(mit dem Risiko, was zu verwechseln). Da sind ja schon Marssonden
wegen abgestürzt. Wenn man das in Etappen umstellt, sagen wir,
2012 die Höhe, 2015 die Entfernung, 2018 die Sichtweite, 2021
die Variometer, 2024 die Runway-Längen, 2027 auf km/h... Wuah!
Jedes mal umgewöhnen...

> Und welche Alten?

:-)

> (USG bzw lbs benutze ich auch schon lange nicht mehr)

Hauptsache, der Tankerfahrer auch nicht.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
Freiheit kann man nicht essen, man möchte aber nicht auf ihren
Geschmack verzichten. (Putzfrau im Kreml)

Jürgen Exner

unread,
Nov 7, 2011, 8:31:29 PM11/7/11
to
René Schuster <rene+...@schuster.priv.at> wrote:
>Jetzt müssen nur noch die Amis von A auf QNH umstellen, obwohl umgekehrt
>eigentlich konsistenter wäre.

???

War das jetzt ironisch gemeint? Hier wird nur nach was du QNH nennst
geflogen(*).

*: ok, stimmt nur bis 18.000 Fuss, darueber nicht mehr

jue
Message has been deleted

Jürgen Marhold

unread,
Nov 7, 2011, 10:22:36 PM11/7/11
to
Wolfgang Schwanke schrieb:

Der Umrechnungsfaktor zwischen unterschiedlichen Größen ist
deswegen fast immer 1.


Man braucht sich erst gar keine besonderen
Faustregeln für Umrechnungen zu merken.

Außerdem einfach um nicht zwei Systeme für unterschiedliche
Lebensbereiche zu haben. Die Einheiten im Alltag, in Wissenschaft&
Technik und in der Luftfahrt wären die gleichen.

Die Ableitung der Seemeile aus dem Erdumfang geschieht auch mit einem
willkürlichen Faktor, welcher bekanntlich 1/360/60 ist. Die
Unterteilung des Vollwinkels in 360 Grade und der Winkelgrade in 60
Minuten (und 3600 Sekunden) leiten sich wiederum aus dem
Duodezimalsystem her,

also letzendlich aus dem Zählen mit Fingergliedern.


> Der Meter leitet sich dagegen aus einer Unterteilung des Erdumfangs mit
> im Dezimalsystem glatten Zahlen, also letztendlich aus dem Zählen mit
> Fingern. Beide sind gleich "willkürlich". Letztere ist aber in unserem
> Kulturkreis die verbreitetere und passt ins SI-System, dessen Vorteile
> schon oben stehen.


Ah Ja! Genial! Konzentriertes Wissen und Erfahrung.

Gruß, Jürgen

Carsten Thumulla

unread,
Nov 8, 2011, 1:47:32 AM11/8/11
to
Am 07.11.2011 21:46, schrieb Wolfgang Schwanke:
> Steffen Br. <I_will_NOT...@gmx.net> wrote in
>
> Wenn ein Maßsystem einmal eingeführt ist, muss der Vorteil eines
> anderen Systems schon riesengroß sein, um den enormen Aufwand der
> Umstellung zu rechtfertigen. In der Luftfahrt gäbe es mit SI-Einheiten
> vermutlich wenig praktische Vorteile, dafür enormen
> Umgewöhnungsaufwand, also lässt man's. Aber wenn man heute neu anfangen
> würde, ohne auf vorhandene Gewohnheiten, Karten, Lufträume und
> Messgeräte Rücksicht nehmen zu müssen, wäre es schon vorteilhafter,
> sich für's metrische System zu entscheiden.

So ist das! dezimales System ist schon besser. Aber nicht immer. Man
sollte eben nicht hirnlos umstellen, des Umstellens wegen.
Die vielen Mißverständnisse und Fehler, die es beim gewaltsamen
Umstellen der medizinischen Einheiten gegeben hat wurden noch nie
untersucht. Ich bin gespannt, wann mal jemand diese Büchse aufmacht. Da
sollten wir uns alle anschnallen. Das wird übel.


>> Feet für Flughöhe ist nur mal wesentlich verbreiteter gewesen als
>> Meter es je war. Für den Piloten ist ja auch eine eindeutige Sache.
>
> Ist es nicht so, dass in Europa (außer UK vermutlich) früher das
> metrische System verbreitet war, und erst der US-Einfluss nach dem 2.
> Weltkrieg die Füße und Meilen brachte?

Da die Höhenangabe nicht in Zoll erfolgt kommt der Vorteil des
metrischen Systems nicht zum tragen. An der Stelle ist es also egal.
Eine Rückänderung vom metrischen System ist natürlich nicht sinnvoll.


Carsten
--
Entlassung
http://www.toonpool.com/user/463/files/rolling-stone-interview_886235.jpg

Stefan Froehlich

unread,
Nov 8, 2011, 2:10:12 AM11/8/11
to
On Mon, 07 Nov 2011 22:47:50 Steffen Br. wrote:
> > wäre es schon vorteilhafter, sich für's metrische System zu
> > entscheiden.

> Warum?
> Ehrliche Frage.

Solange man sich nur Zahlen merkt und sie ggf. miteinander vergleicht,
ist es voellig egal.

Will man sie in Bezug zu anderen Dingen setzen oder damit rechnen (um
sich z.B. die kinetische oder potentielle Energie eines Flugzeugs
auszurechnen), kommt man ums metrische System kaum herum und darf jedes
Mal umrechnen. Piloten im Berufsalltag trifft das aber wohl weniger.

> Die Ableitung aus dem ursprünglich 40000stel des Umfang der Erde ist
> schon recht willkürlich, finde ich. Hätte auch eine andere Zahl sein
> können, 5000stel Teil der Strecke London Paris z. B.

Das 10-Millionstel (des Erdquadranten) hat man wohl auch nur deshalb als
Referenz genommen, weil es in einer sinnvollen Groessenordnung (d.h. der
typischen, menschlichen Schrittlaenge) liegt. Auch die Sekunde liegt ja
nicht ganz zufaellig nahe dem naturlichen Zaehlrhythmus.

Willkuerlich ist letztendlich aber _jede_ Definition, sonst waere sie
ja gar keine :-)

Servus,
Stefan

--
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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Happy mit Stefan, lüstern und gierig!
(Sloganizer)

Steffen Br.

unread,
Nov 8, 2011, 2:11:21 AM11/8/11
to
Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
> Steffen Br. <I_will_NOT...@gmx.net> wrote in
> Ja aus denselben Gründen, die überhaupt für's SI-System sprechen. Es
> basiert auf wenigen Basis-Einheiten, aus denen alle anderen abgeleitet
> sind. Der Umrechnungsfaktor zwischen unterschiedlichen Größen ist
> deswegen fast immer 1. Man braucht sich erst gar keine besonderen
> Faustregeln für Umrechnungen zu merken. Das Imperial-System ist im
> Vergleich dazu ziemlich krank.

> Außerdem einfach um nicht zwei Systeme für unterschiedliche
> Lebensbereiche zu haben. Die Einheiten im Alltag, in Wissenschaft &
> Technik und in der Luftfahrt wären die gleichen.

Alles richtig, aber, wovon reden wir hier

Wir reden von Feet als Höhenangabe

Wir reden von NM für Distanzen

All die anderen Dinge, da wo es wirklich interessant wird, sind doch schon
längst umgestellt oder hängen mit dem noch an dem Stand des jeweiligen
Herstellerlandes. Und da bin ich mit Dir in einem Boot, da ich auch noch
mit einen Flieger unterwegs bin, der den Hydraulikdruck in PSI und die
Ölmenge in USG anzeigt. Ich kann das Gestöhne der Ingenieure bei Inch & Co
nachvollziehen
(PSI für Hydraulik ist IMHO auch bei Airbus immer noch sehr verbreitet)

Kommen wir jetzt aber zurück zum Feet als Maßeinheit für die Flughöhe: wo
muß ich als Pilot Meter in Fuß umrechnen?
(1. Ich kann Dir, sehr seltene Beispiele nennen. 2. Wir fliegen auch nach
Karten in Feet)

Aus der Sicht des Piloten ist das Fliegen nach Fuß so schön simpel wie das
unten erwähnte zählen mit den 10 Fingern einer Hand.

Wie gesagt, ich kann den Techniker bei den Einheitenwust echt verstehen,
aber manche Dinge sind nun einfach mal ungemein praktisch.

>>>> Feet für Flughöhe ist nur mal wesentlich verbreiteter gewesen als
>>>> Meter es je war. Für den Piloten ist ja auch eine eindeutige Sache.
>>>
>>> Ist es nicht so, dass in Europa (außer UK vermutlich) früher das
>>> metrische System verbreitet war, und erst der US-Einfluss nach dem 2.
>>> Weltkrieg die Füße und Meilen brachte?
>>
>> Auch die Frage: na und.
>
> "Wesentlich verbreiteter als das metrische System _je_ war" stimmt dann
> nicht. Das trifft erst ab einem bestimmten Zeitpunkt zu.
>
>> Die Ableitung aus dem ursprünglich 40000stel des Umfang der Erde ist
>> schon recht willkürlich, finde ich. Hätte auch eine andere Zahl sein
>> können, 5000stel Teil der Strecke London Paris z. B.
>
> Die Ableitung der Seemeile aus dem Erdumfang geschieht auch mit einem
> willkürlichen Faktor, welcher bekanntlich 1/360/60 ist. Die
> Unterteilung des Vollwinkels in 360 Grade und der Winkelgrade in 60
> Minuten (und 3600 Sekunden) leiten sich wiederum aus dem
> Duodezimalsystem her, also letzendlich aus dem Zählen mit
> Fingergliedern.
>
> Der Meter leitet sich dagegen aus einer Unterteilung des Erdumfangs mit
> im Dezimalsystem glatten Zahlen, also letztendlich aus dem Zählen mit
> Fingern. Beide sind gleich "willkürlich". Letztere ist aber in unserem
> Kulturkreis die verbreitetere und passt ins SI-System, dessen Vorteile
> schon oben stehen.

Grundsätzlich richtig.

Aber wie sieht es mit dem Enduser aus. Was ist da praktikabel?

Ein Steuerkurs in RAD?

Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de

Steffen Br.

unread,
Nov 8, 2011, 2:11:21 AM11/8/11
to
Jürgen Exner <jurg...@hotmail.com> wrote:
> René Schuster
> War das jetzt ironisch gemeint? Hier wird nur nach was du QNH nennst
> geflogen(*).

Und wie wird das QNH angegeben

Inch/Hg oder hPa

Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de

Steffen Br.

unread,
Nov 8, 2011, 2:11:23 AM11/8/11
to
Moin,

Gernot Zander <hi...@gmx.de> wrote:
>> (USG bzw lbs benutze ich auch schon lange nicht mehr)
>
> Hauptsache, der Tankerfahrer auch nicht.

Selbst bei meiner alten Kiste wird schon immer nach unseren Anzeigen
getankt, sprich, ich sage dem Tanker "5.0 to" und der schaut auf unsere
Tankanzeige zum betanken. Die Gegenrechnung, sprich "wieviel Liter gab es
denn Heute" vs "sind das auch 5.0 to" machen wir dann selber

Da gibt es aber die viele kleineren Flugzeuge die dem Tanker einen
"Liter-Auftrag" geben müssen und welche dann in angelsächsischen Länder
möglicherweise auf einmal Umdenken müssen mit dem dementsprechenden
Fehlerpotential.

Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de

Steffen Br.

unread,
Nov 8, 2011, 3:14:31 AM11/8/11
to
Stefan Froehlich <Stefan...@Froehlich.Priv.at> wrote:
kinetische oder potentielle Energie eines Flugzeugs
> . Piloten im Berufsalltag trifft das aber wohl weniger.

yup, stimmt komplett


> Willkuerlich ist letztendlich aber _jede_ Definition, sonst waere sie
> ja gar keine :-)


Stimmt auch wieder

Was natürlich auch dann unterstreicht, das jeder Ableitung von dem
SI-System für Praxis und erst Recht für den Alltag sinnvoll ist.

Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de

René Schuster

unread,
Nov 8, 2011, 3:24:39 AM11/8/11
to
On 2011-11-08 04:31, Jürgen Exner wrote:

> René Schuster <rene+...@schuster.priv.at> wrote:
>> Jetzt müssen nur noch die Amis von A auf QNH umstellen, obwohl umgekehrt
>> eigentlich konsistenter wäre.
>
> ???
>
> War das jetzt ironisch gemeint? Hier wird nur nach was du QNH nennst
> geflogen(*).

Ich hatte das auf die METAR-Abkürzungen bezogen was aber eh falchs war,
weil es Q und nicht QNH heißt... Asche auf mein Haupt. Gemeint war:

"Jetzt müssen nur noch die Amis von inHg auf hPa umstellen, obwohl
umgekehrt eigentlich konsistenter wäre."

Damit meinte ich: Wenn sogar die Russen bei den Höhenangaben von SI auf
Imperial umstellen, wäre es konsistent international auch beim Luftdruck
einheitlich auf inHg umzustellen (also A2992 statt Q1013).

--
rs

René Schuster

unread,
Nov 8, 2011, 3:39:42 AM11/8/11
to
On 2011-11-08 01:51, Gernot Zander wrote:

> Es gibt doch bestimmt irgendwelche Faustformeln für Sinkrate und
> Entfernung und AGL, damit man sauber unten ankommt.

Abzubauende Fuß in Tausend * 3 = nautische Meilen

Wenn Du z.B. von 36.000ft auf 3.000ft runter musst sind das 33.000ft
Differenz, also 33 * 3 = 99. Du musst also ca. 99 NM vor dem Ziel mit
dem Sinken beginnen. Das ist aber eben nur eine Faustformel, die
optimale Sinkrate hängt, wie immer, von vielen Faktoren ab.

> Am PC mache ich das nach Daumen, aber da müsste man sich bestimmt neu
> orientieren (mit dem Risiko, was zu verwechseln).

Auf halbwegs modernen Fliegern berechnet der freundliche FMC den
optimalen Zeitpunkt um den Sinkflug einzuleiten. Da gibt es auch Add-Ons
für den FluSi.

--
rs

Uwe Klein

unread,
Nov 8, 2011, 3:37:32 AM11/8/11
to
Dr. Oliver Brock wrote:
> oha... das ist schon fast wie die Debatte über Links- und Rechtsverkehr
> :-).

Linksverkehr ist besser ( Die Briten haben in Europa die niedrigsten Unfallzahlen ;-)
Keine Ahnung wie Japan steht, die USA liegen erheblich höher als Europa.

uwe

Message has been deleted
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Volker Gringmuth

unread,
Nov 8, 2011, 5:31:46 AM11/8/11
to
Uwe Klein wrote:

>> oha... das ist schon fast wie die Debatte über Links- und Rechtsverkehr
>> :-).
>
>Linksverkehr ist besser ( Die Briten haben in Europa die niedrigsten
>Unfallzahlen ;-)

Die kleinen Kinder bringt eben doch der Klapperstorch. Seit es weniger
Störche bei uns gibt, gehen die Geburtenzahlen zurück.


vG

--
Flugfunk im UL ohne BZF:
<http://einklich.net/flugfunk/>

Steffen Br.

unread,
Nov 8, 2011, 5:49:53 AM11/8/11
to
Moin Wolfgang,

Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:

> Wenn der Passagier fragt "Wie hoch sind wir?".

Antwort: 33000 Fuss

Für die Umrechnung auf Metrisch runde ich großzügig auf maximal volle
Hunderter auf/ab, kann ich sogar ohne Taschenrechner. Der Pax merkt es
nicht.

> Wenn der Wetterbericht
> Wetter für bestimmte Höhen unterscheidet. Wenn die Höhe von
> Hindernissen oder Gebirgen von "normalen" Karten abgelesen werden soll.

Wie ich sagte, nach solchen Karten darf ich garnicht fliegen und habe auch
nicht die Veranlassung dafür.

> Du wirst einwenden, dass es dafür Flugwetterberichte und
> Luftfahrtkarten mit angepassten Maßeinheiten gibt, aber die Umrechnung
> passiert trotzdem, nur an anderer Stelle. Für den Piloten bedeutet es
> Einschränkung der nutzbaren Hilfsmittel, oder andere Nachteile.

Für welche Piloten?

> Konkretes Beispiel: Es gibt eine VFR-Karte als Konkurrenz zur
> ICAO-Karte, deren topographische Grundlage die "Generalkarte" 1:200000
> ist, worin die Höhen von Bergen usw. in Metern angegeben sind, die
> zusätzlich aufgedruckten Luftfahrthindernisse und natürlich Lufträume
> usw. in Fuß. Diese Einheitenmischung wäre vermeidbar.

Stimmt, alles in Fuss z. B.

> Weiteres Beispiel: Aus Gründen der Tradition verwenden Teile der
> Luftfahrt bis heute metrische Angaben. Segelflug m.W. durchgehend,
> Ballonflug glaub ich auch (?). Im UL-Bereich gibt es eine Mischung:
> Höhen in Fuß, aber Geschwindigkeiten werden üblicherweise in km/h
> gemessen, die Instrumente sind darauf ausgelegt. Für Flugplanaufgabe
> oder Kommunikation mit FIS muss man immer umrechnen.

Ja, was bedeutet hier Tradition. Die gleiche Tradition wie die anderen
Flieger Fuss benutzen

Wolfgang, ich weis genau was Du meinst und auch ich finde diesen Mischmasch
lästig. Nur in welche Richtung sollen wir gehen. Wo ist der größere Aufwand
mit der Umstellung vs. den Nutzen für das System.

Ich kann Dir nur sagen das ich manchmal in einem ATC Environment arbeite,
bei den ich froh bin zu wissen das die eben erhaltene Meterangabe der RVR
Wert ist und nicht eine freigegebene Höhe.

Ich finde das Beispiel von DocBroc ganz Nett: wenn wirklich der
Linksverkehr weniger Unfälle macht, wieso stellen wir dann nicht um?

Tradition, Aufwand, Unfälle durch die Umstellung weg von einem dominantem
System?

>> Aber wie sieht es mit dem Enduser aus. Was ist da praktikabel?
>>
>> Ein Steuerkurs in RAD?
>
> Ich schlage nicht vor, die Maßeinheit für Winkel zu ändern. SI ist
> meines Wissens ohnehin 360 Grad. Das Argument der Willkürlichkeit ist
> nur keins, da es für jedes Maßsystem gilt. Der Vorteil von SI ist, dass
> es besonders schlau in sich konsistent ist, und dass es im Alltag der
> meisten Länder 100% durchgesetzt ist. Ansonsten ist es genau so
> willkürlich wie jedes andere.

Und wenn wir schon bei 360 Grad bleiben, warum auch nicht bei dem selben
Winkelmaß für die Karten. Und wenn wir schon bei diesem Winkelmaß bleiben,
dann sollten wir auch bei NM bzw Knoten als Geschwindigkeit bleiben

Charmante Willkür mit Hand und Fuß (nee, welch passender Spruch ;-) )

Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de

Volker Gringmuth

unread,
Nov 8, 2011, 6:12:47 AM11/8/11
to
Wolfgang Schwanke wrote:

>> Kommen wir jetzt aber zurück zum Feet als Maßeinheit für die Flughöhe:
>> wo muß ich als Pilot Meter in Fuß umrechnen?
>
>Wenn der Passagier fragt "Wie hoch sind wir?".

Gute Frage: Was wird aus den vertrauten Flugflächen, wenn wir auf Meter
umstellen? Flugflächen nach Meter natürlich, ich nenne sie mal FLM.

Fangen wir mit den Halbkreisflughöhen an:

FL 40 (IFR West) -> FLM 12
FL 45 (VFR West) -> FLM 13(,5)
FL 50 (IFR Ost) -> FLM 15
FL 55 (VFR Ost) -> FLM 16(,5)

Das würfe das System mit odd und even bzw. -0 (IFR) und -5 (VFR) ganz schön
durcheinander.

Wir überlegen uns am besten eine komplett neue, dann engere Staffelung: IFR
nimmt die geraden FLM (12,14,16), VFR ungerade (13,15,17), und ist die
Zahl (für VFR die darunterliegende IFR-Zahl) durch 4 teilbar, ist es die
Halbkreishöhe nach Westen.

Das reduziert die Höhenstaffelung zwischen IFR/VFR auf 100 m statt bisher
500 Fuß (150 m), sorgt aber für brauchbare Zahlen. (Und es gibt ein paar
mehr Flugflächen bis FL 100, der dann FLM 30 heißt.)

René Schuster

unread,
Nov 8, 2011, 1:29:04 PM11/8/11
to
On 2011-11-08 00:47, Steffen Br. wrote:

> Die Ableitung aus dem ursprünglich 40000stel des Umfang der Erde ist
> schon recht willkürlich, finde ich.

Eine (die) Idee dahinter war, den rechten Winkel mit 100° und somit den
Vollkreis mit 400° zu definieren, sowie Bogenminuten und -sekunden in
Hundertstel zu unterteilen. Der (mittlere) Erdumfang würde somit 40.000
"neue Bogenminuten" betragen; 1 Bogenminute = 1 km.

--
rs
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Volker Gringmuth

unread,
Nov 8, 2011, 3:10:53 PM11/8/11
to
Wolfgang Schwanke wrote:

>Logisch, England hat ja das imperiale System erst erfunden.

Während andere seinerzeit bereits fortschrittlich in Landmeilen, Ellen und
Füßen rechneten, die sich von Dorf zu Dorf bereits unterschieden.

Schon klar :-)

Volker Gringmuth

unread,
Nov 8, 2011, 3:11:36 PM11/8/11
to
Wolfgang Schwanke wrote:

>In den noch-metrischen Ländern gibt es das ja:

Immer wieder dieser Bosch.


v"kennt die Werbung noch jemand?"G
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Gernot Griese

unread,
Nov 8, 2011, 3:40:44 PM11/8/11
to
Volker Gringmuth schrieb:
> Wolfgang Schwanke wrote:
>
>> Logisch, England hat ja das imperiale System erst erfunden.
>
> Während andere seinerzeit bereits fortschrittlich in Landmeilen, Ellen und
> Füßen rechneten, die sich von Dorf zu Dorf bereits unterschieden.

Frei nach Karl May: "Das Tal erstreckte sich wohl über eine Stunde weit
nach Süden und war eine knappe Meile breit. Wir durchritten das Wasser,
welches an dieser Stelle keine zwei Ellen tief war und erblickten nach
etwa 20 Schritten eine Fährte im fußhohen Gras..."

Gernot

Gerhard Hoffmann

unread,
Nov 8, 2011, 4:35:26 PM11/8/11
to
On 11/08/2011 08:11 AM, Steffen Br. wrote:
,
>> Der Meter leitet sich dagegen aus einer Unterteilung des Erdumfangs mit
>> im Dezimalsystem glatten Zahlen, also letztendlich aus dem Zählen mit
>> Fingern. Beide sind gleich "willkürlich". Letztere ist aber in unserem
>> Kulturkreis die verbreitetere und passt ins SI-System, dessen Vorteile
>> schon oben stehen.
>
> Grundsätzlich richtig.
>
> Aber wie sieht es mit dem Enduser aus. Was ist da praktikabel?
>
> Ein Steuerkurs in RAD?

Würde mich als Elektro-Ing. nicht soo sehr stören.

Aber ich habe meine Rache schon im Voraus bekommen. Ich hab' mal
zugesehen, wie ein Ami in .de sein Badezimmer mit Kacheln im
10 cm-Raster verschönern wollte. Wieviel brauchen wir für, sagen wir,
3 mal 4 Meter? Der hat die Kacheln und Trennfugen erst nach Fuß, Zoll,
halben, viertel, achtel- und sechzehntel Zoll umgerechnet...
_Die_ Erinnerung nimmt mir keiner mehr weg!


Gerhard

Steffen Br.

unread,
Nov 8, 2011, 5:23:04 PM11/8/11
to
Moin Wolfgang

Mensch, das ja richtig ans Herz zu gehen.

Na dann möchte ich auch konkret darauf antworten.

Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
> Steffen Br. <I_will_NOT...@gmx.net> wrote in
> news:881600090342440499.180502I...@news.individua
> l.de:
>
>> Moin Wolfgang,
>>
>> Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
>>
>>> Wenn der Passagier fragt "Wie hoch sind wir?".
>>
>> Antwort: 33000 Fuss
>>
>> Für die Umrechnung auf Metrisch runde ich großzügig auf maximal volle
>> Hunderter auf/ab, kann ich sogar ohne Taschenrechner. Der Pax merkt es
>> nicht.
>
> "Guck doch selber auf den Höhenmesser." "Diese Einheiten sagen mir
> nichts." "Und wie schnell sind wir?" "XYZ Knoten." "Sagt mir auch
> nichts."
>

Wir müssen hier anscheinend wirklich trennen zwischen Deiner und meiner
Welt

In Meiner Welt kommt keiner während des Fluges ins Cockpit und Flughöhe
durch drei als Meterangabe stellt i.d.R die Gäste zufrieden und hat auch
keine Konsequenzen für den Flugverlauf.

Wenn man denn diese Angaben überhaupt machen muss, da in vielen Flugzeuge
hinten die Airshow läuft.

>>> Wenn der Wetterbericht
>>> Wetter für bestimmte Höhen unterscheidet. Wenn die Höhe von
>>> Hindernissen oder Gebirgen von "normalen" Karten abgelesen werden
>>> soll.
>>
>> Wie ich sagte, nach solchen Karten darf ich garnicht fliegen und habe
>> auch nicht die Veranlassung dafür.
>
> Aber andere Leute dürfen und haben dafür Veranlassung.

Deine Welt, nicht meine, sorry

>>> Konkretes Beispiel: Es gibt eine VFR-Karte als Konkurrenz zur
>>> ICAO-Karte, deren topographische Grundlage die "Generalkarte"
>>> 1:200000 ist, worin die Höhen von Bergen usw. in Metern angegeben
>>> sind, die zusätzlich aufgedruckten Luftfahrthindernisse und natürlich
>>> Lufträume usw. in Fuß. Diese Einheitenmischung wäre vermeidbar.
>>
>> Stimmt, alles in Fuss z. B.
>
> Du hast das glaub ich nicht richtig verstanden. Das ist eine VFR-Karte,
> deren Grundlage eine konventionelle geographische Landkarte ist, welche
> so identisch an Autofahrer und Wanderer verkauft wird, folglich mit
> Höhenangaben in Metern. Die fliegerischen Merkmale (Flugplätze,
> Lufträume, Hindernisse) sind zusätzlich aufgedruckt. Es wäre für den
> Verlag nicht mit vertretbarem Aufwand machbar, in der Kartengrundlage
> die Höhenangaben aller natürlichen Erhebungen abzuändern, die bleiben
> einfach wie sie sind. Ergebnis: Eine Karte mit gemischten Einheiten.

Habe ich schon verstanden, eine genaue, aber billige Karte, weil sie auf
einer anderen Karte aufbaut. Die gemischten Angaben sind für den Piloten
zusätzlich, wo wichtig (Luftraum etc. ) eingedruckt.

Für einen IFR Piloten aber nicht wirklich verwendbar

> In einer hypothetischen Parallelwelt, wo entweder die USA seit
> Generationen das metrische System verwenden, oder wo sie es nicht
> geschafft hätten, der Luftfahrt in den meisten Teilen der Welt ihr
> Einheitensystem aufzudrücken, gäbe es das Problem nicht.

Ist es denn ein sooo ein riesiges Problem. Fuss statt Meter

Nur davon reden wir, oder?

Da wären
> sowohl Kartengrundlage wie auch Luftfahrt-Aufdruck metrisch. Dies wäre,
> zumindest was die Frage der Einheiten angeht, eine bessere Welt. :) Das
> ist alles was ich sage.

Geschmacksache.

>>> Weiteres Beispiel: Aus Gründen der Tradition verwenden Teile der
>>> Luftfahrt bis heute metrische Angaben. Segelflug m.W. durchgehend,
>>> Ballonflug glaub ich auch (?). Im UL-Bereich gibt es eine Mischung:
>>> Höhen in Fuß, aber Geschwindigkeiten werden üblicherweise in km/h
>>> gemessen, die Instrumente sind darauf ausgelegt. Für Flugplanaufgabe
>>> oder Kommunikation mit FIS muss man immer umrechnen.
>>
>> Ja, was bedeutet hier Tradition. Die gleiche Tradition wie die anderen
>> Flieger Fuss benutzen
>
> Das Nebeneinander von zwei Einheitensystemen ist einfach sehr
> unpraktisch, und die Trennungslinie verläuft nicht schön sauber an der
> Luftfahrt vorbei, sondern mitten durch sie hindurch. Keines von beiden
> hat "mehr Recht", es ist aber blöd dass es überhaupt so gekommen ist.
>
>> Wolfgang, ich weis genau was Du meinst und auch ich finde diesen
>> Mischmasch lästig. Nur in welche Richtung sollen wir gehen. Wo ist der
>> größere Aufwand mit der Umstellung vs. den Nutzen für das System.
>
> Wir können auf absehbare Zeit nichts ändern. Wenn ich die Macht hätte,
> eine Vorschrift zur großflächigen Umstellung zu erlassen, würd ich das
> nicht tun. Die Nachteile des imperialen Systems sind am Ende des Tages
> auch überschaubar und beherrschbar. Aber es sind schon Nachteile. Dass
> das Fuß/Meilen/Knoten-System Vorteile hätte, kann mir keiner erzählen.

Ich hatte es ja schon versucht, aber in Deiner Welt kennst Du halt diese
Probleme nicht.

>> Ich finde das Beispiel von DocBroc ganz Nett: wenn wirklich der
>> Linksverkehr weniger Unfälle macht, wieso stellen wir dann nicht um?
>
> Der Umstellungsaufwand würde jeden denkbaren Vorteil überwiegen.
> Außerdem stimmt es beim Linksverkehr nicht, es gibt dabei keinen
> Vorteil. Dass das SI-System dem imperialen haushoch überlegen ist,
> stimmt aber. TROTZDEM stimme ich zu, dass der Umstellungsaufwand sich
> nicht lohnen würde, aber nur deswegen. Sinnvoll ist am imperialen
> System gar nichts.

Ja, also dann doch RAD :-) als Steuerkurs.


--
Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de

Volker Gringmuth

unread,
Nov 8, 2011, 5:41:06 PM11/8/11
to
Wolfgang Schwanke wrote:

>Naja die Briten haben erst in den 1960er Jahren offiziell umgestellt,

Eiweiß. Aber der ursprüngliche Einwand klang so, als hätten sie zuvor das
imperiale System eigens erfunden, um dem metrischen den Kampf anzusagen.
Dabei war das imperiale System ein Meisterstück der Vereinheitlichung von
Maßeinheiten. Die deutschen Meilen hatten nämlich bis vor erstaunlich
kurzer Zeit noch Längen zwischen 1 und 7 Kilometern, je nach Fürstentum,
Steueraufkommen und Mondphase.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 8, 2011, 5:43:20 PM11/8/11
to
Gernot Griese wrote:

>Frei nach Karl May: "Das Tal erstreckte sich wohl über eine Stunde weit
>nach Süden und war eine knappe Meile breit. Wir durchritten das Wasser,
>welches an dieser Stelle keine zwei Ellen tief war und erblickten nach
>etwa 20 Schritten eine Fährte im fußhohen Gras..."

Die Beschreibung des Tals dürfte noch 3-4 Absätze mehr umfassen und vor
allem Schönheitsvergleiche mit vergleichbaren Niederungen im Erzgebirge,
den Rocky Mountains und den Schammar-Bergen bringen, aber ansonsten ja.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 8, 2011, 5:45:39 PM11/8/11
to
Steffen Br. wrote:

>Flughöhe durch drei als Meterangabe

Flughöhe /mal/ drei durch zehn geht leichter zu rechnen,
und der Fehler liegt bei exakt 1,6 Prozent statt 11.

Wolfgang Decker

unread,
Nov 8, 2011, 5:47:33 PM11/8/11
to
Gernot Griese <ggr...@gmx.de> schrub:

>Frei nach Karl May: "Das Tal erstreckte sich wohl über eine Stunde weit
>nach Süden und war eine knappe Meile breit. Wir durchritten das Wasser,
>welches an dieser Stelle keine zwei Ellen tief war und erblickten nach
>etwa 20 Schritten eine Fährte im fußhohen Gras..."

Da braucht man aber nur irgendwelche Tageszeitungen aufschlagen.
Da werden Längenangaben wahlweise in Banknoten, LKW oder Güterzügen
angebeben, für Raummaße gelten schon lange "Badewannen" und für
Flächenmaße halten Fußballfelder her.

lg
Wolfgang
--
Das Problem ist oft, dass die Anbieter gar nicht wissen, was sie anbieten
wollen, könnten oder sollten und die resultierende Inhaltslosigkeit dann
hinter einer bunten Fassade kaschieren. Christoph Päper in dciwam
Neu: http://www.traumrouten.com/namibia

Steffen Br.

unread,
Nov 8, 2011, 6:57:03 PM11/8/11
to
N'Abend

Gerhard Hoffmann <dk...@arcor.de> wrote:

>>
>> Ein Steuerkurs in RAD?
>
> Würde mich als Elektro-Ing. nicht soo sehr stören.

Bist Du Dir da wirklich Sicher. Wie wurden sich Frankfurt Director mit
RAD-Radarvektoren anhören

Jetzt ein Pi, dann Dreiviertel Pi?

Klingt ja was nach Zoll :-)

> Aber ich habe meine Rache schon im Voraus bekommen. Ich hab' mal
> zugesehen, wie ein Ami in .de sein Badezimmer mit Kacheln im
> 10 cm-Raster verschönern wollte. Wieviel brauchen wir für, sagen wir,
> 3 mal 4 Meter? Der hat die Kacheln und Trennfugen erst nach Fuß, Zoll,
> halben, viertel, achtel- und sechzehntel Zoll umgerechnet...
> _Die_ Erinnerung nimmt mir keiner mehr weg!

Jetzt an alle gesprochen
Ich weis das diese Gruppe Stark Ingenieurlastig (ich bin ja nur Kutscher)
ist und Ihr auch eventuell täglich auskotzt über die selbst bei uns noch
gebräuchliche angelsächsischen Einheiten. Man wäre froh wenn der ganze Kram
endlich weg wäre. Kein lästiges Umrechnen mehr, keine Fehler.

Da geh ich ja mit Euch, wirklich

Auf der anderen Seite kam ich noch nie in die Situation, wo Feet/3 = Meter
nicht ausgereicht hatte und die Zuordnung einer festen Einheit zu einer
konkreten Dimension ist ebenso bestechend einfach.

Grüße Steffen

----------------

steffenbr*****-bei-gmx.de
Message has been deleted

Gerhard Hoffmann

unread,
Nov 9, 2011, 3:30:24 AM11/9/11
to
On 11/08/2011 11:41 PM, Volker Gringmuth wrote:
,
> Eiweiß. Aber der ursprüngliche Einwand klang so, als hätten sie zuvor das
> imperiale System eigens erfunden, um dem metrischen den Kampf anzusagen.
> Dabei war das imperiale System ein Meisterstück der Vereinheitlichung von
> Maßeinheiten. Die deutschen Meilen hatten nämlich bis vor erstaunlich
> kurzer Zeit noch Längen zwischen 1 und 7 Kilometern, je nach Fürstentum,
> Steueraufkommen und Mondphase.

Das war wohl eher die Vereinheitlichung der fürstlichen
Besitzverhältnisse in England.


Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Yard :

1011 wurde das Yard von Heinrich I. als Abstand von seiner Nasenspitze
bis zur Daumenspitze seines ausgestreckten Armes festgelegt.

Da muss wohl "Daumenregel" herkommen.



und ein paar Zeilen tiefer, danit wir halbwegs on topic bleiben:

Im Bereich der Weltraumforschung wird die Vertauschung von Yard und
Meter bei der Programmierung des Mars Climate Orbiter dafür
verantwortlich gemacht, dass dieser nicht wie geplant Ende September
1999 in eine Umlaufbahn um den Mars ging, sondern in dessen Atmosphäre
verglühte.

Gruß, Gerhard

Stefan Froehlich

unread,
Nov 9, 2011, 3:38:09 AM11/9/11
to
On Tue, 08 Nov 2011 20:56:51 Wolfgang Schwanke wrote:
> > Für die Umrechnung auf Metrisch runde ich großzügig auf maximal volle
> > Hunderter auf/ab, kann ich sogar ohne Taschenrechner. Der Pax merkt es
> > nicht.

> "Guck doch selber auf den Höhenmesser." "Diese Einheiten sagen mir
> nichts."

Kann jemand, der nicht in der Lage ist, grob zwischen Fuss und Meter
umzurechnen, ueberhaupt ohne Einweisung einen Hoehenmeter ablesen?

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - weil reiche Liebe nicht schrubbt.
(Sloganizer)

Stefan Kunstmann

unread,
Nov 9, 2011, 5:53:55 AM11/9/11
to
Rolf Meyer bemerkte ganz nebenbei:

> Ich muss da mal zustimmen. Die Meter brauche ich allerhöchstens für
> die Paxansage die aber normalerweise beide Werte über die Airshow
> geliefert bekommen.Ich kann ich mir auf der NG Meter direkt anzeigen
> lassen (auf der Classic brauchten wir dazu nen vierten Höhenmesser),
> fliegen danach kann ich aber nicht, die Einstellungen bleiben in Fuss.

Oh, ich dachte Boeing hätte schon seit Ewigkeiten den Meter Switch auf dem
EFIS-MCP.
Eigentlich wollte ich das auch nur kurz unterschreiben - letztlich geht es
doch darum, was man gewohnt ist (die QWERTZ Tastatur statt ABCDEF mal als
Beispiel genommen). Plötzlich nach Metern zu fliegen, Steig- und Sinkraten
in m/min usw wäre schon enorme Umgewöhnung).
Was macht Airbus da eigentlich? Kann man sich Meter dort mit auf dem PFD
anzeigen lassen?

VG Stefan
--
Tower, request higher altitude for the next traffic circuit.
Roger. Would you prefer the circuit at 2000 or 3000 feet?
Yes.
Yes - What?
Yes, Sir.
Message has been deleted

Stefan Kunstmann

unread,
Nov 9, 2011, 6:47:44 AM11/9/11
to
Rolf Meyer bemerkte ganz nebenbei:
> Stefan Kunstmann <sk...@pilonet.de> wrote:

>>Oh, ich dachte Boeing hätte schon seit Ewigkeiten den Meter Switch auf dem
>>EFIS-MCP.

> Ja, in der NG schon. Das zeigt aber nur zusätzlich Meter an, im MCP
> kann man aber nur Fuss eindrehen und damit hat man auch die
> Fuss-Schritte und kann nicht exakt die freigegebenen Höhen benutzen
> sondern muss nach wie vor mit Umrechnungstabellen arbeiten.

Jep, das ist klar, das MCP in der 744 ändert sich auch nicht magisch,
genausowenig wie der FMC.

>>Was macht Airbus da eigentlich? Kann man sich Meter dort mit auf dem PFD
>>anzeigen lassen?

> Ich meine da ist es wesentlich direkter implementiert. Aber ich fliege
> (noch) keinen Bus.

Wäre ja mal auf deinen Erfahrungsbericht als Boeingfahrer gespannt, wenn du
das "noch" streichst. Lass mal hören, wenn's soweit ist!
Ich bekomme in der nächsten Zeit Gelegenheit, mich mit der NG mal sehr viel
näher zu befassen, sehr spannend.
VG Stefan
--
751, say altitude. Altitude! 751, say airspeed. Airspeed!
751, say cancel IFR.
Flightlevel 090, 180 knots.

Uwe Klein

unread,
Nov 9, 2011, 7:06:53 AM11/9/11
to
Gerhard Hoffmann wrote:
> Im Bereich der Weltraumforschung wird die Vertauschung von Yard und
> Meter bei der Programmierung des Mars Climate Orbiter dafür
> verantwortlich gemacht, dass dieser nicht wie geplant Ende September
> 1999 in eine Umlaufbahn um den Mars ging, sondern in dessen Atmosphäre
> verglühte.
Das war noch ein wenig involvierter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mars_Climate_Orbiter#Verlust

Man hat sich nicht verrechnet sondern einfach falsche Einheiten angenommen
in einem übergebenen Wert ( nötiger aufzubringender AntriebsImpuls für Kurskorrekturen )

Schmunzeleinheiten gibt es bei den Briten noch mehr:
CWT aka hundredweight ~= 114 lbs : 100lbs + königliche Steuer 14%

Guinea ~= 21 shilling ( 1 Shilling mehr als das Pfund Sterling
die Gentleman Währung, darfs ein wenig mehr sein. )
aber eigentlich aus der Gold/Silber Wertrelation enstanden.

Mit der Gewichtseinheit "Stone" ~= 14 lbs
bin ich auch nicht so recht klargekommen
short ton und long ton setzen dem dann das Krönchen auf.

Auch warum ungestellt wurde ist teilweise beachtenswert:

Die Tanksäulen wurden auf metrisch ( GB Gallone auf Liter ) ungestellt
als der Gallonenpreis über die 1 Pfund zu steigen drohte.
( die mechanischen Zählwerke hatten nur 10er und 1er ZählRäder )

uwe

Uwe Klein

unread,
Nov 9, 2011, 7:10:49 AM11/9/11
to
Gerhard Hoffmann wrote:
> Im Bereich der Weltraumforschung wird die Vertauschung von Yard und
> Meter bei der Programmierung des Mars Climate Orbiter dafür
> verantwortlich gemacht, dass dieser nicht wie geplant Ende September
> 1999 in eine Umlaufbahn um den Mars ging, sondern in dessen Atmosphäre
> verglühte.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 9, 2011, 7:17:51 AM11/9/11
to
Stefan Kunstmann wrote:

>Plötzlich nach Metern zu fliegen, Steig- und Sinkraten
>in m/min usw wäre schon enorme Umgewöhnung).

In m/s bitte. Ich hab eine Zeitlang ULs bei einer Segelflugschule
gechartert. Die hatten Höhenmesser in ft und Varios in m/s drin :-)

Uwe Klein

unread,
Nov 9, 2011, 7:16:26 AM11/9/11
to
Gerhard Hoffmann wrote:
> ... wie ein Ami in .de sein Badezimmer mit Kacheln im
> 10 cm-Raster verschönern wollte. Wieviel brauchen wir für, sagen wir,
> 3 mal 4 Meter? Der hat die Kacheln und Trennfugen erst nach Fuß, Zoll,
> halben, viertel, achtel- und sechzehntel Zoll umgerechnet...
> _Die_ Erinnerung nimmt mir keiner mehr weg!
>

Imperial Units for an Imperial Nation ;-)

uwe

Uwe Klein

unread,
Nov 9, 2011, 7:17:22 AM11/9/11
to
Steffen Br. wrote:
> N'Abend
>
> Gerhard Hoffmann <dk...@arcor.de> wrote:
>
>
>>>Ein Steuerkurs in RAD?
>>
>>Würde mich als Elektro-Ing. nicht soo sehr stören.
>
>
> Bist Du Dir da wirklich Sicher. Wie wurden sich Frankfurt Director mit
> RAD-Radarvektoren anhören
>
> Jetzt ein Pi, dann Dreiviertel Pi?

Gon könnten ein klein wenig sinnvoller sein?

uwe

Stefan Kunstmann

unread,
Nov 9, 2011, 7:27:55 AM11/9/11
to
Volker Gringmuth bemerkte ganz nebenbei:

> Stefan Kunstmann wrote:
>
>>Pl�tzlich nach Metern zu fliegen, Steig- und Sinkraten
>>in m/min usw w�re schon enorme Umgew�hnung).

> In m/s bitte. Ich hab eine Zeitlang ULs bei einer Segelflugschule
> gechartert. Die hatten H�henmesser in ft und Varios in m/s drin :-)

Ok, ok! Dann wird die Landung aber ein klein wenig h�rter, wenn ich mit
statt 250 ft/min mit 250 m/s aufsetze ;-) Zum Gl�ck merken die Passagiere
davon dann aber nur gaaanz kurz was.

SCNR Stefan
--
Flying Rules, today: 20 - Always try to keep the number of landings you
make greater or equal to the number of take offs you've made.

Stefan

unread,
Nov 9, 2011, 9:21:28 AM11/9/11
to
Am 07.11.11 22:47, schrieb Steffen Br.:
> Die Ableitung aus dem ursprünglich 40000stel des Umfang der Erde ist
> schon recht willkürlich, finde ich.

Die richtige Definition klingt deutlich weniger willkürlich: Ein Meter
ist der zehnmillionste Teil des *Erdquadranten*. (Wegen der damaligen
technischen Möglichkeiten ist der Meter aber um etwa 0.2 Promille zu
kurz geraten.)

Umgekehrt ist es doch ziemlich gewagt, der völlig unregelmässigen
Oberfläche einer Kartoffel ein sphärisches Koordinatensystem von 360
Grad aufzudrücken und das dann "natürlich" zu nennen.

Stefan

unread,
Nov 9, 2011, 9:37:25 AM11/9/11
to
Am 08.11.11 23:43, schrieb Volker Gringmuth:
> Gernot Griese wrote:

>> Frei nach Karl May: "Das Tal erstreckte sich wohl über eine Stunde weit

> Die Beschreibung des Tals dürfte noch 3-4 Absätze mehr umfassen

Du wolltest wohl schreiben: 3-4 *Seiten* mehr. Und mit solchem Schmarren
habe ich Idiot meine Jugendzeit vertrottelt...

Gernot Zander

unread,
Nov 9, 2011, 9:28:53 AM11/9/11
to
Hi,

in de.rec.luftfahrt Wolfgang Decker <wode_mu...@yahoo.de> wrote:
> Da braucht man aber nur irgendwelche Tageszeitungen aufschlagen.
> Da werden Längenangaben wahlweise in Banknoten, LKW oder Güterzügen
> angebeben, für Raummaße gelten schon lange "Badewannen" und für
> Flächenmaße halten Fußballfelder her.

Un die Stromspannung betrug 2 Megawatt pro Tag. Sowviel, wie
23345 Haushalte zwischen 15.30 und 16.12 Uhr verbrauchen.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
Treffen sich zwei Token im Ring. (Stephan Engelke)

Stefan

unread,
Nov 9, 2011, 9:47:57 AM11/9/11
to
Am 08.11.11 03:12, schrieb Wolfgang Schwanke:
> Minuten (und 3600 Sekunden) leiten sich wiederum aus dem
> Duodezimalsystem her, also letzendlich aus dem Zählen mit
> Fingergliedern.

Da muss ich doch vehement widersprechen: Das Duodezimalsystem ist
mathematisch gesehen viel vernünftiger als das Dezimalsystem. Eine
Umstellung wäre sehr zu befürworten, aber leider spricht auch hier die
Macht der Gewohnheit, und mittlerweile auch die der Sprache, dagegen.
Die Sumerer hatten das seinerzeit richtig gemacht, aber die Inder waren
zu blöd dafür und stellten auf das unsinnige Dezimalsystem um, nur damit
sie nach den Fingern zählen konnten.

Carsten Thumulla

unread,
Nov 9, 2011, 9:55:08 AM11/9/11
to
Am 09.11.2011 15:28, schrieb Gernot Zander:
>
> Un die Stromspannung betrug 2 Megawatt pro Tag. Sowviel, wie
> 23345 Haushalte zwischen 15.30 und 16.12 Uhr verbrauchen.

Dafür kommst Du in die Suppe, ääääh Sig.


ct

René Schuster

unread,
Nov 9, 2011, 12:46:33 PM11/9/11
to
On 2011-11-09 17:21, Stefan wrote:

> Umgekehrt ist es doch ziemlich gewagt, der völlig unregelmässigen
> Oberfläche einer Kartoffel ein sphärisches Koordinatensystem von 360
> Grad aufzudrücken und das dann "natürlich" zu nennen.

Wieso? Die Beschaffenheit der Oberfläche hat doch keinen Einfluss auf
das Koordinatensystem. Besonders in der Luft stört die
Oberflächenbeschaffenheit überhaupt nicht. Oder welche Alternative
schwebt Dir da vor?

--
rs

Steffen B.

unread,
Nov 9, 2011, 12:58:11 PM11/9/11
to
Uwe Klein <u...@klein-habertwedt.de> wrote:

> > Jetzt ein Pi, dann Dreiviertel Pi?
>
> Gon könnten ein klein wenig sinnvoller sein?

Oder wir bleiben einfach bei Grad :-)

Grüße
Steffen
----------
Antworten/ Reply: SteffenBr*****(at)gmx.de

Gernot Zander

unread,
Nov 9, 2011, 1:29:35 PM11/9/11
to
Hi,

in de.rec.luftfahrt René Schuster <rene+...@schuster.priv.at> wrote:
> On 2011-11-09 17:21, Stefan wrote:

> > Umgekehrt ist es doch ziemlich gewagt, der völlig unregelmässigen
> > Oberfläche einer Kartoffel ein sphärisches Koordinatensystem von 360
> > Grad aufzudrücken und das dann "natürlich" zu nennen.

> Wieso? Die Beschaffenheit der Oberfläche hat doch keinen Einfluss auf
> das Koordinatensystem.

Neinein, aber die Unklarheit darüber, was denn nun der Mittelpunkt
sein soll, schon.
Und soweit ich weiß gibt es mehrere (WGS84, ETRS89, Bessel-irgendwas,
Gauss-Krüger). Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Geodätisches_Datum
Die Ösis z.B. berechnen den Mittelpunkt wegen der Alpen anders, wenn
ich das da richtig verstehe.
"Dieses Datum des österreichischen Bundesmeldenetzes bezieht sich auf
ein Bessel-Ellipsoid, das in X-, Y-, Z-Richtung um 596, 87 und 473 Meter
verschoben ist."
Wuah! Und 596 m neben der Piste möchte man nicht landen (es sei denn,
da ist bereits der nächste Airport).

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
"Multimedia ist die neue, allgemeine Bezeichnung fuer Elektrogeraete."
(Kristian Koehntopp)

Martin Hoffmann

unread,
Nov 9, 2011, 1:44:11 PM11/9/11
to
Wobei es dann heute sinnvoller wäre, gleich auf das Hexadezimalsystem
umzustellen.

Gruss,
Martin
Message has been deleted

Stefan Froehlich

unread,
Nov 9, 2011, 3:08:21 PM11/9/11
to
On Wed, 09 Nov 2011 20:37:13 Wolfgang Schwanke wrote:
> > Das Duodezimalsystem ist mathematisch gesehen viel vernünftiger
> > als das Dezimalsystem.

> Wieso?

Mathematisch gesehen ist es natuerlich vollkommen egal. Aus praktischer
Sicht waere das Duodezimalsystem einfacher (fuer die Anwender beim
Rechnen), da 10 durch 2, 3, 4 und 6 geteilt werden koennte, anstatt
lediglich durch 2 und 5.

Servus,
Stefan

--
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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan. Rank und schlank!
(Sloganizer)

Tim Landscheidt

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Nov 9, 2011, 8:12:13 PM11/9/11
to
Stefan...@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) wrote:

>> > Das Duodezimalsystem ist mathematisch gesehen viel vernünftiger
>> > als das Dezimalsystem.

>> Wieso?

> Mathematisch gesehen ist es natuerlich vollkommen egal. Aus praktischer
> Sicht waere das Duodezimalsystem einfacher (fuer die Anwender beim
> Rechnen), da 10 durch 2, 3, 4 und 6 geteilt werden koennte, anstatt
> lediglich durch 2 und 5.

Unter dem Gesichtspunkt dürfte das Binärsystem nicht zu
schlagen sein.

Tim

Stefan Lörchner

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Nov 9, 2011, 8:26:45 PM11/9/11
to
>> In m/s bitte. Ich hab eine Zeitlang ULs bei einer Segelflugschule
>> gechartert. Die hatten Höhenmesser in ft und Varios in m/s drin :-)
>
>Ok, ok! Dann wird die Landung aber ein klein wenig härter, wenn ich mit
>statt 250 ft/min mit 250 m/s aufsetze ;-) Zum Glück merken die Passagiere
>davon dann aber nur gaaanz kurz was.

Der Umrechnungsfaktor von m/s auf Füße pro minute ist ziemlich exakt
200.

1 m/s sind fast 200 ft/min.

Habe mir das mal umgerechnet, weil ich eben mit m/s vom Segelflug was
anfangen kann, mit dem altertümlichen Schrott aber halt nix. Leider
komme ich da nun auch nicht drumrum. Was bin ich froh, dass wenigstens
die Temperaturen meist °C sind außer bei ganz alten Kübeln.

René Schuster

unread,
Nov 10, 2011, 1:08:18 AM11/10/11
to
On 2011-11-09 21:29, Gernot Zander wrote:

> Neinein, aber die Unklarheit darüber, was denn nun der Mittelpunkt
> sein soll, schon.

ACK, aber das liegt nicht am Prinzip des "sphärischen Koordinatensystems
von 360 Grad", sondern an Konventionen. Aber wie sähe die Alternative
aus? Wo wäre der Mittelpunkt eines "natürlichen" Koordinatensystems und
warum?

> Und soweit ich weiß gibt es mehrere (WGS84, ETRS89, Bessel-irgendwas,
> Gauss-Krüger).

Ja, da muss man sich natürlich auf ein Datum einigen, genau so wie bei
den Höhenangaben.

--
rs

Stefan Kunstmann

unread,
Nov 10, 2011, 4:09:17 AM11/10/11
to
Stefan Lörchner bemerkte ganz nebenbei:

>>> In m/s bitte. Ich hab eine Zeitlang ULs bei einer Segelflugschule
>>> gechartert. Die hatten Höhenmesser in ft und Varios in m/s drin :-)

>>Ok, ok! Dann wird die Landung aber ein klein wenig härter, wenn ich mit
>>statt 250 ft/min mit 250 m/s aufsetze ;-) Zum Glück merken die Passagiere
>>davon dann aber nur gaaanz kurz was.

> Der Umrechnungsfaktor von m/s auf Füße pro minute ist ziemlich exakt
> 200.

Ähm, danke - meine Basiskenntnisse in Mathematik hatten mich dazu nicht
befähigt, das auszurechnen...

Wenn ich mit SCNR unterschreibe würde ich dringend raten, den
Sarkasmusdetektor jederzeit parat zu haben.

Nix für ungut,
Stefan
--
Aircraft on final, go around, go around. Your gear is up!
Say again, there is a horn making too much noise!

Falk Willberg

unread,
Nov 10, 2011, 4:16:12 AM11/10/11
to
Am 09.11.2011 18:58, schrieb Steffen B.:
> Uwe Klein <u...@klein-habertwedt.de> wrote:
>
>>> Jetzt ein Pi, dann Dreiviertel Pi?
>>
>> Gon könnten ein klein wenig sinnvoller sein?
>
> Oder wir bleiben einfach bei Grad :-)

Wie langweilig. Für die, die behaupten 3/8" 12/5" oder 1/2oz. Dicke¹
etc. wären einfacher als mm, sollten 3/18pi doch kein Problem sein ;-)

Falk
¹) Wenn man 1/2 Unze² Kupfer auf einem Quadratfuß verteilt, ist die
Schicht 0.7 mils stark, wie man gleich sieht...
²) Welche Unze gemeint ist, weiß vielleicht Wikipedia

Stefan Froehlich

unread,
Nov 10, 2011, 4:58:47 AM11/10/11
to
On Thu, 10 Nov 2011 10:16:12 Falk Willberg wrote:
> ¹) Wenn man 1/2 Unze² Kupfer auf einem Quadratfuß verteilt, ist die
> Schicht 0.7 mils stark, wie man gleich sieht...

Hm. Ich habe zwar Quadratfuesse, aber auf _die_ Idee wuerde ich
freiwillig im Leben nicht kommen.

SCNR,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Käsen im Rausch des Kaufens - Stefan!
(Sloganizer)
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Stefan

unread,
Nov 10, 2011, 6:30:11 AM11/10/11
to
Am 10.11.11 02:12, schrieb Tim Landscheidt:
>> Aus praktischer
>> Sicht waere das Duodezimalsystem einfacher (fuer die Anwender beim
>> Rechnen), da 10 durch 2, 3, 4 und 6 geteilt werden koennte, anstatt
>> lediglich durch 2 und 5.
>
> Unter dem Gesichtspunkt dürfte das Binärsystem nicht zu
> schlagen sein.

Falsch.

Stefan

unread,
Nov 10, 2011, 6:35:27 AM11/10/11
to
Am 09.11.11 18:46, schrieb René Schuster:
Es ging mir nicht um Alternativen, sondern es ging mir darum, der immer
wieder geäusserten Auffassung zu widersprechen, die Nautische Meile wäre
so etwas wie eine "natürliche Einheit". Sie ist genau so wie die meisten
anderen Einheiten eine reine Konvention und ist keinen Deut
"natürlicher" oder praktischer als der Meter bzw. Kilometer.
Message has been deleted

Stefan

unread,
Nov 10, 2011, 7:28:35 AM11/10/11
to
Am 10.11.11 13:07, schrieb Rolf Meyer:
> Och, wir rechnen den Verbrauch und das Tanken in Kilogramm, das ist eh
> viel eingängiger da das Volumen über den Energiegehalt nichts sagt,
> das Gewicht (oder die Masse) aber schon.

Da Volumen und Masse über die Dichte zusammenhängen, welche für eine
Flüssigkeit in sehr guter Näherung konstant ist, ist das Hans was Heiri,
wie wir in der Schweiz sagen.
Message has been deleted

Gernot Griese

unread,
Nov 10, 2011, 8:26:31 AM11/10/11
to
Stefan schrieb:
Wie hat man denn bei euch in den letzten 200 Jahren die Temperatur gemessen?

Gernot

Stefan

unread,
Nov 10, 2011, 8:32:04 AM11/10/11
to
Am 10.11.11 13:46, schrieb Rolf Meyer:
> Nein, ist es nicht. Das macht schon mal einige hundert Kilo
> Unterschied aus was bei verschiedenen Temperaturen in den Tank passt.
> Die Dichte ist halt bei Sprit stark Temperaturabhängig und nicht
> konstant.

Du hast natürlich recht, das war ein unüberlegter Schnellschuss. Wenn
ich daran denke, dass ich mal meiner Freundin erklärt habe, wieso sie im
Sommer das Auto nicht randvoll tanken soll...

Volker Gringmuth

unread,
Nov 10, 2011, 9:55:20 AM11/10/11
to
Gernot Zander wrote:

>Un die Stromspannung betrug 2 Megawatt pro Tag.

Neinnein, das ist die Energie, die erzeugt wird (der 1. Hauptsatz der
Thermodynamik ist ja schon schlafen gegangen). Die Stromspannung beträgt
immer noch 50 Hz.


vG

--
Flugfunk im UL ohne BZF:
<http://einklich.net/flugfunk/>

Volker Gringmuth

unread,
Nov 10, 2011, 10:00:05 AM11/10/11
to
Stefan Froehlich wrote:

>Mathematisch gesehen ist es natuerlich vollkommen egal. Aus praktischer
>Sicht waere das Duodezimalsystem einfacher (fuer die Anwender beim
>Rechnen), da 10 durch 2, 3, 4 und 6 geteilt werden koennte, anstatt
>lediglich durch 2 und 5.

Dafür wäre 15 eine Primzahl und 101 keine. Nenee, dat geit nich.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 10, 2011, 10:07:27 AM11/10/11
to
Stefan wrote:

>wieso sie im Sommer das Auto nicht randvoll tanken soll...

s/im Sommer//

Auch im Winter kann durch die Entlüftung schnell was rausschwappen, je nach
Straßenzustand und/oder Fahrstil.

Back-to-topic: Ich kenn da ein UL, wenn man da die Flächentanks vollmacht
und sich anschließend über das nicht übertrieben ebene Rollfeld bewegt,
läuft es unten wie aus Hähnen raus.

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 10, 2011, 10:31:50 AM11/10/11
to
Am Thu, 10 Nov 2011 16:07:27 +0100 schrieb Volker Gringmuth:

> Stefan wrote:
>
>>wieso sie im Sommer das Auto nicht randvoll tanken soll...
>
> s/im Sommer//
>
> Auch im Winter kann durch die Entlüftung schnell was rausschwappen, je nach
> Straßenzustand und/oder Fahrstil.

Wobei das während der Fahrt ja nicht so schlimm ist (okay, ist böse für die
Umwelt und im Falle von Diesel rutschig z.B. für Motorradfahrer) wie beim
geparkten Auto. Vor rund 30 Jahren hatte meine Mutter das mal bei einem
Fiat - randvoll getankt und in der Sonne geparkt. Der Wagen stand dann in
einem See aus Sprit. Ist aber auch nichts weiter passiert (keine
Explosionen, auch kein Feuerwehreinsatz).

> Back-to-topic: Ich kenn da ein UL, wenn man da die Flächentanks vollmacht
> und sich anschließend über das nicht übertrieben ebene Rollfeld bewegt,
> läuft es unten wie aus Hähnen raus.

Wie praktisch, denn kann man dann als Agrarflugzeug umrubeln ;-)

SCNR,

Frank

Volker Gringmuth

unread,
Nov 10, 2011, 11:05:05 AM11/10/11
to
Frank Hucklenbroich wrote:

>und im Falle von Diesel rutschig z.B. für Motorradfahrer)

Motor- und andere Radfahrer.
Message has been deleted

Dietrich Clauss

unread,
Nov 10, 2011, 12:29:56 PM11/10/11
to
Ernst-Peter Nawothnig <e.p.na...@t-online.de> wrote:
> Am 07.11.2011 21:46, schrieb Wolfgang Schwanke:
>
>> Aber wenn man heute neu anfangen
>> würde, ohne auf vorhandene Gewohnheiten, Karten, Lufträume und
>> Messgeräte Rücksicht nehmen zu müssen, wäre es schon vorteilhafter,
>> sich für's metrische System zu entscheiden.
>
> Das Nicht-System mit feet, 2 Sorten Meilen, knots, mph, psi, lbs, pints,
> 2 Sorten Gallonen usw. würde man bestimmt nicht aktiv neu erfinden. Ist

Glaub ich nicht.

Gut, sicher nicht _dieses_ System, aber man würde ein anderes
"unlogisches Nichtsystem" erfinden. Die Einheiten sind aus der Praxis
entstanden, alle irgendwann mal, und sie würden das wieder tun. Das
geht damit los, daß der Staplerfahrer in Sack und Paletten rechnet und
nicht in Kilogramm. Früher gab es keine Europaletten, dafür
Zentnersäcke (soviel Getreide kann man bequem auf dem Rücken tragen)
oder eben Scheffel.

Was dabei rauskommt, wenn man das metrische System mit Gewalt
durchzudrücken versucht, sieht man aktuell z.B. im Computerhandel. Eine
3.5"-Festplatte darf nicht mehr so heißen, sondern es müssen 8.89cm
sein. Dabei ist das kein reales Maß, sondern ein Formfaktor, quasi ein
Name für diese Baugröße. Niemand muß dort jemals Zoll in Zentimeter
umrechnen. Es entsteht nur aus einem griffigen ein bescheuerter Name.
Das wird auch dann nicht besser, wenn man sich evtl. umgewöhnt hat. Es
ist einfach nur verordneter Unsinn.

Solcher Humbug wird hoffentlich bald rückgängig gemacht. Irgendwie kann
ich die Leute von http://www.metricmartyrs.co.uk/ sehr gut verstehen.

Gruß,
- Dietrich

René Schuster

unread,
Nov 10, 2011, 1:07:10 PM11/10/11
to
On 2011-11-10 13:52, Klaus Ethgen wrote:

> Ich bin gerade dabei, die Fliegerei zu lernen und ich muß immer wieder
> von diesen Füßen in Meter umrechnen um mir überhaupt was vernünftiges
> darunter vorstellen zu können.

Hmm, das Problem hatte ich eigentlich nicht, da ich mir unter 2300 m
Höhe gleich wenig vorstellen kann wie unter 7500 ft, also zumindest
nichts, was mir irgendwie weiterhelfen würde. ;-)

>> Wenn man ständig die Höhenmeter für irgendwelche Formeln bräuchte, OK. Oder
>> wenn ich nach Wanderkarten fliegen müsste.
>
> Also Fuß -> Meter -> Rechnen -> Fuß nennst Du keinen Aufwand?

Wer fliegt denn nach Wanderkarten die so eine Umrechnung erforderlich
machen würden?

> Gut, dann nenne mir mal, wie Du Füße in Nautische Meilen umrechnest.

Im Kopf: Fuß in 1000 dividiert durch 6.

Z.B.: 30.000 ft = 30 / 6 = 5 NM.

> Für mich geht daß etwa so: Fuß -> Meter -> / 1852. Direkt ist das,
> laß mich nachrechnen, /6076,1155, also wo bitte ist das sinnvoll?

Aber wann genau braucht man das?

> Und auch fuß -> Statutemeilen ist eine absolut krumme Zahl.

Und wann braucht man das?

--
rs

René Schuster

unread,
Nov 10, 2011, 12:42:47 PM11/10/11
to
On 2011-11-10 14:35, Stefan wrote:

> Es ging mir nicht um Alternativen, sondern es ging mir darum, der immer
> wieder geäusserten Auffassung zu widersprechen, die Nautische Meile wäre
> so etwas wie eine "natürliche Einheit".

Ach so, verstehe.

> Sie ist genau so wie die meisten anderen Einheiten eine reine
> Konvention und ist keinen Deut "natürlicher" oder praktischer als der
> Meter bzw. Kilometer.

"Natürlicher" im Wortsinn ist sie natürlich nicht, praktischer jedoch
schon, da eine Bogenminute am Großkreis 1 NM entspricht. Die
Unterteilung des Vollkreises in 360° ist natürlich künstlich, jedoch so
alt (wie alt eigentlich?) und allgegenwärtig, dass sie fast als
natürlich betrachtet werden kann.

--
rs
Message has been deleted

Hans-Joachim Zierke

unread,
Nov 10, 2011, 1:31:05 PM11/10/11
to

Dietrich Clauss schrieb:

> Was dabei rauskommt, wenn man das metrische System mit Gewalt
> durchzudrücken versucht, sieht man aktuell z.B. im Computerhandel. Eine
> 3.5"-Festplatte darf nicht mehr so heißen, sondern es müssen 8.89cm
> sein.

Das ist ein hervorragendes Beispiel, denn tatsächlich ist eine 720kB
Diskette 9cm groß. Keineswegs 3.5". 3.5" war nur eine Übersetzung für die
90mm große (weil in Japan entwickelte) Diskette in ein bescheuertes
Maßsystem.

> Es
> ist einfach nur verordneter Unsinn.

Unsinn ist das in der Tat.

> Solcher Humbug wird hoffentlich bald rückgängig gemacht.

Also 9cm-Laufwerk.


Hans-Joachim



--
Finally, David Cameron received praise for extraordinary leadership!

http://www.globaltimes.cn/NEWS/tabid/99/articleType/ArticleView/articleId/670718/Riots-lead-to-rethink-of-Internet-freedom.aspx

Stefan

unread,
Nov 10, 2011, 2:27:52 PM11/10/11
to
Am 10.11.11 18:42, schrieb René Schuster:
> Die Unterteilung des Vollkreises in 360° ist natürlich künstlich,

Eben. QED.

Stefan

unread,
Nov 10, 2011, 2:27:14 PM11/10/11
to
Am 10.11.11 19:07, schrieb René Schuster:
> Wer fliegt denn nach Wanderkarten die so eine Umrechnung erforderlich
> machen würden?

Z.B. alle "Hardcore"-Alpenflieger.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 10, 2011, 3:23:42 PM11/10/11
to
Hans-Joachim Zierke wrote:

>> Solcher Humbug wird hoffentlich bald rückgängig gemacht.
>
>Also 9cm-Laufwerk.

Und immer schön mit Nachkommastellen: Der 1/4"-Klinkenstecker ist
bekanntlich ebenso verbreitet unter der Bezeichnung "6,35 mm" anzutreffen.

Erinnert an jene englische Wanderbeschreibung, die die Angabe "etwa 30
yards" enthielt, was für metrische Leser nach "etwa 27,4 m" übersetzt war.
Etwa.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 10, 2011, 3:24:45 PM11/10/11
to
René Schuster wrote:

>Im Kopf: Fuß in 1000 dividiert durch 6.
>
>Z.B.: 30.000 ft = 30 / 6 = 5 NM.

Und jetzt nochmal mit 21500 Fuß.


vG, der nur selten im Kopf durch 6 dividiert

Wolfgang Decker

unread,
Nov 10, 2011, 3:48:26 PM11/10/11
to
Volker Gringmuth <vgrin...@gmx.net> schrub:

>Und jetzt nochmal mit 21500 Fuß.

Sind 18/6 plus 3/6 und die paar Zerquetschten, also ungefähr 3.600
Meter.

>vG, der nur selten im Kopf durch 6 dividiert

Im Geist in Teile zerlegen, dann geht das sofort...

lg
Wolfgang
--
Das Problem ist oft, dass die Anbieter gar nicht wissen, was sie anbieten
wollen, könnten oder sollten und die resultierende Inhaltslosigkeit dann
hinter einer bunten Fassade kaschieren. Christoph Päper in dciwam
Neu: http://www.traumrouten.com/namibia

René Schuster

unread,
Nov 10, 2011, 5:28:02 PM11/10/11
to
On 2011-11-10 23:24, Volker Gringmuth wrote:

> René Schuster wrote:
>
>> Im Kopf: Fuß in 1000 dividiert durch 6.
>>
>> Z.B.: 30.000 ft = 30 / 6 = 5 NM.
>
> Und jetzt nochmal mit 21500 Fuß.

Das kann man einfach annähern: 3*6=18 (zu wenig), 4*6=24 (zu viel),
daher 3,5*6=21 (18+3, passt).

Tatsächlich sind es 3,538 NM, der Rundungsfehler beträgt also nur 0,038
NM bzw. 70,379 Milliarden nm.

> vG, der nur selten im Kopf durch 6 dividiert

Ist ja auch eine Formel die man eigentlich nie braucht, weder in der
Luft, noch am Boden.

--
rs

René Schuster

unread,
Nov 10, 2011, 5:44:06 PM11/10/11
to
On 2011-11-10 23:48, Wolfgang Decker wrote:

> Volker Gringmuth <vgrin...@gmx.net> schrub:
>
>> Und jetzt nochmal mit 21500 Fuß.
>
> Sind 18/6 plus 3/6 und die paar Zerquetschten, also ungefähr 3.600
> Meter.

Im Prinzip ja. Allerdings sind es 3,6 und nicht 3.600, und es sind auch
nicht Meter, sondern nautische Meilen. ;-)

--
rs
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