Hat jemand Erfahrung (welche) mit solchen Folien?
Wenn ja, welchen Preis hat sie ungefähr?
mfg
Ernst
> 1) UV-stabil,
> 2) bitmenbeständig, d.h. die Folie darf durch die Verbindung mit dem
> Bitumen nicht instabil werden, bzw. ihre Lebensdauer verringert
> werden.
> 3) Die Kiesschicht darf die Folie nicht zerstören (d.h. Folie kann
> Gewebe haben).
>
> Hat jemand Erfahrung (welche) mit solchen Folien?
Gute mit Wolfin GW von Henkel Bautechnik. Solche Kunststoff-Dachbahnen
haben aber auch andere Hersteller im Programm.
> Wenn ja, welchen Preis hat sie ungefähr?
Leider keine aktuellen. Einfach mal 2 oder 3 Bautstofhändler in deiner
Gegend anrufen und fragen.
Gruß
Jochen
Früher bei Fliessbitumen hat man eine Kiesschicht aufgelegt, damit der
"Weichmacher" im Bitumen länger hält. Heutzutage ist das unnötig wie
Sonnencreme beim Autofahren.
Den Split kannst du auch eimerweise kaufen. Wenns dann mal knallig heiss
ist, gehste auf die Garage und streust ihn deckend auf, nächsten morgen noch
mal mit weichen Besen einfegen und fertig ist der UV-Schutz
Gruss Stefan
Nein.
(Ausser man ist Dachdecker und will schon in 5 Jahren einen neuen Job als
erst in 25).
Der Kies wirkt als UV-Schutz.
Was allerdings die Folie zwischen Kies und Bitumen soll, ist mir schleierhaft,
keine Folie haelt dem Kies stand.
--
Manfred Winterhoff
2) Wenn die Folie wirklich abdichtet, warum braucht man dann die
darunter liegende Bitumenbahn?
3) Kann man auch "normale" UV-stabile "universelle" Gewebeplanen (beim
Aldi oder im Baumarkt) verwenden oder sind die nicht
bitumenverträglich?
mfg
Ernst
3) Übrigens:
Unter die Plastikfolie kann doch an den Seiten Wasser eintreten.
>
>Früher bei Fliessbitumen hat man eine Kiesschicht aufgelegt, damit der
>"Weichmacher" im Bitumen länger hält. Heutzutage ist das unnötig wie
>Sonnencreme beim Autofahren.
>
Warum?
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Lebensdauer des Bitumens
verlängert wird, wenn zusätzlich noch eine Kiesschicht vor den
UV-Strahlen schützt (oder gibt es dazu Statistiken?)
>
>Den Split kannst du auch eimerweise kaufen.
>
Brauche ich nicht, der liegt auf der Nachbargarage (ich habe den alten
Kies vor der Renovierung des Flachdachgaragendachs dort
zwischengelagert)
>Wenns dann mal knallig heiss
>ist, gehste auf die Garage und streust ihn deckend auf, nächsten morgen noch
>mal mit weichen Besen einfegen und fertig ist der UV-Schutz
>
Wenn man den Kies (der gröber ist, als der, der vom Hersteller
draufgeklebt wurde) auf den Bitumen draufstreut und dann mal auf dem
Dach auf den Kies tritt, wird dieser doch in die Bitumenschicht
gedrückt. Dies wirkts sich meiner Meinung nach eher
lebensdauervermindernd aus.
mfg
Ernst
> Dort heißt es, dass die Folie zur Abdichtung verwendet wird. Wie kann
> das sein, wenn wie dort beschrieben, sie lose verlegt werden kann
> (Wasser kann dann an der Seite durchkommen), bzw. die Folie
> diffusionsoffen ist (Feuchte kann dann durchkommen)
Wenn du sie nicht zur Abdichtung, sondern nur als mechanischen Schutz
brauchst, kannst du sie lose auflegen.
Mechanischer Schutz hier wohl vor allem der reparierten Stellen vor
dem Eindrücken von Kies.
Du darfst hier aber zwei Dinge nicht verwechseln: Wasserdicht und
diffusionsdicht sind zwei paar Stiefel. Wasserdicht heißt, flüssiges Wasser
kann nicht durch, diffusionsdicht heißt, gasförmiges Wasser kann nicht
durch. Die oberste Schicht muss immer diffusionsoffen sein, damit
Wasserdampf austreten kann (z.B. Wenn durch ein Leck doch mal
Wasser eingedrungen ist, oder Luftfeuchte aus dem beheizten Raum
unter dem Dach falls die Dampfsperre nicht ganz dicht ist)
> 2) Wenn die Folie wirklich abdichtet, warum braucht man dann die
> darunter liegende Bitumenbahn?
Man kann auch einen Flachdachaufbau ausschließlich mit Kunststoff-
bahnen planen. Bitumen ist aber oft einfacher zu verarbeiten. Außerdem
soll der Dachaufbau nach oben hin immer diffusionsoffener werden;
Bitumenbahnen gibt es auch in diffusionsdicht, im Gegensatz zu den
Kunststoffbahnen. Also legt man z.B ganz unten eine dichte Bitumen-
bahn (Glasvliesbitumen mit Aluminiumeinlage) als Dampfsperre, darauf
eine Wärmedämmung, darauf eine diffusionoffene Bitumenbahn als
'eigentliche' Dichtungsbahn, und ganz oben eine noch offenere Kunst-
stoffbahn als UV-Schutz.
> 3) Kann man auch "normale" UV-stabile "universelle" Gewebeplanen
> (beim Aldi oder im Baumarkt) verwenden oder sind die nicht
> bitumenverträglich?
Einmal das, und zum zweiten sind die vermutlich viel zu dünn. Da drückt
sich der Kies durch.
Gruß
Jochen
Frage:
Würdest du Kies direkt auf den Bitumen aufbringen, oder was würdst du
machen?
mfg
Ernst
> Würdest du Kies direkt auf den Bitumen aufbringen
So macht man das eigentlich, allerdings mit dem Hinweis, nicht unnoetig
drauf rum zu latschen. Auch in 30 Jahre alten Bitumendaechern bleiben
die Steinchen noch runterfegbar. Runde Flusskiesel sind vorzuziehen.
--
Manfred Winterhoff
2)
Muss die Folie UV-stabil sein (die Folie ist ja unter der Kiesschicht
und deshalb nicht den UV-Strahlen ausgesetzt)?
3)
Angenommen, die Folie würde sich im Lauf der Zeit zersetzen (weil sie
nicht UV-stabil und bitumenbeständig ist).
Kann dies dann nachteilig werden?
mfg
Ernst
> So macht man das eigentlich
Eigentlich ja, Uneigentlich empfiehlt der Dachdecker aber die Folie, und
das wird seinen Grund haben. Nur er kennt das Dach und vor allem die
von ihm reparierten Stellen, also würde ich den Sinn der Folie in diesem
Fall nicht grundsätzlich anzweifeln.
Gruß
Jochen
> Schadet es, wenn man die Dachhaut wasserdicht verpackt ?
Nein. Es schadet nur, wenn du die Dachhaut dampficht verpackst.
> aber es könnte ja vielleicht zu wenig Wasser
> eintreten.
Es gibt keine Mindestmenge an Wasser die an die Dachhaut gelangen
müsste. Sonst hätte man ein Problem in trockenen Sommern <g>
> Muss die Folie UV-stabil sein (die Folie ist ja unter der Kiesschicht
> und deshalb nicht den UV-Strahlen ausgesetzt)?
In deinem Fall nicht unbedingt, wenn sie überall von Kies bedeckt ist.
Die Folie schützt halt sowohl vor mechanischer Beschädigung als auch
vor UV-Strahlung. Mancher braucht beide, andere nur eine der beiden
Eigenschaften. Und in deinem Fall geht der Dachdecker wohl davon
aus, dass die Dachhaut einen mechanischen Schutz braucht. Ich würde
ihm das glauben (zumal er dir ja rät, das selbst zu verlegen, sich also
wohl keinen zusätzlichen Umsatz dadurch verspricht)
> Angenommen, die Folie würde sich im Lauf der Zeit zersetzen (weil sie
> nicht UV-stabil und bitumenbeständig ist).
> Kann dies dann nachteilig werden?
Ja: Die Folie wäre kaputt und könnte ihren Zweck nicht mehr erfüllen.
Vergleich: "Ich habe mein Bad neu gefliest, aber die Kleber hält nicht
und die Fliesen fallen wieder von der Wand. Hat das einen Nachteil?" ;-)
Gruß
Jochen
Sry, aber ich kann nun mal nur das weitergeben, was ich in 3 Jahren
Ausbildung und 8 Jahren Berufspraxis gelernt habe.
Du BIST Dachdecker, na, wenn Vorurteile sich so schnell als wahr
herausstellen...
Ich ha(tte) hier ein Beispiel von 2 Daechern, eins mit Kies
und eins ohne Kies, ansonsten vollkommen identisch am selben
Tag von selben Mann gemacht mit demselben Material.
Das ohne Kies zeigte nach 5 Jahren die ersten Defekte, und ging
sehr schnell in die Binsen, das mit Kies war nach 35 Jahren immer
noch intakt.
MIR reicht das als Beweis, dass die Behauptung der Dachdecker
falsch ist und nur der eigenen Auftragsbeschaffung dient.
--
Manfred Winterhoff
mfg
Enst
> Wenn ich eine Plastikfolie drauflege, ist der Bitumen nicht dampfdicht
> verpackt und damit von daher keine Probleme, oder ?
Nur wenn es sich um eine dampfdiffusionsofene Folie handelt.
> D.h. ich brauche nur eine bitumenbeständige Plastikfolie.
Mechanisch entsprechend stabil, beständig gegen Hitze und Frost,
diffusionsoffen, bitumenbeständig... Diese Kombination wirst du
nicht für "'n Appel und 'n Ei" bekommen. Und gerade bei Bauteilen
die man nicht ständig im Blick hat würde ich keine Experimente
mit irgend welchem Billigkram machen das für einen anderen Zweck
hergestellt wurde. Bei Fassadenputz sieht man gleich, ob ein Versuch
mit dem Vanillekuchenteig von Aldi funktioniert. Aber auf dem Dach?
Unter einer Kiesschicht? Da braucht man Zeug das explizit für diese
Anwendung konzipiert wurde, schon allein um die Gewährleistung
für den Rest der Dachdeckung nicht zu gefährden.
> Kannst du mir eine empfehlen?
Nein.
Gruß
Jochen
mfg
Ernst
> Was hältst du von einem
> Polyestervlies mit z.B. 300gr./m²
Was hält dein Dachdecker davon? *Der* empfiehlt die Zusatz-
schicht und sollte doch am besten wissen welche Eigenschaften
die haben sollte. Oder redet ihr nicht mehr miteienander?
> Das ist doch sicher nicht dampfdicht, oder?
Die ist mit Sicherheit offen.
Aber vielleicht zu weich?
Gruß
Jochen