Am Samstag, 3. März 2012 00:11:37 UTC+1 schrieb Andreas Böttcher:
> Hallo Holzfreaks,
>
> i... Rosengehölz ... armdicke Teile, die aber gebogen sind. Maße: Ca. 10 cm dick und ca. 1 m lang
> und in einem Bogen mit Radius von ca. 1 m. Das Holz ist rein, also ohne
> Störungen, sehr festes gutes Holz.
> Mein Ziel ist es, daraus dünne Bretter oder Leisten zu schneiden... Ich habe eine Tischkreissäge mit Seitenanschlag. Ich könnte jetzt diese Säge hernehmen wie eine Brotschneidemaschine und Scheibe für
> Scheibe versuchen abzuschneiden. Die dabei entstehenden Bretter sollten
> vielleicht 10 mm dick sein...
>
> Viele Grüße,
> Andreas
Hallo,
Leider wird das etwas aufwändig für eine Einzelanfertigung, aber möglich ist es.
Für Schnitte durch so dickes Material glaube ich nicht an die Dekupiersäge. 3-4 cm habe ich schon gesehen, aber selbst hingekriegt nicht. Bei Kreis- und Bandsäge werden die Späne viel besser ab geführt und lenken den Schnitt deshalb nicht aus der Bahn.
Mit der Kreissäge wird es eh schöner. Dabei gilt es aber mehrere Probleme zu umgehen:
- Wenn das Werkstück nicht wirklich schön aufliegt, kann das Sägeblatt ein hängen und es weg schleudern.
- Wenn man nicht mit Stosshölzern vor schiebt, sind die Hände gefährdet, gerade auch bei so einen Wackelding.
- Ein unregelmässiges Stück gerade zu führen geht so nicht.
GENERELL GANZ WICHTIG FÜR DIE SICHERHEIT:
- Auf der Kreissäge gegen die Laufrichtung sägen, damit das Werkstück nicht hinein gerissen wird!
- So stehen, dass man nicht getroffen wird, wenn das Werkstück fliegen lernt.
- Im Anbetracht der kritischen Operation würde ein Sicherheitsfreak wie ich auch Helm und Schutzbrille tragen.
- Sicherheitsmassnahmen überlegen, damit man nicht in die Säge gerissen werden kann, z.B. „Geländer“, an denen man die Arme abstützen kann, etc. Hilfsmittel zum Vorschieben benützen.
Zwei ernsthafte (1 und 2) und eine etwas verrückte (3) Lösungen. Ich würde die Verrückte (3) nehmen.:
1. Kreissäge
Nimm etwas Rechtwinkliges, genügend Grosses, z.B. eine kleine Kiste oder zimmere einen Winkel aus Brettern, der über die volle Länge des Werkstücks geht. Schraube dieses seitlich an mindestens 3 nicht auf einer Linie liegenden Stellen mit der Innenseite des Bogens nach oben daran fest. Eine Schraube wird dem Sägeblatt in den Weg kommen, die nimmst Du vom Winkel her und so kurz, dass das Sägeblatt daran vorbei geht.
Achte darauf, dass Deine Vorrichtung irgend wie und irgend wo an einem Anschlag entlang gleiten kann. Diesen darfst Du auch grosszügig erweitern oder verlängern.
Alles eingerichtet, schneidest Du in den Bogen hinein. Am Ende, wo er angeschraubt ist, lässt Du etwas stehen und sägst es später ab.
2. Bandsäge
Die mögliche Tiefe des Schnittes mit der Kreissäge schränkt ein.
Auf einer möglichst grossen Bandsäge sieht das wesentlich freundlicher aus. Ich empfehle, in einem Handwerksbetrieb an zu fragen, ob Du Ihre benützen darfst.
- Da Du auf der Bandsäge durch alles schneidest, gilt die Sache mit den kurzen Schrauben hier für alle Schrauben.
ACHTUNG: Wenn Du das Sägeband ruinierst, wird es teuer!
Zu 1. und 2.:
Es wäre zu überlegen, ob man das Werkstück in der Ebene des Sägeschnitts drehbar befestigen kann. Dann könnte man nach einem Schnitt nachstellen und weiteres daran anschliessen lassen.
3. Mit einer liegende Kreissäge
Dieses Verfahren gefällt mir am besten.
- Kreissäge auf einem Tisch montieren, so dass das Blatt genau in der Ebene des Tisches liegt.
ACHTUNG: Bitte, daran denken, dass für die Lage der Schnitte entweder der Abstand des Sägeblatte vom Tisch verändert, oder das Werkstück mit Unterlagen angehoben werden muss!
- Die Hilfsvorrichtung, wird jetzt - ohne Winkel - wesentlich einfacher, bis hin zu einem simplen Brett. Sonst ist Ähnliches zu beachten. Wir brauchen keinen Anschlag, müssen aber das Werkstück mit dem Sägeblatt überall erreichen können. Das Brett musst Du deshalb wahrscheinlich bogenförmig zu schneiden.
ACHTUNG, WICHTIG FÜR DIE SICHERHEIT:: Bei diesen Verfahren ist die Versuchung sehr gross, auch zurück zu fahren. Dann lernt das Werkstück fliegen. Es wäre also von Vorteil, wenn es Dich nicht treffen könnte. Abhilfe: Ziehen statt stossen (gibt andere Probleme, mir würde ich es zutrauen), von seitlich vorschieben (finde ich am besten) oder ein Brett, das den Körper schützt, indem es den Schlag etwas verteilt.
Sehr kräftig fest halten und ständig daran denken, dass es nur vorwärts geht.
Grüsse, Hals, Bein- und sonstigen Bruch!