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Farbe blättert ab bei Anstrich mit wasserlöslichem Lack

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Ulrich Müller

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Jul 15, 2017, 5:16:04 AM7/15/17
to
Hallo an die Gemeinde
Türen aus den !950ern wollte ich auffrischen.
Türblatt und Zarge wurden mit dem Dreieckschleifer gründlich angeschliffen.
Es wurden keine losen Stellen bemerkt.
Beim Lackieren mit wasserverdünnbarem Lack blätterte der alte Lack
stellenweise ab. Andere Stellen haben Risse.
Frage 1:
Was ist die Ursache, dass Wasser den alten Lack vom Untergrund löst?
Frage 2:
Kann das auch geschehen wenn die Türen "nass" gewischt werden?

Die nächsten Türen werden ohne Wasser lackiert.
Muss ich den alten Lack komplett abschleifen / abbeizen
oder andere Dinge beachten?
Danke für Hinweise

Ulrich

MaWin

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Jul 15, 2017, 8:30:27 AM7/15/17
to
"Ulrich Müller" <ulrich39...@mnet-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:okcmgj$854$1...@news-1.m-online.net...

> Frage 1:
> Was ist die Ursache, dass Wasser den alten Lack vom Untergrund löst?

Es gibt natürlich viele mögliche Ursachen.
Da aber der alte Lack entweder Ölfarbe oder Kunstharzlack gewesen sein
wird, ist der nicht wasserabplatzend.
Also ENTWEDER enthält der neue Lack (Acryl) etwas Salmiakgeist (Ammoniak)
damit er besser auf fettigem Untergrund haftet, und das wirkt gleich als
Abbeizer für die alte Farbe,
ODER unter dem alten Lack war eine Spachtelmasse oder Grundierung,
die ein Problem hat, wenn sie feucht wird, z.B. Zellulosespachtel
und nun wege deiner Schleifarbeiten nicht komplett mit Lack abgedeckt
ist, so daß Wasser drunterkriechen kann.

Egal wie, es wird IMMER darauf hingewiesen, daß man Farben und Lacke
nicht mischen sollte und vorher prüfen soll, ob der neue Lack sich mit
dem alten Anstrich verträgt.

> Frage 2:
> Kann das auch geschehen wenn die Türen "nass" gewischt werden?

Nein, weil vermutlich nicht das Wasser die Ursache ist.

> Muss ich den alten Lack komplett abschleifen / abbeizen
> oder andere Dinge beachten?

Nimm den richtigen Lack, vermutlich Kunstharzlack=Alkydharzlack,
wenn ganz alt dann Ölfarbe=Leinöl mit Pigment.

Wenn man ein anderes Lacksystem auftragen will, muss der alte Lack
ganz runter. Da man sich das gerne spart, nimmt man besser dasselbe
Lacksystem.
--
MaWin, Manfred Winterhoff, mawin at gmx dot net

Siegfried Jedath

unread,
Jul 15, 2017, 9:57:55 AM7/15/17
to
Am 15.07.2017 um 11:16 schrieb Ulrich Müller:
> Hallo an die Gemeinde
> Türen aus den !950ern wollte ich auffrischen.
> Türblatt und Zarge wurden mit dem Dreieckschleifer gründlich angeschliffen.
> Es wurden keine losen Stellen bemerkt.
> Beim Lackieren mit wasserverdünnbarem Lack blätterte der alte Lack
> stellenweise ab. Andere Stellen haben Risse.
> Frage 1:
> Was ist die Ursache, dass Wasser den alten Lack vom Untergrund löst?

Hi,
Das kann verschiedene Gründe haben. Das Wasser ist es nicht. ;-)
Aber, der alte Lack hatte nicht genug Haftung, der Acryllack brachte
dann Spannung auf die Oberfläche und der alte Lack ist gerissen, abgeplatzt.
Die geringe Haftung kann z.B. durch eine zu fette Ölgrundierung
herrühren, und der Maler hat dann nicht oder zu wenig geschliffen .... ;-).
Typisch für die Zeit ist eine auf Leinöl basierende Grundierung.
Es kann auch sein, dass die Tür von Natur auf Weiss umgearbeitet wurde?
Vielleicht war da Schellack (Wachs) drauf.
Oder ein Versiegellungslack, der nicht geschliffen wurde.
Ein ganz einfacher Grund wäre noch eine fleissige Hausfrau, die die
Türen regelmässig mit Möbelpolitur bearbeitet hat. Auch z.T. wachshaltig.

> Frage 2:
> Kann das auch geschehen wenn die Türen "nass" gewischt werden?

Nein.

>
> Die nächsten Türen werden ohne Wasser lackiert.
> Muss ich den alten Lack komplett abschleifen / abbeizen
> oder andere Dinge beachten?
> Danke für Hinweise

Du kannst ja jetzt an den abgeplatzen Stellen überprüfen was da drunter
ist. ;-)
Sollte da was "Trennendes" drunter sein, wirst du wohl den alten
Anstrich runter holen müssen. Du kannst ja mal eine Probe mit Alkyd-Lack
machen so du Lust, Laune und Zeit hast.. Aber der bringt auch eine
ziemliche Spannung wenn er trocken ist. Wird wahrscheinlich auch reissen.

Viel Glück.

Siggi
--
Der Maler - Garant für Schutz und Schönheit

Siegfried Jedath

unread,
Jul 15, 2017, 5:36:21 PM7/15/17
to
Am 15.07.2017 um 14:30 schrieb MaWin:
> "Ulrich Müller" <ulrich39...@mnet-online.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:okcmgj$854$1...@news-1.m-online.net...
>
>> Frage 1:
>> Was ist die Ursache, dass Wasser den alten Lack vom Untergrund löst?
>
> Es gibt natürlich viele mögliche Ursachen.
> Da aber der alte Lack entweder Ölfarbe oder Kunstharzlack gewesen sein
> wird, ist der nicht wasserabplatzend.
> Also ENTWEDER enthält der neue Lack (Acryl) etwas Salmiakgeist (Ammoniak)
> damit er besser auf fettigem Untergrund haftet, und das wirkt gleich als
> Abbeizer für die alte Farbe,

Hi,
Salmiak ist aufrauend, leicht lösend. Bestandteil von Abbeizern, aber
alleine nicht so stark, dass es auf Öl-, Alkydlacke ablösend wirkt.
Wenn Salmiak in einer Farbe so stark drin ist......, die streichst du
nicht. Das treibt dir das Wasser in die Augen und Schleimhäute. Du wirst
laufend das Haus verlassen. :-)

> ODER unter dem alten Lack war eine Spachtelmasse oder Grundierung,
> die ein Problem hat, wenn sie feucht wird, z.B. Zellulosespachtel
> und nun wege deiner Schleifarbeiten nicht komplett mit Lack abgedeckt
> ist, so daß Wasser drunterkriechen kann.

In letzter Zeit wird solche Spachtelmasse (wir nannten es Tubenspachtel)
vermehrt angeboten. In den 50ern bis in die 70/80er war es verpönt so
etwas für Spachtelungen an Türen, Fenstern, also unter Lack, zu nehmen.
Du weisst, dass du von "Wandspachtel" sprichst?
Gängige Spachtelmasse für solche Sachen war und ist Ölspachtel.
>
> Egal wie, es wird IMMER darauf hingewiesen, daß man Farben und Lacke
> nicht mischen sollte und vorher prüfen soll, ob der neue Lack sich mit
> dem alten Anstrich verträgt.

Puh, das ist jetzt mal ein Vorschlag, wenn man nicht weiss was drauf und
drunter ist. :-)

>
> Nimm den richtigen Lack, vermutlich Kunstharzlack=Alkydharzlack,
> wenn ganz alt dann Ölfarbe=Leinöl mit Pigment

An reinem Öllack wird er wohl verzweifeln. ;-)

> Wenn man ein anderes Lacksystem auftragen will, muss der alte Lack
> ganz runter. Da man sich das gerne spart, nimmt man besser dasselbe
> Lacksystem.

Acryllack hält sehr wohl gut auf "normalem" Lack. Wenn die Vorarbeit
sprich: schleifen und evtll. ein entsprechender Vorstrich, stimmt.
Spezille Vorstrichfarben gibts von allen namhaften Herstellern.
Kunstharzlack auf Öllack ist kein Problem.
Kunstharzlack auf Acryllack ist da schon eine heiklere Sache, weil
Acryllack weicher als Alkyd-Lacke ist.

Was der jetzt vermehrt angebotene Hybridlack sein soll, was davon zu
halten ist .... keine Ahnung. Kenne ich noch nicht.

Siegfried Jedath

unread,
Jul 16, 2017, 2:42:53 PM7/16/17
to
Am 16.07.2017 um 19:46 schrieb Martin Τrautmann:
> On Sat, 15 Jul 2017 23:36:18 +0200, Siegfried Jedath wrote:
>>> ODER unter dem alten Lack war eine Spachtelmasse oder Grundierung,
>>> die ein Problem hat, wenn sie feucht wird, z.B. Zellulosespachtel
>>> und nun wege deiner Schleifarbeiten nicht komplett mit Lack abgedeckt
>>> ist, so daß Wasser drunterkriechen kann.
>>
>> In letzter Zeit wird solche Spachtelmasse (wir nannten es Tubenspachtel)
>> vermehrt angeboten. In den 50ern bis in die 70/80er war es verpönt so
>> etwas für Spachtelungen an Türen, Fenstern, also unter Lack, zu nehmen.
>> Du weisst, dass du von "Wandspachtel" sprichst?
>
> Gängie Tupenspachtel ist Dispersionsspachtel und passt daher gut zu
> Acrylfarben.

Hi,
es geht nicht um das "zusammen passen" es geht ums Ergänzen und wo
eingesetzt.
Aber, davon ab, Spachtel muss immer vorgestrichen werden.

>
>> Gängige Spachtelmasse für solche Sachen war und ist Ölspachtel.
>
> Wurde die gespachtelt oder gestrichen? Unter den fünf Lagen
> Kunstharzfarbe meiner aktuellen Baustelle, einer Haustüre, ist eine
> buchenholz-rotbraune Schicht, die erst bei weit höheren Temperaturen als
> die Farbe abgeht. Ich weiss nicht, ob das Grundierung, Spachtel oder
> beides ist.
>
>>> Nimm den richtigen Lack, vermutlich Kunstharzlack=Alkydharzlack,
>>> wenn ganz alt dann Ölfarbe=Leinöl mit Pigment
>>
>> An reinem Öllack wird er wohl verzweifeln. ;-)
>
> Wie lange brauchte der zum aushärten? Den nehmen Maler, die am nächsten
> Tag in noch immer feuchter Farbe weiter malen wollen, aber kein
> Handwerker, der irgendwann mal fertig werden will.

Falsch. Die schönsten Lackierungen kriegste mit Öllack hin, wenn du es
kannst.
Aber in der heutigen Zeit mit Acryllack und Co., wer hat da noch ein
Auge für?

Ulrich Müller

unread,
Jul 17, 2017, 2:50:39 AM7/17/17
to
Es sieht aus wie Holz mit feinen weißen Streifen in den Poren.

> Sollte da was "Trennendes" drunter sein, wirst du wohl den alten
> Anstrich runter holen müssen. Du kannst ja mal eine Probe mit Alkyd-Lack
> machen so du Lust, Laune und Zeit hast.. Aber der bringt auch eine
> ziemliche Spannung wenn er trocken ist. Wird wahrscheinlich auch reissen.
>
> Viel Glück.
>
> Siggi

Die abgeplatzten Stellen habe ich glatt geschliffen, den Rest
angeschliffen und mit Alkydharzlack überstrichen.
Kein erneutes Abplatzen und nach gut einem Tag keine Risse,
aber den altbekannten Geruch im Haus!
Noch drei Tage warten bis der Lack geruchsfrei ist
und wenn keine Rissbildung zu sehen ist die Nächste.
Danke Ulrich

Ina Koys

unread,
Jul 17, 2017, 4:32:51 AM7/17/17
to
Am 16.07.2017 um 19:46 schrieb Martin Τrautmann:

>> An reinem Öllack wird er wohl verzweifeln. ;-)
>
> Wie lange brauchte der zum aushärten? Den nehmen Maler, die am nächsten
> Tag in noch immer feuchter Farbe weiter malen wollen,

Reine Neugier: wozu will man das?

Ina
--
Es gibt wieder frisches Gemüse!
http://www.koys.de/Gemuese-Abenteuer/
In Wärme und Geschichte:
http://www.VonLuxorNachAbuSimbel.de

Ina Koys

unread,
Jul 17, 2017, 5:32:44 AM7/17/17
to
Am 17.07.2017 um 11:30 schrieb Martin Τrautmann:
> On Mon, 17 Jul 2017 10:32:48 +0200, Ina Koys wrote:
>> Am 16.07.2017 um 19:46 schrieb Martin Τrautmann:
>>
>>>> An reinem Öllack wird er wohl verzweifeln. ;-)
>>>
>>> Wie lange brauchte der zum aushärten? Den nehmen Maler, die am nächsten
>>> Tag in noch immer feuchter Farbe weiter malen wollen,
>>
>> Reine Neugier: wozu will man das?
>
> Farbverlauf. Hast du das schon mal mit dem Wassermalkasten probiert?
> (nein, Wasserbecher drüber kippen ist nicht gemeint, sondern z.B.
> Realismus)

Realismus? Ich dachte wir reden vom Wandanstreichen, nicht von
Wandmalerei...

Siegfried Jedath

unread,
Jul 17, 2017, 5:52:59 AM7/17/17
to
Am 17.07.2017 um 11:32 schrieb Ina Koys:
> Am 17.07.2017 um 11:30 schrieb Martin Τrautmann:
>> On Mon, 17 Jul 2017 10:32:48 +0200, Ina Koys wrote:
>>> Am 16.07.2017 um 19:46 schrieb Martin Τrautmann:
>>>
>>>>> An reinem Öllack wird er wohl verzweifeln. ;-)
>>>>
>>>> Wie lange brauchte der zum aushärten? Den nehmen Maler, die am nächsten
>>>> Tag in noch immer feuchter Farbe weiter malen wollen,
>>>
>>> Reine Neugier: wozu will man das?
>>
>> Farbverlauf. Hast du das schon mal mit dem Wassermalkasten probiert?
>> (nein, Wasserbecher drüber kippen ist nicht gemeint, sondern z.B.
>> Realismus)
>
> Realismus? Ich dachte wir reden vom Wandanstreichen, nicht von
> Wandmalerei...
>
> Ina
Alles verkehrt. :-)
Öllack enthält natürlich auch Trocknungsstoffe. Entstehen bei der
Herstellung, teils Zusätze. Aber er trocknet sehr langsam. Und wie ich
ihn in Erinnerung habe, ist er sehr zäh, lässt sich nur mit einiger
Übung gleichmässig auf z.B. Tür verteilen. Zudem neigt er zum Laufen.
Meine erste Tür damit war nicht voller Läufer (Rotznasen o.w.a.i.) da
waren ganze Vorhänge. :-)
Dagegen ist das Lackieren mit Kunstharzlack ein Kinderspiel, das mit
Acryllack ein Furz.

Öllack ist nach 12 Stunden in etwa trocken, aber nicht grifffest.
Kunstharzlack nach 2-3 Std. staubtrocken, nach 12 Std. trocken (aber
noch nicht blockfest).
An einem heissen Tag trocknet dir bei Acryllack während einer
Zigarettenpause (5 Min. ?) der Pinsel ein. ;-)

Ina Koys

unread,
Jul 17, 2017, 6:47:25 AM7/17/17
to
Am 17.07.2017 um 11:44 schrieb Martin Τrautmann:

> Manche Maler sind echte Künstler. Aber ich sprach hier von der
> Verwendung bei Künstlern, die in Öl malen.

Das versteh ich dann auch. Aber ob das was mit dem Thema zu tun hat, ist
so die Frage...

Ina Koys

unread,
Jul 17, 2017, 6:48:22 AM7/17/17
to
Am 17.07.2017 um 11:52 schrieb Siegfried Jedath:

> An einem heissen Tag trocknet dir bei Acryllack während einer
> Zigarettenpause (5 Min. ?) der Pinsel ein. ;-)

Ein weiterer Vorteil, wenn man Nichtraucher ist!

Siegfried Jedath

unread,
Jul 17, 2017, 7:22:40 AM7/17/17
to
Am 17.07.2017 um 13:04 schrieb Martin Τrautmann:
> On Mon, 17 Jul 2017 12:47:22 +0200, Ina Koys wrote:
>> Am 17.07.2017 um 11:44 schrieb Martin Τrautmann:
>>
>>> Manche Maler sind echte Künstler. Aber ich sprach hier von der
>>> Verwendung bei Künstlern, die in Öl malen.
>>
>> Das versteh ich dann auch. Aber ob das was mit dem Thema zu tun hat, ist
>> so die Frage...
>
> Jetzt nähern wir uns der Frage
>
>>>>>> An reinem Öllack wird er wohl verzweifeln. ;-)
>>>>>
>>>>> Wie lange brauchte der zum aushärten? Den nehmen Maler, die am
>>>>> nächsten Tag in noch immer feuchter Farbe weiter malen wollen,
>
> Für Anstriche nimmt man heute keine Ölfarben mehr. Die haben am ehesten
> noch ihren Einsatzzweck bei Leinwand-Künstlern, nicht bei
> "Anstreichern" (um das Subject aufzugreifen).
>
> Schönen Gruß
> Martin
>

Falsch.
Auch schon oft Türen geölt. Was meistens Heimwerker machen: Gartenmöbel
ölen. MaWin war doch auch so ein Verfechter von Leinöl.
Nur mal als Beispiel.

Nix für mich. Habe ich keine Zeit für.

Sebastian Suchanek

unread,
Jul 17, 2017, 11:12:53 AM7/17/17
to
Am 17.07.2017 um 12:47 schrieb Ina Koys:
> Am 17.07.2017 um 11:44 schrieb Martin Τrautmann:
>
>> Manche Maler sind echte Künstler. Aber ich sprach hier von der
>> Verwendung bei Künstlern, die in Öl malen.
>
> Das versteh ich dann auch. Aber ob das was mit dem Thema zu tun hat, ist
> so die Frage...

Ölmalerei hat IMO mehr mit Heimwerken zu tun als so manches andere
Thema, das hier durchrauscht...


Tschüs,

Sebastian

Siegfried Jedath

unread,
Jul 17, 2017, 12:56:34 PM7/17/17
to
Am 16.07.2017 um 19:46 schrieb Martin Τrautmann:
> On Sat, 15 Jul 2017 23:36:18 +0200, Siegfried Jedath wrote:

>
>> Gängige Spachtelmasse für solche Sachen war und ist Ölspachtel.
>
> Wurde die gespachtelt oder gestrichen?

Gespachtelt. Normaler Weise ist sie weiss. An Aussentüren und Fenstern
wurde sie äusserst sparsam verwendet. Ebenso Lackspachtel.

> Unter den fünf Lagen
> Kunstharzfarbe meiner aktuellen Baustelle, einer Haustüre, ist eine
> buchenholz-rotbraune Schicht, die erst bei weit höheren Temperaturen als
> die Farbe abgeht. Ich weiss nicht, ob das Grundierung, Spachtel oder
> beides ist.
>

Das habe ich mich auch schon oft gefragt, wenn ich das Pech hatte. :-)
Auch Meister und Senior-Meister wussten nicht, was für ein Material das
ist. Vermutlich irgend ein nachgemachtes Schwedenrot mit viel
Zuschlagstoffen um Poren zu füllen. Wer weiss.... Ich nicht.
Allerdings war es früher durchaus üblich, stark der Witterung
ausgesetzte Stellen an Fenstern, Türen mit Bleimennige zu streichen.
Vielleicht ist es so etwas ähnliches. Also sei vorsichtig beim schleifen.

MaWin

unread,
Jul 17, 2017, 2:44:30 PM7/17/17
to
"Martin Τrautmann" <t-us...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:slrnomp6d1....@ID-685.user.individual.de...

> Für Anstriche nimmt man heute keine Ölfarben mehr. Die haben am ehesten
> noch ihren Einsatzzweck bei Leinwand-Künstlern, nicht bei
> "Anstreichern" (um das Subject aufzugreifen).

Unsinn.
Du kennst da offenbar den Unterschied nicht.
Es gibt Ölfarben für Künstler
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lfarbe
und Öllacke zum Anstreichen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lein%C3%B6lfarbe
Im Baumarkt bekommst du die gute Farbe natürlich nicht,
dort gibt es ja nur teuren Ramsch,
und der Handwerker will die aufwändig (mehrere Tage) zu
verarbeitende Farbe auch nicht, der will fix wieder weg
mit deinem Geld, fix bevor sein Lack wieder abblättert.

Aber, lies den Wikipedia Artikel, du als Heimwerker wärst
gut beraten, die bessere Leinölfarbe statt dem handelsüblichen
Acryllack oder Alkydharzlack zu nutzen.

Siegfried Jedath

unread,
Jul 17, 2017, 4:11:02 PM7/17/17
to
Am 17.07.2017 um 20:44 schrieb MaWin:
> "Martin Τrautmann" <t-us...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
> news:slrnomp6d1....@ID-685.user.individual.de...
>
>> Für Anstriche nimmt man heute keine Ölfarben mehr. Die haben am ehesten
>> noch ihren Einsatzzweck bei Leinwand-Künstlern, nicht bei
>> "Anstreichern" (um das Subject aufzugreifen).
>
> Unsinn.
> Du kennst da offenbar den Unterschied nicht.
> Es gibt Ölfarben für Künstler
> https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lfarbe
> und Öllacke zum Anstreichen.
> https://de.wikipedia.org/wiki/Lein%C3%B6lfarbe
> Im Baumarkt bekommst du die gute Farbe natürlich nicht,
> dort gibt es ja nur teuren Ramsch,
> und der Handwerker will die aufwändig (mehrere Tage) zu
> verarbeitende Farbe auch nicht, der will fix wieder weg
> mit deinem Geld, fix bevor sein Lack wieder abblättert.

Nicht unverschämt werden Manfred.
In jedem Beruf gibt es Pfuscher, aber das Gro der Handwerker macht gute
Arbeit. Wenn du mit gewissen Materialien nicht zurecht kommst, lass die
Finger davon. Hol einen Fachmann.
Im Übrigen gibts die einfache Garantie und die nach VOB. Das sind 5 Jahre!!

MaWin

unread,
Jul 17, 2017, 5:24:25 PM7/17/17
to
"Siegfried Jedath" <S.Je...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:et4juj...@mid.individual.net...

>> und der Handwerker will die aufwändig (mehrere Tage) zu
>> verarbeitende Farbe auch nicht, der will fix wieder weg
>> mit deinem Geld, fix bevor sein Lack wieder abblättert.
>
> Nicht unverschämt werden Manfred.
> In jedem Beruf gibt es Pfuscher, aber das Gro der Handwerker macht gute
> Arbeit.

Inzwischen macht das Gros der Handwerker keine gute Arbeit mehr.

Die Meister ihres Faches sind heute rar.

Für mich ich ein Meister zu einer, der sein Gewerk versteht, als Maler
muss er Farben selber anrühren können, als Bäcker muss er Teig selber
ansetzen können, als Töpfer muss er Glasuren selber aus der Erde buddeln
können, leider kann das alles heute kaum noch einer.

Fast jeder Handwerker versucht nur noch, seinen Proft zu maximieren.
Und das heisst husch husch, schnell ist der Pfusch.
Und dazu muss er kein KFZ-Mechaniker sie, wo Versagen quasi Hauptberuf ist.

> Wenn du mit gewissen Materialien nicht zurecht kommst, lass die Finger
> davon. Hol einen Fachmann.

Die Fachmänner verwenden die guten Materialen gar nicht mehr.
Mit mindertwertiger Farbe ist viel mehr zu verdienen.

> Im Übrigen gibts die einfache Garantie und die nach VOB. Das sind 5
> Jahre!!

Da darf er nämlich alle 5 Jahre zum Nachstreichen kommen.

Bei meiner Oma hat die Farbe am Haus, Silikatwasserglas am Putz
und Leinölfarbe am Gebälk, noch 25 Jahre gehalten, bevor eine
Überarbeitung notwendig war.
Klar, der Maler verdient an so was nichts.

Hier in der Nachbarschaft hat ein Handwerker einen Holzzaun mit Gel-Lasur
gestrichen. Das hat mich interessiert, ich habe mir die Farbe angeguckt.
Nach 3 Jahren war die Kacke wieder am abblättern. Und der war nicht billig.

Und vor allem war er kein Einzelfall.

Um die Ecke haben sie (Auftraggeber Gemeinde) verzinktes streichen lassen,
die Farbe blätterte schon im nächsten Jahr wieder ab.

Der Maler, der im Haus meiner Eltern die Tapeten gestrichen hat, hat gute
Arbeit geliefert, exakt frei Hand ohne abkleben in einem Zug deckend,
aber als ich die Tepeten abmachen durfte, habe ich über die Farbe geflucht:
Der hat, weil sie besser deckte, wasserabweisende Latexfarbe genommen (also
die moderne Latexfarbe ohne Latex drin), so daß die Tapete, bekanntlich der
Untergrund damit man die Farbe wieder von der Wand bekommt ohne den Putz
abkloppen zu müssen, leider nicht mehr runter ging.

Eine Schulfreundin macht als Malerin auch stucco lustro und ähnlich
aufwändige
Verzierungen http://ihre-malermeisterin.de/ aber so viel Mühe gibt sich
heute
kaum noch einer.

Wolfgang Kynast

unread,
Jul 18, 2017, 4:18:01 AM7/18/17
to
On Mon, 17 Jul 2017 23:24:23 +0200, "MaWin" posted:

...
> als Töpfer muss er Glasuren selber aus der Erde buddeln
>können,

Knapp daneben. Ton wird aus der Erde gebuddelt, Einführung zu Glasuren
siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Glasur_(Keramik)

--
Schöne Grüße,
Wolfgang

Johann Mayerwieser

unread,
Jul 18, 2017, 6:14:55 AM7/18/17
to
Am Mon, 17 Jul 2017 23:24:23 +0200 schrieb MaWin:

> Für mich ich ein Meister zu einer, der sein Gewerk versteht, als Maler
> muss er Farben selber anrühren können,

Nachdem ich mir Farben kaum selbst anrühren lassen will, ist es mir
wichtiger, der Malermeister kennt sich mit den im Handel erhältlichen
Farben aus und verwendet die für den Zweck und den Wunsch beste Farbe und
verarbeitet die ordentlich. Dass er vielleicht Farben selbst anrühren
kann ist dann nur mehr ein Gimmick, hat für mich aber keinen Mehrwert.
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