In den letzten 6 Monaten sind verstärkt Meldungen aufgekommen, wonach
einige Flugzeuge mit dem Triebwerk Rotax 912 sehr stark Schütteln bzw.
unrund laufen sollen, insbesondere im Drehzahlbereich 3000-4500UPM
(siehe auch ältere Newsmeldungen auf http://www.daec.org/daec)
Heute morgen versendet die Fa. Aerostar Schülein per Fax eine
technische Information.
Dieses Schreiben soll die Gründe der Probleme darstellen.
Der Inhalt des Schreibens ist nicht unsere Meinung! Wir enthalten uns
aus rechtlichen Gründen jeglicher Wertung.
Zitat:
"FÜRTH,den 08.12.00
BETREFF: VIBRATIONEN 912 ULS
SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,
ENDE NOVEMBER WURDEN IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER FIRMA TECNAM UND UNS
FOLGENDES FESTGESTELLT:
IN VIELEN MOTOREN DIESER BAUREIHE LIEGEN FEHLER ZWISCHEN
PROPELLERWELLE UND KLAUE VOR
SOMIT SIND AUCH MOTOREN MIT WENIG LAUFSTUNDEN VON DIESER
MATERIALALTLÖSUNG BETROFFEN, DADURCH ENTSTEHEN VIBRATONEN
ZWISCHEN 3000-4500 UPM..
BEI EVENTUELLEN GARANTIEANSPRÜCHEN WENDEN SIE SICH BITTE
AN IHREN ROTAX-VERTRAGSHÄNDLER
MIT FREUNDLICHEN GRÜßEN
REINHARD SCHÜLEIN
Zitat ende
Wir haben daraufhin in Österreich bei ROTAX angerufen und wollten dies
bestätigt
haben. Leider ist in Österreich heute Feiertag und der zuständige
Kundendienstleiter nicht zu erreichen.
In einem langen Telefongespräch mit der deutschen Vertretung "Fa. Rotax
Franz in Rott am Inn" sagte der Inhaber
Herr Franz folgendes:
"Es ist richtig, das wir ein Getriebe bekommen haben mit einem Schaden
an der Klaue und der Verzahnung an der Propellerwelle, allerdings mit
starker Rostbildung .
Dieser Schaden ist eindeutig durch Kondenswasserbildung aufgetreten,
hervorgerufen durch zu niedrige Motortemparatur die laut Rotaxvorschrift
im Bereich von 90-110 Grad liegen muss! Abschließend sagte Herr Franz,
"Die Motoraufhängungen an Ultraleichtflugzeugen sollten überdacht
werden.
Im Normalfall sollte der Drehpunkt der Kurbelwelle im Aufhängepunkt
liegen. Dies ist bei den sogenannten Sockelaufhängungen an den meisten
UL-Flugzeugen nicht der Fall. Bei einigen ist die Ursache auch in der
Vergaserabstimmungen bzw. in der Proppelerunwucht zu finden."
Seltsamerweise würden die von R. Schülein angesprochenen Probleme z.B.
bei Scheibe Falke, REMOS , CT-Flight Design oder Dallach nicht
auftreten, so sagte Herr Franz.
Wir haben daraufhin mit Wolfgang Dallach und Thomas Scherlinzky
gesprochen.
"Wir haben grundsätzlich bis heute keine Probleme mit dem Motor.
Allerdings haben wir auch erst ein Flugzeug vom neuen Typ der
Fascination mit dem 100PS Rotax die über 100h in der Luft war. Bei uns
werden außerdem serienmäßig alle Propeller gewuchtet bevor die Maschinen
an die Kunden ausgeliefert werden."
Wolfgang Dallach sieht genau wie wir in diesem Punkt ein erhebliches
Problem was oft vernachlässigt wird.
Auf dieses Problem haben wir in einer früheren NEWS-Meldung schon
hingewiesen. Insbesondere die schweren GT-Holzpropeller für die
100PS-Ausführung sollten unbedingt elektronisch gewuchtet werden.
Dr.Kuhn von Fantasy Air Deutschland sagte uns heute, " wir haben absolut
keine Probleme bei den vier Maschinen mit 100PS die wir nach Finnland
ausgeliefert haben. In Deutschland beginnen wir im Frühjahr mit der
100PS Version die Schlepperprobung".
Wer Probleme hat wendet sich am besten direkt an seinen
Flugzeughersteller bzw. Importeur um mit ihm die weitere Vorgehensweise
abzuklären.
Gruß
Ralf Gross