mit welcher Wölbklappenstellung wird denn normalerweise im F-Schlepp
bzw. an der Winde gestartet?
Gruß
Bernhard
--
www.netzwerk1.de == Netzwerkinfos
##################################################################
est modus matulae - dt. es gibt auch ein Maß für den Nachttopf
Viel Spaß beim Interpretieren...
> mit welcher Wölbklappenstellung wird denn normalerweise im F-Schlepp
> bzw. an der Winde gestartet?
Ich kann hier jetzt nur aus meiner Erfahrung vom F-Schlepp bzw. Start mit
Hilfsmotor sprechen:
Ich hab?s so gehandhabt, daß ich beim Anrollen die Wölbklappen der besseren
Querruderwirksamkeit wegen voll negativ gestellt habe und so wie die
Maschine Geschwindigkeit aufgenommen hat, sukzessive auf die im Handbuch
angegebene Stellung für den F-Schlepp bzw. Steigflug mit Hilfsmotor gegangen
bin.
Der Grund liegt darin daß Du bei geringen Geschwindigkeiten bei geringerer
Profilwölbung (~ negative Klappenstellung) einfach eher eine vernünftige
Anströmung am Querruder hast und somit eine bessere Querruderwirksamkeit.
Nochmals Grüße aus Graz,
Rainer
"Bernhard Reinhardt" <wirdselt...@freisingnet.de> schrieb im
Newsbeitrag news:7s6sdb...@news.freisingnet.de...
> Hallo,
>
> mit welcher Wölbklappenstellung wird denn normalerweise im F-Schlepp
> bzw. an der Winde gestartet?
Beim F-Schlepp würde ich mit negativ gewölbter Klappe anrollen und bei
sicherer Fahrt
(Strömung liegt am Querruder an und die Flächen lassen sich problemlos
waagrecht halten)
auf die empfohlene Stellung lt. Flugbetriebshandbuch umwölben. Beim Janus
wären das dann
plus 8°. Auf Hartbelag sehr schön zu realisieren: Abheben hinter der
Schleppmaschine
mittels Wölbklappe. Ich habe dann beim Janus kaum Steuereingaben am
Höhenruder mehr
gebraucht. Bei kurzen Bahnen oder aber bei Grass, o.ä. habe ich die Wölbis
möglichst früh
umgewölbt. Damit das Flugzeug möglichst früh freikommt und der
Schleppmaschine die
"Arbeit" erleichtert. Das mag aber bei anderen Flugzeugen u.U. anders sein.
Winde: Die Wölbis stehen von Anfang an in der Startstellung. Die
Beschleunigung beim
Start ist so zügig, dass die Strömung an den Querrudern "schnell genug"
anliegt und
zur vollen Steuerbarkeit führt. Auch sind hier eventuelle Propeller-Wirbel
nicht vorhanden, die
einem u.U. die Fläche runterdrücken wollen.
Hope this helps,
Dirk
(der momentan keine Wölbis fliegt, schnieeeeef)
So Long,
Malte
--
"Meine Reflexe sind miserabel. Einmal bin ich von einem
Auto überfahren worden, das einen Platten hatte und von
zwei Typen geschoben wurde." Woody Allen
Dirk Beerbohm wrote:
> "Bernhard Reinhardt" <wirdselt...@freisingnet.de> schrieb im
> Newsbeitrag news:7s6sdb...@news.freisingnet.de...
> > Hallo,
> >
> > mit welcher Wölbklappenstellung wird denn normalerweise im F-Schlepp
> > bzw. an der Winde gestartet?
>
[Snip F-Schlepp]
> Winde: Die Wölbis stehen von Anfang an in der Startstellung. Die
> Beschleunigung beim
> Start ist so zügig, dass die Strömung an den Querrudern "schnell genug"
> anliegt und
> zur vollen Steuerbarkeit führt. Auch sind hier eventuelle Propeller-Wirbel
> nicht vorhanden, die
> einem u.U. die Fläche runterdrücken wollen.
Zur Ergaenzung (und fuer evtl. Meinungen anderer hierzu?).
Ich habe mal eine LS3-a an der Winde geschleppt (Tost, Small Block 235
PS)
Der Pilot hat sich in 50 m zuegig "rangehaengt" und dabei von 0 auf 5
grad
gewoelbt. Ich habe zwar recht viel Gas stehen gehabt, aber er hat es
(fast)
geschafft die Winde abzuwuergen. Das ist ihm dann 200 m hoeher gelungen.
Die Anstellwinkelerhoehung, die zusaetzlich zum Uebergang in die
Steigfluglage
hinzukommt halte ich fuer kritisch. Wenn der Windenfahrer das Gas beim
Uebergang
in die Steigfluglage reduziert, wird's eng fuer viele Winden wieder auf
Drehzahl
zu kommen.
Ich habe schon viele "Kavallierstarts" gesehen und geschleppt. Aber das
war nach
wie vor die kritischste Situation, die ich als Windenfahrer erlebt habe.
Meine Meinung seitdem: _nie_ beim Windenstart umwoelben. Erstens geht's
flott
genug los (s. Dirks Kommentar) und zweitens vermeidet man solche
Situation
wie ich sie erlebt habe.
Gruss,
Christian
> Ich habe mal eine LS3-a an der Winde geschleppt (Tost, Small Block 235
> PS)
> Der Pilot hat sich in 50 m zuegig "rangehaengt" und dabei von 0 auf 5
> grad
> gewoelbt. Ich habe zwar recht viel Gas stehen gehabt, aber er hat es
> (fast)
> geschafft die Winde abzuwuergen. Das ist ihm dann 200 m hoeher gelungen.
Laut Flughandbuch soll man ja die LS3a weder im F-Schlepp noch
im Windenstart wölben!
Ich denke, man sollte sich stets an das Flughandbuch halten,
das erspart einem nicht nur rechtlichen Ärger ;)
:)
Ruru
Hallo Rüdiger,
ich weis ja nicht, wann Du das letzte mal das Handbuch der LS3a gelesen hast.
Ich habe eben extra nochmal nachgeschaut, weil mir deine Aussagen nicht ganz
richtig vorkamen.
Ich zitiere aus dem Flug- und Betriebshandbuch unserer Vereins LS3a :
Zitat Anfang:
Winden- oder Autoschlepp:
a) Wölbklappenstellung 0 Grad, erst nach Übergangsbogen zum Steigflug zügig in
die 10 Grad Stellung bringen.
b) Trimmung leicht Kopflastig
c)......
Flugzeugschlepp:
a) Trimmung leicht Kopflastig
b) Wölbklappenstellung im Startvorgang solange um 0 Grad, bis gute
Querruderwirksamkeit erreicht ist. Zusätzlich läßt sich die Querruderwirksamkeit
beim Anrollen durch leichtes Ausfahren der Bremsklappen deutlich verbessern.
Kurz vor dem Abheben sind sie dann wieder einzufahren.
c) ....
Zitat Ende.
Zu dem Thema Bremsklappen ausfahren beim Start hat Gerhard Waibel auf einen
hessischen Segelflugtag mal gesagt: "Der Lemke hat schon lange in seinen
Handbüchern drinstehen, das man die Bremsklappen ausfahren soll. Ich kann ihm
Heute erklären warum."
Leider bekomme ich auch nicht mehr zusammen warum, aber das es definitiv was
bringt sehe ich bei meiner ASW20. Selbst mit negativer Wölbung hat sie einen
deutlichen Hang die Fläche abzulegen. Mit ausgefahrenen Klappen ist dies weniger
der Fall.
Bei der LS3a darf man die Wölbklappen beim Start übrigens nicht negativ fahren,
da der Querruderausschlag dadurch extrem begrenzt wird und dadurch der positive
Effekt des wölbens wieder zunichte gemacht wird.
Und beim Janus ist es fast egal in welcher Stellung die Klappen stehen. Die
Querruder sind so gut wirksam das man nicht negativ wölben muß. Und ein
Fluglehrer von uns hat erst nach dem Ausklinken gemerkt, das er den ganzen
schlepp mit negativer Klappenstellung geflogen ist.
Gruß
Gudi
Thomas Gutermuth schrieb:
> ich weis ja nicht, wann Du das letzte mal das Handbuch der LS3a gelesen hast.
> Ich habe eben extra nochmal nachgeschaut, weil mir deine Aussagen nicht ganz
> richtig vorkamen.
Bin erst vor 2 Wochen darauf eingewiesen worden. Habe das Flughandbuch
richtig gelesen. Ich werde auch noch mal nachschauen, aber erinnere
mich, dass dort sowas wie "im Start stets 0°" steht - so dass ich
Hasenhirn mir das merken konnte ;) (Zumindest habe ich das dem
'Vertreter des Halters'[=Fluglehrer] auch so erzählt, und der hat
mich danach den Vogel fliegen lassen.)
> Ich zitiere aus dem Flug- und Betriebshandbuch unserer Vereins LS3a :
Hmpf. am Sonntag hab ich wieder Zeit und bin da, ich werd's nochmal
lesen...
Gruss
Ruru
Hab gerade die TM gefunden von Schleicher, du hast in allem recht.
Für alle die es nachlesen wollen:
http://www.ls-flugzeugbau.de/PDF/LS3/TM3002.pdf
S. 8/10
Gruss
Ruru
(der das jetzt ausdrucken wird...)
Hab gerade die TM gefunden von Schleicher, du hast in allem recht.
Für alle die es nachlesen wollen:
http://www.ls-flugzeugbau.de/PDF/LS3/TM3050.pdf
Ist vielleicht ein bischen schwierig dieses alles mit der
Brems-Wolbklappenmechanismus in der LS3 zu realisieren. Weil man ja bei 0°
oder weniger nicht gerade viel Weg zur Verfühgung hat
>
> Zitat Ende.
>
> Zu dem Thema Bremsklappen ausfahren beim Start hat Gerhard Waibel auf
einen
> hessischen Segelflugtag mal gesagt: "Der Lemke hat schon lange in seinen
> Handbüchern drinstehen, das man die Bremsklappen ausfahren soll. Ich kann
ihm
> Heute erklären warum."
> Leider bekomme ich auch nicht mehr zusammen warum, aber das es definitiv
was
> bringt sehe ich bei meiner ASW20. Selbst mit negativer Wölbung hat sie
einen
> deutlichen Hang die Fläche abzulegen. Mit ausgefahrenen Klappen ist dies
weniger
> der Fall.
> Bei der LS3a darf man die Wölbklappen beim Start übrigens nicht negativ
fahren,
> da der Querruderausschlag dadurch extrem begrenzt wird und dadurch der
positive
> Effekt des wölbens wieder zunichte gemacht wird.
Kann ich nicht bestätigen. Starte immer mit meiner LS3a im F-Schlepp voll
negative gewölbt (-7) und gehe dann auf +10, wenn Querruderwirksamkeit da
ist. Dies sollte früh genug passieren. Nicht erst wenn die
Abhebegeschwindigkeit erreicht ist. Vereinfacht das präziese abheben und
folgen der Motormaschiene.Was nützt mir mehr Querruderausschlag wenn die
Strömung nicht anliegt? Nicht viel!
">
> Winden- oder Autoschlepp:
> a) Wölbklappenstellung 0 Grad, erst nach Übergangsbogen zum Steigflug
zügig in
> die 10 Grad Stellung bringen.
> b) Trimmung leicht Kopflastig
> c)......
Na ja, ich bin nie eine LS3/LS3a gefolgen, aber andere Wölbklappenflieger.
Und ich
sehe einfach nicht die Notwendigkeit und den Sinn, die Wölbis im Windenstart
umzuwölben.
Ganz im Gegenteil, ich gehe von einer möglichen Gefahrenquelle aus. Wer
nicht aufpasst und eine Bewegung mit der einen Hand macht, der zieht nicht
zu selten auch leicht die andere
Hand mit. Wenn ich nun umwölbe auf eine positive Stellung, dann ziehe ich
unter Umständen auch die Steuerhand ganz leicht mit - und das ist das
Höhenruder. Nein, das mag ich nich' !!!
Ich habe aufgrund dieses Phänonems schon min. einen Flieger in den Boden
trudeln sehen.
Fahrwerk raus (in einer Schräglage, Hebel war links: LS1f) und schon ging
die Hand am Küppel leicht mit nach hinten und ab gings. Ich kann das
deswegen so salopp sagen, da der
betreffende Pilot dies so schilderte, und diesen Unfall nahezu unverletzt
überlebt hat.
Er war nach wenigen Stunden im Krankenhaus (zur Untersuchung) wieder
draussen und
hat am selben Tag noch einen Flug mit Lehrer gemacht. Hat dann aber das
Fliegen aufgegeben.
Mir erschliesst sich der Sinn dieses Verfahrens leider nicht.
> Und beim Janus ist es fast egal in welcher Stellung die Klappen stehen.
Die
> Querruder sind so gut wirksam das man nicht negativ wölben muß. Und ein
> Fluglehrer von uns hat erst nach dem Ausklinken gemerkt, das er den ganzen
> schlepp mit negativer Klappenstellung geflogen ist.
Na da hab' ich auch so meine Zweifel. Auf einer langen Piste und hohe
Schleppgeschwindigkeit vielleicht. Null Grad geht gut. Umwölben von +8° nach
Erreichen
einer Sicherheitshöhe im F-Schlepp nach 0° ist sicherlich OK. Aber bei
negativen Stellungen
mag ich dass nicht glauben. Die Klappen vom Janus sind sicherlich nicht die
eindrucksvollsten,
was es so gibt, aber sie haben schon eine Wirkung. Beim Rückschlepp mit
Fokus auf
Vorwärtskommen (>150 km/h) mag es auch Sinn machen auf Negativ zu wölben.
Auf
zumesit möchten man doch an Höhe gewinnen und nicht an Distanz.
Just my 2 Cents
Dirk